\61\

$61/1$ Dem Chorleiter. Auf Saitenspiel. Von David. $61/2$ Hre,
Gott, mein Schreien, horche auf mein Gebet! $61/3$ Vom Ende der
Erde rufe ich zu dir, weil mein Herz verzagt; du wollest mich
auf den Felsen leiten, der mir zu hoch ist. $61/4$ Denn du bist
mir eine Zuflucht geworden, ein starker Turm vor dem Feind.
$61/5$ Ich mchte weilen in deinem Zelt in Ewigkeit, mich bergen
im Schutz deiner Flgel. // $61/6$ Denn du, Gott, hast auf meine
Gelbde gehrt, hast [mir] gegeben das Erbteil derer, die deinen
Namen frchten. $61/7$ Du wirst Tage zu den Tagen des Knigs
hinzufgen; seine Jahre mgen sein wie Geschlecht auf
Geschlecht. $61/8$ Er mge ewig thronen vor dem Angesicht
Gottes. Bestelle Gnade und Treue, da sie ihn behten! $61/9$ So
werde ich deinen Namen besingen immerdar; um [damit] meine
Gelbde zu erfllen Tag fr Tag.

\62\

$62/1$ Dem Chorleiter. Nach Jedutun. Ein Psalm. Von David.
$62/2$ Nur auf Gott vertraut still meine Seele, von ihm kommt
meine Hilfe. $62/3$ Nur er ist mein Fels und meine Hilfe, meine
Festung; ich werde kaum wanken. $62/4$ Wie lange wollt ihr einen
Mann bestrmen, morden ihr alle - wie eine berhngende Wand,
eine eingestoene Mauer? $62/5$ Sie planen nur, ihn von seiner
Hhe zu stoen; sie finden Gefallen an der Lge; mit ihrem Mund
segnen sie, doch in ihrem Innern fluchen sie. // $62/6$ Nur auf
Gott vertraue still meine Seele, denn von ihm kommt meine
Hoffnung. $62/7$ Nur er ist mein Fels und meine Hilfe, meine
Festung; ich werde nicht wanken. $62/8$ Auf Gott ruht mein Heil
und meine Ehre; der Fels meiner Strke, meine Zuflucht ist in
Gott. $62/9$ Vertraut auf ihn allezeit, Leute! Schttet euer
Herz vor ihm aus! Gott ist unsere Zuflucht. // $62/10$ Nur Hauch
sind die Menschenshne, Lge die Herrenshne. Auf der Waagschale
steigen sie empor, sie sind allesamt leichter als ein Hauch.
$62/11$ Vertraut nicht auf Erpressung, und betrgt euch nicht
durch Raub; wenn der Reichtum wchst, richtet euer Herz nicht
darauf! $62/12$ Eines hat Gott geredet, zwei [Dinge] sind es,
die ich gehrt, da die Macht bei Gott ist $62/13$ und dein, o
Herr, die Gnade; denn du, du vergiltst jedem nach seinem Werk.

\63\

$63/1$ Ein Psalm. Von David. Als er in der Wste Juda war.
$63/2$ Gott, mein Gott bist du; nach dir suche ich. Es drstet
nach dir meine Seele, nach dir schmachtet mein Fleisch in einem
drren und erschpften Land ohne Wasser. $63/3$ So schaue ich im
Heiligtum nach dir, um deine Macht und deine Herrlichkeit zu
sehen. $63/4$ Denn deine Gnade ist besser als Leben; meine
Lippen werden dich rhmen. $63/5$ So werde ich dich preisen
whrend meines Lebens, meine Hnde in deinem Namen aufheben.
$63/6$ Wie von Mark und Fett wird meine Seele gesttigt werden,
und mit jubelnden Lippen wird mein Mund loben, $63/7$ wenn ich
deiner gedenke auf meinem Lager, ber dich nachdenke in den
Nachtwachen. $63/8$ Denn du bist mir zur Hilfe geworden, und im
Schatten deiner Flgel kann ich jubeln. $63/9$ Meine Seele hngt
an dir, deine Rechte hlt mich aufrecht. $63/10$ Jene aber, die
[mir] zum Verderben nach meinem Leben trachten, werden in die
Tiefen der Erde hinsinken. $63/11$ Man wird sie der Gewalt des
Schwertes preisgeben, das Teil der Schakale werden sie sein.
$63/12$ Und der Knig wird sich freuen in Gott; jeder darf sich
rhmen, der bei ihm schwrt; denn der Mund der Lgenredner wird
verstopft werden.

\64\

$64/1$ Dem Chorleiter. Ein Psalm. Von David. $64/2$ Hre, Gott,
meine Stimme in meiner Klage; behte mein Leben vor dem
Schrecken des Feindes! $64/3$ Verbirg mich vor der Verschwrung
der beltter, vor dem Aufruhr derer, die Bses tun! $64/4$ Die
ihre Zunge gleich einem Schwert geschrft, bitteres Wort als
ihren Pfeil angelegt haben, $64/5$ um im Versteck auf den
Unschuldigen zu schieen, pltzlich schieen sie auf ihn und
scheuen sich nicht. $64/6$ Sie strken sich in bser Sache; sie
reden davon, Fallstricke zu verbergen; sie sagen: `Wer wird sie
sehen? $64/7$ Sie denken Schlechtigkeiten aus: `Wir sind fertig.
Der Plan ist ausgedacht. Und das Innere eines jeden und [sein]
Herz ist unergrndlich. $64/8$ Aber Gott schiet auf sie einen
Pfeil, pltzlich sind ihre Wunden da. $64/9$ Und sie brachten
ihn zum Straucheln, [doch] ihre Zunge [kommt] ber sie; alle,
die auf sie sehen, schtteln sich. $64/10$ Da frchteten sich
alle Menschen und verkndeten das Tun Gottes und verstanden sein
Werk. $64/11$ Der Gerechte wird sich am HERRN freuen und sich
bei ihm bergen; und alle von Herzen Aufrichtigen werden sich
rhmen.

\65\

$65/1$ Dem Chorleiter. Ein Psalm. Von David. Ein Lied. $65/2$
Dir [gilt] Stille, Lobgesang, o Gott, in Zion, und dir soll man
das Gelbde erfllen. $65/3$ Hrer des Gebets, zu dir wird alles
Fleisch kommen. $65/4$ Sndige Taten haben mich berwltigt;
unsere Vergehen, du wirst sie vergeben. $65/5$ Glcklich, den du
erwhlst und nahen lt, da er wohne in deinen Vorhfen! Wir
werden gesttigt werden mit dem Gut deines Hauses, dem Heiligen
deines Tempels. $65/6$ Du wirst uns furchtbare Dinge in
Gerechtigkeit antworten, Gott unseres Heils, du Zuversicht aller
Enden der Erde und des fernen Meeres, $65/7$ der die Berge
festigt durch seine Kraft, umgrtet ist mit Macht, $65/8$ der
das Brausen der Meere besnftigt, das Brausen ihrer Wellen und
das Getmmel der Vlker. $65/9$ Und so frchten sich die
Bewohner der Enden [der Erde] vor deinen Zeichen; die Aufgnge
des Morgens und des Abends lt du jauchzen. $65/10$ Du hast das
Land heimgesucht und es berschttet, du bereicherst es sehr:
Gottes Bach ist voll Wasser. Du bereitest ihnen Getreide, wenn
du [das Land] so bereitest: $65/11$ Du trnkst seine Furchen,
ebnest seine Schollen, du erweichst es mit Regengssen, segnest
sein Gewchs. $65/12$ Du hast das Jahr deiner Gte gekrnt, und
deine Spuren triefen von Fett. $65/13$ Es triefen die
Weidepltze der Steppe, und mit Jubel umgrten sich die Hgel.
$65/14$ Die Weiden bekleiden sich mit Herden, und die Tler
bedecken sich mit Korn; sie jauchzen, ja, sie singen!

\66\

$66/1$ Dem Chorleiter. Ein Lied. Ein Psalm. Jauchzt Gott, alle
Welt! $66/2$ Besingt die Herrlichkeit seines Namens, macht
herrlich sein Lob! $66/3$ Sprecht zu Gott: Wie furchtbar sind
deine Werke! Wegen der Gre deiner Macht werden dir deine
Feinde [Ergebung] heucheln. $66/4$ Die ganze Erde wird dich
anbeten und dir Psalmen singen; sie wird deinen Namen besingen.
// $66/5$ Kommt und seht die Grotaten Gottes! Furchtbar ist
[sein] Tun gegenber den Menschenkindern. $66/6$ Er wandelte das
Meer in trockenes Land: durch den Strom gehen sie hinber zu
Fu. Dort haben wir uns an ihm gefreut. $66/7$ Durch seine Macht
herrscht er auf ewig; seine Augen beobachten die Nationen, da
die Widerspenstigen sich nicht erheben. // $66/8$ Preist, ihr
Vlker, unseren Gott, und lat hren den Klang seines Lobes;
$66/9$ der unsere Seele zum Leben bringt und nicht zugelassen
hat, da unsere Fe wankten! $66/10$ Denn du hast uns geprft,
Gott, du hast uns gelutert, wie man Silber lutert. $66/11$ Du
hast uns ins Netz gehen lassen, hast eine drckende Last auf
unsere Hften gelegt. $66/12$ Du hast Menschen ber unseren Kopf
reiten lassen; wir sind ins Feuer und ins Wasser gekommen, aber
du hast uns herausgefhrt zum berflu. $66/13$ Ich will
eingehen in dein Haus mit Brandopfern, will dir erfllen meine
Gelbde, $66/14$ zu denen sich meine Lippen aufgetan haben und
die mein Mund ausgesprochen hat in meiner Not. $66/15$
Brandopfer von Mastvieh will ich dir opfern zusammen mit
Opferrauch von Widdern; Rinder mit Bcken will ich zubereiten.
// $66/16$ Kommt, hrt zu, alle, die ihr Gott frchtet, da ich
erzhle, was er an meiner Seele getan hat. $66/17$ Zu ihm rief
ich mit meinem Munde, und Erhebung [seines Namens] war unter
meiner Zunge. $66/18$ Wenn ich es in meinem Herzen auf Frevel
abgesehen htte, so wrde der Herr nicht hren. $66/19$ Doch
Gott hat gehrt, er hat geachtet auf die Stimme meines Gebets.
$66/20$ Gepriesen sei Gott, der nicht verworfen hat mein Gebet
noch seine Gnade von mir [zurckzieht]!

\67\

$67/1$ Dem Chorleiter. Mit Saitenspiel. Ein Psalm. Ein Lied.
$67/2$ Gott sei uns gndig und segne uns, er lasse sein
Angesicht leuchten ber uns, // $67/3$ da man auf der Erde
erkenne deinen Weg, unter allen Nationen deine Hilfe! $67/4$ Es
sollen dich preisen die Vlker, Gott; es sollen dich preisen die
Vlker alle. $67/5$ Es sollen sich freuen und jubeln die
Vlkerschaften; denn du wirst die Vlker richten in Geradheit,
und die Vlkerschaften auf der Erde - du wirst sie leiten.//
$67/6$ Es sollen dich preisen die Vlker, Gott; es sollen dich
preisen die Vlker alle. $67/7$ Die Erde gibt ihren Ertrag;
Gott, unser Gott, wird uns segnen. $67/8$ Gott wird uns segnen,
und alle Enden der Erde werden ihn frchten.

\68\

$68/1$ Dem Chorleiter. Von David. Ein Psalm. Ein Lied. $68/2$
Gott wird sich erheben, es werden sich zerstreuen seine Feinde,
und die ihn hassen, werden fliehen vor seinem Angesicht. $68/3$
Wie Rauch auseinandergetrieben wird, so treibst du [sie]
auseinander; wie Wachs vor dem Feuer zerschmilzt, so werden die
Gottlosen umkommen vor dem Angesicht Gottes. $68/4$ Aber freuen
werden sich die Gerechten, sie werden frohlocken vor dem
Angesicht Gottes und jubeln in Freude. $68/5$ Singt Gott, spielt
seinem Namen! Macht Bahn dem, der einherfhrt durch die Wsten.
Jah ist sein Name, und frohlockt vor ihm! $68/6$ Ein Vater der
Waisen und ein Richter der Witwen ist Gott in seiner heiligen
Wohnung. $68/7$ Gott ist es, der Einsame zu Hause wohnen lt,
Gefangene hinausfhrt ins Glck; Widerspenstige jedoch bleiben
in der Drre. $68/8$ Gott, als du auszogst vor deinem Volk, als
du einherschrittest durch die Wste, // $68/9$ bebte die Erde,
auch troffen die Himmel vor Gott, dem vom Sinai, vor Gott, dem
Gott Israels. $68/10$ Reichlich Regen giet du aus, Gott; dein
Erbland - wenn es ermattet war, hast du selbst es
wiederhergestellt. $68/11$ Deine Schar ist darin sehaft
geworden; du sorgst in deiner Gte fr den Elenden, o Gott!
$68/12$ Der Herr erlt einen Ausspruch: `Siegesbotinnen, eine
groe Schar! $68/13$ Die Knige der Heere fliehen, sie fliehen!
Und [auf der] Sttte des Hauses verteilt [man] Beute: $68/14$ -
Wollt ihr zwischen den Hrden liegen? - Die Flgel einer Taube,
mit Silber berzogen und ihre Schwungfedern mit grngelbem Gold.
$68/15$ Wenn der Allmchtige Knige im Land zerstreut, schneit
es auf dem Zalmon. $68/16$ Ein Berg Gottes ist der Berg Basans,
ein gipfelreicher Berg ist der Berg Basans. $68/17$ Warum lauert
ihr neidisch, ihr gipfelreichen Berge, auf den Berg, den Gott zu
seinem Wohnsitz begehrt hat? Ja, der HERR wird [dort] wohnen fr
immer. $68/18$ Der Wagen Gottes sind zehntausendmal Tausende, -
Erhabenheit!; der Herr ist unter ihnen, Sinai im Heiligtum.
$68/19$ Du bist hinaufgestiegen zur Hhe, du hast Gefangene
weggefhrt, hast Gaben empfangen bei den Menschen; und sogar
Widerspenstige [sind bereit], sich Jah, Gott, zu unterwerfen.
$68/20$ Gepriesen sei der Herr Tag fr Tag! Er trgt fr uns
[Last], Gott ist unsere Rettung. // $68/21$ Gott ist uns ein
Gott der Rettungen, und in der Macht des HERRN, des Herrn,
stehen die Auswege vom Tod. $68/22$ Gewi, Gott wird
zerschmettern das Haupt seiner Feinde, den Haarscheitel dessen,
der da wandelt in seinen Verschuldungen. $68/23$ Der Herr
sprach: `Ich werde zurckbringen aus Basan, zurckbringen aus
den Tiefen des Meeres, $68/24$ damit du deinen Fu in Blut
badest, die Zunge deiner Hunde von den Feinden ihr Teil habe.
$68/25$ Gesehen haben sie deine Umzge, o Gott, die Umzge
meines Gottes, meines Knigs, ins Heiligtum. $68/26$ Voran
gingen Snger, danach Saitenspieler, inmitten
tamburinschlagender Mdchen. $68/27$ `Preist Gott in
Versammlungen, den HERRN, die ihr aus dem Quell Israels seid!
$68/28$ Da sind Benjamin, der Jngste, ihr Herrscher, die
Obersten Judas, ihre lrmende Menge; die Obersten Sebulons, die
Obersten Naftalis. $68/29$ Entbiete, Gott, deine Macht, Gottes
Macht, die du fr uns gewirkt hast $68/30$ von deinem Tempel
ber Jerusalem! Knige werden dir Geschenke bringen. $68/31$
Schilt das Tier des Schilfs, die Schar der Starken mit den
Klbern der Vlker; tritt denen entgegen, die nach Silber
rennen. Zerstreue die Vlker, die Lust haben am Krieg! $68/32$
Es werden kommen Bronzesachen aus gypten; thiopien soll seine
Hnde ausstrecken zu Gott. $68/33$ Ihr Knigreiche der Erde,
singt Gott, spielt dem Herrn, // $68/34$ ihm, der einherfhrt
auf den Himmeln, den Himmeln der Vorzeit! Siehe, er lt seine
Stimme erschallen, eine mchtige Stimme. $68/35$ Gebt Gott
Macht! Seine Hoheit ist ber Israel und seine Macht in den
Wolken. $68/36$ Furchtbar [bist du], Gott, aus deinen
Heiligtmern her. Der Gott Israels, er ist es, der Strke und
Kraft gibt dem Volk. Gepriesen sei Gott!

\69\

$69/1$ Dem Chorleiter. Nach Schoschannim. Von David. $69/2$
Rette mich, Gott, denn Wasser sind bis an die Seele gekommen.
$69/3$ Ich bin versunken in tiefen Schlamm, und kein fester
Grund ist da; in Wassertiefen bin ich gekommen, und die Flut
schwemmt mich fort. $69/4$ Ich bin mde von meinem Rufen,
entzndet ist meine Kehle; meine Augen vergehen vom Harren auf
meinen Gott. $69/5$ Mehr als die Haare meines Hauptes sind die,
die mich ohne Ursache hassen; mchtig sind, die mich verderben
wollen, meine Feinde [sind sie] ohne Grund; was ich nicht
geraubt habe, das soll ich dann erstatten. $69/6$ Du, o Gott,
hast meine Torheit erkannt, und meine Verschuldungen sind dir
nicht verborgen. $69/7$ La nicht durch mich beschmt werden,
die auf dich hoffen, Herr, HERR der Heerscharen! La nicht an
mir zuschanden werden, die dich suchen, Gott Israels! $69/8$
Denn deinetwegen trage ich Hohn, hat Schande bedeckt mein
Antlitz. $69/9$ Entfremdet bin ich meinen Brdern und ein
Fremder geworden den Shnen meiner Mutter. $69/10$ Denn der
Eifer um dein Haus hat mich verzehrt, und die Schmhungen derer,
die dich schmhen, sind auf mich gefallen. $69/11$ Als ich
weinte [und] meine Seele fastete, da wurde es mir zu
Schmhungen. $69/12$ Als ich mich in Sacktuch kleidete, da wurde
ich ihnen zum Sprichwort. $69/13$ Die im Tore sitzen, reden ber
mich, und [auch] die Spottlieder der Zecher. $69/14$ Ich aber
[richte] mein Gebet an dich, HERR, zur Zeit des Wohlgefallens. O
Gott, nach der Gre deiner Gnade, erhre mich durch die Treue
deiner Hilfe! $69/15$ Ziehe mich heraus aus dem Schlamm, da ich
nicht versinke! La mich errettet werden von denen, die mich
hassen, und aus den Wassertiefen! $69/16$ La die Flut der
Wasser mich nicht fortschwemmen und die Tiefe mich nicht
verschlingen; und la die Grube ihren Mund nicht ber mir
verschlieen! $69/17$ Erhre mich, HERR, denn gut ist deine
Gnade; wende dich zu mir nach der Gre deiner Erbarmungen!
$69/18$ Und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knecht, denn
ich bin bedrngt; erhre mich eilends! $69/19$ Nahe dich meiner
Seele, erlse sie; erlse mich um meiner Feinde willen! $69/20$
Du, du hast meine Schmhung erkannt und meine Schmach und meine
Schande; vor dir sind alle meine Bedrnger. $69/21$ Der Hohn hat
mein Herz gebrochen, und [es] ist unheilbar; und ich habe auf
Mitleid gewartet - aber [da war] keins; und auf Trster, aber
ich habe keine gefunden. $69/22$ Und sie gaben mir zur Speise
Gift, und in meinem Durst trnkten sie mich mit Essig. $69/23$
Es werde ihr Tisch vor ihnen zur Falle, und den Sorglosen zum
Fallstrick! $69/24$ La dunkel werden ihre Augen, da sie nicht
sehen; und la bestndig ihre Hften wanken! $69/25$ Schtte
ber sie aus deine Verwnschung, und deines Zornes Glut soll sie
erreichen! $69/26$ Verdet sei ihr Lagerplatz, in ihren Zelten
sei kein Bewohner! $69/27$ Denn den du geschlagen hast, haben
sie verfolgt, und vom Schmerz deiner Verwundeten erzhlen sie.
$69/28$ Fge Schuld zu ihrer Schuld, und la sie nicht
hineinkommen in deine Gerechtigkeit! $69/29$ Sie sollen
ausgelscht werden aus dem Buch des Lebens und nicht
eingeschrieben werden mit den Gerechten! $69/30$ Ich aber bin
elend, und mir ist wehe; deine Rettung, o Gott, bringe mich in
Sicherheit! $69/31$ Loben will ich den Namen Gottes im Lied und
ihn erheben mit Dank. $69/32$ Denn es wird dem HERRN
wohlgeflliger sein als ein Stier, ein Opferstier mit Hrnern
und gespaltenen Hufen. $69/33$ Die Sanftmtigen haben es
gesehen, sie werden sich freuen; die ihr Gott sucht, euer Herz
soll leben! $69/34$ Denn der HERR hrt auf die Armen, und seine
Gefangenen verachtet er nicht. $69/35$ Ihn sollen loben Himmel
und Erde, die Meere, und alles, was in ihnen wimmelt! $69/36$
Denn Gott wird Zion retten und die Stdte Judas bauen; und sie
werden dort wohnen und es besitzen. $69/37$ Die Nachkommen
seiner Knechte werden es erben; und die seinen Namen lieben,
werden darin wohnen.

\70\


$70/1$ Dem Chorleiter. Von David. Zum Gedchtnis. $70/2$ Eile,
Gott, mich zu retten, HERR, zu meiner Hilfe! $70/3$ Es sollen
sich schmen und zuschanden werden, die nach meinem Leben
trachten! Es sollen zurckweichen und beschimpft sein, die
Gefallen haben an meinem Unglck! $70/4$ Sie sollen umkehren
wegen ihrer Schande, die da sagen: Haha! Haha! $70/5$ Frohlocken
und deiner sich freuen sollen alle, die dich suchen! Stets
sollen sagen: `Gro ist Gott!, die dein Heil lieben. $70/6$ Ich
aber bin elend und arm; o Gott, eile zu mir! Mein Helfer und
mein Retter bist du! HERR, zgere nicht!

\71\

$71/1$ Bei dir, HERR, habe ich mich geborgen. La mich niemals
beschmt werden! $71/2$ In deiner Gerechtigkeit rette mich und
befreie mich! Neige dein Ohr zu mir und hilf mir. $71/3$ Sei mir
ein Fels zur Wohnung, zu dem ich immer kommen kann! Du hast
geboten, mich zu retten. Denn mein Fels und meine Burg bist du.
$71/4$ Mein Gott, befreie mich aus der Hand des Gottlosen, aus
der Faust des Ungerechten und des Gewaltttigen. $71/5$ Denn
meine Hoffnung bist du, Herr; HERR, meine Zuversicht von meiner
Jugend an. $71/6$ Auf dich habe ich mich gesttzt von
Mutterschoe an, vom Mutterleib hast du mich entbunden; dir gilt
stets mein Lobgesang. $71/7$ Vielen bin ich wie ein Wunder; du
aber bist meine starke Zuflucht. $71/8$ Mein Mund ist voll von
deinem Lob, von deinem Ruhm den ganzen Tag. $71/9$ Verwirf mich
nicht zur Zeit des Alters; beim Schwinden meiner Kraft verla
mich nicht! $71/10$ Denn meine Feinde haben ber mich geredet,
und die nach meinem Leben trachten, miteinander beratschlagt.
$71/11$ Sie sagen: Gott hat ihn verlassen! Verfolgt und ergreift
ihn, denn kein Retter ist da! $71/12$ Gott, sei nicht fern von
mir; mein Gott, eile mir zur Hilfe! $71/13$ Zuschanden werden,
vergehen sollen, die meine Seele beschuldigen; in Hohn und
Schande sollen sich hllen, die mein Unglck suchen! $71/14$ Ich
aber will bestndig harren und all dein Lob vermehren. $71/15$
Mein Mund soll erzhlen deine Gerechtigkeit, dein Retten den
ganzen Tag. Denn ich kenne [ihre] Zahl nicht. $71/16$ Ich will
kommen mit den Machttaten des Herrn HERRN. Ich will preisen
deine Gerechtigkeit, dich allein. $71/17$ Gott! Du hast mich
unterwiesen von meiner Jugend an, und bis hierher verkndige ich
deine Wundertaten. $71/18$ Und auch bis zum Alter und bis zum
Greisentum verla mich nicht, o Gott, bis ich verkndige deinen
Arm dem [knftigen] Geschlecht, allen, die da kommen werden,
deine Macht $71/19$ und deine Gerechtigkeit, o Gott, bis zur
Hhe, der du groe Dinge getan hast, Gott, wer ist wie du?
$71/20$ Der du uns viele und unheilvolle Nte hast sehen lassen,
du wirst uns wieder beleben und uns aus den Tiefen der Erde
wieder herauffhren. $71/21$ Du wirst meine Gre mehren und
dich wenden und mich trsten. $71/22$ Dann will auch ich dich
preisen mit der Harfe, [preisen] deine Treue, mein Gott! Ich
will dir spielen mit der Zither, du Heiliger Israels! $71/23$
Jubeln sollen meine Lippen, wenn ich dir spiele, und meine
Seele, die du erlst hast. $71/24$ Auch meine Zunge soll von
deiner Gerechtigkeit reden den ganzen Tag; denn beschmt, denn
mit Scham sind bedeckt worden, die mein Unglck suchen. //

\72\

$72/1$ Von Salomo. Gott, gib dem Knig deine Rechtssprche und
deine Gerechtigkeit dem Knigssohn, $72/2$ da er dein Volk
richte in Gerechtigkeit und deine Elenden nach Recht. $72/3$ Es
mgen dem Volk Heil tragen die Berge und die Hgel
Gerechtigkeit. $72/4$ Er schaffe Recht den Elenden des Volkes;
bringe Hilfe den Kindern des Armen, und den Unterdrcker
zertrete er. $72/5$ Und er mge lange leben, solange die Sonne
[scheint], solange der Mond [leuchtet], von Geschlecht zu
Geschlecht. $72/6$ Er komme herab wie ein Regen auf die gemhte
Flur, wie Regenschauer als Befeuchtung auf das Land. $72/7$ In
seinen Tagen wird der Gerechte blhen, und Flle von Heil [wird
sein], bis der Mond nicht mehr ist. $72/8$ Und er mge herrschen
von Meer zu Meer und vom Strom bis an die Enden der Erde. $72/9$
Vor ihm sollen sich beugen die Bewohner der Wste, und seine
Feinde sollen den Staub lecken. $72/10$ Die Knige von Tarsis
und den Inseln sollen Geschenke bringen, es sollen Tribute
entrichten die Knige von Scheba und Saba. $72/11$ Und alle
Knige sollen vor ihm niederfallen, alle Nationen ihm dienen.
$72/12$ Denn retten wird er den Armen, der um Hilfe ruft, und
den Elenden und den, der keinen Helfer hat. $72/13$ Er wird sich
erbarmen des Geringen und des Armen, und das Leben der Armen
wird er retten. $72/14$ Aus Bedrckung und Gewalttat wird er ihr
Leben erlsen, denn ihr Blut ist kostbar in seinen Augen.
$72/15$ Und er soll leben, und von dem Golde Schebas wird man
ihm geben; und man soll bestndig fr ihn beten, den ganzen Tag
ihn segnen. $72/16$ berflu an Getreide soll im Land sein; auf
dem Gipfel der Berge soll es wogen; wie der Libanon sei seine
Frucht; sie sollen hervorblhen aus der Stadt wie das Kraut der
Erde. $72/17$ Sein Name soll ewig sein; vor der Sonne soll
aufsprossen sein Name; und in ihm wird man sich segnen; alle
Nationen sollen ihn glcklich preisen. $72/18$ Gepriesen sei
Gott, der HERR, der Gott Israels. Er tut Wunder, er allein!
$72/19$ Und gepriesen sei sein herrlicher Name in Ewigkeit!
Seine Herrlichkeit erflle die ganze Erde! Amen, ja Amen.
$72/20$ Es sind zu Ende die Gebete Davids, des Sohnes Isais.


DRITTES BUCH

\73\

$73/1$ Ein Psalm. Von Asaf. Frwahr, Gott ist Israel gut, denen,
die reinen Herzens sind. $73/2$ Ich aber - fast wren meine Fe
ausgeglitten, beinahe htten gewankt meine Schritte. $73/3$ Denn
ich beneidete die bermtigen, als ich das Wohlergehen der
Gottlosen sah. $73/4$ Denn keine Qualen [haben sie bei] ihrem
Tod, und wohlgenhrt ist ihr Leib. $73/5$ In der Mhsal der
Menschheit sind sie nicht, und sie werden nicht wie die
[anderen] Menschen geplagt. $73/6$ Deshalb umgibt sie Hochmut
wie ein Halsgeschmeide, Gewalttat umhllt sie wie ein Gewand.
$73/7$ Es tritt aus dem Fett heraus ihr Auge; sie fahren daher
in den Einbildungen des Herzens. $73/8$ Sie hhnen und reden in
Bosheit Bedrckendes, von oben herab reden sie. $73/9$ Sie
setzen in den Himmel ihren Mund, und ihre Zunge ergeht sich auf
der Erde. $73/10$ Deshalb wendet sich hierher sein Volk, denn
Wasser in Flle wird bei ihnen geschlrft. $73/11$ Ja, sie
sprechen: Wie sollte Gott es wissen? Gibt es ein Wissen beim
Hchsten? $73/12$ Siehe, dies sind Gottlose, und immer sorglos,
erwerben sie sich Vermgen. $73/13$ Frwahr, umsonst habe ich
mein Herz rein gehalten und in Unschuld gewaschen meine Hnde;
$73/14$ doch ich wurde geplagt den ganzen Tag, meine Zchtigung
ist jeden Morgen da. $73/15$ Wenn ich gesagt htte: Ich will
ebenso reden, siehe, so htte ich treulos gehandelt an dem
Geschlecht deiner Shne. $73/16$ Da dachte ich nach, um dies zu
begreifen. Eine Mhe war es in meinen Augen, $73/17$ bis ich
hineinging in das Heiligtum Gottes. Bedenken will ich [dort] ihr
Ende. $73/18$ Frwahr, auf schlpfrige [Wege] stellst du sie, du
lt sie in Tuschungen fallen. $73/19$ Wie sind sie so
pltzlich zum Entsetzen geworden! Sie haben ein Ende gefunden,
sind umgekommen in Schrecken. $73/20$ Wie einen Traum nach dem
Erwachen, so verachtest du, Herr, beim Aufstehen ihr Bild.
$73/21$ Als mein Herz erbittert war und es mich in meinen Nieren
stach, $73/22$ da war ich dumm und verstand nicht; [wie] ein
Tier war ich bei dir. $73/23$ Doch ich bin stets bei dir. Du
hast meine rechte Hand gefat. $73/24$ Nach deinem Rat leitest
du mich, und nachher nimmst du mich in Herrlichkeit auf. $73/25$
Wen habe ich im Himmel? Und auer dir habe ich an nichts
Gefallen auf der Erde. $73/26$ Mag auch mein Leib und mein Herz
vergehen - meines Herzens Fels und mein Teil ist Gott auf ewig.
$73/27$ Denn siehe, es werden umkommen die, die sich von dir
fernhalten. Du bringst zum Schweigen jeden, der dir die Treue
bricht. $73/28$ Ich aber: Gott zu nahen ist mir gut. Ich habe
meine Zuversicht auf den Herrn HERRN gesetzt, zu erzhlen alle
deine Taten.

\74\

$74/1$ Ein Maskil. Von Asaf. Gott, warum hast du verworfen fr
immer, [warum] raucht dein Zorn gegen die Herde deiner Weide?
$74/2$ Gedenke an deine Gemeinde, die du erworben hast vor
alters, erlst zum Stamm deines Eigentums, an den Berg Zion, auf
welchem du gewohnt hast! $74/3$ Erhebe deine Schritte zu den
ewigen Trmmern! Alles hat der Feind im Heiligtum verwstet.
$74/4$ Es brllen deine Widersacher inmitten deiner
Versammlungssttte. Sie haben ihre Zeichen als Zeichen [des
Sieges] gesetzt. $74/5$ Es sieht aus, wie wenn man xte
emporhebt im Dickicht des Waldes. $74/6$ Und jetzt - deine
Schnitzereien allesamt, mit Beilen und Brechstangen zerschlagen
sie [sie]. $74/7$ Sie haben dein Heiligtum in Brand gesteckt,
bis auf den Grund entweiht die Wohnung deines Namens. $74/8$ Sie
sprachen in ihrem Herzen: Lat sie uns allesamt niederzwingen!
Sie haben alle Versammlungssttten Gottes im Lande verbrannt.
$74/9$ Zeichen fr uns sehen wir nicht. Kein Prophet ist mehr
da, und keiner bei uns ist da, der wei, bis wann. $74/10$ Bis
wann, o Gott, soll hhnen der Bedrnger, soll der Feind deinen
Namen verachten immerfort? $74/11$ Warum ziehst du deine Hand
und deine Rechte zurck? [Zieh sie] hervor aus deinem
Gewandbausch, mach ein Ende! $74/12$ Gott ist ja mein Knig von
alters her, der Heilstaten vollbringt auf der Erde. $74/13$ Du
hast aufgestrt das Meer durch deine Macht, hast zerschmettert
die Hupter der Wasserungeheuer auf den Wassern. $74/14$ Du hast
zerschlagen die Kpfe des Leviathans, gabst ihn zur Speise den
Haifischen des Meeres. $74/15$ Du lieest Quelle und Bach
hervorquellen, immerflieende Strme trocknetest du aus. $74/16$
Dein ist der Tag, dein auch die Nacht. Den Mond und die Sonne
hast du bereitet. $74/17$ Du hast festgelegt alle Grenzen der
Erde. Sommer und Winter, du hast sie geschaffen. $74/18$ Denk
daran: Der Feind hat gehhnt, HERR, und ein trichtes Volk hat
deinen Namen verachtet. $74/19$ Gib nicht den Raubtieren hin die
Seele deiner Turteltaube! Das Leben deiner Elenden vergi nicht
fr immer! $74/20$ Schaue hin auf den Bund! Denn die
Schlupfwinkel des Landes sind voll von Sttten der Gewalttat.
$74/21$ La den Unterdrckten nicht beschmt davongehen! Den
Elenden und Armen la deinen Namen loben! $74/22$ Stehe auf,
Gott, fhre deinen Rechtsstreit! Gedenke deiner Verhhnung durch
den Toren den ganzen Tag! $74/23$ Vergi nicht die Stimme deiner
Widersacher, das stndig aufsteigende Getse derer, die sich
gegen dich erheben.

\75\

$75/1$ Dem Chorleiter. [Nach der Melodie:] `Verdirb nicht! Ein
Psalm. Von Asaf. Ein Lied. $75/2$ Wir preisen dich, Gott, wir
preisen [dich]. Und nahe ist dein Name [denen, die] deine Wunder
erzhlen. $75/3$ `Wenn mein Zeitpunkt gekommen ist, werde ich
gerecht richten. $75/4$ Wanken mag die Erde und alle ihre
Bewohner, ich habe ihre Sulen festgestellt. // $75/5$ Ich
sprach zu den Tobenden: Tobt nicht! Und zu den Gottlosen: Erhebt
nicht das Horn! $75/6$ Erhebt nicht zur Hhe euer Horn! Redet
nicht Freches mit [stolz gerecktem] Hals! $75/7$ Denn nicht von
Osten, noch von Westen, und nicht von Sden her [kommt]
Erhhung. $75/8$ Denn Gott ist Richter. Diesen erniedrigt er,
und jenen erhht er. $75/9$ Denn ein Becher ist in der Hand des
HERRN, schumender Wein voll Wrze. Und er schenkt daraus ein:
Ja, seine Hefen mssen schlrfen, mssen trinken alle Gottlosen
der Erde. $75/10$ Ich aber, ich will verknden ewig, ich will
spielen dem Gott Jakobs. $75/11$ Alle Hrner der Gottlosen will
ich abhauen. Es sollen erhht sein die Hrner des Gerechten.

\76\

$76/1$ Dem Chorleiter. Mit Saitenspiel. Ein Psalm. Von Asaf. Ein
Lied. $76/2$ Bekannt ist Gott in Juda, in Israel ist gro sein
Name. $76/3$ In Salem entstand seine Htte, und seine Wohnung
auf dem Zion. $76/4$ Dort zerstrte er des Bogens Brnde, Schild
und Schwert und Krieg. // $76/5$ Glanzvoller bist du, herrlicher
als die Berge des Raubes. $76/6$ Beraubt stehen da die
Starkherzigen, sie schlafen ihren Schlaf; und keiner der starken
Mnner findet seine Hnde. $76/7$ Von deinem Schelten, Gott
Jakobs, sinken in tiefen Schlaf Wagen wie Ro. $76/8$ Du, du
bist furchtbar, und wer kann vor dir bestehen, sobald du zrnst!
$76/9$ Du lieest Gericht hren vom Himmel her. Die Erde
frchtete sich und wurde stille, $76/10$ als Gott aufstand zum
Gericht, um zu retten alle Demtigen auf Erden. // $76/11$ Denn
[selbst] der Grimm des Menschen wird dich preisen; [auch noch]
mit dem Rest des Grimmes wirst du dich grten. $76/12$ Sprecht
Gelbde und erfllt sie dem HERRN, eurem Gott, alle, die ihr
rings um ihn her seid. Bringt Geschenke dem Furchtbaren! $76/13$
Er demtigt den Geist der Frsten, er ist furchtbar den Knigen
der Erde.

\77\

$77/1$ Dem Chorleiter. Nach Jedutum. Von Asaf. Ein Psalm. $77/2$
Meine Stimme [ruft] zu Gott, und ich will schreien! Meine Stimme
[ruft] zu Gott, da er mir Gehr schenke. $77/3$ Am Tag meiner
Drangsal suchte ich den Herrn. Meine Hand war des Nachts
ausgestreckt und lie nicht ab. Meine Seele weigerte sich,
getrstet zu werden. $77/4$ Gedenke ich an Gott, so sthne ich.
Sinne ich nach, so verzagt mein Geist. // $77/5$ Du hieltest
[offen] die Lider meiner Augen; ich war voll Unruhe und redete
nicht. $77/6$ Ich durchdachte die Tage vor alters. Der Jahre der
Urzeit gedachte ich. $77/7$ Ich sann nach des Nachts; in meinem
Herzen berlegte ich, und es forschte mein Geist. $77/8$ Wird
der Herr auf ewig verwerfen und knftig keine Gunst mehr
erweisen? $77/9$ Ist seine Gnade fr immer zu Ende? Hat das Wort
aufgehrt von Geschlecht zu Geschlecht? $77/10$ Hat Gott
vergessen, gndig zu sein? Hat er im Zorn verschlossen seine
Erbarmungen? // $77/11$ Da sprach ich: Das ist mein Schmerz, da
sich die Rechte des Hchsten gendert hat. $77/12$ Ich will
gedenken der Taten Jahs; ja, deiner Wunder von alters her will
ich gedenken. $77/13$ Ich will nachdenken ber all dein Tun, und
ber deine Taten will ich sinnen. $77/14$ Gott! Dein Weg ist im
Heiligtum. Wer ist ein so groer Gott wie unser Gott? $77/15$ Du
bist der Gott, der Wunder tut, du hast deine Strke kundgetan
unter den Vlkern. $77/16$ Du hast dein Volk erlst mit [deinem]
Arm, die Shne Jakobs und Josephs. // $77/17$ Dich sahen die
Wasser, Gott, dich sahen die Wasser: sie bebten; ja, es
erzitterten die Tiefen. $77/18$ Die Wolken ergossen Wasser, das
Gewlk lie eine Stimme erschallen, und deine Pfeile fuhren hin
und her. $77/19$ Die Stimme deines Donners war im Wirbelwind.
Blitze erleuchteten die Welt. Es zitterte und bebte die Erde.
$77/20$ Durch das Meer [fhrt] dein Weg und deine Pfade durch
groe Wasser. Doch deine Fuspuren erkannte niemand. $77/21$ Wie
eine Herde hast du dein Volk geleitet durch die Hand Moses und
Aarons.

\78\

$78/1$ Ein Maskil. Von Asaf. Hre, mein Volk, auf meine Weisung!
Neigt euer Ohr zu den Worten meines Mundes! $78/2$ Ich will
meinen Mund ffnen zu einem Spruch, will hervorbringen Rtsel
aus der Vorzeit. $78/3$ Was wir gehrt und erfahren und unsere
Vter uns erzhlt haben, $78/4$ wollen wir nicht verhehlen ihren
Shnen und dem knftigen Geschlecht erzhlen die Ruhmestaten des
HERRN und seine Macht und seine Wunder, die er getan hat. $78/5$
Denn er hat ein Zeugnis aufgerichtet in Jakob und ein Gesetz
aufgestellt in Israel und gebot unseren Vtern, sie ihren Shnen
kundzutun, $78/6$ damit das knftige Geschlecht sie kenne, die
Shne, die geboren werden sollten, und [auch] sie aufstnden und
sie ihren Shnen erzhlten. $78/7$ Damit sie auf Gott ihr
Vertrauen setzten und die Taten Gottes nicht vergen und seine
Gebote befolgten. $78/8$ Damit sie nicht wrden wie ihre Vter,
ein widersetzliches und widerspenstiges Geschlecht, ein
Geschlecht, dessen Herz nicht fest war und dessen Geist nicht
treu war gegen Gott, $78/9$ [wie] die Shne Ephraims, gerstete
Bogenschtzen, sich wendeten am Tag des Kampfes. $78/10$ Sie
hielten nicht den Bund Gottes und weigerten sich, nach seinem
Gesetz zu wandeln. $78/11$ Sie vergaen seine Taten und seine
Wunder, die er sie hatte schauen lassen. $78/12$ Er tat Wunder
vor ihren Vtern im Lande gypten, dem Gebiet Zoans. $78/13$ Er
spaltete das Meer und lie sie hindurchgehen, er lie die Wasser
stehen wie einen Damm. $78/14$ Er leitete sie des Tages mit der
Wolke und die ganze Nacht mit dem Licht eines Feuers. $78/15$ Er
spaltete Felsen in der Wste und trnkte sie reichlich, wie mit
Urfluten. $78/16$ Er lie Bche hervorkommen aus dem Felsen und
Wasser herablaufen wie Flsse. $78/17$ Doch sie fuhren weiter
fort, gegen ihn zu sndigen, sich gegen den Hchsten
widerspenstig zu zeigen in der Wste. $78/18$ Sie versuchten
Gott in ihrem Herzen, indem sie Speise forderten fr ihr
Gelste. $78/19$ Und sie redeten gegen Gott; sie sprachen:
Sollte Gott imstande sein, [uns] in der Wste einen Tisch zu
bereiten? $78/20$ Siehe, den Felsen hat er [zwar] geschlagen,
und Wasser flossen [heraus], und Bche strmten. Wird er [aber]
auch Brot geben knnen, oder wird er seinem Volk Fleisch
verschaffen? $78/21$ Darum, als der HERR es hrte, wurde er
zornig, und Feuer entzndete sich gegen Jakob, und auch Zorn
stieg auf gegen Israel, $78/22$ weil sie Gott nicht glaubten und
nicht vertrauten auf seine Hilfe. $78/23$ Und doch hat er den
Wolken oben geboten und die Tren des Himmels geffnet. $78/24$
Und hat Manna auf sie regnen lassen, da sie es en, und ihnen
Himmelsgetreide gegeben. $78/25$ Ein jeder a Brot der Starken.
Speise sandte er ihnen bis zur Sttigung. $78/26$ Er lie den
Ostwind losbrechen am Himmel und trieb durch seine Strke den
Sdwind herbei. $78/27$ Er lie Fleisch auf sie regnen wie Staub
und Vgel wie Sand der Meere, $78/28$ und lie [sie] mitten in
sein Lager fallen, rings um seine Wohnungen. $78/29$ Da aen sie
und wurden sehr satt, und was sie verlangten, brachte er ihnen.
$78/30$ Sie hatten sich noch nicht abgewendet von ihrem
Verlangen, ihre Speise war noch in ihrem Mund, $78/31$ da stieg
der Zorn Gottes gegen sie auf. Er brachte [viele] unter ihren
stattlichen Leuten um. Die jungen Mnner Israels streckte er
nieder. $78/32$ Trotz alledem sndigten sie weiter und glaubten
nicht an seine Wunder. $78/33$ Da lie er in Nichtigkeit
hinschwinden ihre Tage und ihre Jahre in Schrecken. $78/34$ Wenn
er sie umbrachte, dann fragten sie nach ihm, kehrten um und
suchten nach Gott. $78/35$ Und sie gedachten daran, da Gott ihr
Fels sei und Gott, der Hchste, ihr Erlser. $78/36$ Doch sie
betrogen ihn mit ihrem Mund, und mit ihrer Zunge belogen sie
ihn. $78/37$ Denn ihr Herz war nicht fest ihm gegenber, und sie
blieben nicht treu an seinem Bund. $78/38$ Er aber war
barmherzig, er vergab die Schuld und vertilgte nicht; und
oftmals wandte er seinen Zorn ab und lie nicht erwachen seinen
ganzen Grimm. $78/39$ Er dachte daran, da sie Fleisch sind, ein
Hauch, der dahinfhrt und nicht wiederkehrt. $78/40$ Wie oft
waren sie widerspenstig gegen ihn in der Wste, betrbten ihn in
der Einde! $78/41$ Immer wieder versuchten sie Gott und
krnkten den Heiligen Israels. $78/42$ Sie gedachten nicht an
seine Hand, an den Tag, da er sie von dem Bedrnger erlste,

V. 43-51: Ps 105,27-36.

$78/43$ als er seine Zeichen tat in gypten und seine Wunder im
Gebiet Zoans: $78/44$ Er verwandelte ihre Strme in Blut und
ihre Bche, so da sie nicht mehr trinken konnten. $78/45$ Er
sandte Hundsfliegen unter sie, die sie fraen, und Frsche, die
ihnen Verderben brachten. $78/46$ Ihren Ertrag gab er der
Schabe, und was sie erarbeitet hatten, der Heuschrecke. $78/47$
Ihren Weinstock zerschlug er mit Hagel, ihre Maulbeerbume mit
Schloen. $78/48$ Und er gab ihr Vieh dem Hagel preis und ihre
Herden den Blitzen. $78/49$ Er lie gegen sie los seines Zornes
Glut, Grimm, Verwnschung und Bedrngnis, eine Schar von
Unheilsboten. $78/50$ Er bahnte seinem Zorn einen Weg, er entzog
ihre Seele nicht dem Tod und gab ihr Leben der Pest preis.
$78/51$ Er schlug alle Erstgeburt in gypten, die Erstlinge der
Kraft in den Zelten Hams. $78/52$ Und er lie sein Volk
aufbrechen wie die Schafe und leitete sie wie eine Herde in der
Wste. $78/53$ Er fhrte sie sicher, so da sie sich nicht
frchteten; und ihre Feinde bedeckte das Meer. $78/54$ Er
brachte sie in sein heiliges Land, zu diesem Berg, den seine
Rechte erworben hat. $78/55$ Er vertrieb Nationen vor ihnen und
verteilte sie mit der Meschnur des Erbes und lie in ihren
Zelten wohnen die Stmme Israels. $78/56$ Aber sie versuchten
Gott, den Hchsten, und waren widerspenstig [gegen ihn]; und
seine Mahnungen beachteten sie nicht. $78/57$ Sie wurden
abtrnnig und handelten treulos wie ihre Vter. Sie versagten
wie ein schlaffer Bogen. $78/58$ Und sie erbitterten ihn durch
ihre Hhen und reizten ihn zur Eifersucht mit ihren
Gtzenbildern. $78/59$ Gott hrte es und ergrimmte, und er
verwarf Israel vllig. $78/60$ Er gab die Wohnung zu Silo auf,
das Zelt, in dem er unter den Menschen wohnte. $78/61$ Und er
gab seine Kraft in Gefangenschaft und seine Herrlichkeit in die
Hand des Bedrngers. $78/62$ Er gab sein Volk dem Schwert preis,
und gegen sein Erbe ergrimmte er. $78/63$ Seine jungen Mnner
fra das Feuer, und seine Jungfrauen wurden nicht besungen.
$78/64$ Seine Priester fielen durch das Schwert, und seine
Witwen weinten nicht. $78/65$ Da erwachte der Herr wie ein
Schlafender, wie ein Held, der nchtern wird vom Wein. $78/66$
Und er schlug seine Bedrnger zurck, ewige Schande bereitete er
ihnen. $78/67$ Und er verwarf das Zelt Josephs, und den Stamm
Ephraim erwhlte er nicht, $78/68$ sondern er erwhlte den Stamm
Juda, den Berg Zion, den er geliebt hat. $78/69$ Er baute sein
Heiligtum wie [Himmels-]Hhen, wie die Erde, die er auf ewig
gegrndet hat. $78/70$ Er erwhlte David, seinen Knecht, und
nahm ihn weg von den Hrden der Schafe. $78/71$ Von den
Muttertieren weg holte er ihn, da er Jakob, sein Volk, weidete
und Israel, sein Erbteil. $78/72$ Und er weidete sie nach der
Lauterkeit seines Herzens, und mit der Geschicklichkeit seiner
Hnde leitete er sie.

\79\

$79/1$ Ein Psalm. Von Asaf. Gott! Nationen sind in dein Erbteil
gekommen, haben deinen heiligen Tempel verunreinigt, haben
Jerusalem zu Trmmerhaufen gemacht. $79/2$ Die Leichen deiner
Knechte haben sie den Vgeln des Himmels zum Fra gegeben, das
Fleisch deiner Frommen den wilden Tieren des Feldes. $79/3$ Sie
haben ihr Blut wie Wasser vergossen rings um Jerusalem, und
niemand war da, der begraben htte. $79/4$ Wir sind ein Hohn
geworden unseren Nachbarn, ein Spott und Schimpf denen, die uns
umgeben. $79/5$ Bis wann, HERR, willst du immerfort zrnen, soll
wie Feuer brennen dein Eifer? $79/6$ Schtte deinen Zorn aus
ber die Nationen, die dich nicht erkennen, auf die Knigreiche,
die deinen Namen nicht anrufen! $79/7$ Denn sie haben Jakob
aufgezehrt, sein Weidegebiet haben sie verwstet. $79/8$ Rechne
uns nicht an die Schuld der Vorfahren; la uns dein Erbarmen
eilends entgegenkommen! Denn wir sind sehr gering geworden.
$79/9$ Hilf uns, Gott unseres Heils, um der Ehre deines Namens
willen. Rette uns und vergib unsere Snden um deines Namens
willen! $79/10$ Warum sollen die Nationen sagen: Wo ist ihr
Gott? La unter den Nationen vor unseren Augen kundwerden, da
du das vergossene Blut deiner Knechte rchst! $79/11$ La vor
dich kommen das Seufzen des Gefangenen; nach der Gre deines
Armes la brigbleiben die Kinder des Todes! $79/12$ Und gib
unseren Nachbarn siebenfach in ihren Scho zurck ihren Hohn,
mit dem sie dich gehhnt haben, Herr! $79/13$ Wir aber sind dein
Volk und die Herde deiner Weide. Wir wollen dich ewig preisen,
von Geschlecht zu Geschlecht dein Lob erzhlen!

\80\

$80/1$ Dem Chorleiter. Nach Schoschannim. Ein Zeugnis. Von Asaf.
Ein Psalm. $80/2$ Du Hirte Israels, der du Joseph leitest wie
eine Herde, hre doch! Der du thronst auf den Cherubim, strahle
hervor! $80/3$ Vor Ephraim, Benjamin und Manasse erwecke deine
Macht und komm zu unserer Rettung! $80/4$ O Gott! Stelle uns
wieder her! La dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet.
$80/5$ HERR, Gott der Heerscharen! Bis wann zrnst du trotz des
Gebets deines Volkes? $80/6$ Du hast sie mit Trnenbrot
gespeist, sie in reichem Ma getrnkt mit Trnen. $80/7$ Du
setztest uns zum Streit unseren Nachbarn, und unsere Feinde
spotten ber uns. $80/8$ Gott der Heerscharen! Stelle uns wieder
her! La dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet. $80/9$
Einen Weinstock hobst du aus aus gypten. Du vertriebst Nationen
und pflanztest ihn ein. $80/10$ Du machtest Raum vor ihm, und er
schlug Wurzeln und erfllte das Land. $80/11$ Die Berge wurden
bedeckt von seinem Schatten, von seinen sten die Zedern Gottes.
$80/12$ Er streckte seine Zweige aus bis ans Meer, bis zum Strom
hin seine Triebe. $80/13$ Warum hast du seine Mauern
niedergerissen, so da ihn alle berupfen, die des Weges kommen?
$80/14$ Es frit ihn ab das Wildschwein aus dem Wald, das Wild
des Feldes weidet ihn ab. $80/15$ Gott der Heerscharen! Kehre
doch zurck! Schau vom Himmel und sieh! Und suche diesen
Weinstock heim! $80/16$ Und beschirme, was deine Rechte
gepflanzt hat, den Sohn, den du dir hast stark werden lassen.
$80/17$ Er ist mit Feuer verbrannt, er ist abgehauen. Vor dem
Schelten deines Angesichtes kommen sie um. $80/18$ Deine Hand
sei ber dem Mann deiner Rechten, ber dem Menschensohn, den du
dir hast stark werden lassen. $80/19$ So werden wir nicht von
dir abweichen. Belebe uns, und wir werden deinen Namen anrufen.
$80/20$ HERR, Gott der Heerscharen! Stelle uns wieder her! La
dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet.

\81\

$81/1$ Dem Chorleiter. Auf der Gittit. Von Asaf. $81/2$ Jubelt
Gott zu, unserer Strke! Jauchzt dem Gott Jakobs! $81/3$ Hebt an
den Gesang, und lat das Tamburin ertnen, die liebliche Zither
samt der Harfe! $81/4$ Stot am Neumond in das Horn, am Vollmond
zum Tag unseres Festes! $81/5$ Denn eine Ordnung fr Israel ist
dies, eine Verordnung des Gottes Jakobs. $81/6$ Er setzte es ein
als ein Zeugnis in Joseph, als er auszog gegen das Land gypten.
Eine Sprache hre ich, die ich [bisher] nicht kannte: $81/7$ Ich
habe von der Last befreit seine Schulter, seine Hnde lsten
sich vom Tragkorb. $81/8$ In der Bedrngnis riefst du, und ich
befreite dich. Ich antwortete dir im Donnergewlk. Ich prfte
dich an den Wassern von Meriba. // $81/9$ Hre, mein Volk, ich
will dich warnen. Israel, wenn du mir doch gehorchtest! $81/10$
Es soll kein fremder Gott bei dir sein, und du sollst nicht
anbeten einen Gott des Auslands. $81/11$ Ich bin der HERR, dein
Gott, der dich aus dem Land gypten herausgefhrt hat. Tue
deinen Mund weit auf, und ich will ihn fllen. $81/12$ Aber mein
Volk hat nicht auf meine Stimme gehrt, und Israel ist mir nicht
willig gewesen. $81/13$ Da gab ich sie dahin in die
Verstocktheit ihres Herzens. Sie wandelten nach ihren
Ratschlgen. $81/14$ O da mein Volk auf mich hrte, Israel in
meinen Wegen wandelte! $81/15$ Bald wrde ich ihre Feinde
beugen, meine Hand wenden gegen ihre Bedrnger. $81/16$ Die den
HERRN hassen, wrden ihm [Ergebung] heucheln, ihre Zeit wrde
ewig sein. $81/17$ Mit dem besten Weizen wrde ich es speisen,
und mit Honig aus dem Felsen wrde ich es sttigen.

\82\

$82/1$ Ein Psalm. Von Asaf. Gott steht in der Gottesversammlung,
inmitten der Gtter richtet er. $82/2$ Bis wann wollt ihr
ungerecht richten und die Gottlosen begnstigen? // $82/3$
Schafft Recht dem Geringen und der Waise, dem Elenden und dem
Bedrftigen lat Gerechtigkeit widerfahren! $82/4$ Rettet den
Geringen und den Armen, entreit ihn der Hand der Gottlosen!
$82/5$ Sie erkennen nichts und verstehen nichts, im Dunkeln
laufen sie umher. Es wanken alle Grundfesten der Erde. $82/6$
Ich sagte [zwar]: Ihr seid Gtter, Shne des Hchsten seid ihr
alle! $82/7$ Doch wie ein Mensch werdet ihr sterben, wie einer
der Obersten werdet ihr fallen. $82/8$ Stehe auf, o Gott, richte
die Erde! Denn du sollst zum Erbteil haben alle Nationen.

\83\

$83/1$ Ein Lied. Ein Psalm. Von Asaf. $83/2$ Gott, schweige
nicht! Verstumme nicht, und sei nicht stille, o Gott! $83/3$
Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das
Haupt. $83/4$ Gegen dein Volk planen sie listige Anschlge, und
sie beraten sich gegen die, die bei dir geborgen sind. $83/5$
Sie sprechen: Kommt und lat uns sie als Nation vertilgen, da
nicht mehr gedacht werde des Namens Israel! $83/6$ Denn sie
haben sich beraten mit einmtigem Herzen, sie haben einen Bund
gegen dich geschlossen: $83/7$ Die Zelte Edoms und die
Ismaeliter, Moab und die Hageriter, $83/8$ Gebal und Ammon und
Amalek, Philista samt den Bewohnern von Tyrus. $83/9$ Auch
Assur hat sich ihnen angeschlossen. Sie sind zu einem Arm
geworden den Shnen Lots. // $83/10$ Tu ihnen wie Midian, wie
Sisera, wie Jabin am Bach Kischon! $83/11$ Sie wurden vertilgt
zu En-Dor, sie wurden dem Erdboden zum Dnger! $83/12$ Mache
sie, ihre Edlen, wie Oreb und wie Seeb, und wie Sebach und wie
Zalmunna alle ihre Frsten! $83/13$ Die gesagt haben: Lat uns
in Besitz nehmen die Weidepltze Gottes! $83/14$ Mein Gott,
mache sie gleich der Raddistel, wie Spreu vor dem Wind! $83/15$
Wie Feuer den Wald verbrennt und wie eine Flamme die Berge
entzndet, $83/16$ so verfolge sie mit deinem Wetter, und mit
deinem Sturmwind schrecke sie! $83/17$ Bedecke ihr Gesicht mit
Schande, damit sie deinen Namen, HERR, suchen! $83/18$ La sie
beschmt und erschreckt sein fr immer, mit Scham bedeckt sein
und umkommen, $83/19$ damit sie erkennen, da du allein - HERR
ist [ja] dein Name! - der Hchste bist ber die ganze Erde!

\84\

$84/1$ Dem Chorleiter. Auf der Gittit. Von den Shnen Korachs.
Ein Psalm. $84/2$ Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR der
Heerscharen! $84/3$ Es sehnt sich, ja, es schmachtet meine Seele
nach den Vorhfen des HERRN, mein Herz und mein Leib, sie
jauchzen dem lebendigen Gott [entgegen]. $84/4$ Auch der Vogel
hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest fr sich, wo sie
ihre Jungen hingelegt hat - deine Altre, HERR der Heerscharen,
mein Knig und mein Gott! $84/5$ Glcklich sind, die in deinem
Haus wohnen. Stets werden sie dich loben. // $84/6$ Glcklich
ist der Mensch, dessen Strke in dir ist, in dessen Herz
gebahnte Wege sind! $84/7$ Sie gehen durch das Trnental und
machen es zu einem Quellort. Ja, mit Segnungen bedeckt es der
Frhregen. $84/8$ Sie gehen von Kraft zu Kraft. Sie erscheinen
vor Gott in Zion. $84/9$ HERR, Gott der Heerscharen, hre mein
Gebet! Vernimm es, o Gott Jakobs! // $84/10$ Blicke doch, o
Gott, auf unseren Schild! Schaue an das Antlitz deines
Gesalbten! $84/11$ Denn ein Tag in deinen Vorhfen ist besser
als [sonst] tausend. Ich will lieber an der Schwelle stehen im
Haus meines Gottes als wohnen in den Zelten der Gottlosen.
$84/12$ Denn Gott, der HERR, ist Sonne und Schild. Gnade und
Herrlichkeit wird der HERR geben, kein Gutes vorenthalten denen,
die in Lauterkeit wandeln. $84/13$ HERR der Heerscharen!
Glcklich ist der Mensch, der auf dich vertraut!

\85\

$85/1$ Dem Chorleiter. Von den Shnen Korachs. Ein Psalm. $85/2$
HERR, du hast Gefallen gefunden an deinem Land, hast die
Gefangenschaft Jakobs gewendet. $85/3$ Du hast vergeben die
Ungerechtigkeit deines Volkes, alle ihre Snde hast du
zugedeckt. // $85/4$ Du hast zurckgezogen all deinen Grimm,
hast dich abgewandt von der Glut deines Zorns. $85/5$ Stelle uns
wieder her, Gott unseres Heils, und mache deinem Unwillen gegen
uns ein Ende! $85/6$ Willst du uns ewig zrnen? Willst du deinen
Zorn whren lassen von Geschlecht zu Geschlecht? $85/7$ Willst
du uns nicht wieder beleben, da dein Volk sich in dir freue?
$85/8$ La uns, HERR, deine Gnade sehen, und gewhre uns dein
Heil! $85/9$ Hren will ich, was Gott, was der HERR reden wird;
gewi wird er Frieden ansagen seinem Volk und seinen Frommen,
doch sollen sie nicht zur Torheit zurckkehren. $85/10$ Frwahr,
nahe ist sein Heil denen, die ihn frchten, damit Herrlichkeit
wohne in unserem Land. $85/11$ Gnade und Wahrheit sind sich
begegnet, Gerechtigkeit und Frieden haben sich gekt. $85/12$
Wahrheit wird sprossen aus der Erde, Gerechtigkeit
herniederschauen vom Himmel. $85/13$ Auch wird der HERR das Gute
geben, und unser Land wird seinen Ertrag bringen. $85/14$
Gerechtigkeit wird vor ihm hergehen, und er wird ihre Tritte zum
Weg machen.

\86\

$86/1$ Ein Gebet. Von David. Neige, o HERR, dein Ohr, erhre
mich! Denn ich bin elend und arm. $86/2$ Bewahre meine Seele,
denn ich bin fromm! Rette deinen Knecht, der auf dich vertraut!
Du bist doch mein Gott! $86/3$ Sei mir gndig, Herr! Denn zu dir
rufe ich den ganzen Tag. $86/4$ Erfreue die Seele deines
Knechtes! Denn zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele. $86/5$ Denn
du, Herr, bist gut und zum Vergeben bereit, gro an Gnade gegen
alle, die dich anrufen. $86/6$ HERR, hre mein Gebet! Horche auf
die Stimme meines Flehens! $86/7$ Am Tag meiner Bedrngnis rufe
ich dich an, denn du erhrst mich. $86/8$ Keiner ist wie du,
Herr, unter den Gttern, und nichts gleicht deinen Werken.
$86/9$ Alle Nationen, die du gemacht hast, werden kommen und vor
dir anbeten, Herr, und deinen Namen verherrlichen. $86/10$ Denn
gro bist du und tust Wunder, du bist Gott, du allein. $86/11$
Lehre mich, HERR, deinen Weg: ich will wandeln in deiner
Wahrheit! Fasse mein Herz zusammen zur Furcht deines Namens.
$86/12$ Ich will dich preisen, Herr, mein Gott, mit meinem
ganzen Herzen und deinen Namen ewig verherrlichen. $86/13$ Denn
deine Gnade ist gro gegen mich, und du hast meine Seele
errettet aus dem tiefsten Totenreich. $86/14$ O Gott! bermtige
sind gegen mich aufgestanden; die Rotte der Gewaltttigen
trachtet nach meinem Leben; und sie haben dich nicht vor sich
gestellt. $86/15$ Du aber, Herr, bist ein barmherziger und
gndiger Gott, langsam zum Zorn und gro an Gnade und Wahrheit.
$86/16$ Wende dich zu mir und sei mir gndig! Gewhre deinem
Knecht deine Kraft, rette den Sohn deiner Magd! $86/17$ Wirke an
mir ein Zeichen zum Guten, da die, die mich hassen, es sehen
und beschmt werden, weil du, HERR, mir geholfen und mich
getrstet hast.

\87\

$87/1$ Von den Shnen Korachs. Ein Psalm. Ein Lied. Seine
Grndung ist auf den heiligen Bergen. $87/2$ Der HERR liebt die
Tore des Zion mehr als alle Wohnungen Jakobs. $87/3$ Herrliches
ist ber dich geredet, du Stadt Gottes. // $87/4$ Ich will Rahab
und Babel erwhnen bei denen, die mich kennen; siehe, Philista
und Tyrus samt Kusch. Dieser ist dort geboren. $87/5$ Von Zion
aber wird gesagt werden: Mann fr Mann ist darin geboren. Und
der Hchste, er wird es befestigen. $87/6$ Der HERR wird
schreiben beim Verzeichnen der Vlker: Dieser ist dort geboren.
// $87/7$ Und singend und den Reigen tanzend [werden sie sagen]:
Alle meine Quellen sind in dir!

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