\20\

$20/1$ Ein Sptter ist der Wein, ein Lrmer der Rauschtrank; und
jeder, der davon taumelt, ist unweise. $20/2$ Wie das Knurren
eines Junglwen ist der Schrecken des Knigs, wer sich seinen
Zorn zuzieht, verwirkt sein Leben. $20/3$ Ehre ist es dem Mann,
vom Streit abzulassen, jeder Narr aber fngt [Streit] an. $20/4$
Im Winter pflgt der Faule nicht; sucht er zur Erntezeit, dann
ist nichts da. $20/5$ Tiefes Wasser ist der Ratschlu im Herzen
des Mannes, aber ein verstndiger Mann schpft ihn herauf.
$20/6$ Die meisten Menschen rufen ihre eigene Frmmigkeit aus;
aber einen zuverlssigen Mann, wer findet [ihn]? $20/7$ Wer in
seiner Lauterkeit als Gerechter lebt - glcklich seine Kinder
nach ihm! $20/8$ Ein Knig, der auf dem Richterstuhl sitzt,
sondert mit seinen Augen alles Bse aus. $20/9$ Wer darf sagen:
Ich habe mein Herz rein gehalten, ich bin rein von meiner Snde?
$20/10$ Zweierlei Gewichtsteine, zweierlei Efa, sie sind alle
beide ein Greuel fr den HERRN. $20/11$ Schon in seinen Taten
gibt sich ein Junge zu erkennen, ob sein Handeln lauter und ob
es redlich ist. $20/12$ Das hrende Ohr und das sehende Auge,
der HERR hat sie alle beide gemacht. $20/13$ Liebe nicht den
Schlaf, damit du nicht verarmst; halte deine Augen offen, dann
kannst du dich an Brot satt essen! $20/14$ Schlecht, schlecht!
sagt der Kufer; und wenn er weggeht, dann rhmt er sich.
$20/15$ Es gibt Gold und viele Korallen; aber ein kostbarer
Schmuck sind Lippen der Erkenntnis. $20/16$ Nimm ihm das Kleid,
denn er hat fr einen Fremden gebrgt; und wegen der Auslnder
pfnde ihn! $20/17$ S [schmeckt] dem Mann das Brot der Lge,
aber hinterher ist sein Mund voller Kies. $20/18$ Plne kommen
durch Beratung zustande, und mit weiser berlegung fhre Krieg!
$20/19$ Wer Anvertrautes preisgibt, geht als Verleumder umher;
und mit dem, der seine Lippen aufsperrt, la dich nicht ein!
$20/20$ Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, dessen
Leuchte wird erlschen in tiefster Finsternis! $20/21$ Ein Erbe,
schnell erworben im Anfang, wird an seinem Ende nicht gesegnet
sein. $20/22$ Sage nicht: Ich will Bses vergelten! Harre auf
den HERRN, so wird er dich retten! $20/23$ Ein Greuel sind fr
den HERRN zweierlei Gewichtsteine, und trgerische Waagschalen
sind nicht gut. $20/24$ Vom HERRN sind die Schritte des Mannes
[bestimmt]; und der Mensch, wie sollte er seinen Weg verstehen?
$20/25$ Eine Falle fr den Menschen ist es, vorschnell zu sagen:
Geheiligt! - und [erst] nach den Gelbden zu berlegen. $20/26$
Ein weiser Knig sondert die Gottlosen aus und lt das Rad ber
sie gehen. $20/27$ Der Geist des Menschen ist eine Leuchte des
HERRN, durchforscht alle Kammern des Leibes. $20/28$ Gte und
Treue behten den Knig, und durch Gte sttzt er seinen Thron.
$20/29$ Der Schmuck der jungen Mnner ist ihre Kraft, graues
Haar aber die Zierde der Alten. $20/30$ Blutige Striemen
reinigen den Bsen, und Schlge die Kammern des Leibes.

\21\

$21/1$ [Wie] Wasserbche ist das Herz eines Knigs in der Hand
des HERRN; wohin immer er will, neigt er es. $21/2$ Jeder Weg
eines Mannes ist gerade in seinen Augen, aber der die Herzen
prft, ist der HERR. $21/3$ Gerechtigkeit und Recht ben ist dem
HERRN lieber als Schlachtopfer. $21/4$ Stolz der Augen und
Hochmut des Herzens - die Leuchte der Gottlosen ist Snde.
$21/5$ Die Plne des Fleiigen [fhren] nur zum Gewinn; aber
jeder, der hastig ist, erreicht nur Mangel. $21/6$ Erwerb von
Schtzen durch eine lgnerische Zunge ist [wie] verwehter Dunst,
eine Falle des Todes. $21/7$ Die Gewalttat der Gottlosen reit
sie mit weg, denn sie weigern sich, das Rechte zu tun. $21/8$
Gewunden ist der Weg des schuldbeladenen Mannes; der Lautere
aber, sein Tun ist gerade. $21/9$ Besser auf dem Dach in einer
Ecke wohnen als eine znkische Frau und ein gemeinsames Haus.
$21/10$ Die Seele des Gottlosen giert nach Bsem, keine Gnade
findet bei ihm sein Nchster. $21/11$ Wenn man dem Sptter
Geldbue auferlegt, dann wird der Einfltige weise; und wenn man
den Weisen belehrt, nimmt er Erkenntnis an. $21/12$ Ein
Gerechter hat acht auf das Haus des Gottlosen, er strzt die
Gottlosen ins Unglck. $21/13$ Wer sein Ohr verstopft vor dem
Hilfeschrei des Geringen, auch er wird [einst] rufen und keine
Antwort erhalten. $21/14$ Eine Gabe im Verborgenen wendet Zorn
ab, und ein Geschenk im Gewandbausch heftigen Grimm. $21/15$
Freude ist es fr den Gerechten, wenn Recht geschieht; Schrecken
aber fr die beltter. $21/16$ Ein Mensch, der von dem Weg der
Einsicht abirrt, wird ruhen in der Versammlung der Schatten.
$21/17$ Dem Mangel verfllt, wer Festfreude liebt; wer Wein und
l liebt, wird nicht reich. $21/18$ Lsegeld fr den Gerechten
ist der Gottlose, und an die Stelle der Aufrichtigen tritt der
Treulose. $21/19$ Besser ist es, im Land der Wste zu wohnen,
als eine znkische Frau und Verdru. $21/20$ Ein begehrenswerter
Schatz und l ist an der Wohnsttte des Weisen, ein trichter
Mensch aber verschlingt es. $21/21$ Wer der Gerechtigkeit und
Gnade nachjagt, findet Leben, Gerechtigkeit und Ehre. $21/22$
Eine Stadt von Helden ersteigt der Weise und strzt nieder das
Bollwerk, auf das sie sich verlt. $21/23$ Wer seinen Mund und
seine Zunge bewahrt, bewahrt vor Nten seine Seele. $21/24$ Der
anmaend bermtige - Sptter ist sein Name - handelt mit
malosem bermut. $21/25$ Die Begierde des Faulen bringt ihm den
Tod, denn seine Hnde weigern sich zu arbeiten. $21/26$ Den
ganzen Tag giert er voller Begierde, aber der Gerechte gibt und
hlt nicht zurck. $21/27$ Das Schlachtopfer der Gottlosen ist
ein Greuel [fr den HERRN]; wieviel mehr, wenn man es in
schndlicher Absicht bringt! $21/28$ Ein Lgenzeuge wird
zugrunde gehen; ein Mann aber, der zuhrt, redet fr lange
Dauer. $21/29$ Mit frechem Gesicht tritt der gottlose Mann auf;
der Aufrichtige aber, er achtet auf seinen Weg. $21/30$ Es gibt
keine Weisheit und keine Einsicht und keinen Rat gegenber dem
HERRN. $21/31$ Das Pferd wird gerstet fr den Tag der Schlacht,
aber die Rettung ist [Sache] des HERRN.

\22\

$22/1$ Ein [guter] Name ist vorzglicher als groer Reichtum,
besser als Silber und Gold ist Anmut. $22/2$ Reiche und Arme
begegnen sich; der sie alle gemacht hat, ist der HERR. $22/3$
Der Kluge sieht das Unglck und verbirgt sich; die Einfltigen
aber gehen weiter und mssen es ben. $22/4$ Die Folge der
Demut [und] der Furcht des HERRN ist Reichtum und Ehre und
Leben. $22/5$ Dornen [und] Schlingen sind auf dem Weg des
Verschlagenen; wer sein Leben bewahren will, hlt sich fern von
ihnen. $22/6$ Erziehe den Knaben seinem Weg gem; er wird nicht
davon weichen, auch wenn er lter wird. $22/7$ Der Reiche
herrscht ber die Armen, und Sklave ist der Schuldner [seinem]
Glubiger. $22/8$ Wer Unrecht st, wird Unheil ernten, und der
Stock seines Wtens wird ein Ende nehmen. $22/9$ Wer gtigen
Auges ist, der wird gesegnet werden; denn er gibt von seinem
Brot dem Geringen. $22/10$ Treibe den Sptter fort, so zieht der
Zank mit hinaus, und Streiten und Schimpfen hren auf. $22/11$
Wer Reinheit des Herzens liebt, wessen Lippen wohlgefllig
[reden], dessen Freund ist der Knig. $22/12$ Die Augen des
HERRN behten die Erkenntnis, und er bringt die Worte des
Treulosen zu Fall. $22/13$ Der Faule sagt: Ein Lwe ist drauen;
mitten auf den Pltzen knnte ich gettet werden! $22/14$ Eine
tiefe Grube ist der Mund von fremden Frauen; wem der HERR zrnt,
der fllt hinein. $22/15$ Haftet Narrheit am Herzen des Knaben,
die Rute der Zucht entfernt sie davon. $22/16$ Wer den Geringen
unterdrckt, verschafft ihm [nur] mehr; wer dem Reichen gibt,
[das gereicht] nur zum Mangel. $22/17$ Neige dein Ohr und hre
die Worte von Weisen und richte dein Herz auf meine Erkenntnis!
$22/18$ Denn lieblich ist es, wenn du sie in deinem Innern
bewahrst. Sie mgen sich alle miteinander auf deinen Lippen
bereithalten! $22/19$ Damit dein Vertrauen auf dem HERRN steht,
belehre ich dich heute, gerade dich. $22/20$ Habe ich dir nicht
dreiig [Sprche] aufgeschrieben mit Ratschlgen und Erkenntnis,
$22/21$ um dich zu lehren die Wahrheit zuverlssiger Worte, so
da du denen, die dich gesandt haben, zuverlssige Antwort geben
kannst? $22/22$ Beraube nicht den Geringen, weil er gering ist,
und zertritt nicht den Elenden im Tor! $22/23$ Denn der HERR
fhrt ihren Rechtsstreit und raubt ihren Rubern das Leben.
$22/24$ La dich nicht ein mit einem Zornigen, und mit einem
Mann, der sich schnell erregt, verkehre nicht, $22/25$ damit du
dich nicht an seine Pfade gewhnst und deinem Leben eine Falle
stellst! $22/26$ Sei nicht unter denen, die Handschlag geben,
unter denen, die fr ein Darlehen brgen. $22/27$ Wenn du [dann]
nichts hast, um zu bezahlen, warum soll man dein Bett unter dir
wegnehmen? $22/28$ Verrcke nicht die uralte Grenze, die deine
Vter gemacht haben! $22/29$ Siehst du einen Mann, der gewandt
ist in seinem Geschft, - vor Knige wird er hintreten, er wird
nicht vor Niedrige hintreten.

\23\

$23/1$ Wenn du dich hinsetzt, um mit einem Herrscher zu speisen,
so achte ja auf das, was du vor dir hast! $23/2$ Und setze ein
Messer an deine Kehle, wenn du heihungrig bist! $23/3$ Sei
nicht begierig auf seine Leckerbissen, denn das ist eine
trgerische Speise! $23/4$ Mhe dich nicht ab, es zu Reichtum zu
bringen, da verzichte auf deine Klugheit! $23/5$ Wenn du deine
Augen darauf richtest, ist er nicht [mehr] da. Denn pltzlich
macht er sich Flgel wie ein Adler und fliegt zum Himmel. $23/6$
I nicht das Brot des Mignstigen und sei nicht begierig auf
seine Leckerbissen! $23/7$ Denn wie ein Haar in seiner Kehle, so
ist es. I und trink! sagt er zu dir, aber sein Herz ist nicht
mit dir. $23/8$ Deinen Bissen, den du gegessen hast, den mut du
ausspeien, und vergeudet hast du deine freundlichen Worte.
$23/9$ Zu den Ohren eines Toren rede nicht, denn er wird deine
klugen Worte verachten! $23/10$ Verrcke nicht die uralte
Grenze, und in die Felder der Waisen dringe nicht ein! $23/11$
Denn ihr Erlser ist stark; er selbst wird ihren Rechtsstreit
gegen dich fhren. $23/12$ Bring her zur Zucht dein Herz, und
deine Ohren zu den Worten der Erkenntnis! $23/13$ Entziehe dem
Knaben die Zchtigung nicht! Wenn du ihn mit der Rute schlgst,
wird er nicht sterben. $23/14$ Du schlgst ihn mit der Rute,
aber errettest sein Leben vom Scheol. $23/15$ Mein Sohn, wen
dein Herz weise ist, freut sich auch mein Herz; $23/16$ und
meine Nieren frohlocken, wenn deine Lippen Aufrichtiges reden.
$23/17$ Dein Herz eifere nicht gegen die Snder, sondern um die
Furcht des HERRN jeden Tag! $23/18$ Denn wahrlich, es gibt
[noch] ein Ende, und dann wird deine Hoffnung nicht zuschanden.
$23/19$ Hre du, mein Sohn, und werde weise und leite dein Herz
den [geraden] Weg! $23/20$ Sei nicht unter Weinsufern, [noch]
unter denen, die Fleisch verprassen! $23/21$ Denn ein Sufer und
Schlemmer verarmt, und Schlfrigkeit kleidet in Lumpen. $23/22$
Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine
Mutter nicht, wenn sie alt geworden ist! $23/23$ Kaufe Wahrheit
und verkaufe sie nicht, [dazu] Weisheit und Zucht und Verstand!
$23/24$ Freudig frohlockt der Vater eines Gerechten, [und] wer
einen Weisen gezeugt hat, der kann sich ber ihn freuen. $23/25$
Es freue sich dein Vater und deine Mutter, und es frohlocke, die
dich geboren hat! $23/26$ Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und
deine Augen la an meinen Wegen Gefallen haben! $23/27$ Denn
eine tiefe Grube ist die Hure, und ein enger Brunnen die fremde
[Frau]; $23/28$ ja, sie lauert wie ein Ruber, und sie vermehrt
die Treulosen unter den Menschen. $23/29$ Wer hat Ach, wer hat
Weh, wer Znkereien, wer Klage, wer Wunden ohne Ursache, wer
trbe Augen? $23/30$ Die spt beim Wein noch sitzen, die
einkehren, um den Mischkrug zu erforschen. $23/31$ Sieh den Wein
nicht an, wenn er so rtlich schimmert, wenn er im Becher
funkelt [und] leicht hinuntergleitet. $23/32$ Zuletzt beit er
wie eine Schlange und speit [Gift] wie eine Viper. $23/33$ Deine
Augen sehen Seltsames, und dein Herz redet Verworrenes, $23/34$
und du bist wie einer, der im Herzen des Meeres liegt, und wie
einer, der da liegt im Ausguck am Mast. $23/35$ `Man hat mich
geschlagen, es schmerzte mich nicht; man hat mich geprgelt, ich
merkte es nicht. Wann werde ich aufwachen? Ich will ihn noch
einmal aufsuchen.

\24\

$24/1$ Sei nicht neidisch auf bse Menschen und nicht begierig,
bei ihnen zu sein! $24/2$ Denn ihr Herz plant Gewalttat, und
Unheil reden ihre Lippen. $24/3$ Durch Weisheit wird ein Haus
gebaut, und durch Verstand wird es befestigt; $24/4$ und durch
Erkenntnis fllen sich die Kammern mit allerlei kostbaren und
angenehmen Gtern. $24/5$ Ein weiser Mann ist mehr als ein
starker, und ein Mann von Erkenntnis ist besser als ein
kraftvoller. $24/6$ Denn mit weiser berlegung fhrst du deinen
Krieg, und Rettung [kommt] durch viele Ratgeber. $24/7$ Zu hoch
ist dem Narren die Weisheit, im Tor macht er seinen Mund nicht
auf. $24/8$ Wer darauf sinnt, Bses zu tun, den nennt man einen
Rnkeschmied. $24/9$ Die Rnke des Narren sind Snde, und ein
Greuel fr die Menschen ist der Sptter. $24/10$ Zeigst du dich
lssig am Tag der Not, gert [auch] deine Kraft in Not. $24/11$
Rette die, die zum Tode geschleppt werden; und die zur
Schlachtung hinwanken, o halte [sie] zurck! $24/12$ Wenn du
sagst: Siehe, wir wuten nichts davon! - ist es nicht so: der
die Herzen prft, er merkt es, und der auf deine Seele achthat,
er wei es? Er vergilt dem Menschen nach seinem Tun. $24/13$ I
Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim ist deinem
Gaumen s. $24/14$ Ebenso suche die Weisheit fr deine Seele!
Wenn du sie gefunden hast, so gibt es Zukunft, und deine
Hoffnung wird nicht vernichtet. $24/15$ Laure nicht der
Wohnsttte des Gerechten auf, du Gottloser; zerstre nicht
seinen Lagerplatz! $24/16$ Denn siebenmal fllt der Gerechte und
steht [doch wieder] auf, aber die Gottlosen strzen nieder im
Unglck. $24/17$ Wenn dein Feind fllt, freue dich nicht, und
wenn er strzt, frohlocke dein Herz nicht, $24/18$ damit nicht
der HERR es sieht und es bse ist in seinen Augen und er seinen
Zorn von jenem abwendet! $24/19$ Entrste dich nicht ber die
beltter! Ereifere dich nicht gegen die Gottlosen! $24/20$ Denn
fr den Bsen gibt es keine Zukunft, die Leuchte der Gottlosen
erlischt. $24/21$ Frchte den HERRN, mein Sohn, und den Knig!
Mit Aufrhrern la dich nicht ein! $24/22$ Denn pltzlich erhebt
sich ihr Verderben und ihrer beider Untergang unvermutet.

$24/23$ Auch diese sind von den Weisen: Die Person ansehen im
Gericht ist nicht recht. $24/24$ Wer zu dem Schuldigen sagt: Du
bist gerecht! - den verfluchen Vlker, den verwnschen
Vlkerschaften. $24/25$ Denen aber, die [ihn] zurechtweisen,
geht es gut, und bei ihnen trifft das Glck des Segenswunsches
ein. $24/26$ Die Lippen kt, wer eine richtige Antwort gibt.
$24/27$ Besorge drauen deine Arbeit und bestelle sie dir auf
dem Feld! Danach magst du dann dein Haus bauen. $24/28$ Werde
nicht ohne Grund Zeuge gegen deinen Nchsten! Willst du etwa
tuschen mit deinen Lippen? $24/29$ Sage nicht: Wie er mir getan
hat, so will ich ihm tun, will jedem vergelten nach seinem Tun!
$24/30$ Am Acker eines Faulen kam ich vorber und am Weinberg
eines Menschen ohne Verstand. $24/31$ Und siehe, er war ganz in
Nesseln aufgegangen, seine Flche war mit Unkraut bedeckt, und
seine steinerne Mauer eingerissen. $24/32$ Und ich schaute es,
ich nahm es mir zu Herzen. Ich sah es, nahm mir [daraus] die
Lehre: $24/33$ Noch ein wenig Schlaf, noch ein wenig Schlummer,
noch ein wenig Hndefalten, um auszuruhen, - $24/34$ und wie ein
Landstreicher kommt deine Armut, und dein Mangel wie ein
unverschmter Mann.

\25\

$25/1$ Auch dies sind Sprche Salomos, die die Mnner Hiskias,
des Knigs von Juda, zusammengetragen haben: $25/2$ Gottes Ehre
ist es, eine Sache zu verbergen, die Ehre der Knige aber, eine
Sache zu erforschen. $25/3$ Der Himmel an Hhe und die Erde an
Tiefe und das Herz der Knige sind unerforschlich. $25/4$ Man
entferne die Schlacken aus dem Silber, so gelingt dem
Goldschmied ein Gert. $25/5$ Man entferne den Gottlosen vom
Knig, so steht sein Thron fest durch Gerechtigkeit. $25/6$
Brste dich nicht vor dem Knig und an den Platz der Groen
stelle dich nicht! $25/7$ Denn besser man sagt zu dir: Komm hier
herauf! - als da man dich heruntersetzt vor einem Edlen. Was
deine Augen gesehen haben $25/8$ - geh [damit] nicht vorschnell
zum Gericht! Denn was willst du hinterher machen, wenn dich dein
Nchster beschmt? - $25/9$ Deinen Rechtsstreit fhre mit deinem
Nchsten, aber gib nicht preis, was ein anderer dir anvertraut
hat, $25/10$ damit dich nicht schmht, wer es hrt, und dein
bler Ruf nicht mehr weicht! $25/11$ Goldene pfel in silbernen
Prunkschalen, [so ist] ein Wort, geredet zu seiner Zeit. $25/12$
Ein goldener Ohrring und ein Halsgeschmeide aus feinem Gold, [so
ist] ein weiser Mahner fr ein hrendes Ohr. $25/13$ Wie Khlung
des Schnees an einem Erntetag ist ein zuverlssiger Bote denen,
die ihn senden: die Seele seines Herrn erquickt er. $25/14$
Aufziehende [Wolken] mit Wind, doch kein Regen, [so ist] ein
Mann, der mit trgerischem Geschenk prahlt. $25/15$ Durch langen
Atem wird ein Richter berredet, und eine sanfte Zunge zerbricht
Knochen. $25/16$ Hast du Honig gefunden, i [nur] deinen Bedarf,
damit du ihn nicht satt wirst und ihn ausspeist! $25/17$ Mache
deinen Fu selten im Haus deines Nchsten, damit er dich nicht
satt wird und dich hat! $25/18$ Hammer und Schwert und
geschrfter Pfeil, [so ist] ein Mann, der als falscher Zeuge
gegen seinen Nchsten aussagt. $25/19$ Ein zerbrochener Zahn und
ein wankender Fu, [so ist] das Vertrauen auf den Treulosen am
Tag der Not. $25/20$ Einer, der das Oberkleid ablegt am Tag der
Klte, [oder] Essig auf Natron, so [ist es], wenn einer einem
traurigen Herzen Lieder singt. $25/21$ Wenn dein Hasser Hunger
hat, gib ihm Brot zu essen, und wenn er Durst hat, gib ihm
Wasser zu trinken! $25/22$ Denn glhende Kohlen hufst du auf
sein Haupt, und der HERR wird es dir vergelten. $25/23$ Nordwind
gebiert Regen, und eine heimliche Zunge verdrieliche Gesichter.
$25/24$ Besser, auf dem Dach in einer Ecke wohnen, als eine
znkische Frau und ein gemeinsames Haus. $25/25$ Khles Wasser
auf eine lechzende Kehle, so ist eine gute Nachricht aus einem
fernen Land. $25/26$ Getrbter Quell und verdorbener Brunnen,
[so ist] ein Gerechter, der vor einem Gottlosen wankt. $25/27$
Zuviel Honig essen ist nicht gut, und ehrende Worte gebrauche
sparsam! $25/28$ Eine aufgebrochene Stadt ohne Mauer, [so ist]
ein Mann ohne Selbstbeherrschung.

\26\

$26/1$ Wie Schnee im Sommer und wie Regen in der Ernte, so
unpassend ist Ehre fr einen Toren. $26/2$ Wie der Sperling hin
und her flattert, wie die Schwalbe wegfliegt, so ein
unverdienter Fluch: er trifft nicht ein. $26/3$ Die Peitsche fr
das Pferd, der Zaum fr den Esel und der Stock fr den Rcken
der Toren. $26/4$ Antworte dem Toren nicht nach seiner Narrheit,
damit nicht auch du ihm gleich wirst! $26/5$ Antworte dem Toren
nach seiner Narrheit, damit er nicht weise bleibt in seinen
Augen! $26/6$ Es verstmmelt sich die Fe, es trinkt Gewalttat,
wer Nachricht sendet durch einen Toren. $26/7$ Schlaff hngen
die Schenkel am Lahmen herab, so ist ein Weisheitsspruch im Mund
der Toren. $26/8$ Wie das Festbinden eines Steines in einer
Schleuder, so [ist], wer einem Toren Ehre erweist. $26/9$ Ein
Dornzweig geriet in die Hand eines Betrunkenen und ein
Weisheitsspruch in den Mund von Toren. $26/10$ Ein Schtze, der
alles verwundet, so ist, wer einen Toren in Dienst nimmt und
Vorbergehende in Dienst nimmt. $26/11$ Wie ein Hund, der
zurckkehrt zu seinem Gespei, [so ist] ein Tor, der seine
Narrheit wiederholt. $26/12$ Siehst du einen Mann, der in seinen
Augen weise ist, - fr einen Toren gibt es mehr Hoffnung als fr
ihn. $26/13$ Der Faule spricht: Ein Junglwe ist auf dem Weg,
ein Lwe mitten auf den Pltzen! $26/14$ Die Tr dreht sich in
ihrer Angel und der Faule auf seinem Bett. $26/15$ Hat der Faule
seine Hand in die Schssel gesteckt, ist es ihm zu beschwerlich,
sie an seinen Mund zurckzubringen. $26/16$ Der Faule ist in
seinen Augen weiser als sieben, die verstndig antworten.
$26/17$ Der packt einen Hund bei den Ohren, wer im Vorbeigehen
sich ber einen Streit ereifert, der ihn nichts angeht. $26/18$
Wie ein Wahnsinniger, der Brandgeschosse, Pfeile und Tod
schleudert, $26/19$ so ist ein Mann, der seinen Nchsten betrgt
und [dann] sagt: Habe ich [denn] nicht [nur] Spa gemacht?
$26/20$ Wo das Holz zu Ende geht, erlischt das Feuer; und wo
kein Ohrenblser ist, kommt der Zank zur Ruhe. $26/21$ Kohle zur
Kohlenglut und Holz zum Feuer und einen znkischen Mann, um
Streit zu entfachen. $26/22$ Die Worte des Ohrenblsers sind wie
Leckerbissen, und sie gleiten hinab in die Kammern des Leibes.
$26/23$ Silberglasur, auf Tongeschirr gebracht, [so sind]
feurige Lippen und ein bses Herz. $26/24$ Mit seinen Lippen
verstellt sich der Gehssige, aber in seinem Innern hegt er
Betrug. $26/25$ Wenn er seine Stimme lieblich macht, traue ihm
nicht! Denn sieben Greuel sind in seinem Herzen. $26/26$ Mag
sich der Ha verbergen in Tuschung, seine Bosheit wird [doch]
in der Versammlung enthllt werden. $26/27$ Wer eine Grube
grbt, fllt selbst hinein; und wer einen Stein wlzt, auf den
rollt er zurck. $26/28$ Eine Lgenzunge hat die von ihr
Zermalmten; und ein glatter Mund bereitet Sturz.

\27\

$27/1$ Rhme dich nicht des morgigen Tages! Denn du weit nicht,
was ein Tag gebiert. $27/2$ Es rhme dich ein anderer und nicht
dein [eigener] Mund, ein Fremder und nicht deine Lippen! $27/3$
Schwer ist der Stein, und eine Last ist der Sand, aber der rger
ber einen Narren ist schwerer als beide. $27/4$ Grausam ist der
Grimm und berflutend der Zorn. Wer aber kann bestehen vor der
Eifersucht? $27/5$ Besser offene Rge als verborgen gehaltene
Liebe. $27/6$ Treu gemeint sind die Schlge dessen, der liebt,
aber berreichlich die Ksse des Hassers. $27/7$ Der Satte tritt
Honig [mit Fen]; aber dem Hungrigen ist alles Bittere s.
$27/8$ Wie ein Vogel, der fern von seinem Nest schweift, so ist
ein Mann, der fern von seinem Wohnort schweift. $27/9$ l und
Rucherwerk erfreuen das Herz, und die Se eines Freundes
[kommt] aus dem Rat der Seele. $27/10$ Deinen Freund und deines
Vaters Freund la nicht fahren und geh nicht in deines Bruders
Haus am Tag deiner Not! Besser ein naher Nachbar als ein ferner
Bruder. $27/11$ Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz,
damit ich meinem Schmher Antwort geben kann! $27/12$ Der Kluge
sieht das Unglck [und] verbirgt sich; die Einfltigen gehen
weiter [und] mssen ben. $27/13$ Nimm ihm das Kleid, denn er
hat fr einen anderen gebrgt, und anstelle der Auslnderin
pfnde ihn! $27/14$ [Da ist einer], der wnscht - am Morgen frh
aufgestanden - seinem Nchsten mit lauter Stimme Glck, aber als
Verwnschung wird es ihm angerechnet. $27/15$ Ein tropfendes
Dach, das [einen] vertreibt am Tag des Regengusses, und eine
znkische Frau gleichen sich. $27/16$ Wer sie zurckhalten will,
hlt Wind zurck, und seine Rechte greift nach l. $27/17$ Eisen
wird durch Eisen geschrft, und ein Mann schrft das Angesicht
seines Nchsten. $27/18$ Wer den Feigenbaum htet, wird seine
Frucht essen; und wer ber seinen Herrn wacht, wird geehrt
werden. $27/19$ Wie im Wasser das Gesicht dem Gesicht
[entspricht], so das Herz des Menschen dem Menschen. $27/20$
Scheol und Abgrund werden nicht satt, und die Augen des Menschen
werden nicht satt. $27/21$ Der Schmelztiegel fr das Silber und
der Ofen fr das Gold, und ein Mann [wird beurteilt] nach seinem
Ruf. $27/22$ Zerstieest du den Narren mit dem Stel im Mrser
mitten unter den Sandkrnern, so wrde seine Narrheit [doch]
nicht von ihm weichen. $27/23$ Kmmere dich sorgfltig um das
Aussehen deiner Schafe, richte deine Aufmerksamkeit auf die
Herden! $27/24$ Denn nicht ewig [reicht] der Vorrat. Und [whrt]
etwa eine Krone von Generation zu Generation? $27/25$ Ist das
Heu geerntet und erscheint frisches Gras und sind eingesammelt
die Kruter der Berge, $27/26$ [dann gibt es] Lmmer zu deiner
Bekleidung und Bcke als Kaufpreis fr ein Feld; $27/27$ und
genug Ziegenmilch ist da zu deiner Nahrung, zur Nahrung deines
Hauses, und Lebensunterhalt fr deine Mgde.

\28\

$28/1$ Es flieht der Gottlose, ohne da ihm einer nachjagt; der
Gerechte aber fhlt sich sicher wie ein Junglwe. $28/2$ Durch
die Verbrechen eines Landes werden zahlreich seine Obersten;
aber durch einen verstndigen, einsichtigen Mann hat das Rechte
lange Bestand. $28/3$ Ein Mann, der ein Haupt ist und die
Geringen unterdrckt, ist ein Regen, der wegschwemmt und kein
Brot [bringt]. $28/4$ Die das Gesetz verlassen, rhmen die
Gottlosen; die aber das Gesetz bewahren, entrsten sich ber
sie. $28/5$ Bse Menschen verstehen nicht, was recht ist; die
aber den HERRN suchen, verstehen alles. $28/6$ Besser ein Armer,
der in seiner Lauterkeit lebt, als ein Verschlagener, [der] auf
zwei Wegen [geht] und der dabei reich ist. $28/7$ Wer das Gesetz
befolgt, ist ein verstndiger Sohn; wer sich aber mit Schlemmern
einlt, macht seinem Vater Schande. $28/8$ Wer seinen Besitz
durch Zins und durch Aufschlag vermehrt, sammelt ihn fr den,
der sich ber die Geringen erbarmt. $28/9$ Wer sein Ohr abwendet
vom Hren des Gesetzes, dessen Gebet sogar ist ein Greuel.
$28/10$ Wer Redliche irrefhrt auf einen bsen Weg, wird selbst
in seine Grube fallen; aber die Lauteren nehmen Gutes in Besitz.
$28/11$ Weise in seinen Augen ist der Reiche, aber ein Geringer,
der verstndig ist, durchschaut ihn. $28/12$ Wenn die Gerechten
triumphieren, ist die Herrlichkeit gro; wenn aber die Gottlosen
aufkommen, versteckt sich der Mensch. $28/13$ Wer seine
Verbrechen zudeckt, wird keinen Erfolg haben; wer sie aber
bekennt und lt, wird Erbarmen finden. $28/14$ Glcklich der
Mensch, der bestndig in der [Gottes]furcht bleibt! Wer aber
sein Herz verhrtet, wird ins Unglck fallen. $28/15$ Ein
knurrender Lwe und ein gieriger Br, [so ist] ein gottloser
Herrscher ber ein geringes Volk. $28/16$ [Mancher] Frst ist
ohne Verstand und reich an Erpressungen; wer [aber]
unrechtmigen Gewinn hat, wird [seine] Tage verlngern.
$28/17$ Ein Mensch, belastet mit dem Blut einer Seele, ist
flchtig bis zum Grab; man untersttze ihn nicht! $28/18$ Wer
redlich lebt, findet Hilfe; wer aber krumme Wege geht, wird auf
einem [davon] fallen. $28/19$ Wer sein Ackerland bebaut, wird
sich satt essen knnen an Brot; wer aber nichtigen Dingen
nachjagt, wird sich an der Armut satt essen. $28/20$ Ein
zuverlssiger Mann ist reich an Segnungen; wer aber hastet, um
es zu Reichtum zu bringen, bleibt nicht ungestraft. $28/21$ Die
Person ansehen ist nicht gut, und fr einen Bissen Brot kann ein
Mann zum Verbrecher werden. $28/22$ Ein mignstiger Mann hastet
nach Besitz, und er erkennt nicht, da Mangel ber ihn kommt.
$28/23$ Wer einen Menschen zurechtweist, findet letztlich mehr
Gunst als einer, der mit der Zunge schmeichelt. $28/24$ Wer
seinen Vater oder seine Mutter beraubt und sagt: [das ist] kein
Verbrechen! - der ist ein Geselle des Verderbers. $28/25$ Der
Habgierige erregt Streit; wer aber auf den HERRN vertraut, wird
reichlich gesttigt. $28/26$ Wer auf seinen Verstand vertraut,
der ist ein Tor; wer aber in Weisheit lebt, der wird entkommen.
$28/27$ Wer dem Armen gibt, wird keinen Mangel haben; wer aber
seine Augen verhllt, wird reich an Flchen. $28/28$ Wenn die
Gottlosen aufkommen, verbirgt sich der Mensch; aber wenn sie
umkommen, werden die Gerechten zahlreich.

\29\

$29/1$ Ein Mann, der [trotz] Ermahnungen halsstarrig bleibt,
wird pltzlich zerschmettert werden ohne Heilung. $29/2$ Wenn
die Gerechten zahlreich sind, freut sich das Volk; wenn aber ein
Gottloser herrscht, seufzt das Volk. $29/3$ Ein Mann, der
Weisheit liebt, erfreut seinen Vater; wer sich aber mit Huren
einlt, richtet den Besitz zugrunde. $29/4$ Ein Knig gibt
durch das Recht dem Land Bestand; aber wer [nur] Abgaben erhebt,
zerstrt es. $29/5$ Ein Mann, der seinem Nchsten schmeichelt,
breitet ein Fangnetz vor seinen Schritten aus. $29/6$ Im
Verbrechen des bsen Menschen [liegt] eine Falle [fr ihn]; aber
der Gerechte jauchzt und ist frhlich. $29/7$ Der Gerechte ist
bedacht auf den Rechtsanspruch der Geringen; der Gottlose
versteht sich nicht auf Erkenntnis. $29/8$ Sptter versetzen
eine Stadt in Aufruhr, Weise aber wenden den Zorn ab. $29/9$
Tritt ein weiser Mann mit einem nrrischen Mann vor Gericht,
tobt der und lacht, aber es gibt keine Ruhe. $29/10$
Blutmenschen hassen den Rechtschaffenen, aber die Aufrichtigen
suchen [das Beste fr] sein Leben. $29/11$ Seinen ganzen Unmut
lt der Tor herausfahren, aber der Weise beschwichtigt ihn
zuletzt. $29/12$ Ein Herrscher, der auf Lgenrede achtet, dessen
Diener sind alle gottlos. $29/13$ Der Arme und der Unterdrcker
begegnen sich; der ihrer beider Augen hell macht, ist der HERR.
$29/14$ Ein Knig, der die Geringen in Wahrhaftigkeit richtet,
dessen Thron wird feststehen fr immer. $29/15$ Rute und
Ermahnung geben Weisheit; aber ein sich selbst berlassener
Junge macht seiner Mutter Schande. $29/16$ Wenn die Gottlosen
zahlreich werden, werden zahlreich die Verbrechen; aber die
Gerechten werden ihrem Sturz zusehen. $29/17$ Zchtige deinen
Sohn, so wird er dich erquicken und dir Freude machen. $29/18$
Wenn keine Offenbarung da ist, verwildert ein Volk; aber wohl
ihm, wenn es das Gesetz beachtet! $29/19$ Durch Worte lt sich
ein Sklave nicht belehren; denn er versteht [zwar], aber er
kehrt sich nicht daran. $29/20$ Siehst du einen Mann, der sich
in seinen Worten berhastet, - fr einen Toren gibt es mehr
Hoffnung als fr ihn. $29/21$ Wenn einer seinen Sklaven von
Jugend auf verhtschelt, so wird der zuletzt rebellisch. $29/22$
Ein zorniger Mann erregt Streit, und ein Hitziger ist reich an
Vergehen. 23$29/ Der Hochmut eines Menschen erniedrigt ihn; der
Demtige aber erlangt Ehre. $29/24$ Wer mit einem Dieb teilt,
hat sein Leben: er hrt den Fluch, aber zeigt es nicht an.
$29/25$ Menschenfurcht stellt eine Falle; wer aber auf den HERRN
vertraut, ist in Sicherheit. $29/26$ Viele suchen das Angesicht
eines Herrschers, doch von dem HERRN [kommt] das Recht eines
Mannes. $29/27$ Ein Greuel fr die Gerechten ist der beltter,
aber ein Greuel fr den Gottlosen ist, wer redlich [seinen] Weg
[geht].

\30\

$30/1$ Worte Agurs, des Sohnes des Jake, aus Massa. Ausspruch
des Mannes: Bemht habe ich mich um Gott, bemht habe ich mich
um Gott und bin vergangen. $30/2$ Denn ich bin zu dumm fr einen
Mann, und Menschenverstand habe ich nicht. $30/3$ Und Weisheit
habe ich nicht gelernt, da ich Erkenntnis des Heiligen kennen
knnte. $30/4$ Wer ist hinaufgestiegen zum Himmel und
herabgefahren? Wer hat den Wind in seine Fuste gesammelt? Wer
hat die Wasser in ein Tuch eingebunden? Wer hat aufgerichtet
alle Enden der Erde? Was ist sein Name und was der Name seines
Sohnes, wenn du es weit? $30/5$ Alle Rede Gottes ist gelutert.
Ein Schild ist er denen, die bei ihm [ihre] Zuflucht suchen.
$30/6$ Fge zu seinen Worten nichts hinzu, damit er dich nicht
berfhrt und du als Lgner dastehst! $30/7$ Zweierlei erbitte
ich von dir; verweigere es mir nicht, bevor ich sterbe: $30/8$
Gehaltloses und Lgenwort halte von mir fern! Armut und Reichtum
gib mir nicht, la mich das Brot, das ich brauche, genieen,
$30/9$ damit ich nicht, satt geworden, leugne und sage: Wer ist
[denn] der HERR? - und damit ich nicht, arm geworden, stehle und
mich vergreife an dem Namen meines Gottes! $30/10$ Verleumde
einen Sklaven nicht bei seinem Herrn, damit er dir nicht flucht
und du es ben mut! $30/11$ Eine Generation, die dem Vater
flucht und die Mutter nicht segnet; $30/12$ eine Generation, die
in ihren Augen rein ist und doch nicht gewaschen von ihrem
Unflat; $30/13$ eine Generation - wie hochmtig ihre Augen und
berheblich ihre Wimpern -; $30/14$ eine Generation, deren Zhne
Schwerter sind und Messer ihr Gebi, um wegzufressen die Elenden
von der Erde und die Armen weg aus der Mitte der Menschheit!
$30/15$ Der Blutegel hat zwei Tchter: Gib her, gib her! Drei
sind es, die nicht satt werden, vier, die nicht sagen: Genug!
$30/16$ Der Scheol und der verschlossene Mutterleib, die Erde,
die an Wasser nie satt wird, und das Feuer, das nie sagt: Genug!
$30/17$ Ein Auge, das den Vater verspottet und den Gehorsam
gegen die Mutter verachtet, aushacken werden es die Raben am
Bach und auffressen die jungen Adler. $30/18$ Drei sind es, die
mir zu wunderbar sind, und vier, die ich nicht erkenne: $30/19$
Der Weg des Adlers am Himmel, der Weg einer Schlange auf dem
Felsen, der Weg eines Schiffes im Herzen des Meeres und der Weg
eines Mannes mit einem Mdchen. - $30/20$ So ist der Weg einer
ehebrecherischen Frau: Sie it und wischt ihren Mund und sagt:
Ich habe nichts Unrechtes getan! $30/21$ Unter dreien erbebt die
Erde, und unter vieren kann sie es nicht aushalten: $30/22$
Unter einem Sklaven, wenn er Knig wird, und einem trichten
Menschen, wenn er sich an Brot satt essen kann, $30/23$ unter
einer Verschmhten, wenn sie geheiratet wird, und einer Magd,
wenn sie ihre Herrin [aus dem Besitz] verdrngt. $30/24$ Vier
sind die Kleinen der Erde, und doch sind sie wohlerfahrene
Weise: $30/25$ Die Ameisen, ein nicht starkes Volk, und doch
bereiten sie im Sommer ihre Speise, $30/26$ die Klippdachse, ein
nicht krftiges Volk, und doch legen sie im Felsen ihre
Wohnungen an; $30/27$ die Heuschrecken haben keinen Knig, und
doch ziehen sie allesamt aus in geordneten Scharen; $30/28$ die
Eidechse kannst du mit Hnden fangen, und doch ist sie in
Knigspalsten. $30/29$ Drei sind es, die stattlich schreiten,
und vier, die stattlich einhergehen: $30/30$ Der Lwe, der Held
unter den Tieren, der vor niemandem kehrtmacht, $30/31$ der
Hahn, der stolziert, und der Ziegenbock und ein Knig, bei dem
der Heerbann ist. $30/32$ Ob du tricht gehandelt hast, indem du
dich erhobst, oder [ob du] berlegt gehandelt hast - die Hand
auf den Mund! $30/33$ Denn das Pressen der Milch bringt Butter
hervor, und das Pressen der Nase bringt Blut hervor, und das
Pressen des Zornes bringt Streit hervor.

\31\

$31/1$ Worte Lemuels, des Knigs von Massa, mit denen seine
Mutter ihn unterwies: $31/2$ Was, mein Sohn was, Lemuel, mein
Erstgeborener, soll ich dir sagen und was, du Sohn meines
Leibes, und was, du Sohn meiner Gelbde? $31/3$ Gib nicht den
Frauen deine Kraft, noch deine Wege denen, die Knige
auslschen. $31/4$ Nicht fr Knige [ziemt es sich], Lemuel,
nicht fr Knige, Wein zu trinken, noch fr Frsten [zu fragen]:
Wo ist Rauschtrank? $31/5$ Sonst trinkt einer und vergit, was
vorgeschrieben ist, und verndert den Rechtsanspruch aller
Elenden. - $31/6$ Gebt Rauschtrank dem Mutlosen und Wein den
Verbitterten! $31/7$ Ein solcher mag trinken und seine Armut
vergessen und an seine Mhsal nicht mehr denken. $31/8$ ffne
deinen Mund fr den Stummen, fr den Rechtsanspruch aller
Schwachen! $31/9$ ffne deinen Mund, richte gerecht und schaffe
Recht dem Elenden und Armen! $31/10$ Eine tchtige Frau - wer
findet sie? Weit ber Korallen geht ihr Wert. $31/11$ Ihr
vertraut das Herz ihres Mannes, und an Ausbeute wird es ihm
nicht fehlen. $31/12$ Sie erweist ihm Gutes und nichts Bses
alle Tage ihres Lebens. $31/13$ Sie kmmert sich um Wolle und
Flachs und arbeitet dann mit Lust ihrer Hnde. $31/14$ Sie
gleicht Handelsschiffen, von weit her holt sie ihr Brot herbei.
$31/15$ Und sie steht auf, wenn es noch Nacht ist, und gibt
Speise ihrem Haus und das Angemessene ihren Mgden. $31/16$ Sie
hlt Ausschau nach einem Feld und erwirbt es; von der Frucht
ihrer Hnde pflanzt sie einen Weinberg. $31/17$ Sie grtet ihre
Lenden mit Kraft und macht ihre Arme stark. $31/18$ Sie merkt,
da ihr Erwerb gut ist; [auch] nachts erlischt ihre Lampe nicht.
$31/19$ Sie streckt ihre Hnde aus nach der Spinnrolle, und ihre
Finger ergreifen die Spindel. $31/20$ Ihre Hand ffnet sie dem
Elenden und streckt ihre Hnde dem Armen entgegen. $31/21$ Nicht
frchtet sie fr ihr Haus den Schnee, denn ihr ganzes Haus ist
in Karmesin[stoffe] gekleidet. $31/22$ Decken macht sie sich;
Byssus und roter Purpur sind ihr Gewand. $31/23$ Ihr Mann ist
bekannt in den Toren, wenn er Sitzung hlt mit den ltesten des
Landes. $31/24$ [Kostbare] Hemden macht sie und verkauft sie,
und Grtel liefert sie dem Kaufmann. $31/25$ Kraft und Hoheit
sind ihr Gewand, und [unbekmmert] lacht sie dem nchsten Tag
zu. $31/26$ Ihren Mund ffnet sie mit Weisheit, und freundliche
Weisung ist auf ihrer Zunge. $31/27$ Sie berwacht die Vorgnge
in ihrem Haus, und das Brot der Faulheit it sie nicht. $31/28$
Es treten ihre Shne auf und preisen sie glcklich, ihr Mann
[tritt auf] und rhmt sie: $31/29$ Viele Tchter haben sich als
tchtig erwiesen, du aber bertriffst sie alle! $31/30$
Trgerisch ist Anmut und nichtig die Schnheit; eine Frau
[aber], die den HERRN frchtet, die soll man rhmen. $31/31$
Gebt ihr von der Frucht ihrer Hnde, und in den Toren sollen
ihre Werke sie rhmen!




