\34\

$34/1$ Von David. Als er sich vor Abimelech wahnsinnig stellte
und dieser ihn wegtrieb und er fortging. $34/2$ Den HERRN will
ich preisen allezeit, bestndig soll sein Lob in meinem Munde
sein. $34/3$ In dem HERRN soll sich rhmen meine Seele; hren
werden es die Sanftmtigen und sich freuen. $34/4$ Erhebt den
HERRN mit mir, lat uns miteinander erhhen seinen Namen! $34/5$
Ich suchte den HERRN, und er antwortete mir; und aus allen
meinen ngsten rettete er mich. $34/6$ Sie blickten auf ihn und
strahlten, und ihr Angesicht wird nicht beschmt. $34/7$ Dieser
Elende rief, und der HERR hrte, und aus allen seinen
Bedrngnissen rettete er ihn. $34/8$ Der Engel des HERRN lagert
sich um die her, die ihn frchten, und er befreit sie. $34/9$
Schmecket und sehet, da der HERR gtig ist! Glcklich der Mann,
der sich bei ihm birgt! $34/10$ Frchtet den HERRN, ihr seine
Heiligen! Denn keinen Mangel haben die, die ihn frchten.
$34/11$ Junglwen darben und hungern, aber die den HERRN suchen,
entbehren kein Gut. $34/12$ Kommt, ihr Shne, hrt mir zu: die
Furcht des HERRN will ich euch lehren. $34/13$ Wer ist der Mann,
der Lust zum Leben hat, der [seine] Tage liebt, um Gutes zu
sehen? $34/14$ Bewahre deine Zunge vor Bsem und deine Lippen
vor betrgerischer Rede; $34/15$ la ab vom Bsen und tue Gutes,
suche Frieden und jage ihm nach! $34/16$ Die Augen des HERRN
[sind gerichtet] auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr
Schreien. $34/17$ Denen, die Bses tun, [steht] das Angesicht
des HERRN entgegen, um ihr Gedchtnis von der Erde zu tilgen.
$34/18$ Sie schreien, und der HERR hrt, aus allen ihren
Bedrngnissen rettet er sie. $34/19$ Nahe ist der HERR denen,
die zerbrochenen Herzens sind, und die zerschlagenen Geistes
sind, rettet er. $34/20$ Vielfltig ist das Unglck des
Gerechten, aber aus dem allen errettet ihn der HERR. $34/21$ Er
bewahrt alle seine Gebeine, nicht eines von ihnen wird
zerbrochen. $34/22$ Den Gottlosen wird die Bosheit tten; und
die den Gerechten hassen, werden es ben. $34/23$ Der HERR
erlst die Seele seiner Knechte; und alle, die sich bei ihm
bergen, mssen nicht ben.

\35\

$35/1$ Von David. Streite, HERR, mit denen, die gegen mich
streiten, kmpfe mit denen, die mich bekmpfen! $35/2$ Ergreife
Kleinschild und Langschild, und stehe auf zu meiner Hilfe!
$35/3$ Zcke den Speer und versperre [den Weg] gegenber meinen
Verfolgern; sprich zu meiner Seele: `Ich bin deine Hilfe!'
$35/4$ Es sollen sich schmen und zuschanden werden, die nach
meinem Leben trachten; es sollen zurckweichen und beschmt
werden, die mir Unheil ersinnen! $35/5$ La sie sein wie Spreu
vor dem Wind, und der Engel des HERRN stoe [sie]! $35/6$ Ihr
Weg sei finster und schlpfrig, und der Engel des HERRN verfolge
sie! $35/7$ Denn ohne Ursache haben sie mir ihr Netz heimlich
gelegt, ohne Ursache meiner Seele [eine Grube] gegraben. $35/8$
Verderben komme ber ihn, ohne da er es erkennt; und sein Netz,
das er heimlich gelegt hat, fange ihn; ins Verderben falle er
hinein! $35/9$ Und meine Seele wird frohlocken ber den HERRN,
wird sich freuen ber seine Hilfe. $35/10$ Alle meine Gebeine
werden sagen: `HERR, wer ist wie du! Der du den Elenden rettest
vor dem Strkeren und den Elenden und Armen vor seinem Ruber.'
$35/11$ Es treten gewaltttige Zeugen auf; was ich nicht wei,
fragen sie mich. $35/12$ Sie vergelten mir Bses fr Gutes;
vereinsamt ist meine Seele. $35/13$ Ich aber, als sie krank
waren, kleidete mich in Sacktuch; ich kasteite mit Fasten meine
Seele. Ach, da mein Gebet in meinen Scho zurckkehrte! $35/14$
Als wre es mir ein Freund, ein Bruder gewesen, so bin ich
einhergegangen; wie leidtragend um die Mutter habe ich mich
trauernd niedergebeugt. $35/15$ Sie aber haben sich ber mein
Straucheln gefreut und sich versammelt, Schlger haben sich
versammelt gegen mich, und ich kannte sie nicht; sie zerreien
und hren nicht auf. $35/16$ Unter Gottesverchtern verspotten
sie [meinen] Rckzugsort, sie knirschen gegen mich mit ihren
Zhnen. $35/17$ Herr, wie lange willst du zusehen? Stell mein
Leben wieder her aus ihren Verwstungen, aus [der Gewalt der]
Junglwen mein einziges [Gut]. $35/18$ Ich werde dich preisen in
der groen Versammlung, unter zahlreichem Volk dich loben.
$35/19$ La nicht ber mich frohlocken, die mir ohne Grund feind
sind, noch mit den Augen zwinkern, die ohne Ursache mich hassen.
$35/20$ Denn nicht zum Frieden reden sie; und gegen die Stillen
im Land ersinnen sie Worte des Betrugs; $35/21$ reien ihr Maul
gegen mich auf, sagen: `Haha! Haha! Unser Auge hat's gesehen!
$35/22$ Du hast es gesehen, HERR; schweige nicht! Herr, sei
nicht fern von mir! $35/23$ Rege dich und erwache fr mein
Recht, mein Gott und Herr, zu meinem Rechtsstreit! $35/24$
Schaffe mir Recht nach deiner Gerechtigkeit, HERR, mein Gott,
da sie nicht ber mich jubeln! $35/25$ Sie sollen nicht in
ihrem Herzen sagen: `Haha, so wollten wir's! Sie sollen nicht
sagen: `Wir haben ihn verschlungen! $35/26$ Sie sollen sich
schmen und beschmt werden allesamt, die sich freuen ber mein
Unglck. Sie sollen mit Schimpf und Schande bekleidet werden,
die gegen mich grotun! $35/27$ La jubeln und sich freuen, die
meine Gerechtigkeit wnschen, und la sie stets sagen: `Erhoben
sei der HERR, der den Frieden seines Knechtes will!' $35/28$ Und
meine Zunge soll hersagen deine Gerechtigkeit, dein Lob den
ganzen Tag.

\36\

$36/1$ Dem Chorleiter. Vom Knecht des HERRN. Von David. $36/2$
Die bertretung spricht zum Gottlosen im Innern seines Herzens.
Es ist keine Furcht Gottes vor seinen Augen. $36/3$ Denn es
schmeichelt ihm in seinen Augen, seine Snde zu vollbringen, Ha
zu ben. $36/4$ Lge und Betrug sind die Worte seines Mundes; er
hat es aufgegeben, verstndig zu handeln, Gutes zu tun. $36/5$
Bosheit ersinnt er auf seinem Lager; er betritt einen Weg, der
nicht gut ist; Bses verschmht er nicht. $36/6$ HERR, an die
Himmel reicht deine Gnade, deine Treue bis zu den Wolken. $36/7$
Deine Gerechtigkeit ist den Bergen Gottes gleich, deine
Rechtssprche dem gewaltigen Urmeer; Menschen und Vieh hilfst
du, o HERR. $36/8$ Wie kstlich ist deine Gnade, Gott! und
Menschenkinder bergen sich in deiner Flgel Schatten; $36/9$ sie
laben sich am Fett deines Hauses, und mit dem Strom deiner
Wonnen trnkst du sie. $36/10$ Denn bei dir ist der Quell des
Lebens; in deinem Licht sehen wir das Licht. $36/11$ Erhalte
deine Gnade denen, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit den
von Herzen Aufrichtigen! $36/12$ Nicht erreiche mich der Fu der
Hochmtigen, und die Hand der Gottlosen vertreibe mich nicht!
$36/13$ Da sind gefallen die beltter; sie wurden umgestoen
und knnen nicht mehr aufstehen.

\37\

$37/1$ Von David. Entrste dich nicht ber die beltter,
beneide nicht die, welche Bses tun! $37/2$ Denn wie das Gras
werden sie schnell verdorren und wie das grne Kraut verwelken.
$37/3$ Vertraue auf den HERRN und tue Gutes; wohne im Land und
hte Treue; $37/4$ und habe deine Lust am HERRN, so wird er dir
geben, was dein Herz begehrt. $37/5$ Befiehl dem HERRN deinen
Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln $37/6$ und wird
deine Gerechtigkeit aufgehen lassen wie das Licht und dein Recht
wie den Mittag. $37/7$ Sei still dem HERRN und harre auf ihn!
Entrste dich nicht ber den, dessen Weg gelingt, ber den Mann,
der bse Plne ausfhrt! $37/8$ La ab vom Zorn und la den
Grimm! Entrste dich nicht! [Es fhrt] nur zum Bsen. $37/9$
Denn die beltter werden ausgerottet; aber die auf den HERRN
hoffen, die werden das Land besitzen. $37/10$ Noch kurze Zeit,
und der Gottlose ist nicht mehr; und siehst du dich um nach
seiner Sttte, so ist er nicht da. $37/11$ Aber die Sanftmtigen
werden das Land besitzen und werden ihre Lust haben an Flle von
Heil. $37/12$ Der Gottlose sinnt gegen den Gerechten, und mit
seinen Zhnen knirscht er gegen ihn. $37/13$ Der Herr lacht ber
ihn, denn er sieht, da sein Tag kommt. $37/14$ Die Gottlosen
haben das Schwert gezogen und ihren Bogen gespannt, um zu fllen
den Elenden und Armen, hinzuschlachten die, die aufrichtig
wandeln. $37/15$ Ihr Schwert wird in ihr eigenes Herz dringen,
und ihre Bogen werden zerbrochen. $37/16$ Das Wenige des
Gerechten ist besser als der berflu vieler Gottloser. $37/17$
Denn die Arme der Gottlosen werden zerbrochen, aber der HERR
sttzt die Gerechten. $37/18$ Der HERR kennt die Tage der
Rechtschaffenen, und ihr Erbteil wird ewig bestehen; $37/19$ sie
werden nicht zuschanden zur Zeit des Unglcks, und in den Tagen
des Hungers werden sie gesttigt. $37/20$ Denn die Gottlosen
werden umkommen, und die Feinde des HERRN ~ wie die Pracht der
Auen schwinden sie, sie schwinden dahin wie Rauch. $37/21$ Der
Gottlose borgt und zahlt nicht zurck; der Gerechte aber ist
gtig und gibt. $37/22$ Denn die von ihm Gesegneten werden das
Land besitzen, und die von ihm Verfluchten werden ausgerottet.
$37/23$ Vom HERRN her werden eines Mannes Schritte gefestigt,
und seinen Weg hat er gern; $37/24$ fllt er, so wird er doch
nicht hingestreckt, denn der HERR sttzt seine Hand. $37/25$ Ich
war jung und bin auch alt geworden, doch nie sah ich einen
Gerechten verlassen, noch seine Nachkommen um Brot betteln;
$37/26$ alle Tage ist er gtig und leiht, und seine Nachkommen
[werden] zum Segen. $37/27$ La ab vom Bsen und tue Gutes, so
wirst du fr immer [im Lande] wohnen! $37/28$ Denn der HERR
liebt Recht und wird seine Frommen nicht verlassen; ewig werden
sie bewahrt, und die Nachkommenschaft der Gottlosen wird
ausgerottet. $37/29$ Die Gerechten werden das Land besitzen und
fr immer darin wohnen. $37/30$ Der Mund des Gerechten spricht
Weisheit aus, und seine Zunge redet Recht; $37/31$ die Weisung
seines Gottes ist in seinem Herzen, seine Schritte werden nicht
wanken. $37/32$ Der Gottlose lauert auf den Gerechten und sucht
ihn zu tten; $37/33$ [doch] der HERR lt ihn nicht in seiner
Hand und lt ihn nicht verurteilen, wenn man ihn richtet.
$37/34$ Harre auf den HERRN und halte seinen Weg ein, und er
wird dich erhhen, das Land zu besitzen. Wenn die Gottlosen
ausgerottet werden, wirst du zusehen. $37/35$ Ich habe einen
Gottlosen gesehen, gewaltttig und sich erhebend wie eine ppige
Zeder; $37/36$ und man ging vorbei, siehe, da war er nicht mehr;
und ich suchte ihn, doch er war nicht zu finden. $37/37$ Achte
auf den Rechtschaffenen und sieh auf den Redlichen; denn die
Zukunft fr einen [solchen] ist Frieden; $37/38$ die [von Gott]
Abgefallenen aber werden allesamt vertilgt, die Zukunft der
Gottlosen wird abgeschnitten. $37/39$ Doch die Hilfe der
Gerechten [kommt] vom HERRN, der ihre Fluchtburg ist zur Zeit
der Not; $37/40$ und der HERR wird ihnen beistehen und sie
retten; er wird sie erretten von den Gottlosen und ihnen helfen,
denn sie haben sich bei ihm geborgen.

\38\

$38/1$ Ein Psalm. Von David. Zum Gedchtnis. $38/2$ HERR, strafe
mich nicht in deinem Zorn, und zchtige mich nicht in deinem
Grimm! $38/3$ Denn deine Pfeile sind in mich eingedrungen, und
deine Hand hat sich auf mich herabgesenkt. $38/4$ Keine heile
Stelle ist an meinem Fleisch wegen deiner Verwnschung, nichts
Heiles an meinen Gebeinen wegen meiner Verfehlung. $38/5$ Denn
meine Snden wachsen mir ber den Kopf, wie eine schwere Last
sind sie zu schwer fr mich. $38/6$ Es stinken, es eitern meine
Wunden wegen meiner Torheit. $38/7$ Ich bin gekrmmt, sehr
gebeugt; den ganzen Tag gehe ich trauernd einher. $38/8$ Denn
voll Brand sind meine Lenden, und keine heile Stelle ist an
meinem Fleisch. $38/9$ Ich bin ermattet und ganz zerschlagen,
ich schreie aus dem Sthnen meines Herzens. $38/10$ Herr, vor
dir ist all mein Begehren, und mein Seufzen ist nicht vor dir
verborgen. $38/11$ Mein Herz pocht, verlassen hat mich meine
Kraft; und das Licht meiner Augen, auch das habe ich nicht
[mehr]. $38/12$ Meine Lieben und meine Gefhrten stehen fernab
von meiner Plage, und meine Verwandten stehen von ferne. $38/13$
Die nach meinem Leben trachten, legen Schlingen; und die mein
Unglck suchen, reden von Verderben und sinnen auf Betrug den
ganzen Tag. $38/14$ Ich aber bin wie ein Tauber, hre nicht, und
wie ein Stummer, der seinen Mund nicht aufmacht. $38/15$ Ja, ich
bin wie ein Mann, der nicht hrt, und in dessen Mund keine
Entgegnungen sind. $38/16$ Denn auf dich, HERR, harre ich; du,
du wirst antworten, Herr, mein Gott. $38/17$ Denn ich sprach:
`Da sie sich nicht ber mich freuen, beim Wanken meines Fues
grotun gegen mich.' $38/18$ Denn ich bin nahe am Straucheln,
und mein Schmerz steht mir stndig vor Augen. $38/19$ Denn ich
bekenne meine Schuld; ich bin bekmmert wegen meiner Verfehlung.
$38/20$ Meine lebendigen Feinde sind stark, und zahlreich sind,
die ohne Grund mich hassen; $38/21$ ja, sie vergelten Gutes mit
Bsem, sie feinden mich an, weil ich dem Guten nachjage. $38/22$
Verla mich nicht, HERR; mein Gott, sei nicht fern von mir!
$38/23$ Eile zu meiner Hilfe, Herr, meine Rettung!

\39\

$39/1$ Dem Chorleiter. Fr Jedutun. Ein Psalm. Von David. $39/2$
Ich sprach: Ich will auf meine Wege achthaben, da ich nicht
sndige mit meiner Zunge; ich will meinen Mund im Zaum halten,
solange der Gottlose vor mir ist. $39/3$ Ich verstummte in
Schweigen, schwieg ~ fern vom Guten. Da wurde mein Schmerz
erregt. $39/4$ Mein Herz wurde hei in meinem Innern, bei meinem
Sthnen entbrannte ein Feuer; ich sprach mit meiner Zunge:
$39/5$ Tue mir kund, HERR, mein Ende und welches das Ma meiner
Tage ist, damit ich erkenne, wie vergnglich ich bin! $39/6$
Siehe, handbreit hast du meine Tage gemacht, und meine
Lebenszeit ist wie nichts vor dir; nur ein Hauch ist jeder
Mensch, wie fest er stehe -. // $39/7$ Nur als ein Schattenbild
wandelt der Mann einher; nur um Nichtigkeit lrmen sie; er huft
auf und wei nicht, wer es einsammeln wird. $39/8$ Und nun, auf
was harre ich, Herr? Meine Hoffnung, sie gilt dir! $39/9$
Errette mich von allen meinen Vergehen, mach mich nicht dem
Narren zum Hohn! $39/10$ Ich bin verstummt, mache meinen Mund
nicht auf; denn du, du hast gehandelt. $39/11$ Nimm von mir
deine Plage! Vom Streit deiner Hand [gegen mich] vergehe ich.
$39/12$ Strafst du einen Mann mit Zchtigungen wegen [seiner]
Schuld, so lt du seine Schnheit wie die Motte zergehen; nur
ein Hauch sind alle Menschen. // $39/13$ Hre mein Gebet, HERR,
und vernimm mein Schreien; schweige nicht zu meinen Trnen! Denn
ein Fremdling bin ich bei dir, ein Beisasse wie alle meine
Vter. $39/14$ Blicke von mir weg, da ich [noch einmal]
frhlich werde, bevor ich dahingehe und nicht mehr bin!

\40\

$40/1$ Dem Chorleiter. Von David. Ein Psalm. $40/2$ Beharrlich
habe ich auf den HERRN geharrt, und er hat sich zu mir geneigt
und mein Schreien gehrt. $40/3$ Er hat mich heraufgeholt aus
der Grube des Verderbens, aus Schlick [und] Schlamm; und er hat
meine Fe auf Felsen gestellt, meine Schritte fest gemacht.
$40/4$ Und in meinen Mund hat er ein neues Lied gelegt, einen
Lobgesang auf unseren Gott. Viele werden es sehen und sich
frchten und auf den HERRN vertrauen. $40/5$ Glcklich der Mann,
der den HERRN zu seiner Zuversicht macht und sich nicht wendet
zu den Drngern und den in Lge Festgefahrenen! $40/6$ Vielfach
hast du, HERR, mein Gott, deine Wundertaten und deine Plne an
uns vollbracht; nichts ist mit dir zu vergleichen. Wollte ich
davon berichten und reden ~ sie sind zu zahlreich, um sie
aufzuzhlen. $40/7$ An Schlacht- und Speisopfern hattest du kein
Gefallen, Ohren hast du mir gegraben; Brand- und Sndopfer hast
du nicht gefordert. $40/8$ Da sprach ich: Siehe, ich komme; in
der Rolle des Buches steht ber mich geschrieben. $40/9$ Dein
Wohlgefallen zu tun, mein Gott, liebe ich; und dein Gesetz ist
tief in meinem Innern. $40/10$ Ich habe Gerechtigkeit verkndet
in groer Versammlung; siehe, meine Lippen hemmte ich nicht ~
HERR, du weit es! $40/11$ Deine Gerechtigkeit habe ich nicht
verborgen im Innern meines Herzens; deine Zuverlssigkeit und
deine Hilfe habe ich ausgesprochen, deine Gnade und deine Treue
nicht verhehlt vor der groen Versammlung. $40/12$ Du, HERR,
wirst dein Erbarmen nicht von mir zurckhalten; deine Gnade und
deine Treue werden bestndig mich behtet! $40/13$ Denn bel bis
zur Unzahl haben mich umgeben, meine Snden haben mich erreicht,
da ich nicht aufzublicken vermag; zahlreicher sind sie als die
Haare meines Hauptes, und mein Herz hat mich verlassen.

V. 14-18: Ps 70,2-6.

$40/14$ La dir gefallen, HERR, mich zu erretten! HERR, eile zu
meiner Hilfe! $40/15$ Es sollen sich schmen und beschmt werden
allesamt, die nach meinem Leben trachten, es wegzuraffen; es
sollen zurckweichen und zuschanden werden, die Gefallen haben
an meinem Unglck! $40/16$ Es sollen sich entsetzen ber ihre
Schande, die zu mir sagen: Haha! Haha! $40/17$ Es mgen frhlich
sein und sich freuen an dir alle, die dich suchen; es mgen
stets sagen: `Gro ist der HERR!, die dein Heil lieben. $40/18$
Ich aber bin elend und arm, der Herr denkt an mich. Meine Hilfe
und mein Retter bist du; mein Gott, zgere nicht!

\41\

$41/1$ Dem Chorleiter. Ein Psalm. Von David. $41/2$ Glcklich,
wer acht hat auf den Geringen; am Tage des bels wird der HERR
ihn erretten. $41/3$ Der HERR wird ihn bewahren und ihn am Leben
erhalten; er wird glcklich gepriesen im Lande. Gib ihn nicht
der Gier seiner Feinde preis! $41/4$ Der HERR wird ihn sttzen
auf dem Siechbett, sein ganzes Lager wandelst du um in seiner
Krankheit. $41/5$ Ich sprach: HERR, sei mir gndig! Heile meine
Seele, denn ich habe gegen dich gesndigt. $41/6$ Meine Feinde
reden Bses gegen mich: `Wann wird er sterben und sein Name
verlorengehen? $41/7$ Und wenn einer kommt, um [mich] zu sehen,
redet Falsches sein Herz, er sammelt sich Schlechtes; er geht
hinaus, [drauen] sagt er}s. $41/8$ Vereint gegen mich flstern
all meine Hasser; gegen mich ersinnen sie mir Bses: $41/9$
`Verderben ist ber ihn ausgegossen; und der da liegt, wird
nicht wieder aufstehen. $41/10$ Selbst mein Freund, auf den ich
vertraute, der mein Brot a, hat die Ferse gegen mich erhoben.
$41/11$ Du aber, HERR, sei mir gndig und richte mich auf, da
ich es ihnen vergelte! $41/12$ Daran erkenne ich, da du
Gefallen an mir hast, da mein Feind nicht ber mich jauchzt.
$41/13$ Ich aber in meiner Lauterkeit, mich hast du aufrecht
gehalten und mich vor dein Angesicht gestellt auf ewig.

$41/14$ Gepriesen sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit
bis in Ewigkeit! Amen, ja Amen.


ZWEITES BUCH

\42\

$42/1$ Dem Chorleiter. Ein Maskil. Von den Shnen Korachs.
$42/2$ Wie eine Hirschkuh lechzt nach Wasserbchen, so lechzt
meine Seele nach dir, o Gott! $42/3$ Meine Seele drstet nach
Gott, nach dem lebendigen Gott: Wann werde ich kommen und
erscheinen vor Gottes Angesicht? $42/4$ Meine Trnen sind mein
Brot geworden Tag und Nacht, da man den ganzen Tag zu mir sagt:
Wo ist dein Gott? $42/5$ Daran will ich denken und vor mir
ausschtten meine Seele, wie ich einherzog, in der Schar sie
fhrte zum Hause Gottes, mit Klang des Jubels und Dankes - ein
feierlicher Aufzug. $42/6$ Was bist du so aufgelst, meine
Seele, und sthnst in mir? Harre auf Gott! - denn ich werde ihn
noch preisen [fr] das Heil seines Angesichts. $42/7$ Mein Gott,
aufgelst in mir ist meine Seele; darum denke ich an dich aus
dem Land des Jordan und des Hermon, vom Berg Misar. $42/8$
Urflut ruft der Urflut zu beim Brausen deiner Wassergsse; alle
deine Wogen und deine Wellen sind ber mich hingegangen. $42/9$
Des Tages wird der HERR seine Gnade aufbieten, und des Nachts
wird sein Lied bei mir sein, ein Gebet zu dem Gott meines
Lebens. $42/10$ Sagen will ich zu Gott, meinem Fels: `Warum hast
du mich vergessen? Warum mu ich trauernd einhergehen, bedrckt
durch den Feind? $42/11$ Wie Mord in meinen Gebeinen hhnen mich
meine Bedrnger, indem sie den ganzen Tag zu mir sagen: Wo ist
dein Gott? $42/12$ Was bist du so aufgelst, meine Seele, und
was sthnst du in mir? Harre auf Gott! - denn ich werde ihn noch
preisen, das Heil meines Angesichts und meinen Gott.

\43\

$43/1$ Schaffe mir Recht, o Gott, und fhre meinen Rechtsstreit
mit der gnadenlosen Nation! Vom Mann des Betrugs und des
Unrechts errette mich! $43/2$ Denn du bist der Gott meiner
Zuflucht. Warum hast du mich verworfen? Warum mu ich trauernd
einhergehen, bedrckt durch den Feind? $43/3$ Sende dein Licht
und deine Wahrheit; sie sollen mich leiten, mich bringen zu
deinem heiligen Berg und zu deinen Wohnungen. $43/4$ So werde
ich kommen zum Altar Gottes, zum Gott meiner Jubelfreude, und
werde dich preisen auf der Zither, Gott, mein Gott! $43/5$ Was
bist du so aufgelst, meine Seele, und was sthnst du in mir?
Harre auf Gott, denn ich werde ihn noch preisen, das Heil meines
Angesichts und meinen Gott.

\44\

$44/1$ Dem Chorleiter. Von den Shnen Korachs. Ein Maskil.
$44/2$ Gott, mit unseren Ohren haben wir gehrt, unsere Vter
haben uns erzhlt die Grotat, die du gewirkt hast in ihren
Tagen, in den Tagen der Vorzeit. $44/3$ Du, du hast mit deiner
Hand Nationen ausgetrieben, aber sie hast du eingepflanzt,
Vlkerschaften hast du Schaden zugefgt, aber sie hast du
ausgebreitet. $44/4$ Denn nicht durch ihr Schwert haben sie das
Land in Besitz genommen, und nicht ihr Arm hat ihnen geholfen;
sondern deine Rechte und dein Arm und das Licht deines
Angesichts, weil du Wohlgefallen an ihnen hattest. $44/5$ Du
selbst bist mein Knig, o Gott; gebiete die Rettungen Jakobs!
$44/6$ Durch dich werden wir niederstoen unsere Bedrnger;
durch deinen Namen werden wir zertreten, die gegen uns
aufstehen. $44/7$ Denn nicht auf meinen Bogen vertraue ich, und
mein Schwert wird mich nicht retten. $44/8$ Denn du rettest uns
von unseren Bedrngern, und unsere Hasser machst du zuschanden.
$44/9$ In Gott rhmen wir uns den ganzen Tag, und deinen Namen
werden wir ewig preisen. // $44/10$ Doch du hast [uns] verworfen
und in Schande gebracht und zogst nicht aus mit unseren Heeren.
$44/11$ Du lieest uns zurckweichen vor dem Bedrnger, und die
uns hassen, haben fr sich geraubt. $44/12$ Du gabst uns hin wie
Schlachtvieh, und unter die Nationen hast du uns zerstreut.
$44/13$ Du verkauftest dein Volk um ein Geringes und hast keinen
Gewinn gemacht durch ihren Kaufpreis. $44/14$ Du machtest uns
unseren Nachbarn zum Hohn, zu Spott und Schimpf denen, die uns
umgeben. $44/15$ Du machtest uns zum Sprichwort unter den
Nationen, zum Kopfschtteln unter den Vlkerschaften. $44/16$
Den ganzen Tag ist meine Schande vor mir, und Scham hat mir mein
Gesicht bedeckt $44/17$ wegen der Stimme des Schmhers und
Lsterers, angesichts des Feindes und des Rachgierigen. $44/18$
Dieses alles ist ber uns gekommen, doch wir hatten dich nicht
vergessen, noch verraten deinen Bund. $44/19$ Unser Herz ist
nicht zurckgewichen, noch sind unsere Schritte abgebogen von
deinem Pfad, $44/20$ da du uns [so] zermalmt hast am Ort der
Schakale und uns bedeckt mit Finsternis. $44/21$ Htten wir den
Namen unseres Gottes vergessen und unsere Hnde zu einem fremden
Gott ausgestreckt, $44/22$ wrde Gott das nicht erforschen? Denn
er erkennt die Geheimnisse des Herzens. $44/23$ Ja, um
deinetwillen werden wir umgebracht den ganzen Tag, als
Schlachtvieh werden wir angesehen. $44/24$ Erwache! Warum
schlfst du, Herr? Wache auf! Verwirf [uns] nicht auf ewig!
$44/25$ Warum verbirgst du dein Angesicht, vergit unser Elend
und unsere Bedrckung? $44/26$ Denn unsere Seele ist in den
Staub gebeugt, unser Bauch klebt an der Erde. $44/27$ Stehe auf,
uns zur Hilfe, und erlse uns um deiner Gte willen!

\45\

$45/1$ Dem Chorleiter. Nach Schoschannim. Von den Shnen
Korachs. Ein Maskil. Ein Liebeslied. $45/2$ Es wallt mein Herz
von gutem Wort. Sagen will ich meine Gedichte dem Knig! Meine
Zunge sei [wie] der Griffel eines geschickten Schreibers! $45/3$
Du bist schner als andere Menschen, Anmut ist ausgegossen ber
deine Lippen; darum hat Gott dich gesegnet fr ewig. $45/4$
Grte dein Schwert um die Hfte, du Held; deine Majestt und
deine Pracht! $45/5$ Und deine Pracht - sei stark, zieh aus fr
die Sache der Wahrheit und der Sanftmut und der Gerechtigkeit;
da lehre dich furchtbare Taten deine Rechte. $45/6$ Deine
geschrften Pfeile - Vlker fallen unter dir - ins Herz der
Feinde des Knigs! $45/7$ Dein Thron, o Gott, ist immer und
ewig, ein Zepter der Geradheit ist das Zepter deiner Herrschaft.
$45/8$ Gerechtigkeit hast du geliebt und Gottlosigkeit gehat:
darum hat Gott, dein Gott, dich gesalbt mit Freudenl vor deinen
Gefhrten. $45/9$ Myrrhe und Aloe, Kassia sind alle deine
Kleider; aus Palsten von Elfenbein erfreut dich Saitenspiel.
$45/10$ Knigstchter stehen da, mit deinen Kostbarkeiten
[geschmckt]; die Knigin steht zu deiner Rechten in Gold von
Ofir. $45/11$ Hre, Tochter, und sieh, und neige dein Ohr; und
vergi dein Volk und deines Vaters Haus! $45/12$ Und wird der
Knig deine Schnheit begehren, denn er ist dein Herr: so neige
dich vor ihm! $45/13$ Und die Tochter Tyrus [kommt] mit
Geschenk, deine Gunst suchen die Reichen im Volk. $45/14$ Ganz
herrlich ist die Knigstochter drinnen, von Goldgewebe ihr
Gewand; $45/15$ in buntgewebten Kleidern wird sie zum Knig
gefhrt; Jungfrauen ihr Gefolge, ihre Gefhrtinnen, sie werden
zu dir hineingebracht. $45/16$ Sie werden gefhrt unter Freude
und Jubel, sie ziehen ein in den Palast des Knigs. $45/17$ An
die Stelle deiner Vter werden deine Shne treten; als Oberste
wirst du sie einsetzen auf der ganzen Erde. $45/18$ Ich will
deinen Namen bekannt machen durch alle Generationen; darum
werden die Vlker dich preisen immer und ewig.

\46\

$46/1$ Dem Chorleiter. Von den Shnen Korachs. Nach Alamoth. Ein
Lied. $46/2$ Gott ist uns Zuflucht und Strke, als Beistand in
Nten reichlich zu finden. $46/3$ Darum frchten wir uns nicht,
wenn auch die Erde erbebte und die Berge mitten ins Meer
wankten. $46/4$ Mgen seine Wasser tosen und schumen, die Berge
erbeben durch sein Aufbumen! // $46/5$ Des Stromes Bche
erfreuen die Stadt Gottes, das Heiligtum der Wohnungen des
Hchsten. $46/6$ Gott ist in ihrer Mitte, sie wird nicht wanken;
Gott wird ihr helfen frh am Morgen. $46/7$ Nationen tobten,
Knigreiche wankten. Er lie seine Stimme erschallen: die Erde
zerschmolz. $46/8$ der HERR der Heerscharen ist mit uns, eine
Festung ist uns der Gott Jakobs. // $46/9$ Kommt, schaut die
Grotaten des HERRN, der Entsetzen verbreitet auf Erden! $46/10$
Der Kriege beschwichtigt bis ans Ende der Erde, Bogen zerbricht
und Speere zerschlgt, Wagen mit Feuer verbrennt. $46/11$ Lat
ab und erkennt, da ich Gott bin; ich werde erhht sein unter
den Nationen, erhht auf der Erde. $46/12$ Der HERR der
Heerscharen ist mit uns, eine Festung ist uns der Gott Jakobs.
//

\47\

$47/1$ Dem Chorleiter. Von den Shnen Korachs. Ein Psalm. $47/2$
Ihr Vlker alle, klatscht in die Hnde! Jauchzt Gott mit
Jubelschall! $47/3$ Denn der HERR, der Hchste, ist gefrchtet,
ein groer Knig ber die ganze Erde. $47/4$ Er unterwarf uns
die Vlker und die Vlkerschaften unter unsere Fe. $47/5$ Er
erwhlte fr uns unser Erbe, den Stolz Jakobs, den er geliebt
hat. // $47/6$ Gott ist emporgestiegen unter Jauchzen, der HERR
unter Posaunenschall. $47/7$ Singt Gott, singet, singt unserem
Knig, singet! $47/8$ Denn Gott ist Knig der ganzen Erde; singt
einen Psalm! $47/9$ Gott ist Knig geworden ber die Nationen;
Gott hat sich auf seinen heiligen Thron gesetzt. $47/10$ Die
Edlen der Vlker haben sich versammelt [mit dem] Volk des Gottes
Abrahams; denn die Knige der Erde sind Gottes; er ist sehr
erhaben.

\48\

$48/1$ Ein Lied. Ein Psalm. Von den Shnen Korachs. $48/2$ Gro
ist der HERR und sehr zu loben in der Stadt unseres Gottes. Sein
heiliger Berg $48/3$ ragt schn empor, eine Freude der ganzen
Erde; der Berg Zion, im uersten Norden, die Stadt des groen
Knigs. $48/4$ Gott ist in ihren Palsten, bekannt als Zuflucht.
$48/5$ Denn siehe, die Knige hatten sich verabredet, waren
herangezogen miteinander. $48/6$ Sie sahen, da staunten sie; sie
wurden bestrzt, [von Angst] fortgetrieben. $48/7$ Zittern
ergriff sie dort, Wehen wie die Gebrende. $48/8$ Durch den
Ostwind zertrmmerst du die Tarsisschiffe. $48/9$ Wie wir gehrt
haben, so haben wir es gesehen in der Stadt des HERRN der
Heerscharen, in der Stadt unseres Gottes; Gott wird sie fest
grnden bis in Ewigkeit. // $48/10$ Wir haben nachgedacht, o
Gott, ber deine Gnade im Innern deines Tempels. $48/11$ Wie
dein Name, Gott, so ist dein Ruhm bis an die Enden der Erde; mit
Gerechtigkeit ist gefllt deine Rechte. $48/12$ Es freue sich
der Berg Zion, es sollen frohlocken die Tchter Judas ber deine
Gerichte! $48/13$ Zieht rund um Zion und umkreist ihn, zhlt
seine Trme; $48/14$ richtet euer Herz auf seine Wlle, mustert
seine Palste, damit ihr erzhlt dem knftigen Geschlecht:
$48/15$ Ja, dieser ist Gott, unser Gott immer und ewig! Er wird
uns leiten.

\49\

$49/1$ Dem Chorleiter. Von den Shnen Korachs. Ein Psalm. $49/2$
Hrt dies, ihr Vlker alle; nehmt es zu Ohren, alle Bewohner der
Welt; $49/3$ Shne der Einfachen wie der Vornehmen, Reiche und
Arme miteinander! $49/4$ Mein Mund soll Weisheit reden, und das
Sinnen meines Herzens ist Einsicht. $49/5$ Mein Ohr will ich zu
einem Spruch neigen, mein Rtsel auflsen zur Zither. $49/6$
Warum sollte ich mich frchten in Tagen des bels, wenn die
Snde derer, die mich hintergehen, mich umringt? $49/7$ Sie
vertrauen auf ihr Vermgen und rhmen sich der Gre ihres
Reichtums. $49/8$ Niemals kann ein Mann seinen Bruder loskaufen,
nicht kann er Gott sein Lsegeld geben, $49/9$ - denn [zu]
kostbar ist das Kaufgeld fr ihre Seele, und er mu davon
ablassen auf ewig, - $49/10$ da er fortlebe immer, die Grube
nicht sehe. $49/11$ Denn man sieht: die Weisen sterben, der Tor
und der Unvernnftige kommen miteinander um, und sie lassen
anderen ihr Vermgen. $49/12$ Ihr Gedanke [ist, da] ihre Huser
in Ewigkeit [stehen], ihre Wohnung von Geschlecht zu Geschlecht;
sie hatten Lndereien nach ihren Namen benannt. $49/13$ Doch der
Mensch, der im Ansehen ist, bleibt nicht; er gleicht dem Vieh,
das vertilgt wird. $49/14$ Dies ist ihr Weg, [der Weg] derer,
die unerschtterlich sind, und ihr Ende, [das Ende derer,] die
Gefallen finden an ihren Worten: // $49/15$ Wie Schafe weidet
sie der Tod, sie sinken zum Scheol hinab; und am Morgen
herrschen die Aufrichtigen ber sie; ihre Gestalt zerfllt, der
Scheol ist ihre Wohnung. $49/16$ Gott aber wird meine Seele
erlsen von der Gewalt des Scheols; denn er wird mich entrcken.
// $49/17$ Frchte dich nicht, wenn ein Mann sich bereichert,
wenn sich vergrert die Pracht seines Hauses. $49/18$ Denn bei
seinem Tod nimmt er das alles nicht mit; seine Pracht folgt ihm
nicht hinab. $49/19$ Wenn er auch in seinem Leben seine Seele
segnet, - und man preist dich, wenn du es dir gutgehen lt -
$49/20$ so kommt sie doch zum Geschlecht seiner Vter, die nie
mehr das Licht sehen. $49/21$ Der Mensch, der im Ansehen ist,
hat keine Einsicht, er gleicht dem Vieh, das vertilgt wird. //

\50\

$50/1$ Ein Psalm. Von Asaf. Gott, Gott, der HERR, hat geredet
und die Erde gerufen, vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem
Niedergang. $50/2$ Aus Zion, der Schnheit Vollendung, ist Gott
hervorgestrahlt. $50/3$ Unser Gott kommt, und er wird nicht
schweigen; Feuer frit vor ihm her, und rings um ihn strmt es
gewaltig. $50/4$ Er ruft dem Himmel droben und der Erde zu, um
sein Volk zu richten: $50/5$ `Versammelt mir meine Frommen, die
meinen Bund geschlossen haben beim Opfer! $50/6$ Und die Himmel
verknden seine Gerechtigkeit, da Gott Richter ist, er selbst.
// $50/7$ `Hre, mein Volk, und ich will reden, Israel, und ich
will dich verwarnen! Ich bin Gott, dein Gott. $50/8$ Nicht wegen
deiner Schlachtopfer tadle ich dich, auch deine Brandopfer sind
bestndig vor mir. $50/9$ Ich nehme keinen Jungstier aus deinem
Haus, noch Bcke aus deinen Hrden. $50/10$ Denn mein ist alles
Getier des Waldes, das Vieh auf tausend Bergen. $50/11$ Ich
kenne alle Vgel der Berge, und was sich tummelt im Feld, ist
mir bekannt. $50/12$ Wenn mich hungerte, ich wrde es dir nicht
sagen; denn mein ist die Welt und ihre Flle. $50/13$ Sollte ich
das Fleisch von Stieren essen und das Blut von Bcken trinken?
$50/14$ Opfere Gott Dank, und erflle dem Hchsten deine
Gelbde; $50/15$ und rufe mich an am Tag der Not; ich will dich
erretten, und du wirst mich verherrlichen! $50/16$ Zu dem
Gottlosen aber spricht Gott: `Was hast du meine Ordnungen
herzusagen und nimmst meinen Bund in deinen Mund? $50/17$ Du
hast ja die Zucht gehat und meine Worte hinter dich geworfen.
$50/18$ Sahst du einen Dieb, so befreundetest du dich mit ihm,
und mit Ehebrechern hattest du Gemeinschaft. $50/19$ Deinen Mund
schicktest du los zum Bsen, und deine Zunge spannte Betrug
davor. $50/20$ Du saest da, redetest gegen deinen Bruder, gegen
den Sohn deiner Mutter stieest du Schmhung aus. $50/21$ Das
hast du getan, und ich schwieg; du dachtest, ich sei ganz wie
du. Ich werde dich zurechtweisen und es dir vor Augen stellen.
$50/22$ Merket doch dies, die ihr Gott verget, damit ich nicht
zerreie, und keiner kann retten! $50/23$ Wer Dank opfert,
verherrlicht mich und bahnt einen Weg; ihn werde ich das Heil
Gottes sehen lassen.

\51\

$51/1$ Dem Chorleiter. Ein Psalm. Von David. $51/2$ Als der
Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er zu Batseba eingegangen
war. $51/3$ Sei mir gndig, o Gott, nach deiner Gnade; tilge
meine Vergehen nach der Gre deiner Barmherzigkeit! $51/4$
Wasche mich vllig von meiner Schuld, und reinige mich von
meiner Snde! $51/5$ Denn ich erkenne meine Vergehen, und meine
Snde ist stets vor mir. $51/6$ Gegen dich, gegen dich allein
habe ich gesndigt und getan, was bse ist in deinen Augen;
damit du im Recht bist mit deinem Reden, rein erfunden in deinem
Richten. $51/7$ Siehe, in Schuld bin ich geboren, und in Snde
hat mich meine Mutter empfangen. $51/8$ Siehe, du hast Lust an
der Wahrheit im Innern, und im Verborgenen wirst du mir Weisheit
kundtun. $51/9$ Entsndige mich mit Ysop, und ich werde rein
sein; wasche mich, und ich werde weier sein als Schnee. $51/10$
La mich Frhlichkeit und Freude hren, so werden die Gebeine
frohlocken, die du zerschlagen hast. $51/11$ Verbirg dein
Angesicht vor meinen Snden, und tilge alle meine Schuld!
$51/12$ Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in
mir einen festen Geist! $51/13$ Verwirf mich nicht von deinem
Angesicht, und den Geist deiner Heiligkeit nimm nicht von mir!
$51/14$ La mir wiederkehren die Freude deines Heils, und sttze
mich mit einem willigen Geist! $51/15$ Lehren will ich die [von
dir] Abgefallenen deine Wege, da die Snder zu dir umkehren.
$51/16$ Errette mich von Blutschuld, Gott, du Gott meines Heils,
so wird meine Zunge deine Gerechtigkeit jubelnd preisen. $51/17$
Herr, tue meine Lippen auf, da mein Mund dein Lob verknde.
$51/18$ Denn du hast keine Lust am Schlachtopfer, sonst gbe ich
es; Brandopfer gefllt dir nicht. $51/19$ Die Opfer Gottes sind
ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz
wirst du, Gott, nicht verachten. $51/20$ Tue Zion Gutes in
deiner Gunst, baue die Mauern Jerusalems! $51/21$ Dann wirst du
Lust haben an rechten Opfern, Brandopfern und Ganzopfern; dann
wird man Stiere darbringen auf deinem Altar.

\52\

$52/1$ Dem Chorleiter. Ein Maskil. Von David. $52/2$ Als Doeg,
der Edomiter, kam und dem Saul berichtete und ihm sagte: David
ist in das Haus Ahimelechs gekommen. $52/3$ Was rhmst du dich
der Bosheit, du Gewaltiger? Die Gnade Gottes [whrt] den ganzen
Tag. $52/4$ Verderben plant deine Zunge, wie ein geschliffenes
Schermesser, [du] Lgner. $52/5$ Du hast das Bse mehr geliebt
als das Gute, die Lge mehr als gerechtes Reden. // $52/6$ Du
hast alle Worte des Verderbens geliebt, [du] betrgerische
Zunge! $52/7$ Gott wird dich auch zerstren fr immer; er wird
dich niederschlagen und herausreien aus dem Zelt und entwurzeln
aus dem Land der Lebendigen. // $52/8$ Und sehen werden es die
Gerechten und sich frchten, und sie werden ber ihn lachen:
$52/9$ `Siehe, der Mann machte nicht Gott zu seinem Schutz,
sondern vertraute auf die Gre seines Reichtums, durch sein
Schadentun war er stark! $52/10$ Ich aber bin wie ein grner
Olivenbaum im Hause Gottes; ich vertraue auf die Gnade Gottes
immer und ewig. $52/11$ Ich werde dich ewig preisen, weil du es
getan hast; und auf deinen Namen - denn er ist gut - werde ich
harren vor deinen Frommen.

\53\

$53/1$ Dem Chorleiter. Al-Machalath. Ein Maskil. Von David.
$53/2$ Der Tor spricht in seinem Herzen: `Es ist kein Gott! Sie
haben Verderben angerichtet und abscheuliches Unrecht gebt; da
ist keiner, der Gutes tut. $53/3$ Gott hat vom Himmel
herabgeschaut auf die Menschenkinder, um zu sehen, ob ein
Verstndiger da ist, einer, der Gott sucht. $53/4$ Alle sind
abgewichen, sie sind alle verdorben; da ist keiner, der Gutes
tut, auch nicht einer. $53/5$ Haben denn keine Erkenntnis, die
Bses tun, die mein Volk fressen, als en sie Brot? Gott rufen
sie nicht an. $53/6$ Da berfiel sie Schrecken, ohne da ein
Schrecken da war; denn Gott hat zerstreut die Gebeine dessen,
der dich bedrngt. Du hast sie zuschanden werden lassen, denn
Gott hat sie verworfen. $53/7$ O kmen doch aus Zion die
Rettungen fr Israel! Wenn Gott die Gefangenschaft seines Volkes
wendet, wird Jakob jubeln, Israel sich freuen.

\54\

$54/1$ Dem Chorleiter. Mit Saitenspiel. Ein Maskil. Von David.
$54/2$ Als die Sifiter kamen und zu Saul sprachen: Hlt sich
David nicht bei uns verborgen? $54/3$ Gott, durch deinen Namen
rette mich, und schaffe mir Recht durch deine Macht! $54/4$
Gott, hre mein Gebet, nimm zu Ohren die Reden meines Mundes!
$54/5$ Denn Fremde sind gegen mich aufgestanden, und
Gewaltttige trachten nach meinem Leben; sie haben Gott nicht
vor sich gestellt. // $54/6$ Siehe, Gott ist mir ein Helfer; der
Herr ist der, der meine Seele sttzt. $54/7$ Er wird das Bse
zurcklenken auf meine Feinde; nach deiner Treue bringe sie zum
Schweigen! $54/8$ Opfern will ich dir aus freiem Antrieb; deinen
Namen will ich preisen, HERR, denn er ist gut. $54/9$ Denn aus
aller Not hat er mich errettet, so da mein Auge auf meine
Feinde [herab]sieht.

\55\

$55/1$ Dem Chorleiter. Mit Saitenspiel. Ein Maskil. Von David.
$55/2$ Nimm zu Ohren, o Gott, mein Gebet, und verbirg dich nicht
vor meinem Flehen!


$55/3$ Horche auf mich und antworte mir! Ich irre umher in
meiner Klage und mu sthnen $55/4$ vor der Stimme des Feindes,
vor der Bedrckung des Gottlosen; denn sie wlzen Unheil auf
mich, und im Zorn feinden sie mich an. $55/5$ Mein Herz bebte in
meinem Innern, und Todesschrecken haben mich befallen. $55/6$
Furcht und Zittern kamen mich an, und Schauder bedeckte mich.
$55/7$ Und ich sprach: Htte ich doch Flgel wie die Taube, ich
wollte hinfliegen und ruhen. $55/8$ Siehe, weithin entflhe ich,
wrde nchtigen in der Wste. // $55/9$ Ich wollte eilen, da
ich Zuflucht htte vor dem heftigen Wind, vor dem Sturm. $55/10$
Verwirre, Herr, spalte ihre Zunge! denn Gewalttat und Streit
habe ich in der Stadt gesehen. $55/11$ Tag und Nacht machen sie
die Runde um sie auf ihren Mauern; und Unheil und Mhsal sind in
ihrer Mitte. $55/12$ Verderben ist in ihrer Mitte, und
Bedrckung und Betrug weichen nicht von ihrem [Markt-] Platz.
$55/13$ Denn nicht ein Feind hhnt mich, sonst wrde ich es
ertragen; nicht mein Hasser hat grogetan gegen mich, sonst
wrde ich mich vor ihm verbergen; $55/14$ sondern du, ein Mensch
meinesgleichen, mein Freund und mein Vertrauter, $55/15$ die wir
die Se der Gemeinschaft miteinander erlebten, ins Haus Gottes
gingen in [festlicher] Unruhe! $55/16$ Der Tod berrasche sie,
lebendig mgen sie hinabfahren in den Scheol; denn Bosheiten
sind in ihrer Wohnung, in ihrem Innern. $55/17$ Ich aber, ich
rufe zu Gott, und der HERR hilft mir. $55/18$ Abends und morgens
und mittags klage und sthne ich; und er hat meine Stimme
gehrt. $55/19$ Er hat meine Seele zum Frieden erlst, da sie
mir nicht nahen knnen; denn mit vielen sind sie gegen mich
gewesen. $55/20$ Hren wird Gott und sie unterdrcken - er
thront ja von alters her; // weil es keine Zuverlssigkeit bei
ihnen gibt und sie Gott nicht frchten. $55/21$ Er hat
ausgestreckt seine Hnde gegen seine Friedensbeschlsse,
entweiht hat er seinen Bund. $55/22$ Glatter als weiche Butter
ist sein Mund, und Feindschaft ist sein Herz; geschmeidiger als
l sind seine Worte, aber sie sind gezogene Schwerter. $55/23$
Wirf auf den HERRN deine Last, und er wird dich erhalten; er
wird nimmermehr zulassen, da der Gerechte wankt. $55/24$ Und
du, Gott, wirst sie hinabstrzen in den Brunnen der Grube; die
Mnner des Blutes und des Betruges werden ihre Tage nicht zur
Hlfte bringen. Ich aber will auf dich vertrauen.

\56\

$56/1$ Dem Chorleiter. Nach: `Die Taube der fernen Inseln. Von
David. Ein Miktam. Als die Philister ihn zu Gat ergriffen.
$56/2$ Sei mir gndig, o Gott! - denn es stellen mir Menschen
nach; den ganzen Tag bedrngt mich ein Streitender. $56/3$ Meine
Feinde stellen [mir] den ganzen Tag nach, ja, viele bekmpfen
mich von oben herab. $56/4$ [An dem] Tag, [da] ich mich frchte
- ich, ich vertraue auf dich. $56/5$ Auf Gott - sein Wort rhme
ich - auf Gott vertraue ich, ich werde mich nicht frchten; was
sollte Fleisch mir tun? $56/6$ Den ganzen Tag tadeln sie meine
Worte, alle ihre Gedanken sind gegen mich zum Bsen. $56/7$ Sie
greifen an, verstecken sich, sie beobachten meine Fersen, weil
sie meiner Seele auflauern. $56/8$ [Sollte] es bei ihrer Bosheit
Rettung fr sie [geben]? Im Zorn strze die Vlker nieder, o
Gott! $56/9$ Meine Heimatlosigkeit hast du abgemessen. Giee
meine Trnen in deinen Schlauch! [Stehen sie] nicht in deinem
Verzeichnis? $56/10$ Dann werden meine Feinde ablassen - an dem
Tag, da ich rufe; dieses habe ich erkannt, da Gott fr mich
ist. $56/11$ Auf Gott - [sein] Wort rhme ich - auf den HERRN -
[sein] Wort rhme ich - $56/12$ auf Gott vertraue ich, ich werde
mich nicht frchten; was kann ein Mensch mir tun? $56/13$ Auf
mir [liegen], o Gott, deine Gelbde, ich werde dir Dankopfer
einlsen. $56/14$ Denn du hast meine Seele vom Tod errettet, ja,
meine Fe vom Sturz, da ich wandle vor dem Angesicht Gottes im
Licht der Lebendigen.

\57\

$57/1$ Dem Chorleiter. [Nach der Melodie:] `Verdirb nicht! Von
David. Ein Miktam. Als er vor Saul in die Hhle floh. $57/2$ Sei
mir gndig, o Gott, sei mir gndig! Denn bei dir birgt sich
meine Seele. Im Schatten deiner Flgel berge ich mich, bis
vorbergezogen das Verderben. $57/3$ Ich rufe zu Gott, dem
Hchsten, zu dem Gott, der es fr mich vollendet. $57/4$ Er
sende vom Himmel und rette mich; gehhnt hat der, der mir
nachstellt. // Gott sende seine Gnade und seine Wahrheit, [er
errette] meine Seele. $57/5$ Mitten unter Lwen liege ich, die
Menschen verschlingen. Ihre Zhne sind Speer und Pfeile, und
ihre Zunge ist ein scharfes Schwert. $57/6$ Erhebe dich ber die
Himmel, o Gott, ber der ganzen Erde [sei] deine Herrlichkeit!
$57/7$ Ein Netz haben sie meinen Schritten gestellt, er hat
meine Seele gebeugt. Sie haben vor mir eine Grube gegraben, sie
sind mitten hineingefallen. //

V. 8-12: Ps 108,2-6.

$57/8$ Gefestigt ist mein Herz, o Gott, gefestigt ist mein Herz!
Ich will singen und spielen. $57/9$ Wache auf, meine Seele!
Wachet auf, Harfe und Zither! Ich will aufwecken die Morgenrte.
$57/10$ Ich will dich preisen unter den Vlkern, Herr, will dich
besingen unter den Vlkerschaften. $57/11$ Denn gro bis zu den
Himmeln ist deine Gnade, und bis zu den Wolken deine Wahrheit.
$57/12$ Erhebe dich ber die Himmel, o Gott, ber der ganzen
Erde [sei] deine Herrlichkeit!

\58\

$58/1$ Dem Chorleiter. [Nach der Melodie:] `Verdirb nicht! Von
David. Ein Miktam. $58/2$ Redet ihr wirklich Gerechtigkeit,
Gtter? Richtet ihr in Geradheit die Menschenkinder? $58/3$
Sogar im Herzen bt ihr Ungerechtigkeiten; der Gewalttat eurer
Hnde brecht ihr Bahn im Land. $58/4$ Abgewichen sind die
Gottlosen von Mutterschoe an, es irren von Mutterleibe an die
Lgenredner. $58/5$ Gift haben sie gleich Schlangengift, wie
eine taube Kobra, die ihr Ohr verschliet, $58/6$ da sie nicht
hrt auf die Stimme der Beschwrer, des Zauberers, der die
Zaubersprche beherrscht. $58/7$ Zerschmettere, o Gott, ihre
Zhne in ihrem Maul, brich aus das Gebi der Junglwen, HERR!
$58/8$ Sie sollen zergehen wie Wasser, die verrinnen! Legt er
seine Pfeile an, [so seien sie] wie abgeknickt. $58/9$ Wie die
Schnecke zerschmelzend dahingeht, eines Weibes Fehlgeburt,
welche nie die Sonne erblickt! $58/10$ Bevor eure Tpfe den
Dornstrauch merken - ob grn oder Glut, er wird ihn fortwirbeln!
$58/11$ Freuen wird sich der Gerechte, wenn er die Rache
anschaut; er watet im Blut des Gottlosen. $58/12$ Und der Mensch
soll sagen: Es gibt doch Lohn fr den Gerechten; es gibt doch
einen Gott, der auf Erden richtet.

\59\

$59/1$ Dem Chorleiter. [Nach der Melodie:] `Verdirb nicht! Von
David. Ein Miktam. Als Saul sandte und sie das Haus bewachten,
um ihn zu tten. $59/2$ Befreie mich von meinen Feinden, mein
Gott! Bring mich in Sicherheit vor denen, die sich gegen mich
erheben! $59/3$ Befreie mich von denen, die Bses tun, und rette
mich von den Blutmenschen! $59/4$ Denn siehe, sie lauern auf
meine Seele; Starke greifen mich an, ohne mein Vergehen und ohne
meine Snde, HERR! $59/5$ Ohne eine Schuld [meinerseits] laufen
sie an und gehen in Stellung; wache auf, mir entgegen, und sieh!
$59/6$ Und du, HERR, Gott der Heerscharen, Gott Israels,
erwache, heimzusuchen alle Nationen! Sei keinem gndig von den
treulos Frevelnden! // $59/7$ Am Abend kehren sie wieder, heulen
wie Hunde und umkreisen die Stadt. $59/8$ Siehe, sie lassen
ihren Mund Bses reden, Schwerter [sind] auf ihren Lippen - denn
[sie denken]: `wer hrt? $59/9$ Du aber, HERR, wirst ber sie
lachen, spotten ber alle Nationen. $59/10$ Meine Strke, auf
dich will ich achten; denn Gott ist meine Festung. $59/11$ Mein
gndiger Gott wird mir zuvorkommen; Gott wird mich [herab] sehen
lassen auf meine Feinde. $59/12$ Tte sie nicht, damit mein Volk
es nicht vergesse; la sie umherirren durch deine Macht, und
strze sie nieder, Herr, unser Schild! $59/13$ Snde ihres
Mundes ist das Wort ihrer Lippen; so la sie gefangen werden in
ihrem Hochmut und wegen des Fluches und wegen der Lge, die sie
aussprechen! $59/14$ Vertilge im Zorn, vertilge, da sie nicht
mehr sind. Dann wird man erkennen, da Gott in Jakob herrscht
bis an die Enden der Erde! // $59/15$ Und am Abend kehren sie
wieder, heulen wie Hunde und umkreisen die Stadt. $59/16$ Sie
schweifen umher nach Speise; wenn sie nicht satt werden, knurren
sie. $59/17$ Ich aber will singen von deiner Strke und am
Morgen jubelnd preisen deine Gnade; denn du bist mir eine
Festung gewesen und eine Zuflucht am Tag meiner Not. $59/18$
Meine Strke, dir will ich spielen; denn Gott ist meine Festung,
der Gott meiner Gnade.

\60\

$60/1$ Dem Chorleiter. Nach Schuschan. Ein Zeugnis. Ein Miktam.
Von David. Zum Lehren. $60/2$ Als er stritt mit den Syrern von
Mesopotamien und mit den Syrern von Zoba, und Joab zurckkehrte
und die Edomiter im Salztal schlug, zwlftausend Mann. $60/3$
Gott, du hast uns verworfen, hast uns zerstreut; du bist zornig
gewesen - stelle uns wieder her! $60/4$ Du hast das Land
erschttert, hast es zerrissen; heile seine Risse, denn es
wankt! $60/5$ Du hast dein Volk Hartes sehen lassen, mit
Taumelwein hast du uns getrnkt. $60/6$ Denen, die dich
frchten, hast du ein Signal gegeben, da sie fliehen [knnen]
vor den Bogen. //

V. 7-14: Ps 108,7-14.

$60/7$ Damit deine Geliebten befreit werden, hilf durch deine
Rechte und erhre mich! $60/8$ Gott hat geredet in seinem
Heiligtum: `Frohlocken will ich, will Sichem verteilen und das
Tal Sukkot ausmessen. $60/9$ Mein ist Gilead und mein Manasse,
und Ephraim ist die Bergfestung meines Hauptes, Juda mein
Herrscherstab. $60/10$ Moab ist mein Waschbecken, auf Edom will
ich meine Sandale werfen; Philista, jauchze mir zu! $60/11$ Wer
wird mich fhren in die feste Stadt, wer wird mich leiten bis
nach Edom? $60/12$ Hast du, Gott, uns nicht verworfen? Du ziehst
nicht aus, o Gott, mit unseren Heeren. $60/13$ Schaffe uns Hilfe
vor dem Bedrnger! Menschenhilfe ist ja wertlos. $60/14$ Mit
Gott werden wir mchtige Taten tun; und er, er wird unsere
Bedrnger zertreten.


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