\88\

$88/1$ Ein Lied. Ein Psalm. Von den Shnen Korachs . Dem
Chorleiter. Nach Machalath zu singen. Ein Maskil. Von Heman, dem
Esrachiter . $88/2$ HERR, Gott meines Heils! Des Tages habe ich
geschrien und des Nachts vor dir. $88/3$ Es komme vor dich mein
Gebet! Neige dein Ohr zu meinem Schreien! $88/4$ Denn satt ist
meine Seele vom Leiden, und mein Leben ist nahe dem Scheol.
$88/5$ Ich bin gerechnet zu denen, die in die Grube hinabfahren.
Ich bin wie ein Mann, der keine Kraft hat, $88/6$ unter die
Toten hingestreckt, wie Erschlagene, die im Grab liegen, derer
du nicht mehr gedenkst. Denn sie sind von deiner Hand
abgeschnitten. $88/7$ Du hast mich in die tiefste Grube gelegt,
in Finsternisse, in Tiefen. $88/8$ Auf mir liegt schwer dein
Zorn, und mit allen deinen Wellen hast du mich niedergedrckt.
// $88/9$ Meine Bekannten hast du von mir entfernt, hast mich
ihnen zum Abscheu gemacht. Ich bin eingeschlossen und kann nicht
herauskommen. $88/10$ Mein Auge verschmachtet vor Elend. Zu dir
rufe ich, HERR, den ganzen Tag. Ich strecke meine Hnde aus zu
dir. $88/11$ Wirst du an den Toten Wunder tun? Oder werden die
Gestorbenen aufstehen, dich preisen? // $88/12$ Wird von deiner
Gnade erzhlt werden im Grab, im Abgrund von deiner Treue?
$88/13$ Werden in der Finsternis bekannt werden deine Wunder,
und deine Gerechtigkeit im Land des Vergessens? $88/14$ Ich
aber, o HERR, schreie zu dir, und am Morgen mge dir mein Gebet
begegnen. $88/15$ Warum, HERR, verwirfst du meine Seele,
verbirgst du dein Angesicht vor mir? $88/16$ Elend bin ich und
todkrank von Jugend auf. Ich trage deine Schrecken, bin
verwirrt. $88/17$ Deine Zorngluten sind ber mich hingegangen,
deine Schrecknisse haben mich vernichtet. $88/18$ Sie umgeben
mich wie Wasser den ganzen Tag, sie umringen mich allesamt.
$88/19$ Du hast mir entfremdet Freund und Nachbarn. Meine
Bekannten sind Finsternis.

\89\

$89/1$ Ein Maskil. Von Etan, dem Esrachiter. $89/2$ Die
Gnadenerweise des HERRN will ich ewig besingen, von Geschlecht
zu Geschlecht mit meinem Mund deine Treue verkndigen. $89/3$
Denn ich sagte: Auf ewig wird die Gnade gebaut werden. In den
Himmeln wirst du festgrnden deine Treue. $89/4$ Einen Bund habe
ich mit meinem Auserwhlten geschlossen, habe David, meinem
Knecht, geschworen: $89/5$ `Bis in Ewigkeit will ich deiner
Nachkommenschaft Bestand geben und fr alle Geschlechter bauen
deinen Thron. // $89/6$ Die Himmel werden deine Wunder preisen,
HERR, ja, deine Treue in der Versammlung der Heiligen. $89/7$
Denn wer in den Wolken ist mit dem HERRN zu vergleichen? Wer ist
dem HERRN gleich unter den Gttershnen? $89/8$ Gott ist
gefrchtet im Kreis der Heiligen, gro ist er und furchtbar ber
alle, die rings um ihn her sind. $89/9$ HERR, Gott der
Heerscharen! Wer ist stark wie du, Jah? Deine Treue ist rings um
dich her. $89/10$ Du beherrschst des Meeres Toben, erheben sich
seine Wogen - du stillst sie. $89/11$ Du hast Rahab zertreten
wie einen Erschlagenen. Mit deinem starken Arm hast du deine
Feinde zerstreut. $89/12$ Dein sind die Himmel, und dein ist die
Erde. Die Welt und ihre Flle, du hast sie gegrndet. $89/13$
Norden und Sden, du hast sie erschaffen. Tabor und Hermon
jubeln in deinem Namen. $89/14$ Du hast einen gewaltigen Arm,
stark ist deine Hand, erhoben deine Rechte. $89/15$
Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Grundfeste. Gnade
und Treue gehen vor deinem Angesicht her. $89/16$ Glcklich ist
das Volk, das den Jubelruf kennt! HERR, im Licht deines
Angesichts wandeln sie. $89/17$ In deinem Namen freuen sie sich
tglich, und durch deine Gerechtigkeit werden sie erhht.
$89/18$ Denn die Zierde ihrer Strke bist du; und durch deine
Gunst wird unser Horn erhht. $89/19$ Denn dem HERRN gehrt
unser Schild, und dem Heiligen Israels unser Knig. $89/20$
Damals redetest du im Gesicht zu deinen Frommen und sagtest:
Hilfe habe ich auf einen Helden gelegt, ich habe einen
Auserwhlten erhht aus dem Volk. $89/21$ Ich habe David
gefunden, meinen Knecht. Mit meinem heiligen l habe ich ihn
gesalbt. $89/22$ Meine Hand soll bestndig mit ihm sein, und
mein Arm soll ihn strken. $89/23$ Kein Feind soll ihn bedrngen
und kein Sohn der Ungerechtigkeit ihn bedrcken. $89/24$ Ich
will seine Bedrnger vor ihm zerschmettern. Die ihn hassen, will
ich niederstoen. $89/25$ Meine Treue und meine Gnade sollen mit
ihm sein, und durch meinen Namen soll sein Horn erhht werden.
$89/26$ Ich will seine Hand auf das Meer legen, und seine Rechte
auf die Strme. $89/27$ Er wird mich anrufen: Mein Vater bist
du, mein Gott und der Fels meines Heils! $89/28$ So will auch
ich ihn zum Erstgeborenen machen, zum Hchsten unter den Knigen
der Erde. $89/29$ Ewig will ich ihm meine Gnade bewahren, und
mein Bund soll ihm fest bleiben. $89/30$ Und ich will seine
Nachkommen einsetzen fr immer und seinen Thron wie die Tage der
Himmel. $89/31$ Wenn seine Shne mein Gesetz verlassen und nicht
wandeln in meinen Rechtsbestimmungen, $89/32$ wenn sie meine
Ordnungen entweihen und meine Gebote nicht halten, $89/33$ so
werde ich ihr Vergehen mit der Rute und ihre Ungerechtigkeit mit
Schlgen heimsuchen. $89/34$ Aber meine Gnade werde ich nicht
von ihm weichen lassen und nicht verleugnen meine Treue. $89/35$
Ich werde meinen Bund nicht entweihen und nicht ndern, was
hervorgegangen ist aus meinen Lippen. $89/36$ Einmal habe ich
geschworen bei meiner Heiligkeit - wie knnte ich David
tuschen! -. $89/37$ `Seine Nachkommenschaft soll ewig sein und
sein Thron wie die Sonne vor mir. $89/38$ Wie der Mond wird er
ewig feststehen. Der Zeuge in den Wolken ist treu. // $89/39$ Du
aber hast verworfen und verstoen, bist sehr zornig gewesen
gegen deinen Gesalbten. $89/40$ Preisgegeben hast du den Bund
mit deinem Knecht, hast zu Boden [geworfen und] entweiht seine
Krone. $89/41$ Du hast niedergerissen all seine Mauern, hast
seine Burgen in Trmmer gelegt. $89/42$ Es haben ihn alle
ausgeplndert, die des Weges vorbergehen. Er ist zum Hohn
geworden seinen Nachbarn. $89/43$ Du hast erhht die Rechte
seiner Bedrnger, hast erfreut alle seine Feinde. $89/44$ Auch
hast du zurckweichen lassen die Schrfe seines Schwertes und
hast ihn nicht bestehen lassen im Kampf. $89/45$ Du hast
aufhren lassen seinen Glanz und zur Erde gestrzt seinen Thron.
$89/46$ Du hast verkrzt die Tage seiner Jugend, mit Schmach
hast du ihn bedeckt. // $89/47$ Bis wann, HERR, willst du dich
immerfort verbergen, soll wie Feuer brennen dein Zorn? $89/48$
Gedenke an mich, wie [kurz meine] Lebensdauer ist, zu welcher
Nichtigkeit du alle Menschenkinder erschaffen hast! $89/49$
Welcher Mann lebt und wird den Tod nicht sehen, wird sein Leben
befreien von der Gewalt des Scheols? // $89/50$ Wo sind deine
frheren Gnaden, o Herr, die du David zugeschworen hast in
deiner Treue? $89/51$ Gedenke, Herr, der Schmach deiner Knechte.
In meiner Brust trage ich all die vielen Vlker [mit ihrem
Hohn], $89/52$ womit deine Feinde gehhnt haben, HERR, womit sie
gehhnt haben die Fuspuren deines Gesalbten!

$89/53$ Gepriesen sei der HERR ewig! Amen, ja Amen!


VIERTES BUCH

\90\

$90/1$ Ein Gebet von Mose, dem Mann Gottes. Herr, du bist unsere
Wohnung gewesen von Geschlecht zu Geschlecht. $90/2$ Ehe die
Berge geboren waren und du die Erde und die Welt erschaffen
hattest, von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du, Gott. $90/3$ Du lt
den Menschen zum Staub zurckkehren und sprichst: Kehrt zurck,
ihr Menschenkinder! $90/4$ Denn tausend Jahre sind in deinen
Augen wie der gestrige Tag, wenn er vergangen ist, und wie eine
Wache in der Nacht. $90/5$ Du schwemmst sie hinweg, [sie sind
wie] ein Schlaf, sie sind am Morgen wie Gras, das aufsprot.
$90/6$ Am Morgen blht es und sprot auf. Am Abend welkt es und
verdorrt. $90/7$ Denn wir vergehen durch deinen Zorn, und durch
deinen Grimm werden wir verstrt. $90/8$ Du hast unsere
Ungerechtigkeiten vor dich gestellt, unser verborgenes [Tun] vor
das Licht deines Angesichts. $90/9$ Denn alle unsere Tage
schwinden durch deinen Grimm. Wir bringen unsere Jahre zu wie
einen Seufzer. $90/10$ Die Tage unserer Jahre sind siebzig
Jahre, und, wenn in Kraft, achtzig Jahre, und ihr Stolz ist Mhe
und Nichtigkeit, denn schnell eilt es vorber, und wir fliegen
dahin. $90/11$ Wer erkennt die Strke deines Zorns und deines
Grimms, wie es der Furcht vor dir entspricht? $90/12$ So lehre
[uns] denn zhlen unsere Tage, damit wir ein weises Herz
erlangen! $90/13$ Kehre wieder, HERR! - Bis wann? Erbarme dich
deiner Knechte! $90/14$ Sttige uns am Morgen mit deiner Gnade,
so werden wir jubeln und uns freuen in allen unseren Tagen.
$90/15$ Erfreue uns so viele Tage, wie du uns gebeugt hast, [so
viele] Jahre, wie wir bles gesehen haben! $90/16$ La an deinen
Knechten sichtbar werden dein Tun, und deine Majestt ber ihren
Shnen. $90/17$ Die Freundlichkeit des Herrn, unseres Gottes,
sei ber uns und befestige ber uns das Werk unserer Hnde! Ja,
das Werk unserer Hnde, befestige [du] es!

\91\

$91/1$ Wer im Schutz des Hchsten wohnt, bleibt im Schatten des
Allmchtigen. $91/2$ Ich sage zum HERRN: Meine Zuflucht und
meine Burg, mein Gott, ich vertraue auf ihn! $91/3$ Denn er
errettet dich von der Schlinge des Vogelstellers, von der
verderblichen Pest. $91/4$ Mit seinen Schwingen deckt er dich,
und du findest Zuflucht unter seinen Flgeln. Schild und
Schutzwehr ist seine Treue. $91/5$ Du frchtest dich nicht vor
dem Schrecken der Nacht, vor dem Pfeil, der am Tag fliegt,
$91/6$ vor der Pest, die im Finstern umgeht, vor der Seuche, die
am Mittag verwstet. $91/7$ Tausend fallen an deiner Seite,
zehntausend an deiner Rechten - dich erreicht es nicht. $91/8$
Nur schaust du es mit deinen Augen, und du siehst die Vergeltung
an den Gottlosen. $91/9$ Denn du [hast gesagt]: `Der HERR ist
meine Zuflucht!; du hast den Hchsten zu deiner Wohnung gesetzt;
$91/10$ so begegnet dir kein Unglck, und keine Plage naht
deinem Zelt. $91/11$ Denn er bietet seine Engel fr dich auf,
dich zu bewahren auf allen deinen Wegen. $91/12$ Auf den Hnden
tragen sie dich, damit du deinen Fu nicht an einen Stein stt.
$91/13$ Auf Lwen und Ottern trittst du, Junglwen und Schlangen
trittst du nieder. $91/14$ `Weil er an mir hngt, will ich ihn
erretten. Ich will ihn schtzen, weil er meinen Namen kennt.
$91/15$ Er ruft mich an, und ich antworte ihm. Ich bin bei ihm
in der Not. Ich befreie ihn und bringe ihn zu Ehren. $91/16$ Ich
sttige ihn mit langem Leben und lasse ihn mein Heil schauen.

\92\

$92/1$ Ein Psalm. Ein Lied. Fr den Tag des Sabbats. $92/2$ Es
ist gut, den HERRN zu preisen und deinen Namen, du Hchster, zu
besingen; $92/3$ am Morgen zu verknden deine Gnade, und deine
Treue in den Nchten $92/4$ zur zehnsaitigen Laute und zur
Harfe, zum klingenden [Spiel] auf der Zither. $92/5$ Denn du
hast mich erfreut, HERR, durch dein Tun. ber die Werke deiner
Hnde juble ich. $92/6$ Wie gro sind deine Werke, HERR! Sehr
tief sind deine Gedanken. $92/7$ Ein unvernnftiger Mensch
erkennt es nicht, und ein Tor versteht dies nicht. $92/8$ Wenn
die Gottlosen sprossen wie Gras und alle beltter blhen, [dann
nur,] damit sie vertilgt werden fr immer. $92/9$ Du aber bist
ewig erhaben, HERR! $92/10$ Denn siehe, deine Feinde, HERR, denn
siehe, deine Feinde werden umkommen. Es werden zerstreut werden
alle beltter. $92/11$ Aber du wirst mein Horn erhhen wie das
eines Bffels. Mit frischem l hast du mich berschttet.
$92/12$ Und mein Auge wird seine Lust sehen an meinen Feinden.
Meine Ohren werden ihre Lust hren an den belttern, die gegen
mich aufstehen. $92/13$ Der Gerechte wird sprossen wie die
Palme, wie eine Zeder auf dem Libanon wird er emporwachsen.
$92/14$ Die gepflanzt sind im Haus des HERRN, werden grnen in
den Vorhfen unseres Gottes. $92/15$ Noch im Greisenalter
gedeihen sie, sind sie saftvoll und grn, $92/16$ um zu
verknden, da der HERR gerecht ist. Er ist mein Fels, und kein
Unrecht ist an ihm.

\93\

$93/1$ Der HERR ist Knig! Er hat sich bekleidet mit Hoheit! Der
HERR hat sich bekleidet, mit Strke hat er sich umgrtet! Ja,
fest steht die Welt, sie wird nicht wanken. $93/2$ Dein Thron
steht fest von alters her, von Ewigkeit her bist du. $93/3$
Strme erhoben, o HERR, Strme erhoben ihr Tosen, Strme erheben
ihr Brausen. $93/4$ Mchtiger als das Tosen gewaltiger Wasser,
wuchtiger Brecher des Meeres, [mchtiger] ist der HERR in der
Hhe. $93/5$ Deine Zeugnisse sind sehr zuverlssig. Deinem Haus
geziemt Heiligkeit, HERR, fr alle Zeiten.

\94\

$94/1$ Gott der Rache, HERR, Gott der Rache, strahle hervor!
$94/2$ Erhebe dich, Richter der Erde, vergilt den Hochmtigen
ihr Tun! $94/3$ Bis wann werden die Gottlosen, HERR, bis wann
werden die Gottlosen frohlocken, $94/4$ bersprudeln, Freches
reden, werden sich rhmen alle beltter? $94/5$ Dein Volk,
HERR, zertreten sie, dein Eigentum bedrcken sie. $94/6$ Die
Witwe und den Fremden bringen sie um, die Waisen ermorden sie.
$94/7$ Sie sagen: Jah sieht es nicht! Der Gott Jakobs merkt es
nicht! $94/8$ Habt Einsicht, ihr Unvernnftigen unter dem Volk!
Ihr Toren, wann werdet ihr verstndig werden? $94/9$ Der das Ohr
gestaltet hat, sollte der nicht hren? Der das Auge gebildet
hat, sollte der nicht sehen? $94/10$ Der die Nationen
unterweist, sollte der nicht zurechtweisen? er, der Erkenntnis
lehrt den Menschen? $94/11$ Der HERR kennt die Gedanken des
Menschen, da sie ein Hauch sind. $94/12$ Glcklich der Mann,
den du zchtigst, Jah, den du belehrst aus deinem Gesetz,
$94/13$ um ihm Ruhe zu geben vor den bsen Tagen, bis dem
Gottlosen die Grube gegraben wird! $94/14$ Denn der HERR wird
sein Volk nicht verstoen, er wird sein Eigentum nicht
verlassen. $94/15$ Denn zur Gerechtigkeit wird zurckkehren das
Recht und hinter ihm her alle, die von Herzen aufrichtig sind.
$94/16$ Wer wird fr mich aufstehen gegen die beltter? Wer
wird fr mich auftreten gegen die, die Bses tun? $94/17$ Wre
der HERR mir nicht eine Hilfe gewesen, so htte wenig gefehlt,
und meine Seele htte im Schweigen gelegen. $94/18$ Wenn ich
sagte: Mein Fu wankt!, so untersttzte mich deine Gnade, HERR.
$94/19$ Als viele unruhige Gedanken in mir [waren], beglckten
deine Trstungen meine Seele. $94/20$ Sollte mit dir verbndet
sein der Thron des Verderbens, der Unheil schafft gegen die
Ordnung? $94/21$ Sie rotten sich gegen die Seele des Gerechten
zusammen, und unschuldiges Blut sprechen sie schuldig. $94/22$
Doch der HERR wurde mir zur Burg, mein Gott zum Fels meiner
Zuflucht. $94/23$ Er lt ihre Ungerechtigkeit auf sie
zurckfallen, und in ihrer Bosheit wird er sie vertilgen.
Vertilgen wird sie der HERR, unser Gott.

\95\

$95/1$ Kommt, lat uns dem HERRN zujubeln, lat uns zujauchzen
dem Fels unseres Heils! $95/2$ Lat uns vor sein Angesicht
treten mit Dank! Lat uns mit Psalmen ihm zujauchzen! $95/3$
Denn ein groer Gott ist der HERR, ein groer Knig ber alle
Gtter. $95/4$ In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die
Hhen der Berge sind [auch] sein. $95/5$ Sein ist das Meer; er
hat es ja gemacht, und das Trockene, seine Hnde haben es
gebildet. $95/6$ Kommt, lat uns anbeten und uns neigen, lat
uns niederknien vor dem HERRN, der uns gemacht hat! $95/7$ Denn
er ist unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide und die
Herde seiner Hand.

V. 7-11: Hebr 3,7-11.

Heute, wenn ihr seine Stimme hrt, $95/8$ verhrtet euer Herz
nicht, wie zu Meriba, wie am Tag von Massa in der Wste, $95/9$
wo eure Vter mich versuchten, mich auf die Probe stellten,
obwohl sie mein Werk gesehen hatten. $95/10$ Vierzig Jahre
empfand ich Ekel vor [diesem] Geschlecht, und ich sprach: Ein
Volk irrenden Herzens sind sie, und sie haben meine Wege nicht
erkannt. $95/11$ Darum schwur ich in meinem Zorn: Sie sollen
nicht in meine Ruhe eingehen.

\96\

$96/1$ Singt dem HERRN ein neues Lied, singe dem HERRN, ganze
Erde! $96/2$ Singt dem HERRN, preist seinen Namen, verkndet von
Tag zu Tag sein Heil! $96/3$ Erzhlt unter den Heiden seine
Herrlichkeit, unter allen Vlkern seine Wundertaten! $96/4$ Denn
gro ist der HERR und sehr zu loben, furchtbar ist er ber allen
Gttern. $96/5$ Denn alle Gtter der Vlker sind Gtzen, der
HERR aber hat den Himmel gemacht. $96/6$ Majestt und Pracht
sind vor seinem Angesicht, Strke und Herrlichkeit in seinem
Heiligtum. $96/7$ Gebt dem HERRN, ihr Vlkerstmme, gebt dem
HERRN Ehre und Macht! $96/8$ Gebt dem HERRN die Ehre seines
Namens! Bringt Opfer und kommt in seine Vorhfe! $96/9$ Betet an
den HERRN in heiliger Pracht! Erzittere vor ihm, ganze Erde!
$96/10$ Sagt unter den Heiden: Der HERR ist Knig! Ja, fest
steht die Welt, sie wird nicht wanken. Er wird die Vlker
richten in Geradheit. $96/11$ Es freue sich der Himmel, und es
frohlocke die Erde! Es brause das Meer und seine Flle! $96/12$
Es frohlocke das Feld und alles, was darauf ist! Auch alle Bume
im Wald sollen jubeln $96/13$ vor dem HERRN! Denn er kommt, denn
er kommt, die Erde zu richten. Er wird die Welt richten in
Gerechtigkeit und die Vlker in seiner Wahrheit.

\97\

$97/1$ Der HERR ist Knig! Es frohlocke die Erde! Es sollen sich
freuen die vielen Inseln! $97/2$ Gewlk und Dunkel sind um ihn
her. Gerechtigkeit und Recht sind die Grundfeste seines Thrones.
$97/3$ Feuer geht vor ihm her und verzehrt seine Bedrnger
ringsum. $97/4$ Seine Blitze erleuchten die Welt. Die Erde sah
es und bebte. $97/5$ Die Berge zerschmolzen wie Wachs vor dem
HERRN, vor dem Herrn der ganzen Erde. $97/6$ Die Himmel
verkndeten seine Gerechtigkeit, und alle Vlker sahen seine
Herrlichkeit. $97/7$ Schmen mssen sich alle Verehrer eines
Gtterbildes, die sich der Gtzen rhmen. Fallt vor ihm nieder,
alle Gtter! $97/8$ Zion hrte es und freute sich, und es
frohlockten die Tchter Judas wegen deiner Gerichte, HERR.
$97/9$ Denn du, HERR, bist der Hchste ber die ganze Erde. Du
bist sehr erhaben ber alle Gtter. $97/10$ Die ihr den HERRN
liebt, hat das Bse! Er bewahrt die Seelen seiner Frommen. Aus
der Hand der Gottlosen errettet er sie. $97/11$ Licht ist dem
Gerechten gest, und Freude den von Herzen Aufrichtigen. $97/12$
Freut euch, ihr Gerechten, im HERRN, und preist sein heiliges
Gedchtnis!

\98\

$98/1$ Ein Psalm. Singt dem HERRN ein neues Lied, denn er hat
Wunder getan! Ihm half seine Rechte und sein heiliger Arm.
$98/2$ Der HERR hat kundgetan sein Heil, vor den Augen der
Nationen geoffenbart seine Gerechtigkeit. $98/3$ Er hat seiner
Gnade und seiner Treue fr das Haus Israel gedacht. Alle Enden
der Erde haben das Heil unseres Gottes gesehen. $98/4$ Jauchzt
dem HERRN, alle Welt! Seid frhlich und jauchzt und spielt!
$98/5$ Singt dem HERRN zur Zither, mit der Zither und der Stimme
des Gesangs! $98/6$ Mit Trompeten und dem Schall des Horns
jauchzt vor dem Knig, dem HERRN! $98/7$ Es brause das Meer und
seine Flle, die Welt und die darauf wohnen! $98/8$ Die Strme
sollen in die Hnde klatschen, alle Berge zusammen sollen jubeln
$98/9$ vor dem HERRN! Denn er kommt, die Erde zu richten. Er
wird die Welt richten in Gerechtigkeit und die Vlker in
Geradheit.

\99\

$99/1$ Der HERR ist Knig! Es zittern die Vlker. Er thront auf
den Cherubim. Es wankt die Erde. $99/2$ Gro ist der HERR in
Zion, und hoch ist er ber alle Vlker. $99/3$ Preisen sollen
sie deinen Namen, den groen und furchtbaren - heilig ist er! -
$99/4$ und die Strke des Knigs, der das Recht liebt! Du hast
die Rechtsordnung begrndet und hast Recht und Gerechtigkeit in
Jakob geschaffen. $99/5$ Erhebt den HERRN, unseren Gott, und
fallt nieder vor dem Schemel seiner Fe! Heilig ist er. $99/6$
Mose und Aaron unter seinen Priestern, und Samuel unter denen,
die seinen Namen anriefen, sie riefen zu dem HERRN, und er
antwortete ihnen. $99/7$ In der Wolkensule redete er zu ihnen.
Sie bewahrten seine Zeugnisse und die Ordnung, die er ihnen
gegeben hatte. $99/8$ HERR, unser Gott, du hast ihnen
geantwortet! Ein vergebender Gott warst du ihnen, [doch auch]
ein Rcher ihrer Taten. $99/9$ Erhebt den HERRN, unseren Gott,
und fallt nieder an seinem heiligen Berg! Denn heilig ist der
HERR, unser Gott.

\100\

$100/1$ Ein Psalm. Zum Dankopfer. Jauchzt dem HERRN, alle Welt!
$100/2$ Dient dem HERRN mit Freuden! Kommt vor sein Angesicht
mit Jubel! $100/3$ Erkennt, da der HERR Gott ist! Er hat uns
gemacht, und nicht wir selbst - sein Volk und die Herde seiner
Weide. $100/4$ Zieht ein in seine Tore mit Dank, in seine
Vorhfe mit Lobgesang! Preist ihn, dankt seinem Namen! $100/5$
Denn gut ist der HERR. Seine Gnade ist ewig und seine Treue von
Geschlecht zu Geschlecht.

\101\

$101/1$ Von David. Ein Psalm. Von Gnade und Recht will ich
singen; dir, HERR, will ich spielen. $101/2$ Ich will einsichtig
handeln auf vollkommenem Weg. Wann wirst du zu mir kommen? Ich
will mit lauterem Herzen wandeln in meinem Hause. $101/3$ Ich
will keine heillosen Dinge ins Auge fassen; bertretungen zu
begehen, hasse ich; das soll nicht an mir kleben. $101/4$ Ein
verkehrtes Herz soll von mir weichen, Bses will ich nicht
kennen. $101/5$ Wer seinen Nchsten heimlich verleumdet, den
will ich stumm machen. Wer stolze Augen und ein hochmtiges Herz
hat, den will ich nicht dulden. $101/6$ Meine Augen sind auf die
Treuen im Lande [gerichtet], damit sie bei mir wohnen. Wer auf
vollkommenem Weg wandelt, der darf mir dienen. $101/7$ Im Innern
meines Hauses soll nicht wohnen, wer Trug bt. Wer Lgen redet,
soll nicht bestehen vor meinen Augen. $101/8$ Jeden Morgen will
ich alle Gottlosen des Landes stumm machen, um aus der Stadt des
HERRN alle beltter auszurotten.

\102\

$102/1$ Gebet eines Elenden, wenn er verzagt ist und seine Klage
vor dem HERRN ausschttet. $102/2$ HERR, hre mein Gebet, la zu
dir kommen mein Schreien! $102/3$ Verbirg dein Angesicht nicht
vor mir am Tag meiner Bedrngnis! Neige zu mir dein Ohr! An dem
Tage, da ich rufe, erhre mich eilends! $102/4$ Denn wie Rauch
entschwinden meine Tage, meine Gebeine glhen wie ein Brand.
$102/5$ Wie Gras ist abgemht und verdorrt mein Herz, denn ich
habe vergessen, mein Brot zu essen. $102/6$ Wegen der Stimme
meines Seufzens klebt mein Gebein an meinem Fleisch. $102/7$ Ich
gleiche der Eule der Wste, ich bin wie das Kuzchen in den
Ruinen. $102/8$ Ich wache und bin wie ein einsamer Vogel auf dem
Dach. $102/9$ Den ganzen Tag hhnen mich meine Feinde; die mich
verspotten, schwren bei mir. $102/10$ Denn Asche esse ich wie
Brot, meinen Trank vermische ich mit Trnen $102/11$ vor deiner
Verwnschung und deinem Grimm. Denn du hast mich emporgehoben
und hast mich hingeworfen. $102/12$ Meine Tage sind wie ein
gestreckter Schatten, ich verdorre wie Gras. $102/13$ Du aber,
HERR, bleibst auf ewig, dein Gedchtnis von Geschlecht zu
Geschlecht. $102/14$ Du wirst aufstehen, wirst dich Zions
erbarmen. Denn es ist Zeit, ihn zu begnadigen, denn gekommen ist
die bestimmte Zeit. $102/15$ Denn deine Knechte haben Gefallen
an seinen Steinen, sie haben Mitleid mit seinem Schutt. $102/16$
Die Nationen werden den Namen des HERRN frchten, alle Knige
der Erde deine Herrlichkeit. $102/17$ Denn der HERR wird Zion
aufbauen, er wird erscheinen in seiner Herrlichkeit. $102/18$ Er
wird sich wenden zum Gebet der Verlassenen, ihr Gebet wird er
nicht verachten. $102/19$ Dies sei aufgeschrieben fr das
knftige Geschlecht, und ein [neu] geschaffenes Volk soll Jah
loben. $102/20$ Denn der HERR hat herniedergeblickt von der Hhe
seines Heiligtums, er hat herabgeschaut vom Himmel auf die Erde,
$102/21$ um zu hren das Seufzen des Gefangenen, um zu lsen die
Kinder des Todes, $102/22$ damit man den Namen des HERRN
verkndige in Zion [und] in Jerusalem sein Lob, $102/23$ wenn
die Vlker sich alle versammeln und die Knigreiche, um dem
HERRN zu dienen. $102/24$ Er hat meine Kraft gebrochen auf dem
Weg, hat verkrzt meine Tage. $102/25$ Ich sprach: Mein Gott,
nimm mich nicht hinweg in der Hlfte meiner Tage! Von Geschlecht
zu Geschlecht sind deine Jahre.

V. 26-28: Hebr 1,10-12.

$102/26$ Du hast einst die Erde gegrndet, und die Himmel sind
deiner Hnde Werk. $102/27$ Sie werden umkommen, du aber
bleibst. Sie alle werden veralten wie ein Kleid; wie ein Gewand
wechselst du sie, und sie werden verwandelt. $102/28$ Du aber
bist derselbe, und deine Jahre enden nicht. $102/29$ Die Shne
deiner Knechte werden wohnen bleiben, ihre Nachkommen werden vor
dir Bestand haben.

\103\

$103/1$ Von David. Preise den HERRN, meine Seele, und all mein
Inneres seinen heiligen Namen! $103/2$ Preise den HERRN, meine
Seele, und vergi nicht alle seine Wohltaten! $103/3$ Der da
vergibt alle deine Snde, der da heilt alle deine Krankheiten.
$103/4$ Der dein Leben erlst aus der Grube, der dich krnt mit
Gnade und Erbarmen. $103/5$ Der mit Gutem sttigt dein Leben.
Deine Jugend erneuert sich wie bei einem Adler. $103/6$ Der HERR
verschafft Gerechtigkeit und Recht allen, die bedrckt werden.
$103/7$ Er tat seine Wege kund dem Mose, den Shnen Israel seine
Taten. $103/8$ Barmherzig und gndig ist der HERR, langsam zum
Zorn und gro an Gnade. $103/9$ Er wird nicht immer rechten,
nicht ewig zrnen. $103/10$ Er hat uns nicht getan nach unseren
Vergehen, nach unseren Snden uns nicht vergolten. $103/11$ Denn
so hoch die Himmel ber der Erde sind, so bermchtig ist seine
Gnade ber denen, die ihn frchten. $103/12$ So fern der Osten
ist vom Westen, hat er von uns entfernt unsere Vergehen.
$103/13$ Wie sich ein Vater ber Kinder erbarmt, so erbarmt sich
der HERR ber die, die ihn frchten. $103/14$ Denn er kennt
unser Gebilde, gedenkt, da wir Staub sind. $103/15$ Der Mensch
- wie Gras sind seine Tage, wie die Blume des Feldes, so blht
er. $103/16$ Denn fhrt ein Wind darber, so ist sie nicht mehr,
und ihr Ort kennt sie nicht mehr. $103/17$ Die Gnade des HERRN
aber [whrt] von Ewigkeit zu Ewigkeit ber denen, die ihn
frchten, seine Gerechtigkeit [bis zu] den Kindeskindern,
$103/18$ fr die, die seinen Bund halten, die seiner
Vorschriften gedenken, um sie zu tun. $103/19$ Der HERR hat in
den Himmeln aufgerichtet seinen Thron, und seine Herrschaft
regiert ber alles. $103/20$ Preist den HERRN, ihr seine Engel,
ihr Gewaltigen an Kraft, Tter seines Wortes, da man hre auf
die Stimme seines Wortes! $103/21$ Preist den HERRN, alle seine
Heerscharen, ihr seine Diener, die ihr seinen Willen tut.
$103/22$ Preist den HERRN, alle seine Werke an allen Orten
seiner Herrschaft! Preise den HERRN, meine Seele!

\104\

$104/1$ Preise den HERRN, meine Seele! HERR, mein Gott, du bist
sehr gro, mit Majestt und Pracht bist du bekleidet. $104/2$
[Du], der in Licht sich hllt wie in ein Gewand, der die Himmel
ausspannt gleich einer Zeltdecke, $104/3$ der seine Obergemcher
errichtet in den Wassern, der Wolken macht zu seinem Wagen, der
einherzieht auf den Flgeln des Windes, $104/4$ der Winde zu
seinen Boten macht, Feuer und Lohe zu seinen Dienern: $104/5$ Er
hat die Erde gegrndet auf ihre Grundfesten. Sie wird nicht
wanken immer und ewig. $104/6$ Die Urflut bedeckte sie wie ein
Kleid, die Wasser standen ber den Bergen. $104/7$ Vor deinem
Schelten flohen sie, vor dem Schall deines Donners wurden sie
fortgetrieben. $104/8$ Die Berge erhoben sich, es senkten sich
die Tler an den Ort, den du ihnen bestimmt hattest. $104/9$ Du
hast eine Grenze gesetzt, die berschreiten sie nicht. Sie
werden nicht zurckkehren, die Erde zu bedecken. $104/10$ [Du],
der Quellen entsendet in die Tler: Zwischen den Bergen flieen
sie dahin. $104/11$ Sie trnken alle Tiere des Feldes, die
Wildesel stillen ihren Durst. $104/12$ An ihnen wohnen die Vgel
des Himmels, aus dichtem Laub lassen sie ihre Stimme erschallen.
$104/13$ [Du], der die Berge trnkt aus seinen Obergemchern:
von der Frucht deiner Werke wird die Erde gesttigt. $104/14$
Der Gras hervorsprossen lt fr das Vieh und Pflanzen zum
Dienst des Menschen, damit er Brot hervorbringe aus der Erde
$104/15$ und Wein, der des Menschen Herz erfreut; damit er das
Angesicht glnzend mache vom l und Brot des Menschen Herz
strke. $104/16$ Es werden gesttigt die Bume des HERRN, die
Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat, $104/17$ wo die Vgel
nisten; der Storch - Zypressen sind sein Nest. $104/18$ Die
hohen Berge sind fr die Steinbcke, die Felsen eine Zuflucht
fr die Klippdachse. $104/19$ Er hat den Mond gemacht zur
Zeitbestimmung, die Sonne kennt ihren Untergang. $104/20$ Du
bestellst Finsternis, und es wird Nacht. In ihr regen sich alle
Tiere des Waldes. $104/21$ Die Junglwen brllen nach Raub, sie
fordern von Gott ihre Speise. $104/22$ Geht die Sonne auf,
ziehen sie sich zurck und lagern sich in ihren Verstecken.
$104/23$ Der Mensch geht aus an sein Werk, an seine Arbeit bis
zum Abend. $104/24$ Wie zahlreich sind deine Werke, o HERR! Du
hast sie alle mit Weisheit gemacht, die Erde ist voll deines
Eigentums. $104/25$ Da ist das Meer, gro und ausgedehnt nach
allen Seiten. Dort ist ein Gewimmel ohne Zahl: Tiere klein und
gro. $104/26$ Da ziehen Schiffe einher, der Leviathan, den du
gebildet hast, um mit ihm zu spielen. $104/27$ Sie alle warten
auf dich, da du ihnen ihre Speise gibst zu seiner Zeit.
$104/28$ Du gibst ihnen: Sie sammeln ein. Du tust deine Hand
auf: Sie werden gesttigt mit Gutem. $104/29$ Du verbirgst dein
Angesicht: Sie erschrecken. Du nimmst ihren Lebensatem weg: Sie
vergehen und werden wieder zu Staub. $104/30$ Du sendest deinen
Lebenshauch aus: Sie werden geschaffen; du erneuerst die Flchen
des Ackers. $104/31$ Die Herrlichkeit des HERRN sei ewig! Der
HERR freue sich seiner Werke! $104/32$ Der die Erde anschaut,
und sie bebt; er rhrt die Berge an, und sie rauchen. $104/33$
Singen will ich dem HERRN mein Leben lang, ich will meinem Gott
spielen, solange ich bin. $104/34$ Mge ihm gefallen meine Rede!
Ich, ich freue mich in dem HERRN! $104/35$ Die Snder sollen
verschwinden von der Erde und die Gottlosen nicht mehr sein.
Preise den HERRN, meine Seele! Halleluja!

\105\

V. 1-15: 1Chr 16,8-22

$105/1$ Preist den HERRN, ruft an seinen Namen, macht unter den
Vlkern kund seine Taten! $105/2$ Singt ihm, spielt ihm, redet
von allen seinen Wundern! $105/3$ Rhmt euch seines heiligen
Namens! Es freue sich das Herz derer, die den HERRN suchen!
$105/4$ Fragt nach dem HERRN und seiner Strke, sucht sein
Angesicht bestndig! $105/5$ Gedenkt seiner Wunder, die er getan
hat, seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes! $105/6$ Ihr
Nachkommen Abrahams, seines Knechtes, ihr Shne Jakobs, seine
Auserwhlten: $105/7$ Er ist der HERR, unser Gott! Seine Urteile
[ergehen] auf der ganzen Erde. $105/8$ Er gedenkt ewig seines
Bundes - des Wortes, das er geboten hat auf tausend Geschlechter
hin -, $105/9$ den er gemacht hat mit Abraham, und seines Eides
an Isaak. $105/10$ Er richtete ihn auf fr Jakob zur Ordnung,
Israel zum ewigen Bund, $105/11$ indem er sprach: Dir will ich
das Land Kanaan geben als euch zugemessenes Erbe. $105/12$ Als
sie noch gering waren an Zahl, nur wenige und Fremdlinge darin,
$105/13$ als sie von Volk zu Volk wanderten, von einem Reich zu
einem anderen Volk, $105/14$ da gestattete er keinem Menschen,
sie zu bedrcken, und ihretwegen wies er Knige zurecht:
$105/15$ `Tastet meine Gesalbten nicht an, tut meinen Propheten
nichts bles! $105/16$ Er rief eine Hungersnot ber das Land
herbei; jeden Brotstab zerbrach er. $105/17$ Er sandte einen
Mann vor ihnen her: Joseph wurde als Knecht verkauft. $105/18$
Sie zwngten seine Fe in Fesseln, [in] Eisen kam sein Hals,
$105/19$ bis zu der Zeit, da sein Wort eintraf, das Wort des
HERRN ihn bewhrte. $105/20$ Der Knig sandte hin und lie ihn
los, der Herrscher ber Vlker, und befreite ihn. $105/21$ Er
setzte ihn zum Herrn ber sein Haus, zum Herrscher ber all
seinen Besitz, $105/22$ um seine Obersten zurechtzuweisen nach
seinem Sinn; und seine ltesten sollte er Weisheit lehren.
$105/23$ Dann kam Israel nach gypten, Jakob war ein Fremder im
Lande Hams. $105/24$ Und er machte sein Volk sehr fruchtbar, er
machte es strker als seine Bedrnger. $105/25$ Er wandelte ihr
Herz, sein Volk zu hassen, Arglist zu ben an seinen Knechten.
$105/26$ Er sandte Mose, seinen Knecht, Aaron, den er auserwhlt
hatte.

V. 27-36: Ps 78,43-53.


$105/27$ Sie taten unter ihnen seine Zeichen und Wunder im Lande
Hams. $105/28$ Er sandte Finsternis und machte es finster. Aber
sie achteten nicht auf seine Worte. $105/29$ Er verwandelte ihre
Wasser in Blut, lie sterben ihre Fische. $105/30$ Es wimmelte
ihr Land von Frschen bis in die Gemcher ihrer Knige. $105/31$
Er sprach, und es kamen Hundsfliegen, Stechmcken in ihr ganzes
Gebiet. $105/32$ Er gab ihnen Hagel statt Regen, flammendes
Feuer in ihr Land. $105/33$ Und er schlug ihre Weinstcke und
Feigenbume, zerbrach die Bume ihres Gebiets. $105/34$ Er
sprach, und es kamen Heuschrecken und [ihre] Larven ohne Zahl.
$105/35$ Sie fraen alles Kraut in ihrem Land, sie fraen die
Frucht ihres Bodens. $105/36$ Und er schlug alle Erstgeburt in
ihrem Land, die Erstlinge all ihrer Kraft. $105/37$ Dann fhrte
er sie heraus mit Silber und Gold, und kein Strauchelnder war
unter seinen Stmmen. $105/38$ Froh war gypten bei ihrem
Auszug, denn ihr Schrecken war auf sie gefallen. $105/39$ Er
breitete eine Wolke aus zur Decke, ein Feuer, die Nacht zu
erleuchten. $105/40$ Sie forderten, und er lie Wachteln kommen.
Mit Himmelsbrot sttigte er sie. $105/41$ Er ffnete den Felsen,
und es flossen Wasser heraus. Sie liefen in die Wste wie ein
Strom. $105/42$ Denn er gedachte seines heiligen Wortes,
Abrahams, seines Knechtes, $105/43$ und fhrte sein Volk heraus
in Freude, seine Auserwhlten in Jubel. $105/44$ Er gab ihnen
die Lnder der Nationen und die Mhe der Vlkerschaften nahmen
sie in Besitz, $105/45$ damit sie seine Ordnungen beobachteten
und seine Gesetze bewahrten. Halleluja!

\106\

$106/1$ Halleluja! Preist den HERRN, denn er ist gut! Denn seine
Gnade [whrt] ewig. $106/2$ Wer wird [alle] die Machttaten des
HERRN erzhlen, hren lassen all seinen Ruhm? $106/3$ Glcklich,
die das Recht bewahren, die Gerechtigkeit ben zu aller Zeit!
$106/4$ Gedenke meiner, HERR, in der Zuneigung zu deinem Volk.
Suche mich heim mit deiner Hilfe, $106/5$ da ich anschaue das
Glck deiner Auserwhlten, mich freue an der Freude deiner
Nation, mich rhme mit deinem Erbteil. $106/6$ Wir haben
gesndigt samt unseren Vtern, haben Unrecht getan, haben
gottlos gehandelt. $106/7$ Unsere Vter in gypten begriffen
nicht deine Wunder, sie gedachten nicht der Menge deiner
Gnadenerweise, sie waren widerspenstig am Meer, am Schilfmeer.
$106/8$ Aber er rettete sie um seines Namens willen, um seine
Macht kundzutun. $106/9$ Und er bedrohte das Schilfmeer und es
wurde trocken. Er lie sie durch die Fluten gehen wie durch eine
Wste. $106/10$ Er rettete sie aus der Hand dessen, der sie
hate, er erlste sie aus der Hand des Feindes. $106/11$ Und die
Wasser bedeckten ihre Bedrnger, nicht einer von ihnen blieb
brig. $106/12$ Da glaubten sie seinen Worten, sie sangen sein
Lob. $106/13$ Schnell vergaen sie seine Taten, warteten nicht
auf seinen Rat. $106/14$ Sie gierten voller Begierde in der
Wste, versuchten Gott in der Einde. $106/15$ Da erfllte er
ihnen ihre Bitte, aber er sandte Schwindsucht in ihre Seelen.
$106/16$ Sie wurden eiferschtig auf Mose im Lager, auf Aaron,
den Heiligen des HERRN. $106/17$ Die Erde tat sich auf und
verschlang Dathan und bedeckte die Rotte Abirams. $106/18$ Ein
Feuer brannte unter ihrer Rotte, eine Flamme verzehrte die
Gottlosen. $106/19$ Sie machten ein Kalb am Horeb und beugten
sich vor einem gegossenen Bild. $106/20$ Sie vertauschten ihre
Herrlichkeit mit dem Bild eines Stieres, der Gras frit.
$106/21$ Sie vergaen Gott, der sie errettete, der groe Dinge
getan in gypten, $106/22$ Wunder im Lande Hams, Furchtbares am
Schilfmeer. $106/23$ Da gedachte er, sie auszurotten, wre nicht
Mose gewesen, sein Erwhlter. Der trat in die Bresche vor ihn,
um seinen Grimm vom Verderben abzuwenden. $106/24$ Und sie
verschmhten das kstliche Land, glaubten nicht seinem Wort.
$106/25$ Sie murrten in ihren Zelten, hrten nicht auf die
Stimme des HERRN. $106/26$ Da erhob er seine Hand gegen sie, um
sie niederzuschlagen in der Wste, $106/27$ um ihre
Nachkommenschaft zu Fall zu bringen unter den Nationen, um sie
zu zersprengen in die Lnder. $106/28$ Und sie hngten sich an
Baal Peor und aen Schlachtopfer der Toten. $106/29$ So
erbitterten sie [ihn] durch ihre Taten, eine Plage brach unter
ihnen aus. $106/30$ Da stand Pinhas auf und bte Gericht, und
der Plage wurde gewehrt. $106/31$ Das wurde ihm zur
Gerechtigkeit gerechnet, von Geschlecht zu Geschlecht bis in
Ewigkeit. $106/32$ Und sie erzrnten [ihn] am Wasser von Meriba,
und es erging Mose bel ihretwegen. $106/33$ Denn sie reizten
seinen Geist, so da er unbedacht redete mit seinen Lippen.
$106/34$ Sie vertilgten die Vlker nicht, die der HERR ihnen
genannt hatte. $106/35$ Sie vermischten sich mit den Nationen
und lernten ihre Werke. $106/36$ Sie dienten ihren Gtzen, die
wurden ihnen zum Fallstrick. // $106/37$ Und sie opferten ihre
Shne und ihre Tchter den Dmonen, $106/38$ vergossen
unschuldiges Blut, das Blut ihrer Shne und Tchter, die sie den
Gtzen Kanaans opferten. So wurde das Land durch die Blutschuld
entweiht. $106/39$ Sie verunreinigten sich durch ihre Werke und
hurten durch ihre Taten. $106/40$ Da entbrannte der Zorn des
HERRN gegen sein Volk, und er verabscheute sein Eigentum.
$106/41$ Er gab sie in die Hand der Nationen, und die sie
haten, herrschten ber sie. $106/42$ Ihre Feinde bedrngten
sie, und sie wurden gebeugt unter ihrer Hand. $106/43$ Oft
errettete er sie. Sie aber waren widerspenstig in ihren Plnen,
und sie verkamen wegen ihrer Ungerechtigkeit. $106/44$ Doch er
sah an ihr Elend, als er ihr Schreien hrte. $106/45$ Und er
gedachte um ihretwillen an seinen Bund, und es reute ihn in der
Flle seiner Gnade. $106/46$ Er lie sie Erbarmen finden bei
allen, die sie gefangen weggefhrt hatten. $106/47$ Rette uns,
HERR, unser Gott, und sammle uns aus den Nationen, da wir
deinen heiligen Namen preisen, da wir uns rhmen deines Lobes!

$106/48$ Gepriesen sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit
zu Ewigkeit! Und alles Volk sage: Amen! Halleluja!


FNFTES BUCH

\107\

$107/1$ Preist den HERRN, denn er ist gut, denn seine Gnade
[whrt] ewig! $107/2$ So sollen sagen die Erlsten des HERRN,
die er aus der Hand des Bedrngers erlst hat. $107/3$ Die er
gesammelt hat aus den Lndern, von Osten und von Westen, von
Norden und von Sden. $107/4$ Sie irrten in der Wste, auf dem
Weg, sie fanden keinen bewohnten Ort. $107/5$ Hungrig waren sie
und durstig, es verschmachtete in ihnen ihre Seele. $107/6$ Da
schrieen sie zum HERRN in ihrer Not: aus ihren Bedrngnissen
errettete er sie. $107/7$ Er leitete sie auf rechtem Weg, so da
sie zu einem bewohnten Ort gelangten. $107/8$ Sie sollen den
HERRN preisen fr seine Gnade und fr seine Wunder an den
Menschenkindern! $107/9$ Denn er hat die durstende Seele
gesttigt, die hungernde Seele mit Gutem erfllt. $107/10$ Die
Bewohner des Dunkels und der Finsternis [lagen] gefesselt in
Elend und Eisen: $107/11$ denn sie waren widerspenstig gewesen
gegen die Worte Gottes und hatten verachtet den Rat des
Hchsten; $107/12$ und er hatte ihr Herz gebeugt durch Unheil.
Sie waren gestrzt, und kein Helfer war da. - $107/13$ Da
schrieen sie zum HERRN um Hilfe in ihrer Not: aus ihren
Bedrngnissen rettete er sie. $107/14$ Er fhrte sie heraus aus
Dunkel und Finsternis, er zerri ihre Fesseln. $107/15$ Sie
sollen den HERRN preisen fr seine Gnade, fr seine Wunder an
den Menschenkindern! $107/16$ Denn er hat eherne Tren
zerbrochen, und eiserne Riegel hat er zerschlagen. $107/17$ Die
Toren litten wegen ihres gottlosen Weges und wegen ihrer Snden.
$107/18$ Ihre Seele ekelte vor jeder Speise, sie rhrten an die
Pforten des Todes. $107/19$ Dann aber schrieen sie zum HERRN um
Hilfe in ihrer Not: aus ihren Bedrngnissen rettete er sie.
$107/20$ Er sandte sein Wort und heilte sie, er rettete [sie]
aus ihren Gruben. $107/21$ Sie sollen den HERRN preisen fr
seine Gnade, fr seine Wunder an den Menschenkindern. $107/22$
Sie sollen Dankopfer darbringen und mit Jubel seine Taten
erzhlen! $107/23$ Die sich mit Schiffen aufs Meer
hinausbegaben, auf groen Wassern Handel trieben, $107/24$ das
sind die, die die Taten des HERRN sahen und seine Wunder in der
Tiefe. $107/25$ Er redete und bestellte einen Sturmwind, und der
trieb seine Wellen hoch. $107/26$ Sie stiegen zum Himmel empor,
sie sanken hinab in die Tiefen, es verzagte in der Not ihre
Seele. $107/27$ Sie taumelten und schwankten wie ein
Betrunkener, es versagte all ihre Weisheit. $107/28$ Dann aber
schrieen sie zum HERRN in ihrer Not: und er fhrte sie heraus
aus ihren Bedrngnissen. $107/29$ Er verwandelte den Sturm in
Stille, und es legten sich die Wellen. $107/30$ Sie freuten
sich, da es still geworden war, und er fhrte sie in den
ersehnten Hafen. $107/31$ Sie sollen den HERRN preisen fr seine
Gnade, fr seine Wunder an den Menschenkindern. $107/32$ Sie
sollen ihn erheben in der Versammlung des Volkes, in der Sitzung
der ltesten ihn loben! $107/33$ Er macht Strme zur Wste und
Wasserquellen zu drrem Land. $107/34$ Fruchtbares Land [macht
er] zur Salzsteppe wegen der Bosheit seiner Bewohner. $107/35$
Er macht die Wste zum Wasserteich und drres Land zu
Wasserquellen. $107/36$ Und er lie Hungrige dort wohnen, damit
sie Siedlungen grnden konnten. $107/37$ Sie besten Felder und
pflanzten Weinberge, die Frucht brachten als Ertrag. $107/38$
Und er segnete sie, und sie mehrten sich sehr, ihr Vieh lie er
nicht wenig sein. $107/39$ Und sie wurden [wieder] wenig und
beugten sich unter der Last von Unglck und Jammer. $107/40$ Er
schttete Verachtung auf Edle, er lie sie umherirren in
wegloser Einde. $107/41$ Doch den Armen hob er empor aus dem
Elend, und machte [seine] Sippen [zahlreich] wie Herden.
$107/42$ Die Aufrichtigen sehen es und freuen sich, und alle
Ungerechtigkeit mu ihren Mund schlieen. $107/43$ Wer ist
weise? Der merke sich dies! Und sie sollen die Gnaden[taten] des
HERRN sorgsam beachten.

\108\

$108/1$ Ein Lied. Ein Psalm. Von David.

V. 2-6: Ps 57,8-12

$108/2$ Gefestigt ist mein Herz, o Gott! Ich will singen und
spielen. Wach auf, meine Ehre! $108/3$ Wach auf, Harfe und
Zither! Ich will aufwecken die Morgenrte. $108/4$ Ich will dich
preisen unter den Vlkern, HERR, ich will dir spielen unter den
Vlkerschaften. $108/5$ Denn gro ist deine Gnade ber die
Himmel hinaus, und bis zu den Wolken deine Treue. $108/6$ Erhebe
dich ber die Himmel, o Gott! ber der ganzen Erde [sei] deine
Herrlichkeit!

V. 7-14: Ps 60,7-14.

$108/7$ Damit deine Geliebten befreit werden, rette durch deine
Rechte und erhre mich! $108/8$ Gott hat geredet in seinem
Heiligtum: Frohlocken will ich, will Sichem verteilen und das
Tal Sukkoth ausmessen. $108/9$ Mein ist Gilead, mein Manasse,
und Ephraim ist der Schutz meines Hauptes, Juda mein
Herrscherstab. $108/10$ Moab ist mein Waschbecken. Auf Edom will
ich meine Sandale werfen, ber Philista will ich jauchzen.
$108/11$ Wer wird mich fhren in die befestigte Stadt? Wer wird
mich leiten bis nach Edom? $108/12$ Hast du, Gott, uns nicht
verworfen? Du ziehst nicht aus, o Gott, mit unseren Heeren!
$108/13$ Schaffe uns Hilfe vor dem Bedrnger! Menschenhilfe ist
ja wertlos. $108/14$ Mit Gott werden wir mchtige Taten tun; und
er, er wird unsere Bedrnger zertreten.

\109\

$109/1$ Dem Chorleiter. Von David. Ein Psalm. Gott meines Lobes,
schweige nicht! $109/2$ Denn den Mund des Gottlosen und den Mund
des Betruges haben sie gegen mich geffnet, mit Lgenzungen
haben sie zu mir geredet. $109/3$ Mit Worten des Hasses haben
sie mich umgeben und ohne Grund gegen mich gestritten. $109/4$
Fr meine Liebe feindeten sie mich an. Ich aber bin [stets im]
Gebet. $109/5$ Sie haben mir Bses fr Gutes erwiesen und Ha
fr meine Liebe: $109/6$ Bestelle einen Gottlosen ber ihn, ein
Verklger trete zu seiner Rechten. $109/7$ Aus dem Gericht gehe
er als Schuldiger hervor, sein Gebet werde zur Snde! $109/8$
Seiner Tage seien wenige, sein Amt empfange ein anderer! $109/9$
Seine Kinder seien Waisen und seine Frau eine Witwe! $109/10$
Herumirren, ja herumirren sollen seine Kinder und betteln,
[berreste] suchen aus ihren Trmmern. $109/11$ Der Wucherer
umgarne alles, was er hat, Fremde mgen seinen Erwerb rauben!
$109/12$ Er soll niemanden haben, der ihm Gnade bewahrt, und
keiner sei seinen Waisen gndig. $109/13$ Seine Nachkommen
sollen ausgerottet werden, im folgenden Geschlecht soll ihr Name
erlschen! $109/14$ Der Ungerechtigkeit seiner Vter werde
gedacht vor dem HERRN, nicht werde ausgelscht die Snde seiner
Mutter! $109/15$ Sie seien dem HERRN stets gegenwrtig. Er rotte
ihr Gedchtnis aus von der Erde! $109/16$ Weil er nicht daran
dachte, Gnade walten zu lassen, sondern den elenden und armen
Mann verfolgte, den, der verzagten Herzens war, um [ihn] zu
tten. $109/17$ Und er liebte den Fluch, so komme er auf ihn!
Und er hatte kein Gefallen an Segen, so sei er fern von ihm!
$109/18$ Er zog den Fluch an wie sein Kleid, so dringe er wie
Wasser in sein Inneres und wie l in seine Gebeine! $109/19$ Er
sei ihm wie ein Gewand, in das er sich hllt, wie ein Grtel,
womit er stets sich grtet! $109/20$ Das sei die Strafe meiner
Widersacher von seiten des HERRN; und derer, die Bses reden
gegen meine Seele! $109/21$ Du aber, HERR, Herr, handle an mir
um deines Namens willen, denn gut ist deine Gnade, errette mich!
$109/22$ Denn ich bin elend und arm, und mein Herz ist verwundet
in meinem Innern. $109/23$ Wie ein Schatten, wenn er sich
streckt, gehe ich dahin, werde abgeschttelt wie eine
Heuschrecke. $109/24$ Meine Knie wanken vom Fasten, mein Fleisch
ist abgemagert, ohne Fett. $109/25$ Und ich bin ihnen zum Hohn
geworden. Wenn sie mich sehen, schtteln sie ihren Kopf.
$109/26$ Hilf mir, HERR, mein Gott! Rette mich nach deiner
Gnade! $109/27$ La sie erkennen, da dies deine Hand ist, da
du, HERR, es getan hast. $109/28$ Sie mgen fluchen, du aber
segne! Stehen sie auf, so la sie beschmt werden und deinen
Knecht sich freuen! $109/29$ Kleiden mgen sich meine
Widersacher mit Schande und in ihre Schmach sich hllen wie in
einen Mantel. $109/30$ Ich will den HERRN sehr preisen mit
meinem Mund, und inmitten vieler werde ich ihn loben. $109/31$
Denn er steht zur Rechten des Armen, um ihn von denen zu retten,
die seine Seele richteten.


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