Jeftahs Sieg ber die Ephraimiter.

\12\

$12/1$ Und die Mnner von Ephraim wurden zusammengerufen und
zogen hinber nach Norden. Und sie sagten zu Jeftah: Warum bist
du hinbergezogen, um gegen die Shne Ammon zu kmpfen, und hast
uns nicht gerufen, mit dir zu gehen? Wir werden dein Haus ber
dir mit Feuer verbrennen! $12/2$ Da sagte Jeftah zu ihnen: Ich
habe einen heftigen Streit ausgefochten, ich und mein Volk, mit
den Shnen Ammon. Ich habe euch zu Hilfe gerufen, aber ihr habt
mich nicht aus ihrer Hand gerettet. $12/3$ Und als ich sah, da
du als Retter nicht da warst, legte ich mein Leben in meine
[eigene] Hand und zog hin gegen die Shne Ammon. Und der HERR
gab sie in meine Hand. Was seid ihr denn an diesem Tag gegen
mich heraufgezogen, um gegen mich zu kmpfen? $12/4$ Und Jeftah
versammelte alle Mnner von Gilead und kmpfte mit Ephraim. Und
die Mnner von Gilead schlugen Ephraim; denn die hatten gesagt:
Flchtlinge von Ephraim seid ihr! Gilead [liegt doch] mitten in
Ephraim, mitten in Manasse! $12/5$ Und Gilead nahm Ephraim die
Furten des Jordan. Und es geschah, wenn ephraimitische
Flchtlinge sagten: La mich hinbergehen! - dann sagten die
Mnner von Gilead zu ihm: Bist du ein Ephraimiter? Und sagte er:
Nein! - $12/6$ so sprachen sie zu ihm: Sag mal: Schibbolet! Und
sagte er: Sibbolet! - und brachte es nicht fertig, richtig zu
sprechen, dann packten sie ihn und schlachteten ihn an den
Furten des Jordan. So fielen in jener Zeit von Ephraim 42 000
[Mann].

$12/7$ Und Jeftah richtete Israel sechs Jahre. Und Jeftah, der
Gileaditer, starb und wurde in einer der Stdte Gileads
begraben.

Richter Ibzan, Elon und Abdon.

vgl. Kap. 10,1-5.

$12/8$ Und nach ihm richtete Israel Ibzan von Bethlehem. $12/9$
Und er hatte dreiig Shne. Dreiig Tchter entlie er nach
auswrts, und dreiig Tchter holte er von auswrts fr seine
Shne herein. Und er richtete Israel sieben Jahre. $12/10$ Und
Ibzan starb und wurde in Bethlehem begraben.

$12/11$ Und nach ihm richtete Israel Elon, der Sebuloniter. Er
richtete Israel zehn Jahre. $12/12$ Und Elon, der Sebuloniter,
starb und wurde in Ajalon im Land Sebulon begraben.

$12/13$ Und nach ihm richtete Israel Abdon, der Sohn Hillels,
der Piratoniter. $12/14$ Und er hatte vierzig Shne und dreiig
Enkel, die auf siebzig Eseln ritten. Und er richtete Israel acht
Jahre. $12/15$ Und Abdon, der Sohn Hillels, der Piratoniter,
starb und wurde in Piraton begraben, im Land Ephraim, auf dem
Amalekiterberg.

Simsons Geburt.

\13\

$13/1$ Und die Shne Israel taten weiter, was bse war in den
Augen des HERRN. Da gab sie der HERR vierzig Jahre in die Hand
der Philister.

$13/2$ Da war nun ein Mann aus Zora, von einer Sippe der
Daniter, sein Name war Manoach. Seine Frau aber war unfruchtbar
und gebar nicht. $13/3$ Und der Engel des HERRN erschien der
Frau und sprach zu ihr: Sieh doch, du bist unfruchtbar und
gebierst nicht; aber du wirst schwanger werden und einen Sohn
gebren. $13/4$ Und nun, hte dich doch und trinke weder Wein
noch Rauschtrank und i ja nichts Unreines! $13/5$ Denn siehe,
du wirst schwanger werden und einen Sohn gebren. Ein
Schermesser soll nicht auf sein Haupt kommen, denn ein Nasirer
Gottes soll der Junge sein von Mutterleib an. Er wird anfangen,
Israel aus der Hand der Philister zu retten.

$13/6$ Und die Frau kam und sprach zu ihrem Mann und sagte: Ein
Mann Gottes ist zu mir gekommen, und sein Aussehen war wie das
Aussehen des Engels Gottes, sehr furchtbar. Ich habe ihn aber
nicht gefragt, woher er sei, und seinen Namen hat er mir nicht
genannt. $13/7$ Und er sagte zu mir: Siehe, du wirst schwanger
werden und einen Sohn gebren. Und nun, trinke weder Wein noch
Rauschtrank und i nichts Unreines; denn ein Nasirer Gottes
soll der Junge sein vom Mutterleib an bis zum Tag seines Todes.
$13/8$ Da betete Manoach zu dem HERRN und sagte: Bitte, Herr,
der Mann Gottes, den du gesandt hast, mge doch noch einmal zu
uns kommen und uns lehren, was wir tun sollen mit dem Jungen,
der geboren werden soll. $13/9$ Und Gott hrte auf die Stimme
Manoachs. Und der Engel Gottes kam noch einmal zu der Frau, als
sie gerade auf dem Feld sa und Manoach, ihr Mann, nicht bei ihr
war. $13/10$ Da beeilte sich die Frau, lief, berichtete es ihrem
Mann und sagte zu ihm: Siehe, der Mann ist mir erschienen, der
an jenem Tag zu mir gekommen ist! $13/11$ Da machte sich Manoach
auf und folgte seiner Frau. Und er kam zu dem Mann und sagte zu
ihm: Bist du der Mann, der zu der Frau geredet hat? Er sagte:
Ich bin es. $13/12$ Und Manoach sagte: Nun, [wenn] dein Wort
eintrifft, was soll die [Lebens]weise des Jungen und sein Tun
sein? $13/13$ Da sprach der Engel des HERRN zu Manoach: Vor
allem, was ich der Frau gesagt habe, soll sie sich hten.
$13/14$ Von allem, was vom Weinstock kommt, soll sie nicht
essen, und Wein und Rauschtrank soll sie nicht trinken, und sie
soll nichts Unreines essen. Alles, was ich ihr geboten habe,
soll sie beachten.

$13/15$ Und Manoach sagte zu dem Engel des HERRN: Wir htten
dich gern zurckgehalten und dir ein Ziegenbckchen zubereitet.
$13/16$ Doch der Engel des HERRN sprach zu Manoach: Wenn du mich
auch aufhieltest, ich wrde nicht von deinem Brot essen. Willst
du aber ein Brandopfer zubereiten, opfere es dem HERRN! Manoach
hatte nmlich nicht erkannt, da es der Engel des HERRN war.
$13/17$ Da sagte Manoach zum Engel des HERRN: Wie ist dein Name?
Wenn dein Wort eintrifft, mchten wir dich ehren. $13/18$ Doch
der Engel des HERRN sprach zu ihm: Warum fragst du denn nach
meinem Namen? Er ist zu wunderbar! $13/19$ Da nahm Manoach das
Ziegenbckchen und das Speisopfer und opferte es dem HERRN auf
dem Felsen. Er aber vollbrachte Wunderbares, und Manoach und
seine Frau sahen zu. $13/20$ Es geschah nmlich, als die Flamme
vom Altar zum Himmel emporstieg, da fuhr der Engel des HERRN in
der Flamme des Altars hinauf. Manoach aber und seine Frau sahen
zu und fielen auf ihr Gesicht zur Erde. $13/21$ Der Engel des
HERRN aber erschien Manoach und seiner Frau danach nicht mehr.
Da [erst] erkannte Manoach, da es der Engel des HERRN war.
$13/22$ Und Manoach sagte zu seiner Frau: Ganz sicher mssen wir
[jetzt] sterben, denn wir haben Gott gesehen! $13/23$ Aber seine
Frau sagte zu ihm: Wenn es dem HERRN gefallen htte, uns zu
tten, so htte er aus unserer Hand nicht Brandopfer und
Speisopfer angenommen, und er htte uns nicht dies alles sehen
lassen und uns jetzt nicht so etwas hren lassen.

$13/24$ Und die Frau gebar einen Sohn und gab ihm den Namen
Simson. Und der Junge wuchs heran, und der HERR segnete ihn.
$13/25$ Und der Geist des HERRN fing an, ihn zu treiben in
Machaneh-Dan zwischen Zora und Eschtaol.

Simsons Kampf mit dem Lwen, seine Hochzeit und berlistung
durch die Philister.

\14\

$14/1$ Und Simson ging nach Timna hinab. Und er sah in Timna
eine Frau von den Tchtern der Philister. $14/2$ Und er ging
[wieder] hinauf und berichtete es seinem Vater und seiner Mutter
und sagte: Ich habe in Timna eine Frau von den Tchtern der
Philister gesehen. Und nun nehmt sie mir [doch] zur Frau! $14/3$
Da sagte sein Vater zu ihm und [auch] seine Mutter: Gibt es
unter den Tchtern deiner Brder und unter meinem ganzen Volk
keine Frau, da du hingehst, eine Frau zu nehmen von den
Philistern, den Unbeschnittenen? Simson aber sagte zu seinem
Vater: Diese nimm mir, denn sie ist in meinen Augen die
richtige! $14/4$ Sein Vater und seine Mutter erkannten aber
nicht, da es von dem HERRN war; denn er suchte einen Anla bei
den Philistern. In jener Zeit herrschten nmlich die Philister
ber Israel.

$14/5$ Und Simson ging mit seinem Vater und seiner Mutter nach
Timna hinab. Als sie nun an die Weinberge von Timna kamen,
siehe, da [sprang] ein Junglwe brllend ihm entgegen. $14/6$ Da
kam der Geist des HERRN ber ihn. Und er zerri ihn, wie man ein
Bckchen zerreit; und er hatte gar nichts in seiner Hand. Aber
seinem Vater und seiner Mutter erzhlte er nicht, was er getan
hatte. $14/7$ Und er ging hinab und redete zu der Frau, und sie
war die richtige in den Augen Simsons. $14/8$ Und nach einiger
Zeit kehrte er zurck, um sie zu nehmen. Und er bog [vom Weg]
ab, um nach dem Kadaver des Lwen zu sehen, und siehe, da war
ein Bienenschwarm in dem Krper des Lwen und Honig. $14/9$ Den
lste er heraus, [nahm ihn] in seine Hnde und ging weiter,
wobei er im Gehen a. Und er ging zu seinem Vater und zu seiner
Mutter und gab ihnen, und sie aen. Aber er erzhlte ihnen
nicht, da er den Honig aus dem Krper des Lwen herausgelst
hatte.

$14/10$ Und sein Vater ging zu der Frau hinab, und Simson
veranstaltete dort ein Festmahl; denn so pflegten es die jungen
Mnner zu tun. $14/11$ Und es geschah, als sie ihn sahen, da
nahmen sie dreiig [Braut]begleiter; die waren bei ihm. $14/12$
Da sagte Simson zu ihnen: Ich will euch einmal ein Rtsel
aufgeben. Wenn ihr es mir in den sieben Tagen des Festmahles
richtig lst und es herausfindet, dann werde ich euch dreiig
Hemden und dreiig Festkleider geben. $14/13$ Wenn ihr es mir
aber nicht lsen knnt, dann mt ihr mir dreiig Hemden und
dreiig Festkleider geben. Da sagten sie zu ihm: Gib dein Rtsel
auf, wir wollen hren! $14/14$ Und er sagte zu ihnen:

Aus dem Fresser kam Fra, und aus dem Starken kam Ses.

Sie aber konnten das Rtsel nicht lsen drei Tage lang. $14/15$
Und es geschah am vierten Tag, da sagten sie zu Simsons Frau:
Betre deinen Mann, da er uns das Rtsel lst, sonst verbrennen
wir dich und das Haus deines Vaters mit Feuer! Habt ihr uns
eingeladen, um uns [aus unserm Besitz] zu vertreiben? Ist es
nicht so? $14/16$ Da weinte Simsons Frau bei ihm und sagte: Du
hat mich nur und liebst mich nicht. Den Shnen meines Volkes
hast du das Rtsel aufgegeben, aber mir hast du es nicht
erzhlt. Er aber sagte zu ihr: Siehe, meinem Vater und meiner
Mutter habe ich es nicht erzhlt, da sollte ich es dir erzhlen?
$14/17$ Doch sie weinte bei ihm die sieben Tage, an denen sie
das Festmahl hielten. Und es geschah am siebten Tag, da erzhlte
er ihr [die Lsung des Rtsels], weil sie ihn drngte, und sie
erzhlte das Rtsel den Shnen ihres Volkes. $14/18$ Da sagten
die Mnner der Stadt zu ihm am siebten Tag, bevor die Sonne
unterging: Was ist ser als Honig, und was ist strker als der
Lwe? Er sagte zu ihnen:

Wenn ihr nicht mit meinem Kalb gepflgt httet, dann httet ihr
mein Rtsel nicht herausgefunden.

$14/19$ Und der Geist des HERRN kam ber ihn. Und er ging hinab
nach Aschkelon und erschlug dreiig Mann von ihnen und zog ihnen
die Ausrstung aus und gab die Festkleider denen, die das Rtsel
gelst hatten. Und sein Zorn entbrannte, so da er ins Haus
seines Vaters hinaufging. $14/20$ Simsons Frau aber wurde einem
seiner [Braut]begleiter gegeben, der ihm als Brautfhrer gedient
hatte.

Simsons Rache: Brand des Getreides.

\15\

$15/1$ Und es geschah nach einiger Zeit, in den Tagen der
Weizenernte, da suchte Simson seine Frau mit einem
Ziegenbckchen auf, und er sagte: Ich will zu meiner Frau in die
Kammer hineingehen. Aber ihr Vater gestattete ihm nicht
hineinzugehen. $15/2$ Und ihr Vater sagte: Ich habe fest
angenommen, da du sie nur noch hassen wrdest, da habe ich sie
deinem [Braut]begleiter gegeben. Ist nicht ihre jngere
Schwester schner als sie? Sie soll dir an ihrer Stelle gehren.
$15/3$ Da sagte Simson zu ihnen: Diesmal bin ich ohne Schuld an
den Philistern, wenn ich ihnen bles tue. $15/4$ Und Simson ging
hin und fing dreihundert Fchse. Und er nahm Fackeln und kehrte
Schwanz zu Schwanz und befestigte eine Fackel zwischen je zwei
Schwnzen in der Mitte. $15/5$ Dann zndete er die Fackeln mit
Feuer an, lie [die Fchse] los in das stehende Getreide der
Philister und steckte [alles] in Brand vom Garbenhaufen bis zum
stehenden Getreide, ja, bis zum Weinberg [und] Olivenbaum.
$15/6$ Da sagten die Philister: Wer hat das getan? Und man
sagte: Simson, der Schwiegersohn des Timniters, weil er ihm
seine Frau weggenommen und sie seinem [Braut]begleiter gegeben
hat. Da zogen die Philister hinauf und verbrannten sie und ihren
Vater mit Feuer. $15/7$ Und Simson sagte zu ihnen: Wenn ihr es
so macht - erst wenn ich mich an euch gercht habe, [erst]
danach will ich aufhren! $15/8$ Und er schlug sie grndlich
zusammen - ein gewaltiger Schlag. Und er ging hinab und blieb in
der Felsspalte von Etam.

Simson erschlgt tausend Philister.

$15/9$ Und die Philister zogen herauf und lagerten in Juda und
breiteten sich in Lehi aus. $15/10$ Da sagten die Mnner von
Juda: Warum seid ihr gegen uns heraufgezogen? Sie sagten: Um
Simson zu binden, sind wir heraufgezogen, um ihm zu tun, wie er
uns getan hat. $15/11$ Da zogen dreitausend Mann von Juda zur
Felsspalte von Etam hinab und sagten zu Simson: Weit du nicht,
da die Philister ber uns herrschen? Was hast du uns da
angetan? Er sagte zu ihnen: Wie sie mir getan, so habe ich ihnen
getan. $15/12$ Da sagten sie zu ihm: Um dich zu binden, sind wir
herabgekommen, um dich in die Hand der Philister auszuliefern.
Simson sagte zu ihnen: Schwrt mir, da nicht ihr selber ber
mich herfallen werdet! $15/13$ Und sie sagten zu ihm: Nein,
sondern wir wollen dich nur binden und dich in ihre Hand
ausliefern, aber tten wollen wir dich nicht. So banden sie ihn
mit zwei neuen Stricken und fhrten ihn vom Felsen herauf.

$15/14$ Als er nach Lehi kam, da jauchzten ihm die Philister
entgegen. Aber der Geist des HERRN kam ber ihn, da wurden die
Stricke, die an seinen Armen waren, wie Flachsfden, die vom
Feuer versengt sind, und seine Fesseln schmolzen von seinen
Hnden weg. $15/15$ Und er fand einen frischen Eselskinnbacken,
und er streckte seine Hand aus, nahm ihn und erschlug damit
tausend Mann. $15/16$ Und Simson sprach:

Mit dem Eselskinnbacken [schlug ich] einen Haufen, zwei Haufen!
Mit dem Eselskinnbacken erschlug ich tausend Mann!

$15/17$ Und es geschah, als er ausgeredet hatte, warf er den
Kinnbacken aus seiner Hand. Und man nannte jenen Ort Ramat-Lehi.

$15/18$ Und er hatte groen Durst. Da rief er zu dem HERRN und
sagte: Du hast durch die Hand deines Knechtes diese groe
Rettung gegeben, nun aber mu ich vor Durst sterben und in die
Hand der Unbeschnittenen fallen! $15/19$ Da spaltete Gott die
Hhlung, die bei Lehi ist, so da Wasser aus ihr hervorkam. Und
er trank, und sein Geist kehrte zurck, und er lebte [wieder]
auf. Daher gab man ihr den Namen: Quelle des Rufenden; die ist
bei Lehi bis auf diesen Tag.

$15/20$ Und er richtete Israel in den Tagen der Philister
zwanzig Jahre.

Simson zu Gaza.

\16\

$16/1$ Und Simson ging nach Gaza. Dort sah er eine Hure und ging
zu ihr hinein. $16/2$ [Das berichtete man] den Gazitern und
sagte: Simson ist hierhergekommen. Da umstellten sie ihn und
lauerten ihm die ganze Nacht im Stadttor auf. Und sie verhielten
sich die ganze Nacht still und sagten: Bis der Morgen hell wird,
dann wollen wir ihn erschlagen. $16/3$ Und Simson lag bis
Mitternacht. Um Mitternacht aber stand er auf und packte die
Flgel des Stadttores und die beiden Pfosten und ri sie samt
dem Riegel heraus und legte sie auf seine Schultern. Und er trug
sie auf den Gipfel des Berges, der nach Hebron zu [liegt].

Simson bei Delila - Sein Fall.

$16/4$ Und es geschah danach, da gewann er eine Frau im Tal
Sorek lieb, ihr Name war Delila. $16/5$ Da gingen die Frsten
der Philister zu ihr hinauf und sagten zu ihr: Betre ihn und
sieh, wodurch seine Kraft so gro ist und wodurch wir ihn
berwltigen knnen, da wir ihn binden, um ihn zu bezwingen!
Wir wollen dir jeder 1 100 [Schekel] Silber geben. $16/6$ Da
sagte Delila zu Simson: Vertrau mir doch an, wodurch deine Kraft
so gro ist und womit man dich binden mu, um dich zu bezwingen!
$16/7$ Und Simson sagte zu ihr: Wenn man mich mit sieben
frischen Sehnen bindet, die nicht ausgetrocknet sind, dann werde
ich schwach werden und wie ein anderer Mensch sein. $16/8$ Da
brachten die Frsten der Philister sieben frische Sehnen, die
nicht ausgetrocknet waren, zu ihr hinauf. Und sie band ihn
damit, $16/9$ whrend die Lauernden bei ihr in der Kammer saen.
Und sie sagte zu ihm: Philister ber dir, Simson! Da zerri er
die Sehnen, wie ein Faden aus Werg zerreit, wenn es Feuer
riecht. So wurde seine Kraft nicht erkannt.

$16/10$ Da sagte Delila zu Simson: Siehe, du hast mich getuscht
und Lgen zu mir geredet. Vertrau mir doch jetzt, womit man dich
binden mu! $16/11$ Er sagte zu ihr: Wenn man mich ganz fest mit
neuen Stricken, mit denen keine Arbeit getan worden ist, bindet,
dann werde ich schwach werden und wie ein anderer Mensch sein.
$16/12$ Da nahm Delila neue Stricke und band ihn damit. Dann
sagte sie zu ihm, whrend [wieder] die Lauernden in der Kammer
saen: Philister ber dir, Simson! Da ri er sie von seinen
Armen wie einen Faden.

$16/13$ Da sagte Delila zu Simson: Bisher hast du mich getuscht
und Lgen zu mir geredet. Vertrau mir [doch endlich], womit man
dich binden mu! Er sagte zu ihr: Wenn du die sieben
Haarflechten meines Kopfes mit den Kettfden [am Webstuhl]
verwebtest. $16/14$ Und sie machte sie mit dem Pflock fest und
sagte zu ihm: Philister ber dir, Simson! Da wachte er aus
seinem Schlaf auf und ri den Webepflock und die Kettfden
heraus.

$16/15$ Da sagte sie zu ihm: Wie kannst du sagen: Ich habe dich
lieb! - wo doch dein Herz nicht mit mir ist? Dreimal hast du
mich jetzt getuscht und mir nicht anvertraut, wodurch deine
Kraft so gro ist. $16/16$ Und es geschah, als sie ihn alle Tage
mit ihren Worten bedrngte und ihn plagte, da wurde seine Seele
es zum Sterben leid, $16/17$ und er vertraute ihr sein ganzes
Herz an und sagte zu ihr: Nie ist ein Schermesser auf mein Haupt
gekommen, denn ein Nasirer Gottes bin ich von Mutterleib an.
Wenn ich geschoren werde, dann weicht meine Kraft von mir, und
ich werde schwach wie jeder [andere] Mensch sein.

$16/18$ Und als Delila sah, da er ihr sein ganzes Herz
anvertraut hatte, sandte sie hin und rief die Frsten der
Philister und [lie ihnen] sagen: Diesmal kommt herauf, denn er
hat mir sein ganzes Herz anvertraut! Da kamen die Frsten der
Philister zu ihr herauf, und in ihrer Hand brachten sie das Geld
mit. $16/19$ Und sie lie ihn auf ihren Knien einschlafen. Dann
rief sie den Mann und lie die sieben Haarflechten seines
Hauptes abscheren. So begann sie, ihn zu bezwingen, und seine
Kraft wich von ihm. $16/20$ Und sie sagte: Philister ber dir,
Simson! Da wachte er auf von seinem Schlaf und sagte [sich]: Ich
werde davonkommen, wie es Mal fr Mal [gelang], und werde mich
freischtteln. Er wute aber nicht, da der HERR von ihm
gewichen war. $16/21$ Und die Philister packten ihn und stachen
ihm die Augen aus. Und sie fhrten ihn nach Gaza hinab und
banden ihn mit ehernen Fesseln, und er mute im Gefngnis die
Mhle drehen. $16/22$ Aber das Haar seines Hauptes begann
[wieder] zu wachsen, nachdem es geschoren worden war.

Simsons Rache und Tod.

$16/23$ Und die Frsten der Philister versammelten sich zu einem
Freudenfest, um ihrem Gott Dagon ein groes Schlachtopfer
darzubringen. Denn sie sagten: Unser Gott hat Simson, unseren
Feind, in unsere Hand gegeben. $16/24$ Und als das Volk ihn sah,
lobten sie ihren Gott. Denn sie sagten: Unser Gott hat unseren
Feind in unsere Hand gegeben, den, der unser Land verheerte, und
den, der unsere Erschlagenen zahlreich machte. $16/25$ Und es
geschah, als ihr Herz frhlich war, sagten sie: Ruft Simson
herbei, er soll fr uns Spe machen! Und sie riefen Simson aus
dem Gefngnis, und er mute vor ihnen Spe machen. Und sie
stellten ihn zwischen die Sulen. $16/26$ Und Simson sagte zu
dem Jungen, der ihn an der Hand hielt: La mich, da ich die
Sulen betaste, auf denen das Haus ruht. Ich will mich an sie
lehnen. $16/27$ Das Haus war aber voll von Mnnern und Frauen,
und alle Frsten der Philister waren [ebenfalls] dort. Und auf
dem Dach waren an die dreitausend Mnner und Frauen, die
zusahen, wie Simson Spe machen mute. $16/28$ Da rief Simson
zu dem HERRN und sagte: Herr, HERR! Denke doch an mich und
strke mich doch nur diesmal [noch], o Gott, damit ich Rache
nehmen kann an den Philistern - eine Rache [nur] fr meine
beiden Augen! $16/29$ Dann umfate Simson die beiden
Mittelsulen, auf denen das Haus ruhte, stemmte sich gegen sie -
[gegen] die eine mit seiner Rechten und [gegen] die andere mit
seiner Linken. $16/30$ Und Simson sagte: Meine Seele sterbe mit
den Philistern! Und er beugte sich mit [aller] Kraft. Da fiel
das Haus auf die Frsten und auf alles Volk, das darin war. So
waren die Toten, die er mit seinem Tod ttete, zahlreicher als
die, die er in seinem Leben gettet hatte. $16/31$ Und seine
Brder und das ganze Haus seines Vaters kamen herab und hoben
ihn auf. Und sie brachten [ihn] hinauf und begruben ihn zwischen
Zora und Eschtaol im Grab seines Vaters Manoach. Er hatte aber
Israel zwanzig Jahre gerichtet.

Michas Bilderdienst.

\17\

$17/1$ Und es war ein Mann vom Gebirge Ephraim, sein Name war
Micha. $17/2$ Der sagte zu seiner Mutter: Die 1 100
Silberstcke, die dir genommen worden sind und derentwegen du
einen Fluch ausgestoen und ihn auch vor meinen Ohren
ausgesprochen hast, - siehe, das Silber ist bei mir. Ich selbst
habe es genommen. Da sagte seine Mutter: Sei gesegnet dem HERRN,
mein Sohn! $17/3$ Und er gab die 1 100 Silberstcke seiner
Mutter zurck. Und seine Mutter sagte: Hiermit erklre ich nun
das Silber als heilig fr den HERRN! Fr meinen Sohn [gehe es]
aus meiner Hand, damit man ein Schnitzbild und ein Gubild
[davon] mache! Und jetzt gebe ich es dir zurck. $17/4$ Aber er
gab das Silber seiner Mutter zurck. Und seine Mutter nahm
zweihundert Silberstcke und gab sie dem Goldschmied, und der
machte davon ein Schnitzbild und ein Gubild; das war nun in
Michas Haus. $17/5$ So hatte der Mann Micha ein Gotteshaus. Und
er machte ein Ephod und Teraphim und weihte einen von seinen
Shnen; der wurde sein Priester.

$17/6$ In jenen Tagen war kein Knig in Israel. Jeder tat, was
recht war in seinen Augen.

$17/7$ Nun war da ein junger Mann aus Bethlehem [in] Juda, aus
einer Sippe [in] Juda; der war ein Levit, und er wohnte als
Fremder dort. $17/8$ Und der Mann zog aus der Stadt, aus
Bethlehem [in] Juda fort, um als Fremder zu wohnen, wo er es
[gerade] trfe. Und indem er seinen Weg zog, kam er ins Gebirge
Ephraim zum Haus Michas. $17/9$ Und Micha sagte zu ihm: Woher
kommst du? Er sagte zu ihm: Ich bin ein Levit aus Bethlehem [in]
Juda. Ich bin auf der Wanderschaft, um als Fremder zu wohnen, wo
ich es [gerade] treffen werde. $17/10$ Da sagte Micha zu ihm:
Bleibe bei mir und werde mir zum Vater und zum Priester! Und ich
will dir jhrlich zehn Silberstcke geben und Ausrstung an
Kleidern und deinen Lebensunterhalt. Da ging der Levit [zu ihm
hinein]. $17/11$ Und der Levit entschlo sich, bei dem Mann zu
bleiben. Und fr den wurde der junge Mann wie einer seiner
Shne. $17/12$ Und Micha weihte den Leviten. Und der junge Mann
wurde sein Priester und war [fr immer] im Haus Michas. $17/13$
Und Micha sagte: Jetzt wei ich, da der HERR mir Gutes tun
wird, denn ich habe den Leviten zum Priester.

Raub des Heiligtums Michas und Eroberung von Lajisch durch den
Stamm Dan.

\18\

$18/1$ In jenen Tagen gab es keinen Knig in Israel. Und in
jenen Tagen suchte sich der Stamm der Daniter ein Erbteil zum
Wohnen; denn bis zu jenem Tag war ihm mitten unter den Stmmen
Israels nichts als Erbteil zugefallen. $18/2$ Und die Shne Dan
sandten fnf Mnner aus ihrer Sippe, aus ihrer Gesamtheit,
tapfere Mnner aus Zora und aus Eschtaol, um das Land
auszukundschaften und es zu erforschen. Und sie sagten zu ihnen:
Geht hin, erforscht das Land! Und sie kamen in das Gebirge
Ephraim zum Haus Michas und bernachteten dort. $18/3$ Als sie
beim Haus Michas waren, erkannten sie die Mundart des jungen
Mannes, des Leviten. Und sie bogen dahin ab und sagten zu ihm:
Wer hat dich hierhergebracht? Und was tust du hier? Und was hast
du hier? $18/4$ Und er sagte zu ihnen: So und so hat Micha mir
getan. Und er hat mich in Lohn genommen, und ich bin sein
Priester geworden. $18/5$ Da sagten sie zu ihm: Befrage doch
Gott, damit wir erkennen, ob unser Weg, auf dem wir gehen, zum
Ziel fhrt! $18/6$ Da sagte der Priester zu ihnen: Geht in
Frieden! Vor dem HERRN [liegt] euer Weg, auf dem ihr geht.
$18/7$ Und die fnf Mnner gingen hin und kamen nach Lajisch.
Und sie sahen das Volk, das darin war, in Sicherheit wohnen,
nach Art der Sidonier, ruhig und arglos. Und es gab keinen, der
einem irgend etwas zuleide tat im Land, [oder] der [fremdes]
Vermgen in Besitz genommen htte. Und sie waren [weit] entfernt
von den Sidoniern und hatten mit den Aramern nichts zu tun. -
$18/8$ Und sie kamen [zurck] zu ihren Brdern nach Zora und
Eschtaol. Und ihre Brder sagten zu ihnen: Was [bringt] ihr?
$18/9$ Sie sagten: Macht euch auf und lat uns gegen sie
hinaufziehen! Denn wir haben uns das Land angesehen, und siehe,
es ist sehr gut. Und ihr bleibt [noch] unttig? Seid nicht trge
zu gehen, um hinzukommen, das Land in Besitz zu nehmen! $18/10$
Wenn ihr hinkommt, werdet ihr zu einem arglosen Volk kommen, und
das Land ist gerumig nach [allen] Seiten hin. Ja, Gott hat es
in eure Hand gegeben, einen Ort, wo es keinen Mangel gibt an
irgend etwas, was auf Erden ist.

$18/11$ Da brachen sechshundert Mann von dort auf, von der Sippe
der Daniter, aus Zora und aus Eschtaol, umgrtet mit Waffen.
$18/12$ Und sie zogen hinauf und lagerten zu Kirjat-Jearim in
Juda. Daher hat man diesen Ort Machaneh-Dan genannt bis auf
diesen Tag; siehe, er [liegt] hinter Kirjat-Jearim. $18/13$ Und
von dort zogen sie weiter ins Gebirge Ephraim und kamen zum Haus
Michas. $18/14$ Da begannen die fnf Mnner, die gegangen waren,
das Land Lajisch auszukundschaften, und sagten zu ihren Brdern:
Wit ihr, da in diesen Husern Ephod und Teraphim und ein
Schnitzbild und ein Gubild sind? Und nun erkennt, was ihr zu
tun habt! $18/15$ Da bogen sie dahin ab und traten in das Haus
des jungen Mannes, des Leviten, ein, in das Haus Michas, und
fragten ihn nach seinem Wohlergehen. $18/16$ Die sechshundert
mit ihren Waffen umgrteten Mnner aber, die von den Shnen Dan
waren, blieben am Eingang des Tores stehen. $18/17$ [Nur] die
fnf Mnner, die gegangen waren, das Land auszukundschaften,
stiegen hinauf, gingen dort hinein [und] nahmen das Schnitzbild
und das Ephod und die Teraphim und das Gubild. Und der Priester
und die sechshundert Mann, die mit Waffen umgrtet waren,
standen am Eingang des Tores. $18/18$ Als jene nun in Michas
Haus gingen und das Schnitzbild, das Ephod und die Teraphim und
das Gubild wegnahmen, da sagte der Priester zu ihnen: Was tut
ihr da? $18/19$ Sie sagten zu ihm: Schweig! Lege deine Hand auf
deinen Mund und geh mit uns und sei fr uns Vater und Priester!
Ist es besser fr dich, Priester zu sein fr das Haus eines
einzelnen Mannes oder Priester zu sein fr einen Stamm und fr
eine Sippe in Israel? $18/20$ Da wurde das Herz des Priesters
froh, und er nahm das Ephod und die Teraphim und das Schnitzbild
und ging mitten unter das Volk. $18/21$ Und sie wandten sich und
gingen [weiter] und stellten die Kinder und das Vieh und die
wertvollen Dinge an ihre Spitze. $18/22$ Sie hatten sich [schon
ein Stck weit] von Michas Haus entfernt, da wurden die Mnner
zusammengerufen, die in den Husern [wohnten], die beim Haus
Michas [standen], und sie holten die Shne Dan ein. $18/23$ Und
sie riefen die Shne Dan an; und diese wandten ihr Gesicht um
und sagten zu Micha: Was ist dir, da du dich hast rufen lassen?
$18/24$ Er sagte: Meine Gtter, die ich gemacht hatte, habt ihr
[mir] weggenommen und den Priester dazu, und seid weggezogen!
Was [bleibt] mir da noch? Und wie knnt ihr denn zu mir sagen:
Was ist dir? $18/25$ Aber die Shne Dan sagten zu ihm: La deine
Stimme bei uns nicht [mehr] hren, damit nicht Mnner mit
erbittertem Mut ber euch herfallen und du dein Leben verwirkst
und das Leben deines Hauses! $18/26$ Und die Shne Dan zogen
ihres Weges. Und als Micha sah, da sie strker waren als er,
wandte er sich und kehrte in sein Haus zurck.

$18/27$ Jene aber nahmen mit, was Micha gemacht hatte, dazu den
Priester, den er besa. Und sie kamen ber Lajisch, ber ein
ruhiges und argloses Volk, und schlugen es mit der Schrfe des
Schwertes; und die Stadt verbrannten sie mit Feuer. $18/28$ Und
kein Retter war da; denn die Stadt war [weit] entfernt von
Sidon, und sie hatten mit den Aramern nichts zu tun. Sie [lag]
in der Ebene, die zu Bet-Rehob gehrt. Und sie bauten die Stadt
[wieder] auf und wohnten in ihr. $18/29$ Und sie gaben der Stadt
den Namen Dan nach dem Namen ihres Vaters Dan, der dem Israel
geboren worden war; frher dagegen war Lajisch der Name der
Stadt. - $18/30$ Und die Shne Dan richteten sich das
Schnitzbild auf. Und Jonatan, der Sohn Gerschoms, des Sohnes des
Mose, er und seine Shne waren Priester fr den Stamm der
Daniter bis zum Tag der Wegfhrung [der Bevlkerung] des Landes.
$18/31$ Und sie stellten sich das Schnitzbild Michas auf, das er
gemacht hatte, all die Tage, in denen das Haus Gottes in Silo
war.

Greueltat der Benjaminiter von Gibea.

\19\

$19/1$ Und es geschah in jenen Tagen - einen Knig gab es
[damals] nicht in Israel - es geschah also, da ein levitischer
Mann am uersten Ende des Gebirges Ephraim als Fremder wohnte,
der nahm sich eine Nebenfrau aus Bethlehem [in] Juda. $19/2$ Und
seine Nebenfrau war wtend auf ihn und lief weg von ihm ins Haus
ihres Vaters nach Bethlehem [in] Juda und war dort eine
Zeitlang, [nmlich] vier Monate. $19/3$ Da machte sich ihr Mann
auf und ging ihr nach, um zu ihrem Herzen zu reden [und] sie
zurckzubringen. Und er hatte seinen Knecht und ein Paar Esel
bei sich. Sie aber fhrte ihn in das Haus ihres Vaters. Und als
der Vater der jungen Frau ihn sah, kam er ihm freudig entgegen.
$19/4$ Und sein Schwiegervater, der Vater der jungen Frau, hielt
ihn zurck, und er blieb drei Tage bei ihm. Und sie aen und
tranken und bernachteten dort. $19/5$ Und es geschah am vierten
Tag, da machten sie sich frh am Morgen auf, und er erhob sich,
um fortzugehen. Da sagte der Vater der jungen Frau zu seinem
Schwiegersohn: Strke dein Herz mit einem Bissen Brot, und
danach knnt ihr gehen! $19/6$ So blieben sie denn, aen beide
miteinander und tranken. Und der Vater der jungen Frau sagte zu
dem Mann: Tu [mir] doch den Gefallen und bleib ber Nacht und
la dein Herz frhlich sein! $19/7$ Doch der Mann erhob sich, um
fortzugehen. Da drang sein Schwiegervater in ihn, so da er
wieder dort bernachtete. $19/8$ Und am fnften Tag machte er
sich frh am Morgen auf, um fortzugehen. Da sagte der Vater der
jungen Frau: Strke doch dein Herz und verweilt, bis der Tag
sich neigt! So aen sie beide [miteinander]. $19/9$ Dann erhob
sich der Mann, um fortzugehen, er und seine Nebenfrau und sein
Knecht. Aber sein Schwiegervater, der Vater der jungen Frau,
sagte zu ihm: Sieh doch, der Tag nimmt ab, es will Abend werden.
bernachtet doch! Siehe, der Tag sinkt, bernachte hier und la
dein Herz frhlich sein! Morgen frh knnt ihr euch dann auf
euren Weg machen, und du magst zu deinem Zelt gehen. $19/10$
Aber der Mann wollte nicht bernachten, sondern erhob sich und
zog fort. Und er kam bis gegenber von Jebus, das ist Jerusalem,
und bei ihm war das Paar gesattelter Esel, und seine Nebenfrau
war bei ihm.

$19/11$ Sie waren bei Jebus, und der Tag war sehr gesunken, da
sagte der Knecht zu seinem Herrn: Komm doch und la uns in diese
Stadt der Jebusiter einkehren und darin bernachten! $19/12$
Sein Herr aber sagte zu ihm: Wir wollen nicht in einer Stadt von
Fremden einkehren, die nicht von den Shnen Israel sind, sondern
wir wollen nach Gibea hinbergehen. $19/13$ Und er sagte zu
seinem Knecht: Komm, wir wollen uns einem der Orte nhern und in
Gibea oder in Rama bernachten! $19/14$ So zogen sie vorber und
gingen weiter, aber die Sonne ging ihnen unter nahe bei Gibea,
das zu Benjamin gehrt. $19/15$ Und sie wandten sich dorthin,
da sie hineinkmen, um in Gibea zu bernachten. Und er kam
hinein und lie sich auf dem Platz der Stadt nieder, da es
niemanden gab, der sie zum bernachten ins Haus aufgenommen
htte. $19/16$ Und siehe, ein alter Mann kam von seiner Arbeit,
[spt] abends vom Feld. Der Mann war vom Gebirge Ephraim und
wohnte als Fremder in Gibea. Die Mnner des Ortes aber waren
Benjaminiter. $19/17$ Als der nun seine Augen erhob, sah er den
Wandersmann auf dem Platz der Stadt, und der alte Mann sagte:
Wohin gehst du? Und woher kommst du? $19/18$ Und er sagte zu
ihm: Wir reisen von Bethlehem [in] Juda an das uerste Ende des
Gebirges Ephraim. Von dort bin ich her, und ich war nach
Bethlehem [in] Juda gegangen, und ich gehe [nun] in mein Haus
[zurck], aber es gibt keinen, der mich in [sein] Haus aufnimmt.
$19/19$ Und wir haben sowohl Stroh als auch Futter fr unsere
Esel, und auch Brot und Wein habe ich fr mich und fr deine
Magd und fr den Diener, der bei deinen Knechten ist, [wir
haben] keinen Mangel an irgend etwas. $19/20$ Da sagte der alte
Mann: Friede [sei mit] dir! Doch, wenn es dir an etwas fehlt,
la mich fr dich sorgen. Doch auf dem Platz bernachte nicht!
$19/21$ So fhrte er ihn in sein Haus und mischte [Futter] fr
die Esel. Und sie wuschen ihre Fe und aen und tranken.

$19/22$ Als sie nun ihr Herz guter Dinge sein lieen, siehe, da
umringten die Mnner der Stadt, ruchlose Mnner, das Haus,
trommelten gegen die Tr und sagten zu dem alten Mann, dem Herrn
des Hauses: Fhre den Mann, der in dein Haus gekommen ist,
heraus, wir wollen ihn erkennen! $19/23$ Da ging der Mann, der
Herr des Hauses, zu ihnen hinaus und sagte zu ihnen: Nicht doch,
meine Brder, tut doch nichts bles! Nachdem dieser Mann in mein
Haus gekommen ist, drft ihr solch eine Schandtat nicht begehen!
$19/24$ Siehe, meine Tochter, die [noch] Jungfrau [ist] und
seine Nebenfrau, sie will ich [euch] herausbringen. Ihnen tut
Gewalt an und macht mit ihnen, was gut ist in euren Augen. Aber
an diesem Mann drft ihr so eine schwere Schandtat nicht
begehen! $19/25$ Aber die Mnner wollten nicht auf ihn hren. Da
ergriff der Mann seine Nebenfrau und fhrte sie zu ihnen hinaus
auf die Strae. Und sie erkannten sie und trieben ihren
Mutwillen mit ihr die ganze Nacht hindurch bis an den Morgen.
Und sie lieen sie gehen, als die Morgenrte aufging. $19/26$
Und die Frau kam beim Anbruch des Morgens und fiel nieder am
Eingang des Hauses des Mannes, wo ihr Herr war, [und lag dort],
bis es hell wurde. $19/27$ Und ihr Herr stand am Morgen auf,
ffnete die Tr des Hauses und trat hinaus, um seines Weges zu
gehen. Siehe, da lag die Frau, seine Nebenfrau, am Eingang des
Hauses, ihre Hnde auf der Schwelle. $19/28$ Da sagte er zu ihr:
Steh auf und la uns gehen! Aber niemand antwortete. Da nahm er
sie auf den Esel, und der Mann machte sich auf und zog an seinen
Ort. $19/29$ Und als er in sein Haus gekommen war, nahm er das
Messer, ergriff seine Nebenfrau und zerlegte sie, Glied fr
Glied, in zwlf Stcke und schickte sie ins ganze Gebiet
Israels. $19/30$ Und es geschah, jeder, der es sah, sagte: [So
etwas] wie das hier ist nicht geschehen, noch wurde es gesehen
seit dem Tag, da die Shne Israel aus dem Land gypten
heraufgezogen sind, bis zu diesem Tag. Richtet euer Herz darauf,
beratet und redet!

Krieg der brigen Stmme gegen Benjamin.

\20\

$20/1$ Und alle Shne Israel zogen aus, und die Gemeinde - von
Dan bis Beerscheba, dazu das Land Gilead - versammelte sich wie
ein Mann vor dem HERRN nach Mizpa. $20/2$ Und die Oberhupter
des ganzen Volkes traten zusammen, alle Stmme Israels, zur
Versammlung des Volkes Gottes: 400 000 Mann zu Fu, die das
Schwert zogen. $20/3$ Und die Shne Benjamin hrten, da die
Shne Israel nach Mizpa hinaufgezogen waren. Und die Shne
Israel sagten: Redet [doch]! Wie ist diese beltat geschehen?
$20/4$ Da antwortete der levitische Mann, der Mann der
ermordeten Frau und sagte: Ich war nach Gibea gekommen, das zu
Benjamin gehrt, ich und meine Nebenfrau, um [dort] zu
bernachten. $20/5$ Da erhoben sich die Brger von Gibea gegen
mich und umringten meinetwegen nachts das Haus. Mich gedachten
sie umzubringen, und meiner Nebenfrau taten sie Gewalt an, so
da sie starb. $20/6$ Da ergriff ich meine Nebenfrau, zerlegte
sie in [Stcke] und schickte sie in das ganze Gebiet des
Erbteils Israels; denn sie haben ein Verbrechen und eine
Schandtat begangen in Israel. $20/7$ Siehe, nun seid ihr alle
zusammen, Shne Israel: So bildet euch hier eine Meinung und
[schafft] Rat! $20/8$ Da stand das ganze Volk auf wie ein Mann
und sagte: Wir wollen nicht gehen, jeder in sein Zelt, und nicht
[vom Weg] abbiegen, jeder in sein Haus; $20/9$ sondern dies ist
die Sache, die wir jetzt an Gibea tun wollen: [Wir kommen] ber
es nach dem Los! $20/10$ Wir nehmen [je] zehn Mnner von hundert
aus allen Stmmen Israels und hundert von tausend und tausend
von zehntausend, da sie Wegzehrung fr das Volk holen, um bei
ihrer Ankunft an Gibea-Benjamin der ganzen Schandtat
entsprechend zu handeln, die es in Israel begangen hat. $20/11$
Und alle Mnner von Israel versammelten sich gegen die Stadt,
wie ein Mann verbndet.

$20/12$ Und die Stmme Israels sandten Mnner in den ganzen
Stamm Benjamin und [lieen] sagen: Was ist das fr eine Untat,
die unter euch geschehen ist! $20/13$ So gebt jetzt die Mnner
heraus, die Shne der Ruchlosigkeit, die in Gibea sind, da wir
sie tten und das Bse aus Israel wegschaffen! Aber die Shne
Benjamin wollten nicht auf die Stimme ihrer Brder, der Shne
Israel, hren. $20/14$ Und die Shne Benjamin versammelten sich
aus den Stdten nach Gibea, um zum Kampf mit den Shnen Israel
auszuziehen. $20/15$ Und an jenem Tag wurden die Shne Benjamin
aus den Stdten gemustert: 26 000 Mann, die das Schwert zogen,
abgesehen von den Bewohnern von Gibea; [auch] sie wurden
gemustert: 700 auserlesene Mnner. $20/16$ Unter diesem ganzen
[Kriegs]volk waren 700 auserlesene Mnner, die Linkshnder
waren. Diese alle schleuderten mit dem Stein aufs Haar [genau]
und verfehlten [ihr Ziel] nie. $20/17$ Und die Mnner von Israel
wurden gemustert, abgesehen von Benjamin: 400 000 Mann, die das
Schwert zogen; diese alle waren Kriegsmnner.

$20/18$ Und sie machten sich auf und zogen hinauf nach Bethel
und befragten Gott. Und die Shne Israel sagten: Wer von uns
soll zuerst hinaufziehen zum Kampf mit den Shnen Benjamin? Und
der HERR sprach: Juda zuerst! $20/19$ Und die Shne Israel
machten sich am Morgen auf und lagerten sich gegen Gibea.
$20/20$ Und die Mnner von Israel zogen aus zum Kampf mit
Benjamin, und die Mnner von Israel ordneten sich zur Schlacht
gegen sie, zu Gibea. $20/21$ Und die Shne Benjamin zogen aus
Gibea heraus, und sie streckten unter Israel an jenem Tag 22 000
Mann zu Boden. $20/22$ Aber das [Kriegs]volk fate [neuen] Mut,
die Mnner von Israel, und sie ordneten sich nochmals zur
Schlacht an der Stelle, wo sie sich am ersten Tag geordnet
hatten. $20/23$ Die Shne Israel waren nmlich hinaufgezogen und
hatten vor dem HERRN geweint bis zum Abend. Und sie hatten den
HERRN befragt: Soll ich nochmals ausrcken zum Kampf mit den
Shnen meines Bruders Benjamin? Und der HERR hatte gesagt: Zieht
gegen ihn hinauf!

$20/24$ Und die Shne Israel nherten sich den Shnen Benjamin
am zweiten Tag. $20/25$ Und [auch] Benjamin zog am zweiten Tag
aus Gibea heraus, ihnen entgegen, und sie streckten unter den
Shnen Israel nochmals 18 000 Mann zu Boden; diese alle zogen
das Schwert. $20/26$ Da zogen alle Shne Israel und das ganze
[Kriegs]volk hinauf und kamen nach Bethel. Und sie weinten und
saen dort vor dem HERRN und fasteten an jenem Tag bis zum
Abend; und sie opferten Brandopfer und Heilsopfer vor dem HERRN.
$20/27$ Und die Shne Israel befragten den HERRN - denn die Lade
des Bundes Gottes war in jenen Tagen dort, $20/29$ und Pinhas,
der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, stand vor ihr in jenen
Tagen - und sie sagten: Soll ich noch einmal zum Kampf mit den
Shnen meines Bruders Benjamin ausziehen, oder soll ich
aufhren? Da sprach der HERR: Zieht hinauf, denn morgen werde
ich ihn in deine Hand geben!

$20/29$ Und Israel legte [Leute in den] Hinterhalt ringsum gegen
Gibea. $20/30$ Und die Shne Israel zogen am dritten Tag hinauf
gegen die Shne Benjamin und ordneten sich [zum Kampf] gegen
Gibea wie die vorigen Male. $20/31$ Und [auch] die Shne
Benjamin zogen heraus, dem [Kriegs]volk entgegen, wurden von der
Stadt abgeschnitten und fingen an, einige vom [Kriegs]volk zu
erschlagen wie die vorigen Male - auf den Straen, von denen die
eine nach Bethel hinaufsteigt und die andere nach Gibea - im
[offenen] Feld etwa dreiig Mann von Israel. $20/32$ Da sagten
die Shne Benjamin: Sie sind vor uns geschlagen wie beim ersten
[Mal]. Die Shne Israel aber sagten: Lat uns fliehen und sie
von der Stadt abziehen zu den Straen hin! $20/33$ Da machten
sich alle Mnner von Israel von ihrer Stelle auf und ordneten
sich [neu] bei Baal-Tamar, whrend der Hinterhalt Israels aus
seiner Stellung hervorbrach, aus der Lichtung von Geba. $20/34$
Und es kamen gegenber von Gibea zehntausend auserlesene Mnner
aus ganz Israel heran, und der Kampf war schwer. Jene aber
erkannten nicht, da das Unglck sie erreicht hatte. $20/35$ Und
der HERR schlug Benjamin vor Israel, und die Shne Israel
streckten unter Benjamin an jenem Tag 25 100 Mann nieder; diese
alle zogen das Schwert.

$20/36$ Da muten die Shne Benjamin sehen, da sie geschlagen
waren.

Und die Mnner von Israel gaben Benjamin Raum, weil sie sich auf
den Hinterhalt verlieen, den sie auf Gibea zu gelegt hatten.
$20/37$ Und der Hinterhalt eilte herbei und berfiel Gibea. Und
der Hinterhalt zog hin und schlug die ganze Stadt mit der
Schrfe des Schwertes. $20/38$ Die Mnner von Israel hatten aber
eine Verabredung mit dem Hinterhalt, eine dicke Rauchwolke aus
der Stadt aufsteigen zu lassen. $20/39$ Als nun die Mnner von
Israel im Kampf kehrtmachten und Benjamin angefangen hatte,
unter den Mnnern von Israel einige zu erschlagen, etwa dreiig
Mann, so da sie sagten: Sie sind ja vollstndig vor uns
geschlagen wie im vorigen Kampf! - $20/40$ da begann die Wolke
aus der Stadt aufzusteigen als Rauchsule. Und als Benjamin sich
umwandte, siehe, da ging die ganze Stadt [in Flammen] auf zum
Himmel. $20/41$ Da machten die Mnner von Israel [wieder] kehrt.
Die Mnner von Benjamin aber waren bestrzt, denn sie sahen, da
das Unglck sie erreicht hatte. $20/42$ Und sie wandten sich
[zur Flucht] vor den Mnnern von Israel auf den Weg zur Wste;
aber die Schlacht holte sie ein. Und die, die aus den Stdten
[kamen], streckten sie in ihrer Mitte nieder. $20/43$ Sie
umzingelten Benjamin, jagten ihm nach [ohne] Rast [und] holten
es gegenber von Gibea ein, gegen Sonnenaufgang. $20/44$ So
fielen von Benjamin 18 000 Mann; diese alle waren tapfere
Mnner. $20/45$ Da wandten sie sich und flohen in die Wste zum
Felsen Rimmon. Aber die Israeliten hielten unter ihnen auf den
Straen eine Nachlese von fnftausend Mann und setzten ihnen
nach bis Gidom und erschlugen von ihnen [nochmals] zweitausend
Mann. $20/46$ Und es war [die Zahl] aller Gefallenen Benjamins
an jenem Tag 25 000 Mann, die das Schwert zogen; diese alle
waren tapfere Mnner. $20/47$ Sechshundert Mann aber wandten
sich und flohen in die Wste zum Felsen Rimmon hin; und sie
blieben am Felsen Rimmon vier Monate. - $20/48$ Und die Mnner
von Israel kehrten zu den Shnen Benjamin zurck und schlugen
sie mit der Schrfe des Schwertes, [alles] in der Stadt, [von
den] Mnnern bis zum Vieh, bis zu allem, was sich vorfand. Auch
alle die Stdte, die sich vorfanden, steckten sie in Brand.

Rettung des Restes von Benjamin.

\21\

$21/1$ Die Mnner von Israel aber hatten in Mizpa geschworen:
Niemand von uns darf seine Tochter [einem aus] Benjamin zur Frau
geben! $21/2$ Und das Volk kam nach Bethel, und sie saen dort
bis zum Abend vor Gott. Und sie erhoben ihre Stimme und brachen
in ein groes Weinen aus. $21/3$ Und sie sagten: HERR, du Gott
Israels, wozu ist dies in Israel geschehen, da heute ein
[ganzer] Stamm aus Israel fehlt? $21/4$ Und es geschah am andern
Tag, da machte sich das Volk frh auf, und sie bauten dort einen
Altar und opferten Brandopfer und Heilsopfer. $21/5$ Und die
Shne Israel sprachen: Wer ist es, der von allen Stmmen Israels
nicht in die Versammlung zu dem HERRN heraufgekommen ist? Denn
gegen den, der nicht zu dem HERRN nach Mizpa heraufkme, war der
groe Schwur ergangen, der besagte: Gettet, gettet soll er
werden! $21/6$ Und die Shne Israel hatten Mitleid mit ihrem
Bruder Benjamin und sie sagten: Heute ist ein [ganzer] Stamm von
Israel abgehauen worden! $21/7$ Was sollen wir fr sie, die
briggebliebenen, tun, [um ihnen] zu Frauen [zu verhelfen]? Wir
selbst haben ja bei dem HERRN geschworen, ihnen keine von
unseren Tchtern zur Frau zu geben. $21/8$ Und sie sagten: Wer
ist der eine von den Stmmen Israels, der nicht zu dem HERRN
nach Mizpa heraufgekommen ist? Und siehe, da war niemand von
Jabesch [in] Gilead ins Lager, in die Versammlung, gekommen.
$21/9$ Da wurde das Volk gemustert, und siehe, dort war niemand
von den Bewohnern von Jabesch [in] Gilead. $21/10$ Da sandte die
Gemeinde zwlftausend Mann von den tapferen Mnnern dorthin, und
sie befahlen ihnen: Geht hin und schlagt die Bewohner von
Jabesch [in] Gilead mit der Schrfe des Schwertes, samt den
Frauen und Kindern! $21/11$ Und das ist es, was ihr tun sollt:
An jedem Mann sowie an jeder Frau, die das Beilager eines Mannes
gekannt hat, sollt ihr den Bann vollstrecken! $21/12$ Und sie
fanden unter den Bewohnern von Jabesch [in] Gilead vierhundert
Mdchen, Jungfrauen, von denen keine einen Mann im Beilager
erkannt hatte; die brachten sie ins Lager nach Silo, das im Land
Kanaan [liegt]. $21/13$ Und die ganze Gemeinde sandte hin und
redete zu den Shnen Benjamin, die am Felsen Rimmon waren, und
rief ihnen zu: Friede! $21/14$ So kehrte Benjamin in jener Zeit
zurck. Und sie gaben ihnen die Frauen, die sie hatten leben
lassen von den Frauen von Jabesch [in] Gilead; aber die reichten
so nicht aus fr sie.

$21/15$ Und das Volk hatte Mitleid mit Benjamin, weil der HERR
einen Ri gemacht hatte in den Stmmen Israels. $21/16$ Und die
ltesten der Gemeinde sagten: Was sollen wir fr die
briggebliebenen tun, [um ihnen] zu Frauen [zu verhelfen]? Denn
die Frau ist aus Benjamin ausgerottet. $21/14$ Und sie sagten:
Der Besitz der Entkommenen [mu] Benjamin [bleiben], damit nicht
ein Stamm aus Israel ausgelscht wird. $21/18$ Wir aber, wir
knnen ihnen keine Frauen von unseren Tchtern geben; denn die
Shne Israel haben geschworen: Verflucht sei, wer Benjamin eine
Frau gibt! $21/19$ Und sie sagten: Siehe, [da ist doch] ein Fest
des HERRN von Jahr zu Jahr in Silo, das nrdlich von Bethel
[liegt], gegen Sonnenaufgang von der Strae, die von Bethel nach
Sichem hinauffhrt, und sdlich von Lebona. $21/20$ Und sie
befahlen den Shnen Benjamin: Geht hin und legt euch in den
Weinbergen auf die Lauer! $21/21$ Und wenn ihr [dann] seht,
siehe, die Tchter von Silo ziehen heraus, um im Reigentanz zu
tanzen, dann kommt hervor aus den Weinbergen und fangt euch
unter den Tchtern von Silo jeder seine Frau und zieht [wieder]
hin ins Land Benjamin! $21/22$ Und es soll geschehen, wenn ihre
Vter oder ihre Brder kommen, um uns Vorwrfe zu machen, wollen
wir zu ihnen sagen: Seid barmherzig mit ihnen! [Sie haben zu uns
gesagt:[ Keiner von uns hat im Krieg [gegen Jabesch] seine Frau
bekommen. - Ihr habt sie ihnen ja nicht selbst gegeben, da ihr
jetzt schuldig wret.

$21/23$ Da machten es die Shne Benjamin so und nahmen sich
Frauen nach ihrer Zahl von den Tanzenden, die sie raubten. Und
sie zogen fort und kehrten in ihr Erbteil zurck. Und sie bauten
die Stdte [wieder] auf und wohnten in ihnen. $21/24$ Und die
Shne Israel gingen davon in jener Zeit, jeder zu seinem Stamm
und zu seiner Sippe. So zogen sie von dort weg, jeder in sein
Erbteil.

$21/25$ In jenen Tagen war kein Knig in Israel. Jeder tat, was
recht war in seinen Augen.
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