Das Evangelium nach Matthus.

Der Stammbaum Jesu.

1Chr 1,34; 2,1-15; 3,5.10-19; Lk 3,23-38.

\1\

$1/1$ Buch des Geschlechts Jesu Christi, des Sohnes Davids, des
Sohnes Abrahams.

$1/2$ Abraham zeugte Isaak; Isaak aber zeugte Jakob, Jakob aber
zeugte Juda und seine Brder; $1/3$ Juda aber zeugte Perez und
Serah von der Thamar; Perez aber zeugte Hezron, Hezron aber
zeugte Ram, $1/4$ Ram aber zeugte Amminadab, Amminadab aber
zeugte Nahesson, Nahesson aber zeugte Salma, $1/5$ Salma aber
zeugte Boas von der Rahab; Boas aber zeugte Obed von der Ruth;
Obed aber zeugte Jesse, $1/6$ Jesse aber zeugte David, den
Knig. David aber zeugte Salomo von der [Frau] des Uria; $1/7$
Salomo aber zeugte Rehabeam, Rehabeam aber zeugte Abia, Abia
aber zeugte Asa, $1/8$ Asa aber zeugte Josaphat, Josaphat aber
zeugte Joram, Joram aber zeugte Usia, $1/9$ Usia aber zeugte
Jotham, Jotham aber zeugte Ahas, Ahas aber zeugte Hiskia, $1/10$
Hiskia aber zeugte Manasse, Manasse aber zeugte Amon, Amon aber
zeugte Josia, $1/11$ Josia aber zeugte Jojachin und seine Brder
um die Zeit der Wegfhrung nach Babylon. $1/12$ Nach der
Wegfhrung nach Babylon aber zeugte Jojachin Schealthiel,
Schealthiel aber zeugte Serubabbel, $1/13$ Serubbabel aber
zeugte Abiud, Abiud aber zeugte Eljakim, Eljakim aber zeugte
Asor, $1/14$ Asor aber zeugte Zadok, Zadok aber zeugte Achim,
Achim aber zeugte Eliud, $1/15$ Eliud aber zeugte Eleasar,
Eleasar aber zeugte Matthan, Matthan aber zeugte Jakob, $1/16$
Jakob aber zeugte Joseph, den Mann Marias, von welcher Jesus
geboren wurde, der Christus genannt wird.

$1/17$ So sind nun alle Geschlechter von Abraham bis auf David
vierzehn Geschlechter und von David bis zur Wegfhrung nach
Babylon vierzehn Geschlechter und von der Wegfhrung nach
Babylon bis auf den Christus vierzehn Geschlechter.

Die Geburt Jesu.

Lk 2,1-7.

$1/18$ Mit der Geburt Jesu Christi verhielt es sich aber so: Als
nmlich Maria, seine Mutter, dem Joseph verlobt war, wurde sie,
ehe sie zusammengekommen waren, schwanger erfunden von dem
Heiligen Geist. $1/19$ Joseph aber, ihr Mann, der gerecht war
und sie nicht ffentlich blostellen wollte, gedachte sie
heimlich zu entlassen. $1/20$ Whrend er dies aber bei sich
berlegte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum
und sprach: Joseph, Sohn Davids, frchte dich nicht, Maria,
deine Frau, zu dir zu nehmen; denn das in ihr Gezeugte ist von
dem Heiligen Geist. $1/21$ Und sie wird einen Sohn gebren, und
du sollst seinen Namen Jesus nennen; denn er wird sein Volk
erretten von seinen Snden. $1/22$ Dies alles geschah aber,
damit erfllt wrde, was von dem Herrn geredet ist durch den
Propheten, der spricht: $1/23$ `Siehe, die Jungfrau wird
schwanger sein und einen Sohn gebren, und sie werden seinen
Namen Emmanuel nennen, was bersetzt ist: Gott mit uns. $1/24$
Joseph aber, vom Schlaf erwacht, tat, wie ihm der Engel des
Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich; $1/25$ und er
erkannte sie nicht, bis sie ihren erstgeborenen Sohn geboren
hatte; und er nannte seinen Namen Jesus.

Die Magier aus dem Osten.

\2\

$2/1$ Als aber Jesus zu Bethlehem in Juda geboren war, in den
Tagen des Knigs Herodes, siehe, da kamen Weise vom Morgenland
nach Jerusalem, die sprachen: $2/2$ Wo ist der Knig der Juden,
der geboren worden ist? Denn wir haben seinen Stern im
Morgenland gesehen und sind gekommen, ihm zu huldigen.

$2/3$ Als aber der Knig Herodes es hrte, wurde er bestrzt und
ganz Jerusalem mit ihm; $2/4$ und er versammelte alle
Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erkundigte
sich bei ihnen, wo der Christus geboren werden solle. $2/5$ Sie
aber sagten ihm: Zu Bethlehem in Juda; denn so steht durch den
Propheten geschrieben: $2/6$ `Und du, Bethlehem, Land Juda, bist
keineswegs die geringste unter den Frsten Judas; denn aus dir
wird ein Fhrer hervorkommen, der mein Volk Israel hten wird.

$2/7$ Dann berief Herodes die Weisen heimlich und erforschte
genau von ihnen die Zeit der Erscheinung des Sternes; $2/8$ und
er sandte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht
genau nach dem Kindlein; wenn ihr es aber gefunden habt, so
berichtet es mir, damit auch ich komme und ihm huldige. $2/9$
Sie aber zogen hin, als sie den Knig gehrt hatten. Und siehe,
der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen
her, bis er kam und oben ber [dem Ort] stand, wo das Kindlein
war. $2/10$ Als sie aber den Stern sahen, freuten sie sich mit
sehr groer Freude. $2/11$ Und als sie in das Haus gekommen
waren, sahen sie das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und sie
fielen nieder und huldigten ihm; und sie taten ihre Schtze auf
und opferten ihm Gaben: Gold und Weihrauch und Myrrhe. $2/12$
Und als sie im Traum eine gttliche Weisung empfangen hatten,
nicht wieder zu Herodes zurckzukehren, zogen sie auf einem
anderen Weg hin in ihr Land.

Flucht nach gypten - Kindermord zu Bethlehem.

$2/13$ Als sie aber hingezogen waren, siehe, da erscheint ein
Engel des Herrn dem Joseph im Traum und spricht: Steh auf, nimm
das Kindlein und seine Mutter zu dir und fliehe nach gypten,
und bleibe dort, bis ich es dir sage; denn Herodes wird das
Kindlein suchen, um es umzubringen. $2/14$ Er aber stand auf,
nahm das Kindlein und seine Mutter des Nachts zu sich und zog
hin nach gypten. $2/15$ Und er war dort bis zum Tod des
Herodes, damit erfllt wrde, was von dem Herrn geredet ist
durch den Propheten, der spricht: `Aus gypten habe ich meinen
Sohn gerufen.

$2/16$ Da ergrimmte Herodes sehr, als er sah, da er von den
Weisen hintergangen worden war; und er sandte hin und lie alle
Knaben tten, die in Bethlehem und in seinem ganzen Gebiet
waren, von zwei Jahren und darunter, nach der Zeit, die er von
den Weisen genau erforscht hatte. $2/17$ Da wurde erfllt, was
durch den Propheten Jeremia geredet ist, der spricht: $2/18$
`Eine Stimme ist in Rama gehrt worden, Weinen und viel
Wehklagen: Rahel beweint ihre Kinder, und sie wollte sich nicht
trsten lassen, weil sie nicht [mehr] sind.

Rckkehr aus gypten.

$2/19$ Als aber Herodes gestorben war, siehe, da erscheint ein
Engel des Herrn dem Joseph in gypten im Traum $2/20$ und
spricht: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und
zieh in das Land Israel; denn sie sind gestorben, die dem
Kindlein nach dem Leben trachteten. $2/21$ Und er stand auf und
nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und er kam in das
Land Israel. $2/22$ Als er aber hrte, da Archelaus ber Juda
herrsche anstatt seines Vaters Herodes, frchtete er sich, dahin
zu gehen; und als er im Traum eine gttliche Weisung empfangen
hatte, zog er hin in die Gegenden von Galila $2/23$ und kam und
wohnte in einer Stadt, genannt Nazareth; damit erfllt wrde,
was durch die Propheten geredet ist: `Er wird Nazorer genannt
werden.

Johannes der Tufer.

Mk 1,1-8; Lk 3,1-18; (Joh 1,19-28).

\3\

$3/1$ In jenen Tagen aber kommt Johannes der Tufer und predigt
in der Wste von Juda $3/2$ und spricht: Tut Bue, denn das
Reich der Himmel ist nahe gekommen.$3/3$ Denn dieser ist der,
von dem durch den Propheten Jesaja geredet ist, der spricht:
`Stimme eines Rufenden in der Wste: Bereitet den Weg des Herrn,
macht gerade seine Pfade! $3/4$ Er aber, Johannes, hatte seine
Kleidung von Kamelhaaren und einen ledernen Grtel um seine
Lenden; seine Speise aber waren Heuschrecken und wilder Honig.

$3/5$ Da ging zu ihm hinaus Jerusalem und ganz Juda und die
ganze Umgegend des Jordan; $3/6$ und sie wurden von ihm im
Jordan getauft, indem sie ihre Snden bekannten.

$3/7$ Als er aber viele der Phariser und Sadduzer zu seiner
Taufe kommen sah, sprach er zu ihnen: Otternbrut! Wer hat euch
gewiesen, dem kommenden Zorn zu entfliehen? $3/8$ Bringt nun der
Bue wrdige Frucht; $3/9$ und denkt nicht, bei euch selbst zu
sagen: Wir haben Abraham zum Vater; denn ich sage euch, da Gott
dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken vermag. $3/10$
Schon ist aber die Axt an die Wurzel der Bume gelegt; jeder
Baum nun, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins
Feuer geworfen. $3/11$ Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Bue;
der aber nach mir kommt, ist strker als ich, dessen Sandalen zu
tragen ich nicht wrdig bin; er wird euch mit Heiligem Geist und
Feuer taufen; $3/12$ seine Worfschaufel ist in seiner Hand, und
er wird seine Tenne durch und durch reinigen und seinen Weizen
in die Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit
unauslschlichem Feuer verbrennen.

Die Taufe Jesu.

Mk 1,9-11; Lk 3,21-22; (Joh 1,29-34).

$3/13$ Dann kommt Jesus aus Galila an den Jordan zu Johannes,
um sich von ihm taufen zu lassen. $3/14$ Johannes aber wehrte
ihm und sprach: Ich habe ntig, von dir getauft zu werden. Und
du kommst zu mir? $3/15$ Jesus aber antwortete und sprach zu
ihm: La es jetzt [so sein]; denn so gebhrt es uns, alle
Gerechtigkeit zu erfllen. Dann lt er es ihm zu. $3/16$ Und
als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf;
und siehe, die Himmel wurden [ihm] aufgetan, und er sah den
Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und auf ihn kommen.
$3/17$ Und siehe, eine Stimme [kommt] aus den Himmeln, welche
spricht: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen
gefunden habe.

Die Versuchung Jesu.

Mk 1,12-13; Lk 4,1-13.

\4\

$4/1$ Dann wurde Jesus von dem Geist in die Wste hinaufgefhrt,
um von dem Teufel versucht zu werden; $4/2$ und als er vierzig
Tage und vierzig Nchte gefastet hatte, hungerte ihn
schlielich. $4/3$ Und der Versucher trat zu ihm hin und sprach:
Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, da diese Steine Brote
werden. $4/4$ Er aber antwortete und sprach: Es steht
geschrieben: `Nicht von Brot allein soll der Mensch leben,
sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.

$4/5$ Darauf nimmt der Teufel ihn mit in die heilige Stadt und
stellt ihn auf die Zinne des Tempels $4/6$ und spricht zu ihm:
Wenn du Gottes Sohn bist, so wirf dich hinab; denn es steht
geschrieben: `Er wird seinen Engeln ber dir befehlen, und sie
werden dich auf den Hnden tragen, damit du nicht etwa deinen
Fu an einen Stein stt. $4/7$ Jesus sprach zu ihm: Wiederum
steht geschrieben: `Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht
versuchen.

$4/8$ Wiederum nimmt der Teufel ihn mit auf einen sehr hohen
Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit
$4/9$ und spricht zu ihm: Dies alles will ich dir geben, wenn du
niederfallen und mich anbeten willst. $4/10$ Da spricht Jesus zu
ihm: Geh hinweg, Satan! Denn es steht geschrieben: `Du sollst
den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.

$4/11$ Dann verlt ihn der Teufel, und siehe, Engel kamen
herbei und dienten ihm.

Bupredigt in Galila.

Mk 1,14.15; Lk 4,14.15.

$4/12$ Als er aber gehrt hatte, da Johannes berliefert worden
war, entwich er nach Galila; $4/13$ und er verlie Nazareth und
kam und wohnte in Kapernaum, das am See liegt, in dem Gebiet von
Sebulon und Naftali; $4/14$ damit erfllt wrde, was durch den
Propheten Jesaja geredet ist, der spricht: $4/15$ `Land Sebulon
und Land Naftali, gegen den See hin, jenseits des Jordan,
Galila der Nationen: $4/16$ Das Volk, das in Finsternis sa,
hat ein groes Licht gesehen, und denen, die im Land und
Schatten des Todes saen, ist Licht aufgegangen. $4/17$ Von da
an begann Jesus zu predigen und zu sagen: Tut Bue, denn das
Reich der Himmel ist nahe gekommen!

Die ersten Jnger.

Mk 1,16-20; Lk 5,1-11.

$4/18$ Als er aber am See von Galila entlangging, sah er zwei
Brder: Simon, genannt Petrus, und Andreas, seinen Bruder, die
ein Netz in den See warfen, denn sie waren Fischer. $4/19$ Und
er spricht zu ihnen: Kommt mir nach, und ich werde euch zu
Menschenfischern machen. $4/20$ Sie aber verlieen sogleich die
Netze und folgten ihm nach. $4/21$ Und als er von dort
weiterging, sah er zwei andere Brder: Jakobus, den [Sohn] des
Zebedus, und Johannes, seinen Bruder, im Schiff mit ihrem Vater
Zebedus, wie sie ihre Netze ausbesserten; und er rief sie.
$4/22$ Sie aber verlieen sogleich das Schiff und ihren Vater
und folgten ihm nach.

Predigt und Heilungen.

Mk 1,32-39; Lk 4,40-44.

$4/23$ Und Jesus zog in ganz Galila umher, lehrte in ihren
Synagogen und predigte das Evangelium des Reiches und heilte
jede Krankheit und jedes Gebrechen unter dem Volk. $4/24$ Und
sein Ruf ging aus in das ganze Syrien; und sie brachten zu ihm
alle Leidenden, die mit mancherlei Krankheiten und Qualen
behaftet waren, und Besessene und Mondschtige und Gelhmte; und
er heilte sie. $4/25$ Und es folgten ihm groe Volksmengen von
Galila und dem Zehnstdtegebiet und Jerusalem und Juda und von
jenseits des Jordan.

Seligpreisungen.

Lk 6,20-23.

\5\

$5/1$ Als er aber die Volksmengen sah, stieg er auf den Berg;
und als er sich gesetzt hatte, traten seine Jnger zu ihm. $5/2$
Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:$5/3$
Glckselig die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der
Himmel. $5/4$ Glckselig die Trauernden, denn sie werden
getrstet werden. $5/5$ Glckselig die Sanftmtigen, denn sie
werden das Land erben. $5/6$ Glckselig, die nach der
Gerechtigkeit hungern und drsten, denn sie werden gesttigt
werden. $5/7$ Glckselig die Barmherzigen, denn ihnen wird
Barmherzigkeit widerfahren. $5/8$ Glckselig, die reinen Herzens
sind, denn sie werden Gott schauen. $5/9$ Glckselig die
Friedensstifter, denn sie werden Shne Gottes heien. $5/10$
Glckselig die um Gerechtigkeit willen Verfolgten, denn ihrer
ist das Reich der Himmel. $5/11$ Glckselig seid ihr, wenn sie
euch schmhen und verfolgen und alles Bse lgnerisch gegen euch
reden werden um meinetwillen. $5/12$ Freut euch und frohlockt,
denn euer Lohn ist gro in den Himmeln; denn ebenso haben sie
die Propheten verfolgt, die vor euch waren.

Die Jnger als Salz und Licht.

$5/13$ Ihr seid das Salz der Erde; wenn aber das Salz kraftlos
geworden ist, womit soll es gesalzen werden? Es taugt zu nichts
mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu
werden.

$5/14$ Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt, die oben auf
einem Berg liegt, kann nicht verborgen sein. $5/15$ Man zndet
auch nicht eine Lampe an und setzt sie unter den Scheffel,
sondern auf das Lampengestell, und sie leuchtet allen, die im
Hause sind. $5/16$ So soll euer Licht leuchten vor den Menschen,
damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den
Himmeln ist, verherrlichen.

Gesetz, Propheten und Reich der Himmel.

$5/17$ Meint nicht, da ich gekommen sei, das Gesetz oder die
Propheten aufzulsen; ich bin nicht gekommen, aufzulsen,
sondern zu erfllen. $5/18$ Denn wahrlich, ich sage euch: Bis
der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder
ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.
$5/19$ Wer nun eins dieser geringsten Gebote auflst und so die
Menschen lehrt, wird der Geringste heien im Reich der Himmel;
wer sie aber tut und lehrt, dieser wird gro heien im Reich der
Himmel. $5/20$ Denn ich sage euch: Wenn nicht eure Gerechtigkeit
vorzglicher ist als die der Schriftgelehrten und Phariser, so
werdet ihr nicht in das Reich der Himmel eingehen.

Erfllung des Gesetzes: Was ist Tten?

$5/21$ Ihr habt gehrt, da zu den Alten gesagt ist: Du sollst
nicht tten; wer aber tten wird, der wird dem Gericht verfallen
sein. $5/22$ Ich aber sage euch, da jeder, der seinem Bruder
zrnt, dem Gericht verfallen sein wird; wer aber zu seinem
Bruder sagt: Raka! dem Hohen Rat verfallen sein wird; wer aber
sagt: Du Narr! der Hlle des Feuers verfallen sein wird. $5/23$
Wenn du nun deine Gabe darbringst zu dem Altar und dich dort
erinnerst, da dein Bruder etwas gegen dich hat, $5/24$ so la
deine Gabe dort vor dem Altar und geh zuvor hin, vershne dich
mit deinem Bruder; und dann komm und bring deine Gabe dar.
$5/25$ Komme deinem Gegner schnell entgegen, whrend du mit ihm
auf dem Weg bist; damit nicht etwa der Gegner dich dem Richter
berliefert und der Richter dich dem Diener berliefert und du
ins Gefngnis geworfen wirst. $5/26$ Wahrlich, ich sage dir: Du
wirst nicht von dort herauskommen, bis du auch den letzten
Pfennig bezahlt hast.

Erfllung des Gesetzes: Was ist Ehebruch?

27 Ihr habt gehrt, da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen.
$5/28$ Ich aber sage euch, da jeder, der eine Frau ansieht, sie
zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem
Herzen. $5/29$ Wenn aber dein rechtes Auge dir Anla zur Snde
gibt, so rei es aus und wirf es von dir; denn es ist dir
besser, da eins deiner Glieder umkommt und nicht dein ganzer
Leib in die Hlle geworfen wird. $5/30$ Und wenn deine rechte
Hand dir Anla zur Snde gibt, so hau sie ab und wirf sie von
dir; denn es ist dir besser, da eins deiner Glieder umkommt und
nicht dein ganzer Leib in die Hlle geworfen wird.

$5/31$ Es ist aber weiter gesagt: Wer seine Frau entlassen will,
gebe ihr einen Scheidebrief. $5/32$ Ich aber sage euch: Wer
seine Frau entlassen wird, auer aufgrund von Hurerei, macht,
da sie Ehebruch begeht; und wer eine Entlassene heiratet,
begeht Ehebruch.

Erfllung des Gesetzes: Was ist falsches Schwren?

$5/33$ Wiederum habt ihr gehrt, da zu den Alten gesagt ist: Du
sollst nicht falsch schwren, du sollst aber dem Herrn deine
Eide erfllen. $5/34$ Ich aber sage euch: Schwrt berhaupt
nicht; weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron; $5/35$
noch bei der Erde, denn sie ist seiner Fe Schemel; noch bei
Jerusalem, denn sie ist des groen Knigs Stadt; $5/36$ noch
sollst du bei deinem Haupt schwren, denn du kannst nicht ein
Haar wei oder schwarz machen. $5/37$ Es sei aber eure Rede: Ja,
ja! Nein, nein! Was aber mehr ist als dieses, ist vom Bsen.

Erfllung des Gesetzes: Was ist Vergelten?

Lk 6,27-36.

$5/38$ Ihr habt gehrt, da gesagt ist: Auge um Auge und Zahn um
Zahn. $5/39$ Ich aber sage euch: Widersteht nicht dem Bsen,
sondern wenn jemand dich auf deine rechte Backe schlagen wird,
dem biete auch die andere dar; $5/40$ und dem, der mit dir vor
Gericht gehen und dein Unterkleid nehmen will, dem la auch den
Mantel. $5/41$ Und wenn jemand dich zwingen wird, eine Meile zu
gehen, mit dem geh zwei. $5/42$ Gib dem, der dich bittet, und
weise den nicht ab, der von dir borgen will.

$5/43$ Ihr habt gehrt, da gesagt ist: Du sollst deinen
Nchsten lieben und deinen Feind hassen. $5/44$ Ich aber sage
euch: Liebt eure Feinde, und betet fr die, die euch verfolgen,
$5/45$ damit ihr Shne eures Vaters seid, der in den Himmeln
ist; denn er lt seine Sonne aufgehen ber Bse und Gute und
lt regnen ber Gerechte und Ungerechte. $5/46$ Denn wenn ihr
liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch
die Zllner dasselbe? $5/47$ Und wenn ihr allein eure Brder
grt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die von den
Nationen dasselbe? $5/48$ Ihr nun sollt vollkommen sein, wie
euer himmlischer Vater vollkommen ist.

Erfllung des Gesetzes: Rechtes Almosengeben.

\6\

$6/1$ Habt acht, da ihr eure Gerechtigkeit nicht bt vor den
Menschen, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen
Lohn bei eurem Vater, der in den Himmeln ist. $6/2$ Wenn du nun
Almosen gibst, sollst du nicht vor dir her posaunen lassen, wie
die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Straen, damit sie
von den Menschen geehrt werden. Wahrlich, ich sage euch, sie
haben ihren Lohn dahin. $6/3$ Wenn du aber Almosen gibst, so
soll deine Linke nicht wissen, was deine Rechte tut; $6/43$
damit dein Almosen im Verborgenen sei, und dein Vater, der im
Verborgenen sieht, wird dir vergelten.

Erfllung des Gesetzes: Rechtes Beten.

vgl. Lk 11,1-4.

$6/5$ Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler;
denn sie lieben es, in den Synagogen und an den Ecken der
Straen stehend zu beten, damit sie von den Menschen gesehen
werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin.
$6/6$ Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und nachdem
du deine Tr geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im
Verborgenen ist, und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird
dir vergelten. $6/7$ Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht
plappern wie die von den Nationen; denn sie meinen, da sie um
ihres vielen Redens willen erhrt werden. $6/8$ Seid ihnen nun
nicht gleich; denn euer Vater wei, was ihr bentigt, ehe ihr
ihn bittet. $6/9$ Betet ihr nun so: Unser Vater, der [du bist]
in den Himmeln, geheiligt werde dein Name; $6/10$ dein Reich
komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden.
$6/11$ Unser tgliches Brot gib uns heute; $6/12$ und vergib uns
unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben;
$6/13$ und fhre uns nicht in Versuchung, sondern errette uns
von dem Bsen. - $6/14$ Denn wenn ihr den Menschen ihre
Vergehungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater auch euch
vergeben; $6/15$ wenn ihr aber den Menschen ihre Vergehungen
nicht vergebt, so wird euer Vater auch eure Vergehungen nicht
vergeben.

Erfllung des Gesetzes: Rechtes Fasten.

$6/16$ Wenn ihr aber fastet, so seht nicht dster aus wie die
Heuchler; denn sie verstellen ihre Gesichter, damit sie den
Menschen als Fastende erscheinen. Wahrlich, ich sage euch, sie
haben ihren Lohn dahin. $6/17$ Wenn du aber fastest, so salbe
dein Haupt und wasche dein Gesicht, $6/18$ damit du nicht den
Menschen als ein Fastender erscheinst, sondern deinem Vater, der
im Verborgenen ist; und dein Vater, der im Verborgenen sieht,
wird dir vergelten.

Warnung vor Habsucht und irdischen Sorgen.

vgl. Lk 12,33.34.

$6/19$ Sammelt euch nicht Schtze auf der Erde, wo Motte und
Rost zerstren und wo Diebe durchgraben und stehlen; $6/20$
sammelt euch aber Schtze im Himmel, wo weder Motte noch Rost
zerstren und wo Diebe nicht durchgraben noch stehlen; $6/21$
denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.

Lk 11,34-36.

$6/22$ Die Lampe des Leibes ist das Auge; wenn nun dein Auge
klar ist, so wird dein ganzer Leib licht sein; $6/23$ wenn aber
dein Auge bse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn
nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie gro die
Finsternis!

vgl. Lk 12,22-31.

$6/24$ Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er
den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird einem
anhngen und den anderen verachten. Ihr knnt nicht Gott dienen
und dem Mammon. $6/25$ Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt
fr euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch
fr euren Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr
als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? $6/26$ Seht
hin auf die Vgel des Himmels, da sie nicht sen noch ernten,
noch in Scheunen sammeln, und euer himmlischer Vater ernhrt sie
[doch]. Seid ihr nicht viel vorzglicher als sie? $6/27$ Wer
aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslnge eine Elle
zusetzen? $6/28$ Und warum seid ihr um Kleidung besorgt?
Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen: sie mhen
sich nicht, auch spinnen sie nicht. $6/29$ Ich sage euch aber,
da selbst nicht Salomo in all seiner Herrlichkeit bekleidet war
wie eine von diesen. $6/30$ Wenn aber Gott das Gras des Feldes,
das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so
kleidet, [wird er das] nicht vielmehr euch [tun], ihr
Kleinglubigen? $6/31$ So seid nun nicht besorgt, indem ihr
sagt: Was sollen wir essen? Oder: Was sollen wir trinken? Oder:
Was sollen wir anziehen? $6/32$ Denn nach diesem allen trachten
die Nationen; denn euer himmlischer Vater wei, da ihr dies
alles bentigt. $6/33$ Trachtet aber zuerst nach dem Reich
Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch
hinzugefgt werden. $6/34$ So seid nun nicht besorgt um den
morgigen Tag, denn der morgige Tag wird fr sich selbst sorgen.
Jeder Tag hat an seinem bel genug.

Warnung vor dem Richten und dem Entweihen des Heiligen.

Lk 6,37.38.41.42.

\7\

$7/1$ Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! $7/2$
Denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet
werden, und mit welchem Ma ihr met, wird euch zugemessen
werden. $7/3$ Was aber siehst du den Splitter, der in deines
Bruders Auge ist, den Balken aber in deinem Auge nimmst du nicht
wahr? $7/4$ Oder wie wirst du zu deinem Bruder sagen: Erlaube,
ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und siehe, der
Balken ist in deinem Auge? $7/5$ Heuchler, zieh zuerst den
Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen, um den
Splitter aus deines Bruders Auge zu ziehen.

$7/6$ Gebt nicht das Heilige den Hunden; werft auch nicht eure
Perlen vor die Schweine, damit sie diese nicht etwa mit ihren
Fen zertreten und sich umwenden und euch zerreien.

Zuversichtliches Beten.

vgl. Lk 11,5-13.

$7/7$ Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr
werdet finden; klopft an, und es wird euch aufgetan werden.
$7/8$ Denn jeder Bittende empfngt, und der Suchende findet, und
dem Anklopfenden wird aufgetan werden. $7/9$ Oder welcher Mensch
ist unter euch, der, wenn sein Sohn ihn um ein Brot bittet, ihm
einen Stein geben wird? $7/10$ Und wenn er um einen Fisch
bittet, wird er ihm eine Schlange geben? $7/11$ Wenn nun ihr,
die ihr bse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wit,
wieviel mehr wird euer Vater, der in den Himmeln ist, Gutes
geben denen, die ihn bitten!

Verhalten gegen andere - Die enge Pforte.

$7/12$ Alles nun, was ihr wollt, da euch die Menschen tun
sollen, das tut ihr ihnen auch! Denn darin besteht das Gesetz
und die Propheten.

$7/13$ Geht ein durch die enge Pforte; denn weit ist die Pforte
und breit der Weg, der zum Verderben fhrt, und viele sind, die
auf ihm hineingehen. $7/14$ Denn eng ist die Pforte und schmal
der Weg, der zum Leben fhrt, und wenige sind, die ihn finden.

Warnung vor falschen Propheten.

Lk 6,43-45.

$7/15$ Htet euch aber vor den falschen Propheten, die in
Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reiende
Wlfe. $7/16$ An ihren Frchten werdet ihr sie erkennen. Liest
man etwa von Dornen eine Traube oder von Disteln Feigen? $7/17$
So bringt jeder gute Baum gute Frchte, aber der faule Baum
bringt schlechte Frchte. $7/18$ Ein guter Baum kann nicht
schlechte Frchte bringen, noch ein fauler Baum gute Frchte.
$7/19$ Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen
und ins Feuer geworfen. $7/20$ Deshalb, an ihren Frchten werdet
ihr sie erkennen.

V. 21-29: Lk 6,46-49.

$7/21$ Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das
Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters
tut, der in den Himmeln ist. $7/22$ Viele werden an jenem Tage
zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht durch deinen Namen
geweissagt und durch deinen Namen Dmonen ausgetrieben und durch
deinen Namen viele Wunderwerke getan? $7/23$ Und dann werde ich
ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt. Weicht von mir,
ihr beltter!

Gleichnis vom Haus auf Felsen und Sand - Wirkung der Predigt.

$7/24$ Jeder nun, der diese meine Worte hrt und sie tut, den
werde ich einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den
Felsen baute; $7/25$ und der Platzregen fiel hernieder, und die
Strme kamen, und die Winde wehten und strmten gegen jenes
Haus; und es fiel nicht, denn es war auf den Felsen gegrndet.
$7/26$ Und jeder, der diese meine Worte hrt und sie nicht tut,
der wird einem trichten Mann verglichen werden, der sein Haus
auf den Sand baute; $7/27$ und der Platzregen fiel hernieder,
und die Strme kamen, und die Winde wehten und stieen an jenes
Haus; und es fiel, und sein Fall war gro.

$7/28$ Und es geschah, als Jesus diese Worte vollendet hatte, da
erstaunten die Volksmengen sehr ber seine Lehre; $7/29$ denn er
lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie ihre
Schriftgelehrten.

Heilung eines Ausstzigen.

Mk 1,40-45; Lk 5,12-16.

\8\

$8/1$ Als er aber von dem Berg herabgestiegen war, folgten ihm
groe Volksmengen.$8/2$ Und siehe, ein Ausstziger kam heran und
warf sich vor ihm nieder und sprach: Herr, wenn du willst,
kannst du mich reinigen. $8/3$ Und er streckte die Hand aus,
rhrte ihn an und sprach: Ich will. Sei gereinigt! Und sogleich
wurde sein Aussatz gereinigt. $8/4$ Und Jesus spricht zu ihm:
Siehe, sage es niemand; sondern geh hin, zeige dich dem
Priester, und bring die Gabe dar, die Mose angeordnet hat, ihnen
zum Zeugnis.

Heilung des Dieners eines Hauptmanns.

Lk 7,1-10; vgl. Joh 4,43-54.

$8/5$ Als er aber nach Kapernaum hineinkam, trat ein Hauptmann
zu ihm, der ihn bat $8/6$ und sprach: Herr, mein Diener liegt zu
Hause gelhmt und wird schrecklich geqult. $8/7$ Und Jesus
spricht zu ihm: Ich will kommen und ihn heilen. $8/8$ Der
Hauptmann aber antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht
wrdig, da du unter mein Dach trittst; sondern sprich nur ein
Wort, und mein Diener wird gesund werden. $8/9$ Denn auch ich
bin ein Mensch unter Befehlsgewalt und habe Soldaten unter mir;
und ich sage zu diesem: Geh hin! und er geht; und zu einem
anderen: Komm! und er kommt; und zu meinem Knecht: Tue dies! und
er tut}s. $8/10$ Als aber Jesus es hrte, wunderte er sich und
sprach zu denen, die nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch,
selbst in Israel habe ich nicht so groen Glauben gefunden.
$8/11$ Ich sage euch aber, da viele von Osten und Westen kommen
und mit Abraham und Isaak und Jakob zu Tisch liegen werden in
dem Reich der Himmel, $8/12$ aber die Shne des Reiches werden
hinausgeworfen werden in die uere Finsternis: da wird das
Weinen und das Zhneknirschen sein. $8/13$ Und Jesus sprach zu
dem Hauptmann: Geh hin, und dir geschehe, wie du geglaubt hast.
Und der Diener wurde gesund in jener Stunde.

Heilung der Schwiegermutter des Petrus und anderer Kranker.

Mk 1,29-34; Lk 4,38-41.

$8/14$ Und als Jesus in das Haus des Petrus gekommen war, sah er
dessen Schwiegermutter fieberkrank daniederliegen. $8/15$ Und er
rhrte ihre Hand an, und das Fieber verlie sie; und sie stand
auf und diente ihm.

$8/16$ Als es aber Abend geworden war, brachten sie viele
Besessene zu ihm; und er trieb die Geister aus mit einem Wort,
und er heilte alle Leidenden, $8/17$ damit erfllt wrde, was
durch den Propheten Jesaja geredet ist, der spricht: `Er selbst
nahm unsere Schwachheiten und trug unsere Krankheiten.

Rechte Nachfolge.

Lk 9,57-62.

$8/18$ Als aber Jesus eine groe Volksmenge um sich sah, befahl
er, an das jenseitige Ufer wegzufahren. $8/19$ Und ein
Schriftgelehrter kam heran und sprach zu ihm: Lehrer, ich will
dir nachfolgen, wohin du auch gehst. $8/20$ Und Jesus spricht zu
ihm: Die Fchse haben Hhlen und die Vgel des Himmels Nester,
aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er das Haupt hinlege.
$8/21$ Ein anderer aber von seinen Jngern sprach zu ihm: Herr,
erlaube mir, zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben.
$8/22$ Jesus aber sprach zu ihm: Folge mir nach, und la die
Toten ihre Toten begraben.

Stillung des Sturmes.

Mk 4,35-41; Lk 8,22-25.

$8/23$ Und als er in das Schiff gestiegen war, folgten ihm seine
Jnger. $8/24$ Und siehe, es erhob sich ein heftiger Sturm auf
dem See, so da das Schiff von den Wellen bedeckt wurde; er aber
schlief. $8/25$ Und die Jnger traten hinzu, weckten ihn auf und
sprachen: Herr, rette [uns], wir kommen um! $8/26$ Und er
spricht zu ihnen: Was seid ihr furchtsam, Kleinglubige? Dann
stand er auf und bedrohte die Winde und den See; und es entstand
eine groe Stille. $8/27$ Die Menschen aber wunderten sich und
sprachen: Was fr einer ist dieser, da auch die Winde und der
See ihm gehorchen?

Heilung zweier Besessener.

Mk 5,1-20; Lk 8,26-39.

$8/28$ Und als er an das jenseitige Ufer gekommen war, in das
Land der Gadarener, begegneten ihm zwei Besessene, die aus den
Grften hervorkamen. [Sie waren] sehr bsartig, so da niemand
auf jenem Weg vorbeigehen konnte. $8/29$ Und siehe, sie schrien
und sprachen: Was haben wir mit dir zu schaffen, Sohn Gottes?
Bist du hierher gekommen, uns vor der Zeit zu qulen? $8/30$ Es
war aber fern von ihnen eine groe Herde Schweine, die da
weideten. $8/31$ Die Dmonen aber baten ihn und sprachen: Wenn
du uns austreibst, so sende uns in die Herde Schweine. $8/32$
Und er sprach zu ihnen: Geht hin! Sie aber fuhren aus und fuhren
in die Schweine. Und siehe, die ganze Herde strzte sich den
Abhang hinab in den See, und sie kamen um in dem Gewsser.
$8/33$ Die Hter aber flohen und gingen in die Stadt und
verkndeten alles und das von den Besessenen. $8/34$ Und siehe,
die ganze Stadt ging hinaus, Jesus entgegen, und als sie ihn
sahen, baten sie, da er aus ihrem Gebiet weggehen mchte.

Heilung eines Gelhmten.

Mk 2,1-12; Lk 5,17-26.

\9\

$9/1$ Und er stieg in das Schiff, setzte ber und kam in seine
eigene Stadt. $9/2$ Und siehe, sie brachten einen Gelhmten zu
ihm, der auf einem Bett lag; und als Jesus ihren Glauben sah,
sprach er zu dem Gelhmten: Sei guten Mutes, mein Sohn, deine
Snden sind vergeben. $9/3$ Und siehe, einige von den
Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lstert. $9/4$
Und als Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr
Arges in euren Herzen? $9/5$ Denn was ist leichter zu sagen:
Deine Snden sind vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh
umher? $9/6$ Damit ihr aber wit, da der Sohn des Menschen
Vollmacht hat, auf der Erde Snden zu vergeben . . . Dann sagt
er zu dem Gelhmten: Steh auf, nimm dein Bett auf, und geh in
dein Haus! $9/7$ Und er stand auf und ging in sein Haus. $9/8$
Als aber die Volksmengen es sahen, frchteten sie sich und
verherrlichten Gott, der solche Vollmacht den Menschen gegeben
hat.

Berufung des Matthus.

Mk 2,13-17; Lk 5,27-32.

$9/9$ Und als Jesus von dort weiterging, sah er einen Menschen
mit Namen Matthus am Zollhaus sitzen, und er spricht zu ihm:
Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm nach. $9/10$ Und
es geschah, als er in dem Haus zu Tisch lag, siehe, da kamen
viele Zllner und Snder und lagen zu Tisch mit Jesus und seinen
Jngern. $9/11$ Und als die Phariser es sahen, sprachen sie zu
seinen Jngern: Warum it euer Lehrer mit den Zllnern und
Sndern? $9/12$ Als aber er es hrte, sprach er: Nicht die
Starken brauchen einen Arzt, sondern die Kranken. $9/13$ Geht
aber hin und lernt, was das ist: `Ich will Barmherzigkeit und
nicht Schlachtopfer. Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu
rufen, sondern Snder.

Die Frage nach dem Fasten.

Mk 2,18-22; Lk 5,33-39.

$9/14$ Dann kommen die Jnger des Johannes zu ihm und sagen:
Warum fasten wir und die Phariser oft, deine Jnger aber fasten
nicht? $9/15$ Und Jesus sprach zu ihnen: Knnen etwa die
Hochzeitsgste trauern, solange der Brutigam bei ihnen ist? Es
werden aber Tage kommen, da der Brutigam von ihnen weggenommen
sein wird, und dann werden sie fasten. $9/16$ Niemand aber setzt
einen Flicken von neuem Tuch auf ein altes Kleid; denn das
Eingesetzte reit von dem Kleid ab, und der Ri wird schlimmer.
$9/17$ Auch fllt man nicht neuen Wein in alte Schluche; sonst
zerreien die Schluche, und der Wein wird verschttet, und die
Schluche verderben; sondern man fllt neuen Wein in neue
Schluche, und beide bleiben zusammen erhalten.

Heilung der blutflssigen Frau - Auferweckung der Tochter des
Jairus.

Mk 5,21-43; Lk 8,40-56.

$9/18$ Whrend er dies zu ihnen redete, siehe, da kam ein
Vorsteher herein und warf sich vor ihm nieder und sprach: Meine
Tochter ist eben jetzt verschieden; aber komm und lege deine
Hand auf sie, so wird sie leben. $9/19$ Und Jesus stand auf und
folgte ihm, und seine Jnger. $9/20$ Und siehe, eine Frau, die
zwlf Jahre blutflssig war, trat von hinten heran und rhrte
die Quaste seines Kleides an; $9/21$ denn sie sprach bei sich
selbst: Wenn ich nur sein Kleid anrhre, so werde ich geheilt
werden. $9/22$ Jesus aber wandte sich um, und als er sie sah,
sprach er: Sei guten Mutes, Tochter; dein Glaube hat dich
geheilt. Und die Frau war geheilt von jener Stunde an. $9/23$
Und als Jesus in das Haus des Vorstehers kam und die Pfeifer und
die lrmende Volksmenge sah, $9/24$ sprach er: Geht fort, denn
das Mdchen ist nicht gestorben, sondern es schlft. Und sie
lachten ihn aus. $9/25$ Als aber die Volksmenge hinausgetrieben
war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand; und das
Mdchen stand auf. $9/26$ Und das Gercht hiervon ging aus in
jene ganze Gegend.

Heilung zweier Blinder.

vgl. Kap. 20,29-34; Mk 8,22-26; 10,46-52; Lk 18,35-43.

$9/27$ Und als Jesus von dort weiterging, folgten ihm zwei
Blinde, die schrien und sprachen: Erbarme dich unser, Sohn
Davids! $9/28$ Als er aber in das Haus gekommen war, traten die
Blinden zu ihm; und Jesus spricht zu ihnen: Glaubt ihr, da ich
dies tun kann? Sie sagen zu ihm: Ja, Herr. $9/29$ Dann rhrte er
ihre Augen an und sprach: Euch geschehe nach eurem Glauben!
$9/30$ Und ihre Augen wurden aufgetan; und Jesus bedrohte sie
und sprach: Seht zu, niemand erfahre es! $9/31$ Sie aber gingen
aus und machten ihn bekannt in jener ganzen Gegend.

Heilung eines stummen Besessenen.

$9/32$ Als sie aber weggingen, siehe, da brachten sie einen
stummen Menschen zu ihm, der besessen war. $9/33$ Und als der
Dmon ausgetrieben war, redete der Stumme. Und die Volksmengen
wunderten sich und sprachen: Niemals wurde so etwas in Israel
gesehen. $9/34$ Die Phariser aber sagten: Er treibt die Dmonen
aus durch den Obersten der Dmonen.

Aussendung der zwlf Apostel.

$9/35$ Und Jesus zog umher durch alle Stdte und Drfer und
lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium des
Reiches und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen.

$9/36$ Als er aber die Volksmenge sah, wurde er innerlich bewegt
ber sie, weil sie erschpft und verschmachtet waren wie Schafe,
die keinen Hirten haben. $9/37$ Dann spricht er zu seinen
Jngern: Die Ernte zwar ist gro, der Arbeiter aber sind wenige.
$9/38$ Bittet nun den Herrn der Ernte, da er Arbeiter aussende
in seine Ernte!

Mk 3,13-19; Lk 6,12-16; (Apg 1,13).

\10\

$10/1$ Und als er seine zwlf Jnger herangerufen hatte, gab er
ihnen Vollmacht ber unreine Geister, sie auszutreiben und jede
Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen. $10/2$ Die Namen der
zwlf Apostel aber sind diese: Der erste Simon, der Petrus
genannt wird, und Andreas, sein Bruder; Jakobus, der [Sohn] des
Zebedus, und Johannes, sein Bruder; $10/3$ Philippus und
Bartholomus; Thomas und Matthus, der Zllner; Jakobus, der
[Sohn] des Alphus, und Thaddus; $10/4$ Simon, der Kananer,
und Judas, der Iskariot, der ihn auch berlieferte.

Mk 6,7-13; Lk 9,1-6; vgl. Lk 10,1-12.

$10/5$ Diese zwlf sandte Jesus aus und befahl ihnen und sprach:
Geht nicht auf einen Weg der Nationen, und geht nicht in eine
Stadt der Samariter; $10/6$ geht aber vielmehr zu den verlorenen
Schafen des Hauses Israel. $10/7$ Wenn ihr aber hingeht, predigt
und sprecht: Das Reich der Himmel ist nahe gekommen. $10/8$
Heilt Kranke, weckt Tote auf, reinigt Ausstzige, treibt Dmonen
aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst gebt. $10/9$ Verschafft
euch nicht Gold noch Silber noch Kupfer in eure Grtel, $10/10$
keine Tasche auf den Weg, noch zwei Unterkleider, noch Sandalen,
noch einen Stab; denn der Arbeiter ist seiner Nahrung wert.
$10/11$ Wenn ihr aber in eine Stadt oder in ein Dorf einkehrt,
so forscht, wer darin wrdig ist; und dort bleibt, bis ihr
weggeht.$10/12$ Wenn ihr aber in das Haus eintretet, so grt
es. $10/13$ Und wenn nun das Haus wrdig ist, so komme euer
Friede darauf; wenn es aber nicht wrdig ist, so wende sich euer
Friede zu euch zurck. $10/14$ Und wenn jemand euch nicht
aufnehmen noch eure Worte hren wird - geht hinaus aus jenem
Haus oder jener Stadt, und schttelt den Staub von euren Fen.
$10/15$ Wahrlich, ich sage euch, es wird dem Land von Sodom und
Gomorra ertrglicher ergehen am Tag des Gerichts als jener
Stadt.

Ermutigung zum Bekenntnis in Verfolgungen.

V. 16-22: vgl. Kap. 24,9-13; Mk 13,9-13;.

Lk 12,11-12; 21,12-17; V. 26-33: vgl. Lk 12,2-9.

$10/16$ Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter Wlfe; so
seid nun klug wie die Schlangen und einfltig wie die Tauben.
$10/17$ Htet euch aber vor den Menschen; denn sie werden euch
an Gerichte berliefern und in ihren Synagogen euch geieln;
$10/18$ und auch vor Statthalter und Knige werdet ihr gefhrt
werden um meinetwillen, ihnen und den Nationen zum Zeugnis.
$10/19$ Wenn sie euch aber berliefern, so seid nicht besorgt,
wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde
gegeben werden, was ihr reden sollt. $10/20$ Denn nicht ihr seid
die Redenden, sondern der Geist eures Vaters, der in euch redet.
$10/21$ Es wird aber der Bruder den Bruder zum Tode berliefern,
und der Vater das Kind; und Kinder werden sich erheben gegen die
Eltern und sie zu Tode bringen. $10/22$ Und ihr werdet von allen
gehat werden um meines Namens willen. Wer aber ausharrt bis ans
Ende, der wird errettet werden.$10/23$ Wenn sie euch aber
verfolgen in dieser Stadt, so flieht in die andere; denn
wahrlich, ich sage euch, ihr werdet mit den Stdten Israels
nicht zu Ende sein, bis der Sohn des Menschen gekommen sein
wird. $10/24$ Ein Jnger ist nicht ber dem Lehrer, und ein
Sklave nicht ber seinem Herrn. $10/25$ Es ist dem Jnger genug,
da er sei wie sein Lehrer und der Sklave wie sein Herr. Wenn
sie den Hausherrn Beelzebul genannt haben, wieviel mehr seine
Hausgenossen!

$10/26$ Frchtet euch nun nicht vor ihnen. Denn es ist nichts
verdeckt, was nicht aufgedeckt, und nichts verborgen, was nicht
erkannt werden wird. $10/27$ Was ich euch sage in der
Finsternis, redet im Licht, und was ihr ins Ohr [geflstert]
hrt, ruft aus auf den Dchern. $10/28$ Und frchtet euch nicht
vor denen, die den Leib tten, die Seele aber nicht zu tten
vermgen; frchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib
zu verderben vermag in der Hlle. $10/29$ Werden nicht zwei
Sperlinge fr ein paar Pfennige verkauft? Und nicht einer von
ihnen wird auf die Erde fallen ohne euren Vater. $10/30$ Bei
euch aber sind selbst die Haare des Hauptes alle gezhlt.
$10/31$ Frchtet euch nun nicht; ihr seid vorzglicher als viele
Sperlinge. $10/32$ Jeder nun, der mich vor den Menschen bekennen
wird, den werde auch ich bekennen vor meinem Vater, der in den
Himmeln ist. $10/33$ Wer aber mich vor den Menschen verleugnen
wird, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater, der in den
Himmeln ist. $10/34$ Meint nicht, da ich gekommen sei, Frieden
auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu
bringen, sondern das Schwert. $10/35$ Denn ich bin gekommen, den
Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer
Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter;
$10/36$ und des Menschen Feinde [werden] seine eigenen
Hausgenossen [sein]. $10/37$ Wer Vater oder Mutter mehr liebt
als mich, ist meiner nicht wrdig; und wer Sohn oder Tochter
mehr liebt als mich, ist meiner nicht wrdig; $10/38$ und wer
nicht sein Kreuz aufnimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht
wrdig. $10/39$ Wer sein Leben findet, wird es verlieren, und
wer sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden.

Belohnung fr jeden Dienst um Jesu willen.

vgl. Kap. 25,34-40.

$10/40$ Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf, und wer mich
aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. $10/41$ Wer einen
Propheten aufnimmt in eines Propheten Namen, wird eines
Propheten Lohn empfangen; und wer einen Gerechten aufnimmt in
eines Gerechten Namen, wird eines Gerechten Lohn empfangen.
$10/42$ Und wenn jemand einem dieser Geringen nur einen Becher
kalten Wassers zu trinken gibt in eines Jngers Namen, wahrlich,
ich sage euch, er wird seinen Lohn nicht verlieren.

\11\

$11/1$ Und es geschah, als Jesus seine Befehle an seine zwlf
Jnger vollendet hatte, ging er von dort weg, um in ihren
Stdten zu lehren und zu predigen.

Die Frage des Tufers - Jesu Antwort und Zeugnis ber ihn.

Lk 7,18-35.

$11/2$ Als aber Johannes im Gefngnis die Werke des Christus
hrte, sandte er durch seine Jnger $11/3$ und lie ihm sagen:
Bist du der Kommende, oder sollen wir auf einen anderen warten?
$11/4$ Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und
verkndet Johannes, was ihr hrt und seht: $11/5$ Blinde werden
sehend, und Lahme gehen, Ausstzige werden gereinigt, und Taube
hren, und Tote werden auferweckt, und Armen wird gute Botschaft
verkndigt. $11/6$ Und glckselig ist, wer sich nicht an mir
rgern wird!

$11/7$ Als die aber hingingen, fing Jesus an, zu den Volksmengen
zu reden ber Johannes: Was seid ihr in die Wste hinausgegangen
zu sehen? Ein Rohr, vom Wind hin und her bewegt? $11/8$ Oder was
seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen, mit weichen
[Kleidern] bekleidet? Siehe, die weiche [Kleider] tragen, sind
in den Husern der Knige. $11/9$ Oder was seid ihr
hinausgegangen zu sehen? Einen Propheten? Ja, sage ich euch, und
mehr als einen Propheten. $11/10$ Denn dieser ist es, von dem
geschrieben steht: `Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem
Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird. $11/11$
Wahrlich, ich sage euch, unter den von Frauen Geborenen ist kein
Grerer aufgestanden als Johannes der Tufer; der Kleinste aber
im Reich der Himmel ist grer als er. $11/12$ Aber von den
Tagen Johannes des Tufers an bis jetzt wird dem Reich der
Himmel Gewalt angetan, und Gewalttuende reien es an sich.
$11/13$ Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis
auf Johannes. $11/14$ Und wenn ihr es annehmen wollt: er ist
Elia, der kommen soll. $11/15$ Wer Ohren hat, der hre! $11/16$
Wem aber soll ich dieses Geschlecht vergleichen? Es ist Kindern
gleich, die auf den Mrkten sitzen und ihren Gespielen zurufen
$11/17$ und sagen: Wir haben euch gepfiffen, und ihr habt nicht
getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht
gewehklagt. $11/18$ Denn Johannes ist gekommen, der weder a
noch trank, und sie sagen: Er hat einen Dmon. $11/19$ Der Sohn
des Menschen ist gekommen, der da it und trinkt, und sie sagen:
Siehe, ein Fresser und Weinsufer, ein Freund der Zllner und
Snder; - und die Weisheit ist gerechtfertigt worden aus ihren
Werken.

Weheruf ber unbufertige Stdte - Jesus als Heiland der
Unmndigen und Bedrckten.

Lk 10,13-16.

$11/20$ Dann fing er an, die Stdte zu schelten, in denen seine
meisten Wunderwerke geschehen waren, weil sie nicht Bue getan
hatten: $11/21$ Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn
wenn zu Tyrus und Sidon die Wunderwerke geschehen wren, die
unter euch geschehen sind, lngst htten sie in Sack und Asche
Bue getan.$11/22$ Doch ich sage euch: Tyrus und Sidon wird es
ertrglicher ergehen am Tag des Gerichts als euch. $11/23$ Und
du, Kapernaum, die du bis zum Himmel erhht worden bist, bis zum
Hades wirst du hinabgestoen werden; denn wenn in Sodom die
Wunderwerke geschehen wren, die in dir geschehen sind, es wre
geblieben bis auf den heutigen Tag. $11/24$ Doch ich sage euch:
Dem Sodomer Land wird es ertrglicher ergehen am Tag des
Gerichts als dir.

Lk 10,21.22.

$11/25$ Zu jener Zeit begann Jesus und sprach: Ich preise dich,
Vater, Herr des Himmels und der Erde, da du dies vor Weisen und
Verstndigen verborgen hast, und hast es Unmndigen geoffenbart.
$11/26$ Ja, Vater, denn so war es wohlgefllig vor dir. $11/27$
Alles ist mir bergeben von meinem Vater; und niemand erkennt
den Sohn als nur der Vater, noch erkennt jemand den Vater als
nur der Sohn, und wem der Sohn ihn offenbaren will. $11/28$
Kommt her zu mir, alle ihr Mhseligen und Beladenen, und ich
werde euch Ruhe geben. $11/29$ Nehmt auf euch mein Joch, und
lernt von mir, denn ich bin sanftmtig und von Herzen demtig,
und `ihr werdet Ruhe finden fr eure Seelen; $11/30$ denn mein
Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Die Sabbatfrage.

Mk 2,23-3,6; Lk 6,1-11.

\12\

$12/1$ Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Saaten; es
hungerte aber seine Jnger, und sie fingen an, hren
abzupflcken und zu essen. $12/2$ Als aber die Phariser es
sahen, sprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jnger tun, was am
Sabbat zu tun nicht erlaubt ist. $12/3$ Er aber sprach zu ihnen:
Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und die bei ihm
waren hungerte? $12/4$ Wie er in das Haus Gottes ging und die
Schaubrote a, die er nicht essen durfte, noch die bei ihm
waren, sondern allein die Priester? $12/5$ Oder habt ihr nicht
in dem Gesetz gelesen, da am Sabbat die Priester in dem Tempel
den Sabbat entheiligen und [doch] schuldlos sind? $12/6$ Ich
sage euch aber: Greres als der Tempel ist hier. $12/7$ Wenn
ihr aber erkannt httet, was das heit: `Ich will Barmherzigkeit
und nicht Schlachtopfer, so wrdet ihr die Schuldlosen nicht
verurteilt haben. $12/8$ Denn der Sohn des Menschen ist Herr des
Sabbats.

$12/9$ Und als er von dort weiterging, kam er in ihre Synagoge.
$12/10$ Und siehe, da war ein Mensch, der eine verdorrte Hand
hatte. Und sie fragten ihn und sprachen: Ist es erlaubt, am
Sabbat zu heilen? damit sie ihn anklagen knnten. $12/11$ Er
aber sprach zu ihnen: Welcher Mensch ist wohl unter euch, der
ein Schaf hat und, wenn dieses am Sabbat in eine Grube fllt, es
nicht ergreift und herauszieht? $12/12$ Wieviel vorzglicher ist
nun ein Mensch als ein Schaf! Also ist es erlaubt, am Sabbat
Gutes zu tun. $12/13$ Dann spricht er zu dem Menschen: Strecke
deine Hand aus! Und er streckte sie aus, und sie wurde
wiederhergestellt, gesund wie die andere.



$12/14$ Die Phariser aber gingen hinaus und hielten Rat gegen
ihn, wie sie ihn umbrchten.

Heilungen und die Erfllung des Prophetenwortes.

Mk 3,7-12; Lk 6,17-19.

$12/15$ Als aber Jesus es erkannte, entwich er von dort; und es
folgte ihm eine groe Volksmenge, und er heilte sie alle.
$12/16$ Und er bedrohte sie, da sie ihn nicht offenbar machten,
$12/17$damit erfllt wrde, was durch den Propheten Jesaja
geredet ist, der spricht: $12/18$ `Siehe, mein Knecht, den ich
erwhlt habe, mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen
gefunden hat; ich werde meinen Geist auf ihn legen, und er wird
den Nationen Gericht ankndigen. $12/19$ Er wird nicht streiten
noch schreien, noch wird jemand seine Stimme auf den Straen
hren; $12/20$ ein geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen, und
einen glimmenden Docht wird er nicht auslschen, bis er das
Gericht hinausfhre zum Sieg; $12/21$ und auf seinen Namen
werden die Nationen hoffen.

Heilung eines Besessenen - Lsterung des Geistes.

Mk 3,20-30; Lk 11,14-23; 12,10.

$12/22$ Dann wurde ein Besessener zu ihm gebracht, blind und
stumm; und er heilte ihn, so da der Stumme redete und sah.
$12/23$ Und es erstaunten die ganzen Volksmengen und sagten:
Dieser ist doch nicht etwa der Sohn Davids? $12/24$ Die
Phariser aber sagten, als sie es hrten: Dieser treibt die
Dmonen nicht anders aus als durch den Beelzebul, den Obersten
der Dmonen. $12/25$ Da er aber ihre Gedanken wute, sprach er
zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst entzweit ist, wird
verwstet; und jede Stadt oder jedes Haus, die mit sich selbst
entzweit sind, werden nicht bestehen. $12/26$ Und wenn der Satan
den Satan austreibt, so ist er mit sich selbst entzweit. Wie
wird denn sein Reich bestehen? $12/27$ Und wenn ich durch
Beelzebul die Dmonen austreibe, durch wen treiben eure Shne
sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. $12/28$ Wenn ich
aber durch den Geist Gottes die Dmonen austreibe, so ist also
das Reich Gottes zu euch gekommen. $12/29$ Oder wie kann jemand
in das Haus des Starken eindringen und seinen Hausrat rauben,
wenn er nicht zuvor den Starken bindet? Und dann wird er sein
Haus berauben. $12/30$ Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich,
und wer nicht mit mir sammelt, zerstreut. $12/31$ Deshalb sage
ich euch: Jede Snde und Lsterung wird den Menschen vergeben
werden; aber die Lsterung des Geistes wird den Menschen nicht
vergeben werden. $12/32$ Und wenn jemand ein Wort reden wird
gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wenn aber
jemand gegen den Heiligen Geist reden wird, dem wird nicht
vergeben werden, weder in diesem Zeitalter noch in dem
zuknftigen. $12/33$ Entweder macht den Baum gut, dann ist seine
Frucht gut, oder macht den Baum faul, dann ist seine Frucht
faul; denn an der Frucht wird der Baum erkannt. $12/34$
Otternbrut! Wie knnt ihr Gutes reden, da ihr bse seid? Denn
aus der Flle des Herzens redet der Mund. $12/35$ Der gute
Mensch bringt aus dem guten Schatz Gutes hervor, und der bse
Mensch bringt aus dem bsen Schatz Bses hervor. $12/36$ Ich
sage euch aber, da die Menschen von jedem unntzen Wort, das
sie reden, Rechenschaft geben mssen am Tag des Gerichts;
$12/37$ denn aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden,
und aus deinen Worten wirst du verdammt werden.

Das Zeichen Jonas.

Lk 11,29-32.

$12/38$ Dann antworteten ihm einige der Schriftgelehrten und
Phariser und sprachen: Lehrer, wir mchten ein Zeichen von dir
sehen. $12/39$ Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ein bses
und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen, und kein
Zeichen wird ihm gegeben werden als nur das Zeichen Jonas, des
Propheten.$12/40$ Denn gleichwie Jona drei Tage und drei Nchte
in dem Bauch des groen Fisches war, so wird der Sohn des
Menschen drei Tage und drei Nchte im Herzen der Erde sein.
$12/41$ Mnner von Ninive werden aufstehen im Gericht mit diesem
Geschlecht und werden es verdammen, denn sie taten Bue auf die
Predigt Jonas; und siehe, mehr als Jona ist hier. $12/42$ Eine
Knigin des Sdens wird auftreten im Gericht mit diesem
Geschlecht und wird es verdammen, denn sie kam von den Enden der
Erde, um die Weisheit Salomos zu hren; und siehe, mehr als
Salomo ist hier.

Von der Rckkehr unreiner Geister.

Lk 11,24-26.

$12/43$ Wenn aber der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren
ist, so durchwandert er drre Orte, sucht Ruhe und findet sie
nicht. $12/44$ Dann spricht er: Ich will in mein Haus
zurckkehren, von dem ich ausgegangen bin; und wenn er kommt,
findet er es leer, gekehrt und geschmckt. $12/45$ Dann geht er
hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, schlimmer als er
selbst, und sie gehen hinein und wohnen dort; und das Ende jenes
Menschen wird schlimmer als der Anfang. So wird es auch diesem
bsen Geschlecht ergehen.

Die wahren Verwandten Jesu.

Mk 3,31-35; Lk 8,19-21.

$12/46$ Als er aber noch zu den Volksmengen redete, siehe, da
standen seine Mutter und seine Brder drauen und suchten ihn zu
sprechen. $12/47$ Und es sprach einer zu ihm: Siehe, deine
Mutter und deine Brder stehen drauen und suchen dich zu
sprechen. $12/48$ Er aber antwortete und sprach zu dem, der es
ihm sagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brder?
$12/49$ Und er streckte seine Hand aus ber seine Jnger und
sprach: Siehe da, meine Mutter und meine Brder! $12/50$ Denn
wer den Willen meines Vaters tun wird, der in den Himmeln ist,
der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.

Gleichnis vom Smann.

Mk 4,1-20; Lk 8,4-15.

\13\

$13/1$ An jenem Tag aber ging Jesus aus dem Haus hinaus und
setzte sich an den See. $13/2$ Und es versammelten sich groe
Volksmengen um ihn, so da er in ein Schiff stieg und sich
setzte; und die ganze Volksmenge stand am Ufer. $13/3$ Und er
redete vieles in Gleichnissen zu ihnen und sprach: Siehe, der
Smann ging aus zu sen; $13/4$ und indem er ste, fiel einiges
an den Weg, und die Vgel kamen und fraen es auf. $13/5$
Anderes aber fiel auf das Steinige, wo es nicht viel Erde hatte;
und sogleich ging es auf, weil es nicht tiefe Erde hatte. $13/6$
Als aber die Sonne aufging, wurde es verbrannt, und weil es
keine Wurzel hatte, verdorrte es. $13/7$ Anderes aber fiel unter
die Dornen; und die Dornen schossen auf und erstickten es.
$13/8$ Anderes aber fiel auf die gute Erde und gab Frucht: das
eine hundert-, das andere sechzig-, das andere dreiig[fach].
$13/9$ Wer Ohren hat, der hre!

$13/10$ Und die Jnger traten hinzu und sprachen zu ihm: Warum
redest du in Gleichnissen zu ihnen? $13/11$ Er aber antwortete
und sprach zu ihnen: Weil euch gegeben ist, die Geheimnisse des
Reiches der Himmel zu wissen, jenen aber ist es nicht gegeben;
$13/12$ denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird
berflu haben; wer aber nicht hat, von dem wird selbst, was er
hat, genommen werden. $13/13$ Darum rede ich in Gleichnissen zu
ihnen, weil sie sehend nicht sehen und hrend nicht hren, noch
verstehen; $13/14$ und es wird an ihnen die Weissagung Jesajas
erfllt, die lautet: `Mit Gehr werdet ihr hren und doch nicht
verstehen, und sehend werdet ihr sehen und doch nicht
wahrnehmen; $13/15$ denn das Herz dieses Volkes ist dick
geworden, und mit den Ohren haben sie schwer gehrt, und ihre
Augen haben sie geschlossen, damit sie nicht etwa mit den Augen
sehen und mit den Ohren hren und mit dem Herzen verstehen und
sich bekehren und ich sie heile. $13/16$ Glckselig aber eure
Augen, da sie sehen, und eure Ohren, da sie hren; $13/17$
denn wahrlich, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben
begehrt zu sehen, was ihr anschaut, und haben es nicht gesehen;
und zu hren, was ihr hrt, und haben es nicht gehrt.

$13/18$ Hrt ihr nun das Gleichnis vom Smann: $13/19$ So oft
jemand das Wort vom Reich hrt und nicht versteht, kommt der
Bse und reit weg, was in sein Herz gest war; dieser ist es,
bei dem an den Weg gest ist. $13/20$ Wo aber auf das Steinige
gest ist, dieser ist es, der das Wort hrt und es sogleich mit
Freuden aufnimmt; $13/21$ er hat aber keine Wurzel in sich,
sondern ist nur [ein Mensch] des Augenblicks; und wenn Drangsal
entsteht oder Verfolgung um des Wortes willen, nimmt er sogleich
Ansto. $13/22$ Wo aber unter die Dornen gest ist, dieser ist
es, der das Wort hrt, und die Sorge der Zeit und der Betrug des
Reichtums ersticken das Wort, und er bringt keine Frucht.
$13/23$ Wo aber auf die gute Erde gest ist, dieser ist es, der
das Wort hrt und versteht, der wirklich Frucht bringt; und der
eine trgt hundert-, der andere sechzig-, der andere
dreiig[fach].

Gleichnis vom Unkraut des Ackers.

vgl. V. 36-43.

$13/24$ Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Mit
dem Reich der Himmel ist es wie mit einem Menschen, der guten
Samen auf seinen Acker ste. $13/25$ Whrend aber die Menschen
schliefen, kam sein Feind und ste Unkraut mitten unter den
Weizen und ging weg. $13/26$ Als aber die Saat aufsprote und
Frucht brachte, da erschien auch das Unkraut. $13/27$ Es kamen
aber die Knechte des Hausherrn hinzu und sprachen zu ihm: Herr,
hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gest? Woher hat er
denn Unkraut? $13/28$ Er aber sprach zu ihnen: Ein feindseliger
Mensch hat dies getan. Die Knechte aber sprachen zu ihm: Willst
du denn, da wir hingehen und es zusammenlesen? $13/29$ Er aber
sprach: Nein, damit ihr nicht etwa beim Zusammenlesen des
Unkrauts zugleich mit ihm den Weizen ausrauft. $13/30$ Lat
beides zusammen wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte
werde ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut
zusammen, und bindet es in Bndel, um es zu verbrennen; den
Weizen aber sammelt in meine Scheune!

Gleichnis vom Senfkorn und Sauerteig.

Mk 4,30-34; Lk 13,18-21.

$13/31$ Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das
Reich der Himmel gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und
auf seinen Acker ste; $13/32$ es ist zwar kleiner als alle
[Arten von] Samen, wenn es aber gewachsen ist, so ist es grer
als die Kruter und wird ein Baum, so da die Vgel des Himmels
kommen und in seinen Zweigen nisten.

$13/33$ Ein anderes Gleichnis redete er zu ihnen: Das Reich der
Himmel gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter
drei Ma Mehl mengte, bis es ganz durchsuert war.

$13/34$ Dies alles redete Jesus in Gleichnissen zu den
Volksmengen, und ohne Gleichnis redete er nicht zu ihnen,
$13/35$ damit erfllt wrde, was durch den Propheten geredet
ist, der spricht: `Ich werde meinen Mund auftun in Gleichnissen;
ich werde aussprechen, was von Grundlegung der Welt an verborgen
war.

Deutung des Gleichnisses vom Unkraut des Ackers.

vgl. V. 24-30.

$13/36$ Dann entlie er die Volksmengen und kam in das Haus; und
seine Jnger traten zu ihm und sprachen: Deute uns das Gleichnis
vom Unkraut des Ackers. $13/37$ Er aber antwortete und sprach:
Der den guten Samen st, ist der Sohn des Menschen, $13/38$ der
Acker aber ist die Welt; der gute Same aber sind die Shne des
Reiches, das Unkraut aber sind die Shne des Bsen; $13/39$ der
Feind aber, der es gest hat, ist der Teufel; die Ernte aber ist
die Vollendung des Zeitalters, die Schnitter aber sind Engel.
$13/40$ Wie nun das Unkraut zusammengelesen und im Feuer
verbrannt wird, so wird es in der Vollendung des Zeitalters
sein. $13/41$ Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden,
und sie werden aus seinem Reich alle rgernisse zusammenlesen
und die, die Gesetzloses tun; $13/42$ und sie werfen sie in den
Feuerofen werden: da wird das Weinen und das Zhneknirschen
sein. $13/43$ Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne
in dem Reich ihres Vaters. Wer Ohren hat, der hre!

Gleichnisse vom Schatz im Acker, von der kostbaren Perle und vom
Fischnetz.

$13/44$ Das Reich der Himmel gleicht einem im Acker verborgenen
Schatz, den ein Mensch fand und verbarg; und vor Freude darber
geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen
Acker.

$13/45$ Wiederum gleicht das Reich der Himmel einem Kaufmann,
der schne Perlen sucht; $13/46$ als er aber eine sehr kostbare
Perle gefunden hatte, ging er hin und verkaufte alles, was er
hatte, und kaufte sie.

$13/47$ Wiederum gleicht das Reich der Himmel einem Netz, das
ins Meer geworfen wurde und von jeder Gattung zusammenbrachte,
$13/48$ das sie dann, als es voll war, ans Ufer heraufgezogen
hatten; und sie setzten sich nieder und lasen die Guten in
Gefe zusammen, aber die Faulen warfen sie aus. $13/49$ So wird
es in der Vollendung des Zeitalters sein: die Engel werden
ausgehen und die Bsen aus der Mitte der Gerechten aussondern
$13/50$ und sie in den Feuerofen werfen: da wird das Weinen und
das Zhneknirschen sein.

$13/51$ Habt ihr dies alles verstanden? Sie sagen zu ihm: Ja.
$13/52$ Er aber sprach zu ihnen: Darum ist jeder
Schriftgelehrte, der vom Reich der Himmel unterrichtet ist,
gleich einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes
hervorbringt.

Unglauben in Nazareth.

Mk 6,1-6; vgl. Lk 4,16-30

$13/53$ Und es geschah, als Jesus diese Gleichnisse vollendet
hatte, ging er von dort weg. $13/54$ Und er kam in seine
Vaterstadt und lehrte sie in ihrer Synagoge, so da sie sehr
erstaunten und sprachen: Woher hat er diese Weisheit und die
Wunderwerke? $13/55$ Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns?
Heit nicht seine Mutter Maria, und seine Brder Jakobus und
Joseph und Simon und Judas? $13/56$ Und seine Schwestern, sind
sie nicht alle bei uns? Woher hat er nun dies alles? $13/57$ Und
sie rgerten sich an ihm. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein
Prophet ist nicht ohne Ehre, auer in seiner Vaterstadt und in
seinem Haus. $13/58$ Und er tat dort nicht viele Wunderwerke
wegen ihres Unglaubens.

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