Das Buch der Richter.

Judas Krieg gegen die Kanaaniter.

\1\

$1/1$ Und es geschah nach dem Tod Josuas, da befragten die Shne
Israel den HERRN und sagten: Wer von uns soll zuerst gegen die
Kanaaniter hinaufziehen, um gegen sie zu kmpfen? $1/2$ Und der
HERR sprach: Juda soll hinaufziehen. Siehe, ich habe das Land in
seine Hand gegeben. $1/3$ Und Juda sagte zu seinem Bruder
Simeon: Zieh mit mir hinauf in mein Los, da wir [gemeinsam]
gegen die Kanaaniter kmpfen, dann will auch ich mit dir in dein
Los ziehen! Da zog Simeon mit ihm. $1/4$ Und Juda zog hinauf,
und der HERR gab die Kanaaniter und die Perisiter in ihre Hand;
und sie schlugen sie bei Besek, zehntausend Mann. $1/5$ Und sie
fanden den Adoni-Besek in Besek und kmpften gegen ihn. Und sie
schlugen die Kanaaniter und die Perisiter. $1/6$ Und Adoni-Besek
floh. Sie aber jagten ihm nach, packten ihn und hieben ihm die
Daumen seiner Hnde und [die groen Zehen] seiner Fe ab. $1/7$
Da sagte Adoni-Besek: Siebzig Knige, denen die Daumen ihrer
Hnde und [die groen Zehen] ihrer Fe abgehauen waren, lasen
[Reste] auf unter meinem Tisch. So wie ich getan habe, so hat
Gott mir vergolten. Und sie brachten ihn nach Jerusalem, dort
starb er.

$1/8$ Und die Shne Juda kmpften um Jerusalem und nahmen es ein
und schlugen es mit der Schrfe des Schwertes, und die Stadt
steckten sie in Brand. $1/9$ Danach zogen die Shne Juda hinab,
um gegen die Kanaaniter zu kmpfen, die das Gebirge und das
Sdland und die Niederung bewohnten. $1/10$ Und Juda ging gegen
die Kanaaniter vor, die in Hebron wohnten; der Name Hebrons war
aber frher Kirjat-Arba; und sie schlugen Scheschai und Ahiman
und Talmai. $1/11$ Und von dort ging er gegen die Bewohner von
Debir vor; der Name von Debir war aber frher Kirjat-Sefer.

V. 12-15: Jos 15,16-19.

$1/12$ Und Kaleb sagte: Wer Kirjat-Sefer schlgt und es
einnimmt, dem gebe ich meine Tochter Achsa zur Frau. $1/13$ Da
nahm es Otniel ein, der Sohn des Kenas, der Bruder Kalebs -
jnger als er -; und er gab ihm seine Tochter Achsa zur Frau.
$1/14$ Und es geschah, als sie herbeikam, da trieb sie ihn an,
von ihrem Vater das Feld zu fordern. Und sie sprang vom Esel
herab. Da sagte Kaleb zu ihr: Was hast du? $1/15$ Und sie sagte
zu ihm: Gib mir einen Segen! Denn ein [drres] Sdland hast du
mir gegeben, so gib mir auch Wasserquellen! Da gab ihr Kaleb die
oberen Quellen und die unteren Quellen.

$1/16$ Und die Shne des Keniters, des Schwiegervaters des Mose,
waren mit den Shnen Juda aus der Palmenstadt heraufgezogen in
die Wste Juda, die im Sden von Arad [liegt]; und sie gingen
hin und wohnten bei dem Volk.

$1/17$ Und Juda zog mit seinem Bruder Simeon hin, und sie
schlugen die Kanaaniter, die Zefat bewohnten. Und sie
vollstreckten an ihnen den Bann und gaben der Stadt den Namen
Horma. $1/18$ Doch nahm Juda Gaza und sein Gebiet nicht in
Besitz, ebenso Aschkelon und sein Gebiet und Ekron und sein
Gebiet. $1/19$ Und der HERR war mit Juda, und er nahm das
Gebirge in Besitz. Aber die Bewohner der Ebene waren nicht zu
vertreiben, weil sie eiserne Wagen hatten.

$1/20$ Und sie gaben dem Kaleb Hebron, wie Mose geredet hatte;
und er vertrieb daraus die drei Shne Enaks.

Reste der Kanaaniter im Land Israel.

$1/21$ Aber die Shne Benjamin vertrieben nicht die Jebusiter,
die Bewohner von Jerusalem. So blieben die Jebusiter bei den
Shnen Benjamin in Jerusalem wohnen bis auf diesen Tag.

$1/22$ Und das Haus Joseph, auch sie zogen nach Bethel hinauf,
und der HERR war mit ihnen. $1/23$ Und das Haus Joseph lie
Bethel auskundschaften; der Name der Stadt aber war frher Lus.
$1/24$ Und die Wachen sahen einen Mann aus der Stadt
herauskommen, und sie sagten zu ihm: Zeig uns doch den Zugang
zur Stadt, dann werden wir dir Gnade erweisen! $1/25$ Da zeigte
er ihnen den Zugang zur Stadt. Und sie schlugen die Stadt mit
der Schrfe des Schwertes, aber den Mann und seine ganze Sippe
lieen sie gehen. $1/26$ Und der Mann zog in das Land der
Hetiter. [Dort] baute er eine Stadt und gab ihr den Namen Lus.
Das ist ihr Name bis auf diesen Tag.

$1/27$ Aber Manasse vertrieb nicht Bet-Schean und seine
Tochterstdte, und Taanach und seine Tochterstdte, und die
Bewohner von Dor und seine Tochterstdte, und die Bewohner von
Jibleam und seine Tochterstdte, und die Bewohner von Megiddo
und seine Tochterstdte. Und die Kanaaniter vermochten in diesem
Land zu bleiben. $1/28$ Und es geschah, als Israel stark
geworden war, da stellte es die Kanaaniter an die Zwangsarbeit,
doch vertreiben konnte es sie nicht. - $1/29$ Und Ephraim
vertrieb nicht die Kanaaniter, die in Geser wohnten. So blieben
die Kanaaniter in seiner Mitte in Geser wohnen. - $1/30$ Sebulon
vertrieb nicht die Bewohner von Kitron und die Bewohner von
Nahalol; so blieben die Kanaaniter in seiner Mitte wohnen und
wurden zur Zwangsarbeit [herangezogen]. - $1/31$ Asser vertrieb
nicht die Bewohner von Akko und die Bewohner von Sidon und
Achlab und Achsib und Helba und Afek und Rehob, $1/32$ sondern
die Asseriter wohnten mitten unter den Kanaanitern, den
Bewohnern des Landes, denn sie hatten sie nicht vertrieben.
$1/33$ Naftali vertrieb nicht die Bewohner von Bet-Schemesch und
die Bewohner von Bet-Anat, sondern er wohnte mitten unter den
Kanaanitern, den Bewohnern des Landes; aber die Bewohner von
Bet-Schemesch und von Bet-Anat wurden zur Zwangsarbeit fr ihn
[herangezogen].

$1/34$ Und die Amoriter drngten die Shne Dan ins Gebirge, denn
sie gaben [ihnen] nicht [die Mglichkeit], in die Ebene
herabzukommen. $1/35$ Und die Amoriter vermochten im Gebirge
Heres wohnen zu bleiben, in Ajalon und in Schaalbim; aber die
Hand des Hauses Joseph wurde [auf ihnen] schwer, und sie wurden
zur Zwangsarbeit [herangezogen]. $1/36$ Das Gebiet aber der
Amoriter war vom Anstieg Akrabbim, vom Felsen an, und weiter
hinauf.

Strafpredigt des Engels des HERRN.

\2\

$2/1$ Und der Engel des HERRN kam von Gilgal herauf nach Bochim;
und er sprach: Ich habe euch aus gypten heraufgefhrt und euch
in das Land gebracht, das ich euren Vtern zugeschworen habe.
Und ich sagte: Ich werde meinen Bund mit euch nicht brechen in
Ewigkeit; $2/2$ und ihr, ihr sollt keinen Bund mit den Bewohnern
dieses Landes schlieen, ihre Altre sollt ihr niederreien.
Aber ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht. Was habt ihr da
getan! $2/3$ So habe ich auch gesagt: Ich werde sie nicht vor
euch vertreiben! Sie werden euch zu [Geieln fr eure] Seiten
werden, und ihre Gtter werden euch zur Falle werden. $2/4$ Und
es geschah, als der Engel des HERRN diese Worte zu allen Shnen
Israel geredet hatte, da erhob das Volk seine Stimme und weinte.
$2/5$ Und sie gaben jenem Ort den Namen Bochim. Und sie opferten
dort dem HERRN.

Untreue Israels nach dem Tod Josuas - Immer wiederkehrende Folge
von Abfall und Strafe, Bue und Rettung.

$2/6$ Und Josua entlie das Volk, und die Shne Israel gingen
hin, jeder in sein Erbteil, um das Land in Besitz zu nehmen.
$2/7$ Und das Volk diente dem HERRN alle Tage Josuas und alle
Tage der ltesten, die nach Josua noch lnger lebten, die das
ganze groe Werk des HERRN gesehen hatten, das er fr Israel
getan hatte. $2/8$ Dann starb Josua, der Sohn des Nun, der
Knecht des HERRN, 110 Jahre alt. $2/9$ Und sie begruben ihn im
Gebiet seines Erbteils, in Timnat-Heres auf dem Gebirge Ephraim,
nrdlich vom Berg Gaasch. $2/10$ Und auch jene ganze Generation
wurde zu ihren Vtern versammelt. Und eine andere Generation kam
nach ihnen auf, die den HERRN nicht kannte und auch nicht das
Werk, das er fr Israel getan hatte.

$2/11$ Da taten die Shne Israel, was bse war in den Augen des
HERRN, und dienten den Baalim. $2/12$ Und sie verlieen den
HERRN, den Gott ihrer Vter, der sie aus dem Land gypten
herausgefhrt hatte, und liefen anderen Gttern nach, von den
Gttern der Vlker, die rings um sie her [lebten], und sie
warfen sich vor ihnen nieder und reizten den HERRN zum Zorn.
$2/13$ So verlieen sie den HERRN und dienten dem Baal und den
Astarot. $2/14$ Da entbrannte der Zorn des HERRN gegen Israel,
und er gab sie in die Hand von Plnderern, die sie
ausplnderten. Und er verkaufte sie in die Hand ihrer Feinde
ringsum, so da sie vor ihren Feinden nicht mehr standhalten
konnten. $2/15$ berall, wohin sie auszogen, war die Hand des
HERRN gegen sie zum Bsen, ganz wie der HERR geredet und wie der
HERR ihnen geschworen hatte; so waren sie sehr bedrngt. $2/16$
Da lie der HERR Richter aufstehen, die retteten sie aus der
Hand ihrer Plnderer. $2/17$ Aber auch auf ihre Richter hrten
sie nicht, sondern hurten anderen Gttern nach und warfen sich
vor ihnen nieder. Sie wichen schnell ab von dem Weg, den ihre
Vter, um den Geboten des HERRN zu gehorchen, gegangen waren;
sie handelten nicht so. $2/18$ Und wenn der HERR ihnen Richter
erstehen lie, war der HERR mit dem Richter, und er rettete sie
aus der Hand ihrer Feinde alle Tage des Richters. Denn der HERR
hatte Mitleid wegen ihres chzens ber die, die sie qulten und
sie bedrngten. $2/19$ Und es geschah, sobald der Richter
gestorben war, kehrten sie um und trieben es schlimmer als ihre
Vter darin, anderen Gttern nachzulaufen, ihnen zu dienen und
sich vor ihnen niederzuwerfen. Sie lieen nichts fallen von
ihren Taten und von ihrem halsstarrigen Wandel. $2/20$ Da
entbrannte der Zorn des HERRN gegen Israel, und er sprach: Weil
diese Nation meinen Bund bertreten hat, den ich ihren Vtern
geboten habe, und sie meiner Stimme nicht gehorcht haben, $2/21$
so werde auch ich nicht lnger irgendeinen vor ihnen vertreiben
aus den Nationen, die Josua briggelassen hat, als er starb,
$2/22$ damit ich Israel durch sie prfe, ob sie den Weg des
HERRN bewahren werden, darauf zu gehen, wie ihre Vter [ihn]
bewahrt haben, oder nicht. $2/23$ So lie der HERR diese
Nationen bleiben, ohne sie schnell zu vertreiben, und gab sie
nicht in die Hand Josuas.

Reste der Kanaaniter im Land Israels.

\3\

$3/1$ Das sind die Nationen, die der HERR bleiben lie, um durch
sie Israel zu prfen, alle [jene], die all die Kriege um Kanaan
nicht kannten - $3/2$ nur damit er die Generationen der Shne
Israel erkenne, indem er sie den Krieg lehrte, [und zwar] nur
die [Kriege] von damals, die sie nicht kannten -: $3/3$ die fnf
Frsten der Philister und alle Kanaaniter und Sidonier und
Hewiter, die das Gebirge Libanon bewohnten, vom Berg Baal-Hermon
an, bis man nach Hamat kommt. $3/4$ Und sie dienten dazu, Israel
durch sie zu prfen, damit man erkenne, ob sie den Geboten des
HERRN gehorchten, die er ihren Vtern durch Mose geboten hatte.

$3/5$ Und die Shne Israel wohnten mitten unter den Kanaanitern,
den Hetitern und den Amoritern und den Perisitern und den
Hewitern und den Jebusitern. $3/6$ Und sie nahmen sich deren
Tchter als Frauen und gaben ihre Tchter deren Shnen und
dienten ihren Gttern.

Richter Otniel, Ehud und Schamgar.

$3/7$ Und die Shne Israel taten, was bse war in den Augen des
HERRN, und vergaen den HERRN, ihren Gott, und sie dienten den
Baalim und den Ascherim. $3/8$ Da entbrannte der Zorn des HERRN
gegen Israel, und er verkaufte sie in die Hand
Kuschan-Rischatajims, des Knigs von Mesopotamien; und die Shne
Israel dienten dem Kuschan-Rischatajim acht Jahre. $3/9$ Und die
Shne Israel schrieen zu dem HERRN um Hilfe. Da lie der HERR
den Shnen Israel einen Retter erstehen, der rettete sie:
Otniel, den Sohn des Kenas, den Bruder Kalebs, der jnger war
als er. $3/10$ Und der Geist des HERRN kam ber ihn, und er
richtete Israel. Und er zog aus zum Kampf, und der HERR gab
Kuschan-Rischatajim, den Knig von Aram, in seine Hand, und
seine Hand wurde stark ber Kuschan-Rischatajim. $3/11$ Und das
Land hatte vierzig Jahre Ruhe. Und Otniel, der Sohn des Kenas,
starb.

$3/12$ Und die Shne Israel taten weiter, was bse war in den
Augen des HERRN. Da machte der HERR Eglon, den Knig von Moab,
stark gegen Israel, weil sie taten, was bse war in den Augen
des HERRN. $3/13$ Und er sammelte die Shne Ammon und Amalek um
sich, zog hin und schlug Israel, und sie nahmen die Palmenstadt
in Besitz. $3/14$ Und die Shne Israel dienten Eglon, dem Knig
von Moab, achtzehn Jahre. $3/15$ Da schrieen die Shne Israel zu
dem HERRN um Hilfe, und der HERR lie ihnen einen Retter
erstehen: Ehud, den Sohn des Gera, einen Benjaminiter, einen
Mann, der Linkshnder war. Und die Shne Israel sandten durch
seine Hand [ihren] Tribut an Eglon, den Knig von Moab. $3/16$
Und Ehud machte sich ein Schwert, das zwei Schneiden hatte, eine
Elle seine Lnge; das grtete er unter seinem Gewand an seine
rechte Hfte. $3/17$ Und er berreichte Eglon, dem Knig von
Moab, den Tribut. Eglon war aber ein sehr fetter Mann. $3/18$
Und es geschah, als er mit der berreichung des Tributs fertig
war, da entlie er das Volk, das den Tribut getragen hatte.
$3/19$ Er selbst aber kehrte bei den Gtterbildern, die bei
Gilgal sind, um und sagte: Ein geheimes Wort habe ich an dich, o
Knig! Und er sprach: Still! Da gingen alle, die bei ihm
standen, von ihm hinaus. $3/20$ Und Ehud kam zu ihm herein, als
er gerade in dem khlen Obergemach sa, das fr ihn allein
[bestimmt] war. Und Ehud sagte: Ein Wort Gottes habe ich an
dich! Und er stand auf vom Sitz. $3/21$ Da streckte Ehud seine
linke Hand aus und nahm das Schwert von seiner rechten Hfte und
stie es ihm in den Bauch. $3/22$ Und es drang sogar der Griff
hinein nach der Klinge, und das Fett schlo sich um die Klinge,
denn er zog das Schwert nicht aus seinem Bauch heraus; und es
fuhr hinaus zwischen den Beinen. $3/23$ Und Ehud ging in die
Vorhalle hinaus, aber die Tr des Obergemachs hatte er hinter
sich verschlossen und verriegelt. $3/24$ Als er hinausgegangen
war, kamen seine Knechte und sahen, und siehe, die Tr des
Obergemachs war verriegelt. Da sagten sie: Er bedeckt gewi nur
seine Fe in der khlen Kammer. $3/25$ Und sie warteten
bermig lange, aber siehe, er ffnete die Tr des Obergemachs
nicht. Da nahmen sie den Schlssel und schlossen auf, und siehe,
ihr Herr lag tot am Boden. - $3/26$ Ehud aber war entkommen,
whrend sie zgerten: er war ber die Gtterbilder hinausgelangt
und entkam nach Seira. $3/27$ Und es geschah, sobald er
[heim]gekommen war, stie er ins Horn auf dem Gebirge Ephraim,
und die Shne Israel zogen mit ihm vom Gebirge hinab und er
ihnen voran. $3/28$ Und er sagte zu ihnen: Jagt mir nach, denn
der HERR hat eure Feinde, die Moabiter, in eure Hand gegeben! So
zogen sie hinab, ihm nach, und nahmen den Moabitern die Furten
des Jordan und lieen niemanden hinbergehen. $3/29$ Und sie
schlugen Moab in dieser Zeit, an die zehntausend Mann, alles
krftige und kriegstchtige Mnner; nicht einer entkam. $3/30$
So mute sich Moab an jenem Tag unter die Hand Israels beugen.
Und das Land hatte achtzig Jahre Ruhe.

$3/31$ Und nach ihm war Schamgar, der Sohn Anats; und er schlug
die Philister, sechshundert Mann, mit einem Viehtreiberstock.
Und auch er rettete Israel.

Sieg Deboras und Baraks.

\4\

$4/1$ Und die Shne Israel taten weiter, was bse war in den
Augen des HERRN, nachdem Ehud gestorben war. $4/2$ Da verkaufte
sie der HERR in die Hand Jabins, des Knigs von Kanaan, der in
Hazor Knig war. Sein Heeroberster war Sisera, der wohnte in
Haroschet-Gojim. $4/3$ Da schrieen die Shne Israel zu dem
HERRN; denn er hatte neunhundert eiserne Wagen, und er qulte
die Shne Israel mit Gewalt zwanzig Jahre.

V. 4-16: Kap. 5,1-23.

$4/4$ Und Debora, eine Prophetin, die Frau des Lappidot, war
Richterin in Israel zu jener Zeit. $4/5$ Sie hatte ihren Sitz
unter der Debora-Palme, zwischen Rama und Bethel, im Gebirge
Ephraim. Und die Shne Israel gingen zu ihr hinauf zum Gericht.
$4/6$ Und sie sandte hin und lie Barak, den Sohn Abinoams, aus
Kedesch [in] Naftali rufen. Und sie sagte zu ihm: Hat der HERR,
der Gott Israels, nicht geboten: Geh hin und zieh auf den Berg
Tabor und nimm mit dir zehntausend Mann von den Shnen Naftali
und von den Shnen Sebulon? $4/7$ Ich aber ziehe Sisera, den
Heerobersten Jabins, zu dir heran an den Bach Kischon mit seinen
Wagen und seiner Menge, und ich gebe ihn in deine Hand! $4/8$ Da
sagte Barak zu ihr: Wenn du mit mir gehst, gehe ich; wenn du
aber nicht mit mir gehst, gehe ich nicht. $4/9$ Da sagte sie:
Ich will gerne mit dir gehen - nur da [dann] die Ehre nicht dir
[zufllt] auf dem Weg, den du gehst, denn in die Hand einer Frau
wird der HERR den Sisera verkaufen. Und Debora machte sich auf
und ging mit Barak nach Kedesch.

$4/10$ Und Barak rief Sebulon und Naftali nach Kedesch zusammen.
Und zehntausend Mann zogen in seinem Gefolge hinauf; auch Debora
zog mit ihm hinauf. $4/11$ Heber aber, der Keniter, hatte sich
von den Kenitern getrennt, [von] den Shnen Hobabs, des
Schwiegervaters des Mose. Und er hatte sein Zelt aufgeschlagen
bis zur Terebinthe in Zaanannim, das bei Kedesch [liegt]. $4/12$
Und man berichtete dem Sisera, da Barak, der Sohn Abinoams, auf
den Berg Tabor hinaufgezogen sei. $4/13$ Da rief Sisera alle
seine Wagen zusammen, neunhundert eiserne Wagen, und das ganze
[Kriegs]volk, das bei ihm war, von Haroschet-Gojim an den Bach
Kischon. $4/14$ Debora aber sagte zu Barak: Mach dich auf! Denn
dies ist der Tag, da der HERR den Sisera in deine Hand gegeben
hat. Ist nicht der HERR [selbst] vor dir her ausgezogen? Und
Barak stieg vom Berg Tabor hinab und zehntausend Mann ihm nach.
$4/15$ Und der HERR brachte Sisera und alle [seine] Wagen und
das ganze Heerlager in Verwirrung durch die Schrfe des
Schwertes vor Barak. Und Sisera stieg vom Wagen herab und floh
zu Fu. $4/16$ Barak aber jagte den Wagen und dem Heer nach bis
Haroschet-Gojim. So fiel das ganze Heer Siseras durch die
Schrfe des Schwertes; kein einziger blieb brig.

V. 17-24: Kap. 5,24-31.

$4/17$ Sisera aber floh zu Fu zum Zelt Jaels, der Frau Hebers,
des Keniters; denn es war Friede zwischen Jabin, dem Knig von
Hazor, und dem Haus Hebers, des Keniters. $4/18$ Da ging Jael
hinaus, dem Sisera entgegen. Und sie sagte zu ihm: Kehre ein,
mein Herr, kehre ein zu mir, frchte dich nicht! So kehrte er zu
ihr ein in das Zelt, und sie bedeckte ihn mit einer Decke.
$4/19$ Und er sagte zu ihr: Gib mir ein wenig Wasser zu trinken,
denn ich bin durstig! Da ffnete sie den Milchschlauch, gab ihm
zu trinken und deckte ihn [wieder] zu. $4/20$ Und er sagte zu
ihr: Stell dich an den Eingang des Zeltes! Und es sei [so]: Wenn
jemand kommt und dich fragt und sagt: Ist jemand hier? - dann
sage: Niemand! $4/21$ Jael aber, die Frau Hebers, ergriff einen
Zeltpflock und nahm den Hammer in ihre Hand, und sie ging leise
zu ihm herein und schlug den Pflock durch seine Schlfe, da er
in die Erde drang - er war nmlich in tiefen Schlaf gefallen -;
da wurde er ohnmchtig und starb. $4/22$ Und siehe, als Barak
Sisera nachjagte, da ging Jael hinaus, ihm entgegen, und sagte
zu ihm: Komm, ich will dir den Mann zeigen, den du suchst! Und
er ging zu ihr hinein, und siehe, Sisera lag tot da, den Pflock
in seiner Schlfe.

$4/23$ So demtigte Gott an jenem Tag Jabin, den Knig von
Kanaan, vor den Shnen Israel. $4/24$ Und die Hand der Shne
Israel legte sich immer hrter auf Jabin, den Knig von Kanaan,
bis sie Jabin, den Knig von Kanaan, vernichtet hatten.

Siegeslied Deboras und Baraks.

V. 1-23: Kap. 4,4-16.

\5\

$5/1$ Debora und Barak, der Sohn Abinoams, sangen an jenem Tag
folgendes [Lied]:

$5/2$ Weil Fhrer fhrten in Israel, weil freiwillig sich
stellte das Volk, dankt dem HERRN!

$5/3$ Hrt, ihr Knige! Horcht auf, ihr Frsten! Ich will dem
HERRN, ich will [ihm] singen, will spielen dem HERRN, dem Gott
Israels!

$5/4$ HERR, als du auszogst von Seir, als du einherschrittest
vom Gebiet Edoms, bebte die Erde, auch die Himmel trieften, ja,
die Wolken trieften von Wasser.

$5/5$ Die Berge erbebten vor dem HERRN, dem vom Sinai, vor dem
HERRN, dem Gott Israels.

$5/6$ In den Tagen Schamgars, des Sohnes Anats, in den Tagen
Jaels ruhten die Pfade; und die auf [festen] Straen zogen,
muten gewundene Pfade gehen.

$5/7$ Es ruhten die Landbewohner; sie ruhten in Israel, bis ich,
Debora, aufstand, bis ich aufstand, eine Mutter in Israel.

$5/8$ Man erwhlte neue Gtter; da war Kampf an den Toren!
Wurden wohl Schild und Lanze gesehen unter 40 000 in Israel?

$5/9$ Mein Herz gehrt den Gebietern Israels, denen, die sich
freiwillig stellten im Volk. Dankt dem HERRN!

$5/10$ Die ihr reitet auf weien Eselinnen, die ihr sitzt auf
Teppichen und die ihr geht auf dem Weg, singt!

$5/11$ Lauter als die Wasserverteiler zwischen den Trnkrinnen
sollen sie dort besingen die Heilstaten des HERRN, die
Heilstaten an seinen Landbewohnern in Israel. Da zog das Volk
des HERRN hinab zu den Toren.

$5/12$ Wach auf, wach auf, Debora! Wach auf, wach auf, sing ein
Lied! Mache dich auf, Barak, und fhre gefangen deine
Gefangenen, Sohn Abinoams!

$5/13$ Da zog, was entronnen war, herab zu den Edlen des Volkes.
HERR, ziehe herab zu mir mit den Helden!

$5/14$ Von Ephraim, dessen Wurzeln sind wie [die von] Amalek,
[zogen sie herab]. Hinter dir her [Ephraim, zog auch] Benjamin
unter deinen Kriegsscharen. Von Machir zogen herab die Gebieter
und von Sebulon [alle], die den Fhrerstab halten.

$5/15$ Und die Obersten in Issaschar waren mit Debora. Und [wie]
Issaschar so Barak - in seinem Gefolge mitgerissen ins Tal.

An den Bchen Rubens waren groartige Beratungen des Herzens.

$5/16$ Warum bliebst du zwischen den Hrden, das Fltenspiel bei
den Herden zu hren? An den Bchen Rubens waren groartige
Beratungen des Herzens.

$5/17$ Gilead blieb unttig jenseits des Jordan. Und Dan, warum
diente er auf fremden Schiffen? Asser sa an der Kste der
Meere, und an seinen Buchten blieb er unttig.

$5/18$ [Aber] Sebulon ist ein Volk, das seine Seele dem Tod
preisgab, auch Naftali, auf den Hhen des Gefildes.

$5/19$ Knige kamen, sie kmpften; ja da kmpften die Knige
Kanaans in Taanach an den Wassern Megiddos. Beute an Silber
holten sie nicht.

$5/20$ Vom Himmel her kmpften die Sterne, von ihren Bahnen aus
kmpften sie mit Sisera.

$5/21$ Der Bach Kischon ri sie hinweg, der Bach der Urzeit, der
Bach Kischon. Tritt auf, meine Seele, mit Kraft!

$5/22$ Ja, da stampften die Hufe der Pferde vom Rennen, vom
Rennen ihrer Hengste.

$5/23$ Verfluchet Meros! sprach der Engel des HERRN. Verfluchet,
ja, verfluchet seine Bewohner! Denn sie sind dem HERRN nicht zu
Hilfe gekommen, dem HERRN zu Hilfe unter den Helden.

V. 24-31: Kap. 4,17-24.

$5/24$ Gesegnet vor [allen] Frauen sei Jael, die Frau Hebers,
des Keniters, vor [allen] Frauen im Zelt sei sie gesegnet!

$5/25$ Wasser verlangte er, Milch gab sie; in einer kostbaren
Schale reichte sie Rahm.

$5/26$ Ihre Hand streckte sie aus nach dem Pflock, und ihre
Rechte nach dem Arbeitshammer. Und sie schlug Sisera [mit dem
Hammer], zerschmetterte sein Haupt, sie zerschlug und
durchbohrte seine Schlfe.

$5/27$ Zwischen ihren Fen krmmte er sich, fiel, lag da;
zwischen ihren Fen krmmte er sich, fiel; da, wo er sich
krmmte, fiel er - vernichtet.

$5/28$ Durchs Fenster schaute und jammerte Siseras Mutter -
durchs Gitter: Warum zgert sein Wagen zu kommen? Warum sumen
die Tritte seiner Gespanne?

$5/29$ Die Klugen unter ihren Edelfrauen erwidern ihr, auch
selbst beantwortet sie sich ihre Reden:

$5/30$ Finden sie nicht, teilen sie nicht Beute? Ein Mdchen,
zwei Mdchen auf den Kopf eines Mannes?

Beute an bunten Gewndern fr Sisera, Beute an bunten Gewndern;
ein farbiges Tuch, bunt, zwei farbige Tcher als Beute fr
meinen Hals. -

$5/31$ So sollen umkommen alle deine Feinde, HERR! Aber die, die
ihn lieben, [sollen sein], wie die Sonne aufgeht in ihrer Kraft!
-

Und das Land hatte vierzig Jahre Ruhe.

Gideons Berufung zum Kampf gegen die Midianiter.

\6\

$6/1$ Und die Shne Israel taten, was bse war in den Augen des
HERRN. Da gab sie der HERR in die Hand Midians, sieben Jahre.
$6/2$ Und die Hand Midians wurde stark ber Israel. Vor Midian
machten sich die Shne Israel die Felsenlcher, die in den
Bergen sind, und die Hhlen und die Bergfesten. $6/3$ Und es
geschah, wenn Israel gest hatte, dann zog Midian herauf und
Amalek und die Shne des Ostens, die zogen herauf gegen sie.
$6/4$ Und sie lagerten sich gegen sie und verheerten den Ertrag
des Landes bis dahin, wo man nach Gaza kommt. Und sie lieen
keine Lebensmittel in Israel brig, weder Schafe noch Rinder,
noch Esel. $6/5$ Denn sie zogen herauf mit ihren Herden und mit
ihren Zelten und kamen so massenhaft wie Heuschrecken; zahllos
waren sie und ihre Kamele. Und sie kamen ins Land, um es zu
verheeren. $6/6$ So verarmte Israel sehr wegen Midian. Und die
Shne Israel schrieen zu dem HERRN um Hilfe.

$6/7$ Und es geschah, als die Shne Israel wegen Midian zu dem
HERRN um Hilfe schrieen, $6/8$ da sandte der HERR einen
Propheten zu den Shnen Israel. Dieser sagte zu ihnen: So
spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe euch aus gypten
heraufkommen lassen und habe euch herausgefhrt aus dem
Sklavenhaus. $6/9$ Und ich habe euch aus der Hand der gypter
gerettet und aus der Hand all eurer Unterdrcker. Und ich habe
sie vor euch vertrieben und euch ihr Land gegeben. $6/10$ Und
ich sprach zu euch: Ich bin der HERR, euer Gott: Ihr sollt nicht
die Gtter der Amoriter frchten, in deren Land ihr wohnt. Aber
ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht.

$6/11$ Und der Engel des HERRN kam und setzte sich unter die
Terebinthe, die bei Ofra war, die Joasch, dem Abiesriter
gehrte. Und sein Sohn Gideon schlug gerade Weizen aus in der
Kelter, um ihn vor Midian in Sicherheit zu bringen. $6/12$ Da
erschien ihm der Engel des HERRN und sprach zu ihm: Der HERR ist
mit dir, du tapferer Held! $6/13$ Gideon aber sagte zu ihm:
Bitte, mein Herr, wenn der HERR mit uns ist, warum hat uns denn
das alles getroffen? Und wo sind all seine Wunder, von denen uns
unsere Vter erzhlt haben, wenn sie sagten: Hat der HERR uns
nicht aus gypten heraufkommen lassen? Jetzt aber hat uns der
HERR verworfen und uns in die Hand Midians gegeben. $6/14$ Da
wandte sich der HERR ihm zu und sprach: Geh hin in dieser deiner
Kraft und rette Israel aus der Hand Midians! Habe ich dich nicht
gesandt? $6/15$ Er aber sagte zu ihm: Bitte, mein Herr, womit
soll ich Israel retten? Siehe, meine Tausendschaft ist die
geringste in Manasse, und ich bin der Jngste im Haus meines
Vaters. $6/16$ Da sprach der HERR zu ihm: Ich werde mit dir
sein, und du wirst Midian schlagen wie einen einzelnen Mann.
$6/17$ Da sagte er zu ihm: Wenn ich denn Gunst gefunden habe in
deinen Augen, so gib mir ein Zeichen, da du es bist, der mit
mir redet. $6/18$ Weiche doch nicht von hier, bis ich zu dir
[zurck]komme und meine Gabe herausbringe und dir vorsetze! Er
sprach: Ich will bleiben, bis du wiederkommst. $6/19$ Da ging
Gideon hinein und bereitete ein Ziegenbckchen zu und
ungesuerte Brote aus einem Efa Mehl. Das Fleisch tat er in
einen Korb, und die Brhe tat er in einen Topf. Und er brachte
es zu ihm hinaus unter die Terebinthe und legte [es] vor. $6/20$
Und der Engel Gottes sprach zu ihm: Nimm das Fleisch und die
ungesuerten Brote und lege es hin auf diesen Felsen da! Die
Brhe aber giee aus! Und er machte es so. $6/21$ Da streckte
der Engel des HERRN das Ende des Stabes aus, der in seiner Hand
war, und berhrte das Fleisch und die ungesuerten Brote. Da
stieg Feuer aus dem Felsen auf und verzehrte das Fleisch und die
ungesuerten Brote. Und der Engel des HERRN entschwand seinen
Augen. $6/22$ Da sah Gideon, da es der Engel des HERRN gewesen
war, und Gideon sagte: Wehe, Herr, HERR! Wahrhaftig, habe ich
doch den Engel des HERRN von Angesicht zu Angesicht gesehen!
$6/23$ Da sprach der HERR zu ihm: Friede sei mit dir! Frchte
dich nicht, du wirst nicht sterben. $6/24$ Und Gideon baute dem
HERRN dort einen Altar und nannte ihn: Jahwe-Schalom. Bis zu
diesem Tag [steht] er noch in Ofra [,der Stadt] der Abiesriter.

$6/25$ Und es geschah in jener Nacht, da sprach der HERR zu ihm:
Nimm einen Jungstier von den Rindern, die deinem Vater gehren,
und zwar den zweiten Stier, den siebenjhrigen! Und reie den
Altar des Baal, der deinem Vater gehrt, nieder und die Aschera,
die dabei [steht], haue um! $6/26$ Und baue dem HERRN, deinem
Gott, einen Altar auf dem Gipfel dieser Bergfeste in der
[rechten] Weise! Und nimm den zweiten Stier und opfere [ihn] als
Brandopfer mit dem Holz der Aschera, die du umhauen sollst!
$6/27$ Da nahm Gideon zehn Mnner von seinen Knechten und tat,
wie der HERR zu ihm geredet hatte. Und es geschah, da er sich
vor dem Haus seines Vaters und vor den Mnnern der Stadt
frchtete, es bei Tag zu tun, tat er es bei Nacht.

$6/28$ Und als die Mnner der Stadt morgens frh aufstanden,
siehe, da war der Altar des Baal umgerissen, und die Aschera,
die dabei[gestanden hatte], war umgehauen, und der zweite Stier
war als Brandopfer auf dem [neu] erbauten Altar geopfert. $6/29$
Da sagten sie einer zum anderen: Wer hat das getan? Und sie
forschten und fragten nach, und man sagte: Gideon, der Sohn des
Joasch, hat das getan. $6/30$ Da sagten die Mnner der Stadt zu
Joasch: Fhre deinen Sohn heraus! Er mu sterben, weil er den
Altar des Baal umgerissen und weil er die Aschera, die
dabei[stand], umgehauen hat! $6/31$ Joasch aber sagte zu allen,
die bei ihm standen: Wollt ihr fr den Baal Anklage erheben,
oder wollt ihr ihn retten? Wer fr ihn Anklage erhebt, soll
gettet werden bis zum Morgen. Wenn er ein Gott ist, soll er fr
sich selbst Anklage erheben, weil man seinen Altar umgerissen
hat. $6/32$ Und man nannte ihn an selbigem Tag Jerub-Baal, das
heit: Baal mge gegen ihn Anklage erheben, weil er seinen Altar
umgerissen hat.

$6/33$ Und ganz Midian und Amalek und die Shne des Ostens
versammelten sich miteinander, und sie zogen herber und
lagerten sich im Tal Jesreel. $6/34$ Aber der Geist des HERRN
umkleidete Gideon. Und er stie ins Horn, und die Abiesriter
wurden zusammengerufen, ihm nach. $6/35$ Und er sandte Boten
durch den ganzen [Stamm] Manasse, und auch er wurde
zusammengerufen, ihm nach. Und er sandte Boten durch Asser und
durch Sebulon und durch Naftali. Und sie zogen herauf, ihnen
entgegen.

$6/36$ Und Gideon sagte zu Gott: Wenn du Israel durch meine Hand
retten willst, so wie du geredet hast, - $6/37$ siehe, ich lege
[frisch] geschorene Wolle auf die Tenne. Wenn Tau auf der Wolle
allein sein wird und auf dem ganzen Boden Trockenheit, dann
werde ich erkennen, da du Israel durch meine Hand retten wirst,
wie du geredet hast. $6/38$ Und es geschah so. Und er stand am
anderen Morgen frh auf, und er drckte die Wolle aus und prete
Tau aus der Wolle, eine [ganze] Schale voll Wasser. $6/39$ Und
Gideon sagte zu Gott: Dein Zorn entbrenne nicht gegen mich! Und
ich will nur noch diesmal reden. La es mich doch nur noch
diesmal mit der Wolle versuchen: Mge doch Trockenheit sein auf
der Wolle allein, und auf dem ganzen Boden sei Tau! $6/40$ Und
Gott machte es so in jener Nacht: es war Trockenheit auf der
Wolle allein, und auf dem ganzen Boden war Tau.

Gideons Sieg ber die Midianiter.

\7\

$7/1$ Und Jerub-Baal, das ist Gideon, und alles Volk, das bei
ihm war, machten sich frh auf und lagerten sich an der Quelle
Harod: Das Heerlager Midians aber war nrdlich von ihm, am Hgel
More, im Tal. $7/2$ Und der HERR sprach zu Gideon: Zu zahlreich
ist das Volk, das bei dir ist, als da ich Midian in ihre Hand
geben knnte. Israel soll sich nicht gegen mich rhmen knnen
und sagen: Meine Hand hat mich gerettet! $7/3$ Und nun rufe doch
vor den Ohren des Volkes aus: Wer furchtsam und verzagt ist,
kehre um und wende sich zurck vom Gebirge Gilead! Da kehrten
von dem Volk 22 000 [Mann] um, und 10 000 blieben brig. $7/4$
Und der HERR sprach zu Gideon: Noch [immer] ist das Volk zu
zahlreich. Fhre sie ans Wasser hinab, ich will sie dir dort
lutern! Und es soll geschehen, von wem ich dir sagen werde:
Dieser soll mit dir gehen! - der soll mit dir gehen. Und jeder,
von dem ich dir sagen werde: Dieser soll nicht mit dir gehen! -
der soll nicht gehen. $7/5$ Da fhrte er das Volk ans Wasser
hinab. Und der HERR sprach zu Gideon: Jeden, der mit seiner
Zunge vom Wasser leckt, wie ein Hund leckt, den stelle gesondert
fr sich; und auch jeden, der sich auf seine Knie niederlt, um
zu trinken! $7/6$ Und die Zahl derer, die leckten, [indem sie
das Wasser] mit ihrer Hand an ihren Mund [brachten], betrug
dreihundert Mann; und der ganze Rest des Volkes hatte sich auf
seine Knie niedergelassen, um Wasser zu trinken. $7/7$ Da sprach
der HERR zu Gideon: Mit den dreihundert Mann, die geleckt haben,
will ich euch retten und Midian in deine Hand geben. Das ganze
[brige] Volk aber soll gehen, jeder an seinen Ort. $7/8$ Und
sie nahmen die Wegzehrung des [brigen] Volkes an sich und deren
Hrner. So entlie er alle Mnner von Israel, jeden in seine
Zelte; aber die dreihundert Mann behielt er da. Das Heerlager
Midians war aber unter ihm im Tal.

$7/9$ Und es geschah in derselben Nacht, da sprach der HERR zu
ihm: Mach dich auf, geh in das Heerlager hinab, denn ich habe es
in deine Hand gegeben! $7/10$ Und wenn du dich frchtest
hinabzugehen, dann geh du mit deinem Burschen Pura zum Heerlager
hinab! $7/11$ Da wirst du hren, was sie reden. Und danach
werden deine Hnde stark werden, so da du in das Heerlager
hinabgehen kannst. Da ging er hinab, er und sein Bursche Pura,
[bis] in unmittelbare Nhe der Gersteten, die im Heerlager
waren. $7/12$ Und Midian und Amalek und alle Shne des Ostens
waren in das Tal eingefallen wie die Heuschrecken an Menge.
Zahllos waren ihre Kamele, wie der Sand, der am Ufer des Meeres
ist, an Menge. $7/13$ Und als Gideon ankam, siehe, da erzhlte
ein Mann seinem Gefhrten gerade einen Traum und sagte: Siehe,
ich habe einen Traum gehabt. Und siehe, ein Laib Gerstenbrot
rollte in das Heerlager Midians. Und es kam bis zum Zelt und
schlug es nieder, da es umfiel, und kehrte es um, [das
Unterste] zu oberst, und das Zelt lag da. $7/14$ Da antwortete
sein Gefhrte und sagte: Das ist nichts anderes als das Schwert
Gideons, des Sohnes des Joasch, des Mannes von Israel! Gott hat
Midian und das ganze Heerlager in seine Hand gegeben!

$7/15$ Und es geschah, als Gideon die Erzhlung des Traumes und
seine Deutung hrte, da betete er an. Und er kehrte ins
Heerlager Israels zurck und sagte: Macht euch auf! Denn der
HERR hat das Heerlager Midians in eure Hand gegeben. $7/16$ Und
er teilte die dreihundert Mann in drei Abteilungen und gab ihnen
allen Hrner in die Hand und leere Krge, und in den Krgen
waren Fackeln. $7/17$ Und er sagte zu ihnen: Seht es mir ab und
macht es ebenso! Siehe, wenn ich an den Rand des Heerlagers
komme, dann soll es geschehen, da ihr es ebenso macht, wie ich
es mache! $7/18$ Und stoe ich ins Horn, ich und alle, die bei
mir sind, dann sollt auch ihr ins Horn stoen rings um das ganze
Heerlager und sollt rufen: Fr den HERRN und fr Gideon!

$7/19$ Und Gideon und die hundert Mann, die bei ihm waren, kamen
an den Rand des Heerlagers, beim Beginn der mittleren
Nachtwache; man hatte eben die Wachen aufgestellt. Und sie
stieen in die Hrner und zerschmetterten die Krge, die sie in
der Hand hatten. $7/20$ Da stieen [auch] die drei Abteilungen
in die Hrner und zerbrachen die Krge. Und sie ergriffen mit
ihrer linken Hand die Fackeln und mit ihrer rechten Hand die
Hrner zum Blasen und riefen: Schwert fr den HERRN und fr
Gideon! $7/21$ Und sie blieben stehen, jeder an seiner Stelle,
rings um das Heerlager. Da lief das ganze Heerlager
[durcheinander], und sie schrieen laut und flohen. $7/22$
Whrend nun die dreihundert [Mann] in die Hrner stieen, da
richtete der HERR das Schwert des einen gegen den andern, und
zwar im ganzen Heerlager. Und das Heerlager floh bis
Bet-Schitta, nach Zereda hin, bis an die Grenze von Abel-Mehola
bei Tabbat.

$7/23$ Und es wurden die Mnner Israels zusammengerufen aus
Naftali, aus Asser und aus ganz Manasse, und sie jagten Midian
nach. $7/24$ Und Gideon sandte Boten in das ganze Gebirge
Ephraim und [lie] sagen: Kommt herab, Midian entgegen! Und
nehmt ihnen die Wasser[stellen] bis Bet-Bara und den Jordan! Da
wurden alle Mnner Ephraims zusammengerufen, und sie nahmen
[ihnen] die Wasser[stellen] bis Bet-Bara und den Jordan. $7/25$
Und sie nahmen zwei Oberste von Midian, Oreb und Seeb, gefangen.
Und sie erschlugen Oreb an dem Felsen Oreb, und Seeb erschlugen
sie bei der Kelter Seeb; und sie jagten Midian nach. Und die
Kpfe Orebs und Seebs brachten sie zu Gideon auf die andere
Seite des Jordan.

Verfolgung der Midianiter.

\8\

$8/1$ Die Mnner von Ephraim aber sagten zu ihm: Was ist das fr
eine Sache, die du uns da angetan hast, da du uns nicht gerufen
hast, als du hingingst, um mit Midian zu kmpfen! Und sie
machten ihm heftige Vorwrfe. $8/2$ Er sagte zu ihnen: Was habe
ich denn geleistet im Vergleich zu euch? Ist nicht die Nachlese
Ephraims besser als die Weinlese Abiesers? $8/3$ In eure Hand
hat Gott die Obersten von Midian, Oreb und Seeb, gegeben. Und
was habe ich tun knnen im Vergleich zu euch? Da lie ihr Zorn
von ihm ab, als er dieses Wort redete.

$8/4$ Und Gideon kam an den Jordan. Er ging hinber, er und die
dreihundert Mann, die bei ihm waren, erschpft von der
Verfolgung. $8/5$ Und er sagte zu den Mnnern von Sukkot: Gebt
doch dem [Kriegs]volk, das in meinem Gefolge ist, Brot, denn sie
sind erschpft! Und ich jage den Knigen von Midian, Sebach und
Zalmunna, nach. $8/6$ Aber die Obersten von Sukkot sagten: Ist
etwa die Faust Sebachs und Zalmunnas schon in deiner Hand, da
wir deinem Heer Brot geben sollten? $8/7$ Da sagte Gideon:
Frwahr, wenn der HERR Sebach und Zalmunna in meine Hand gegeben
hat, werde ich euer Fleisch dreschen mit Dorngestrpp der Wste
und mit Stechdisteln! $8/8$ Und er zog von dort [weiter] nach
Pnuel hinauf und redete zu denen ebenso. Aber die Mnner von
Pnuel antworteten ihm, wie die Mnner von Sukkot geantwortet
hatten. $8/9$ Da sagte er auch zu den Mnnern von Pnuel: Wenn
ich in Frieden zurckkomme, werde ich diesen Turm niederreien!

$8/10$ Sebach und Zalmunna waren aber in Karkor und ihr
Heerlager mit ihnen, etwa 15 000 [Mann], alle, die
briggeblieben waren vom ganzen Heerlager der Shne des Ostens.
120 000 Mann aber, die das Schwert zogen, waren gefallen. $8/11$
Und Gideon zog die Beduinenstrae hinauf, stlich von Nobach und
Jogboha. Und er schlug das Heerlager, whrend das Heerlager
sorglos war. $8/12$ Und Sebach und Zalmunna flohen, er aber
jagte ihnen nach und fing die beiden Knige von Midian, Sebach
und Zalmunna. Und das ganze Heerlager setzte er in Schrecken.

$8/13$ Dann kehrte Gideon, der Sohn des Joasch, vom Kampf
zurck, von der Anhhe von Heres herab. $8/14$ Und er fing einen
Jungen von den Mnnern von Sukkot und fragte ihn aus. Da schrieb
der ihm die Obersten von Sukkot und seine ltesten auf, 77 Mann.
$8/15$ Und er kam zu den Mnnern von Sukkot und sagte: Seht hier
Sebach und Zalmunna, mit denen ihr mich verhhnt habt, als ihr
sagtet: Ist die Faust Sebachs und Zalmunnas etwa schon in deiner
Hand, da wir deinen Mnnern, die ermattet sind, Brot geben
sollten? $8/16$ Und er nahm die ltesten der Stadt und
Dorngestrpp der Wste und Stechdisteln, und er zchtigte damit
die Mnner von Sukkot. $8/17$ Und den Turm von Pnuel ri er
nieder und erschlug die Mnner der Stadt.

$8/18$ Und er sagte zu Sebach und zu Zalmunna: Wie [sahen] die
Mnner [aus], die ihr auf dem Tabor erschlagen habt? Sie sagten:
Ganz wie du, so waren sie, jeder gleich einem Knigssohn. $8/19$
Da sagte er: Meine Brder, die Shne meiner Mutter, waren sie.
So wahr der HERR lebt, httet ihr sie am Leben gelassen, wrde
ich euch nicht erschlagen! $8/20$ Und er sagte zu Jeter, seinem
Erstgeborenen: Steh auf, erschlag sie! Aber der Junge zog sein
Schwert nicht; denn er frchtete sich, weil er noch ein Junge
war. $8/21$ Da sagten Sebach und Zalmunna: Steh du auf und sto
uns nieder! Denn wie der Mann, so seine Kraft. Da stand Gideon
auf und erschlug Sebach und Zalmunna. Und er nahm die Halbmonde,
die an den Hlsen ihrer Kamele [hingen].

Ablehnung der Knigswrde durch Gideon, aber Verleitung zum
Gtzendienst.

$8/22$ Und die Mnner von Israel sagten zu Gideon: Herrsche ber
uns, sowohl du als auch dein Sohn und deines Sohnes Sohn! Denn
du hast uns aus der Hand Midians gerettet. $8/23$ Gideon aber
sagte zu ihnen: Nicht ich will ber euch herrschen, auch mein
Sohn soll nicht ber euch herrschen. Der HERR soll ber euch
herrschen. $8/24$ Und Gideon sagte zu ihnen: Eine Bitte will ich
von euch erbitten: Gebt mir jeder einen Ring von seiner Beute!
(Denn sie hatten goldene Ringe, weil sie Ismaeliter waren).
$8/25$ Sie sagten: Gern wollen wir [sie dir] geben. Und sie
breiteten ein Obergewand aus und warfen darauf jeder einen Ring
von seiner Beute. $8/26$ Und das Gewicht der goldenen Ringe, die
er erbeten hatte, betrug 1 700 [Schekel] Gold, abgesehen von den
Halbmonden und den Ohrgehngen und den Purpurkleidern, die die
Knige von Midian getragen hatten, und abgesehen von den
Halsketten, die an den Hlsen ihrer Kamele [gehangen hatten].
$8/27$ Und Gideon machte daraus ein Ephod und stellte es in
seiner Stadt auf, in Ofra. Und ganz Israel hurte ihm dort nach.
Das wurde Gideon und seinem Haus zur Falle.

Gideons Nachkommen und Tod.

$8/28$ So mute sich Midian vor den Shnen Israel beugen und
konnte sein Haupt nicht mehr erheben. Und das Land hatte in den
Tagen Gideons vierzig Jahre Ruhe.

$8/29$ Und Jerub-Baal, der Sohn des Joasch, ging hin und wohnte
in seinem Haus. $8/30$ Und Gideon hatte siebzig Shne, die
[alle] aus seiner Lende hervorgegangen waren; denn er hatte
viele Frauen. $8/31$ Und seine Nebenfrau, die in Sichem
[wohnte], auch sie gebar ihm einen Sohn; und er gab ihm den
Namen Abimelech. $8/32$ Und Gideon, der Sohn des Joasch, starb
in gutem Alter. Und er wurde im Grab seines Vaters Joasch
begraben, in Ofra, [der Stadt] der Abiesriter.

$8/33$ Und es geschah, sobald Gideon gestorben war, da wandten
sich die Shne Israel [wieder] ab und hurten den Baalim nach und
machten sich den Baal-Berit zum Gott. $8/34$ Und die Shne
Israel dachten nicht mehr an den HERRN, ihren Gott, der sie der
Hand all ihrer Feinde ringsum entrissen hatte. $8/35$ Und sie
erwiesen dem Haus Jerub-Baal-Gideons keine Gte, wie es all dem
Guten, das er an Israel getan hatte, entsprochen htte.

Abimelechs Brudermord und Knigtum.

\9\

$9/1$ Und Abimelech, der Sohn Jerub-Baals, ging nach Sichem zu
den Brdern seiner Mutter. Und er redete zu ihnen und zur ganzen
Sippe vom Haus des Vaters seiner Mutter und sagte: $9/2$ Redet
doch vor den Ohren aller Brger von Sichem: Was ist besser fr
euch: da siebzig Mnner ber euch herrschen, alle Shne
Jerub-Baals, oder da [nur] ein Mann ber euch herrscht? Und
bedenkt, da ich euer Gebein und euer Fleisch bin! $9/3$ Da
redeten die Brder seiner Mutter ber ihn vor den Ohren aller
Brger von Sichem all diese Worte. Und ihr Herz neigte sich
Abimelech zu, denn sie sagten [sich]: Er ist unser Bruder. $9/4$
Und sie gaben ihm siebzig [Schekel] Silber aus dem Haus des
Baal-Berit. Und Abimelech kaufte sich damit ehrlose und
leichtfertige Mnner; die folgten ihm nach. $9/5$ Und er kam in
das Haus seines Vates, nach Ofra, und erschlug seine Brder, die
Shne Jerub-Baals, siebzig Mann auf einem Stein. Es blieb aber
Jotam brig, der jngste Sohn Jerub-Baals, denn er hatte sich
versteckt. $9/6$ Und alle Brger von Sichem und die ganze
Bewohnerschaft des Millo versammelten sich und gingen hin und
machten Abimelech zum Knig bei der Denkmals-Terebinthe, die in
Sichem [steht].

Jotams Fabel und Rede gegen Abimelech.

$9/7$ Und man berichtete es Jotam. Da ging er hin und stellte
sich auf den Gipfel des Berges Garizim, und er erhob seine
Stimme, rief und sagte zu ihnen: Hrt auf mich, Brger von
Sichem, dann wird Gott auf euch hren! $9/8$ Einst gingen die
Bume hin, einen Knig ber sich zu salben. Und sie sagten zum
Olivenbaum: Sei Knig ber uns! $9/9$ Da sagte ihnen der
Olivenbaum: Sollte ich meine Fettigkeit aufgeben, die Gtter und
Menschen an mir in Ehren halten, und sollte ich hingehen, um
ber den Bumen zu schweben? $9/10$ Und die Bume sagten zum
Feigenbaum: Komm du, sei Knig ber uns! $9/11$ Da sagte ihnen
der Feigenbaum: Sollte ich meine Sigkeit aufgeben und meine
gute Frucht, und sollte ich hingehen, um ber den Bumen zu
schweben? $9/12$ Und die Bume sagten zum Weinstock: Komm du,
sei Knig ber uns! $9/13$ Da sagte ihnen der Weinstock: Sollte
ich meinen Most aufgeben, der Gtter und Menschen erfreut, und
sollte ich hingehen, um ber den Bumen zu schweben? $9/14$ Und
alle Bume sagten zum Dornstrauch: Komm du, sei Knig ber uns!
$9/15$ Da sagte der Dornstrauch zu den Bumen: Wollt ihr in
Wahrheit mich zum Knig ber euch salben, so kommt, sucht
Zuflucht in meinem Schatten! Wenn aber nicht, so gehe Feuer aus
vom Dornstrauch, das fresse die Zedern des Libanon! - $9/16$ Und
nun, wenn ihr in Wahrheit und Aufrichtigkeit gehandelt habt, als
ihr Abimelech zum Knig gemacht habt, und wenn ihr Gutes getan
habt an Jerub-Baal und an seinem Haus und wenn ihr ihm getan
habt nach dem Tun seiner Hnde - $9/17$ denn mein Vater hat fr
euch gekmpft und sein Leben eingesetzt und euch der Hand
Midians entrissen; $9/18$ ihr aber habt euch heute gegen das
Haus meines Vaters erhoben und seine Shne erschlagen, siebzig
Mann auf einem Stein, und habt Abimelech, den Sohn seiner
Sklavin, zum Knig gemacht ber die Brger von Sichem, weil er
euer Bruder ist -, $9/19$ wenn ihr also an diesem Tag in
Wahrheit und Aufrichtigkeit an Jerub-Baal und an seinem Haus
gehandelt habt, dann habt eure Freude an Abimelech, und auch er
soll seine Freude an euch haben! $9/20$ Wenn aber nicht, so gehe
Feuer von Abimelech aus und fresse die Brger von Sichem und die
Bewohnerschaft des Millo! Und es gehe Feuer aus von den Brgern
von Sichem und von der Bewohnerschaft des Millo und fresse
Abimelech!

$9/21$ Und Jotam floh und entwich und ging nach Beer und blieb
dort wohnen [aus Furcht] vor seinem Bruder Abimelech.

Abimelechs Ende.

$9/22$ Und Abimelech herrschte ber Israel drei Jahre. $9/23$ Da
sandte Gott einen bsen Geist zwischen Abimelech und die Brger
von Sichem. Und die Brger von Sichem handelten treulos an
Abimelech, $9/24$ damit die Gewalttat an den siebzig Shnen
Jerub-Baals [auf ihn] zurckkme und ihr Blut auf ihren Bruder
Abimelech gelegt wrde, der sie erschlagen hatte, und auf die
Brger von Sichem, die seine Hnde gestrkt hatten, seine Brder
zu erschlagen. $9/25$ Und die Brger von Sichem legten
[Wegelagerer in] einen Hinterhalt gegen ihn auf den Hhen der
Berge; die beraubten jeden, der an ihnen auf dem Weg vorberzog.
Das wurde dem Abimelech berichtet.

$9/26$ Und Gaal, der Sohn Ebeds, kam mit seinen Brdern, und sie
zogen durch Sichem. Und die Brger von Sichem vertrauten ihm.
$9/27$ Und sie gingen aufs Feld hinaus und hielten Lese in ihren
Weinbergen und kelterten. Und sie hielten ein Freudenfest und
gingen in das Haus ihres Gottes, aen und tranken und fluchten
dem Abimelech. $9/28$ Und Gaal, der Sohn Ebeds, sagte: Wer ist
Abimelech und wer Sichem, da wir [ihm] dienen sollten? Ist er
nicht der Sohn Jerub-Baals und Sebul sein Statthalter? Dient
[lieber] den Mnnern Hamors, des Vaters von Sichem! Warum
sollten gerade wir ihm dienen? $9/29$ Htte ich nur dieses Volk
unter meiner Hand, so wollte ich Abimelech [schon] beseitigen,
und ich wrde zu Abimelech sagen: Vermehre [doch] dein Heer und
zieh aus!

$9/30$ Als nun Sebul, der Oberste der Stadt, die Worte Gaals,
des Sohnes Ebeds, hrte, da entbrannte sein Zorn. $9/31$ Und er
sandte Boten zu Abimelech mit List und [lie ihm] sagen: Siehe,
Gaal, der Sohn Ebeds, und seine Brder sind nach Sichem
gekommen, und siehe, sie wiegeln die Stadt gegen dich auf.
$9/32$ Und nun, mache dich in der Nacht auf, du und das
[Kriegs]volk, das bei dir ist, und lege dich auf dem Feld in
einen Hinterhalt! $9/33$ Und es geschehe am Morgen, wenn die
Sonne aufgeht, dann mache dich frh auf und berfalle die Stadt!
Siehe, wenn er und das [Kriegs]volk, das bei ihm ist, gegen dich
herausziehen, dann tu ihm, wie deine Hand es finden wird! $9/34$
Da machten sich Abimelech und das ganze [Kriegs]volk, das bei
ihm war, in der Nacht auf und legten sich in vier Abteilungen
gegen Sichem in einen Hinterhalt. $9/35$ Und Gaal, der Sohn
Ebeds, ging hinaus und trat an den Eingang des Stadttores. Da
machten sich Abimelech und das [Kriegs]volk, das bei ihm war,
aus dem Hinterhalt auf. $9/36$ Als nun Gaal das [Kriegs]volk
sah, sagte er zu Sebul: Siehe, [Kriegs]volk kommt von den Hhen
der Berge herab. Sebul aber sagte zu ihm: Den Schatten der Berge
siehst du als Mnner an. $9/37$ Doch Gaal beharrte darauf und
sagte: Sieh doch, [Kriegs]volk kommt von der Hhe des Landes
herab, und eine Abteilung kommt aus der Richtung von
Elon-Meonenim. $9/38$ Da sagte Sebul zu ihm: Wo ist nun dein
Maul, mit dem du sagtest: Wer ist Abimelech, da wir ihm dienen
sollten? Ist das nicht das [Kriegs]volk, das du verachtet hast?
Zieh doch jetzt aus und kmpfe mit ihm! $9/39$ Da zog Gaal
hinaus, vor den Brgern von Sichem her, und kmpfte mit
Abimelech. $9/40$ Und Abimelech jagte ihn, so da er vor ihm
floh. Und viele fielen [und lagen] erschlagen bis an den Eingang
des Tores. $9/41$ Und Abimelech blieb in Aruma. Sebul aber
vertrieb Gaal und seine Brder, so da sie nicht mehr in Sichem
blieben.

$9/42$ Und es geschah am andern Tag, da ging das Volk aufs Feld
hinaus. Das berichtete man Abimelech. $9/43$ Da nahm er das
[Kriegs]volk und teilte es in drei Abteilungen und legte sich
auf dem Feld in einen Hinterhalt. Und er sah, und siehe, das
Volk kam aus der Stadt heraus. Da erhob er sich gegen sie und
schlug sie. $9/44$ Und Abimelech und die Abteilungen, die bei
ihm waren, brachen hervor und stellten sich an den Eingang des
Stadttores. Die beiden [anderen] Abteilungen aber fielen ber
alle her, die auf dem Feld waren, und erschlugen sie. $9/45$ Und
Abimelech kmpfte jenen ganzen Tag gegen die Stadt. Und er nahm
die Stadt ein, und das Volk, das darin war, erschlug er. Und er
ri die Stadt nieder und bestreute sie mit Salz.

$9/46$ Als das alle Brger von Migdal-Sichem hrten, gingen sie
in das Kellergewlbe des Hauses des Gottes Berit. $9/47$ Und es
wurde dem Abimelech berichtet, da alle Brger von Migdal-Sichem
sich versammelt htten. $9/48$ Da stieg Abimelech auf den Berg
Zalmon, er und das ganze [Kriegs]volk, das bei ihm war. Und
Abimelech nahm eine Axt in seine Hand und hieb einen Ast vom
Baum ab, hob ihn auf und legte ihn auf seine Schulter. Und er
sagte zu dem Volk, das bei ihm war: Was ihr mich habt tun sehen,
schnell, macht es wie ich! $9/49$ Da hieb auch das ganze Volk,
jeder seinen Ast ab, und sie folgten Abimelech, legten [alles]
auf das Kellergewlbe und steckten das Kellergewlbe ber ihnen
in Brand. So starben auch alle Leute von Migdal-Sichem, etwa
tausend Mnner und Frauen.

$9/50$ Dann zog Abimelech nach Tebez und belagerte Tebez und
nahm es ein. $9/51$ Es war aber ein starker Turm mitten in der
Stadt, und dahin flohen alle Mnner und Frauen, alle Brger der
Stadt. Und sie schlossen hinter sich zu und stiegen auf das Dach
des Turmes. $9/52$ Und Abimelech kam an den Turm und kmpfte
gegen ihn. Und er trat an den Eingang des Turmes, um ihn mit
Feuer zu verbrennen. $9/53$ Da warf eine Frau einen oberen
Mhlstein auf Abimelechs Kopf und zerschmetterte ihm den
Schdel. $9/54$ Da rief er schnell nach dem Burschen, seinem
Waffentrger, und sagte zu ihm: Zieh dein Schwert und tte mich,
damit man nicht von mir sagt: Eine Frau hat ihn erschlagen! Und
sein Bursche durchbohrte ihn, da er starb.

$9/55$ Und als die Mnner von Israel sahen, da Abimelech tot
war, da gingen sie, jeder an seinen Ort. $9/56$ So lie Gott die
Bosheit Abimelechs, die er an seinem Vater verbt hatte, indem
er seine siebzig Brder erschlug, [auf ihn] zurckkommen. $9/57$
Und die ganze Bosheit der Mnner von Sichem lie Gott auf ihren
Kopf zurckkommen. So kam ber sie der Fluch Jotams, des Sohnes
Jerub-Baals.

Richter Tola und Jair.

vgl. Kap. 12,8-15.

\10\

$10/1$ Und nach Abimelech stand auf, um Israel zu retten, Tola,
der Sohn des Puwa, des Sohnes des Dodo, ein Mann aus Issaschar.
Er wohnte in Schamir im Gebirge Ephraim. $10/2$ Und er richtete
Israel 23 Jahre. Und er starb und wurde in Schamir begraben.

$10/3$ Und nach ihm stand Jair auf, der Gileaditer. Er richtete
Israel 22 Jahre. $10/4$ Und er hatte dreiig Shne, die auf
dreiig Eseln ritten, und sie hatten dreiig Stdte. Diese nennt
man die Zeltdrfer Jairs bis auf diesen Tag; sie [liegen] im
Land Gilead. $10/5$ Und Jair starb und wurde in Kamon begraben.

Bedrckung Israels durch die Ammoniter.

$10/6$ Und die Shne Israel taten weiter, was bse war in den
Augen des HERRN, und sie dienten den Baalim und den Astarot und
den Gttern Arams und den Gttern Sidons und den Gttern Moabs
und den Gttern der Shne Ammon und den Gttern der Philister.
Und sie verlieen den HERRN und dienten ihm nicht. $10/7$ Da
entbrannte der Zorn des HERRN gegen Israel, und er verkaufte sie
in die Hand der Philister und in die Hand der Shne Ammon.
$10/8$ Und sie zerschmetterten und zerschlugen die Shne Israel
in jenem Jahr, [und zwar] achtzehn Jahre [lang] alle Shne
Israel, die jenseits des Jordan waren im Land der Amoriter, das
in Gilead ist. $10/9$ Und die Shne Ammon zogen ber den Jordan,
um auch gegen Juda und gegen Benjamin und gegen das Haus Ephraim
zu kmpfen. So war Israel in groer Bedrngnis.

$10/10$ Da schrieen die Shne Israel zu dem HERRN um Hilfe und
sagten: Wir haben gegen dich gesndigt, weil wir unseren Gott
verlassen und den Baalim gedient haben. $10/11$ Und der HERR
sprach zu den Shnen Israel: Ist es nicht so? Von den gyptern
und von den Amoritern, von den Shnen Ammon und von den
Philistern, $10/12$ und als die Sidonier und Amalekiter und
Maoniter euch qulten und als ihr da zu mir schrieet, da habe
ich euch aus ihrer Hand gerettet. $10/13$ Ihr aber, ihr habt
mich verlassen und habt andern Gttern gedient. Darum werde ich
nicht fortfahren, euch zu retten. $10/14$ Geht hin und schreit
zu den Gttern um Hilfe, die ihr erwhlt habt! Sollen sie euch
doch retten zur Zeit eurer Not! $10/15$ Da sagten die Shne
Israel zu dem HERRN: Wir haben gesndigt. Tu du uns nach allem,
was gut ist in deinen Augen! Nur errette uns doch am heutigen
Tag! $10/16$ Und sie entfernten die fremden Gtter aus ihrer
Mitte und dienten dem HERRN. Da wurde seine Seele ungeduldig
ber das Elend Israels.

$10/17$ Und die Shne Ammon wurden zusammengerufen und lagerten
in Gilead. Und die Shne Israel versammelten sich und lagerten
in Mizpa. $10/18$ Da sagte das Volk, [nmlich] die Obersten von
Gilead, einer zum andern: Wer ist der Mann, der anfngt, mit den
Shnen Ammon zu kmpfen? Er soll das Oberhaupt aller Bewohner
Gileads werden.

Jeftahs Berufung.

\11\

$11/1$ Und Jeftah, der Gileaditer, war ein tapferer Held. Er war
aber der Sohn einer Hure, und Gilead hatte Jeftah gezeugt.
$11/2$ Aber [auch] Gileads Ehefrau hatte ihm Shne geboren. Als
nun die Shne der Frau gro geworden waren, vertrieben sie
Jeftah und sagten zu ihm: Du erbst nicht mit dem Haus unseres
Vaters, denn du bist der Sohn einer anderen Frau. $11/3$ So war
Jeftah vor seinen Brdern geflohen und hatte sich im Land Tob
niedergelassen. Und es sammelten sich bei Jeftah ehrlose Leute,
die zogen mit ihm aus.

$11/4$ Und es geschah nach einiger Zeit, da kmpften die Shne
Ammon mit Israel. $11/5$ Und es geschah, als die Shne Ammon mit
Israel kmpften, da gingen die ltesten von Gilead hin, um
Jeftah aus dem Land Tob zu holen. $11/6$ Und sie sagten zu
Jeftah: Komm und sei unser Anfhrer, damit wir gegen die Shne
Ammon kmpfen knnen! $11/7$ Da sagte Jeftah zu den ltesten von
Gilead: Seid ihr es nicht gewesen, die mich gehat und mich aus
dem Haus meines Vaters vertrieben haben? Und warum kommt ihr
jetzt zu mir, da ihr in Bedrngnis seid? $11/8$ Und die ltesten
von Gilead sagten zu Jeftah: Darum sind wir jetzt zu dir
zurckgekehrt, damit du mit uns ziehst und gegen die Shne Ammon
kmpfst. Du sollst unser Oberhaupt werden fr alle Bewohner
Gileads. $11/9$ Da sagte Jeftah zu den ltesten von Gilead: Wenn
ihr mich zurckholt zum Kampf gegen die Shne Ammon und der HERR
sie vor mir dahingibt, werde ich [dann] wirklich euer Oberhaupt
sein? $11/10$ Und die ltesten von Gilead sagten zu Jeftah: Der
HERR sei Zeuge zwischen uns: Wenn wir nicht so tun, wie du
geredet hast! $11/11$ Da ging Jeftah mit den ltesten von Gilead
mit, und das Volk setzte ihn als Oberhaupt und als Anfhrer ber
sich. Und Jeftah redete alle seine Worte vor dem HERRN in Mizpa.

Jeftahs Verhandlung mit den Ammonitern.

$11/12$ Und Jeftah sandte Boten an den Knig der Shne Ammon und
[lie ihm] sagen: Was habe ich mit dir [zu tun], da du gegen
mich gekommen bist, um gegen mein Land Krieg zu fhren? $11/13$
Und der Knig der Shne Ammon sagte zu den Boten Jeftahs: Weil
Israel, als es aus gypten heraufzog, mein Land genommen hat,
vom Arnon bis an den Jabbok und bis an den Jordan. Und nun gib
die Lnder in Frieden zurck! $11/14$ Da sandte Jeftah noch
einmal Boten an den Knig der Shne Ammon $11/15$ und lie ihm
sagen: So spricht Jeftah: Israel hat nicht das Land Moabs und
das Land der Shne Ammon genommen. $11/16$ Sondern als sie aus
gypten heraufzogen, da wanderte Israel durch die Wste bis zum
Schilfmeer, und es kam nach Kadesch. $11/17$ Und Israel sandte
Boten an den Knig von Edom und [lie ihm] sagen: La mich doch
durch dein Land ziehen! Aber der Knig von Edom hrte nicht
[darauf]. Und auch an den Knig von Moab sandte es; aber [auch
der] wollte nicht. So blieb Israel in Kadesch. $11/18$ Und es
wanderte durch die Wste und umging das Land Edom und das Land
Moab und kam von Sonnenaufgang her zum Land Moab. Und sie
lagerten jenseits des Arnon und kamen nicht in das Gebiet Moabs,
denn der Arnon ist die Grenze Moabs.

V. 19-22: 4Mo 21,21-25.

$11/19$ Und Israel sandte Boten an Sihon, den Knig der
Amoriter, den Knig von Heschbon, und Israel lie ihm sagen: La
uns doch durch dein Land ziehen bis an meinen Ort! $11/20$ Aber
Sihon traute Israel nicht, da es [nur] durch sein Gebiet
hindurchziehen wolle. Und Sihon versammelte sein ganzes
[Kriegs]volk, und sie lagerten sich in Jahaz; und er kmpfte
gegen Israel. $11/21$ Da gab der HERR, der Gott Israels, den
Sihon und sein ganzes [Kriegs]volk in die Hand Israels, und sie
schlugen sie. So nahm Israel das ganze Land der Amoriter, die
jenes Land bewohnten, in Besitz: $11/22$ Sie nahmen das ganze
Gebiet der Amoriter in Besitz, vom Arnon bis an den Jabbok und
von der Wste bis an den Jordan. $11/23$ Und nun: Der HERR, der
Gott Israels, hat die Amoriter vor seinem Volk Israel
vertrieben, da willst du uns [wieder] daraus verdrngen? $11/24$
Ist es nicht [so]: Wen Kemosch, dein Gott, [vor] dir vertreibt,
dessen Land nimmst du in Besitz. Und wen immer der HERR, unser
Gott, vor uns her vertreibt, dessen Land nehmen wir in Besitz.
$11/25$ Und nun, bist du wirklich besser als Balak, der Sohn
Zippors, der Knig von Moab? Hat er sich etwa in einen
Rechtsstreit mit Israel eingelassen oder jemals mit ihnen einen
Krieg angefangen? $11/26$ Whrend Israel in Heschbon wohnte und
in seinen Tochterstdten und in Aroer und in seinen
Tochterstdten und in all den Stdten, die lngs des Arnon
[liegen], dreihundert Jahre lang - warum habt ihr [sie uns] denn
nicht in jener Zeit entrissen? $11/27$ Nicht ich habe gegen dich
gesndigt, sondern du tust mir Bses an, indem du gegen mich
Krieg fhrst. Es richte der HERR, der Richter, heute zwischen
den Shnen Israel und den Shnen Ammon!

Jeftahs Gelbde und Sieg.

$11/28$ Aber der Knig der Shne Ammon hrte nicht auf Jeftahs
Worte, die er zu ihm gesandt hatte. $11/29$ Da kam der Geist des
HERRN ber Jeftah. Und er zog durch Gilead und Manasse und zog
nach Mizpa in Gilead, und von Mizpa in Gilead zog er weiter zu
den Shnen Ammon. $11/30$ Und Jeftah gelobte dem HERRN ein
Gelbde und sagte: Wenn du die Shne Ammon wirklich in meine
Hand gibst, $11/31$ dann soll der - wer es auch sei -, der aus
der Tr meines Hauses herauskommt mir entgegen, wenn ich in
Frieden von den Shnen Ammon zurckkehre, der soll dem HERRN
gehren; ich will ihn als Brandopfer opfern! $11/32$ So zog
Jeftah zu den Shnen Ammon hinber, um gegen sie zu kmpfen. Und
der HERR gab sie in seine Hand. $11/33$ Und er schlug sie von
Aroer an bis dahin, wo man nach Minnit kommt, zwanzig Stdte,
und bis nach Abel-Keramim - eine sehr groe Niederlage [fr die
Shne Ammon]. So muten sich die Shne Ammon vor den Shnen
Israel beugen.

$11/34$ Und Jeftah kam nach Mizpa zu seinem Haus. Und siehe, da
trat seine Tochter heraus ihm entgegen, mit Tamburinen und in
Reigentnzen. Nur sie hatte er, als einzige; auer ihr hatte er
weder Sohn noch Tochter. $11/35$ Und es geschah, als er sie sah,
da zerri er seine Kleider und sagte: Wehe, meine Tochter! Tief
beugst du mich nieder. Du, du bist unter denen, die mich in
Trbsal bringen! Ich selber habe meinen Mund gegen den HERRN
aufgerissen und kann nicht mehr zurck! $11/36$ Da sagte sie zu
ihm: Mein Vater, hast du deinen Mund gegen den HERRN
aufgerissen, so tu mir, wie es aus deinem Mund hervorgegangen
ist, nachdem der HERR dir Rache verschafft hat an deinen
Feinden, den Shnen Ammon! $11/37$ Und sie sagte [weiter] zu
ihrem Vater: Es mge dies mir gewhrt werden: La mir zwei
Monate, da ich hingehe und hinabsteige ber die Berge und meine
Jungfrauschaft beweine, ich und meine Freundinnen! $11/38$ Er
sagte: Geh hin! Und er entlie sie fr zwei Monate. So ging sie
hin, sie und ihre Freundinnen, und beweinte ihre Jungfrauschaft
auf den Bergen. $11/39$ Und es geschah am Ende von zwei Monaten,
da kehrte sie zu ihrem Vater zurck. Und er vollzog an ihr sein
Gelbde, das er gelobt hatte. Sie hatte aber keinen Mann
erkannt. Und es wurde zur Ordnung in Israel: $11/40$ Von Jahr zu
Jahr gehen die Tchter Israel hin, um die Tochter Jeftahs, des
Gileaditers, zu besingen, vier Tage im Jahr.
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