Aufbruch nach Jerusalem - Ablehnung bei Samaritern.

$9/51$ Es geschah aber, als sich die Tage seiner Aufnahme
erfllten, da richtete er sein Angesicht fest darauf, nach
Jerusalem zu gehen. $9/52$ Und er sandte Boten vor seinem
Angesicht her; und sie gingen hin und kamen in ein Dorf der
Samariter, um fr ihn [Unterkunft] zu bereiten. $9/53$ Und sie
nahmen ihn nicht auf, weil sein Angesicht nach Jerusalem hin
gerichtet war. $9/54$ Als aber seine Jnger Jakobus und Johannes
das sahen, sprachen sie: Herr, willst du, da wir sagen, da
Feuer vom Himmel herabfallen und sie verzehren soll, wie auch
Elia tat? $9/55$ Er wandte sich aber um und schalt sie. $9/56$
Und sie gingen nach einem anderen Dorf.

Rechte Nachfolge.

Mt 8,18-22.

$9/57$ Es geschah aber, als sie auf dem Weg dahinzogen, sprach
einer zu ihm: Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst,
Herr. $9/58$ Und Jesus sprach zu ihm: Die Fchse haben Hhlen
und die Vgel des Himmels Nester; aber der Sohn des Menschen hat
nicht, wo er sein Haupt hinlege. $9/59$ Er sprach aber zu einem
anderen: Folge mir nach! Der aber sprach: Herr, erlaube mir,
zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben. $9/60$ Jesus aber
sprach zu ihm: La die Toten ihre Toten begraben, du aber geh
hin und verkndige das Reich Gottes. $9/61$ Es sprach aber auch
ein anderer: Ich will dir nachfolgen, Herr; zuvor aber erlaube
mir, Abschied zu nehmen von denen, die in meinem Hause sind.
$9/62$ Jesus aber sprach zu ihm: Niemand, der seine Hand an den
Pflug gelegt hat und zurckblickt, ist tauglich fr das Reich
Gottes.

Aussendung der siebzig Jnger.

vgl. Kap. 9,1-6; Mt 10,5-15; Mk 6,7-13.

\10\

$10/1$ Nach diesem aber bestellte der Herr auch siebzig andere
und sandte sie zu je zwei vor seinem Angesicht her in jede Stadt
und jeden Ort, wohin er selbst kommen wollte. $10/2$ Er sprach
aber zu ihnen: Die Ernte zwar ist gro, der Arbeiter aber sind
wenige. Bittet nun den Herrn der Ernte, da er Arbeiter aussende
in seine Ernte. $10/3$ Geht hin! Siehe, ich sende euch wie
Lmmer mitten unter Wlfe. $10/4$ Tragt weder Brse noch Tasche
noch Sandalen, und grt niemand auf dem Weg. $10/5$ In welches
Haus ihr aber eintretet, sprecht zuerst: Friede diesem Haus!
$10/6$ Und wenn dort ein Sohn des Friedens ist, so wird euer
Friede auf ihm ruhen; wenn aber nicht, so wird er zu euch
zurckkehren. $10/7$ In diesem Haus aber bleibt, und et und
trinkt, was sie haben; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert.
Geht nicht aus einem Haus in ein anderes. $10/8$ Und in welche
Stadt ihr kommt, und sie nehmen euch auf, [da] et, was euch
vorgesetzt wird, $10/9$ und heilt die Kranken darin und sprecht
zu ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen. $10/10$ In
welche Stadt ihr aber gekommen seid, und sie nehmen euch nicht
auf, [da] geht hinaus auf ihre Straen und sprecht: $10/11$ Auch
den Staub, der uns aus eurer Stadt an den Fen hngt, schtteln
wir gegen euch ab; doch dies wit, da das Reich Gottes nahe
gekommen ist. $10/12$ Ich sage euch, da es Sodom an jenem Tag
ertrglicher ergehen wird als jener Stadt.

Weherufe ber unbufertige Stdte.

Mt 11,20-24.

$10/13$ Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn in
Tyrus und Sidon die Wunderwerke geschehen wren, die unter euch
geschehen sind, lngst htten sie, in Sack und Asche sitzend,
Bue getan. $10/14$ Doch Tyrus und Sidon wird es ertrglicher
ergehen im Gericht als euch. $10/15$ Und du, Kapernaum, die du
bis zum Himmel erhht worden bist, bis zum Hades wirst du
hinabgestoen werden. $10/16$ Wer euch hrt, hrt mich; und wer
euch verwirft, verwirft mich; wer aber mich verwirft, verwirft
den, der mich gesandt hat.

Rckkehr der Siebzig - Lobpreis des Vaters.

Mt 11,25-27.

$10/17$ Die Siebzig aber kehrten mit Freuden zurck und
sprachen: Herr, auch die Dmonen sind uns untertan in deinem
Namen. $10/18$ Er sprach aber zu ihnen: Ich schaute den Satan
wie einen Blitz vom Himmel fallen. $10/19$ Siehe, ich gebe euch
die Macht, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und ber die
ganze Kraft des Feindes, und nichts soll euch irgendwie schaden.
$10/20$ Doch darber freut euch nicht, da euch die Geister
untertan sind; freut euch aber, da eure Namen in den Himmeln
angeschrieben sind. $10/21$ In dieser Stunde frohlockte Jesus im
Geist und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und
der Erde, da du dies vor Weisen und Verstndigen verborgen hast
und hast es Unmndigen geoffenbart. Ja, Vater, denn so war es
wohlgefllig vor dir. $10/22$ Alles ist mir bergeben von meinem
Vater; und niemand erkennt, wer der Sohn ist, als nur der Vater;
und wer der Vater ist, als nur der Sohn, und wem der Sohn [ihn]
offenbaren will. $10/23$ Und er wandte sich zu den Jngern
allein und sprach: Glckselig die Augen, die sehen, was ihr
seht! $10/24$ Denn ich sage euch, da viele Propheten und Knige
begehrt haben, zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht
gesehen, und zu hren, was ihr hrt, und haben es nicht gehrt.

Der barmherzige Samariter.

vgl. Mt 22,34-40; Mk 12,28-34.

$10/25$ Und siehe, ein Gesetzesgelehrter stand auf und versuchte
ihn und sprach: Lehrer, was mu ich getan haben, um ewiges Leben
zu erben? $10/26$ Er aber sprach zu ihm: Was steht in dem Gesetz
geschrieben? Wie liest du? $10/27$ Er aber antwortete und
sprach: `Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem
ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen
Kraft und mit deinem ganzen Verstand und deinen Nchsten wie
dich selbst. $10/28$ Er sprach aber zu ihm: Du hast recht
geantwortet; tu dies, und du wirst leben. $10/29$ Indem er aber
sich selbst rechtfertigen wollte, sprach er zu Jesus: Und wer
ist mein Nchster? $10/30$ Jesus aber erwiderte und sprach: Ein
Mensch ging von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel unter
Ruber, die ihn auch auszogen und ihm Schlge versetzten und
weggingen und ihn halbtot liegen lieen. $10/31$ Von ungefhr
aber ging ein Priester jenen Weg hinab; und als er ihn sah, ging
er an der entgegengesetzten Seite vorber. $10/32$ Ebenso aber
kam auch ein Levit, der an den Ort gelangte und sah [ihn] und
ging an der entgegengesetzten Seite vorber. $10/33$ Aber ein
Samariter, der auf der Reise war, kam zu ihm hin; und als er ihn
sah, wurde er innerlich bewegt; $10/34$ und er trat hinzu und
verband seine Wunden und go l und Wein darauf; und er setzte
ihn auf sein eigenes Tier und fhrte ihn in eine Herberge und
trug Sorge fr ihn. $10/35$ Und am folgenden Morgen zog er zwei
Denare heraus und gab sie dem Wirt und sprach: Trage Sorge fr
ihn; und was du noch dazu verwenden wirst, werde ich dir
bezahlen, wenn ich zurckkomme. $10/36$ Was meinst du, wer von
diesen dreien der Nchste dessen gewesen ist, der unter die
Ruber gefallen war? $10/37$ Er aber sprach: Der die
Barmherzigkeit an ihm bte. Jesus aber sprach zu ihm: Geh hin
und handle ebenso!

Martha und Maria.

$10/38$ Es geschah aber, als sie ihres Weges zogen, da er in
ein Dorf kam; und eine Frau mit Namen Martha nahm ihn in ihr
Haus auf. $10/39$ Und diese hatte eine Schwester, genannt Maria,
die sich auch zu den Fen Jesu niedersetzte und seinem Wort
zuhrte. $10/40$ Martha aber war sehr beschftigt mit vielem
Dienen; sie trat aber hinzu und sprach: Herr, kmmert es dich
nicht, da meine Schwester mich allein gelassen hat zu dienen?
Sage ihr doch, da sie mir helfe! $10/41$ Jesus aber antwortete
und sprach zu ihr: Martha, Martha! Du bist besorgt und
beunruhigt um viele Dinge; $10/42$ eins aber ist ntig. Maria
aber hat das gute Teil erwhlt, das nicht von ihr genommen
werden wird.

Vom Gebet.

V. 1-4: vgl. Mt 6,9-13; V. 5-13: vgl. Mt 7,7-11.

\11\

$11/1$ Und es geschah, als er an einem Ort war und betete, da
sprach, als er aufhrte, einer seiner Jnger zu ihm: Herr, lehre
uns beten, wie auch Johannes seine Jnger lehrte! $11/2$ Er
sprach aber zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater,
geheiligt werde dein Name; dein Reich komme; $11/3$ unser
ntiges Brot gib uns tglich; $11/4$ und vergib uns unsere
Snden, denn auch wir selbst vergeben jedem, der uns schuldig
ist; und fhre uns nicht in Versuchung. $11/5$ Und er sprach zu
ihnen: Wer von euch wird einen Freund haben und wird um
Mitternacht zu ihm gehen und zu ihm sagen: Freund, leihe mir
drei Brote, $11/6$ da mein Freund von der Reise bei mir
angekommen ist und ich nichts habe, was ich ihm vorsetzen soll;
$11/7$ und jener wrde von innen antworten und sagen: Mach mir
keine Mhe, die Tr ist schon geschlossen, und meine Kinder sind
bei mir im Bett; ich kann nicht aufstehen und dir geben? $11/8$
Ich sage euch, wenn er auch nicht aufstehen und ihm geben wird,
weil er sein Freund ist, so wird er wenigstens um seiner
Unverschmtheit willen aufstehen und ihm geben, so viel er
braucht. $11/9$ Und ich sage euch: Bittet, und es wird euch
gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es
wird euch aufgetan werden. $11/10$ Denn jeder Bittende empfngt,
und der Suchende findet, und dem Anklopfenden wird aufgetan
werden. $11/11$ Wo ist unter euch ein Vater, den der Sohn um
einen Fisch bitten wird - er wird ihm statt des Fisches doch
nicht eine Schlange geben? $11/12$ Oder auch, wenn er um ein Ei
bte - er wird ihm doch nicht einen Skorpion geben? $11/13$ Wenn
nun ihr, die ihr bse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben
wit, wieviel mehr wird der Vater, der vom Himmel [gibt], den
Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!

Dmonenaustreibung.

Mt 12,22-37; Mk 3,22-30.

$11/14$ Und er trieb einen Dmon aus, der stumm war. Es geschah
aber, als der Dmon ausgefahren war, redete der Stumme; und die
Volksmengen wunderten sich. $11/15$ Einige aber von ihnen
sagten: Durch Beelzebul, den Obersten der Dmonen, treibt er die
Dmonen aus. $11/16$ Andere aber versuchten ihn und forderten
von ihm ein Zeichen aus dem Himmel. $11/17$ Da er aber ihre
Gedanken wute, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich
selbst entzweit ist, wird verwstet, und Haus gegen Haus
[entzweit], strzt ein. $11/18$ Wenn aber auch der Satan mit
sich selbst entzweit ist, wie wird sein Reich bestehen? Denn ihr
sagt, da ich durch Beelzebul die Dmonen austreibe. $11/19$
Wenn aber ich durch Beelzebul die Dmonen austreibe, durch wen
treiben eure Shne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein.
$11/20$ Wenn ich aber durch den Finger Gottes die Dmonen
austreibe, so ist also das Reich Gottes zu euch gekommen.
$11/21$ Wenn der Starke bewaffnet seinen Hof bewacht, so ist
seine Habe in Frieden; $11/22$ wenn aber ein Strkerer als er
ber ihn kommt und ihn besiegt, so nimmt er seine ganze
Waffenrstung weg, auf die er vertraute, und seine Beute
verteilt er. $11/23$ Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich; und
wer nicht mit mir sammelt, zerstreut.

Von der Rckkehr unreiner Geister.

Mt 12,43-45.

$11/24$ Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist,
so durchwandert er drre Orte und sucht Ruhe; und da er sie
nicht findet, spricht er: Ich will in mein Haus zurckkehren,
von wo ich ausgegangen bin. $11/25$ Und wenn er kommt, findet er
es gekehrt und geschmckt. $11/26$ Dann geht er hin und nimmt
sieben andere Geister mit, schlimmer als er selbst, und sie
gehen hinein und wohnen dort; und das Ende jenes Menschen wird
rger als der Anfang.

Wahre Glckseligkeit.

$11/27$ Es geschah aber, als er dies sagte, da erhob eine Frau
aus der Volksmenge ihre Stimme und sprach zu ihm: Glckselig der
Leib, der dich getragen, und die Brste, die du gesogen hast!
$11/28$ Er aber sprach: Gewi, doch glckselig, die das Wort
Gottes hren und befolgen!

Das Zeichen Jonas.

Mt 12,38-42.

$11/29$ Als aber die Volksmengen sich herzudrngten, fing er an,
zu sagen: Dieses Geschlecht ist ein bses Geschlecht; es fordert
ein Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden als nur
das Zeichen Jonas. $11/30$ Denn wie Jona den Niniviten ein
Zeichen war, so wird es auch der Sohn des Menschen diesem
Geschlecht sein. $11/31$ Eine Knigin des Sdens wird auftreten
im Gericht mit den Mnnern dieses Geschlechts und wird sie
verdammen; denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit
Salomos zu hren; und siehe, hier ist mehr als Salomo. $11/32$
Mnner von Ninive werden aufstehen im Gericht mit diesem
Geschlecht und werden es verdammen; denn sie taten Bue auf die
Predigt Jonas hin; und siehe, hier ist mehr als Jona.

Gleichnis vom Auge.

vgl. Mt 5,15; 6,22.23.

$11/33$ Niemand aber, der eine Leuchte angezndet hat, stellt
sie ins Versteck, noch unter den Scheffel, sondern auf das
Lampengestell, damit die Hereinkommenden den Schein sehen.
$11/34$ Die Leuchte des Leibes ist dein Auge; wenn dein Auge
lauter ist, so ist auch dein ganzer Leib licht; wenn es aber
bse ist, so ist auch dein Leib finster. $11/35$ Sieh nun zu,
da das Licht, welches in dir ist, nicht Finsternis ist. $11/36$
Wenn nun dein ganzer Leib licht ist und keinen finsteren Teil
hat, so wird er ganz licht sein, wie wenn die Leuchte mit ihrem
Strahl dich beleuchtete.

Weherufe gegen die Phariser und Schriftgelehrten.

vgl. Mt 23,4-7.23-36.

$11/37$ Als er aber redete, bat ihn ein Phariser, da er bei
ihm zu Mittag essen mchte; er ging aber hinein und legte sich
zu Tisch. $11/38$ Als aber der Phariser es sah, wunderte er
sich, da er sich nicht erst vor dem Essen gewaschen hatte.
$11/39$ Der Herr aber sprach zu ihm: Nun, ihr Phariser, ihr
reinigt das uere des Bechers und der Schssel, euer Inneres
aber ist voller Raub und Bosheit. $11/40$ Toren! Hat nicht der,
welcher das uere gemacht hat, auch das Innere gemacht? $11/41$
Gebt jedoch als Almosen, was darin ist, und siehe, alles ist
euch rein. $11/42$ Aber wehe euch Pharisern! Denn ihr
verzehntet die Minze und die Raute und alles Kraut und bergeht
das Gericht und die Liebe Gottes; diese Dinge httet ihr tun und
jene nicht lassen sollen. $11/43$ Wehe euch Pharisern! Denn ihr
liebt den ersten Sitz in den Synagogen und die Begrungen auf
den Mrkten. $11/44$ Wehe euch! Denn ihr seid wie die Grfte,
die verborgen sind, und die Menschen, die darber hingehen,
wissen es nicht. $11/45$ Aber einer der Gesetzesgelehrten
antwortete und spricht zu ihm: Lehrer, indem du dies sagst,
schmhst du auch uns. $11/46$ Er aber sprach: Auch euch
Gesetzesgelehrten wehe! Denn ihr belastet die Menschen mit
schwer zu tragenden Lasten, und selbst rhrt ihr die Last nicht
mit einem eurer Finger an. $11/47$ Wehe euch! Denn ihr baut die
Grabmler der Propheten, eure Vter aber haben sie gettet.
$11/48$ So gebt ihr Zeugnis und stimmt den Werken eurer Vter
bei; denn sie haben sie gettet, ihr aber baut ihre Grabmler.
$11/49$ Darum hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde
Propheten und Apostel zu ihnen senden, und einige von ihnen
werden sie tten und vertreiben, $11/50$ damit das Blut aller
Propheten, das von Grundlegung der Welt an vergossen worden ist,
von diesem Geschlecht gefordert werde: $11/51$ von dem Blut
Abels an bis zu dem Blut des Zacharias, der zwischen dem Altar
und dem Haus umkam; ja, sage ich euch, es wird von diesem
Geschlecht gefordert werden. $11/52$ Wehe euch
Gesetzesgelehrten! Denn ihr habt den Schlssel der Erkenntnis
weggenommen; ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die
hineingehen wollten, habt ihr gehindert. $11/53$ Als er aber
dies zu ihnen sagte, fingen die Schriftgelehrten und die
Phariser an, hart auf ihn einzudringen und ihn ber vieles
auszufragen; $11/54$ und sie lauerten auf ihn, etwas aus seinem
Mund zu erjagen.

Warnung vor Heuchelei - Ermutigung zu furchtlosem Bekenntnis -
Warnung vor Lsterung des Geistes.

vgl. Mt 10,26-33.

\12\

$12/1$ Als sich unterdessen viele Tausende der Volksmenge
versammelt hatten, so da sie einander traten, fing er an,
zuerst zu seinen Jngern zu sagen: Htet euch vor dem Sauerteig
der Phariser, das heit vor der Heuchelei. $12/2$ Es ist aber
nichts verdeckt, was nicht aufgedeckt, und verborgen, was nicht
erkannt werden wird; $12/3$ deswegen wird alles, was ihr in der
Finsternis gesprochen haben werdet, im Licht gehrt werden, und
was ihr ins Ohr gesprochen haben werdet in den Kammern, wird auf
den Dchern ausgerufen werden.

$12/4$ Ich sage aber euch, meinen Freunden: Frchtet euch nicht
vor denen, die den Leib tten und nach diesem nichts weiter zu
tun vermgen. $12/5$ Ich will euch aber zeigen, wen ihr frchten
sollt: Frchtet den, der nach dem Tten Macht hat, in die Hlle
zu werfen; ja, sage ich euch, diesen frchtet. $12/6$ Werden
nicht fnf Sperlinge fr zwei Pfennig verkauft? Und nicht einer
von ihnen ist vor Gott vergessen. $12/7$ Aber selbst die Haare
eures Hauptes sind alle gezhlt. So frchtet euch nun nicht; ihr
seid mehr als viele Sperlinge. $12/8$ Ich sage euch aber: Jeder,
der mich vor den Menschen bekennen wird, den wird auch der Sohn
des Menschen vor den Engeln Gottes bekennen; $12/9$ wer mich
aber vor den Menschen verleugnet haben wird, der wird vor den
Engeln Gottes verleugnet werden.

$12/10$ Und jeder, der ein Wort sagen wird gegen den Sohn des
Menschen, dem wird vergeben werden; dem aber, der gegen den
Heiligen Geist lstert, wird nicht vergeben werden. $12/11$ Wenn
sie euch aber vor die Synagogen und die Obrigkeiten und die
Machthaber fhren, so sorgt nicht, wie oder womit ihr euch
verantworten oder was ihr sagen sollt; $12/12$ denn der Heilige
Geist wird euch in jener Stunde lehren, was ihr sagen sollt.

Gleichnis vom reichen Toren.

$12/13$ Einer aus der Volksmenge aber sprach zu ihm: Lehrer,
sage meinem Bruder, da er das Erbe mit mir teile. $12/14$ Er
aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zu einem Richter oder
[Erb]teiler ber euch gesetzt? $12/15$ Er sprach aber zu ihnen:
Seht zu und htet euch vor aller Habsucht, denn auch wenn jemand
berflu hat, besteht sein Leben nicht durch seine Habe. $12/16$
Er sagte aber ein Gleichnis zu ihnen und sprach: Das Land eines
reichen Menschen trug viel ein. $12/17$ Und er berlegte bei
sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Denn ich habe nicht,
wohin ich meine Frchte einsammeln soll. $12/18$ Und er sprach:
Dies will ich tun: ich will meine Scheunen niederreien und
grere bauen und will dahin all mein Korn und meine Gter
einsammeln; $12/19$ und ich will zu meiner Seele sagen: Seele,
du hast viele Gter daliegen auf viele Jahre. Ruhe aus, i,
trink, sei frhlich! $12/20$ Gott aber sprach zu ihm: Du Tor! In
dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Was du aber
bereitet hast, fr wen wird es sein? $12/21$ So ist, der fr
sich Schtze sammelt und nicht reich ist im Blick auf Gott.

Warnung vor Sorgen.

vgl. Mt 6,19-21.25-34.

$12/22$ Er sprach aber zu seinen Jngern: Deshalb sage ich euch:
Seid nicht besorgt fr das Leben, was ihr essen, noch fr den
Leib, was ihr anziehen sollt. $12/23$ Das Leben ist mehr als die
Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung. $12/24$ Betrachtet
die Raben, die nicht sen noch ernten, die weder Vorratskammer
noch Scheune haben, und Gott ernhrt sie. Wieviel seid ihr mehr
als die Vgel! $12/25$ Wer aber unter euch kann mit Sorgen
seiner Lebenslnge eine Elle zusetzen? $12/26$ Wenn ihr nun auch
das geringste nicht knnt, warum seid ihr um das brige besorgt?
$12/27$ Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen; sie mhen sich
nicht und spinnen auch nicht. Ich sage euch aber, selbst Salomo
in all seiner Herrlichkeit war nicht bekleidet wie eine von
ihnen. $12/28$ Wenn aber Gott das Gras, das heute auf dem Feld
steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wieviel
mehr euch, Kleinglubige! $12/29$ Und ihr, trachtet nicht
[danach], was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und seid
nicht in Unruhe; $12/30$ denn nach diesem allen trachten die
Nationen der Welt; euer Vater aber wei, da ihr dies bentigt.
$12/31$ Trachtet jedoch nach seinem Reich, und dies wird euch
hinzugefgt werden. $12/32$ Frchte dich nicht, du kleine Herde,
denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben.
$12/33$ Verkauft eure Habe und gebt Almosen; macht euch Beutel,
die nicht veralten, einen unvergnglichen Schatz in den Himmeln,
wo kein Dieb sich naht und keine Motte zerstrt. $12/34$ Denn wo
euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.

Ermahnung zur Wachsamkeit und Treue - Gleichnis vom treuen und
untreuen Knecht.

vgl. Mt 24,42-51.

$12/35$ Es seien eure Lenden umgrtet und die Lampen brennend;
$12/36$ und ihr, seid Menschen gleich, die auf ihren Herrn
warten, wann er aufbrechen mag von der Hochzeit, damit, wenn er
kommt und anklopft, sie ihm sogleich aufmachen. $12/37$
Glckselig jene Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend
finden wird! Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich umgrten und
sie sich zu Tisch legen lassen und wird hinzutreten und sie
bedienen. $12/38$ Und wenn er in der zweiten Wache kommt und in
der dritten Wache kommt und findet sie so - glckselig sind
jene! $12/39$ Dies aber erkennt: Wenn der Hausherr gewut htte,
zu welcher Stunde der Dieb kommen wrde, so htte er gewacht und
nicht erlaubt, da sein Haus durchgraben wrde. $12/40$ Auch
ihr, seid bereit! Denn der Sohn des Menschen kommt in der
Stunde, da ihr es nicht meint.

$12/41$ Petrus aber sprach zu ihm: Herr, sagst du dieses
Gleichnis zu uns oder auch zu allen? $12/42$ Der Herr aber
sprach: Wer ist nun der treue und kluge Verwalter, den der Herr
ber sein Gesinde setzen wird, um [ihm] die zugemessene Speise
zu geben zur rechten Zeit? $12/43$ Glckselig jener Knecht, den
sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird! $12/44$
In Wahrheit sage ich euch, da er ihn ber seine ganze Habe
setzen wird. $12/45$ Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen
sagt: Mein Herr lt sich Zeit mit dem Kommen, und anfngt, die
Knechte und Mgde zu schlagen und zu essen und zu trinken und
sich zu berauschen, $12/46$ so wird der Herr jenes Knechtes
kommen an einem Tag, an dem er es nicht erwartet, und in einer
Stunde, die er nicht wei, und wird ihn entzweischneiden und ihm
sein Teil setzen mit den Unglubigen. $12/47$ Jener Knecht aber,
der den Willen seines Herrn wute und sich nicht bereitet, noch
nach seinem Willen getan hat, wird mit vielen [Schlgen]
geschlagen werden; $12/48$ wer ihn aber nicht wute, aber getan
hat, was der Schlge wert ist, wird mit wenigen geschlagen
werden. Jedem aber, dem viel gegeben ist - viel wird von ihm
verlangt werden; und wem man viel anvertraut hat, von dem wird
man desto mehr fordern.

Entzweiung um Jesu willen.

vgl. Mt 10,34-36.

$12/49$ Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen, und wie
wnschte ich, es wre schon angezndet! $12/50$ Ich habe aber
eine Taufe, womit ich getauft werden mu, und wie bin ich
bedrngt, bis sie vollbracht ist! $12/51$ Denkt ihr, da ich
gekommen sei, Frieden auf der Erde zu geben? Nein, sage ich
euch, sondern vielmehr Entzweiung. $12/52$ Denn es werden von
nun an fnf in einem Haus entzweit sein; drei werden mit zweien
und zwei mit dreien entzweit sein: $12/53$ Vater mit Sohn und
Sohn mit Vater, Mutter mit Tochter und Tochter mit der Mutter,
Schwiegermutter mit ihrer Schwiegertochter und Schwiegertochter
mit der Schwiegermutter.

Zeichen der Zeit - Ermahnung zur Vershnung und Bue - Gleichnis
vom Feigenbaum.

Mt 16,1-3.

$12/54$ Er sprach aber auch zu den Volksmengen: Wenn ihr eine
Wolke von Westen aufsteigen seht, so sagt ihr sogleich: Ein
Regengu kommt. Und es geschieht so. $12/55$ Und wenn [ihr] den
Sdwind wehen [seht], so sagt ihr: Es wird Hitze geben. Und es
geschieht. $12/56$ Heuchler! Das Aussehen der Erde und des
Himmels wit ihr zu beurteilen. Wie aber kommt es, da ihr diese
Zeit nicht beurteilt?

V. 57-59: Mt 5,25.26.

$12/57$ Warum richtet ihr aber auch von euch selbst aus nicht,
was recht ist? $12/58$ Denn wenn du mit deinem Gegner vor die
Obrigkeit gehst, so gib dir auf dem Weg Mhe, von ihm
loszukommen, damit er dich nicht etwa zu dem Richter
hinschleppe; und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener
berliefern und der Gerichtsdiener dich ins Gefngnis werfen.
$12/59$ Ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis
du auch den letzten Heller bezahlt hast.

\13\

$13/1$ Zu dieser Zeit waren aber einige zugegen, die ihm von den
Galilern berichteten, deren Blut Pilatus mit ihren
Schlachtopfern vermischt hatte. $13/2$ Und er antwortete und
sprach zu ihnen: Meint ihr, da diese Galiler vor allen
Galilern Snder waren, weil sie dies erlitten haben? $13/3$
Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Bue tut, werdet ihr
alle ebenso umkommen. $13/4$ Oder jene achtzehn, auf die der
Turm in Siloah fiel und sie ttete: meint ihr, da sie vor allen
Menschen, die in Jerusalem wohnen, Schuldner waren? $13/5$ Nein,
sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Bue tut, werdet ihr alle
ebenso umkommen.

$13/6$ Er sagte aber dieses Gleichnis: Es hatte jemand einen
Feigenbaum, der in seinem Weinberg gepflanzt war; und er kam und
suchte Frucht an ihm und fand keine. $13/7$ Er sprach aber zu
dem Weingrtner: Siehe, drei Jahre komme ich und suche Frucht an
diesem Feigenbaum und finde keine. Hau ihn ab! Wozu macht er
auch das Land unbrauchbar? $13/8$ Er aber antwortet und sagt zu
ihm: Herr, la ihn noch dieses Jahr, bis ich um ihn graben und
Dnger legen werde; $13/9$ und wenn er etwa Frucht bringen wird,
[gut], wenn aber nicht, so magst du ihn knftig abhauen.

Heilung einer Frau am Sabbat.

$13/10$ Er lehrte aber am Sabbat in einer der Synagogen. $13/11$
Und siehe, da war eine Frau, die achtzehn Jahre einen Geist der
Schwche hatte; und sie war zusammengekrmmt und gnzlich
unfhig, sich aufzurichten. $13/12$ Als aber Jesus sie sah, rief
er ihr zu und sprach zu ihr: Frau, du bist gelst von deiner
Schwche! $13/13$ Und er legte ihr die Hnde auf, und sofort
wurde sie gerade und verherrlichte Gott. $13/14$ Der
Synagogenvorsteher aber, unwillig, da Jesus am Sabbat heilte,
begann und sprach zu der Volksmenge: Sechs Tage sind es, an
denen man arbeiten soll; an diesen nun kommt und lat euch
heilen und nicht am Tag des Sabbats. $13/15$ Der Herr nun
antwortete ihm und sprach: Heuchler! Bindet nicht jeder von euch
am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und fhrt
ihn hin und trnkt ihn? $13/16$ Diese aber, die eine Tochter
Abrahams ist, die der Satan gebunden hat, siehe, achtzehn Jahre
lang, sollte sie nicht von dieser Fessel gelst werden am Tag
des Sabbats? $13/17$ Und als er dies sagte, wurden alle seine
Widersacher beschmt; und die ganze Volksmenge freute sich ber
all die herrlichen Dinge, die durch ihn geschahen.

Gleichnisse vom Senfkorn und Sauerteig.

Mt 13,31-33; Mk 4,30-34.

$13/18$ Er sprach aber: Wem ist das Reich Gottes gleich, und wem
soll ich es vergleichen? $13/19$ Es gleicht einem Senfkorn, das
ein Mensch nahm und in seinen Garten warf; und es wuchs und
wurde zu einem groen Baum, und die Vgel des Himmels nisteten
in seinen Zweigen.

$13/20$ Und wieder sprach er: Wem soll ich das Reich Gottes
vergleichen? $13/21$ Es gleicht einem Sauerteig, den eine Frau
nahm und unter drei Ma Mehl mengte, bis es ganz durchsuert
war.

Die enge Pforte - Erste und Letzte.

$13/22$ Und lehrend durchzog er nacheinander Stdte und Drfer
und reiste nach Jerusalem. $13/23$ Es sprach aber jemand zu ihm:
Herr, sind es wenige, die errettet werden? Er aber sprach zu
ihnen: $13/24$ Ringt danach, durch die enge Pforte einzugehen;
denn viele, sage ich euch, werden einzugehen suchen und werden
es nicht vermgen. $13/25$ Sobald der Hausherr aufgestanden ist
und die Tr verschlossen hat und ihr anfangen werdet, drauen zu
stehen und an der Tr zu klopfen und zu sagen: Herr, tu uns auf!
wird er antworten und zu euch sagen: Ich kenne euch nicht [und
wei nicht], woher ihr seid. $13/26$ Dann werdet ihr anfangen,
zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken, und auf
unseren Straen hast du gelehrt. $13/27$ Und er wird sagen: Ich
sage euch, ich kenne euch nicht [und wei nicht], woher ihr
seid. Weicht von mir, alle ihr beltter! $13/28$ Da wird das
Weinen und das Zhneknirschen sein, wenn ihr Abraham und Isaak
und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sehen werdet, euch
aber drauen hinausgeworfen. $13/29$ Und sie werden kommen von
Osten und Westen und von Norden und Sden und zu Tisch liegen im
Reich Gottes. $13/30$ Und siehe, es sind Letzte, die Erste sein
werden, und es sind Erste, die Letzte sein werden.

Klage ber Jerusalem.

vgl. Mt 23,37-39.

$13/31$ In derselben Stunde kamen einige Phariser herbei und
sagten zu ihm: Geh hinaus und zieh fort, denn Herodes will dich
tten. $13/32$ Und er sprach zu ihnen: Geht hin und sagt diesem
Fuchs: Siehe, ich treibe Dmonen aus und vollbringe Heilungen
heute und morgen, und am dritten [Tag] werde ich vollendet.
$13/33$ Doch ich mu heute und morgen und am folgenden [Tag]
wandern; denn es geht nicht an, da ein Prophet auerhalb
Jerusalems umkomme. $13/34$ Jerusalem, Jerusalem, das da ttet
die Propheten und steinigt, die zu ihm gesandt sind! Wie oft
habe ich deine Kinder versammeln wollen wie eine Henne ihre Brut
unter die Flgel, und ihr habt nicht gewollt! $13/35$ Siehe,
euer Haus wird euch berlassen. Ich sage euch aber: Ihr werdet
mich nicht sehen, bis es geschieht, da ihr sprecht: `Gepriesen
[sei], der da kommt im Namen des Herrn!

Heilung eines Wasserschtigen am Sabbat.

\14\

$14/1$ Und es geschah, als er am Sabbat in das Haus eines der
Obersten der Phariser kam, um zu essen, da sie auf ihn
lauerten. $14/2$ Und siehe, ein wasserschtiger Mensch war vor
ihm. $14/3$ Und Jesus begann und sprach zu den Gesetzesgelehrten
und Pharisern und sagte: Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen?
$14/4$ Sie aber schwiegen. Und er fate ihn an und heilte ihn
und entlie ihn. $14/5$ Und er sprach zu ihnen: Wer unter euch,
dessen Sohn oder Ochse in einen Brunnen fllt, zieht ihn nicht
sogleich heraus am Tag des Sabbats? $14/6$ Und sie konnten ihm
darauf nicht antworten.

Warnung vor Ehrsucht.

$14/7$ Er sprach aber zu den Eingeladenen ein Gleichnis, als er
bemerkte, wie sie die ersten Pltze whlten, und sagte zu ihnen:
$14/8$ Wenn du von jemandem zur Hochzeit geladen wirst, so lege
dich nicht auf den ersten Platz, damit nicht etwa ein Geehrterer
als du von ihm geladen sei $14/9$ und der, welcher dich und ihn
geladen hat, komme und zu dir spreche: Mach diesem Platz! Und
dann wirst du anfangen, mit Schande den letzten Platz
einzunehmen. $14/10$ Sondern wenn du geladen bist, so geh hin
und lege dich auf den letzten Platz, damit, wenn der, welcher
dich geladen hat, kommt, er zu dir spreche: Freund, rcke hher
hinauf. Dann wirst du Ehre haben vor allen, die mit dir zu Tisch
liegen; $14/11$ Denn jeder, der sich selbst erhht, wird
erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhht
werden.

$14/12$ Er sprach aber auch zu dem, der ihn geladen hatte: Wenn
du ein Mittags- oder ein Abendmahl machst, so lade nicht deine
Freunde, noch deine Brder, noch deine Verwandten, noch reiche
Nachbarn, damit nicht etwa auch sie dich wiederladen und dir
Vergeltung zuteil werde. $14/13$ Sondern wenn du ein Mahl
machst, so lade Arme, Krppel, Lahme, Blinde, $14/14$ und
glckselig wirst du sein, weil sie nichts haben, um dir zu
vergelten; denn es wird dir vergolten werden bei der
Auferstehung der Gerechten.

Gleichnis vom groen Abendmahl.

vgl. Mt 22,2-10.

$14/15$ Als aber einer von denen, die mit zu Tisch lagen, dies
hrte, sprach er zu ihm: Glckselig, wer essen wird im Reich
Gottes! $14/16$ Er aber sprach zu ihm: Ein Mensch machte ein
groes Abendmahl und lud viele. $14/17$ Und er sandte seinen
Knecht zur Stunde des Abendmahls, um den Geladenen zu sagen:
Kommt, denn schon ist alles bereit. $14/18$ Und sie fingen alle
ohne Ausnahme an, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu
ihm: Ich habe einen Acker gekauft und mu notwendig ausgehen und
ihn besehen; ich bitte dich, halte mich fr entschuldigt.
$14/19$ Und ein anderer sprach: Ich habe fnf Joch Ochsen
gekauft, und ich gehe hin, sie zu erproben; ich bitte dich,
halte mich fr entschuldigt. $14/20$ Und ein anderer sprach: Ich
habe eine Frau geheiratet, und darum kann ich nicht kommen.
$14/21$ Und der Knecht kam herbei und berichtete dies seinem
Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht:
Geh eilends hinaus auf die Straen und Gassen der Stadt und
bringe die Armen und Krppel und Lahmen und Blinden hier herein.
$14/22$ Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, wie du
befohlen hast, und es ist noch Raum. $14/23$ Und der Herr sprach
zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Wege und Zune und ntige
[sie] hereinzukommen, da mein Haus voll werde; $14/24$ denn ich
sage euch, da nicht einer jener Mnner, die geladen waren, mein
Abendmahl schmecken wird.

Bedingungen der Nachfolge.

$14/25$ Es ging aber eine groe Volksmenge mit ihm; und er
wandte sich um und sprach zu ihnen: $14/26$ Wenn jemand zu mir
kommt und hat nicht seinen Vater und seine Mutter und seine
Frau und seine Kinder und seine Brder und Schwestern, dazu aber
auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jnger sein;
$14/27$ und wer nicht sein Kreuz trgt und mir nachkommt, kann
nicht mein Jnger sein. $14/28$ Denn wer unter euch, der einen
Turm bauen will, setzt sich nicht zuvor hin und berechnet die
Kosten, ob er [das Ntige] zur Ausfhrung habe? $14/29$ Damit
nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat und nicht vollenden
kann, alle, die es sehen, anfangen, ihn zu verspotten, $14/30$
und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und konnte
nicht vollenden. $14/31$ Oder welcher Knig, der auszieht, um
sich mit einem anderen Knig in Krieg einzulassen, setzt sich
nicht zuvor hin und ratschlagt, ob er imstande sei, dem mit
zehntausend entgegenzutreten, der gegen ihn mit zwanzigtausend
anrckt? $14/32$ Wenn aber nicht, so sendet er, whrend er noch
fern ist, eine Gesandtschaft und bittet um die
Friedensbedingungen. $14/33$ So kann nun keiner von euch, der
nicht allem entsagt, was er hat, mein Jnger sein. $14/34$ Das
Salz ist gut; wenn aber auch das Salz kraftlos geworden ist,
womit soll es gewrzt werden? $14/35$ Es ist weder fr das Land
noch fr den Dnger tauglich; man wirft es hinaus. Wer Ohren hat
zu hren, der hre!

Gleichnisse vom verlorenen Schaf und von der verlorenen Drachme.

V. 1-7: vgl. Mt 18,11-13.

\15\

$15/1$ Es nahten aber zu ihm alle Zllner und Snder, ihn zu
hren; $15/2$ und die Phariser und die Schriftgelehrten murrten
und sprachen: Dieser nimmt Snder auf und it mit ihnen. $15/3$
Er sprach aber zu ihnen dieses Gleichnis und sagte: $15/4$
Welcher Mensch unter euch, der hundert Schafe hat und eins von
ihnen verloren hat, lt nicht die neunundneunzig in der Wste
und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? $15/5$ Und wenn
er es gefunden hat, so legt er es mit Freuden auf seine
Schultern; $15/6$ und wenn er nach Hause kommt, ruft er die
Freunde und die Nachbarn zusammen und spricht zu ihnen: Freut
euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren
war. $15/7$ Ich sage euch: So wird Freude im Himmel sein ber
einen Snder, der Bue tut, [mehr] als ber neunundneunzig
Gerechte, die die Bue nicht ntig haben.

$15/8$ Oder welche Frau, die zehn Drachmen hat, zndet nicht,
wenn sie eine Drachme verliert, eine Lampe an und kehrt das Haus
und sucht sorgfltig, bis sie sie findet? $15/9$ Und wenn sie
sie gefunden hat, ruft sie die Freundinnen und Nachbarinnen
zusammen und spricht: Freut euch mit mir, denn ich habe die
Drachme gefunden, die ich verloren hatte. $15/10$ So, sage ich
euch, ist Freude vor den Engeln Gottes ber einen Snder, der
Bue tut.

Gleichnis vom verlorenen Sohn.

$15/11$ Er sprach aber: Ein Mensch hatte zwei Shne; $15/12$ und
der jngere von ihnen sprach zu dem Vater: Vater, gib mir den
Teil des Vermgens, der mir zufllt. Und er teilte ihnen die
Habe. $15/13$ Und nach nicht vielen Tagen brachte der jngere
Sohn alles zusammen und reiste weg in ein fernes Land, und dort
vergeudete er sein Vermgen, indem er verschwenderisch lebte.
$15/14$ Als er aber alles verzehrt hatte, kam eine gewaltige
Hungersnot ber jenes Land, und er selbst fing an, Mangel zu
leiden. $15/15$ Und er ging hin und hngte sich an einen der
Brger jenes Landes, der schickte ihn auf seine cker, Schweine
zu hten. $15/16$ Und er begehrte seinen Bauch zu fllen mit den
Schoten, die die Schweine fraen; und niemand gab ihm. $15/17$
Als er aber in sich ging, sprach er: Wie viele Tagelhner meines
Vaters haben berflu an Brot, ich aber komme hier um vor
Hunger. $15/18$ Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater
gehen und will zu ihm sagen: Vater, ich habe gesndigt gegen den
Himmel und vor dir, $15/19$ ich bin nicht mehr wrdig, dein Sohn
zu heien, mach mich wie einen deiner Tagelhner. $15/20$ Und er
machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern
war, sah ihn sein Vater und wurde innerlich bewegt und lief hin
und fiel ihm um seinen Hals und kte ihn zrtlich. $15/21$ Der
Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesndigt gegen den
Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr wrdig, dein Sohn zu
heien. $15/22$ Der Vater aber sprach zu seinen Sklaven: Bringt
das beste Kleid her und zieht es ihm an und tut einen Ring an
seine Hand und Sandalen an seine Fe; $15/23$ und bringt das
gemstete Kalb her und schlachtet es, und lat uns essen und
frhlich sein! $15/24$ Denn dieser mein Sohn war tot und ist
wieder lebendig geworden, war verloren und ist gefunden worden.
Und sie fingen an, frhlich zu sein.

$15/25$ Sein lterer Sohn aber war auf dem Feld; und als er kam
und sich dem Haus nherte, hrte er Musik und Reigen. $15/26$
Und er rief einen der Sklaven herbei und erkundigte sich, was
das wre. $15/27$ Der aber sprach zu ihm: Dein Bruder ist
gekommen, und dein Vater hat das gemstete Kalb geschlachtet,
weil er ihn gesund wiedererhalten hat. $15/28$ Er aber wurde
zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber ging hinaus
und redete ihm zu. $15/29$ Er aber antwortete und sprach zu dem
Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir, und niemals habe ich
ein Gebot von dir bertreten; und mir hast du niemals ein
Bckchen gegeben, da ich mit meinen Freunden frhlich wre;
$15/30$ da aber dieser dein Sohn gekommen ist, der deine Habe
mit Huren durchgebracht hat, hast du ihm das gemstete Kalb
geschlachtet. $15/31$ Er aber sprach zu ihm: Kind, du bist
allezeit bei mir, und alles, was mein ist, ist dein. $15/32$ Es
geziemte sich aber, frhlich zu sein und sich zu freuen; denn
dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden und
verloren und ist gefunden worden.

Gleichnis vom ungerechten Verwalter.

\16\

$16/1$Er sprach aber auch zu den Jngern: Es war ein reicher
Mann, der einen Verwalter hatte; und dieser wurde bei ihm
angeklagt, als verschwende er seine Habe. $16/2$ Und er rief ihn
und sprach zu ihm: Was ist es, das ich von dir hre? Lege die
Rechnung von deiner Verwaltung ab, denn du wirst nicht mehr
Verwalter sein knnen. $16/3$ Der Verwalter aber sprach bei sich
selbst: Was soll ich tun? Denn mein Herr nimmt mir die
Verwaltung ab. Graben kann ich nicht, zu betteln schme ich
mich. $16/4$ Ich wei, was ich tun werde, damit sie mich, wenn
ich der Verwaltung enthoben bin, in ihre Huser aufnehmen.
$16/5$ Und er rief jeden einzelnen der Schuldner seines Herrn
herbei und sprach zu dem ersten: Wieviel bist du meinem Herrn
schuldig? $16/6$ Der aber sprach: Hundert Bat l. Und er sprach
zu ihm: Nimm deinen Schuldbrief und setze dich schnell hin und
schreibe fnfzig. $16/7$ Danach sprach er zu einem anderen: Du
aber, wieviel bist du schuldig? Der aber sprach: Hundert Kor
Weizen. Und er spricht zu ihm: Nimm deinen Schuldbrief und
schreibe achtzig. $16/8$ Und der Herr lobte den ungerechten
Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Shne dieser
Welt sind klger als die Shne des Lichts gegen ihr eigenes
Geschlecht. $16/9$ Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem
ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, man euch
aufnehme in die ewigen Zelte. $16/10$ Wer im Geringsten treu
ist, ist auch in vielem treu, und wer im Geringsten ungerecht
ist, ist auch in vielem ungerecht. $16/11$ Wenn ihr nun mit dem
ungerechten Mammon nicht treu gewesen seid, wer wird euch das
Wahrhaftige anvertrauen? $16/12$ Und wenn ihr mit dem Fremden
nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Eure geben? $16/13$
Kein Haussklave kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er
den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen
anhngen und den anderen verachten. Ihr knnt nicht Gott dienen
und dem Mammon.

Gesetz und Evangelium.

$16/14$ Dies alles hrten aber auch die Phariser, die
geldliebend waren, und sie verhhnten ihn. $16/15$ Und er sprach
zu ihnen: Ihr seid es, die sich selbst rechtfertigen vor den
Menschen, Gott aber kennt eure Herzen; denn was unter den
Menschen hoch ist, ist ein Greuel vor Gott. $16/16$ Das Gesetz
und die Propheten [gehen] bis auf Johannes; von da an wird das
Evangelium des Reiches Gottes verkndigt, und jeder dringt mit
Gewalt hinein. $16/17$ Es ist aber leichter, da der Himmel und
die Erde vergehen, als da ein Strichlein des Gesetzes wegfalle.
$16/18$ Jeder, der seine Frau entlt und eine andere heiratet,
begeht Ehebruch; und jeder, der die von einem Mann Entlassene
heiratet, begeht Ehebruch.

Der reiche Mann und der arme Lazarus.

$16/19$ Es war aber ein reicher Mann, und er kleidete sich in
Purpur und feine Leinwand und lebte alle Tage frhlich und in
Prunk. $16/20$ Ein Armer aber, mit Namen Lazarus, lag an dessen
Tor, voller Geschwre, $16/21$ und er begehrte, sich mit den
Abfllen vom Tisch des Reichen zu sttigen; aber auch die Hunde
kamen und leckten seine Geschwre. $16/22$ Es geschah aber, da
der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Scho getragen
wurde. Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben. $16/23$
Und als er im Hades seine Augen aufschlug und in Qualen war,
sieht er Abraham von fern und Lazarus in seinem Scho. $16/24$
Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner und
sende Lazarus, da er die Spitze seines Fingers ins Wasser
tauche und meine Zunge khle; denn ich leide Pein in dieser
Flamme. $16/25$ Abraham aber sprach: Kind, gedenke, da du dein
Gutes vllig empfangen hast in deinem Leben und Lazarus ebenso
das Bse; jetzt aber wird er hier getrstet, du aber leidest
Pein. $16/26$ Und zu diesem allen ist zwischen uns und euch eine
groe Kluft festgelegt, damit die, welche von hier zu euch
hinbergehen wollen, es nicht knnen, noch die, welche von dort
zu uns herberkommen wollen. $16/27$ Er sprach aber: Ich bitte
dich nun, Vater, da du ihn in das Haus meines Vaters sendest,
$16/28$ denn ich habe fnf Brder, da er ihnen ernstlich
Zeugnis gebe, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual
kommen. $16/29$ Abraham aber spricht zu ihm: Sie haben Mose und
die Propheten; mgen sie die hren. $16/30$ Er aber sprach:
Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen
geht, so werden sie Bue tun. $16/31$ Er sprach aber zu ihm:
Wenn sie Mose und die Propheten nicht hren, so werden sie auch
nicht berzeugt werden, wenn jemand aus den Toten aufersteht.

Warnung vor Verfhrung zur Snde - Ermahnungen vom Vergeben,
Glauben und Dienen.

\17\

$17/1$ Er sprach aber zu seinen Jngern: Es ist unmglich, da
nicht Verfhrungen kommen. Wehe aber dem, durch den sie kommen!
$17/2$ Es wre ihm ntzlicher, wenn ein Mhlstein um seinen Hals
gelegt und er ins Meer geworfen wrde, als da er einem dieser
Kleinen Anla zur Snde gbe!

$17/3$ Habt acht auf euch selbst: Wenn dein Bruder sndigt, so
weise ihn zurecht, und wenn er es bereut, so vergib ihm. $17/4$
Und wenn er siebenmal am Tag an dir sndigt und siebenmal zu dir
umkehrt und spricht: Ich bereue es, so sollst du ihm vergeben.

$17/5$ Und die Apostel sprachen zu dem Herrn: Mehre uns den
Glauben! $17/6$ Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben habt wie
ein Senfkorn, so wrdet ihr zu diesem Maulbeerfeigenbaum sagen:
Entwurzele dich und pflanze dich ins Meer! Und er wrde euch
gehorchen.

$17/7$ Wer aber von euch, der einen Sklaven hat, der pflgt oder
htet, wird zu ihm, wenn er vom Feld hereinkommt, sagen: Komm
und leg dich sogleich zu Tisch? $17/8$ Wird er nicht vielmehr zu
ihm sagen: Richte zu, was ich zu Abend essen soll, und grte
dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe; und
danach sollst du essen und trinken? $17/9$ Dankt er etwa dem
Sklaven, da er das Befohlene getan hat? Ich meine nicht.
$17/10$ So sprecht auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch
befohlen ist: Wir sind unntze Sklaven; wir haben getan, was wir
zu tun schuldig waren.

Heilung von zehn Ausstzigen.

$17/11$ Und es geschah, als er nach Jerusalem reiste, da er
mitten durch Samaria und Galila ging. $17/12$ Und als er in ein
Dorf einzog, begegneten ihm zehn ausstzige Mnner, die von fern
standen. $17/13$ Und sie erhoben ihre Stimme und sprachen:
Jesus, Meister, erbarme dich unser! $17/14$ Und als er [sie]
sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den Priestern!
Und es geschah, whrend sie hingingen, wurden sie gereinigt.
$17/15$ Einer aber von ihnen kehrte zurck, als er sah, da er
geheilt war, und verherrlichte Gott mit lauter Stimme; $17/16$
und er fiel aufs Angesicht zu seinen Fen und dankte ihm; und
das war ein Samariter. $17/17$ Jesus aber antwortete und sprach:
Sind nicht die Zehn gereinigt worden? Wo sind die Neun? $17/18$
Haben sich sonst keine gefunden, die zurckkehrten, um Gott Ehre
zu geben, auer diesem Fremdling? $17/19$ Und er sprach zu ihm:
Steh auf und geh hin! Dein Glaube hat dich gerettet.

Das Reich Gottes und der Tag des Menschensohnes.

V. 22-36: vgl. Mt 24,17.18.23-28.37-41.

$17/20$ Und als er von den Pharisern gefragt wurde: Wann kommt
das Reich Gottes? antwortete er ihnen und sprach: Das Reich
Gottes kommt nicht so, da man es beobachten knnte; $17/21$
noch wird man sagen: Siehe hier! Oder: Siehe dort! Denn siehe,
das Reich Gottes ist mitten unter euch. $17/22$ Er sprach aber
zu den Jngern: Es werden Tage kommen, da ihr begehren werdet,
einen der Tage des Sohnes des Menschen zu sehen, und ihr werdet
[ihn] nicht sehen. $17/23$ Und man wird zu euch sagen: Siehe
hier! oder: Siehe dort! Geht nicht hin, folgt auch nicht.
$17/24$ Denn wie der Blitz blitzend leuchtet von einem [Ende]
unter dem Himmel bis zum anderen [Ende] unter dem Himmel, so
wird der Sohn des Menschen sein an seinem Tag. $17/25$ Vorher
aber mu er vieles leiden und verworfen werden von diesem
Geschlecht. $17/26$ Und wie es in den Tagen Noahs geschah, so
wird es auch sein in den Tagen des Sohnes des Menschen: $17/27$
sie aen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet
bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging und die Flut kam und
alle umbrachte. $17/28$ Ebenso auch, wie es geschah in den Tagen
Lots: sie aen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie
pflanzten, sie bauten; $17/29$ an dem Tag aber, da Lot von Sodom
ausging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte
alle um. $17/30$ Ebenso wird es an dem Tag sein, da der Sohn des
Menschen geoffenbart wird. $17/31$ An jenem Tag - wer auf dem
Dach sein wird und sein Gert im Haus hat, der steige nicht
hinab, um es zu holen; und wer auf dem Feld ist, wende sich
ebensowenig zurck. $17/32$ Gedenkt an Lots Frau! $17/33$ Wer
sein Leben zu retten sucht, wird es verlieren; und wer es
verliert, wird es erhalten. $17/34$ Ich sage euch: In jener
Nacht werden zwei auf einem Bett sein; einer wird genommen und
der andere gelassen werden. $17/35$ Zwei werden zusammen mahlen,
die eine wird genommen, die andere gelassen werden. $17/36$ Und
sie antworten und sagen zu ihm: Wo, Herr? Er aber sprach zu
ihnen: Wo der Leichnam ist, da sammeln sich auch die Adler.

Gleichnis vom ungerechten Richter.

\18\

$18/1$ Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis dafr, da sie
allezeit beten und nicht ermatten sollten, $18/2$ und sprach: Es
war ein Richter in einer Stadt, der Gott nicht frchtete und vor
keinem Menschen sich scheute. $18/3$ Es war aber eine Witwe in
jener Stadt; und sie kam zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht
gegenber meinem Widersacher. $18/4$ Und eine Zeitlang wollte er
nicht; danach aber sprach er bei sich selbst: Wenn ich auch Gott
nicht frchte und vor keinem Menschen mich scheue, $18/5$ so
will ich doch, weil diese Witwe mir Mhe macht, ihr Recht
verschaffen, da sie nicht am Ende komme und mir ins Gesicht
fahre. $18/6$ Der Herr aber sprach: Hrt, was der ungerechte
Richter sagt. $18/7$ Gott aber, sollte er das Recht seiner
Auserwhlten nicht ausfhren, die Tag und Nacht zu ihm schreien,
und sollte er es bei ihnen lange hinziehen? $18/8$ Ich sage
euch, da er ihr Recht ohne Verzug ausfhren wird. Doch wird
wohl der Sohn des Menschen, wenn er kommt, den Glauben finden
auf der Erde?

Gleichnis vom Phariser und Zllner.

$18/9$ Er sprach aber auch zu einigen, die auf sich selbst
vertrauten, da sie gerecht seien, und die brigen fr nichts
achteten, dieses Gleichnis: $18/10$ Zwei Menschen gingen hinauf
in den Tempel, um zu beten, der eine ein Phariser und der
andere ein Zllner. $18/11$ Der Phariser stand und betete bei
sich selbst so: O Gott, ich danke dir, da ich nicht bin wie die
brigen der Menschen: Ruber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch
wie dieser Zllner. $18/12$ Ich faste zweimal in der Woche, ich
verzehnte alles, was ich erwerbe. $18/13$ Und der Zllner stand
von fern und wollte sogar die Augen nicht aufheben zum Himmel,
sondern schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir, dem
Snder, gndig! $18/14$ Ich sage euch: Dieser ging
gerechtfertigt hinab in sein Haus im Gegensatz zu jenem; denn
jeder, der sich selbst erhht, wird erniedrigt werden; wer aber
sich selbst erniedrigt, wird erhht werden.

Jesus und die Kinder.

Mt 19,13-15; Mk 10,13-16.

$18/15$ Sie brachten aber auch die [kleinen] Kinder zu ihm, da
er sie anrhre. Als aber die Jnger es sahen, fuhren sie sie an.
$18/16$ Jesus aber rief sie herbei und sprach: Lat die Kinder
zu mir kommen und wehrt ihnen nicht, denn solchen gehrt das
Reich Gottes. $18/17$ Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich
Gottes nicht aufnehmen wird wie ein Kind, wird nicht
hineinkommen.

Frage eines Reichen nach dem ewigen Leben.

Mt 19,16-30; Mk 10,17-31.

$18/18$ Und es fragte ihn ein Oberster und sprach: Guter Lehrer,
was mu ich getan haben, um ewiges Leben zu erben? $18/19$ Jesus
aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut, als
nur einer, Gott. $18/20$ Die Gebote weit du: `Du sollst nicht
ehebrechen; du sollst nicht tten; du sollst nicht stehlen; du
sollst nicht falsches Zeugnis geben; ehre deinen Vater und deine
Mutter. $18/21$ Er aber sprach: Dies alles habe ich befolgt von
meiner Jugend an. $18/22$ Als aber Jesus dies hrte, sprach er
zu ihm: Eins fehlt dir noch: verkaufe alles, was du hast, und
verteile es an die Armen, und du wirst einen Schatz in den
Himmeln haben, und komm, folge mir nach! $18/23$ Als er aber
dies hrte, wurde er sehr betrbt, denn er war sehr reich.
$18/24$ Als aber Jesus sah, da er sehr betrbt wurde, sprach
er: Wie schwer werden die, welche Gter haben, in das Reich
Gottes kommen! $18/25$ Denn es ist leichter, da ein Kamel durch
ein Nadelhr eingeht, als da ein Reicher in das Reich Gottes
kommt. $18/26$ Es sprachen aber, die es hrten: Und wer kann
[dann] errettet werden? $18/27$ Er aber sprach: Was bei Menschen
unmglich ist, ist mglich bei Gott. $18/28$ Petrus aber sprach:
Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.
$18/29$ Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist
niemand, der Haus oder Eltern oder Brder oder Frau oder Kinder
verlassen hat um des Reiches Gottes willen, $18/30$ der nicht
Vielfltiges empfangen wird in dieser Zeit und in dem kommenden
Zeitalter ewiges Leben.

Dritte Leidensankndigung.

Mt 20,17-19; Mk 10,32-34.

$18/31$ Er nahm aber die Zwlf zu sich und sprach zu ihnen:
Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles
vollendet werden, was durch die Propheten auf den Sohn des
Menschen hin geschrieben ist; $18/32$ denn er wird den Nationen
berliefert werden und wird verspottet und geschmht und
angespien werden; $18/33$ und wenn sie ihn gegeielt haben,
werden sie ihn tten, und am dritten Tag wird er auferstehen.
$18/34$ Und sie verstanden nichts von diesen Dingen, und dieses
Wort war vor ihnen verborgen, und sie begriffen das Gesagte
nicht.

Heilung eines Blinden.

Mt 20,29-34; Mk 10,46-52; vgl. Mt 9,27-31; Mk 8,22-26.

$18/35$ Es geschah aber, als er Jericho nahte, sa ein Blinder
bettelnd am Weg. $18/36$ Und als er eine Volksmenge vorbeiziehen
hrte, erkundigte er sich, was das sei. $18/37$ Sie verkndeten
ihm aber, da Jesus, der Nazorer, vorbergehe. $18/38$ Und er
rief und sprach: Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!
$18/39$ Und die Vorangehenden bedrohten ihn, da er schweigen
sollte; er aber schrie um so mehr: Sohn Davids, erbarme dich
meiner! $18/40$ Jesus aber blieb stehen und befahl, da man ihn
zu ihm fhre. Als er sich aber nherte, fragte er ihn: $18/41$
Was willst du, da ich dir tun soll? Er aber sprach: Herr, da
ich sehend werde! $18/42$ Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend!
Dein Glaube hat dich geheilt. $18/43$ Und sofort wurde er
sehend, folgte ihm nach und verherrlichte Gott. Und das ganze
Volk, das es sah, gab Gott Lob.

Zachus, der Oberzllner.

\19\

$19/1$ Und er ging hinein und zog durch Jericho. $19/2$ Und
siehe, [da war] ein Mann mit Namen Zachus, und der war ein
Oberzllner und war reich. $19/3$ Und er suchte Jesus zu sehen,
wer er sei; und er konnte es nicht vor der Volksmenge, denn er
war klein von Gestalt. $19/4$ Und er lief voraus und stieg auf
einen Maulbeerfeigenbaum, damit er ihn sehe; denn er sollte dort
durchkommen. $19/5$ Und als er an den Ort kam, sah Jesus auf und
erblickte ihn und sprach zu ihm: Zachus, steige eilends herab,
denn heute mu ich in deinem Haus bleiben. $19/6$ Und er stieg
eilends herab und nahm ihn auf mit Freuden. $19/7$ Und als sie
es sahen, murrten alle und sagten: Er ist eingekehrt, um bei
einem sndigen Mann zu herbergen. $19/8$ Zachus aber stand und
sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hlfte meiner Gter gebe
ich den Armen, und wenn ich von jemand etwas durch falsche
Anklage genommen habe, so erstatte ich es vierfach. $19/9$ Jesus
aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, weil
auch er ein Sohn Abrahams ist; $19/10$ denn der Sohn des
Menschen ist gekommen, zu suchen und zu erretten, was verloren
ist.

Gleichnis von den anvertrauten Pfunden.

vgl. Mt 25,14-30.

$19/11$ Whrend sie aber dies hrten, fgte er noch ein
Gleichnis hinzu, weil er nahe bei Jerusalem war, und sie
meinten, da das Reich Gottes sogleich erscheinen sollte.
$19/12$ Er sprach nun: Ein hochgeborener Mann zog in ein fernes
Land, um ein Reich fr sich zu empfangen und wiederzukommen.
$19/13$ Er berief aber zehn seiner Knechte und gab ihnen zehn
Pfunde und sprach zu ihnen: Handelt [damit], bis ich
[wieder-]komme. $19/14$ Seine Brger aber haten ihn und
schickten eine Gesandtschaft hinter ihm her und lieen sagen:
Wir wollen nicht, da dieser ber uns Knig sei. $19/15$ Und es
geschah, als er zurckkam, nachdem er das Reich empfangen hatte,
da sagte er, man solle diese Knechte, denen er das Geld gegeben
hatte, zu ihm rufen, damit er erfhre, was ein jeder erhandelt
habe. $19/16$ Der erste aber kam herbei und sagte: Herr, dein
Pfund hat zehn Pfunde hinzugewonnen. $19/17$ Und er sprach zu
ihm: Recht so, du guter Knecht! Weil du im Geringsten treu
warst, sollst du Vollmacht ber zehn Stdte haben. $19/18$ Und
der zweite kam und sagte: Herr, dein Pfund hat fnf Pfunde
eingetragen. $19/19$ Er sprach aber auch zu diesem: Und du, sei
ber fnf Stdte. $19/20$ Und ein anderer kam und sagte: Herr,
siehe, [hier ist] dein Pfund, das ich in einem Schweituch
verwahrt hielt; $19/21$ denn ich frchtete dich, weil du ein
strenger Mann bist: du nimmst, was du nicht hingelegt, und du
erntest, was du nicht gest hast. $19/22$ Er spricht zu ihm: Aus
deinem Mund werde ich dich richten, du bser Knecht! Du wutest,
da ich ein strenger Mann bin, der ich nehme, was ich nicht
hingelegt, und ernte, was ich nicht gest habe? $19/23$ Und
warum hast du mein Geld nicht in eine Bank gegeben, und wenn ich
kam, htte ich es mit Zinsen eingefordert? $19/24$ Und er sprach
zu den Dabeistehenden: Nehmt das Pfund von ihm und gebt es dem,
der die zehn Pfunde hat. $19/25$ Und sie sprachen zu ihm: Herr,
er hat [ja schon] zehn Pfunde! $19/26$ Ich sage euch: Jedem, der
da hat, wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, von
dem wird selbst, was er hat, weggenommen werden. $19/27$ Doch
jene meine Feinde, die nicht wollten, da ich ber sie Knig
wrde, bringt her und erschlagt sie vor mir.

Einzug in Jerusalem - Ankndigung der Zerstrung Jerusalems.

V. 28-40: Mt 21,1-11; Mk 11,1-10; Joh 12,12-19.

$19/28$ Und als er dies gesagt hatte, zog er voran und ging
hinauf nach Jerusalem. $19/29$ Und es geschah, als er Bethphage
und Bethanien nahte, gegen den Berg hin, der lberg genannt
wird, sandte er zwei seiner Jnger $19/30$ und sprach: Geht hin
in das Dorf gegenber, und wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein
Fohlen darin angebunden finden, auf dem kein Mensch je gesessen
hat; bindet es los und fhrt es [her]. $19/31$ Und wenn jemand
euch fragt: Warum bindet ihr es los? sprecht so zu ihm: Der Herr
braucht es. $19/32$ Und die Abgesandten gingen hin und fanden
es, wie er ihnen gesagt hatte. $19/33$ Als sie aber das Fohlen
losbanden, sprachen dessen Herren zu ihnen: Warum bindet ihr das
Fohlen los? $19/34$ Sie aber sprachen: Der Herr braucht es.
$19/35$ Und sie fhrten es zu Jesus; und sie warfen ihre Kleider
auf das Fohlen und setzten Jesus darauf. $19/36$ Whrend er aber
hinzog, breiteten sie ihre Kleider aus auf den Weg. $19/37$ Und
als er sich schon dem Abhang des lbergs nahte, fing die ganze
Menge der Jnger an, mit lauter Stimme freudig Gott zu loben
ber alle die Wunderwerke, die sie gesehen hatten, $19/38$ und
sie sagten: `Gepriesen [sei] der Knig, der da kommt im Namen
des Herrn! Friede im Himmel und Herrlichkeit in der Hhe!
$19/39$ Und einige der Phariser aus der Volksmenge sprachen zu
ihm: Lehrer, weise deine Jnger zurecht. $19/40$ Und er
antwortete und sprach zu ihnen: Ich sage euch, wenn diese
schweigen, so werden die Steine schreien.

$19/41$ Und als er sich nherte und die Stadt sah, weinte er
ber sie, $19/42$ und sprach: Wenn auch du an diesem Tag erkannt
httest, was zu deinem Frieden dient! Jetzt aber ist es vor
deinen Augen verborgen. $19/43$ Denn Tage werden ber dich
kommen, da werden deine Feinde einen Wall um dich aufschtten
und dich umzingeln und dich von allen Seiten einengen; $19/44$
und sie werden dich und deine Kinder in dir zu Boden werfen und
werden in dir nicht einen Stein auf dem anderen lassen, dafr
da du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast.

Tempelreinigung - Die Frage nach der Vollmacht Jesu.

Mt 21,12-16; Mk 11,15-18; vgl. Joh 2,13-17.

$19/45$ Und als er in den Tempel eingetreten war, fing er an,
die Verkufer auszutreiben, $19/46$ und sprach zu ihnen: Es
steht geschrieben: `Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habt es
zu einer `Ruberhhle gemacht.

$19/47$ Und er lehrte tglich im Tempel; die Hohenpriester aber
und die Schriftgelehrten und die Ersten des Volkes suchten ihn
umzubringen. $19/48$ Und sie fanden nicht, was sie tun sollten,
denn das ganze Volk hing ihm an und hrte auf ihn.

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