Das Evangelium nach Markus.

Johannes der Tufer.

Mt 3,1-12; Lk 3,1-18; (Joh 1,19-28).

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$1/1$Anfang des Evangeliums Jesu Christi; $1/2$ wie in dem
Propheten Jesaja geschrieben steht: `Siehe, ich sende meinen
Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg bereiten wird.
$1/3$ `Stimme eines Rufenden in der Wste: Bereitet den Weg des
Herrn, macht seine Pfade gerade! $1/4$ So trat Johannes auf und
taufte in der Wste und predigte die Taufe der Bue zur
Vergebung der Snden. $1/5$ Und es ging zu ihm hinaus das ganze
jdische Land und alle Einwohner Jerusalems, und sie wurden im
Jordanflu von ihm getauft, indem sie ihre Snden bekannten.
$1/6$ Und Johannes war mit Kamelhaaren und einem ledernen Grtel
um seine Lenden bekleidet; und er a Heuschrecken und wilden
Honig. $1/7$ Und er predigte und sagte: Nach mir kommt der, der
strker ist als ich; ich bin nicht wrdig, [ihm] gebckt den
Riemen seiner Sandalen zu lsen. $1/8$ Ich habe euch mit Wasser
getauft, er aber wird euch mit Heiligem Geist taufen.

Die Taufe und Versuchung Jesu.

Mt 3,13-17; Lk 3,21.22; (Joh 1,29-34).

$1/9$ Und es geschah in jenen Tagen: Jesus kam von Nazareth in
Galila und wurde von Johannes im Jordan getauft. $1/10$ Und
sobald er aus dem Wasser heraufstieg, sah er die Himmel sich
teilen und den Geist wie eine Taube auf ihn herabfahren. $1/11$
Und eine Stimme kam aus den Himmeln: Du bist mein geliebter
Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.

Mt 4,1-11; Lk 4,1-13.

$1/12$ Und sogleich treibt ihn der Geist in die Wste hinaus.
$1/13$ Und er war vierzig Tage in der Wste und wurde von dem
Satan versucht; und er war unter den wilden Tieren, und die
Engel dienten ihm.

Bupredigt in Galila - die ersten Jnger.

Mt 4,12-22; Lk 4,14.15; 5,1-11.

$1/14$ Und nachdem Johannes berliefert war, kam Jesus nach
Galila und predigte das Evangelium Gottes $1/15$ und sprach:
Die Zeit ist erfllt, und das Reich Gottes ist nahe gekommen.
Tut Bue und glaubt an das Evangelium.

$1/16$ Und als er am See von Galila entlangging, sah er Simon
und Andreas, Simons Bruder, im See die Netze auswerfen, denn sie
waren Fischer. $1/17$ Und Jesus sprach zu ihnen: Kommt mir nach,
und ich werde euch zu Menschenfischern machen; $1/18$ und
sogleich verlieen sie die Netze und folgten ihm nach. $1/19$
Und als er ein wenig weiterging, sah er Jakobus, den [Sohn] des
Zebedus, und seinen Bruder Johannes, auch sie im Schiff, wie
sie die Netze ausbesserten; $1/20$ und sogleich rief er sie. Und
sie lieen ihren Vater Zebedus mit den Tagelhnern im Schiff
und gingen weg, ihm nach.

Heilung eines Besessenen.

Lk 4,31-37.

$1/21$ Und sie gehen nach Kapernaum hinein. Und sogleich ging er
am Sabbat in die Synagoge und lehrte. $1/22$ Und sie erstaunten
sehr ber seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der
Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten. $1/23$ Und
sogleich war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen
Geist; und er schrie auf $1/24$ und sagte: Was haben wir mit dir
zu schaffen, Jesus, Nazarener? Bist du gekommen, uns zu
verderben? Ich kenne dich, wer du bist: der Heilige Gottes.
$1/25$ Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre
aus von ihm! $1/26$ Und der unreine Geist zerrte ihn und rief
mit lauter Stimme und fuhr von ihm aus. $1/27$ Und sie
entsetzten sich alle, so da sie sich untereinander befragten
und sagten: Was ist dies? Eine neue Lehre mit Vollmacht? Und den
unreinen Geistern gebietet er, und sie gehorchen ihm. $1/28$ Und
die Kunde von ihm ging sogleich aus berall in der ganzen
Umgebung Galilas.

Heilung der Schwiegermutter des Petrus.

Mt 8,14.15; Lk 4,38.39.

$1/29$ Und sobald sie aus der Synagoge hinausgingen, kamen sie
mit Jakobus und Johannes in das Haus Simons und Andreas'. $1/30$
Die Schwiegermutter Simons aber lag fieberkrank danieder; und
sofort sagen sie ihm von ihr. $1/31$ Und er trat hinzu, ergriff
ihre Hand und richtete sie auf; und das Fieber verlie sie, und
sie diente ihnen.

Heilungen und Predigt.

Mt 4,23-25; 8,16.17; Lk 4,40-44.

$1/32$ Als es aber Abend geworden war und die Sonne unterging,
brachten sie alle Leidenden und Besessenen zu ihm; $1/33$ und
die ganze Stadt war an der Tr versammelt. $1/34$ Und er heilte
viele an mancherlei Krankheiten Leidende, und er trieb viele
Dmonen aus und lie die Dmonen nicht reden, weil sie ihn
kannten.

$1/35$ Und frhmorgens, als es noch sehr dunkel war, stand er
auf und ging hinaus und ging fort an einen einsamen Ort und
betete dort. $1/36$ Und Simon und die mit ihm waren eilten ihm
nach; $1/37$ und sie fanden ihn und sagen zu ihm: Alle suchen
dich. $1/38$ Und er spricht zu ihnen: Lat uns anderswohin in
die benachbarten Marktflecken gehen, damit ich auch dort
predige; denn dazu bin ich ausgegangen. $1/39$ Und er ging und
predigte in ihren Synagogen in ganz Galila und trieb die
Dmonen aus.

Heilung eines Ausstzigen.

Mt 8,1-4; Lk 5,12-16.

$1/40$ Und es kommt ein Ausstziger zu ihm, bittet ihn und kniet
nieder und spricht zu ihm: Wenn du willst, kannst du mich
reinigen. $1/41$ Und er war innerlich bewegt und streckte seine
Hand aus, rhrte [ihn] an und spricht zu ihm: Ich will. Sei
gereinigt! $1/42$ Und sogleich wich der Aussatz von ihm, und er
war gereinigt. $1/43$ Und er bedrohte ihn und schickte ihn
sogleich fort $1/44$ und spricht zu ihm: Sieh zu, sage niemand
etwas! Sondern geh hin, zeige dich dem Priester, und opfere fr
deine Reinigung, was Mose geboten hat, ihnen zu einem Zeugnis!
$1/45$ Der aber ging weg und fing an, die Sache eifrig zu
verknden und auszubreiten, so da er nicht mehr ffentlich in
die Stadt gehen konnte; sondern er war drauen an einsamen
Orten, und sie kamen von allen Seiten zu ihm.

Heilung eines Gelhmten.

Mt 9,1-8; Lk 5,17-26.

\2\

$2/1$ Und nach einigen Tagen ging er wieder nach Kapernaum
hinein, und es wurde bekannt, da er im Hause sei. $2/2$ Und es
versammelten sich viele, so da sie keinen Platz mehr hatten,
nicht einmal vor der Tr; und er sagte ihnen das Wort. $2/3$ Und
sie kommen zu ihm und bringen einen Gelhmten, von vieren
getragen. $2/4$ Und da sie wegen der Volksmenge nicht zu ihm
hinkommen konnten, deckten sie das Dach ab, wo er war; und als
sie es aufgebrochen hatten, lassen sie das Bett hinab, auf dem
der Gelhmte lag. $2/5$ Und als Jesus ihren Glauben sah, spricht
er zu dem Gelhmten: Kind, deine Snden sind vergeben. $2/6$ Es
saen dort aber einige von den Schriftgelehrten und berlegten
in ihren Herzen: $2/7$ Was redet dieser so? Er lstert. Wer kann
Snden vergeben auer einem, Gott? $2/8$ Und sogleich erkannte
Jesus in seinem Geist, da sie so bei sich berlegten, und
sprach zu ihnen: Was berlegt ihr dies in euren Herzen? $2/9$
Was ist leichter? Zu dem Gelhmten zu sagen: Deine Snden sind
vergeben, oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett auf und geh
umher? $2/10$ Damit ihr aber wit, da der Sohn des Menschen
Vollmacht hat, auf der Erde Snden zu vergeben - spricht er zu
dem Gelhmten: $2/11$ Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett auf
und geh in dein Haus! $2/12$ Und er stand auf, nahm sogleich das
Bett auf und ging vor allen hinaus, so da alle auer sich
gerieten und Gott verherrlichten und sagten: Niemals haben wir
so etwas gesehen!

Berufung des Levi.

Mt 9,9-13; Lk 5,27-32.

$2/13$ Und er ging wieder hinaus an den See, und die ganze
Volksmenge kam zu ihm, und er lehrte sie. $2/14$ Und als er
vorberging, sah er Levi, den [Sohn] des Alphus, am Zollhaus
sitzen. Und er spricht zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf
und folgte ihm nach. $2/15$ Und es geschieht, da er in seinem
Hause zu Tisch lag, und viele Zllner und Snder lagen mit Jesus
und seinen Jngern zu Tisch, denn es waren viele, und sie
folgten ihm nach. $2/16$ Und als die Schriftgelehrten der
Phariser ihn mit den Sndern und Zllnern essen sahen, sagten
sie zu seinen Jngern: Mit den Zllnern und Sndern it er?
$2/17$ Und Jesus hrte es und spricht zu ihnen: Nicht die
Starken brauchen einen Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht
gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Snder.

Die Frage nach dem Fasten.

Mt 9,14-17; Lk 5,33-39.

$2/18$ Und die Jnger des Johannes und die Phariser fasteten;
und sie kommen und sagen zu ihm: Warum fasten die Jnger des
Johannes und die Jnger der Phariser, deine Jnger aber fasten
nicht? $2/19$ Und Jesus sprach zu ihnen: Knnen etwa die
Hochzeitsgste fasten, whrend der Brutigam bei ihnen ist?
Solange sie den Brutigam bei sich haben, knnen sie nicht
fasten. $2/20$ Es werden aber Tage kommen, da der Brutigam von
ihnen weggenommen sein wird, und dann, an jenem Tag, werden sie
fasten. $2/21$ Niemand nht einen Flicken von neuem Tuch auf ein
altes Kleid; sonst reit das Eingesetzte von ihm ab, das neue
vom alten, und der Ri wird schlimmer. $2/22$ Auch fllt niemand
neuen Wein in alte Schluche; sonst zerreit der Wein die
Schluche, und der Wein und die Schluche verderben; sondern
neuen Wein [fllt man] in neue Schluche.

Die Sabbatfrage.

Mt 12,1-14; Lk 6,1-11.

$2/23$ Und es geschah, da er am Sabbat durch die Saaten ging;
und seine Jnger fingen an, im Gehen die hren abzupflcken.
$2/24$ Und die Phariser sagten zu ihm: Sieh, was tun sie am
Sabbat, das nicht erlaubt ist? $2/25$ Und er spricht zu ihnen:
Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er Mangel hatte, und
als ihn und die bei ihm waren, hungerte? $2/26$ Wie er in das
Haus Gottes ging zur Zeit Abjathars, des Hohenpriesters, und die
Schaubrote a, die auer den Priestern niemand essen darf, und
auch denen gab, die bei ihm waren? $2/27$ Und er sprach zu
ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen geschaffen worden
und nicht der Mensch um des Sabbats willen; $2/28$ somit ist der
Sohn des Menschen Herr auch des Sabbats.

\3\

$3/1$ Und er ging wieder in die Synagoge; und es war dort ein
Mensch, der eine verdorrte Hand hatte. $3/2$ Und sie lauerten
auf ihn, ob er ihn am Sabbat heilen wrde, damit sie ihn
anklagen knnten. $3/3$ Und er spricht zu dem Menschen, der die
verdorrte Hand hatte: Steh auf [und tritt] in die Mitte! $3/4$
Und er spricht zu ihnen: Ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun
oder Bses zu tun, das Leben zu retten oder zu tten? Sie aber
schwiegen. $3/5$ Und er blickte auf sie umher mit Zorn, betrbt
ber die Verhrtung ihres Herzens, und spricht zu dem Menschen:
Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus, und seine Hand
wurde wiederhergestellt. $3/6$ Und die Phariser gingen hinaus
und hielten mit den Herodianern sofort Rat gegen ihn, wie sie
ihn umbrchten.

Krankenheilungen am See Genezareth.

Mt 12,15-21; Lk 6,17-19.

$3/7$ Und Jesus entwich mit seinen Jngern an den See; und es
folgte eine groe Menge von Galila und von Juda $3/8$ und von
Jerusalem und von Iduma und von jenseits des Jordan und [von
der Gegend] rings um Tyrus und Sidon, eine groe Menge; da sie
hrten, wieviel er tat, kamen sie zu ihm. $3/9$ Und er sagte
seinen Jngern, da ihm wegen der Volksmenge ein Boot
bereitgehalten werden sollte, damit sie ihn nicht drngten.
$3/10$ Denn er heilte viele, so da alle, die Leiden hatten,
sich auf ihn strzten, um ihn anzurhren. $3/11$ Und wenn die
unreinen Geister ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und
schrien und sprachen: Du bist der Sohn Gottes. $3/12$ Und er
bedrohte sie sehr, da sie ihn nicht offenbar machten.

Berufung der zwlf Apostel.

Mt 10,1-4; Lk 6,12-16; (Apg 1,13).

$3/13$ Und er steigt auf den Berg und ruft zu sich, die er
wollte. Und sie kamen zu ihm; $3/14$ und er bestellte zwlf,
damit sie bei ihm seien und damit er sie aussende, zu predigen
$3/15$ und Vollmacht zu haben, die Dmonen auszutreiben. $3/16$
Und er bestellte die Zwlf, und er gab dem Simon den Beinamen
Petrus; $3/17$ und Jakobus, den [Sohn] des Zebedus, und
Johannes, den Bruder des Jakobus, und er gab ihnen den Beinamen
Boanerges, das ist Shne des Donners; $3/18$ und Andreas und
Philippus und Bartholomus und Matthus und Thomas und Jakobus,
den [Sohn] des Alphus, und Thaddus und Simon, den Kananer,
$3/19$ und Judas Iskariot, der ihn auch berlieferte.

Lsterung des Geistes - Die wahren Verwandten Jesu.

Mt 12,22-37; Lk 11,14-23.

$3/20$ Und er kommt in ein Haus. Und wieder kommt eine
Volksmenge zusammen, so da sie nicht einmal Brot essen konnten.
$3/21$ Und als seine Angehrigen es hrten, gingen sie aus, um
ihn zu greifen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen.

$3/22$ Und die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen
waren, sagten: Er hat den Beelzebul, und: Durch den Obersten der
Dmonen treibt er die Dmonen aus. $3/23$ Und er rief sie zu
sich und sprach in Gleichnissen zu ihnen: Wie kann Satan den
Satan austreiben? $3/24$ Und wenn ein Reich mit sich selbst
entzweit ist, kann dieses Reich nicht bestehen. $3/25$ Und wenn
ein Haus mit sich selbst entzweit ist, kann dieses Haus nicht
bestehen. $3/26$ Und wenn der Satan gegen sich selbst
aufgestanden und [mit sich] entzweit ist, kann er nicht
bestehen, sondern er hat ein Ende. $3/27$ Niemand aber kann in
das Haus des Starken eindringen und seinen Hausrat rauben, wenn
er nicht zuvor den Starken gebunden hat, und dann wird er sein
Haus berauben. $3/28$ Wahrlich, ich sage euch: Alle Snden
werden den Shnen der Menschen vergeben werden, und die
Lsterungen, mit denen sie auch lstern mgen; $3/29$ wer aber
gegen den Heiligen Geist lstern wird, hat keine Vergebung in
Ewigkeit, sondern ist ewiger Snde schuldig; - $3/30$ weil sie
sagten: Er hat einen unreinen Geist.

Mt 12,46-50; Lk 8,19-21.

$3/31$ Und es kommen seine Mutter und seine Brder; und sie
standen drauen, sandten zu ihm und riefen ihn. $3/32$ Und eine
Volksmenge sa um ihn her; sie sagten aber zu ihm: Siehe, deine
Mutter und deine Brder und deine Schwestern drauen suchen
dich. $3/33$ Und er antwortete ihnen und spricht: Wer sind meine
Mutter und meine Brder? $3/34$ Und er blickte umher auf die um
ihn im Kreise Sitzenden und spricht: Siehe, meine Mutter und
meine Brder! $3/35$ Wer den Willen Gottes tut, der ist mir
Bruder und Schwester und Mutter.

Gleichnis vom Smann.

Mt 13,1-23; Lk 8,4-15.

\4\

$4/1$ Und wiederum fing er an, am See zu lehren. Und es
versammelte sich eine sehr groe Volksmenge zu ihm, so da er in
ein Schiff stieg und auf dem See sa; und die ganze Volksmenge
war am See auf dem Land. $4/2$ Und er lehrte sie vieles in
Gleichnissen; und er sprach zu ihnen in seiner Lehre: $4/3$
Hrt! Siehe, der Smann ging aus, um zu sen. $4/4$ Und es
geschah, indem er ste, fiel das eine an den Weg, und die Vgel
kamen und fraen es auf. $4/5$ Und anderes fiel auf das
Steinige, wo es nicht viel Erde hatte; und es ging sogleich auf,
weil es nicht tiefe Erde hatte. $4/6$ Und als die Sonne aufging,
wurde es verbrannt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte
es. $4/7$ Und anderes fiel unter die Dornen; und die Dornen
schossen auf und erstickten es, und es gab keine Frucht. $4/8$
Und anderes fiel in die gute Erde und gab Frucht, indem es
aufging und wuchs; und es trug bis zu dreiig- und sechzig- und
hundert[fach]. $4/9$ Und er sprach: Wer Ohren hat zu hren, der
hre!

$4/10$ Und als er allein war, fragten ihn, die um ihn waren,
samt den Zwlfen nach den Gleichnissen. $4/11$ Und er sprach zu
ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes gegeben, jenen
aber, die drauen sind, wird alles in Gleichnissen zuteil,
$4/12$ `damit sie sehend sehen und nicht wahrnehmen und hrend
hren und nicht verstehen, damit sie sich nicht etwa bekehren
und ihnen vergeben werde. $4/13$ Und er spricht zu ihnen:
Begreift ihr dieses Gleichnis nicht? Und wie wollt ihr all die
Gleichnisse verstehen? $4/14$ Der Smann st das Wort. $4/15$
Die an dem Weg aber sind die, bei denen das Wort gest wird und,
wenn sie es hren, sogleich der Satan kommt und das Wort
wegnimmt, das in sie hineingest worden ist. $4/16$ Und ebenso
sind die, die auf das Steinige gest worden sind, die, wenn sie
das Wort hren, es sogleich mit Freuden aufnehmen, $4/17$ und
sie haben keine Wurzel in sich, sondern sind [Menschen] des
Augenblicks; wenn nachher Drangsal oder Verfolgung um des Wortes
willen entsteht, rgern sie sich sogleich. $4/18$ Und andere
sind die unter die Dornen Gesten, es sind die, die das Wort
gehrt haben, $4/19$ und die Sorgen der Zeit und der Betrug des
Reichtums und die Begierden nach den brigen Dingen kommen
hinein und ersticken das Wort, und es bringt keine Frucht.
$4/20$ Und die auf die gute Erde Gesten sind jene, die das Wort
hren und aufnehmen und Frucht bringen: dreiig- und sechzig-
und hundert[fach].

Gleichnis von der Lampe.

Lk 8,16-18.

$4/21$ Und er sprach zu ihnen: Kommt etwa die Lampe, damit sie
unter den Scheffel oder unter das Bett gestellt wird? Nicht
damit sie auf das Lampengestell gestellt wird? $4/22$ Denn es
ist nichts verborgen, das nicht offenbar gemacht wird, auch ist
nichts geheim geworden, das nicht ans Licht kommen wird. $4/23$
Wenn jemand Ohren hat zu hren, der hre! $4/24$ Und er sprach
zu ihnen: Seht zu, was ihr hrt; mit welchem Ma ihr met, wird
euch gemessen werden, und es wird euch hinzugefgt werden.
$4/25$ Denn wer hat, dem wird gegeben werden; und wer nicht hat,
von dem wird auch, was er hat, genommen werden.

Gleichnis vom Aufwachsen der Saat.

$4/26$ Und er sprach: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn
ein Mensch den Samen auf das Land wirft $4/27$ und schlft und
aufsteht, Nacht und Tag, und der Same spriet hervor und wchst,
er wei selbst nicht, wie. $4/28$ Die Erde bringt von selbst
Frucht hervor, zuerst Gras, dann eine hre, dann vollen Weizen
in der hre. $4/29$ Wenn aber die Frucht es zult, so schickt
er sogleich die Sichel, denn die Ernte ist da.

Gleichnis vom Senfkorn.

Mt 13,31-35; Lk 13,18-21.

$4/30$ Und er sprach: Wie sollen wir das Reich Gottes
vergleichen? Oder in welchem Gleichnis sollen wir es darstellen?
$4/31$ Wie ein Senfkorn, das, wenn es auf die Erde gest wird,
kleiner ist als alle [Arten von] Samen, die auf der Erde sind;
$4/32$ und wenn es gest ist, geht es auf und wird grer als
alle Kruter, und es treibt groe Zweige, so da unter seinem
Schatten die Vgel des Himmels nisten knnen. $4/33$ Und in
vielen solchen Gleichnissen redete er zu ihnen das Wort, wie sie
es zu hren vermochten. $4/34$ Ohne Gleichnis aber redete er
nicht zu ihnen; aber seinen Jngern erklrte er alles besonders.

Stillung des Sturms.

Mt 8,23-27; Lk 8,22-25.

$4/35$ Und an jenem Tag sagt er zu ihnen, als es Abend geworden
war: Lat uns zum jenseitigen Ufer bersetzen! $4/36$ Und sie
entlieen die Volksmenge und nehmen ihn im Schiff mit, wie er
war. Und andere Schiffe waren bei ihm. $4/37$ Und es erhebt sich
ein heftiger Sturmwind, und die Wellen schlugen in das Schiff,
so da das Schiff sich schon fllte. $4/38$ Und er war hinten im
Schiff und schlief auf dem Kopfkissen; und sie wecken ihn auf
und sprechen zu ihm: Lehrer, kmmert es dich nicht, da wir
umkommen? $4/39$ Und er wachte auf, bedrohte den Wind und sprach
zu dem See: Schweig, verstumme! Und der Wind legte sich, und es
entstand eine groe Stille. $4/40$ Und er sprach zu ihnen: Warum
seid ihr so furchtsam? Wie, habt ihr keinen Glauben? $4/41$ Und
sie frchteten sich mit groer Furcht und sprachen zueinander:
Wer ist denn dieser, da auch der Wind und der See ihm
gehorchen?

Heilung eines besessenen Geraseners.

Mt 8,28-34; Lk 8,26-39.

\5\

$5/1$ Und sie kamen an das jenseitige Ufer des Sees in das Land
der Gerasener. $5/2$ Und als er aus dem Schiff gestiegen war,
begegnete ihm sogleich von den Grften her ein Mensch mit einem
unreinen Geist, $5/3$ der seine Wohnung in den Grabsttten
hatte; und selbst mit Ketten konnte ihn keiner binden, $5/4$ da
er oft mit Fufesseln und mit Ketten gebunden worden war und die
Ketten von ihm in Stcke zerrissen und die Fufesseln zerrieben
worden waren; und niemand konnte ihn bndigen. $5/5$ Und
allezeit, Nacht und Tag, war er in den Grabsttten und auf den
Bergen und schrie und zerschlug sich mit Steinen. $5/6$ Und als
er Jesus von fern sah, lief er und warf sich vor ihm nieder;
$5/7$ und er schrie mit lauter Stimme und sagte: Was habe ich
mit dir zu schaffen, Jesus, Sohn Gottes, des Hchsten? Ich
beschwre dich bei Gott, qule mich nicht! $5/8$ Denn er sagte
zu ihm: Fahre aus, du unreiner Geist, aus dem Menschen! $5/9$
Und er fragte ihn: Was ist dein Name? Und er spricht zu ihm:
Legion ist mein Name, denn wir sind viele. $5/10$ Und er bat ihn
sehr, da er sie nicht aus der Gegend fortschicke. $5/11$ Es war
aber dort an dem Berg eine groe Herde Schweine, die weidete.
$5/12$ Und sie baten ihn und sagten: Schicke uns in die
Schweine, damit wir in sie hineinfahren. $5/13$ Und er erlaubte
es ihnen. Und die unreinen Geister fuhren aus und fuhren in die
Schweine, und die Herde strzte sich den Abhang hinab in den
See, etwa zweitausend, und sie ertranken in dem See. $5/14$ Und
ihre Hter flohen und verkndeten es in der Stadt und auf dem
Land; und sie kamen, um zu sehen, was geschehen war. $5/15$ Und
sie kommen zu Jesus und sehen den Besessenen, der die Legion
gehabt hatte, bekleidet und vernnftig sitzen, und sie
frchteten sich. $5/16$ Und die es gesehen hatten, erzhlten
ihnen, wie dem Besessenen geschehen war, und das von den
Schweinen. $5/17$ Und sie fingen an, ihn zu bitten, da er aus
ihrem Gebiet weggehe. $5/18$ Und als er in das Schiff stieg, bat
ihn der, der besessen gewesen war, da er bei ihm sein drfe.
$5/19$ Und er gestattete es ihm nicht, sondern spricht zu ihm:
Geh in dein Haus zu den Deinen und verknde ihnen, wieviel der
Herr an dir getan und [wie er] sich deiner erbarmt hat. $5/20$
Und er ging hin und fing an, im Zehnstdtegebiet auszurufen,
wieviel Jesus an ihm getan hatte; und alle wunderten sich.

Heilung der blutflssigen Frau - Auferweckung der Tochter des
Jairus.

Mt 9,18-26; Lk 8,40-56.

$5/21$ Und als Jesus in dem Schiff wieder an das jenseitige Ufer
hinbergefahren war, versammelte sich eine groe Volksmenge zu
ihm; und er war am See. $5/22$ Und es kommt einer der
Synagogenvorsteher, mit Namen Jairus, und als er ihn sieht,
fllt er ihm zu Fen $5/23$ und bat ihn sehr und sprach: Mein
Tchterchen liegt in den letzten Zgen; komm, und lege ihr die
Hnde auf, damit sie gerettet wird und lebt. $5/24$ Und er ging
mit ihm, und eine groe Volksmenge folgte ihm, und sie drngten
ihn.

$5/25$ Und [es war] eine Frau, die zwlf Jahre mit einem
Blutflu behaftet war $5/26$ und vieles erlitten hatte von
vielen rzten und alle ihre Habe aufgewendet und keinen Nutzen
davon gehabt hatte; es war vielmehr schlimmer mit ihr geworden.
$5/27$ Als sie von Jesus gehrt hatte, kam sie in der Volksmenge
von hinten und rhrte sein Kleid an; $5/28$ denn sie sagte: Wenn
ich nur seine Kleider anrhre, werde ich geheilt werden. $5/29$
Und sogleich vertrocknete die Quelle ihres Blutes, und sie
merkte am Leib, da sie von der Plage geheilt war. $5/30$ Und
sogleich erkannte Jesus in sich selbst die Kraft, die von ihm
ausgegangen war, wandte sich um in der Volksmenge und sprach:
Wer hat meine Kleider angerhrt? $5/31$ Und seine Jnger sagten
zu ihm: Du siehst, da die Volksmenge dich drngt, und du
sprichst: Wer hat mich angerhrt? $5/32$ Und er blickte umher,
um die zu sehen, die dies getan hatte. $5/33$ Die Frau aber,
voll Furcht und Zittern, da sie wute, was ihr geschehen war,
kam und fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit.
$5/34$ Er aber sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dich
geheilt; geh hin in Frieden und sei gesund von deiner Plage.

$5/35$ Whrend er noch redete, kommen sie von [dem Haus] des
Synagogenvorstehers und sagen: Deine Tochter ist gestorben, was
bemhst du den Lehrer noch? $5/36$ Jesus aber berhrte das
Wort, das geredet wurde, und spricht zu dem Synagogenvorsteher:
Frchte dich nicht; glaube nur! $5/37$ Und er erlaubte niemand,
ihn zu begleiten, auer Petrus und Jakobus und Johannes, dem
Bruder des Jakobus. $5/38$ Und sie kommen in das Haus des
Synagogenvorstehers, und er sieht ein Getmmel und Weinende und
laut Heulende. $5/39$ Und er geht hinein und sagt zu ihnen: Was
lrmt und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, sondern es
schlft. $5/40$ Und sie lachten ihn aus. Als er aber alle
hinausgetrieben hatte, nimmt er den Vater des Kindes und die
Mutter und die, die bei ihm waren, mit und geht hinein, wo das
Kind war. $5/41$ Und er ergriff des Kindes Hand und spricht zu
ihm: Talitha kum! Das ist bersetzt: Mdchen, ich sage dir, steh
auf! $5/42$ Und sogleich stand das Mdchen auf und ging umher;
es war nmlich zwlf Jahre alt. Und sie erstaunten sogleich mit
groem Erstaunen. $5/43$ Und er gebot ihnen dringend, da
niemand dies erfahren solle, und er sagte, man solle ihr zu
essen geben.

Unglaube in Nazareth.

Mt 13,53-58; vgl. Lk 4,16-30.

\6\

$6/1$ Und er ging von dort weg und kam in seine Vaterstadt, und
seine Jnger folgten ihm nach. $6/2$ Und als es Sabbat geworden
war, fing er an, in der Synagoge zu lehren; und viele, die
zuhrten, erstaunten und sagten: Woher [hat] der das? Und was
ist das fr eine Weisheit, die ihm gegeben ist, und solche
Wunderwerke geschehen durch seine Hnde? $6/3$ Ist dieser nicht
der Zimmermann, der Sohn der Maria und ein Bruder des Jakobus
und Joses und Judas und Simon? Und sind nicht seine Schwestern
hier bei uns? Und sie rgerten sich ber ihn. $6/4$ Und Jesus
sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nicht ohne Ehre, auer in
seiner Vaterstadt und unter seinen Verwandten und in seinem
Haus. $6/5$ Und er konnte dort kein Wunderwerk tun, auer da er
wenigen Schwachen die Hnde auflegte und sie heilte. $6/6$ Und
er wunderte sich ber ihren Unglauben. Und er zog durch die
Drfer ringsum und lehrte.

Aussendung der zwlf Apostel.

Mt 10,5-15; Lk 9,1-6; vgl. Lk 10,1-12.

$6/7$ Und er ruft die Zwlf herbei; und er fing an, sie zu zwei
und zwei auszusenden, und gab ihnen Vollmacht ber die unreinen
Geister. $6/8$ Und er gebot ihnen, da sie nichts mit auf den
Weg nehmen sollten als nur einen Stab; kein Brot, keine Tasche,
keine Mnze im Grtel, $6/9$ sondern Sandalen untergebunden. Und
zieht nicht zwei Unterkleider an! $6/10$ Und er sprach zu ihnen:
Wo ihr in ein Haus eintretet, dort bleibt, bis ihr von dort
weggeht. $6/11$ Und welcher Ort euch nicht aufnehmen und wo man
euch nicht anhren wird, von dort geht hinaus und schttelt den
Staub ab, der unter euren Fen ist, ihnen zum Zeugnis. $6/12$
Und sie zogen aus und predigten, da sie Bue tun sollten;
$6/13$ und sie trieben viele Dmonen aus und salbten viele
Schwache mit l und heilten sie.

Der Tod des Tufers.

Mt 14,1-12; Lk 3,19.20; 9,7-9.

$6/14$ Und der Knig Herodes hrte [von ihm] - denn sein Name
war bekannt geworden - und sagte: Johannes der Tufer ist aus
den Toten auferstanden, und deswegen wirken die Wunderkrfte in
ihm. $6/15$ Andere aber sagten: Es ist Elia; andere aber sagten:
[Es ist] ein Prophet wie einer der Propheten. $6/16$ Als aber
Herodes es hrte, sagte er: Johannes, den ich enthauptet habe,
der ist auferweckt worden. $6/17$ Denn er, Herodes, hatte
hingesandt und den Johannes greifen und ihn im Gefngnis binden
lassen, um der Herodias willen, der Frau seines Bruders
Philippus, weil er sie geheiratet hatte. $6/18$ Denn Johannes
hatte dem Herodes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, die Frau
deines Bruders zu haben. $6/19$ Die Herodias aber trug [es] ihm
nach und wollte ihn tten, und sie konnte nicht; $6/20$ denn
Herodes frchtete den Johannes, da er wute, da er ein
gerechter und heiliger Mann war, und er beschtzte ihn; und wenn
er ihn gehrt hatte, war er in groer Verlegenheit, und er hrte
ihn gern. $6/21$ Und als ein geeigneter Tag kam, als Herodes an
seinem Geburtstag seinen Groen und den Obersten und den
Vornehmsten von Galila ein Gastmahl gab, $6/22$ kam ihre, der
Herodias, Tochter herein und tanzte, und sie gefiel dem Herodes
und denen, die mit zu Tisch lagen. Und der Knig sprach zu dem
Mdchen: Bitte mich, um was du willst, und ich werde es dir
geben. $6/23$ Und er schwor ihr: Um was du mich auch bitten
wirst, ich werde es dir geben bis zur Hlfte meines Reiches.
$6/24$ Und sie ging hinaus und sagte zu ihrer Mutter: Um was
soll ich bitten? Die aber sprach: Um das Haupt Johannes' des
Tufers. $6/25$ Und sie ging sogleich mit Eile zu dem Knig
hinein und bat und sagte: Ich will, da du mir sofort auf einer
Schssel das Haupt Johannes' des Tufers gibst. $6/26$ Und der
Knig wurde sehr betrbt; doch um der Eide und um derer willen,
die mit zu Tisch lagen, wollte er sie nicht zurckweisen. $6/27$
Und sogleich schickte der Knig einen Henker und befahl, sein
Haupt zu bringen. Und der ging hin und enthauptete ihn im
Gefngnis. $6/28$ Und er brachte sein Haupt auf einer Schssel
und gab es dem Mdchen, und das Mdchen gab es ihrer Mutter.
$6/29$ Und als seine Jnger es hrten, kamen sie und nahmen
seinen Leichnam und legten ihn in eine Gruft.

Speisung der Fnftausend.

Mt 14,13-21; Lk 9,10-17; Joh 6,1-15; vgl. Kap. 8,1-9; Mt
15,32-39.

$6/30$ Und die Apostel versammeln sich zu Jesus; und sie
berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten.
$6/31$ Und er sprach zu ihnen: Kommt, ihr selbst allein, an
einen den Ort und ruht ein wenig aus! Denn derer, die kamen und
gingen, waren viele, und sie fanden nicht einmal Zeit, um zu
essen. $6/32$ Und sie fuhren in einem Schiff allein an einen
den Ort; $6/33$ und viele sahen sie wegfahren und erkannten sie
und liefen zu Fu von allen Stdten dorthin zusammen und kamen
ihnen zuvor. $6/34$ Und als Jesus aus [dem Schiff] trat, sah er
eine groe Volksmenge und wurde innerlich bewegt ber sie; denn
sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing an,
sie vieles zu lehren. $6/35$ Und als es schon spt am Tag war,
traten seine Jnger zu ihm und sagen: Der Ort ist de, und es
ist schon spt am Tag; $6/36$ entla sie, damit sie auf die
umliegenden Hfe und in die Drfer gehen und sich etwas zu essen
kaufen! $6/37$ Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Gebt ihr
ihnen zu essen! Und sie sagen zu ihm: Sollen wir hingehen und
fr zweihundert Denare Brot kaufen und ihnen zu essen geben?
$6/38$ Er aber spricht zu ihnen: Wieviel Brote habt ihr? Geht
hin, seht nach! Und als sie es festgestellt hatten, sagen sie:
Fnf, und zwei Fische.

$6/39$ Und er befahl ihnen, da sie sich alle nach
Tischgemeinschaften auf dem grnen Grase lagerten. $6/40$ Und
sie lagerten sich in Gruppen zu je hundert und je fnfzig.
$6/41$ Und er nahm die fnf Brote und die zwei Fische, blickte
auf zum Himmel, dankte und brach die Brote und gab sie den
Jngern, damit sie ihnen vorlegten; und die zwei Fische teilte
er unter alle. $6/42$ Und sie aen alle und wurden gesttigt.
$6/43$ Und sie hoben auf an Brocken zwlf Handkrbe voll und von
den Fischen. $6/44$ Und es waren derer, die die Brote gegessen
hatten, fnftausend Mnner.

Jesus geht auf dem See.

Mt 14,22-33; Joh 6,16-21.

$6/45$ Und sogleich ntigte er seine Jnger, in das Schiff zu
steigen und an das jenseitige Ufer nach Bethsaida
vorauszufahren, whrend er selbst die Volksmenge entlt. $6/46$
Und nachdem er sie verabschiedet hatte, ging er auf den Berg, um
zu beten. $6/47$ Und als es Abend geworden, war das Schiff
mitten auf dem See und er allein auf dem Land. $6/48$ Und als er
sie beim Rudern Not leiden sah, denn der Wind war ihnen
entgegen, kommt er um die vierte Nachtwache zu ihnen, indem er
auf dem See einherging; und er wollte an ihnen vorbergehen.
$6/49$ Sie aber sahen ihn auf dem See einhergehen und meinten,
es sei ein Gespenst und schrien auf; $6/50$ denn alle sahen ihn
und wurden bestrzt. Er aber redet sogleich mit ihnen und
spricht zu ihnen: Seid guten Mutes! Ich bin's. Frchtet euch
nicht! $6/51$ Und er stieg zu ihnen in das Schiff, und der Wind
legte sich. Und sie entsetzten sich sehr ber die Maen; $6/52$
denn sie waren durch die Brote nicht verstndig geworden,
sondern ihr Herz war verhrtet.

Heilung vieler Kranker.

Mt 14,34-36.

$6/53$ Und als sie hinbergefahren waren, kamen sie in das Land
Genezareth und legten an. $6/54$ Und als sie aus dem Schiff
stiegen, erkannten sie ihn sogleich $6/55$ und liefen in jener
ganzen Gegend umher und fingen an, die Kranken auf den Betten
hierhin und dorthin zu tragen, [von] wo sie hrten, da er sei.
$6/56$ Und wo auch immer er in Drfer oder Stdte oder in
Gehfte hineinging, legten sie die Kranken auf den Marktpltzen
hin und baten ihn, da sie nur die Quaste seines Kleides
anrhren drften; und alle, die ihn anrhrten, wurden geheilt.

Gottes Gebot steht hher als menschliche berlieferung.

Mt 15,1-20.

\7\

$7/1$ Und es versammeln sich zu ihm die Phariser und einige der
Schriftgelehrten, die von Jerusalem gekommen waren; $7/2$ und
als sie einige seiner Jnger mit unreinen, das ist ungewaschenen
Hnden Brot essen sahen - $7/3$ denn die Phariser und alle
Juden essen nicht, wenn sie sich nicht sorgfltig die Hnde
gewaschen haben, indem sie die berlieferung der ltesten
festhalten; $7/4$ und vom Markt [kommend], essen sie nicht, wenn
sie sich nicht gereinigt haben; und vieles andere gibt es, was
sie zu halten bernommen haben: Waschungen der Becher und Krge
und Kupfergefe -, $7/5$ fragen ihn die Phariser und die
Schriftgelehrten: Warum leben deine Jnger nicht nach der
berlieferung der ltesten, sondern essen das Brot mit unreinen
Hnden? $7/6$ Er aber sprach zu ihnen: Trefflich hat Jesaja ber
euch Heuchler geweissagt, wie geschrieben steht: `Dieses Volk
ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von
mir. $7/7$ Vergeblich aber verehren sie mich, indem sie als
Lehren Menschengebote lehren. $7/8$ Ihr gebt das Gebot Gottes
preis und haltet die berlieferung der Menschen fest: Waschungen
der Krge und Becher, und vieles andere dergleichen hnliches
tut ihr. $7/9$ Und er sprach zu ihnen: Trefflich hebt ihr das
Gebot Gottes auf, damit ihr eure berlieferung haltet. $7/10$
Denn Mose hat gesagt: `Ehre deinen Vater und deine Mutter! und:
`Wer Vater oder Mutter flucht, soll des Todes sterben. $7/11$
Ihr aber sagt: Wenn ein Mensch zum Vater oder zur Mutter
spricht: Korban - das ist eine Opfergabe - [sei das], was dir
von mir zugute gekommen wre, $7/12$ lat ihr ihn nichts mehr
fr Vater oder Mutter tun, $7/13$ indem ihr das Wort Gottes
ungltig macht durch eure berlieferung, die ihr berliefert
habt; und hnliches dergleichen tut ihr viel.

$7/14$ Und als er die Volksmenge wieder herbeigerufen hatte,
sprach er zu ihnen: Hrt mich alle und versteht! $7/15$ Da ist
nichts, was von auerhalb des Menschen in ihn eingeht, das ihn
verunreinigen kann, sondern was von dem Menschen ausgeht, das
ist es, was den Menschen verunreinigt.($7/16$)

$7/17$ Und als er von der Volksmenge weg in ein Haus eintrat,
befragten ihn seine Jnger ber das Gleichnis. $7/18$ Und er
spricht zu ihnen: Seid auch ihr so unverstndig? Begreift ihr
nicht, da alles, was von auen in den Menschen eingeht, ihn
nicht verunreinigen kann? $7/19$ Denn es geht nicht in sein Herz
hinein, sondern in den Bauch, und es geht heraus in den Abort.
[Damit] erklrte er alle Speisen fr rein. $7/20$ Er sagte aber:
Was aus dem Menschen herauskommt, das verunreinigt den Menschen.
$7/21$ Denn von innen aus dem Herzen der Menschen kommen die
bsen Gedanken hervor: Unzucht, Dieberei, Mord, $7/22$ Ehebruch,
Habsucht, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Neid, Lsterung,
Hochmut, Torheit; $7/23$ alle diese bsen Dinge kommen von innen
heraus und verunreinigen den Menschen.

Heilung der Tochter der Syro-Phnizierin.

Mt 15,21-28.

$7/24$ Von dort aber brach er auf und ging weg in das Gebiet von
Tyrus; und er trat in ein Haus und wollte, da niemand es
erfahre; und er konnte nicht verborgen sein. $7/25$ Aber
sogleich hrte eine Frau von ihm, deren Tchterchen einen
unreinen Geist hatte, kam und fiel nieder zu seinen Fen;
$7/26$ die Frau aber war eine Griechin, eine Syro-Phnizierin
von Geburt; und sie bat ihn, da er den Dmon von ihrer Tochter
austreibe. $7/27$ Und er sprach zu ihr: La zuerst die Kinder
satt werden, denn es ist nicht schn, das Brot der Kinder zu
nehmen und den Hunden hinzuwerfen. $7/28$ Sie aber antwortete
und spricht zu ihm: Ja, Herr; auch die Hunde essen unter dem
Tisch von den Krumen der Kinder. $7/29$ Und er sprach zu ihr: Um
dieses Wortes willen geh hin! Der Dmon ist aus deiner Tochter
ausgefahren. $7/30$ Und sie ging weg in ihr Haus und fand das
Kind auf dem Bett liegen und den Dmon ausgefahren. Heilung
eines Taubstummen

$7/31$ Und er verlie das Gebiet von Tyrus und kam ber Sidon an
den See von Galila, mitten in das Zehnstdtegebiet. $7/32$ Und
sie bringen einen Tauben zu ihm, der mit Mhe redete, und bitten
ihn, da er ihm die Hand auflege. $7/33$ Und er nahm ihn von der
Volksmenge beiseite, legte seine Finger in seine Ohren und
berhrte mit Speichel seine Zunge; $7/34$ und er blickte zum
Himmel, seufzte und spricht zu ihm: Ephata! Das ist: Werde
aufgetan! $7/35$ Und sogleich wurden seine Ohren aufgetan, und
die Fessel seiner Zunge wurde gelst, und er redete richtig.
$7/36$ Und er gebot ihnen, da sie es niemand sagen sollten. Je
mehr er es ihnen aber gebot, desto mehr machten sie es bermig
kund; $7/37$ und sie gerieten in hchstem Ma auer sich und
sprachen: Er hat alles wohlgemacht; er macht sowohl die Tauben
hren als auch die Stummen reden.

Speisung der Viertausend.

Mt 15,32-39; vgl. Kap. 6,30-44; Mt 14,13-21; Lk 9,10-17; Joh
6,1-14.

\8\

$8/1$ Als in jenen Tagen wieder eine groe Volksmenge da war und
nichts zu essen hatte, rief er seine Jnger zu sich und spricht
zu ihnen: $8/2$ Ich bin innerlich bewegt ber die Volksmenge,
denn schon drei Tage harren sie bei mir aus und haben nichts zu
essen; $8/3$ und wenn ich sie hungrig nach Hause entlasse, so
werden sie auf dem Weg verschmachten; und einige von ihnen sind
von weither. $8/4$ Und seine Jnger antworteten ihm: Woher wird
jemand diese hier in der Einde mit Brot sttigen knnen? $8/5$
Und er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie aber sagten:
Sieben. $8/6$ Und er gebietet der Volksmenge, sich auf der Erde
zu lagern. Und er nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und
gab sie den Jngern, damit sie vorlegten; und sie legten der
Volksmenge vor. $8/7$ Und sie hatten einige kleine Fische; und
er segnete sie und lie auch sie vorlegen. $8/8$ Und sie aen
und wurden gesttigt; und sie hoben auf, was an Brocken
brigblieb, sieben Krbe. $8/9$ Es waren aber etwa viertausend;
und er entlie sie.

Zeichenforderung - Warnung vor dem Sauerteig der Phariser und
des Herodes.

Mt 16,1-12.

$8/10$ Und er stieg sogleich mit seinen Jngern in das Schiff
und kam in die Gegend von Dalmanutha. $8/11$ Und die Phariser
kamen heraus und fingen an, mit ihm zu streiten, indem sie von
ihm ein Zeichen vom Himmel begehrten, um ihn zu versuchen.
$8/12$ Und er seufzte auf in seinem Geist und spricht: Was
begehrt dieses Geschlecht ein Zeichen? Wahrlich, ich sage euch:
Nimmermehr wird diesem Geschlecht ein Zeichen gegeben werden!
$8/13$ Und er lie sie [stehen], stieg wieder in das Schiff und
fuhr an das jenseitige Ufer.

$8/14$ Und sie vergaen, Brote mitzunehmen, und auer einem Brot
hatten sie nichts bei sich auf dem Schiff. $8/15$ Und er gebot
ihnen und sprach: Sehet zu, htet euch vor dem Sauerteig der
Phariser und dem Sauerteig des Herodes. $8/16$ Und sie
berlegten miteinander: Weil wir keine Brote haben. $8/17$ Und
er erkannte es und spricht zu ihnen: Was berlegt ihr, weil ihr
keine Brote habt? Begreift ihr noch nicht und versteht ihr
nicht? Habt ihr euer Herz verhrtet? $8/18$ Augen habt ihr und
seht nicht? Und Ohren habt ihr und hrt nicht? Und erinnert ihr
euch nicht, $8/19$ als ich die fnf Brote unter die Fnftausend
brach, wie viele Handkrbe voll Brocken ihr aufgehoben habt? Sie
sagen zu ihm: Zwlf. $8/20$ Als [ich] die sieben unter die
Viertausend [brach], wieviele Krbe voll Brocken habt ihr
aufgehoben? Und sie sagen: Sieben. $8/21$ Und er sprach zu
ihnen: Versteht ihr noch nicht?

Heilung eines Blinden.

vgl. Kap. 10,46-52; Mt 9,27-31; 20,29-34; Lk 18,35-43.

$8/22$ Und sie kommen nach Bethsaida; und sie bringen ihm einen
Blinden und bitten ihn, da er ihn anrhre. $8/23$ Und er fate
den Blinden bei der Hand und fhrte ihn aus dem Dorf hinaus; und
als er in seine Augen gespien [und] ihm die Hnde aufgelegt
hatte, fragte er ihn, ob er etwas sehe. $8/24$ Und er blickte
auf und sagte: Ich sehe die Menschen, denn ich sehe sie wie
Bume umhergehen. $8/25$ Dann legte er wieder die Hnde auf
seine Augen, und er sah deutlich, und er war wiederhergestellt
und sah alles klar. $8/26$ Und er schickte ihn nach seinem Haus
und sprach: Auch nicht ins Dorf sollst du gehen!

Das Bekenntnis des Petrus.

Mt 16,13-20; Lk 9,18-21.

$8/27$ Und Jesus und seine Jnger gingen hinaus in die Drfer
von Csarea Philippi. Und auf dem Weg fragte er seine Jnger und
sprach zu ihnen: Was sagen die Menschen, wer ich bin? $8/28$ Sie
aber antworteten ihm und sagten: Johannes der Tufer; und
andere: Elia; andere aber: einer der Propheten. $8/29$ Und er
fragte sie: Ihr aber, was sagt ihr, wer ich bin? Petrus aber
antwortet und spricht zu ihm: Du bist der Christus. $8/30$ Und
er redete ihnen ernstlich zu, da sie mit niemandem ber ihn
reden sollten.

Erste Leidensankndigung - Bedingungen der Nachfolge.

Mt 16,21-28; Lk 9,22-27.

$8/31$ Und er fing an, sie zu lehren, da der Sohn des Menschen
vieles leiden und verworfen werden msse von den ltesten und
Hohenpriestern und Schriftgelehrten und da er gettet werden
und nach drei Tagen auferstehen msse. $8/32$ Und er redete das
Wort mit Offenheit. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an,
ihn zu tadeln. $8/33$ Er aber wandte sich um und sah seine
Jnger und tadelte Petrus und sagte: Geh weg hinter mich, Satan!
Denn du sinnst nicht auf das, was Gottes, sondern auf das, was
der Menschen ist. $8/34$ Und als er die Volksmenge samt seinen
Jngern herzugerufen hatte, sprach er zu ihnen: Wenn jemand mir
nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz
auf und folge mir nach. $8/35$ Denn wer sein Leben erretten
will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um
meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird es
erretten. $8/36$ Denn was ntzt es einem Menschen, die ganze
Welt zu gewinnen und sein Leben einzuben? $8/37$ Denn was
knnte ein Mensch als Lsegeld fr sein Leben geben? $8/38$ Denn
wer sich meiner und meiner Worte schmt unter diesem
ehebrecherischen und sndigen Geschlecht, dessen wird sich auch
der Sohn des Menschen schmen, wenn er kommen wird in der
Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.

\9\

$9/1$ Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es sind
einige von denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken
werden, bis sie das Reich Gottes in Kraft haben kommen sehen.

Die Verklrung Jesu.

Mt 17,1-13; Lk 9,28-36; 2Petr 1,16-18.

$9/2$ Und nach sechs Tagen nimmt Jesus Petrus und Jakobus und
Johannes mit und fhrt sie fr sich allein auf einen hohen Berg.
Und er wurde vor ihnen umgestaltet; $9/3$ und seine Kleider
wurden glnzend, sehr wei, so wie kein Walker auf der Erde wei
machen kann. $9/4$ Und es erschien ihnen Elia mit Mose, und sie
unterredeten sich mit Jesus. $9/5$ Und Petrus begann und sagte
zu Jesus: Rabbi, es ist gut, da wir hier sind; und wir wollen
drei Htten machen, dir eine und Mose eine und Elia eine. $9/6$
Er wute nmlich nicht, was er sagen sollte, denn sie waren voll
Furcht. $9/7$ Und es kam eine Wolke, die sie berschattete; und
eine Stimme kam aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn,
ihn hrt! $9/8$ Und pltzlich, als sie sich umblickten, sahen
sie niemand mehr bei sich auer Jesus allein.

$9/9$ Und als sie von dem Berg herabstiegen, gebot er ihnen, da
sie niemand erzhlen sollten, was sie gesehen hatten, ehe nicht
der Sohn des Menschen aus den Toten auferstanden sei. $9/10$ Und
sie hielten das Wort fest und besprachen sich untereinander: Was
ist das: aus den Toten auferstehen? $9/11$ Und sie fragten ihn
und sprachen: Warum sagen die Schriftgelehrten, da Elia zuerst
kommen msse? $9/12$ Er aber sprach zu ihnen: Elia kommt zwar
zuerst und stellt alle Dinge wieder her. Und wie steht ber den
Sohn des Menschen geschrieben? Da er vieles leiden und fr
nichts geachtet werden soll. $9/13$ Aber ich sage euch: Auch
Elia ist gekommen, und sie haben ihm getan, was sie wollten, so
wie ber ihn geschrieben steht.

Heilung eines Fallschtigen.

Mt 17,14-21; Lk 9,37-43.

$9/14$ Und als er zu den Jngern kam, sah er eine groe
Volksmenge um sie her und Schriftgelehrte, die mit ihnen
stritten. $9/15$ Und sobald die ganze Volksmenge ihn sah,
erstaunte sie sehr; und sie liefen herbei und begrten ihn.
$9/16$ Und er fragte sie: Worber streitet ihr mit ihnen? $9/17$
Und einer aus der Volksmenge antwortete ihm: Lehrer, ich habe
meinen Sohn zu dir gebracht, der einen stummen Geist hat; $9/18$
und wo er ihn auch ergreift, zerrt er ihn zu Boden, und er
schumt und knirscht mit den Zhnen und wird starr. Und ich
sagte deinen Jngern, da sie ihn austreiben mchten, und sie
konnten es nicht. $9/19$ Er aber antwortete ihnen und spricht: O
unglubiges Geschlecht! Bis wann soll ich bei euch sein? Bis
wann soll ich euch ertragen? Bringt ihn zu mir! $9/20$ Und sie
brachten ihn zu ihm. Und als der Geist ihn sah, zerrte er ihn
sogleich; und er fiel zur Erde, wlzte sich und schumte. $9/21$
Und er fragte seinen Vater: Wie lange ist es her, da ihm dies
geschehen ist? Er aber sagte: Von Kindheit an; $9/22$ und oft
hat er ihn bald ins Feuer, bald ins Wasser geworfen, um ihn
umzubringen, aber wenn du etwas kannst, so habe Erbarmen mit uns
und hilf uns! $9/23$ Jesus aber sprach zu ihm: `Wenn du das
kannst? Dem Glaubenden ist alles mglich. $9/24$ Sogleich schrie
der Vater des Kindes und sagte: Ich glaube. Hilf meinem
Unglauben! $9/25$ Als aber Jesus sah, da eine Volksmenge
zusammenluft, bedrohte er den unreinen Geist und sprach zu ihm:
Du stummer und tauber Geist, ich gebiete dir: fahre von ihm aus,
und fahre nicht mehr in ihn hinein! $9/26$ Und er schrie und
zerrte [ihn] heftig und fuhr aus; und er wurde wie tot, so da
die meisten sagten: Er ist gestorben. $9/27$ Jesus aber nahm ihn
bei der Hand, richtete ihn auf, und er stand auf.

$9/28$ Und als er in ein Haus gegangen war, fragten ihn seine
Jnger allein: Warum haben wir ihn nicht austreiben knnen?
$9/29$ Und er sprach zu ihnen: Diese Art kann durch nichts
ausfahren als nur durch Gebet.

Zweite Leidensankndigung.

Mt 17,22.23; Lk 9,43-45.

$9/30$ Und sie gingen von dort weg und zogen durch Galila; und
er wollte nicht, da es jemand erfuhr. $9/31$ Denn er lehrte
seine Jnger und sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen wird
berliefert in der Menschen Hnde, und sie werden ihn tten; und
nachdem er gettet worden ist, wird er nach drei Tagen
auferstehen. $9/32$ Sie aber verstanden die Rede nicht und
frchteten sich, ihn zu fragen.

Mastbe fr wahre Gre und den Dienst im Reich Gottes.

Mt 18,1-5; Lk 9,46-48.

$9/33$ Und sie kamen nach Kapernaum, und als er im Hause war,
fragte er sie: Was habt ihr unterwegs besprochen? $9/34$ Sie
aber schwiegen; denn sie hatten sich auf dem Weg untereinander
besprochen, wer der Grte sei. $9/35$ Und er setzte sich, rief
die Zwlf, und er spricht zu ihnen: Wenn jemand der Erste sein
will, soll er der Letzte von allen und aller Diener sein. $9/36$
Und er nahm ein Kind und stellte es in ihre Mitte; und er nahm
es in seine Arme und sprach zu ihnen: $9/37$ Wer eins von
solchen Kindern aufnehmen wird in meinem Namen, nimmt mich auf;
und wer mich aufnehmen wird, nimmt nicht mich auf, sondern den,
der mich gesandt hat.

Lk 9,49.50.

$9/38$ Johannes sagte zu ihm: Lehrer, wir sahen jemand, der uns
nicht nachfolgt, Dmonen austreiben in deinem Namen; und wir
wehrten ihm, weil er uns nicht nachfolgt. $9/39$ Jesus aber
sprach: Wehrt ihm nicht, denn es ist niemand, der ein Wunder in
meinem Namen tun und bald darauf schlecht von mir reden kann.
$9/40$ Denn wer nicht gegen uns ist, ist fr uns. $9/41$ Denn
wer euch einen Becher Wasser zu trinken geben wird in [meinem]
Namen, weil ihr Christus angehrt, wahrlich, ich sage euch: er
wird seinen Lohn nicht verlieren.

Warnung vor Verfhrung zur Snde.

Mt 18,6-10.

$9/42$ Und wer einem der Kleinen, die glauben, Anla zur Snde
gibt, fr den wre es besser, wenn ein Mhlstein um seinen Hals
gelegt und er ins Meer geworfen wrde. $9/43$ Und wenn deine
Hand dir Anla zur Snde gibt, so hau sie ab! Es ist besser fr
dich, als Krppel in das Leben einzugehen, als mit zwei Hnden
in die Hlle zu kommen, in das unauslschliche Feuer.($9/44$)
$9/45$ Und wenn dein Fu dir Anla zur Snde gibt, so hau ihn
ab! Es ist besser fr dich, lahm in das Leben einzugehen, als
mit zwei Fen in die Hlle geworfen zu werden.($9/46$) $9/47$
Und wenn dein Auge dir Anla zur Snde gibt, so wirf es weg! Es
ist besser fr dich, einugig in das Reich Gottes einzugehen,
als mit zwei Augen in die Hlle des Feuers geworfen zu werden,
$9/48$ `wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
$9/49$ Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden. $9/50$ Das
Salz ist gut; wenn aber das Salz salzlos geworden ist, womit
wollt ihr es wrzen? Habt Salz in euch selbst, und haltet
Frieden untereinander!

Ehe und Ehescheidung.

Mt 19,1-12.

\10\

$10/1$ Und er brach von dort auf und kommt in das Gebiet von
Juda und jenseits des Jordan. Und wieder kommen Volksmengen bei
ihm zusammen, und wie er gewohnt war, lehrte er sie wieder.
$10/2$ Und es traten Phariser zu [ihm] und fragten ihn, um ihn
zu versuchen: Ist es einem Mann erlaubt, [seine] Frau zu
entlassen? $10/3$ Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Was
hat euch Mose geboten? $10/4$ Sie aber sagten: Mose hat
gestattet, einen Scheidebrief zu schreiben und zu entlassen.
$10/5$ Jesus aber sprach zu ihnen: Wegen eurer Herzenshrtigkeit
hat er euch dieses Gebot geschrieben; $10/6$ von Anfang der
Schpfung an aber hat er sie als Mann und Weib geschaffen.
$10/7$ `Darum wird ein Mensch seinen Vater und seine Mutter
verlassen, $10/8$ und die zwei werden ein Fleisch sein; daher
sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. $10/9$ Was nun
Gott zusammengefgt hat, soll ein Mensch nicht scheiden. $10/10$
Und im Hause befragten ihn die Jnger deswegen noch einmal;
$10/11$ und er spricht zu ihnen: Wer seine Frau entlt und eine
andere heiratet, begeht Ehebruch gegen sie. $10/12$ Und wenn sie
ihren Mann entlt und einen anderen heiratet, begeht sie
Ehebruch.

Jesus und die Kinder.

Mt 19,13-15; Lk 18,15-17.

$10/13$ Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrhrte.
Die Jnger aber fuhren sie an. $10/14$ Als aber Jesus es sah,
wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lat die Kinder zu mir
kommen! Wehrt ihnen nicht, denn solchen gehrt das Reich Gottes.
$10/15$ Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht
aufnimmt wie ein Kind, wird dort nicht hineinkommen. $10/16$ Und
er nahm sie auf seine Arme, legte die Hnde auf sie und segnete
sie.

Frage eines Reichen nach dem ewigen Leben.

Mt 19,16-30; Lk 18,18-30.

$10/17$ Und als er auf den Weg hinausging, lief einer herbei,
fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Lehrer, was soll
ich tun, damit ich ewiges Leben erbe? $10/18$ Jesus aber sprach
zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer,
Gott. $10/19$ Die Gebote weit du: `Du sollst nicht tten; du
sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst
nicht falsches Zeugnis reden; du sollst nichts vorenthalten;
ehre deinen Vater und deine Mutter! $10/20$ Er aber sagte zu
ihm: Lehrer, dies alles habe ich befolgt von meiner Jugend an.
$10/21$ Jesus aber blickte ihn an, gewann ihn lieb und sprach zu
ihm: Eins fehlt dir; geh hin, verkaufe alles, was du hast, und
gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben, und
komm, folge mir nach! $10/22$ Er aber ging, entsetzt ber das
Wort, traurig weg, denn er hatte viele Gter. $10/23$ Und Jesus
blickte umher und spricht zu seinen Jngern: Wie schwer werden
die, welche Gter haben, in das Reich Gottes hineinkommen!
$10/24$ Die Jnger aber erschraken ber seine Worte. Jesus aber
antwortete wieder und spricht zu ihnen: Kinder, wie schwer ist
es, in das Reich Gottes hineinzukommen! $10/25$ Es ist leichter,
da ein Kamel durch das hr der Nadel geht, als da ein Reicher
in das Reich Gottes hineinkommt. $10/26$ Sie aber gerieten ganz
auer sich und sprachen zueinander: Und wer kann [dann] errettet
werden? $10/27$ Jesus aber sah sie an und spricht: Bei Menschen
ist es unmglich, aber nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle
Dinge mglich. $10/28$ Petrus begann und sagte zu ihm: Siehe,
wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. $10/29$
Jesus sprach: Wahrlich, ich sage euch: Da ist niemand, der Haus
oder Brder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder
oder cker verlassen hat um meinetwillen und um des Evangeliums
willen, $10/30$ der nicht hundertfach empfngt, jetzt in dieser
Zeit Huser und Brder und Schwestern und Mtter und Kinder und
cker unter Verfolgungen und in dem kommenden Zeitalter ewiges
Leben. $10/31$ Aber viele Erste werden Letzte und Letzte Erste
sein.

Dritte Leidensankndigung.

Mt 20,17-19; Lk 18,31-34.

$10/32$ Sie waren aber auf dem Weg und gingen hinauf nach
Jerusalem, und Jesus ging vor ihnen her; und sie erschraken. Die
ihm aber nachfolgten, frchteten sich. Und er nahm wieder die
Zwlf zu sich und fing an, ihnen zu sagen, was ihm widerfahren
sollte: $10/33$ Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der
Sohn des Menschen wird den Hohenpriestern und den
Schriftgelehrten berliefert werden; und sie werden ihn zum Tod
verurteilen und werden ihn den Nationen berliefern; $10/34$ und
sie werden ihn verspotten und ihn anspeien und ihn geieln und
tten; und nach drei Tagen wird er auferstehen.

Wahre Gre im Reich Gottes.

Mt 20,20-28.

$10/35$ Und es treten zu ihm Jakobus und Johannes, die Shne des
Zebedus, und sagen zu ihm: Lehrer, wir wollen, da du uns tust,
um was wir dich bitten werden. $10/36$ Er aber sprach zu ihnen:
Was wollt ihr, da ich euch tun soll? $10/37$ Sie aber sprachen
zu ihm: Gib uns, da wir einer zu deiner Rechten und einer zu
deiner Linken sitzen in deiner Herrlichkeit. $10/38$ Jesus aber
sprach zu ihnen: Ihr wit nicht, um was ihr bittet. Knnt ihr
den Kelch trinken, den ich trinke, oder mit der Taufe getauft
werden, mit der ich getauft werde? $10/39$ Sie aber sprachen zu
ihm: Wir knnen es. Jesus aber sprach zu ihnen: Den Kelch, den
ich trinke, werdet ihr trinken, und mit der Taufe, mit der ich
getauft werde, werdet ihr getauft werden; $10/40$ aber das
Sitzen zu meiner Rechten oder Linken zu vergeben, steht nicht
bei mir, sondern [ist fr die], denen es bereitet ist. $10/41$
Und als die Zehn es hrten, fingen sie an, unwillig zu werden
ber Jakobus und Johannes. $10/42$ Und Jesus rief sie zu sich
und spricht zu ihnen: Ihr wit, da die, welche als Regenten der
Nationen gelten, sie beherrschen und ihre Groen Gewalt gegen
sie ben. $10/43$ So aber ist es nicht unter euch; sondern wer
unter euch gro werden will, soll euer Diener sein; $10/44$ und
wer von euch der Erste sein will, soll aller Sklave sein.
$10/45$ Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um
bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben
als Lsegeld fr viele.

Heilung des blinden Bartimus.

Mt 20,29-34; Lk 18,35-43; vgl. Kap. 8,22-26; Mt 9,27-31.

$10/46$ Und sie kommen nach Jericho. Und als er und seine Jnger
und eine groe Volksmenge aus Jericho hinausgingen, sa der Sohn
des Timus, Bartimus, ein blinder Bettler, am Weg. $10/47$ Und
als er hrte, da es Jesus, der Nazarener, sei, fing er an zu
schreien und zu sagen: Sohn Davids, Jesus, erbarme dich meiner!
$10/48$ Und viele bedrohten ihn, da er schweigen sollte; er
aber schrie um so mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner!
$10/49$ Und Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn! Und sie
rufen den Blinden und sagen zu ihm: Sei guten Mutes! Steh auf,
er ruft dich! $10/50$ Er aber warf sein Gewand ab, sprang auf
und kam zu Jesus. $10/51$ Und Jesus begann und spricht zu ihm:
Was willst du, da ich dir tun soll? Der Blinde aber sprach zu
ihm: Rabbuni, da ich sehend werde. $10/52$ Und Jesus sprach zu
ihm: Geh hin, dein Glaube hat dich geheilt! Und sogleich wurde
er sehend und folgte ihm auf dem Weg nach.

Einzug in Jerusalem.

Mt 21,1-11; Lk 19,28-44; Joh 12,12-19.

\11\

$11/1$ Und als sie sich Jerusalem, Bethphage und Bethanien gegen
den lberg hin nhern, sendet er zwei seiner Jnger $11/2$ und
spricht zu ihnen: Geht in das Dorf, das euch gegenberliegt; und
sogleich, wenn ihr dort hineinkommt, werdet ihr ein Fohlen
angebunden finden, auf dem noch kein Mensch gesessen hat. Bindet
es los und fhrt es her! $11/3$ Und wenn jemand zu euch sagt:
Warum tut ihr dies? so sagt: Der Herr braucht es und sendet es
gleich wieder hierher. $11/4$ Und sie gingen hin und fanden ein
Fohlen angebunden an der Tr drauen auf dem Weg, und sie binden
es los. $11/5$ Und einige von denen, die dort standen, sagten zu
ihnen: Was tut ihr, da ihr das Fohlen losbindet? $11/6$ Sie
aber sprachen zu ihnen, wie Jesus gesagt hatte. Und sie lieen
sie [gewhren]. $11/7$ Und sie fhrten das Fohlen zu Jesus und
legten ihm ihre Kleider auf, und er setzte sich darauf. $11/8$
Und viele breiteten ihre Kleider auf dem Weg aus, andere aber
Zweige, die sie auf den Feldern abschnitten; $11/9$ und die
Vorangehenden und die Nachfolgenden riefen: Hosanna! Gepriesen
[sei], der da kommt im Namen des Herrn! $11/10$ Gepriesen sei
das kommende Reich unseres Vaters David! Hosanna in der Hhe!
$11/11$ Und er zog in Jerusalem ein, in den Tempel. Und als er
ber alles umhergeblickt hatte, ging er, da es schon spt an der
Zeit war, mit den Zwlfen nach Bethanien hinaus.

Verfluchung des Feigenbaumes.

Mt 21,18.19.

$11/12$ Und als sie am folgenden Tag von Bethanien weggegangen
waren, hungerte ihn. $11/13$ Und er sah von weitem einen
Feigenbaum, der Bltter hatte, und er ging hin, ob er wohl etwas
an ihm fnde, und als er zu ihm kam, fand er nichts als Bltter,
denn es war nicht die Zeit der Feigen. $11/14$ Und er begann und
sprach zu ihm: Nimmermehr in Ewigkeit soll jemand Frucht von dir
essen! Und seine Jnger hrten es.

Tempelreinigung.

Mt 21,12-17; Lk 19,45-48; vgl. Joh 2,13-17.

$11/15$ Und sie kommen nach Jerusalem. Und er trat in den Tempel
und begann die hinauszutreiben, die im Tempel verkauften und
kauften; und die Tische der Wechsler und die Sitze der
Taubenverkufer stie er um. $11/16$ Und er erlaubte nicht, da
jemand ein Gert durch den Tempel trug. $11/17$ Und er lehrte
und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben: `Mein Haus wird
ein Bethaus genannt werden fr alle Nationen? Ihr aber habt es
zu einer `Ruberhhle gemacht. $11/18$ Und die Hohenpriester und
die Schriftgelehrten hrten es und suchten, wie sie ihn
umbringen knnten; sie frchteten ihn nmlich, denn die ganze
Volksmenge geriet auer sich ber seine Lehre. $11/19$ Und wenn
es Abend wurde, gingen sie zur Stadt hinaus.

Das Gebet im Glauben und in Vergebungsbereitschaft.

Mt 21,20-22.

$11/20$ Und als sie frhmorgens vorbeigingen, sahen sie den
Feigenbaum verdorrt von den Wurzeln an. $11/21$ Und Petrus
erinnerte sich und spricht zu ihm: Rabbi, siehe, der Feigenbaum,
den du verflucht hast, ist verdorrt. $11/22$ Und Jesus
antwortete und spricht zu ihnen: Habt Glauben an Gott! $11/23$
Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berg sagen wird: Hebe
dich empor und wirf dich ins Meer! und nicht zweifeln wird in
seinem Herzen, sondern glauben, da geschieht, was er sagt, dem
wird es werden. $11/24$ Darum sage ich euch: Alles, um was ihr
auch betet und bittet, glaubt, da ihr es empfangen habt, und es
wird euch werden. $11/25$ Und wenn ihr steht und betet, so
vergebt, wenn ihr etwas gegen jemand habt, damit auch euer
Vater, der in den Himmeln ist, euch eure bertretungen vergebe.
($11/26$)

Die Frage nach der Vollmacht Jesu.

Mt 21,23-27; Lk 20,1-8.

$11/27$ Und sie kommen wieder nach Jerusalem. Und als er in dem
Tempel umherging, kommen die Hohenpriester und die
Schriftgelehrten und die ltesten zu ihm $11/28$ und sagen zu
ihm: In welcher Vollmacht tust du diese Dinge? Oder wer hat dir
diese Vollmacht gegeben, da du diese Dinge tust? $11/29$ Jesus
aber sprach zu ihnen: Ich will euch ein Wort fragen. Antwortet
mir! Und ich werde euch sagen, in welcher Vollmacht ich diese
Dinge tue: $11/30$ War die Taufe des Johannes vom Himmel oder
von Menschen? Antwortet mir! $11/31$ Und sie berlegten
miteinander und sprachen: Wenn wir sagen: vom Himmel, so wird er
sagen: Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt? $11/32$ Sollen
wir aber sagen: von Menschen? Sie frchteten das Volk. Denn alle
meinten, da Johannes wirklich ein Prophet sei. $11/33$ Und sie
antworten und sagen zu Jesus: Wir wissen es nicht. Und Jesus
spricht zu ihnen: So sage auch ich euch nicht, in welcher
Vollmacht ich diese Dinge tue.


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