Endzeitrede: Gleichnis von den zehn Jungfrauen.

\25\

$25/1$ Dann wird es mit dem Reich der Himmel sein wie mit zehn
Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und ausgingen, dem Brutigam
entgegen. $25/2$ Fnf aber von ihnen waren klug und fnf
tricht. $25/3$ Die, welche tricht waren, nahmen ihre Lampen
und nahmen kein l mit sich; $25/4$ die Klugen aber nahmen l in
ihren Gefen samt ihren Lampen. $25/5$ Als aber der Brutigam
auf sich warten lie, wurden sie alle schlfrig und schliefen
ein. $25/6$ Um Mitternacht aber entstand ein Geschrei: Siehe,
der Brutigam! Geht aus, ihm entgegen! $25/7$ Da standen alle
jene Jungfrauen auf und schmckten ihre Lampen. $25/8$ Die
Trichten aber sprachen zu den Klugen: Gebt uns von eurem l,
denn unsere Lampen erlschen. $25/9$ Die Klugen aber antworteten
und sagten: Nein, damit es nicht etwa fr uns und euch nicht
ausreiche; geht lieber hin zu den Verkufern und kauft fr euch
selbst. $25/10$ Als sie aber hingingen, zu kaufen, kam der
Brutigam, und die bereit waren, gingen mit ihm ein zur
Hochzeit; und die Tr wurde verschlossen. $25/11$ Spter aber
kommen auch die brigen Jungfrauen und sagen: Herr, Herr, tu uns
auf! $25/12$ Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage
euch, ich kenne euch nicht. $25/13$ So wacht nun, denn ihr wit
weder den Tag noch die Stunde.

Endzeitrede: Gleichnis von den anvertrauten Talenten.

vgl. Lk 19,11-27.

$25/14$ Denn [es ist] wie [bei] einem Menschen, der auer Landes
reiste, seine eigenen Knechte rief und ihnen seine Habe bergab:
$25/15$ und einem gab er fnf Talente, einem anderen zwei, einem
anderen eins, einem jeden nach seiner eigenen Fhigkeit, und
reiste auer Landes. $25/16$ Sogleich aber ging der, welcher die
fnf Talente empfangen hatte, hin und handelte mit ihnen und
gewann andere fnf Talente. $25/17$ So auch, der die zwei
[empfangen hatte], auch er gewann andere zwei. $25/18$ Der aber
das eine empfangen hatte, ging hin, grub [ein Loch] in die Erde
und verbarg das Geld seines Herrn. $25/19$ Nach langer Zeit aber
kommt der Herr jener Knechte und rechnet mit ihnen ab. $25/20$
Und es trat herbei, der die fnf Talente empfangen hatte, und
brachte andere fnf Talente und sagte: Herr, fnf Talente hast
du mir bergeben, siehe, andere fnf Talente habe ich
dazugewonnen. $25/21$ Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du
guter und treuer Knecht! ber weniges warst du treu, ber vieles
werde ich dich setzen; geh ein in die Freude deines Herrn.
$25/22$ Es trat aber auch herbei, der die zwei Talente empfangen
hatte, und sprach: Herr, zwei Talente hast du mir bergeben;
siehe, andere zwei Talente habe ich dazugewonnen. $25/23$ Sein
Herr sprach zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht! ber
weniges warst du treu, ber vieles werde ich dich setzen; geh
ein in die Freude deines Herrn. $25/24$ Es trat aber auch
herbei, der das eine Talent empfangen hatte, und sprach: Herr,
ich kannte dich, da du ein harter Mann bist: du erntest, wo du
nicht gest, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; $25/25$
und ich frchtete mich und ging hin und verbarg dein Talent in
der Erde; siehe, da hast du das Deine. $25/26$ Sein Herr aber
antwortete und sprach zu ihm: Bser und fauler Knecht! Du
wutest, da ich ernte, wo ich nicht gest, und sammle, wo ich
nicht ausgestreut habe? $25/27$ So solltest du nun mein Geld den
Wechslern gegeben haben, und wenn ich kam, htte ich das Meine
mit Zinsen erhalten. $25/28$ Nehmt ihm nun das Talent weg, und
gebt es dem, der die zehn Talente hat; $25/29$ denn jedem, der
da hat, wird gegeben werden, und er wird berflu haben; von dem
aber, der nicht hat, von dem wird selbst, was er hat,
weggenommen werden. $25/30$ Und den unntzen Knecht werft hinaus
in die uere Finsternis: da wird das Weinen und das
Zhneknirschen sein.

Endzeitrede: Das Endgericht.

$25/31$ Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner
Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er auf seinem
Thron der Herrlichkeit sitzen; $25/32$ und vor ihm werden
versammelt werden alle Nationen, und er wird sie voneinander
scheiden, wie der Hirte die Schafe von den Bcken scheidet.
$25/33$ Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die
Bcke aber zur Linken. $25/34$ Dann wird der Knig zu denen zu
seiner Rechten sagen: Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt
das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an;
$25/35$ denn mich hungerte, und ihr gabt mir zu essen; mich
drstete, und ihr gabt mir zu trinken; ich war Fremdling, und
ihr nahmt mich auf; $25/36$ nackt, und ihr bekleidetet mich; ich
war krank, und ihr besuchtet mich; ich war im Gefngnis, und ihr
kamt zu mir. $25/37$ Dann werden die Gerechten ihm antworten und
sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig und speisten dich? Oder
durstig und gaben dir zu trinken? $25/38$ Wann aber sahen wir
dich als Fremdling und nahmen dich auf? Oder nackt und
bekleideten dich? $25/39$ Wann aber sahen wir dich krank oder im
Gefngnis und kamen zu dir? $25/40$ Und der Knig wird antworten
und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr es einem
der geringsten dieser meiner Brder getan habt, habt ihr es mir
getan.

$25/41$ Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Geht von
mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel
und seinen Engeln! $25/42$ Denn mich hungerte, und ihr gabt mir
nicht zu essen; mich drstete, und ihr gabt mir nicht zu
trinken; $25/43$ ich war Fremdling, und ihr nahmt mich nicht
auf; nackt, und ihr bekleidetet mich nicht; krank und im
Gefngnis, und ihr besuchtet mich nicht. $25/44$ Dann werden
auch sie antworten und sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig
oder durstig oder als Fremdling oder nackt oder krank oder im
Gefngnis und haben dir nicht gedient? $25/45$ Dann wird er
ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr es
einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr es auch mir
nicht getan. $25/46$ Und diese werden hingehen in die ewige
Pein, die Gerechten aber in das ewige Leben. Anschlag der
Hohenpriester und Verrat des Judas - Salbung Jesu in Bethanien

Mk 14,1.2; Lk 22,1.2.

\26\

$26/1$ Und es geschah, als Jesus alle diese Reden beendet hatte,
sprach er zu seinen Jngern: $26/2$ Ihr wit, da nach zwei
Tagen das Passah ist, und der Sohn des Menschen wird
berliefert, um gekreuzigt zu werden.

$26/3$ Dann versammelten sich die Hohenpriester und die ltesten
des Volkes in den Hof des Hohenpriesters, der Kaiphas hie,
$26/4$ und ratschlagten miteinander, um Jesus mit List zu
greifen und zu tten. $26/5$ Sie sagten aber: Nicht an dem Fest,
damit nicht ein Aufruhr unter dem Volk entstehe.

Mk 14,3-9; Joh 12,1-8.

$26/6$ Als aber Jesus in Bethanien war, im Hause Simons, des
Ausstzigen, $26/7$ kam eine Frau zu ihm, die ein
Alabasterflschchen mit sehr kostbarem Salbl hatte, und go es
aus auf sein Haupt, als er zu Tisch lag. $26/8$ Als aber die
Jnger es sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Wozu diese
Verschwendung? $26/9$ Denn dies htte teuer verkauft und [der
Erls] den Armen gegeben werden knnen. $26/10$ Als aber Jesus
es erkannte, sprach er zu ihnen: Was macht ihr der Frau Mhe?
Sie hat doch ein gutes Werk an mir getan; $26/11$ denn die Armen
habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit.
$26/12$ Denn als sie dieses Salbl ber meinen Leib go, tat sie
es zu meinem Begrbnis. $26/13$ Wahrlich, ich sage euch: Wo
dieses Evangelium gepredigt werden wird in der ganzen Welt, wird
auch von dem geredet werden, was sie getan hat, zu ihrem
Gedchtnis.

Mk 14,10.11; Lk 22,3-6.

$26/14$ Dann ging einer von den Zwlfen, Judas Iskariot mit
Namen, zu den Hohenpriestern $26/15$ und sprach: Was wollt ihr
mir geben, und ich werde ihn euch berliefern? Sie aber setzten
ihm dreiig Silberlinge fest. $26/16$ Und von da an suchte er
Gelegenheit, ihn zu berliefern.

Vorbereitung des Passahmahles.

Mk 14,12-16; Lk 22,7-13.

$26/17$ Am ersten [Tag] der ungesuerten Brote aber traten die
Jnger zu Jesus und sprachen: Wo willst du, da wir dir das
Passah zu essen bereiten? $26/18$ Er aber sprach: Geht in die
Stadt zu dem und dem und sprecht zu ihm: Der Lehrer sagt: Meine
Zeit ist nahe; bei dir halte ich das Passah mit meinen Jngern.
$26/19$ Und die Jnger taten, wie Jesus ihnen befohlen hatte,
und bereiteten das Passah.

Bezeichnung des Verrters.

Mk 14,17-21; Lk 22,14.21-23; Joh 13,18-30.

$26/20$ Als es aber Abend geworden war, legte er sich mit den
Zwlfen zu Tisch. $26/21$ Und whrend sie aen, sprach er:
Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich berliefern.
$26/22$ Und sie wurden sehr betrbt, und jeder von ihnen fing
an, zu ihm zu sagen: Ich bin es doch nicht, Herr? $26/23$ Er
aber antwortete und sprach: Der mit mir die Hand in die Schssel
eintaucht, der wird mich berliefern. $26/24$ Der Sohn des
Menschen geht zwar dahin, wie ber ihn geschrieben steht. Wehe
aber jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen berliefert
wird! Es wre jenem Menschen gut, wenn er nicht geboren wre.
$26/25$ Judas aber, der ihn berlieferte, antwortete und sprach:
Ich bin es doch nicht, Rabbi? Er spricht zu ihm: Du hast es
gesagt.

Einsetzung des Herrenmahles.

Mk 14,22-26; Lk 22,15-20; 1Kor 11,23-25.

$26/26$ Whrend sie aber aen, nahm Jesus Brot, segnete, brach
und gab es den Jngern und sprach: Nehmt, et, dies ist mein
Leib! $26/27$ Und er nahm einen Kelch und dankte und gab ihnen
[den] und sprach: Trinkt alle daraus! $26/28$ Denn dies ist mein
Blut des Bundes, das fr viele vergossen wird zur Vergebung der
Snden. $26/29$ Ich sage euch aber, da ich von nun an nicht
mehr von diesem Gewchs des Weinstocks trinken werde bis zu
jenem Tag, da ich es neu mit euch trinken werde in dem Reich
meines Vaters. $26/30$ Und als sie ein Loblied gesungen hatten,
gingen sie hinaus zum lberg.

Ankndigung der Verleugnung durch Petrus.

Mk 14,27-31; Lk 22,31-34; Joh 13,36-38.

$26/31$ Darauf spricht Jesus zu ihnen: Ihr werdet euch alle in
dieser Nacht an mir rgern; denn es steht geschrieben: `Ich
werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden
zerstreut werden. $26/32$ Nachdem ich aber auferweckt sein
werde, werde ich vor euch hingehen nach Galila. $26/33$ Petrus
aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sich alle an dir rgern
werden, ich werde mich niemals rgern. $26/34$ Jesus sprach zu
ihm: Wahrlich, ich sage dir, da du in dieser Nacht, ehe der
Hahn krht, mich dreimal verleugnen wirst. $26/35$ Petrus
spricht zu ihm: Selbst wenn ich mit dir sterben mte, werde ich
dich nicht verleugnen. Ebenso sprachen auch alle Jnger.

Gethsemane.

Mk 14,32-42; Lk 22,39-46.

$26/36$ Dann kommt Jesus mit ihnen an ein Gut, genannt
Gethsemane, und er spricht zu den Jngern: Setzt euch hier, bis
ich hingegangen bin und dort gebetet habe. $26/37$ Und er nahm
den Petrus und die zwei Shne des Zebedus mit und fing an,
betrbt und gengstigt zu werden. $26/38$ Dann spricht er zu
ihnen: Meine Seele ist sehr betrbt, bis zum Tod. Bleibt hier
und wacht mit mir! $26/39$ Und er ging ein wenig weiter und fiel
auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, wenn es
mglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorber; doch nicht wie
ich will, sondern wie du willst. $26/40$ Und er kommt zu den
Jngern und findet sie schlafend; und er spricht zu Petrus: Also
nicht eine Stunde konntet ihr mit mir wachen? $26/41$ Wacht und
betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt; der Geist zwar ist
willig, das Fleisch aber schwach. $26/42$ Wiederum, zum zweiten
Mal, ging er hin und betete und sprach: Mein Vater, wenn dieser
[Kelch] nicht vorbergehen kann, ohne da ich ihn trinke, so
geschehe dein Wille. $26/43$ Und als er kam, fand er sie wieder
schlafend, denn ihre Augen waren beschwert. $26/44$ Und er lie
sie, ging wieder hin, betete zum dritten Mal und sprach dasselbe
Wort. $26/45$ Dann kommt er zu den Jngern und spricht zu ihnen:
So schlaft denn fort und ruht aus. Siehe, die Stunde ist nahe
gekommen, und der Sohn des Menschen wird in Snderhnde
berliefert. $26/46$ Steht auf, lat uns gehen! Siehe, nahe ist
gekommen, der mich berliefert.

Gefangennahme.

Mk 14,43-50; Lk 22,47-53; Joh 18,2-12.

$26/47$ Und whrend er noch redete, siehe, da kam Judas, einer
der Zwlf, und mit ihm eine groe Menge mit Schwertern und
Stcken, von den Hohenpriestern und ltesten des Volkes. $26/48$
Der ihn aber berlieferte, hatte ihnen ein Zeichen gegeben und
gesagt: Wen ich kssen werde, der ist es, den ergreift. $26/49$
Und sogleich trat er zu Jesus und sprach: Sei gegrt, Rabbi!
und kte ihn. $26/50$ Jesus aber sprach zu ihm: Freund, wozu
bist du gekommen! Dann traten sie heran und legten die Hnde an
Jesus und ergriffen ihn. $26/51$ Und siehe, einer von denen, die
mit Jesus waren streckte die Hand aus, zog sein Schwert und
schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das Ohr ab.
$26/52$ Da spricht Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert wieder an
seinen Ort! Denn alle, die das Schwert nehmen, werden durchs
Schwert umkommen. $26/53$ Oder meinst du, da ich nicht jetzt
meinen Vater bitten knne und er mir mehr als zwlf Legionen
Engel stellen werde? $26/54$ Wie sollten denn die Schriften
erfllt werden, da es so geschehen mu?

$26/55$ In jener Stunde sprach Jesus zu den Volksmengen: Seid
ihr ausgezogen wie gegen einen Ruber mit Schwertern und
Stcken, mich zu fangen? Tglich sa ich bei euch im Tempel und
lehrte, und ihr habt mich nicht gegriffen. $26/56$ Aber dies
alles ist geschehen, damit die Schriften der Propheten erfllt
werden. Da verlieen ihn die Jnger alle und flohen.

Vor dem Hohen Rat.

Mk 14,53-65; Lk 22,54.55.63-71; Joh 18,13.14.19-24.

$26/57$ Die aber Jesus gegriffen hatten, fhrten ihn weg zu
Kaiphas, dem Hohenpriester, wo die Schriftgelehrten und die
ltesten versammelt waren. $26/58$ Petrus aber folgte ihm von
fern bis zu dem Hof des Hohenpriesters und ging hinein und
setzte sich zu den Dienern, um den Ausgang zu sehen.

$26/59$ Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten
falsches Zeugnis gegen Jesus, um ihn zu Tode zu bringen; $26/60$
und sie fanden keins, obwohl viele falsche Zeugen herzutraten.
Zuletzt aber traten zwei falsche Zeugen herbei $26/61$ und
sprachen: Dieser sagte: Ich kann den Tempel Gottes abbrechen und
in drei Tagen ihn wieder aufbauen. $26/62$ Und der Hohepriester
stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts? Was zeugen
diese gegen dich? $26/63$ Jesus aber schwieg. Und der
Hohepriester sagte zu ihm: Ich beschwre dich bei dem lebendigen
Gott, da du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn
Gottes! $26/64$ Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt. Doch
ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen
sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des
Himmels. $26/65$ Da zerri der Hohepriester seine Kleider und
sprach: Er hat gelstert. Was brauchen wir noch Zeugen? Siehe,
jetzt habt ihr die Lsterung gehrt. $26/66$ Was meint ihr? Sie
aber antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig.
$26/67$ Dann spien sie ihm ins Angesicht und schlugen ihn mit
Fusten; einige aber schlugen [ihn ins Gesicht] $26/68$ und
sprachen: Weissage uns, Christus, wer ist es, der dich schlug?

Verleugnung durch Petrus.

Mk 14,66-72; Lk 22,56-62; Joh 18,15-18.25-27.

$26/69$ Petrus aber sa drauen im Hof; und es trat eine Magd zu
ihm und sprach: Auch du warst mit Jesus, dem Galiler. $26/70$
Er aber leugnete vor allen und sprach: Ich wei nicht, was du
sagst. $26/71$ Als er aber in das Torgebude hinausgegangen war,
sah ihn eine andere; und sie spricht zu denen, die dort waren:
Auch dieser war mit Jesus, dem Nazorer. $26/72$ Und wieder
leugnete er mit einem Eid: Ich kenne den Menschen nicht! $26/73$
Kurz nachher aber traten die Umstehenden herbei und sprachen zu
Petrus: Wahrhaftig, auch du bist [einer] von ihnen, denn auch
deine Sprache verrt dich. $26/74$ Da fing er an, sich zu
verwnschen und zu schwren: Ich kenne den Menschen nicht! Und
gleich darauf krhte der Hahn. $26/75$ Und Petrus gedachte des
Wortes Jesu, der gesagt hatte: Ehe der Hahn krht, wirst du mich
dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.

berlieferung an Pilatus.

Mk 15,1; Lk 22,66; 23,1; Joh 18,28.

\27\

$27/1$ Als es aber Morgen geworden war, hielten alle
Hohenpriester und ltesten des Volkes Rat gegen Jesus, um ihn zu
Tode zu bringen. $27/2$ Und nachdem sie ihn gebunden hatten,
fhrten sie ihn weg und berlieferten ihn dem Statthalter
Pontius Pilatus.

Ende des Judas.

Apg 1,16-19.

$27/3$ Als nun Judas, der ihn berliefert hatte, sah, da er
verurteilt wurde, reute es ihn, und er brachte die dreiig
Silberlinge den Hohenpriestern und den ltesten zurck $27/4$
und sagte: Ich habe gesndigt, denn ich habe schuldloses Blut
berliefert. Sie aber sagten: Was geht das uns an? Sieh du zu!
$27/5$ Und er warf die Silberlinge in den Tempel und machte sich
davon und ging hin und erhngte sich. $27/6$ Die Hohenpriester
aber nahmen die Silberlinge und sprachen: Es ist nicht erlaubt,
sie in den Tempelschatz zu werfen, weil es Blutgeld ist. $27/7$
Sie hielten aber Rat und kauften dafr den Acker des Tpfers zum
Begrbnis fr die Fremden. $27/8$ Deswegen ist jener Acker
Blutacker genannt worden bis auf den heutigen Tag. $27/9$ Da
wurde erfllt, was durch den Propheten Jeremia geredet ist, der
spricht: `Und sie nahmen die dreiig Silberlinge, den Preis des
Geschtzten, den man geschtzt hatte seitens der Shne Israels,
$27/10$ und gaben sie fr den Acker des Tpfers, wie mir der
Herr befohlen hat.

Anklage vor Pilatus.

Mk 15,2-5; Lk 23,2-5; Joh 18,29-38.

$27/11$ Jesus aber wurde dem Statthalter vorgefhrt. Und der
Statthalter fragte ihn und sprach: Bist du der Knig der Juden?
Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst es. $27/12$ Und als er von
den Hohenpriestern und den ltesten angeklagt wurde, antwortete
er nichts. $27/13$ Da spricht Pilatus zu ihm: Hrst du nicht,
wie vieles sie gegen dich vorbringen? $27/14$ Und er antwortete
ihm auch nicht auf ein einziges Wort, so da der Statthalter
sich sehr wunderte.

Freilassung fr Barabbas - Todesurteil fr Jesus.

Mk 15,6-15; Lk 23,13-25; Joh 18,39.40; 19,1.16.

$27/15$ Zum Fest aber war der Statthalter gewohnt, der
Volksmenge einen Gefangenen loszugeben, den sie verlangten.
$27/16$ Sie hatten aber damals einen berchtigten Gefangenen,
mit Namen Barabbas. $27/17$ Als sie nun versammelt waren, sprach
Pilatus zu ihnen: Wen wollt ihr, da ich euch losgeben soll,
Barabbas oder Jesus, der Christus genannt wird? $27/18$ Denn er
wute, da sie ihn aus Neid berliefert hatten. $27/19$ Whrend
er aber auf dem Richterstuhl sa, sandte seine Frau zu ihm und
lie [ihm] sagen: Habe du nichts zu schaffen mit jenem
Gerechten! Denn im Traum habe ich heute um seinetwillen viel
gelitten. $27/20$ Aber die Hohenpriester und die ltesten
berredeten die Volksmengen, da sie den Barabbas forderten,
Jesus aber umbrchten. $27/21$ Der Statthalter aber antwortete
und sprach zu ihnen: Welchen von den beiden wollt ihr, da ich
euch losgebe? Sie aber sprachen: Barabbas. $27/22$ Pilatus
spricht zu ihnen: Was soll ich denn mit Jesus tun, der Christus
genannt wird? Sie sagen alle: Er werde gekreuzigt! $27/23$ Der
Statthalter aber sagte: Was hat er denn Bses getan? Sie aber
schrien bermig und sagten: Er werde gekreuzigt! $27/24$ Als
aber Pilatus sah, da er nichts ausrichtete, sondern vielmehr
ein Tumult entstand, nahm er Wasser, wusch seine Hnde vor der
Volksmenge und sprach: Ich bin schuldlos an dem Blut dieses
Gerechten. Seht ihr zu! $27/25$ Und das ganze Volk antwortete
und sprach: Sein Blut [komme] ber uns und ber unsere Kinder!
$27/26$ Dann gab er ihnen den Barabbas los; Jesus aber lie er
geieln und berlieferte ihn, damit er gekreuzigt werde.

Verspottung durch die Soldaten.

Mk 15,16-20; Joh 19,2-5.

$27/27$ Dann nahmen die Soldaten des Statthalters Jesus mit in
das Prtorium und versammelten um ihn die ganze Schar; $27/28$
und sie zogen ihn aus und legten ihm einen scharlachroten Mantel
um. $27/29$ Und sie flochten eine Krone aus Dornen und setzten
sie auf sein Haupt und [gaben ihm] ein Rohr in seine Rechte; und
sie fielen vor ihm auf die Knie und verspotteten ihn und sagten:
Sei gegrt, Knig der Juden! $27/30$ Und sie spien ihn an,
nahmen das Rohr und schlugen ihn auf das Haupt. $27/31$ Und als
sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und
zogen ihm seine eigenen Kleider an; und sie fhrten ihn ab, um
ihn zu kreuzigen.

Golgatha: Kreuzigung.

Mk 15,21-32; Lk 23,26-43; Joh 19,16-27.

$27/32$ Als sie aber hinauszogen, trafen sie einen Mann von
Kyrene, mit Namen Simon; den zwangen sie, da er sein Kreuz
trage. $27/33$ Und als sie an einen Ort gekommen waren, genannt
Golgatha, das heit Schdelsttte, $27/34$ gaben sie ihm mit
Galle vermischten Wein zu trinken; und als er davon gekostet
hatte, wollte er nicht trinken. $27/35$ Als sie ihn aber
gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider, indem sie das
Los warfen. $27/36$ Und sie saen und bewachten ihn dort.
$27/37$ Und sie befestigten oben ber seinem Haupt seine
Beschuldigungsschrift: Dies ist Jesus, der Knig der Juden.
$27/38$ Dann werden zwei Ruber mit ihm gekreuzigt, einer zur
Rechten und einer zur Linken.

$27/39$ Die Vorbergehenden aber lsterten ihn, schttelten ihre
Kpfe $27/40$ und sagten: Der du den Tempel abbrichst und in
drei Tagen aufbaust, rette dich selbst. Wenn du Gottes Sohn
bist, so steige herab vom Kreuz. $27/41$ Ebenso aber spotteten
auch die Hohenpriester mit den Schriftgelehrten und ltesten und
sprachen: $27/42$ Andere hat er gerettet, sich selbst kann er
nicht retten. Er ist Israels Knig, so steige er jetzt vom Kreuz
herab, und wir wollen an ihn glauben. $27/43$ Er vertraute auf
Gott, der rette ihn jetzt, wenn er ihn liebt; denn er sagte: Ich
bin Gottes Sohn. $27/44$ Auf dieselbe Weise schmhten ihn auch
die Ruber, die mit ihm gekreuzigt waren.

Golgatha: Tod.

Mk 15,33-41; Lk 23,44-49; Joh 19,28-30.

$27/45$ Aber von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis ber
das ganze Land bis zur neunten Stunde; $27/46$ um die neunte
Stunde aber schrie Jesus mit lauter Stimme auf und sagte: Eli,
Eli, lema sabachthani? Das heit: Mein Gott, mein Gott, warum
hast du mich verlassen? $27/47$ Als aber einige von den
Umstehenden es hrten, sagten sie: Der ruft den Elia. $27/48$
Und sogleich lief einer von ihnen und nahm einen Schwamm, fllte
ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu
trinken. $27/49$ Die brigen aber sagten: Halt, lat uns sehen,
ob Elia kommt, ihn zu retten! $27/50$ Jesus aber schrie wieder
mit lauter Stimme und gab den Geist auf. $27/51$ Und siehe, der
Vorhang des Tempels zerri in zwei [Stcke],von oben bis unten;
und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, $27/52$ und die
Grfte taten sich auf, und viele Leiber der entschlafenen
Heiligen wurden auferweckt; $27/53$ und sie gingen nach seiner
Auferweckung aus den Grften und gingen in die heilige Stadt und
erschienen vielen.

$27/54$ Als aber der Hauptmann und die, die mit ihm Jesus
bewachten, das Erdbeben sahen und das, was geschah, frchteten
sie sich sehr und sprachen: Wahrhaftig, dieser war Gottes Sohn!

$27/55$ Es sahen aber dort viele Frauen von fern zu, die Jesus
von Galila nachgefolgt waren und ihm gedient hatten; $27/56$
unter ihnen waren Maria Magdalena und Maria, des Jakobus und
Joses Mutter, und die Mutter der Shne des Zebedus.

Grablegung.

Mk 15,42-47; Lk 23,50-56; Joh 19,38-42.

$27/57$ Als es aber Abend geworden war, kam ein reicher Mann von
Arimatha, mit Namen Joseph, der auch selbst ein Jnger Jesu
war. $27/58$ Dieser ging hin zu Pilatus und bat um den Leib
Jesu. Da befahl Pilatus, [den Leib] zu bergeben. $27/59$ Und
Joseph nahm den Leib und wickelte ihn in ein reines Leinentuch
$27/60$ und legte ihn in seine neue Gruft, die er in den Felsen
ausgehauen hatte; und er wlzte einen groen Stein an die Tr
der Gruft und ging weg. $27/61$ Es waren aber dort Maria
Magdalena und die andere Maria, die dem Grab gegenber saen.

Bewachung des Grabes.

$27/62$ Am nchsten Tag aber, der auf den Rsttag folgt,
versammelten sich die Hohenpriester und die Phariser bei
Pilatus $27/63$ und sprachen: Herr, wir haben uns erinnert, da
jener Verfhrer sagte, als er noch lebte: Nach drei Tagen stehe
ich wieder auf. $27/64$ So befiehl nun, da das Grab gesichert
werde bis zum dritten Tag, damit nicht etwa seine Jnger kommen,
ihn stehlen und dem Volk sagen: Er ist von den Toten
auferstanden. Und die letzte Verfhrung wird schlimmer sein als
die erste. $27/65$ Pilatus sprach zu ihnen: Ihr sollt eine Wache
haben. Geht hin, sichert es, so gut ihr knnt! $27/66$ Sie aber
gingen hin und sicherten, nachdem sie den Stein versiegelt
hatten, das Grab mit der Wache.

Die Frauen am leeren Grab - Erscheinung des Auferstandenen.

Mk 16,1-11; Lk 24,1-12; Joh 20,1-18.

\28\

$28/1$ Aber spt am Sabbat, in der Dmmerung des ersten
Wochentages, kam Maria Magdalena und die andere Maria, um das
Grab zu besehen.

$28/2$ Und siehe, da geschah ein groes Erdbeben; denn ein Engel
des Herrn kam aus dem Himmel herab, trat hinzu, wlzte den Stein
weg und setzte sich darauf. $28/3$ Sein Ansehen aber war wie der
Blitz und sein Kleid wei wie Schnee. $28/4$ Aber aus Furcht vor
ihm bebten die Wchter und wurden wie Tote. $28/5$ Der Engel
aber begann und sprach zu den Frauen: Frchtet euch nicht, denn
ich wei, da ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. $28/6$ Er ist
nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt
her, seht die Sttte, wo der Herr gelegen hat, $28/7$ und geht
schnell hin und sagt seinen Jngern, da er von den Toten
auferstanden ist. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galila,
dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.
$28/8$ Und sie gingen schnell von der Gruft weg mit Furcht und
groer Freude und liefen, es seinen Jngern zu verknden. $28/9$
Als sie aber hingingen, es seinen Jngern zu verknden, siehe,
da kam Jesus ihnen entgegen und sprach: Seid gegrt! Sie aber
traten zu [ihm], umfaten seine Fe und warfen sich vor ihm
nieder. $28/10$ Da spricht Jesus zu ihnen: Frchtet euch nicht!
Geht hin, verkndet meinen Brdern, da sie hingehen nach
Galila, und dort werden sie mich sehen.

Bestechung der Grabwchter.

$28/11$ Whrend sie aber hingingen, siehe, da kamen einige von
der Wache in die Stadt und verkndeten den Hohenpriestern alles,
was geschehen war. $28/12$ Und sie versammelten sich mit den
ltesten und hielten Rat; und sie gaben den Soldaten reichlich
Geld $28/13$ und sagten: Sprecht: Seine Jnger kamen bei Nacht
und stahlen ihn, whrend wir schliefen. $28/14$ Und wenn dies
dem Statthalter zu Ohren kommen sollte, so werden wir ihn
beschwichtigen und machen, da ihr ohne Sorge seid. $28/15$ Sie
aber nahmen das Geld und taten, wie sie unterrichtet worden
waren. Und diese Rede verbreitete sich bei den Juden bis auf den
heutigen Tag.

Erscheinung des Auferstandenen vor den Jngern - Missionsbefehl.

$28/16$ Die elf Jnger aber gingen nach Galila, an den Berg,
wohin Jesus sie bestellt hatte. $28/17$ Und als sie ihn sahen,
warfen sie sich vor ihm nieder; einige aber zweifelten. $28/18$
Und Jesus trat zu [ihnen] und redete mit ihnen und sprach: Mir
ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. $28/19$ Geht nun
hin und macht alle Nationen zu Jngern, indem ihr diese tauft
auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen
Geistes, $28/20$ und sie lehrt alles zu bewahren, was ich euch
geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur
Vollendung des Zeitalters.


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