Der Tod des Tufers.

Mk 6,14-29; Lk 3,19.20; 9,7-9.

\14\

$14/1$ Zu jener Zeit hrte Herodes, der Vierfrst, das Gercht
von Jesus $14/2$ und sprach zu seinen Dienern: Dieser ist
Johannes der Tufer; er ist von den Toten auferstanden, und
darum wirken solche [Wunder-]Krfte in ihm. $14/3$ Denn Herodes
hatte Johannes gegriffen, ihn gebunden und ins Gefngnis gesetzt
um der Herodias willen, der Frau seines Bruders Philippus.
$14/4$ Denn Johannes hatte ihm gesagt: Es ist dir nicht erlaubt,
sie zu haben. $14/5$ Und als er ihn tten wollte, frchtete er
die Volksmenge, weil sie ihn fr einen Propheten hielten. $14/6$
Als aber der Geburtstag des Herodes begangen wurde, tanzte die
Tochter der Herodias vor ihnen, und sie gefiel dem Herodes.
$14/7$ Deshalb sagte er mit einem Eide zu, ihr zu geben, um was
sie auch bitten wrde. $14/8$ Sie aber, von ihrer Mutter
angewiesen, sagt: Gib mir hier auf einer Schssel das Haupt
Johannes' des Tufers. $14/9$ Und der Knig wurde traurig; aber
um der Eide und um derer willen, die mit zu Tisch lagen, befahl
er, es zu geben. $14/10$ Und er sandte hin und lie den Johannes
im Gefngnis enthaupten. $14/11$ Und sein Haupt wurde auf einer
Schssel gebracht und dem Mdchen gegeben, und sie brachte es
ihrer Mutter. $14/12$ Und seine Jnger kamen herbei, hoben den
Leib auf und begruben ihn. Und sie kamen und verkndeten es
Jesus. $14/13$ Und als Jesus es hrte, zog er sich von dort in
einem Schiff abseits an einen den Ort zurck.

Speisung der Fnftausend.

Mk 6,30-44; Lk 9,10-17; Joh 6,1-14; vgl. Kap. 15,32-39; Mk
8,1-9.

Und als die Volksmengen es hrten, folgten sie ihm zu Fu aus
den Stdten. $14/14$ Und als er ausstieg, sah er eine groe
Volksmenge, und er wurde innerlich bewegt ber sie und heilte
ihre Kranken. $14/15$ Als es aber Abend geworden war, traten
seine Jnger zu ihm und sprachen: Der Ort ist de, und die Zeit
ist schon vergangen; entla die Volksmengen, da sie hingehen in
die Drfer und sich Speise kaufen. $14/16$ Jesus aber sprach zu
ihnen: Sie haben nicht ntig wegzugehen; gebt ihr ihnen zu
essen. $14/17$ Sie aber sagen zu ihm: Wir haben nichts hier als
nur fnf Brote und zwei Fische. $14/18$ Er aber sprach: Bringt
sie mir her! $14/19$ Und er befahl den Volksmengen, sich auf das
Gras zu lagern, nahm die fnf Brote und die zwei Fische, blickte
auf zum Himmel und dankte; und er brach die Brote und gab sie
den Jngern, die Jnger aber [gaben sie] den Volksmengen.
$14/20$ Und sie aen alle und wurden gesttigt. Und sie hoben
auf, was an Brocken brigblieb: zwlf Handkrbe voll. $14/21$
Die aber aen, waren ungefhr fnftausend Mnner, ohne Frauen
und Kinder.

Jesus geht auf dem See - Hilfe fr den sinkenden Petrus.

Mk 6,45-52; Joh 6,15-21.

$14/22$ Und sogleich ntigte er die Jnger, in das Schiff zu
steigen und ihm an das jenseitige Ufer vorauszufahren, bis er
die Volksmengen entlassen habe. $14/23$ Und als er die
Volksmengen entlassen hatte, stieg er fr sich allein auf den
Berg, um zu beten. Als es aber Abend geworden, war er dort
allein. $14/24$ Das Schiff aber war schon mitten auf dem See und
litt Not von den Wellen, denn der Wind war [ihnen] entgegen.
$14/25$ Aber in der vierten Nachtwache kam er zu ihnen, indem er
auf dem See einherging. $14/26$ Und als die Jnger ihn auf dem
See einhergehen sahen, wurden sie bestrzt und sprachen: Es ist
ein Gespenst! Und sie schrien vor Furcht. $14/27$ Sogleich aber
redete Jesus zu ihnen und sprach: Seid guten Mutes! Ich bin's.
Frchtet euch nicht! $14/28$ Petrus aber antwortete ihm und
sprach: Herr, wenn du es bist, so befiehl mir, auf dem Wasser zu
dir zu kommen. $14/29$ Er aber sprach: Komm! Und Petrus stieg
aus dem Schiff und ging auf dem Wasser, um zu Jesus zu kommen.
$14/30$ Als er aber den starken Wind sah, frchtete er sich; und
als er anfing zu sinken, schrie er und sprach: Herr, rette mich!
$14/31$ Sogleich aber streckte Jesus die Hand aus, ergriff ihn
und spricht zu ihm: Kleinglubiger, warum zweifeltest du?
$14/32$ Und als sie in das Schiff gestiegen waren, legte sich
der Wind. $14/33$ Die aber in dem Schiff waren, kamen und warfen
sich vor ihm nieder und sprachen: Wahrhaftig, du bist Gottes
Sohn!

Heilung vieler Kranker.

Mk 6,53-56.

$14/34$ Und als sie hinbergefahren waren, kamen sie in das Land
Genezareth. $14/35$ Und als die Mnner jenes Ortes ihn
erkannten, schickten sie in jene ganze Umgegend und brachten
alle Leidenden zu ihm; $14/36$ und sie baten ihn, da sie nur
die Quaste seines Kleides anrhren drften, und alle, die ihn
anrhrten, wurden vllig geheilt.

Gottes Gebot steht hher als menschliche berlieferung -
Verunreinigung des Menschen.

Mk 7,1-23.

\15\

$15/1$ Dann kommen die Schriftgelehrten und Phariser von
Jerusalem zu Jesus und sagen: $15/2$ Warum bertreten deine
Jnger die berlieferung der ltesten? Denn sie waschen ihre
Hnde nicht, wenn sie Brot essen. $15/3$ Er aber antwortete und
sprach zu ihnen: Warum bertretet auch ihr das Gebot Gottes um
eurer berlieferung willen? $15/4$ Denn Gott hat geboten und
gesagt: `Ehre den Vater und die Mutter! und: `Wer Vater und
Mutter flucht, soll des Todes sterben. $15/5$ Ihr aber sagt:
Wenn jemand zum Vater oder zur Mutter spricht: Eine Opfergabe
[sei das], was dir von mir zunutze kommen knnte, der braucht
seinen Vater oder seine Mutter nicht zu ehren; $15/6$ und ihr
habt [so] das Gebot Gottes ungltig gemacht um eurer
berlieferung willen. $15/7$ Heuchler! Trefflich hat Jesaja ber
euch geweissagt, indem er spricht: $15/8$ `Dieses Volk ehrt mich
mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir. $15/9$
Vergeblich aber verehren sie mich, indem sie als Lehren
Menschengebote lehren.

$15/10$ Und er rief die Volksmenge herbei und sprach zu ihnen:
Hrt und versteht! $15/11$ Nicht was in den Mund eingeht,
verunreinigt den Menschen, sondern wasaus dem Mund ausgeht, das
verunreinigt den Menschen. $15/12$ Dann traten seine Jnger
hinzu und sprachen zu ihm: Weit du, da die Phariser sich
rgerten, als sie das Wort hrten? $15/13$ Er aber antwortete
und sprach: Jede Pflanze, die mein himmlischer Vater nicht
gepflanzt hat, wird ausgerottet werden. $15/14$ Lat sie! Sie
sind blinde Leiter der Blinden. Wenn aber ein Blinder einen
Blinden leitet, so werden beide in eine Grube fallen. $15/15$
Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Deute uns dieses
Gleichnis. $15/16$ Er aber sprach: Seid auch ihr noch
unverstndig? $15/17$ Begreift ihr noch nicht, da alles, was in
den Mund eingeht, in den Bauch geht und in den Abort ausgeworfen
wird? $15/18$ Was aber aus dem Mund ausgeht, kommt aus dem
Herzen hervor, und das verunreinigt den Menschen. $15/19$ Denn
aus dem Herzen kommen hervor bse Gedanken: Mord, Ehebruch,
Unzucht, Dieberei, falsche Zeugnisse, Lsterungen; $15/20$ diese
Dinge sind es, die den Menschen verunreinigen, aber mit
ungewaschenen Hnden zu essen, verunreinigt den Menschen nicht.

Heilung der Tochter der kanaanischen Frau.

Mk 7,24-30.

$15/21$ Und Jesus ging von dort weg und zog sich in die Gegenden
von Tyrus und Sidon zurck; $15/22$ und siehe, eine kanaanische
Frau, die aus jenem Gebiet herkam, schrie und sprach: Erbarme
dich meiner, Herr, Sohn Davids! Meine Tochter ist schlimm
besessen. $15/23$ Er aber antwortete ihr nicht ein Wort. Und
seine Jnger traten hinzu und baten ihn und sprachen: Entla
sie, denn sie schreit hinter uns her. $15/24$ Er aber antwortete
und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des
Hauses Israel. $15/25$ Sie aber kam und warf sich vor ihm nieder
und sprach: Herr, hilf mir! $15/26$ Er antwortete und sprach: Es
ist nicht schn, das Brot der Kinder zu nehmen und den Hunden
hinzuwerfen. $15/27$ Sie aber sprach: Ja, Herr; doch es essen ja
auch die Hunde von den Krumen, die von dem Tisch ihrer Herren
fallen. $15/28$ Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Frau,
dein Glaube ist gro. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre
Tochter war geheilt von jener Stunde an.

Krankenheilungen - Speisung der Viertausend.

Mk 8,1-9; vgl. Kap. 14,13-21; Mk 6,30-44; Lk 9,10-17; Joh
6,1-14.

$15/29$ Und Jesus ging von dort weg und kam an den See von
Galila; und als er auf den Berg gestiegen war, setzte er sich
dort. $15/30$ Und groe Volksmengen kamen zu ihm, die Lahme,
Blinde, Stumme, Krppel und viele andere bei sich hatten, und
sie warfen sie ihm zu Fen; und er heilte sie, $15/31$ so da
die Volksmenge sich wunderte, als sie sahen, da Stumme redeten,
Krppel gesund wurden, Lahme gingen und Blinde sahen; und sie
verherrlichten den Gott Israels. $15/32$ Als Jesus aber seine
Jnger herangerufen hatte, sprach er: Ich bin innerlich bewegt
ber die Volksmenge, denn schon drei Tage harren sie bei mir aus
und haben nichts zu essen; und ich will sie nicht hungrig
entlassen, damit sie nicht etwa auf dem Weg verschmachten.
$15/33$ Und seine Jnger sagen zu ihm: Woher nehmen wir in der
Einde so viele Brote, um eine so groe Volksmenge zu sttigen?
$15/34$ Und Jesus spricht zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr?
Sie aber sagen: Sieben, und wenige kleine Fische. $15/35$ Und er
gebot den Volksmengen, sich auf die Erde zu lagern. $15/36$ Und
er nahm die sieben Brote und die Fische, dankte und brach und
gab sie seinen Jngern, die Jnger aber [gaben sie] den
Volksmengen. $15/37$ Und sie aen alle und wurden gesttigt; und
sie hoben auf, was an Brocken brigblieb, sieben Krbe voll.
$15/38$ Die aber aen, waren viertausend Mnner, ohne Frauen und
Kinder. $15/39$ Und als er die Volksmengen entlassen hatte,
stieg er in das Schiff und kam in das Gebiet von Magadan.

Zeichenforderung der Phariser und Sadduzer - Warnung vor
ihnen.

Mk 8,11-21.

\16\

$16/1$ Und die Phariser und Sadduzer kamen herbei, und um ihn
zu versuchen, baten sie ihn, er mge ihnen ein Zeichen aus dem
Himmel zeigen. $16/2$ Er aber antwortete und sprach zu ihnen:
Wenn es Abend geworden ist, so sagt ihr: Heiteres Wetter, denn
der Himmel ist feuerrot; $16/3$ und frhmorgens: Heute
strmisches Wetter, denn der Himmel ist feuerrot [und] trbe;
das Aussehen des Himmels wit ihr zwar zu beurteilen, aber die
Zeichen der Zeiten knnt ihr nicht [beurteilen]. $16/4$ Ein
bses und ehebrecherisches Geschlecht verlangt nach einem
Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden als nur das
Zeichen Jonas. Und er verlie sie und ging weg.

$16/5$ Und als seine Jnger an das jenseitige Ufer gekommen
waren, hatten sie vergessen, Brote mitzunehmen. $16/6$ Jesus
aber sprach zu ihnen: Seht zu und htet euch vor dem Sauerteig
der Phariser und Sadduzer. $16/7$ Sie aber berlegten bei sich
selbst und sagten: Weil wir keine Brote mitgenommen haben.
$16/8$ Als aber Jesus es erkannte, sprach er: Was berlegt ihr
bei euch selbst, Kleinglubige, weil ihr keine Brote mitgenommen
habt? $16/9$ Versteht ihr noch nicht, erinnert ihr euch auch
nicht an die fnf Brote der Fnftausend, und wie viele Handkrbe
ihr aufhobt? $16/10$ Noch an die sieben Brote der Viertausend,
und wie viele Krbe ihr aufhobt? $16/11$ Wie, versteht ihr
nicht, da ich nicht von Broten zu euch sprach? Htet euch aber
vor dem Sauerteig der Phariser und Sadduzer! $16/12$ Da
verstanden sie, da er nicht gesagt hatte, sich zu hten vor dem
Sauerteig des Brotes, sondern vor der Lehre der Phariser und
Sadduzer.

Das Bekenntnis des Petrus.

Mk 8,27-30; Lk 9,18-21.

$16/13$ Als aber Jesus in die Gegenden von Csarea Philippi
gekommen war, fragte er seine Jnger und sprach: Was sagen die
Menschen, wer der Sohn des Menschen ist? $16/14$ Sie aber
sagten: Einige: Johannes der Tufer; andere aber: Elia; und
andere wieder: Jeremia oder einer der Propheten. $16/15$ Er
spricht zu ihnen: Ihr aber, was sagt ihr, wer ich bin? $16/16$
Simon Petrus aber antwortete und sprach: Du bist der Christus,
der Sohn des lebendigen Gottes. $16/17$ Und Jesus antwortete und
sprach zu ihm: Glckselig bist du, Simon, Bar Jona; denn Fleisch
und Blut haben es dir nicht geoffenbart, sondern mein Vater, der
in den Himmeln ist. $16/18$ Aber auch ich sage dir, da du bist
Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen,
und des Hades Pforten werden sie nicht berwltigen. $16/19$ Und
ich werde dir die Schlssel des Reiches der Himmel geben; und
was immer du auf der Erde binden wirst, wird in den Himmeln
gebunden sein, und was immer du auf der Erde lsen wirst, wird
in den Himmeln gelst sein. $16/20$ Dann gab er seinen Jngern
strenge Weisung, da sie niemand sagten, da er der Christus
sei.

Erste Leidensankndigung - Bedingungen der Nachfolge.

Mk 8,31-9,1; Lk 9,22-27.

$16/21$ Von der Zeit an begann Jesus seinen Jngern zu zeigen,
da er nach Jerusalem hingehen msse und von den ltesten und
Hohenpriestern und Schriftgelehrten vieles leiden und gettet
und am dritten Tag auferweckt werden msse. $16/22$ Und Petrus
nahm ihn beiseite und fing an, ihn zu tadeln, indem er sagte:
[Gott] behte dich, Herr! Dies wird dir nicht widerfahren.
$16/23$ Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh hinter
mich, Satan! Du bist mir ein rgernis, denn du sinnst nicht auf
das, was Gottes, sondern auf das, was der Menschen ist.

$16/24$ Dann sprach Jesus zu seinen Jngern: Wenn jemand mir
nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz
auf und folge mir nach. $16/25$ Denn wenn jemand sein Leben
erretten will, wird er es verlieren; wenn aber jemand sein Leben
verliert um meinetwillen, wird er es finden. $16/26$ Denn was
wird es einem Menschen ntzen, wenn er die ganze Welt gewnne,
aber sein Leben einbte? Oder was wird ein Mensch als Lsegeld
geben fr sein Leben? $16/27$ Denn der Sohn des Menschen wird
kommen in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und
dann wird er einem jeden vergelten nach seinem Tun. $16/28$
Wahrlich, ich sage euch: Es sind einige von denen, die hier
stehen, die werden den Tod nicht schmecken, bis sie den Sohn des
Menschen haben kommen sehen in seinem Reich.

Die Verklrung Jesu.

Mk 9,2-13; Lk 9,28-36; 2Petr 1,16-18.

\17\

$17/1$ Und nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und Jakobus
und Johannes, seinen Bruder, mit und fhrt sie abseits auf einen
hohen Berg. $17/2$ Und er wurde vor ihnen umgestaltet. Und sein
Angesicht leuchtete wie die Sonne, seine Kleider aber wurden
wei wie das Licht; $17/3$ und siehe, Mose und Elia erschienen
ihnen und unterredeten sich mit ihm. $17/4$ Petrus aber begann
und sprach zu Jesus: Herr, es ist gut, da wir hier sind. Wenn
du willst, werde ich hier drei Htten machen, dir eine und Mose
eine und Elia eine. $17/5$ Whrend er noch redete, siehe, da
berschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme
[kam] aus der Wolke, welche sprach: Dieser ist mein geliebter
Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Ihn hrt! $17/6$
Und als die Jnger es hrten, fielen sie auf ihr Angesicht und
frchteten sich sehr. $17/7$ Und Jesus trat herbei, rhrte sie
an und sprach: Steht auf und frchtet euch nicht! $17/8$ Als sie
aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein.
$17/9$ Und als sie von dem Berg herabstiegen, gebot ihnen Jesus
und sprach: Sagt niemandem die Erscheinung [weiter], bis der
Sohn des Menschen aus den Toten auferstanden ist.

$17/10$ Und die Jnger fragten ihn und sprachen: Was sagen denn
die Schriftgelehrten, da Elia zuerst kommen msse? $17/11$ Er
aber antwortete und sprach zu ihnen: Elia kommt zwar und wird
alle Dinge wiederherstellen. $17/12$ Ich sage euch aber, da
Elia schon gekommen ist, und sie haben ihn nicht erkannt,
sondern an ihm getan, was sie wollten. Ebenso wird auch der Sohn
des Menschen von ihnen leiden. $17/13$ Da verstanden die Jnger,
da er von Johannes dem Tufer zu ihnen sprach.

Heilung eines Fallschtigen.

Mk 9,14-29; Lk 9,37-43.

$17/14$ Und als sie zu der Volksmenge kamen, trat ein Mensch zu
ihm und fiel vor ihm auf die Knie $17/15$ und sprach: Herr,
erbarme dich meines Sohnes, denn er ist mondschtig und leidet
arg; denn oft fllt er ins Feuer und oft ins Wasser. $17/16$ Und
ich brachte ihn zu deinen Jngern, doch sie konnten ihn nicht
heilen. $17/17$ Jesus aber antwortete und sprach: O unglubiges
und verkehrtes Geschlecht! Bis wann soll ich bei euch sein? Bis
wann soll ich euch ertragen? Bringt ihn mir her!

$17/18$ Und Jesus bedrohte ihn, und der Dmon fuhr von ihm aus;
und von jener Stunde an war der Knabe geheilt. $17/19$ Da traten
die Jnger fr sich allein zu Jesus und sprachen: Warum haben
wir ihn nicht austreiben knnen? $17/20$ Er aber spricht zu
ihnen: Wegen eures Kleinglaubens; denn wahrlich, ich sage euch,
wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so werdet ihr zu diesem
Berg sagen: Hebe dich weg von hier dorthin! und er wird sich
hinwegheben. Und nichts wird euch unmglich sein. $17/21$ Diese
Art aber fhrt nicht aus auer durch Gebet und Fasten.

Zweite Leidensankndigung.

Mk 9,30-32; Lk 9,43-45.

$17/22$ Als sie sich aber in Galila aufhielten, sprach Jesus zu
ihnen: Der Sohn des Menschen wird berliefert werden in der
Menschen Hnde, $17/23$ und sie werden ihn tten, und am dritten
Tag wird er auferweckt werden. Und sie wurden sehr betrbt.

Die Tempelsteuer.

$17/24$ Als sie aber nach Kapernaum kamen, traten die Einnehmer
der Doppeldrachmen zu Petrus und sprachen: Zahlt euer Lehrer
nicht die Doppeldrachmen? $17/25$ Er sagt: Doch. Und als er in
das Haus eintrat, kam Jesus ihm zuvor und sprach: Was meinst du,
Simon? Von wem erheben die Knige der Erde Zoll oder Steuer, von
ihren Shnen oder von den Fremden? $17/26$ Da er aber sagte: Von
den Fremden, sprach Jesus zu ihm: Demnach sind die Shne frei.
$17/27$ Damit wir ihnen aber kein rgernis geben, geh an den
See, wirf eine Angel aus und nimm den ersten Fisch, der
heraufkommt, ffne sein Maul, und du wirst einen Stater finden;
den nimm und gib ihnen fr mich und dich.

Wahre Gre im Reich der Himmel - Warnung vor Verfhrung zur
Snde - Gleichnis vom verlorenen Schaf.

V. 1-9; Mk 9,33-37.42-48; Lk 9,46-48.

\18\

$18/1$ In jener Stunde traten die Jnger zu Jesus und sprachen:
Wer ist denn der Grte im Reich der Himmel? $18/2$ Und als
Jesus ein Kind herbeigerufen hatte, stellte er es in ihre Mitte
$18/3$ und sprach: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht
umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das
Reich der Himmel eingehen. $18/4$ Darum, wenn jemand sich selbst
erniedrigen wird wie dieses Kind, der ist der Grte im Reich
der Himmel; $18/5$ und wenn jemand ein solches Kind aufnehmen
wird in meinem Namen, nimmt er mich auf.

$18/6$ Wenn aber jemand einem dieser Kleinen, die an mich
glauben, Anla zur Snde gibt, fr den wre es besser, da ein
Mhlstein an seinen Hals gehngt und er in die Tiefe des Meeres
versenkt wrde. $18/7$ Wehe der Welt der Verfhrungen wegen!
Denn es ist notwendig, da Verfhrungen kommen. Doch wehe dem
Menschen, durch den die Verfhrung kommt! $18/8$ Wenn aber deine
Hand oder dein Fu dir Anla zur Snde gibt, so hau ihn ab und
wirf ihn von dir! Es ist besser fr dich, lahm oder als Krppel
in das Leben einzugehen, als mit zwei Hnden oder mit zwei Fen
in das ewige Feuer geworfen zu werden. $18/9$ Und wenn dein Auge
dir Anla zur Snde gibt, so rei es aus und wirf es von dir! Es
ist besser fr dich, einugig in das Leben einzugehen, als mit
zwei Augen in die Hlle des Feuers geworfen zu werden. $18/10$
Seht zu, da ihr nicht eines dieser Kleinen verachtet; denn ich
sage euch, da ihre Engel in den Himmeln allezeit das Angesicht
meines Vaters schauen, der in den Himmeln ist. $18/11$ Denn der
Sohn des Menschen ist gekommen, das Verlorene zu retten.

V. 12.13: Vgl. Lk 15,4-7.

$18/12$ Was meint ihr? Wenn ein Mensch hundert Schafe htte und
eins von ihnen sich verirrte, lt er nicht die neunundneunzig
auf den Bergen und geht hin und sucht das irrende? $18/13$ Und
wenn es geschieht, da er es findet, wahrlich, ich sage euch, er
freut sich mehr ber dieses als ber die neunundneunzig, die
nicht verirrt sind. $18/14$ So ist es nicht der Wille eures
Vaters, der in den Himmeln ist, da eines dieser Kleinen
verloren gehe.

Verhalten gegen sndigende Brder - Gemeinschaft in Jesu Namen.

$18/15$ Wenn aber dein Bruder sndigt, so geh hin, berfhre ihn
zwischen dir und ihm allein. Wenn er auf dich hrt, so hast du
deinen Bruder gewonnen. $18/16$ Wenn er aber nicht hrt, so nimm
noch einen oder zwei mit dir, damit aus zweier oder dreier
Zeugen Mund jede Sache besttigt werde. $18/17$ Wenn er aber
nicht auf sie hren wird, so sage es der Gemeinde; wenn er aber
auch auf die Gemeinde nicht hren wird, so sei er dir wie der
Heide und der Zllner. $18/18$ Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr
etwas auf der Erde binden werdet, wird es im Himmel gebunden
sein, und wenn ihr etwas auf der Erde lsen werdet, wird es im
Himmel gelst sein.

$18/19$ Wiederum sage ich euch: Wenn zwei von euch auf der Erde
bereinkommen werden, irgendeine Sache zu erbitten, so wird sie
ihnen werden von meinem Vater, der in den Himmeln ist. $18/20$
Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin
ich in ihrer Mitte.

Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht.

$18/21$ Dann trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft soll
ich meinem Bruder, der gegen mich sndigt, vergeben? Bis
siebenmal? $18/22$ Jesus spricht zu ihm: Ich sage dir: Nicht bis
siebenmal, sondern bis siebzigmal sieben. $18/23$ Deswegen ist
es mit dem Reich der Himmel wie mit einem Knig, der mit seinen
Knechten abrechnen wollte. $18/24$ Als er aber anfing,
abzurechnen, wurde einer zu ihm gebracht, der zehntausend
Talente schuldete. $18/25$ Da er aber nicht zahlen konnte,
befahl der Herr, ihn und seine Frau und die Kinder und alles,
was er hatte, zu verkaufen und [damit] zu bezahlen. $18/26$ Der
Knecht nun fiel nieder, bat ihn kniefllig und sprach: Herr,
habe Geduld mit mir, und ich will dir alles bezahlen. $18/27$
Der Herr jenes Knechtes aber wurde innerlich bewegt, gab ihn los
und erlie ihm das Darlehen. $18/28$ Jener Knecht aber ging
hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare
schuldig war. Und er ergriff und wrgte ihn und sprach: Bezahle,
wenn du etwas schuldig bist! $18/29$ Sein Mitknecht nun fiel
nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, und ich will
dir bezahlen. $18/30$ Er aber wollte nicht, sondern ging hin und
warf ihn ins Gefngnis, bis er die Schuld bezahlt habe. $18/31$
Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie
sehr betrbt und gingen und berichteten ihrem Herrn alles, was
geschehen war. $18/32$ Da rief ihn sein Herr herbei und spricht
zu ihm: Bser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen,
weil du mich batest. $18/33$ Solltest nicht auch du dich deines
Mitknechtes erbarmt haben, wie auch ich mich deiner erbarmt
habe? $18/34$ Und sein Herr wurde zornig und berlieferte ihn
den Folterknechten, bis er alles bezahlt habe, was er ihm
schuldig war. $18/35$ So wird auch mein himmlischer Vater euch
tun, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen vergebt.

Ehescheidung und Eheverzicht.

Mk 10,1-12.

\19\

$19/1$ Und es geschah, als Jesus diese Reden beendet hatte,
begab er sich von Galila hinweg und kam in das Gebiet von
Juda, jenseits des Jordan. $19/2$ Und es folgten ihm groe
Volksmengen, und er heilte sie dort.

$19/3$ Und die Phariser kamen zu ihm, versuchten ihn und
sprachen: Ist es einem Mann erlaubt, aus jeder [beliebigen]
Ursache seine Frau zu entlassen? $19/4$ Er aber antwortete und
sprach: Habt ihr nicht gelesen, da der, welcher sie schuf, sie
von Anfang an [als] Mann und Weib schuf $19/5$ und sprach:
`Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner
Frau anhngen, und es werden die zwei ein Fleisch sein, - $19/6$
so da sie nicht mehr zwei sind, sondern ein Fleisch? Was nun
Gott zusammengefgt hat, soll der Mensch nicht scheiden. $19/7$
Sie sagen zu ihm: Warum hat denn Mose geboten, einen
Scheidebrief zu geben und zu entlassen? $19/8$ Er spricht zu
ihnen: Mose hat wegen eurer Herzenshrtigkeit euch gestattet,
eure Frauen zu entlassen; von Anfang an aber ist es nicht so
gewesen. $19/9$ Ich sage euch aber, da, wer immer seine Frau
entlassen wird, auer wegen Hurerei, und eine andere heiraten
wird, Ehebruch begeht; und wer eine Entlassene heiratet, begeht
Ehebruch.

$19/10$ Seine Jnger sagen zu ihm: Wenn die Sache des Mannes mit
der Frau so steht, so ist es nicht ratsam zu heiraten. $19/11$
Er aber sprach zu ihnen: Nicht alle fassen dieses Wort, sondern
denen es gegeben ist; $19/12$ denn es gibt Verschnittene, die
von Mutterleib so geboren sind; und es gibt Verschnittene, die
von den Menschen verschnitten worden sind; und es gibt
Verschnittene, die sich selbst verschnitten haben um des Reiches
der Himmel willen. Wer es fassen kann, der fasse es.

Jesus und die Kinder.

Mk 10,13-16; Lk 18,15-17.

$19/13$ Dann wurden Kinder zu ihm gebracht, damit er ihnen die
Hnde auflege und bete; die Jnger aber fuhren sie an. $19/14$
Jesus aber sprach: Lat die Kinder, und wehrt ihnen nicht, zu
mir zu kommen, denn solcher ist das Reich der Himmel. $19/15$
Und er legte ihnen die Hnde auf und ging von dort weg.

Frage eines Reichen nach dem ewigen Leben - Lohn der Nachfolge.

Mk 10,17-31; Lk 18,18-30.

$19/16$ Und siehe, einer trat herbei und sprach zu ihm: Lehrer,
was soll ich Gutes tun, damit ich ewiges Leben habe? $19/17$ Er
aber sprach zu ihm: Was fragst du mich ber das Gute? Einer ist
der Gute. Wenn du aber ins Leben eingehen willst, so halte die
Gebote. $19/18$ Er spricht zu ihm: Welche? Jesus aber sprach:
Diese: Du sollst nicht tten; du sollst nicht ehebrechen; du
sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsches Zeugnis geben;
$19/19$ ehre den Vater und die Mutter; und: du sollst deinen
Nchsten lieben wie dich selbst. $19/20$ Der Jngling spricht zu
ihm: Alles dies habe ich befolgt. Was fehlt mir noch? $19/21$
Jesus sprach zu ihm: Wenn du vollkommen sein willst, so geh hin,
verkaufe deine Habe und gib den Armen, und du wirst einen Schatz
im Himmel haben. Und komm, folge mir nach! $19/22$ Als aber der
Jngling das Wort hrte, ging er betrbt weg, denn er hatte
viele Gter. $19/23$ Jesus aber sprach zu seinen Jngern:
Wahrlich, ich sage euch: Schwerlich wird ein Reicher in das
Reich der Himmel eingehen. $19/24$ Wiederum aber sage ich euch:
Es ist leichter, da ein Kamel durch ein Nadelhr eingehe als
ein Reicher in das Reich Gottes. $19/25$ Als aber die Jnger es
hrten, gerieten sie ganz auer sich und sagten: Wer kann dann
errettet werden? $19/26$ Jesus aber sah sie an und sprach zu
ihnen: Bei Menschen ist dies unmglich, bei Gott aber sind alle
Dinge mglich. $19/27$ Da antwortete Petrus und sprach zu ihm:
Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was
wird uns nun werden? $19/28$ Jesus aber sprach zu ihnen:
Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auch
ihr werdet in der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen auf
seinem Thron der Herrlichkeit sitzen wird, auf zwlf Thronen
sitzen und die zwlf Stmme Israels richten. $19/29$ Und ein
jeder, der Huser oder Brder oder Schwestern oder Vater oder
Mutter oder Frau oder Kinder oder cker um meines Namens willen
verlassen hat, wird hundertfach empfangen und ewiges Leben
erben. $19/30$ Aber viele Erste werden Letzte und Letzte Erste
sein.

Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg.

\20\

$20/1$ Denn mit dem Reich der Himmel ist es wie mit einem
Hausherrn, der frhmorgens ausging, um Arbeiter in seinen
Weinberg einzustellen. $20/2$ Nachdem er aber mit den Arbeitern
um einen Denar den Tag bereingekommen war, sandte er sie in
seinen Weinberg. $20/3$ Und als er um die dritte Stunde ausging,
sah er andere auf dem Markt mig stehen; $20/4$ und zu diesen
sprach er: Geht auch ihr hin in den Weinberg, und was recht ist,
werde ich euch geben. $20/5$ Sie aber gingen hin. Wiederum aber
ging er aus um die sechste und neunte Stunde und tat ebenso.
$20/6$ Als er aber um die elfte [Stunde] ausging, fand er andere
stehen und spricht zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag
mig? $20/7$ Sie sagen zu ihm: Weil niemand uns eingestellt
hat. Er spricht zu ihnen: Geht auch ihr hin in den Weinberg.
$20/8$ Als es aber Abend geworden war, spricht der Herr des
Weinbergs zu seinem Verwalter: Rufe die Arbeiter und zahle den
Lohn, angefangen von den letzten bis zu den ersten. $20/9$ Und
als die um die elfte Stunde [Eingestellten] kamen, empfingen sie
je einen Denar. $20/10$ Als aber die ersten kamen, meinten sie,
da sie mehr empfangen wrden; und auch sie empfingen je einen
Denar. $20/11$ Als sie den aber empfingen, murrten sie gegen den
Hausherrn $20/12$ und sprachen: Diese letzten haben eine Stunde
gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir die Last
des Tages und die Hitze getragen haben. $20/13$ Er aber
antwortete und sprach zu einem von ihnen: Freund, ich tue dir
nicht unrecht. Bist du nicht um einen Denar mit mir
bereingekommen? $20/14$ Nimm das Deine und geh hin! Ich will
aber diesem letzten geben wie auch dir. $20/15$ Ist es mir nicht
erlaubt, mit dem Meinen zu tun, was ich will? Blickt dein Auge
neidisch, weil ich gtig bin? $20/16$ So werden die Letzten
Erste und die Ersten Letzte sein;denn viele sind Berufene,
wenige aber Auserwhlte.

Dritte Leidensankndigung.

Mk 10,32-34; Lk 18,31-34.

$20/17$ Und als Jesus nach Jerusalem hinaufging, nahm er die
zwlf Jnger auf dem Weg allein zu sich und sprach zu ihnen:
$20/18$ Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Sohn des
Menschen wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten
berliefert werden, und sie werden ihn zum Tode verurteilen;
$20/19$ und sie werden ihn den Nationen berliefern, um ihn zu
verspotten und zu geieln und zu kreuzigen; und am dritten Tag
wird er auferstehen.

Wahre Gre im Reich Gottes.

Mk 10,35-45.

$20/20$ Dann trat die Mutter der Shne des Zebedus mit ihren
Shnen zu ihm und warf sich nieder und wollte etwas von ihm
erbitten. $20/21$ Er aber sprach zu ihr: Was willst du? Sie sagt
zu ihm: Bestimme, da diese meine zwei Shne einer zu deiner
Rechten und einer zu deiner Linken sitzen mgen in deinem Reich.
$20/22$ Jesus aber antwortete und sprach: Ihr wit nicht, um was
ihr bittet. Knnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde?
Sie sagen zu ihm: Wir knnen es. $20/23$ Er spricht zu ihnen:
Meinen Kelch werdet ihr zwar trinken, aber das Sitzen zu meiner
Rechten und zu [meiner] Linken zu vergeben, steht nicht bei mir,
sondern [ist fr die], denen es von meinem Vater bereitet ist.
$20/24$ Und als die Zehn es hrten, wurden sie unwillig ber die
zwei Brder. $20/25$ Jesus aber rief sie heran und sprach: Ihr
wit, da die Regenten der Nationen sie beherrschen und die
Groen Gewalt gegen sie ben. $20/26$ Unter euch wird es nicht
so sein; sondern wenn jemand unter euch gro werden will, wird
er euer Diener sein, $20/27$ und wenn jemand unter euch der
Erste sein will, wird er euer Sklave sein; $20/28$ gleichwie der
Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um bedient zu werden,
sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lsegeld fr
viele.

Heilung zweier Blinder.

Mk 10,46-52; Lk 18,35-43; vgl. Kap. 9,27-31; Mk 8,22-26.

$20/29$ Und als sie von Jericho auszogen, folgte ihm eine groe
Volksmenge. $20/30$ Und siehe, zwei Blinde, die am Weg saen und
hrten, da Jesus vorbergehe, schrien und sprachen: Erbarme
dich unser, Herr, Sohn Davids! $20/31$ Die Volksmenge aber
bedrohte sie, da sie schweigen sollten. Sie aber schrien noch
mehr und sprachen: Erbarme dich unser, Herr, Sohn Davids!
$20/32$ Und Jesus blieb stehen und rief sie und sprach: Was
wollt ihr, da ich euch tun soll? $20/33$ Sie sagen zu ihm:
Herr, da unsere Augen aufgetan werden. $20/34$ Jesus aber,
innerlich bewegt, rhrte ihre Augen an; und sogleich wurden sie
sehend, und sie folgten ihm nach.

Einzug in Jerusalem.

Mk 11,1-11; Lk 19,28-40; Joh 12,12-19.

\21\

$21/1$ Und als sie Jerusalem nahten und nach Bethphage kamen, an
den lberg, da sandte Jesus zwei Jnger $21/2$ und sprach zu
ihnen: Geht hin in das Dorf, das euch gegenberliegt; und
sogleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen
bei ihr. Bindet sie los und fhrt sie zu mir! $21/3$ Und wenn
jemand etwas zu euch sagt, so sollt ihr sprechen: Der Herr
braucht sie, und sogleich wird er sie senden. $21/4$ Dies alles
aber ist geschehen, damit erfllt wrde, was durch den Propheten
geredet ist, der spricht: $21/5$ `Sagt der Tochter Zion: Siehe,
dein Knig kommt zu dir, sanftmtig und auf einer Eselin
reitend, und [zwar] auf einem Fohlen, des Lasttiers Jungen.
$21/6$ Als aber die Jnger hingegangen waren und getan hatten,
wie Jesus ihnen aufgetragen, $21/7$ brachten sie die Eselin und
das Fohlen und legten ihre Kleider auf sie, und er setzte sich
darauf. $21/8$ Und eine sehr groe Volksmenge breitete ihre
Kleider aus auf den Weg; andere aber hieben Zweige von den
Bumen und streuten sie auf den Weg. $21/9$ Die Volksmengen
aber, die vor ihm hergingen und nachfolgten, riefen und
sprachen: Hosanna dem Sohn Davids! Gepriesen sei, der da kommt
im Namen des Herrn! Hosanna in der Hhe! $21/10$ Und als er in
Jerusalem einzog, kam die ganze Stadt in Bewegung und sprach:
Wer ist dieser? $21/11$ Die Volksmengen aber sagten: Dieser ist
Jesus, der Prophet, der von Nazareth in Galila.

Tempelreinigung.

Mk 11,15-19; Lk 19,45-48; vgl. Joh 2,13-17.

$21/12$ Und Jesus trat in den Tempel Gottes ein und trieb alle
hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und die Tische der
Wechsler und die Sitze der Taubenverkufer stie er um. $21/13$
Und er spricht zu ihnen: Es steht geschrieben: `Mein Haus wird
ein Bethaus genannt werden; ihr aber habt es zu einer
`Ruberhhle gemacht. $21/14$ Und es traten Blinde und Lahme in
dem Tempel zu ihm, und er heilte sie. $21/15$ Als aber die
Hohenpriester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er
tat, und die Kinder, die im Tempel schrien und sagten: Hosanna
dem Sohn Davids! wurden sie unwillig $21/16$ und sprachen zu
ihm: Hrst du, was diese sagen? Jesus aber sprach zu ihnen: Ja,
habt ihr nie gelesen: `Aus dem Mund der Unmndigen und Suglinge
hast du dir Lob bereitet? $21/17$ Und er verlie sie und ging
zur Stadt hinaus nach Bethanien und bernachtete dort.

Der verdorrende Feigenbaum und das Glaubensgebet.

Mk 11,12-14.20-24.

$21/18$ Des Morgens frh aber, als er in die Stadt zurckkehrte,
hungerte ihn. $21/19$ Und als er einen Feigenbaum an dem Weg
sah, ging er auf ihn zu und fand nichts an ihm als nur Bltter.
Und er spricht zu ihm: Nimmermehr komme Frucht von dir in
Ewigkeit! Und sogleich verdorrte der Feigenbaum. $21/20$ Und als
die Jnger es sahen, verwunderten sie sich und sprachen: Wie ist
der Feigenbaum sogleich verdorrt? $21/21$ Jesus aber antwortete
und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben
habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht allein das mit dem
Feigenbaum Geschehene tun, sondern wenn ihr auch zu diesem Berg
sagen werdet: Hebe dich empor und wirf dich ins Meer! so wird es
geschehen. $21/22$ Und alles, was immer ihr im Gebet glaubend
begehrt, werdet ihr empfangen.

Die Frage nach der Vollmacht Jesu.

Mk 11,27-33; Lk 20,1-8.

$21/23$ Und als er in den Tempel kam, traten, als er lehrte, die
Hohenpriester und die ltesten des Volkes zu ihm und sprachen:
In welcher Vollmacht tust du diese Dinge? Und wer hat dir diese
Vollmacht gegeben? $21/24$ Jesus aber antwortete und sprach zu
ihnen: Auch ich will euch ein Wort fragen, und wenn ihr es mir
sagt, so werde auch ich euch sagen, in welcher Vollmacht ich
diese Dinge tue. $21/25$ Woher war die Taufe des Johannes? Vom
Himmel oder von Menschen? Sie aber berlegten bei sich selbst
und sprachen: Wenn wir sagen: vom Himmel, so wird er zu uns
sagen: Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt? $21/26$ Wenn wir
aber sagen: von Menschen, so haben wir die Volksmenge zu
frchten, denn alle halten Johannes fr einen Propheten. $21/27$
Und sie antworteten Jesus und sprachen: Wir wissen es nicht. Da
sagte auch er zu ihnen: So sage auch ich euch nicht, in welcher
Vollmacht ich diese Dinge tue.

Gleichnis von den ungleichen Shnen.

$21/28$ Was meint ihr aber [hierzu]? Ein Mensch hatte zwei
Shne, und er trat hin zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, geh
heute hin, arbeite im Weinberg! $21/29$ Der aber antwortete und
sprach: Ich will nicht. Danach aber gereute es ihn, und er ging
hin. $21/30$ Und er trat hin zu dem zweiten und sprach ebenso.
Der aber antwortete und sprach: Ich [gehe], Herr; und er ging
nicht. $21/31$ Wer von den beiden hat den Willen des Vaters
getan? Sie sagen: Der erste. Jesus spricht zu ihnen: Wahrlich,
ich sage euch, da die Zllner und die Huren euch vorangehen in
das Reich Gottes. $21/32$ Denn Johannes kam zu euch im Weg der
Gerechtigkeit, und ihr glaubtet ihm nicht; die Zllner aber und
die Huren glaubten ihm; euch aber, als ihr es saht, gereute es
auch danach nicht, um ihm zu glauben.

Gleichnis von den Weingrtnern.

Mk 12,1-12; Lk 20,9-19.

$21/33$ Hrt ein anderes Gleichnis: Es war ein Hausherr, der
einen Weinberg pflanzte und einen Zaun darum setzte und eine
Kelter darin grub und einen Turm baute; und er verpachtete ihn
an Weingrtner und reiste auer Landes. $21/34$ Als aber die
Zeit der Frchte nahte, sandte er seine Knechte zu den
Weingrtnern, um seine Frchte zu empfangen. $21/35$ Und die
Weingrtner nahmen seine Knechte, einen schlugen sie, einen
anderen tteten sie, einen anderen steinigten sie. $21/36$
Wiederum sandte er andere Knechte, mehr als die ersten; und sie
taten ihnen ebenso. $21/37$ Zuletzt aber sandte er seinen Sohn
zu ihnen, indem er sagte: Sie werden sich vor meinem Sohn
scheuen! $21/38$ Als aber die Weingrtner den Sohn sahen,
sprachen sie untereinander: Dieser ist der Erbe. Kommt, lat uns
ihn tten und sein Erbe in Besitz nehmen! $21/39$ Und sie nahmen
ihn, warfen ihn zum Weinberg hinaus und tteten ihn. $21/40$
Wenn nun der Herr des Weinbergs kommt, was wird er jenen
Weingrtnern tun? $21/41$ Sie sagen zu ihm: Er wird jene
beltter bel umbringen, und den Weinberg wird er an andere
Weingrtner verpachten, die ihm die Frchte abgeben werden zu
ihrer Zeit. $21/42$ Jesus spricht zu ihnen: Habt ihr nie in den
Schriften gelesen: `Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,
dieser ist zum Eckstein geworden; von dem Herrn her ist er dies
geworden, und er ist wunderbar in unseren Augen? $21/43$
Deswegen sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch
weggenommen und einer Nation gegeben werden, die seine Frchte
bringen wird. $21/44$ Und wer auf diesen Stein fllt, wird
zerschmettert werden; aber auf wen er fallen wird, den wird er
zermalmen. $21/45$ Und als die Hohenpriester und die Phariser
seine Gleichnisse gehrt hatten, erkannten sie, da er von ihnen
redete. $21/46$ Und als sie ihn zu greifen suchten, frchteten
sie die Volksmengen, denn sie hielten ihn fr einen Propheten.

Gleichnis vom Hochzeitsmahl.

vgl. Lk 14,16-24.

\22\

$22/1$ Und Jesus begann und redete wieder in Gleichnissen zu
ihnen und sprach: $22/2$ Mit dem Reich der Himmel ist es wie mit
einem Knig, der seinem Sohn Hochzeit machte. $22/3$ Und er
sandte seine Knechte aus, um die Geladenen zur Hochzeit zu
rufen; und sie wollten nicht kommen. $22/4$ Wiederum sandte er
andere Knechte aus und sprach: Sagt den Geladenen: Siehe, mein
Mahl habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh sind
geschlachtet, und alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! $22/5$
Sie aber achteten es nicht und gingen hin, der eine auf seinen
Acker, der andere an seinen Handel. $22/6$ Die brigen aber
ergriffen seine Knechte, mihandelten und tteten sie. $22/7$
Der Knig aber wurde zornig und sandte seine Truppen aus,
brachte jene Mrder um und steckte ihre Stadt in Brand. $22/8$
Dann sagt er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit,
aber die Geladenen waren nicht wrdig; $22/9$ so geht nun hin
auf die Kreuzwege der Landstraen, und so viele immer ihr finden
werdet, ladet zur Hochzeit. $22/10$ Und jene Knechte gingen aus
auf die Landstraen und brachten alle zusammen, so viele sie
fanden, Bse wie Gute. Und der Hochzeitssaal wurde voll von
Gsten. $22/11$ Als aber der Knig hereinkam, die Gste zu
besehen, sah er dort einen Menschen, der nicht mit einem
Hochzeitskleid bekleidet war. $22/12$ Und er spricht zu ihm:
Freund, wie bist du hier hereingekommen, da du kein
Hochzeitskleid hast? Er aber verstummte. $22/13$ Da sprach der
Knig zu den Dienern: Bindet ihm Fe und Hnde, und werft ihn
hinaus in die uere Finsternis: da wird das Weinen und das
Zhneknirschen sein. $22/14$ Denn viele sind Berufene, wenige
aber Auserwhlte.

Die Frage nach der Steuer.

Mk 12,13-17; Lk 20,20-26.

$22/15$ Dann gingen die Phariser hin und hielten Rat, wie sie
ihn bei einem Ausspruch fangen knnten. $22/16$ Und sie senden
ihre Jnger mit den Herodianern zu ihm und sagen: Lehrer, wir
wissen, da du wahrhaftig bist und den Weg Gottes in Wahrheit
lehrst und dich um niemand kmmerst, denn du siehst nicht auf
die Person der Menschen. $22/17$ Sage uns nun, was denkst du:
Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu geben, oder nicht? $22/18$
Da aber Jesus ihre Bosheit erkannte, sprach er: Was versucht ihr
mich, Heuchler? $22/19$ Zeigt mir die Steuermnze! Sie aber
berreichten ihm einen Denar. $22/20$ Und er spricht zu ihnen:
Wessen Bild und Aufschrift ist das? $22/21$ Sie sagen zu ihm:
Des Kaisers. Da spricht er zu ihnen: Gebt denn dem Kaiser, was
des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. $22/22$ Und als sie
[das] hrten, wunderten sie sich und lieen ihn und gingen weg.

Die Frage nach der Auferstehung.

Mk 12,18-27; Lk 20,27-40.

$22/23$ An jenem Tag kamen Sadduzer zu ihm, die da sagen, es
gebe keine Auferstehung; und sie fragten ihn $22/24$ und
sprachen: Lehrer, Mose hat gesagt: Wenn jemand stirbt und keine
Kinder hat, so soll sein Bruder seine Frau heiraten und soll
seinem Bruder Nachkommenschaft erwecken. $22/25$ Es waren aber
bei uns sieben Brder. Und der erste verheiratete sich und
starb; und weil er keinen Nachkommen hatte, hinterlie er seine
Frau seinem Bruder. $22/26$ Ebenso auch der zweite und der
dritte, bis auf den siebten. $22/27$ Zuletzt aber von allen
starb auch die Frau. $22/28$ Wessen Frau von den sieben wird sie
nun in der Auferstehung sein? Denn alle hatten sie. $22/29$
Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr
die Schriften nicht kennt, noch die Kraft Gottes; $22/30$ denn
in der Auferstehung heiraten sie nicht, noch werden sie
verheiratet, sondern sie sind wie Engel Gottes im Himmel.
$22/31$ Was aber die Auferstehung der Toten betrifft: Habt ihr
nicht gelesen, was zu euch geredet ist von Gott, der da spricht:
$22/32$ `Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der
Gott Jakobs? Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der
Lebenden. $22/33$ Und als die Volksmengen es hrten, erstaunten
sie ber seine Lehre.

Die Frage nach dem grten Gebot.

Mk 12,28-34; vgl. Lk 10,25-28.

$22/34$ Als aber die Phariser hrten, da er die Sadduzer zum
Schweigen gebracht hatte, versammelten sie sich miteinander.
$22/35$ Und es fragte einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter,
und versuchte ihn und sprach: $22/36$ Lehrer, welches ist das
grte Gebot in dem Gesetz? $22/37$ Er aber sprach zu ihm: `Du
sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen
und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.
$22/38$ Dies ist das grte und erste Gebot. $22/39$ Das zweite
aber ist ihm gleich: `Du sollst deinen Nchsten lieben wie dich
selbst. $22/40$ An diesen zwei Geboten hngt das ganze Gesetz
und die Propheten.

Die Frage nach dem Christus.

Mk 12,35-37; Lk 20,41-44.

$22/41$ Als aber die Phariser versammelt waren, fragte Jesus
sie $22/42$ und sagte: Was haltet ihr von dem Christus? Wessen
Sohn ist er? Sie sagen zu ihm: Davids. $22/43$ Er spricht zu
ihnen: Wie nennt David ihn denn im Geist Herr, indem er sagt:
$22/44$ `Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner
Rechten, bis ich deine Feinde lege unter deine Fe? $22/45$
Wenn nun David ihn Herr nennt, wie ist er sein Sohn? $22/46$ Und
niemand konnte ihm ein Wort antworten, noch wagte jemand von dem
Tag an, ihn weiter zu befragen.

Warnung vor den Schriftgelehrten und Pharisern.

Mk 12,38-40; Lk 20,45-47.

\23\

$23/1$ Dann redete Jesus zu den Volksmengen und zu seinen
Jngern $23/2$ und sprach: Auf Moses Lehrstuhl haben sich die
Schriftgelehrten und die Phariser gesetzt. $23/3$ Alles nun,
was sie euch sagen, tut und haltet; aber handelt nicht nach
ihren Werken, denn sie sagen es und tun es nicht. $23/4$ Sie
binden aber schwere Lasten und legen sie auf die Schultern der
Menschen, sie selbst aber wollen sie nicht mit ihrem Finger
bewegen. $23/5$ Alle ihre Werke aber tun sie, um sich vor den
Menschen sehen zu lassen; denn sie machen ihre Gebetsriemen
breit und die Quasten gro. $23/6$ Sie lieben aber den ersten
Platz bei den Gastmhlern und die ersten Sitze in den Synagogen
$23/7$ und die Begrungen auf den Mrkten und von den Menschen
Rabbi genannt zu werden. $23/8$ Ihr aber, lat ihr euch nicht
Rabbi nennen; denn einer ist euer Lehrer, ihr alle aber seid
Brder. $23/9$ Ihr sollt auch nicht [jemanden] auf der Erde
euren Vater nennen; denn einer ist euer Vater, [nmlich] der im
Himmel. $23/10$ Lat euch auch nicht Meister nennen; denn einer
ist euer Meister, der Christus. $23/11$ Der Grte aber unter
euch soll euer Diener sein. $23/12$ Wer sich aber selbst erhhen
wird, wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigen
wird, wird erhht werden.

Weherufe gegen die Schriftgelehrten und Phariser.

vgl. Lk 11,38-52.

$23/13$ Wehe aber euch, Schriftgelehrte und Phariser, Heuchler!
Denn ihr verschliet das Reich der Himmel vor den Menschen; denn
ihr geht nicht hinein, noch lat ihr die, welche hineingehen
wollen, hineingehen.($23/14$)

$23/15$ Wehe euch, Schriftgelehrte und Phariser, Heuchler! Denn
ihr durchzieht das Meer und das trockene [Land], um einen
Proselyten zu machen; und wenn er es geworden ist, so macht ihr
ihn zu einem Sohn der Hlle, doppelt so schlimm wie ihr.

$23/16$ Wehe euch, ihr blinden Fhrer! Die ihr sagt: Wenn jemand
bei dem Tempel schwren wird, das ist nichts; wenn aber jemand
bei dem Gold des Tempels schwren wird, ist er gebunden. $23/17$
Narren und Blinde! Was ist denn grer, das Gold oder der
Tempel, der das Gold heiligt? $23/18$ Und: Wenn jemand bei dem
Altar schwren wird, das ist nichts; wenn aber jemand bei der
Gabe schwren wird, die auf ihm ist, so ist er gebunden. $23/19$
Blinde! Was ist denn grer, die Gabe oder der Altar, der die
Gabe heiligt? $23/20$ Wer nun bei dem Altar schwrt, schwrt bei
ihm und bei allem, was auf ihm ist. $23/21$ Und wer bei dem
Tempel schwrt, schwrt bei ihm und bei dem, der ihn bewohnt.
$23/22$ Und wer bei dem Himmel schwrt, schwrt bei dem Thron
Gottes und bei dem, der darauf sitzt.

$23/23$ Wehe euch, Schriftgelehrte und Phariser, Heuchler! Denn
ihr verzehntet die Minze und den Anis und den Kmmel und habt
die wichtigeren Dinge des Gesetzes beiseite gelassen: das
Gericht und die Barmherzigkeit und den Glauben; diese httet ihr
tun und jene nicht lassen sollen. $23/24$ Ihr blinden Fhrer,
die ihr die Mcke seiht, das Kamel aber verschluckt! $23/25$
Wehe euch, Schriftgelehrte und Phariser, Heuchler! Denn ihr
reinigt das uere des Bechers und der Schssel, inwendig aber
sind sie voller Raub und Unenthaltsamkeit. $23/26$ Blinder
Phariser! Reinige zuerst das Inwendige des Bechers, damit auch
sein Auswendiges rein werde.

$23/27$ Wehe euch, Schriftgelehrte und Phariser, Heuchler! Denn
ihr gleicht bertnchten Grbern, die von auen zwar schn
scheinen, inwendig aber voll von Totengebeinen und aller
Unreinigkeit sind. $23/28$ So scheint auch ihr von auen zwar
gerecht vor den Menschen, von innen aber seid ihr voller
Heuchelei und Gesetzlosigkeit.

$23/29$ Wehe euch, Schriftgelehrte und Phariser, Heuchler! Denn
ihr baut die Grber der Propheten und schmckt die Grabmler der
Gerechten $23/30$ und sagt: Wren wir in den Tagen unserer Vter
gewesen, so wrden wir uns nicht an dem Blut der Propheten
schuldig gemacht haben. $23/31$ So gebt ihr euch selbst Zeugnis,
da ihr Shne derer seid, welche die Propheten ermordet haben.
$23/32$ Und ihr, macht [nur] das Ma eurer Vter voll! $23/33$
Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Hlle
entfliehen? $23/34$ Deswegen siehe, ich sende zu euch Propheten
und Weise und Schriftgelehrte; und einige von ihnen werdet ihr
tten und kreuzigen, und einige von ihnen werdet ihr in euren
Synagogen geieln und werdet sie verfolgen von Stadt zu Stadt;
$23/35$ damit ber euch komme alles gerechte Blut, das auf der
Erde vergossen wurde, von dem Blut Abels, des Gerechten, bis zu
dem Blut Zacharias', des Sohnes Barachjas, den ihr zwischen dem
Tempel und dem Altar ermordet habt. $23/36$ Wahrlich, ich sage
euch, dies alles wird ber dieses Geschlecht kommen.

Klage ber Jerusalem.

vgl. Lk 14,34.35.

$23/37$ Jerusalem, Jerusalem, die da ttet die Propheten und
steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder
versammeln wollen, wie eine Henne ihre Kken versammelt unter
ihre Flgel, und ihr habt nicht gewollt! $23/38$ Siehe, euer
Haus wird euch de gelassen; $23/39$ denn ich sage euch: Ihr
werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht:
`Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!

Endzeitrede: Tempelzerstrung und Drangsale der Endzeit.

Mk 13,1-23; V. 1-19: Lk 21,5-12.16-23.

\24\

$24/1$ Und Jesus trat hinaus und ging von dem Tempel weg; und
seine Jnger traten zu [ihm], um ihn auf die Gebude des Tempels
aufmerksam zu machen. $24/2$ Er aber antwortete und sprach zu
ihnen: Seht ihr dies alles? Wahrlich, ich sage euch: Hier wird
nicht ein Stein auf dem anderen gelassen werden, der nicht
abgebrochen werden wird. $24/3$ Als er aber auf dem lberg sa,
traten seine Jnger fr sich allein zu ihm und sprachen: Sage
uns, wann wird das sein, und was ist das Zeichen deiner Ankunft
und der Vollendung des Zeitalters? $24/4$ Und Jesus antwortete
und sprach zu ihnen: Seht zu, da euch niemand verfhre! $24/5$
Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin
der Christus! Und sie werden viele verfhren. $24/6$ Ihr werdet
aber von Kriegen und Kriegsgerchten hren. Seht zu, erschreckt
nicht; denn [dies] alles mu geschehen, aber es ist noch nicht
das Ende. $24/7$ Denn es wird sich Nation gegen Nation erheben
und Knigreich gegen Knigreich, und es werden Hungersnte und
Seuchen sein und Erdbeben da und dort. $24/8$ Alles dies aber
ist der Anfang der Wehen. $24/9$ Dann werden sie euch in
Drangsal berliefern und euch tten; und ihr werdet von allen
Nationen gehat werden um meines Namens willen. $24/10$ Und dann
werden viele verleitet werden und werden einander berliefern
und einander hassen; $24/11$ und viele falsche Propheten werden
aufstehen und werden viele verfhren; $24/12$ und weil die
Gesetzlosigkeit berhand nimmt, wird die Liebe der meisten
erkalten; $24/13$ wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird
errettet werden. $24/14$ Und dieses Evangelium des Reiches wird
gepredigt werden auf dem ganzen Erdkreis, allen Nationen zu
einem Zeugnis, und dann wird das Ende kommen.

$24/15$ Wenn ihr nun den Greuel der Verwstung, von dem durch
Daniel, dem Propheten, geredet ist, an heiliger Sttte stehen
seht - wer es liest, der merke auf! -, $24/16$ dann sollen die
in Juda auf die Berge fliehen; $24/17$ wer auf dem Dach ist,
soll nicht hinabsteigen, um etwas aus seinem Haus zu holen;
$24/18$ und wer auf dem Feld ist, soll nicht zurckkehren, um
seinen Mantel zu holen. $24/19$ Wehe aber den Schwangeren und
den Stillenden in jenen Tagen! $24/20$ Betet aber, da eure
Flucht nicht im Winter geschehe noch am Sabbat; $24/21$ denn
dann wird groe Drangsal sein, wie sie von Anfang der Welt bis
jetzt nicht gewesen ist noch je sein wird. $24/22$ Und wenn jene
Tage nicht verkrzt wrden, so wrde kein Fleisch gerettet
werden; aber um der Auserwhlten willen werden jene Tage
verkrzt werden. $24/23$ Wenn dann jemand zu euch sagt: Siehe,
hier ist der Christus, oder dort! so glaubt es nicht. $24/24$
Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen
und werden groe Zeichen und Wunder tun, um so, wenn mglich,
auch die Auserwhlten zu verfhren. $24/25$ Siehe, ich habe es
euch vorhergesagt. $24/26$ Wenn sie nun zu euch sagen: Siehe, er


ist in der Wste! so geht nicht hinaus. Siehe, in den Gemchern!
so glaubt es nicht. $24/27$ Denn wie der Blitz ausfhrt von
Osten und bis nach Westen leuchtet, so wird die Ankunft des
Sohnes des Menschen sein. $24/28$ Wo das Aas ist, da werden sich
die Adler versammeln.

Endzeitrede: Ankunft des Menschensohnes.

Mk 13,24-27; Lk 21,25-27.

$24/29$ Aber gleich nach der Drangsal jener Tage wird die Sonne
verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht geben, und
die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Krfte der Himmel
werden erschttert werden. $24/30$ Und dann wird das Zeichen des
Sohnes des Menschen am Himmel erscheinen; und dann werden
wehklagen alle Stmme des Landes, und sie werden den Sohn des
Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit groer
Macht und Herrlichkeit. $24/31$ Und er wird seine Engel
aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine
Auserwhlten versammeln von den vier Winden her, von dem einen
Ende der Himmel bis zu ihrem anderen Ende.

Endzeitrede: Ermahnung zur Wachsamkeit.

Mk 13,28-37; V. 32-35: Lk 21,29-33; V. 37-41: Lk 17,26-35; V.
42-44: Lk 12,39.40.

$24/32$ Von dem Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Wenn sein
Zweig schon weich geworden ist und die Bltter hervortreibt, so
erkennt ihr, da der Sommer nahe ist. $24/33$ So sollt auch ihr,
wenn ihr dies alles seht, erkennen, da es nahe an der Tr ist.
$24/34$ Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht
vergehen, bis dies alles geschehen ist. $24/35$ Der Himmel und
die Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen nicht
vergehen. $24/36$ Von jenem Tag aber und jener Stunde wei
niemand, auch nicht die Engel in den Himmeln, sondern mein Vater
allein. $24/37$ Aber wie die Tage Noahs [waren], so wird auch
die Ankunft des Sohnes des Menschen sein. $24/38$ Denn wie sie
in den Tagen vor der Flut waren: sie aen und tranken, sie
heirateten und verheirateten, bis zu dem Tag, da Noah in die
Arche ging, $24/39$ und sie es nicht erkannten, bis die Flut kam
und alle wegraffte, so wird auch die Ankunft des Sohnes des
Menschen sein. $24/40$ Dann werden zwei auf dem Feld sein, einer
wird genommen und einer gelassen; $24/41$ zwei [Frauen] werden
an dem Mhlstein mahlen, eine wird genommen und eine gelassen.
$24/42$ Wacht also, denn ihr wit nicht, zu welcher Stunde euer
Herr kommt. $24/43$ Das aber erkennt: Wenn der Hausherr gewut
htte, in welcher Wache der Dieb komme, so htte er wohl gewacht
und nicht zugelassen, da in sein Haus eingebrochen wrde.
$24/44$ Deshalb seid auch ihr bereit; denn in der Stunde, in der
ihr es nicht meint, kommt der Sohn des Menschen.

Endzeitrede: Gleichnis vom treuen und untreuen Knecht.

Lk 12,41-46.

$24/45$ Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den sein Herr
ber sein Gesinde gesetzt hat, um ihnen die Speise zu geben zur
rechten Zeit? $24/46$ Glckselig jener Knecht, den sein Herr,
wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird! $24/47$ Wahrlich,
ich sage euch, er wird ihn ber seine ganze Habe setzen. $24/48$
Wenn aber jener als bser Knecht in seinem Herzen sagt: Mein
Herr lt auf sich warten, $24/49$ und anfngt, seine Mitknechte
zu schlagen, und it und trinkt mit den Betrunkenen, $24/50$ so
wird der Herr jenes Knechtes kommen an einem Tag, an dem er es
nicht erwartet, und in einer Stunde, die er nicht wei, $24/51$
und wird ihn entzweischneiden und ihm sein Teil setzen mit den
Heuchlern: da wird das Weinen und das Zhneknirschen sein.
