Mt 21,23-27; Mk 11,27-33.

\20\

$20/1$ Und es geschah an einem der Tage, als er das Volk im
Tempel lehrte und das Evangelium verkndigte, da traten die
Hohenpriester und die Schriftgelehrten mit den ltesten herbei
$20/2$ und sprachen zu ihm und sagten: Sage uns, in welcher
Vollmacht tust du diese Dinge? Oder wer ist es, der dir diese
Vollmacht gegeben hat? $20/3$ Er aber antwortete und sprach zu
ihnen: Auch ich will euch ein Wort fragen; und sagt mir: $20/4$
War die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen? $20/5$
Sie aber berlegten miteinander und sprachen: Wenn wir sagen:
vom Himmel, so wird er sagen: Warum habt ihr ihm nicht geglaubt?
$20/6$ Wenn wir aber sagen: von Menschen, so wird das ganze Volk
uns steinigen, denn es ist berzeugt, da Johannes ein Prophet
ist. $20/7$ Und sie antworteten, sie wten nicht, woher. $20/8$
Und Jesus sprach zu ihnen: So sage auch ich euch nicht, in
welcher Vollmacht ich dies tue.

Gleichnis von den Weingrtnern.

Mt 21,33-46; Mk 12,1-12.

$20/9$ Er fing aber an, zu dem Volk dieses Gleichnis zu sagen:
Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und verpachtete ihn an
Weingrtner und reiste fr lange Zeit auer Landes. $20/10$ Und
zur bestimmten Zeit sandte er einen Knecht zu den Weingrtnern,
damit sie ihm von der Frucht des Weinbergs gben; die
Weingrtner aber schlugen ihn und schickten ihn leer fort.
$20/11$ Und er fuhr fort und sandte einen anderen Knecht; sie
aber schlugen auch den und behandelten ihn verchtlich und
schickten ihn leer fort. $20/12$ Und er fuhr fort und sandte
einen dritten; sie aber verwundeten auch diesen und warfen ihn
hinaus. $20/13$ Der Herr des Weinbergs aber sprach: Was soll ich
tun? Ich will meinen geliebten Sohn senden; vielleicht, wenn sie
diesen sehen, werden sie sich scheuen. $20/14$ Als aber die
Weingrtner ihn sahen, berlegten sie miteinander und sagten:
Dieser ist der Erbe; lat uns ihn tten, da das Erbe unser
werde. $20/15$ Und als sie ihn aus dem Weinberg hinausgeworfen
hatten, tteten sie ihn. Was wird nun der Herr des Weinbergs
ihnen tun? $20/16$ Er wird kommen und diese Weingrtner
umbringen und den Weinberg anderen geben. Als sie aber [das]
hrten, sprachen sie: Das sei fern! $20/17$ Er aber sah sie an
und sprach: Was ist denn das, was geschrieben steht: `Der Stein,
den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden?
$20/18$ Jeder, der auf jenen Stein fllt, wird zerschmettert
werden; auf wen er aber fallen wird, den wird er zermalmen.
$20/19$ Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten suchten
zu dieser Stunde die Hnde an ihn zu legen - und sie frchteten
das Volk -; denn sie erkannten, da er dieses Gleichnis auf sie
hin gesagt hatte.

Die Frage nach der Steuer.

Mt 22,15-22; Mk 12,13-17.

$20/20$ Und sie beobachteten [ihn] und sandten Auflauerer aus,
die sich stellten, als ob sie fromm wren, um ihn in der Rede zu
fangen, damit sie ihn der Obrigkeit und der Macht des
Statthalters berliefern knnten. $20/21$ Und sie fragten ihn
und sagten: Lehrer, wir wissen, da du recht redest und lehrst
und die Person nicht ansiehst, sondern den Weg Gottes in
Wahrheit lehrst. $20/22$ Ist es uns erlaubt, dem Kaiser Steuer
zu geben oder nicht? $20/23$ Aber er nahm ihre Arglist wahr und
sprach zu ihnen: Was versucht ihr mich? $20/24$ Zeigt mir einen
Denar! Wessen Bild und Aufschrift hat er? Sie aber antworteten
und sprachen: Des Kaisers. $20/25$ Er aber sprach zu ihnen: Gebt
daher dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.
$20/26$ Und sie konnten ihn in [seinem] Wort vor dem Volk nicht
fangen; und sie verwunderten sich ber seine Antwort und
schwiegen.

Die Frage nach der Auferstehung.

Mt 22,23-33; Mk 12,18-27.

$20/27$ Es kamen aber einige der Sadduzer herbei, die
einwenden, es gebe keine Auferstehung, und fragten ihn $20/28$
und sagten: Lehrer, Mose hat uns geschrieben: Wenn jemandes
Bruder stirbt, der eine Frau hat und ist kinderlos, da sein
Bruder die Frau nehme und seinem Bruder Nachkommenschaft
erwecke. $20/29$ Es waren nun sieben Brder. Und der erste nahm
eine Frau und starb kinderlos; $20/30$ und der zweite $20/31$
und der dritte nahm sie; ebenso aber auch die sieben, sie
hinterlieen keine Kinder und starben. $20/32$ Zuletzt aber
starb auch die Frau. $20/33$ In der Auferstehung nun, wessen
Frau von ihnen wird sie sein? Denn die sieben hatten sie zur
Frau. $20/34$ Und Jesus sprach zu ihnen: Die Shne dieser Welt
heiraten und werden verheiratet; $20/35$ die aber wrdig
geachtet werden, jener Welt teilhaftig zu sein und der
Auferstehung aus den Toten, heiraten nicht, noch werden sie
verheiratet; $20/36$ denn sie knnen auch nicht mehr sterben,
denn sie sind Engeln gleich und sind Shne Gottes, da sie Shne
der Auferstehung sind. $20/37$ Da aber die Toten auferstehen,
hat auch Mose beim Dornbusch angedeutet, wenn er den Herrn `den
Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt.
$20/38$ Er ist aber nicht Gott der Toten, sondern der Lebenden;
denn fr ihn leben alle. $20/39$ Einige der Schriftgelehrten
aber antworteten und sprachen: Lehrer, du hast gut gesprochen.
$20/40$ Denn sie wagten nicht mehr, ihn ber irgend etwas zu
befragen.

Die Frage nach dem Christus.

Mt 22,41-46; Mk 12,35-37.

$20/41$ Er aber sprach zu ihnen: Wie sagen sie, da der Christus
Davids Sohn sei, $20/42$ und David selbst sagt im Buch der
Psalmen: `Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner
Rechten, $20/43$ bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Fe
lege? $20/44$ David also nennt ihn Herr. Und wie ist er sein
Sohn?

Warnung vor den Schriftgelehrten.

Mt 23,1-7; Mk 12,38-40.

$20/45$ Whrend aber das ganze Volk zuhrte, sprach er zu seinen
Jngern: $20/46$ Htet euch vor den Schriftgelehrten, die in
langen Gewndern einhergehen wollen und die Begrungen auf den
Mrkten lieben und die ersten Sitze in den Synagogen und die
ersten Pltze bei den Gastmhlern; $20/47$ die die Huser der
Witwen verschlingen und zum Schein lange Gebete halten. Diese
werden ein schwereres Gericht empfangen.

Die Gabe der armen Witwe.

Mk 12,41-44.

\21\

$21/1$ Er blickte aber auf und sah die Reichen ihre Gaben in den
Schatzkasten legen. $21/2$ Er sah aber auch eine arme Witwe zwei
Scherflein dort einlegen. $21/3$ Und er sprach: In Wahrheit sage
ich euch, da diese arme Witwe mehr eingelegt hat als alle.
$21/4$ Denn alle diese haben von ihrem berflu eingelegt zu den
Gaben; diese aber hat aus ihrem Mangel heraus den ganzen
Lebensunterhalt, den sie hatte, eingelegt.

Endzeitrede: Tempelzerstrung und Drangsale der Endzeit -
Ankunft des Menschensohnes

Mt 24,1-30; Mk 13,1-26.

$21/5$ Und als einige von dem Tempel sagten, da er mit schnen
Steinen und Weihgeschenken geschmckt sei, sprach er: $21/6$
Diese Dinge, die ihr seht: Tage werden kommen, in denen nicht
ein Stein auf dem anderen gelassen wird, der nicht abgebrochen
werden wird. $21/7$ Sie fragten ihn aber und sagten: Lehrer,
wann wird denn dies sein, und was ist das Zeichen, wann dies
geschehen soll? $21/8$ Er aber sprach: Seht zu, da ihr nicht
verfhrt werdet! Denn viele werden unter meinem Namen kommen und
sagen: Ich bin}s, und die Zeit ist nahe gekommen! Geht ihnen
nicht nach! $21/9$ Wenn ihr aber von Kriegen und Emprungen
hren werdet, so erschreckt nicht; denn dies mu zuvor
geschehen, aber das Ende ist nicht sogleich da. $21/10$ Dann
sprach er zu ihnen: Es wird sich Nation gegen Nation erheben und
Knigreich gegen Knigreich; $21/11$ und es werden groe
Erdbeben sein an verschiedenen Orten und Hungersnte und
Seuchen; auch Schrecknisse und groe Zeichen vom Himmel wird es
geben. $21/12$ Vor diesem allem aber werden sie ihre Hnde an
euch legen und euch verfolgen, indem sie euch an die Synagogen
und Gefngnisse berliefern, um euch vor Knige und Statthalter
zu fhren um meines Namens willen. $21/13$ Es wird euch aber zu
einem Zeugnis ausschlagen. $21/14$ Setzt es nun fest in euren
Herzen, nicht vorher darauf zu sinnen, wie ihr euch verantworten
sollt, $21/15$ denn ich werde euch Mund und Weisheit geben, der
alle eure Widersacher nicht werden widersprechen oder
widerstehen knnen. $21/16$ Ihr werdet aber sogar von Eltern und
Brdern und Verwandten und Freunden berliefert werden, und sie
werden einige von euch tten; $21/17$ und ihr werdet von allen
gehat werden um meines Namens willen. $21/18$ Und nicht ein
Haar von eurem Haupt wird verloren gehen. $21/19$ Gewinnt eure
Seelen durch euer Ausharren. $21/20$ Wenn ihr aber Jerusalem von
Heerscharen umzingelt seht, dann erkennt, da seine Verwstung
nahe gekommen ist. $21/21$ Dann sollen die in Juda auf die
Berge fliehen und die in seiner Mitte sind, daraus entweichen,
und die auf dem Land sind, nicht dort hineingehen. $21/22$ Denn
dies sind Tage der Rache, da alles erfllt werde, was
geschrieben steht. $21/23$ Wehe aber den Schwangeren und den
Stillenden in jenen Tagen! Denn groe Not wird ber dem Land
sein und Zorn ber diesem Volk. $21/24$ Und sie werden fallen
durch die Schrfe des Schwertes und gefangen weggefhrt werden
unter alle Nationen; und Jerusalem wird zertreten werden von den
Nationen, bis die Zeiten der Nationen erfllt sein werden.
$21/25$ Und es werden Zeichen sein an Sonne und Mond und Sternen
und auf der Erde Bedrngnis der Nationen in Ratlosigkeit bei
brausendem Meer und Wasserwogen, $21/26$ whrend die Menschen
verschmachten vor Furcht und Erwartung der Dinge, die ber den
Erdkreis kommen, denn die Krfte der Himmel werden erschttert
werden. $21/27$ Und dann werden sie den Sohn des Menschen kommen
sehen in einer Wolke mit Macht und groer Herrlichkeit. $21/28$
Wenn aber diese Dinge anfangen zu geschehen, so blickt auf und
hebt eure Hupter empor, weil eure Erlsung naht.

Endzeitrede: Ermahnung zur Wachsamkeit.

V. 29-33: Mt 24,32-35; Mk 13,28-31.

$21/29$ Und er sprach ein Gleichnis zu ihnen: Seht den
Feigenbaum und alle Bume; $21/30$ wenn sie schon ausschlagen,
so erkennt ihr von selbst, da ihr es seht, da der Sommer schon
nahe ist. $21/31$ So erkennt auch ihr, wenn ihr dies geschehen
seht, da das Reich Gottes nahe ist. $21/32$ Wahrlich, ich sage
euch, da dieses Geschlecht nicht vergehen wird, bis alles
geschehen ist. $21/33$ Der Himmel und die Erde werden vergehen,
meine Worte aber werden nicht vergehen. $21/34$ Htet euch aber,
da eure Herzen nicht etwa beschwert werden durch Vllerei und
Trunkenheit und Lebenssorgen und jener Tag pltzlich ber euch
hereinbricht; $21/35$ denn wie ein Fallstrick wird er kommen
ber alle, die auf dem ganzen Erdboden ansssig sind. $21/36$
Wacht nun und betet zu aller Zeit, da ihr wrdig geachtet
werdet, diesem allem, was geschehen soll, zu entfliehen und vor
dem Sohn des Menschen zu stehen.

Anschlag der Hohenpriester und Verrat des Judas.

$21/37$ Er lehrte aber des Tages in dem Tempel, und des Nachts
ging er hinaus und bernachtete auf dem Berg, der lberg genannt
wird. $21/38$ Und das ganze Volk kam frhmorgens im Tempel zu
ihm, ihn zu hren.

Mt 26,1-5.14-16; Mk 14,1.2.10.11.

\22\

$22/1$ Es nahte aber das Fest der ungesuerten Brote, das Passah
genannt wird. $22/2$ Und die Hohenpriester und die
Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn umbringen knnten, denn
sie frchteten das Volk. $22/3$ Aber Satan fuhr in Judas mit
Beinamen Iskariot, der aus der Zahl der Zwlf war. $22/4$ Und er
ging hin und besprach sich mit den Hohenpriestern und
Hauptleuten, wie er ihn an sie berliefere. $22/5$ Und sie waren
erfreut und kamen berein, ihm Geld zu geben. $22/6$ Und er
versprach es und suchte eine Gelegenheit, um ihn ohne
Volksauflauf an sie zu berliefern.

Passahmahl.

Mt 26,17-20.29; Mk 14,12-17.25.

$22/7$ Es kam aber der Tag der ungesuerten Brote, an dem das
Passah geschlachtet werden mute. $22/8$ Und er sandte Petrus
und Johannes und sprach: Geht hin und bereitet uns das Passah,
da wir es essen. $22/9$ Sie aber sprachen zu ihm: Wo willst du,
da wir es bereiten? $22/10$ Er aber sprach zu ihnen: Siehe,
wenn ihr in die Stadt kommt, wird euch ein Mensch begegnen, der
einen Krug Wasser trgt. Folgt ihm in das Haus, wo er
hineingeht! $22/11$ Und ihr sollt zu dem Herrn des Hauses sagen:
Der Lehrer sagt dir: Wo ist das Gastzimmer, wo ich mit meinen
Jngern das Passah essen kann? $22/12$ Und jener wird euch einen
groen, mit Polstern belegten Obersaal zeigen, dort bereitet.
$22/13$ Als sie aber hingingen, fanden sie es, wie er ihnen
gesagt hatte; und sie bereiteten das Passah.

$22/14$ Und als die Stunde gekommen war, legte er sich zu Tisch
und die Apostel mit ihm. $22/15$ Und er sprach zu ihnen: Mit
Sehnsucht habe ich mich gesehnt, dieses Passah mit euch zu
essen, ehe ich leide. $22/16$ Denn ich sage euch, da ich es
gewi nicht [mehr] essen werde, bis es erfllt sein wird im
Reich Gottes. $22/17$ Und er nahm einen Kelch, dankte und
sprach: Nehmt diesen und teilt ihn unter euch! $22/18$ Denn ich
sage euch, da ich nicht von dem Gewchs des Weinstocks trinken
werde, bis das Reich Gottes kommt.

Einsetzung des Herrenmahls.

Mt 26,26-28; Mk 14,22-24; 1Kor 11,23-25.

$22/19$ Und er nahm Brot, dankte, brach und gab es ihnen und
sprach: Dies ist mein Leib, der fr euch gegeben wird. Dies tut
zu meinem Gedchtnis! $22/29$ Ebenso auch den Kelch nach dem
Mahl und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut,
das fr euch vergossen wird. Ankndigung des Verrats - Wahre
Gre im Reich Gottes -

Ankndigung der Verleugnung durch Petrus und der Vollendung
Jesu.

V. 21-23: Mt 26,21-25; Mk 14,18-21; Joh 13,18-30.

$22/21$ Doch siehe, die Hand dessen, der mich berliefert, ist
mit mir auf dem Tisch. $22/22$ Und der Sohn des Menschen geht
zwar dahin, wie es beschlossen ist. Wehe aber jenem Menschen,
durch den er berliefert wird! $22/23$ Und sie fingen an, sich
untereinander zu befragen, wer es wohl von ihnen sein mchte,
der dies tun werde.

$22/24$ Es entstand aber auch ein Streit unter ihnen, wer von
ihnen fr den Grten zu halten sei. $22/25$ Er aber sprach zu
ihnen: Die Knige der Nationen herrschen ber sie, und die
Gewalt ber sie ben, lassen sich Wohltter nennen. $22/26$ Ihr
aber nicht so! Sondern der Grte unter euch sei wie der Jngste
und der Leiter wie der Dienende. $22/27$ Denn wer ist grer,
der zu Tisch Liegende oder der Dienende? Nicht der zu Tisch
Liegende? Ich aber bin in eurer Mitte wie der Dienende. $22/28$
Ihr aber seid es, die mit mir ausgeharrt haben in meinen
Versuchungen; $22/29$ und ich verordne euch, wie mein Vater mir
verordnet hat, ein Reich, $22/30$ da ihr et und trinkt an
meinem Tisch in meinem Reich und auf Thronen sitzt, die zwlf
Stmme Israels zu richten.

V. 31-34: Mt 26,31-35; Mk 14,27-31; Joh 13,36-38.

$22/31$ Der Herr aber sprach: Simon, Simon! Siehe, der Satan hat
euer begehrt, euch zu sichten wie den Weizen. $22/32$ Ich aber
habe fr dich gebetet, da dein Glaube nicht aufhre; und wenn
du einst zurckgekehrt bist, so strke deine Brder. $22/33$ Er
aber sprach zu ihm: Herr, mit dir bin ich bereit, auch ins
Gefngnis und in den Tod zu gehen. $22/34$ Er aber sprach: Ich
sage dir, Petrus, der Hahn wird heute nicht krhen, ehe du
dreimal geleugnet hast, da du mich kennst. $22/35$ Und er
sprach zu ihnen: Als ich euch ohne Brse und Tasche und Sandalen
sandte, mangelte euch wohl etwas? Sie aber sagten: Nichts.
$22/36$ Er sprach nun zu ihnen: Aber jetzt, wer eine Brse hat,
der nehme sie und ebenso eine Tasche, und wer nicht hat,
verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert; $22/37$ denn ich sage
euch, da noch dieses, was geschrieben steht, an mir erfllt
werden mu: `Und er ist unter die Gesetzlosen gerechnet worden;
denn auch das, was mich betrifft, hat eine Vollendung. $22/38$
Sie aber sprachen: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er
aber sprach zu ihnen: Es ist genug.

Gethsemane.

Mt 26,30.36-46; Mk 14,26.32-42.

$22/39$ Und er ging hinaus und begab sich der Gewohnheit nach
zum lberg; es folgten ihm aber auch die Jnger. $22/40$ Als er
aber an den Ort gekommen war, sprach er zu ihnen: Betet, da ihr
nicht in Versuchung kommt! $22/41$ Und er zog sich ungefhr
einen Steinwurf weit von ihnen zurck und kniete nieder, betete
$22/42$ und sprach: Vater, wenn du diesen Kelch von mir
wegnehmen willst - doch nicht mein Wille, sondern der deine
geschehe! $22/43$ Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, der
ihn strkte. $22/44$ Und als er in ringendem Kampf war, betete
er heftiger. Es wurde aber sein Schwei wie groe Blutstropfen,
die auf die Erde herabfielen. $22/45$ Und er stand auf vom
Gebet, kam zu den Jngern und fand sie eingeschlafen vor
Traurigkeit. $22/46$ Und er sprach zu ihnen: Was schlaft ihr?
Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt!

Gefangennahme.

Mt 26,47-56; Mk 14,43-50; Joh 18,2-12.

$22/47$ Whrend er noch redete, siehe, [da kam] eine Volksmenge,
und der, welcher Judas hie, einer von den Zwlfen, ging vor
ihnen her und nahte Jesus, um ihn zu kssen. $22/48$ Jesus aber
sprach zu ihm: Judas, berlieferst du den Sohn des Menschen mit
einem Ku? $22/49$ Als aber die, welche um ihn waren, sahen, was
es werden wrde, sprachen sie: Herr, sollen wir mit dem Schwert
dreinschlagen? $22/50$ Und einer von ihnen schlug den Knecht des
Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab. $22/51$ Jesus
aber antwortete und sprach: Lat es so weit! Und er rhrte sein
Ohr an und heilte ihn. $22/52$ Jesus aber sprach zu den
Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und ltesten, die
gegen ihn gekommen waren: Seid ihr ausgezogen wie gegen einen
Ruber, mit Schwertern und Stcken? $22/53$ Als ich tglich bei
euch im Tempel war, habt ihr die Hnde nicht gegen mich
ausgestreckt; aber dies ist eure Stunde und die Macht der
Finsternis.

Verleugnung durch Petrus.

Mt 26,57.58.69-75; Mk 14,53.54.66-72; Joh 18,13-18.25-27.

$22/54$ Sie ergriffen ihn aber und fhrten ihn hin und brachten
ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus aber folgte von fern.
$22/55$ Als sie aber mitten im Hof ein Feuer angezndet und sich
zusammengesetzt hatten, setzte sich Petrus in ihre Mitte.
$22/56$ Es sah ihn aber eine Magd bei dem Feuer sitzen und
blickte ihn scharf an und sprach: Auch dieser war mit ihm.
$22/57$ Er aber leugnete und sagte: Frau, ich kenne ihn nicht.
$22/58$ Und kurz danach sah ihn ein anderer und sprach: Auch du
bist [einer] von ihnen. Petrus aber sprach: Mensch, ich bin}s
nicht. $22/59$ Und nach Verlauf von etwa einer Stunde behauptete
ein anderer und sagte: In Wahrheit, auch dieser war mit ihm,
denn er ist auch ein Galiler. $22/60$ Petrus aber sprach:
Mensch, ich wei nicht, was du sagst. Und sogleich, whrend er
noch redete, krhte der Hahn. $22/61$ Und der Herr wandte sich
um und blickte Petrus an; und Petrus gedachte an das Wort des
Herrn, wie er zu ihm sagte: Ehe der Hahn krht, wirst du mich
dreimal verleugnen. $22/62$ Und Petrus ging hinaus und weinte
bitterlich.

Vor dem Hohen Rat.

Mt 26,59-68; 27,1; Mk 14,55-65; 15,1; Joh 18,19-24.

$22/63$ Und die Mnner, die ihn festhielten, verspotteten und
schlugen ihn. $22/64$ Und als sie ihn verhllt hatten, fragten
sie ihn und sprachen: Weissage, wer ist es, der dich schlug?
$22/65$ Und vieles andere sagten sie lsternd gegen ihn.

$22/66$ Und als es Tag wurde, versammelte sich die
ltestenschaft des Volkes, Hohepriester wie Schriftgelehrte, und
fhrten ihn hin in ihren Hohen Rat $22/67$ und sagten: Wenn du
der Christus bist, so sage es uns. Er aber sprach zu ihnen: Wenn
ich es euch sage, so wrdet ihr nicht glauben; $22/68$ wenn ich
aber fragen wrde, so wrdet ihr mir nicht antworten. $22/69$
Von nun an aber wird der Sohn des Menschen sitzen zur Rechten
der Macht Gottes. $22/70$ Sie sprachen aber alle: Du bist also
der Sohn Gottes? Er aber sprach zu ihnen: Ihr sagt, da ich es
bin. $22/71$ Sie aber sprachen: Was brauchen wir noch Zeugnis?
Denn wir selbst haben es aus seinem Mund gehrt.

Anklage vor Pilatus und Herodes.

V. 1-5: Mt 27,2.11-14; Mk 15,1-5; Joh 18,28-38.

\23\

$23/1$ Und die ganze Menge derselben stand auf, und sie fhrten
ihn zu Pilatus. $23/2$ Sie fingen aber an, ihn zu verklagen, und
sagten: Diesen haben wir befunden als einen, der unsere Nation
verfhrt und wehrt, dem Kaiser Steuer zu geben, indem er sagt,
da er selbst Christus, ein Knig, sei. $23/3$ Pilatus aber
fragte ihn und sprach: Bist du der Knig der Juden? Er aber
antwortete ihm und sprach: Du sagst es. $23/4$ Pilatus aber
sprach zu den Hohenpriestern und den Volksmengen: Ich finde
keine Schuld an diesem Menschen. $23/5$ Sie aber bestanden
darauf und sagten: Er wiegelt das Volk auf und lehrt durch ganz
Juda hin, angefangen von Galila bis hierher.

$23/6$ Als aber Pilatus von Galila hrte, fragte er, ob der
Mensch ein Galiler sei. $23/7$ Und als er erfahren hatte, da
er aus dem Machtbereich des Herodes sei, sandte er ihn zu
Herodes, der auch selbst in jenen Tagen in Jerusalem war. $23/8$
Als aber Herodes Jesus sah, freute er sich sehr; denn er
wnschte schon seit langer Zeit, ihn zu sehen, weil er vieles
ber ihn gehrt hatte, und er hoffte, irgend ein Zeichen durch
ihn geschehen zu sehen. $23/9$ Er befragte ihn aber mit vielen
Worten; er jedoch antwortete ihm nichts. $23/10$ Die
Hohenpriester und die Schriftgelehrten standen nun auf und
verklagten ihn heftig. $23/11$ Als aber Herodes mit seinen
Kriegsleuten ihn geringschtzend behandelt und verspottet hatte,
warf er ihm ein glnzendes Gewand um und sandte ihn zu Pilatus
zurck. $23/12$ Pilatus und Herodes aber wurden an diesem Tag
Freunde miteinander; denn vorher waren sie gegeneinander in
Feindschaft.

Freilassung fr Barabbas - Todesurteil fr Jesus.

Mt 27,15-26; Mk 15,6-15; Joh 18,39.40; 19,1.16.

$23/13$ Als aber Pilatus die Hohenpriester und die Obersten und
das Volk zusammengerufen hatte, $23/14$ sprach er zu ihnen: Ihr
habt diesen Menschen zu mir gebracht, als mache er das Volk
abwendig; und siehe, ich habe ihn vor euch verhrt und habe an
diesem Menschen keine Schuld gefunden, worin ihr ihn anklagt;
$23/15$ aber auch Herodes nicht, denn ich habe euch zu ihm
gesandt, und siehe, nichts Todeswrdiges ist von ihm getan.
$23/16$ Ich will ihn nun zchtigen und losgeben. ($23/17$)
$23/18$ Die ganze Menge schrie aber zugleich und sagte: Weg mit
diesem, gib uns aber den Barabbas los! $23/19$ Der war wegen
eines Aufruhrs, der in der Stadt geschehen war, und wegen eines
Mordes ins Gefngnis geworfen. $23/20$ Pilatus rief ihnen nun
wieder zu, weil er Jesus losgeben wollte. $23/21$ Sie aber
schrien dagegen und sagten: Kreuzige, kreuzige ihn! $23/22$ Er
aber sprach zum dritten Mal zu ihnen: Was hat dieser denn Bses
getan? Ich habe keine Ursache des Todes an ihm gefunden; ich
will ihn nun zchtigen und losgeben. $23/23$ Sie aber setzten
ihm zu mit lautem Geschrei und forderten, da er gekreuzigt
werde. Und ihr Geschrei nahm berhand. $23/24$ Pilatus aber
entschied, da ihre Forderung erfllt werde. $23/25$ Er gab aber
den los, der eines Aufruhrs und Mordes wegen ins Gefngnis
geworfen war, den sie forderten; Jesus aber bergab er ihrem
Willen.

Der Weg zum Kreuz.

Mt 27,31.32; Mk 15,20-22; Joh 19,16.17.

$23/26$ Und als sie ihn wegfhrten, ergriffen sie einen gewissen
Simon von Kyrene, der vom Feld kam, und legten das Kreuz auf
ihn, damit er es Jesus nachtrug. $23/27$ Es folgte ihm aber eine
groe Menge Volks und Frauen, die wehklagten und ihn
bejammerten. $23/28$ Jesus wandte sich aber zu ihnen und sprach:
Tchter Jerusalems, weint nicht ber mich, sondern weint ber
euch selbst und ber eure Kinder! $23/29$ Denn siehe, Tage
kommen, an denen man sagen wird: Glckselig die Unfruchtbaren
und die Leiber, die nicht geboren, und die Brste, die nicht
gestillt haben! $23/30$ Dann werden sie anfangen, zu den Bergen
zu sagen: Fallt auf uns! und zu den Hgeln: Bedeckt uns! $23/31$
Denn wenn man dies tut an dem grnen Holz, was wird an dem
drren geschehen? $23/32$ Es wurden aber auch zwei andere
hingefhrt, beltter, um mit ihm hingerichtet zu werden.

Golgatha: Kreuzigung.

V. 33-36: Mt 27,33-44; Mk 15,23-32; Joh 19,18-24.

$23/33$ Und als sie an den Ort kamen, der Schdel[sttte]
genannt wird, kreuzigten sie dort ihn und die beltter, den
einen zur Rechten, den anderen zur Linken. $23/34$ Jesus aber
sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!
Sie aber verteilten seine Kleider und warfen das Los [darber].
$23/35$ Und das Volk stand und sah zu; es hhnten aber auch die
Obersten und sagten: Andere hat er gerettet. Er rette sich
selbst, wenn dieser der Christus ist, der Auserwhlte Gottes!
$23/36$ Aber auch die Soldaten verspotteten ihn, indem sie
hinzutraten, ihm Essig brachten $23/37$ und sagten: Wenn du der
Knig der Juden bist, so rette dich selbst! $23/38$ Es war aber
auch eine Aufschrift ber ihm in griechischen und lateinischen
und hebrischen Buchstaben: Dieser ist der Knig der Juden.

$23/39$ Einer der gehenkten beltter aber lsterte ihn: Bist du
nicht der Christus? Rette dich selbst und uns! $23/40$ Der
andere aber antwortete und strafte ihn und sprach: Auch du
frchtest Gott nicht, da du in demselben Gericht bist? $23/41$
Und wir zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten
wert sind; dieser aber hat nichts Ungeziemendes getan. $23/42$
Und er sprach: Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich
kommst! $23/43$ Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir:
Heute wirst du mit mir im Paradies sein.

Golgatha: Tod.

Mt 27,45-56; Mk 15,33-41; Joh 19,28-30.

$23/44$ Es war aber um die sechste Stunde; und es kam eine
Finsternis ber das ganze Land bis zur neunten Stunde, $23/45$
wobei die Sonne sich verfinsterte; der Vorhang des Tempels aber
ri mitten entzwei. $23/46$ Und Jesus rief mit lauter Stimme und
sprach: Vater, in deine Hnde bergebe ich meinen Geist! Und als
er dies gesagt hatte, verschied er.

$23/47$ Als aber der Hauptmann sah, was geschah, verherrlichte
er Gott und sagte: Wirklich, dieser Mensch war gerecht. $23/48$
Und die ganzen Volksmengen, die zu diesem Schauspiel
zusammengekommen waren, schlugen sich, als sie sahen, was
geschehen war, an die Brust und kehrten zurck. $23/49$ Aber
alle seine Bekannten standen von fern, auch die Frauen, die ihm
von Galila nachgefolgt waren, und sahen dies.

Grablegung.

Mt 27,57-61; Mk 15,42-47; Joh 19,38-42.

$23/50$ Und siehe, ein Mann mit Namen Joseph, der ein Ratsherr
war, ein guter und gerechter Mann $23/51$ - dieser hatte nicht
eingewilligt in ihren Rat und in ihre Tat - von Arimathia, einer
Stadt der Juden, der das Reich Gottes erwartete; $23/52$ dieser
ging hin zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. $23/53$ Und als er
ihn abgenommen hatte, wickelte er ihn in feines Leinentuch und
legte ihn in eine in Felsen gehauene Gruft, worin noch nie
jemand gelegen hatte. $23/54$ Und es war Rsttag, und der Sabbat
brach an. $23/55$ Es folgten aber die Frauen nach, die mit ihm
aus Galila gekommen waren, und besahen die Gruft, und wie sein
Leib hineingelegt wurde. $23/56$ Als sie aber zurckgekehrt
waren, bereiteten sie wohlriechende le und Salben; und den
Sabbat ber ruhten sie nach dem Gebot.

Die Frauen am leeren Grab - Verkndigung der Auferstehung.

Mt 28,1-10; Mk 16,1-11; Joh 20,1-18.

\24\

$24/1$ An dem ersten Wochentag aber, ganz in der Frhe, kamen
sie zu der Gruft und brachten die wohlriechenden le, die sie
bereitet hatten. $24/2$ Sie fanden aber den Stein von der Gruft
weggewlzt; $24/3$ und als sie hineingingen, fanden sie den Leib
des Herrn Jesus nicht. $24/4$ Und es geschah, als sie darber in
Verlegenheit waren, siehe, da standen zwei Mnner in strahlenden
Kleidern bei ihnen. $24/5$ Als sie aber von Furcht erfllt
wurden und das Angesicht zur Erde neigten, sprachen diese zu
ihnen: Was sucht ihr den Lebendigen unter den Toten? $24/6$ Er
ist nicht hier, sondern ist auferstanden. Gedenkt daran, wie er
zu euch geredet hat, als er noch in Galila war, $24/7$ indem er
sagte: Der Sohn des Menschen mu in die Hnde sndiger Menschen
berliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag
auferstehen. $24/8$ Und sie gedachten an seine Worte; $24/9$ und
sie kehrten von der Gruft zurck und verkndeten dies alles den
Elfen und den brigen allen. $24/10$ Es waren aber die Maria
Magdalena und Johanna und Maria, des Jakobus [Mutter], und die
brigen mit ihnen, die dies zu den Aposteln sagten. $24/11$ Und
ihre Reden schienen ihnen wie leeres Gerede, und sie glaubten
ihnen nicht. $24/12$ Petrus aber stand auf und lief zur Gruft;
und als er sich hineinbeugt, sieht er nur die leinenen Tcher
liegen. Und er ging nach Hause und wunderte sich ber das, was
geschehen war.

Erscheinung des Auferstandenen auf dem Weg nach Emmaus.

Mk 16,12.13.

$24/13$ Und siehe, zwei von ihnen gingen an diesem Tag nach
einem Dorf mit Namen Emmaus, sechzig Stadien von Jerusalem
entfernt. $24/14$ Und sie unterhielten sich miteinander ber
dies alles, was sich zugetragen hatte. $24/15$ Und es geschah,
whrend sie sich unterhielten und miteinander berlegten, da
Jesus selbst nahte und mit ihnen ging; $24/16$ aber ihre Augen
wurden gehalten, so da sie ihn nicht erkannten. $24/17$ Er
sprach aber zu ihnen: Was sind das fr Reden, die ihr im Gehen
miteinander wechselt? Und sie blieben niedergeschlagen stehen.
$24/18$ Einer aber, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu
ihm: Bist du der einzige, der in Jerusalem weilt und nicht wei,
was dort geschehen ist in diesen Tagen? $24/19$ Und er sprach zu
ihnen: Was denn? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesus, dem
Nazarener, der ein Prophet war, mchtig im Werk und Wort vor
Gott und dem ganzen Volk; $24/20$ und wie ihn die Hohenpriester
und unsere Obersten berlieferten, da er zum Tod verurteilt
wrde, und ihn kreuzigten. $24/21$ Wir aber hofften, da er der
sei, der Israel erlsen solle. Doch auch bei alledem ist es
heute der dritte Tag, seitdem dies geschehen ist. $24/22$ Aber
auch einige Frauen von uns haben uns aus der Fassung gebracht,
die am frhen Morgen bei der Gruft gewesen sind $24/23$ und, als
sie seinen Leib nicht fanden, kamen und sagten, da sie auch
eine Erscheinung von Engeln gesehen htten, die sagen, da er
lebe. $24/24$ Und einige von denen, die mit uns sind, gingen zu
der Gruft und fanden es so, wie auch die Frauen gesagt hatten;
ihn aber sahen sie nicht. $24/25$ Und er sprach zu ihnen: O ihr
Unverstndigen und trgen Herzens, zu glauben an alles, was die
Propheten geredet haben! $24/26$ Mute nicht der Christus dies
leiden und in seine Herrlichkeit eingehen? $24/27$ Und von Mose
und von allen Propheten anfangend, erklrte er ihnen in allen
Schriften das, was ihn betraf. $24/28$ Und sie nahten dem Dorf,
wohin sie gingen; und er stellte sich, als wolle er weitergehen.
$24/29$ Und sie ntigten ihn und sagten: Bleibe bei uns, denn es
ist gegen Abend, und der Tag hat sich schon geneigt. Und er ging
hinein, um bei ihnen zu bleiben. $24/30$ Und es geschah, als er
mit ihnen zu Tisch lag, nahm er das Brot und segnete es; und als
er es gebrochen hatte, reichte er es ihnen. $24/31$ Ihre Augen
aber wurden aufgetan, und sie erkannten ihn; und er wurde vor
ihnen unsichtbar. $24/32$ Und sie sprachen zueinander: Brannte
nicht unser Herz in uns, wie er auf dem Weg zu uns redete und
wie er uns die Schriften ffnete? $24/33$ Und sie standen zur
gleichen Stunde auf und kehrten nach Jerusalem zurck. Und sie
fanden die Elf, und die mit ihnen waren, versammelt, $24/34$ die
sagten: Der Herr ist wirklich auferweckt worden und dem Simon
erschienen. $24/35$ Und sie erzhlten, was auf dem Weg
[geschehen war] und wie er von ihnen erkannt worden war am
Brechen des Brotes.

Erscheinung des Auferstandenen vor den Jngern.

Mk 16,14.15; Joh 20,19-23.

$24/36$ Whrend sie aber dies redeten, stand er selbst in ihrer
Mitte und sprach zu ihnen: Friede euch! $24/37$ Sie aber
erschraken und wurden von Furcht erfllt und meinten, sie shen
einen Geist. $24/38$ Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr
bestrzt, und warum steigen Gedanken auf in euren Herzen?
$24/39$ Seht meine Hnde und meine Fe, da ich es selbst bin;
betastet mich und seht, denn ein Geist hat nicht Fleisch und
Bein, wie ihr seht, da ich habe. $24/40$ Und als er dies gesagt
hatte, zeigte er ihnen die Hnde und die Fe. $24/41$ Als sie
aber noch nicht glaubten vor Freude und sich wunderten, sprach
er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? $24/42$ Sie aber
reichten ihm ein Stck gebratenen Fisch; $24/43$ und er nahm und
a vor ihnen. $24/44$ Er sprach aber zu ihnen: Dies sind meine
Worte, die ich zu euch redete, als ich noch bei euch war, da
alles erfllt werden mu, was ber mich geschrieben steht in dem
Gesetz Moses und den Propheten und Psalmen. $24/45$ Dann ffnete
er ihnen das Verstndnis, damit sie die Schriften verstnden,
$24/46$ und sprach zu ihnen: So steht geschrieben, und so mute
der Christus leiden und am dritten Tag auferstehen aus den Toten
$24/47$ und in seinem Namen Bue und Vergebung der Snden
gepredigt werden allen Nationen, anfangend von Jerusalem.
$24/48$ Ihr aber seid Zeugen hiervon; $24/49$ und siehe, ich
sende die Verheiung meines Vaters auf euch. Ihr aber, bleibt in
der Stadt, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Hhe.

Himmelfahrt.

Mk 16,19; Apg 1,9-12.

$24/50$ Er fhrte sie aber hinaus bis nach Bethanien und hob
seine Hnde auf und segnete sie. $24/51$ Und es geschah, whrend
er sie segnete, schied er von ihnen und wurde hinaufgetragen in
den Himmel. $24/52$ Und sie warfen sich vor ihm nieder und
kehrten nach Jerusalem zurck mit groer Freude; $24/53$ und sie
waren allezeit im Tempel und priesen Gott.
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