Das Evangelium nach Lukas.

Vorwort.

\1\

$1/1$ Da es nun schon viele unternommen haben, einen Bericht von
den Ereignissen zu verfassen, die sich unter uns zugetragen
haben, $1/2$ wie sie uns die berliefert haben, die von Anfang
an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind, $1/3$ hat es
auch mir gut geschienen, der ich allem von Anfang an genau
gefolgt bin, es dir, vortrefflichster Theophilus, der Reihe nach
zu schreiben, $1/4$ damit du die Zuverlssigkeit der Dinge
erkennst, in denen du unterrichtet wordenbist.

Ankndigung der Geburt des Johannes.

$1/5$ Es war in den Tagen des Herodes, des Knigs von Juda, ein
Priester mit Namen Zacharias, aus der Abteilung des Abia; und
seine Frau war aus den Tchtern Aarons und ihr Name Elisabeth.
$1/6$ Beide aber waren gerecht vor Gott und wandelten untadelig
in allen Geboten und Satzungen des Herrn. $1/7$ Und sie hatten
kein Kind, weil Elisabeth unfruchtbar war; und beide waren in
ihren Tagen weit vorgerckt.

$1/8$ Es geschah aber, als er in der Ordnung seiner Abteilung
den priesterlichen Dienst vor Gott verrichtete, $1/9$ traf ihn,
nach der Gewohnheit des Priestertums, das Los, in den Tempel des
Herrn zu gehen, um zu ruchern. $1/10$ Und die ganze Menge des
Volkes stand betend drauen zur Stunde des Rucherns. $1/11$ Ihm
erschien aber ein Engel des Herrn und stand zur Rechten des
Rucheraltars. $1/12$ Und als Zacharias [ihn] sah, wurde er
bestrzt, und Furcht kam ber ihn. $1/13$ Der Engel aber sprach
zu ihm: Frchte dich nicht, Zacharias! Denn dein Flehen ist
erhrt: Elisabeth, deine Frau, wird dir einen Sohn gebren, und
du sollst seinen Namen Johannes nennen. $1/14$ Und er wird dir
zur Freude und Wonne sein, und viele werden sich ber seine
Geburt freuen. $1/15$ Denn er wird gro sein vor dem Herrn;
weder Wein noch starkes Getrnk wird er trinken und schon von
Mutterleibe an mit Heiligem Geist erfllt werden. $1/16$ Und
viele der Shne Israels wird er zu dem Herrn, ihrem Gott,
bekehren. $1/17$ Und er wird vor ihm hergehen in dem Geist und
der Kraft des Elia, um der Vter Herzen zu bekehren zu den
Kindern und Ungehorsame zur Gesinnung von Gerechten, um dem
Herrn ein zugerstetes Volk zu bereiten. $1/18$ Und Zacharias
sprach zu dem Engel: Woran soll ich dies erkennen? Denn ich bin
ein alter Mann, und meine Frau ist weit vorgerckt in ihren
Tagen. $1/19$ Und der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich
bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich bin gesandt worden, zu
dir zu reden und dir diese gute Botschaft zu verkndigen. $1/20$
Und siehe, du wirst stumm sein und nicht sprechen knnen bis zu
dem Tag, da dies geschehen wird, dafr da du meinen Worten
nicht geglaubt hast, die sich zu ihrer Zeit erfllen werden.
$1/21$ Und das Volk wartete auf Zacharias, und sie wunderten
sich, da er so lange im Tempel verweilte. $1/22$ Als er aber
herauskam, konnte er nicht zu ihnen reden, und sie erkannten,
da er im Tempel ein Gesicht gesehen hatte. Und er winkte ihnen
zu und blieb stumm. $1/23$ Und es geschah, als die Tage seines
Dienstes zu Ende waren, ging er weg nach seinem Haus.

$1/24$ Nach diesen Tagen aber wurde Elisabeth, seine Frau,
schwanger und zog sich fnf Monate zurck und sagte: $1/25$ So
hat mir der Herr getan in den Tagen, in denen er [mich]
angesehen hat, um meine Schmach vor den Menschen wegzunehmen.

Ankndigung der Geburt Jesu.

$1/26$ Im sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott
in eine Stadt von Galila, mit Namen Nazareth, gesandt, $1/27$
zu einer Jungfrau, die einem Mann namens Joseph, aus dem Haus
Davids, verlobt war, und der Name der Jungfrau war Maria. $1/28$
Und er kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrt, Begnadigte!
Der Herr [ist] mit dir. $1/29$ Sie aber wurde bestrzt ber das
Wort und berlegte, was fr ein Gru dies sei. $1/30$ Und der
Engel sprach zu ihr: Frchte dich nicht, Maria! Denn du hast
Gnade bei Gott gefunden. $1/31$ Und siehe, du wirst schwanger
werden und einen Sohn gebren, und du sollst ihm seinen Namen
Jesus nennen. $1/32$ Dieser wird gro sein und Sohn des Hchsten
genannt werden; und der Herr, Gott, wird ihm den Thron seines
Vaters David geben; $1/33$ und er wird ber das Haus Jakobs
herrschen in Ewigkeit, und seines Knigtums wird kein Ende sein.
$1/34$ Maria aber sprach zu dem Engel: Wie wird dies zugehen, da
ich von keinem Mann wei? $1/35$ Und der Engel antwortete und
sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird ber dich kommen, und
Kraft des Hchsten wird dich berschatten; darum wird auch das
Heilige, das geboren werden wird, Sohn Gottes genannt werden.
$1/36$ Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, auch sie erwartet
einen Sohn in ihrem Alter, und dies ist der sechste Monat bei
ihr, die unfruchtbar genannt war. $1/37$ Denn kein Wort, das von
Gott kommt, wird kraftlos sein. $1/38$ Maria aber sprach: Siehe,
[ich bin] die Magd des Herrn; es geschehe mir nach deinem Wort.
Und der Engel schied von ihr.

Maria bei Elisabeth - Lobpreis der Maria.

$1/39$ Maria aber machte sich in diesen Tagen auf und ging mit
Eile in das Gebirge, in eine Stadt Judas; $1/40$ und sie kam in
das Haus des Zacharias und begrte die Elisabeth. $1/41$ Und es
geschah, als Elisabeth den Gru der Maria hrte, hpfte das Kind
in ihrem Leib; und Elisabeth wurde mit Heiligem Geist erfllt
$1/42$ und rief mit lauter Stimme und sprach: Gesegnet [bist] du
unter den Frauen, und gesegnet [ist] die Frucht deines Leibes!
$1/43$ Und woher [geschieht] mir dies, da die Mutter meines
Herrn zu mir kommt? $1/44$ Denn siehe, wie die Stimme deines
Grues in meine Ohren drang, hpfte das Kind vor Freude in
meinem Leib. $1/45$ Und glckselig, die geglaubt hat, denn es
wird zur Erfllung kommen, was von dem Herrn zu ihr geredet ist!

V. 46-55: vgl. 1Sam 2,1-10.

$1/46$ Und Maria sprach:

Meine Seele erhebt den Herrn, $1/47$ und mein Geist hat
frohlockt in Gott, meinem Heiland.

$1/48$ Denn er hat hingeblickt auf die Niedrigkeit seiner Magd;
denn siehe, von nun an werden mich glckselig preisen alle
Geschlechter.

$1/49$ Denn Groes hat der Mchtige an mir getan, und heilig ist
sein Name.

$1/50$ Und seine Barmherzigkeit ist von Geschlecht zu Geschlecht
ber die, welche ihn frchten.

$1/51$ Er hat Macht gebt mit seinem Arm; er hat zerstreut, die
in der Gesinnung ihres Herzens hochmtig sind.

$1/52$ Er hat Mchtige von Thronen hinabgestoen und Niedrige
erhht.

$1/53$ Hungrige hat er mit Gtern erfllt und Reiche leer
fortgeschickt.

$1/54$ Er hat sich Israels, seines Knechtes, angenommen, da er
gedenke der Barmherzigkeit $1/55$ - wie er zu unseren Vtern
geredet hat - gegenber Abraham und seinen Nachkommen in
Ewigkeit. -

$1/56$ Und Maria blieb ungefhr drei Monate bei ihr; und sie
kehrte zu ihrem Haus zurck. Geburt des Johannes - Lobpreis des
Zacharias

$1/57$ Fr Elisabeth aber erfllte sich die Zeit, da sie
gebren sollte, und sie gebar einen Sohn. $1/58$ Und ihre
Nachbarn und Verwandten hrten, da der Herr seine
Barmherzigkeit an ihr gro gemacht habe, und sie freuten sich
mit ihr. $1/59$ Und es geschah am achten Tag, da kamen sie, das
Kindlein zu beschneiden; und sie nannten es nach dem Namen
seines Vaters Zacharias. $1/60$ Und seine Mutter antwortete und
sprach: Nein, sondern er soll Johannes heien. $1/61$ Und sie
sprachen zu ihr: Niemand ist in deiner Verwandtschaft, der
diesen Namen trgt. $1/62$ Sie winkten aber seinem Vater zu, wie
er etwa wolle, da er heien sollte. $1/63$ Und er forderte ein
Tfelchen und schrieb darauf: Johannes ist sein Name. Und sie
wunderten sich alle. $1/64$ Sogleich aber wurde sein Mund
aufgetan und seine Zunge [gelst], und er redete und lobte Gott.
$1/65$ Und Furcht kam ber alle, die um sie her wohnten; und auf
dem ganzen Gebirge von Juda wurden alle diese Dinge besprochen.
$1/66$ Und alle, die es hrten, nahmen es zu Herzen und
sprachen: Was wird wohl aus diesem Kindlein werden? Denn auch
des Herrn Hand war mit ihm.

$1/67$ Und Zacharias, sein Vater, wurde mit Heiligem Geist
erfllt und weissagte und sprach:

$1/68$ Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, da er sein
Volk angesehen und [ihm] Erlsung geschafft hat.

$1/69$ Er hat uns ein Horn des Heils aufgerichtet im Hause
Davids, seines Knechtes,

$1/70$ wie er geredet hat durch den Mund seiner heiligen
Propheten von Ewigkeit her:

$1/71$ Rettung von unseren Feinden und von der Hand aller, die
uns hassen;

$1/72$ um Barmherzigkeit zu ben an unseren Vtern und seines
heiligen Bundes zu gedenken, $1/73$ des Eides, den er Abraham,
unserem Vater, geschworen hat, uns zu geben,

$1/74$ da wir, gerettet aus der Hand unserer Feinde, ohne
Furcht ihm dienen sollen $1/75$ in Heiligkeit und Gerechtigkeit
vor ihm alle unsere Tage.

$1/76$ Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Hchsten genannt
werden;

denn du wirst vor dem Angesicht des Herrn hergehen, seine Wege
zu bereiten,

$1/77$ um seinem Volk Erkenntnis des Heils zu geben in Vergebung
ihrer Snden,

$1/78$ durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, mit
der uns der Aufgang aus der Hhe besucht hat,

$1/79$ um denen zu leuchten, die in Finsternis und Todesschatten
sitzen, und unsere Fe zu richten auf den Weg des Friedens. -

$1/80$ Das Kindlein aber wuchs und erstarkte im Geist und war in
der Einde bis zum Tag seines Auftretens vor Israel.

Die Geburt Jesu.

Mt 1,18-25.

\2\

$2/1$ Es geschah aber in jenen Tagen, da eine Verordnung vom
Kaiser Augustus ausging, den ganzen Erdkreis einzuschreiben.
$2/2$ Diese Einschreibung geschah als erste, als Cyrenius
Statthalter von Syrien war. $2/3$ Und alle gingen hin, um sich
einschreiben zu lassen, ein jeder in seine [Vater-] Stadt. $2/4$
Es ging aber auch Joseph von Galila, aus der Stadt Nazareth,
hinauf nach Juda, in Davids Stadt, die Bethlehem heit, weil er
aus dem Haus und Geschlecht Davids war, $2/5$ um sich
einschreiben zu lassen mit Maria, seiner Verlobten, die
schwanger war. $2/6$ Und es geschah, als sie dort waren, wurden
ihre Tage erfllt, da sie gebren sollte; $2/7$ und sie gebar
ihren erstgeborenen Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte
ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Raum fr sie war.

Besuch der Hirten.

$2/8$ Und es waren Hirten in derselben Gegend, die auf freiem
Feld blieben und des Nachts Wache hielten ber ihre Herde. $2/9$
Und ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Herrlichkeit des
Herrn umleuchtete sie, und sie frchteten sich mit groer
Furcht. $2/10$ Und der Engel sprach zu ihnen: Frchtet euch
nicht! Denn siehe, ich verkndige euch groe Freude, die fr das
ganze Volk sein wird. $2/11$ Denn euch ist heute ein Retter
geboren, der ist Christus, Herr, in Davids Stadt. $2/12$ Und
dies sei euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in
Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. $2/13$ Und
pltzlich war bei dem Engel eine Menge der himmlischen
Heerscharen, die Gott lobten und sprachen: $2/14$ Herrlichkeit
Gott in der Hhe, und Friede auf Erden in den Menschen [seines]
Wohlgefallens!

$2/15$ Und es geschah, als die Engel von ihnen hinweg in den
Himmel auffuhren, da die Hirten zueinander sagten: Lat uns
doch hingehen nach Bethlehem und diese Sache sehen, die
geschehen ist und die der Herr uns kundgetan hat. $2/16$ Und sie
kamen eilends und fanden Maria und Joseph und das Kind in der
Krippe liegend.

$2/17$ Als sie es aber gesehen hatten, machten sie das Wort
bekannt, das ber dieses Kindlein zu ihnen geredet worden war.
$2/18$ Und alle, die es hrten, wunderten sich ber das, was
ihnen von den Hirten gesagt wurde. $2/19$ Maria aber bewahrte
alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen. $2/20$ Und die
Hirten kehrten zurck, priesen und lobten Gott ber alles, was
sie gehrt und gesehen hatten, wie es ihnen gesagt worden war.

Darstellung im Tempel - Lobpreis Simeons - Die Prophetin Hanna.

$2/21$ Und als acht Tage vollendet waren, da man ihn
beschneiden sollte, da wurde sein Name Jesus genannt, der von
dem Engel genannt worden war, ehe er im Mutterleib empfangen
wurde.

$2/22$ Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Moses
vollendet waren, brachten sie ihn nach Jerusalem hinauf, um ihn
dem Herrn darzustellen $2/23$ - wie im Gesetz des Herrn
geschrieben steht: `Alle mnnliche Erstgeburt soll dem Herrn
heilig heien - $2/24$ und ein Schlachtopfer zu geben nach dem,
was im Gesetz des Herrn gesagt ist: ein Paar Turteltauben oder
zwei junge Tauben.

$2/25$ Und siehe, es war in Jerusalem ein Mensch, mit Namen
Simeon; und dieser Mensch war gerecht und gottesfrchtig und
wartete auf den Trost Israels; und der Heilige Geist war auf
ihm. $2/26$ Und ihm war von dem Heiligen Geist eine gttliche
Zusage zuteil geworden, da er den Tod nicht sehen solle, ehe er
den Christus des Herrn gesehen habe. $2/27$ Und er kam durch den
Geist in den Tempel. Und als die Eltern das Kindlein Jesus
hereinbrachten, um mit ihm nach der Gewohnheit des Gesetzes zu
tun, $2/28$ da nahm auch er es auf seine Arme und lobte Gott und
sprach: $2/29$ Nun, Herr, entlt du deinen Knecht nach deinem
Wort in Frieden; $2/30$ denn meine Augen haben dein Heil
gesehen, $2/31$ das du bereitet hast im Angesicht aller
Nationen: $2/32$ ein Licht zur Erleuchtung der Nationen und zur
Herrlichkeit deines Volkes Israel. $2/33$ Und sein Vater und
seine Mutter wunderten sich ber das, was ber ihn geredet
wurde. $2/34$ Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner
Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und Aufstehen vieler
in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird $2/35$ -
aber auch deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen -,
damit die berlegungen aus vielen Herzen offenbar werden. $2/36$
Und es war eine Prophetin Hanna, eine Tochter Phanuels, aus dem
Stamm Asser. Diese war in ihren Tagen weit vorgerckt; sie hatte
sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt von ihrer Jungfrauschaft an;
$2/37$ und sie war eine Witwe von vierundachtzig Jahren, die
wich nicht vom Tempel und diente Nacht und Tag mit Fasten und
Flehen. $2/38$ Und sie trat zur selben Stunde herbei, lobte Gott
und redete von ihm zu allen, die auf die Erlsung Jerusalems
warteten.

Rckkehr nach Nazareth - Als Zwlfjhriger im Tempel.

$2/39$ Und als sie alles vollendet hatten nach dem Gesetz des
Herrn, kehrten sie nach Galila zurck in ihre Stadt Nazareth.
$2/40$ Das Kindlein aber wuchs und erstarkte, erfllt mit
Weisheit, und Gottes Gnade war auf ihm.

$2/41$ Und seine Eltern gingen alljhrlich am Passahfest nach
Jerusalem. $2/42$ Und als er zwlf Jahre alt war, gingen sie
hinauf nach der Gewohnheit des Festes; $2/43$ und als sie die
Tage vollendet hatten, blieb bei ihrer Rckkehr der Knabe Jesus
in Jerusalem zurck; und seine Eltern wuten es nicht. $2/44$ Da
sie aber meinten, er sei unter der Reisegesellschaft, kamen sie
eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und
Bekannten; $2/45$ und als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach
Jerusalem zurck und suchten ihn. $2/46$ Und es geschah, da sie
ihn nach drei Tagen im Tempel fanden, wie er inmitten der Lehrer
sa und ihnen zuhrte und sie befragte. $2/47$ Alle aber, die
ihn hrten, gerieten auer sich ber sein Verstndnis und seine
Antworten. $2/48$ Und als sie ihn sahen, wurden sie bestrzt;
und seine Mutter sprach zu ihm: Kind, warum hast du uns das
getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen
gesucht. $2/49$ Und er sprach zu ihnen: Was ist es, da ihr mich
gesucht habt? Wutet ihr nicht, da ich in dem sein mu, was
meines Vaters ist? $2/50$ Und sie verstanden das Wort nicht, das
er zu ihnen redete. $2/51$ Und er ging mit ihnen hinab und kam
nach Nazareth, und er war ihnen untertan. Und seine Mutter
bewahrte alle diese Worte in ihrem Herzen. $2/52$ Und Jesus nahm
zu an Weisheit und Alter und Gunst bei Gott und Menschen.

Johannes der Tufer.

Mt 3,1-12; Mk 1,1-8; (Joh 1,19-28).

\3\

$3/1$ Aber im fnfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers
Tiberius, als Pontius Pilatus Statthalter von Juda war und
Herodes Vierfrst von Galila und sein Bruder Philippus
Vierfrst von Itura und der Landschaft Trachonitis, und
Lysanias Vierfrst von Abilene, $3/2$ unter dem Hohenpriestertum
von Hannas und Kaiphas, geschah das Wort Gottes zu Johannes, dem
Sohn des Zacharias, in der Wste. $3/3$ Und er kam in die ganze
Landschaft am Jordan und predigte die Taufe der Bue zur
Vergebung der Snden; $3/4$ wie geschrieben steht im Buch der
Worte Jesajas, des Propheten: `Stimme eines Rufenden in der
Wste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Pfade gerade!
$3/5$ Jedes Tal wird ausgefllt und jeder Berg und Hgel
erniedrigt werden, und das Krumme wird zum geraden [Weg] und die
holprigen zu ebenen Wegen werden; $3/6$ und alles Fleisch wird
das Heil Gottes sehen.

$3/7$ Er sprach nun zu den Volksmengen, die hinausgingen, um von
ihm getauft zu werden: Otternbrut! Wer hat euch gewiesen, dem
kommenden Zorn zu entfliehen? $3/8$ Bringt nun der Bue wrdige
Frchte; und beginnt nicht, bei euch selbst zu sagen: Wir haben
Abraham zum Vater. Denn ich sage euch, da Gott dem Abraham aus
diesen Steinen Kinder zu erwecken vermag. $3/9$ Schon ist aber
die Axt an die Wurzel der Bume gelegt, jeder Baum nun, der
nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.
$3/10$ Und die Volksmengen fragten ihn und sprachen: Was sollen
wir denn tun? $3/11$ Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Wer
zwei Unterkleider hat, teile dem mit, der keines hat; und wer
Speise hat, tue ebenso. $3/12$ Es kamen aber auch Zllner, um
getauft zu werden; und sie sprachen zu ihm: Lehrer, was sollen
wir tun? $3/13$ Er aber sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als
euch bestimmt ist. $3/14$ Es fragten ihn aber auch Kriegsleute
und sprachen: Und wir, was sollen wir tun? Und er sprach zu
ihnen: Tut niemand Gewalt, und erpret niemanden, und begngt
euch mit eurem Sold.

$3/15$ Als aber das Volk in Erwartung war und alle in ihren
Herzen wegen Johannes berlegten, ob er nicht etwa der Christus
sei, $3/16$ antwortete Johannes allen und sprach: Ich zwar taufe
euch mit Wasser; es kommt aber ein Strkerer als ich, und ich
bin nicht wrdig, [ihm] den Riemen seiner Sandalen zu lsen; er
wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen. $3/17$ Seine
Worfschaufel ist in seiner Hand, und er wird seine Tenne durch
und durch reinigen und den Weizen in seine Scheune sammeln; die
Spreu aber wird er verbrennen mit unauslschlichem Feuer. $3/18$
Indem er nun auch mit vielem anderen ermahnte, verkndigte er
dem Volk gute Botschaft.

Mt 14,3-5; Mk 6,17-20.

$3/19$ Herodes aber, der Vierfrst, der von ihm zurechtgewiesen
wurde wegen der Herodias, der Frau seines Bruders, und wegen
alles Bsen, das Herodes getan hatte, $3/20$ fgte allem auch
dies hinzu, da er Johannes ins Gefngnis einschlo.

Die Taufe Jesu.

Mt 3,13-17; Mk 1,9-11; Joh 1,29-34.

$3/21$ Es geschah aber, als das ganze Volk getauft wurde und
Jesus getauft war und betete, da der Himmel aufgetan wurde
$3/22$ und der Heilige Geist in leiblicher Gestalt, wie eine
Taube, auf ihn herabstieg und eine Stimme aus dem Himmel kam: Du
bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.

Der Stammbaum Jesu.

1Mo 5; 11,10-26; 1Chr 1,1-4.24-28.34; 2,1-15; Mt 1,1-16.

$3/23$ Und er selbst, Jesus, war ungefhr dreiig Jahre alt, als
er auftrat, und war, wie man meinte, ein Sohn des Joseph, des
Eli, $3/24$ des Matthat, des Levi, des Melchi, des Jannai, des
Joseph, $3/25$ des Mattathias, des Amos, des Nahum, des Hesli,
des Naggai, $3/26$ des Maath, des Mattathias, des Schimi, des
Josech, des Joda, $3/27$ des Johanan, des Resa, des Serubbabel,
des Schealtiel, des Neri, $3/28$ des Melchi, des Addi, des
Kosam, des Elmadam, des Er, $3/29$ des Jesus, des Elieser, des
Jorim, des Matthat, des Levi, $3/30$ des Simeon, des Juda, des
Joseph, des Jonam, des Eljakim, $3/31$ des Melea, des Menna, des
Mattatha, des Nathan, des David, $3/32$ des Jesse, des Obed, des
Boas, des Salma, des Nahesson, $3/33$ des Amminadab, des Admin,
des Arni, des Hezron, des Perez, des Juda, $3/34$ des Jakob, des
Isaak, des Abraham, des Tharah, des Nahor, $3/35$ des Sarug, des
Ragu, des Phalek, des Eber, des Salah, $3/36$ des Kainam, des
Arphachsad, des Sem, des Noah, des Lamech, $3/37$ des Methusala,
des Henoch, des Jaret, des Malaleel, des Kainam, $3/38$ des
Enos, des Seth, des Adam, des Gottes.

Die Versuchung Jesu.

Mt 4,1-11; Mk 1,12.13.

\4\

$4/1$ Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kehrte vom Jordan
zurck und wurde durch den Geist in der Wste vierzig Tage
umhergefhrt $4/2$ und von dem Teufel versucht. Und er a in
jenen Tagen nichts; und als sie zu Ende waren, hungerte ihn.
$4/3$ Und der Teufel sprach zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so
sprich zu diesem Stein, da er Brot werde. $4/4$ Und Jesus
antwortete ihm: Es steht geschrieben: `Nicht vom Brot allein
soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort Gottes.

$4/5$ Und er fhrte ihn auf einen hohen Berg und zeigte ihm in
einem Augenblick alle Reiche des Erdkreises. $4/6$ Und der
Teufel sprach zu ihm: Ich will dir alle diese Macht und ihre
Herrlichkeit geben; denn mir ist sie bergeben, und wem immer
ich will, gebe ich sie. $4/7$ Wenn du nun vor mir anbeten
willst, soll das alles dein sein. $4/8$ Und Jesus antwortete ihm
und sprach: Es steht geschrieben: `Du sollst den Herrn, deinen
Gott, anbeten und ihm allein dienen.

$4/9$ Und er fhrte ihn nach Jerusalem und stellte ihn auf die
Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist,
so wirf dich von hier hinab; $4/10$ denn es steht geschrieben:
`Er wird seinen Engeln ber dir befehlen, da sie dich bewahren;
$4/11$ und sie werden dich auf den Hnden tragen, damit du nicht
etwa deinen Fu an einen Stein stt. $4/12$ Und Jesus
antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: `Du sollst den
Herrn, deinen Gott, nicht versuchen. $4/13$ Und als der Teufel
jede Versuchung vollendet hatte, wich er fr eine Zeit von ihm.

Unglaube in Nazareth.

V. 14.15: Mt 4,12-17; Mk 1,14.15; V. 16-30: vgl. Mt 13,54-58; Mk
6,1-6.

$4/14$ Und Jesus kehrte in der Kraft des Geistes nach Galila
zurck, und die Kunde von ihm ging aus durch die ganze Umgegend.
$4/15$ Und er lehrte in ihren Synagogen, geehrt von allen.
$4/16$ Und er kam nach Nazareth, wo er erzogen worden war; und
er ging nach seiner Gewohnheit am Sabbattag in die Synagoge und
stand auf, um vorzulesen. $4/17$ Und es wurde ihm das Buch des
Propheten Jesaja gereicht; und als er das Buch aufgerollt hatte,
fand er die Stelle, wo geschrieben war: $4/18$ `Der Geist des
Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, Armen gute
Botschaft zu verkndigen; er hat mich gesandt, Gefangenen
Befreiung auszurufen und Blinden, da sie wieder sehen,
Zerschlagene in Freiheit hinzusenden, $4/19$ auszurufen ein
angenehmes Jahr des Herrn. $4/20$ Und als er das Buch zugerollt
hatte, gab er es dem Diener zurck und setzte sich; und aller
Augen in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. $4/21$ Er fing
aber an, zu ihnen zu sagen: Heute ist diese Schrift vor euren
Ohren erfllt. $4/22$ Und alle gaben ihm Zeugnis und wunderten
sich ber die Worte der Gnade, die aus seinem Mund hervorgingen;
und sie sprachen: Ist dieser nicht der Sohn Josephs? $4/23$ Und
er sprach zu ihnen: Ihr werdet jedenfalls dieses Sprichwort zu
mir sagen: Arzt, heile dich selbst! Alles, was wir gehrt haben,
[da es] in Kapernaum geschehen [sei], tu auch hier in deiner
Vaterstadt! $4/24$ Er sprach aber: Wahrlich, ich sage euch, da
kein Prophet in seiner Vaterstadt angenehm ist. $4/25$ In
Wahrheit aber sage ich euch: Viele Witwen waren in den Tagen
Elias in Israel, als der Himmel drei Jahre und sechs Monate
verschlossen war, so da eine groe Hungersnot ber das ganze
Land kam; $4/26$ und zu keiner von ihnen wurde Elia gesandt als
nur nach Sarepta in Sidonia zu einer Frau, einer Witwe. $4/27$
Und viele Ausstzige waren zur Zeit des Propheten Elisa in
Israel, und keiner von ihnen wurde gereinigt als nur Naaman, der
Syrer. $4/28$ Und alle in der Synagoge wurden von Wut erfllt,
als sie dies hrten. $4/29$ Und sie standen auf und stieen ihn
zur Stadt hinaus und fhrten ihn bis an den Rand des Berges, auf
dem ihre Stadt erbaut war, um ihn so hinabzustrzen. $4/30$ Er
aber schritt durch ihre Mitte hindurch und ging weg.

Heilung eines Besessenen.

Mk 1,21-28.

$4/31$ Und er kam nach Kapernaum hinab, einer Stadt in Galila,
und lehrte sie an den Sabbaten. $4/32$ Und sie erstaunten sehr
ber seine Lehre, denn sein Wort war mit Vollmacht. $4/33$ Und
es war in der Synagoge ein Mensch, der einen Geist eines
unreinen Dmons hatte, und er schrie auf mit lauter Stimme
$4/34$ und sprach: Ach, was haben wir mit dir zu schaffen,
Jesus, Nazarener? Bist du gekommen, uns zu verderben? Ich kenne
dich, wer du bist: der Heilige Gottes. $4/35$ Und Jesus bedrohte
ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! Und als der
Dmon ihn mitten unter sie geworfen hatte, fuhr er von ihm aus,
ohne ihm Schaden zu tun. $4/36$ Und Entsetzen kam ber alle, und
sie redeten untereinander und sprachen: Was ist dies fr ein
Wort? Denn mit Vollmacht und Kraft gebietet er den unreinen
Geistern, und sie fahren aus. $4/37$ Und die Kunde von ihm ging
aus in jeden Ort der Umgegend.

Heilung der Schwiegermutter des Petrus.

Mt 8,14.15; Mk 1,29-31.

$4/38$ Er machte sich aber auf von der Synagoge und kam in das
Haus Simons. Die Schwiegermutter des Simon aber war von einem
starken Fieber befallen, und sie baten ihn fr sie. $4/39$ Und
er beugte sich ber sie, bedrohte das Fieber, und es verlie
sie; sie aber stand sogleich auf und diente ihnen.

Heilungen und Predigt.

Mt 4,23-25; 8,16.17; Mk 1,32-39.

$4/40$ Als aber die Sonne unterging, brachten alle, die an
mancherlei Krankheiten Leidende hatten, sie zu ihm; er aber
legte jedem von ihnen die Hnde auf und heilte sie. $4/41$ Und
auch Dmonen fuhren von vielen aus, indem sie schrien und
sprachen: Du bist der Sohn Gottes. Und er bedrohte sie und lie
sie nicht reden, weil sie wuten, da er der Christus war.

$4/42$ Als es aber Tag geworden war, ging er aus und begab sich
an einen einsamen Ort; und die Volksmengen suchten ihn auf und
kamen bis zu ihm, und sie hielten ihn auf, da er nicht von
ihnen ginge. $4/43$ Er aber sprach zu ihnen: Ich mu auch den
anderen Stdten das Evangelium vom Reich Gottes verkndigen,
denn dazu bin ich gesandt worden. Und er predigte in den
Synagogen von Galila.

Fischzug des Petrus - Die ersten Jnger.

Mt 4,18-22; Mk 1,16-20.

\5\

$5/1$ Es geschah aber, als die Volksmenge auf ihn andrngte, um
das Wort Gottes zu hren, da er an dem See Genezareth stand.
$5/2$ Und er sah zwei Schiffe am See liegen; die Fischer aber
waren aus ihnen ausgestiegen und wuschen ihre Netze. $5/3$ Er
aber stieg in eins der Schiffe, das Simon gehrte, und bat ihn,
ein wenig vom Land hinauszufahren; und er setzte sich und lehrte
die Volksmengen vom Schiff aus. $5/4$ Als er aber aufhrte zu
reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus auf die Tiefe, und lat
eure Netze zu einem Fang hinab! $5/5$ Und Simon antwortete und
sprach zu ihm: Meister, wir haben uns die ganze Nacht hindurch
bemht und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Netz
hinablassen. $5/6$ Und als sie dies getan hatten, umschlossen
sie eine groe Menge Fische, und ihr Netz ri. $5/7$ Und sie
winkten ihren Gefhrten in dem anderen Schiff, da sie kmen und
ihnen hlfen; und sie kamen, und sie fllten beide Schiffe, so
da sie zu sinken drohten. $5/8$ Als aber Simon Petrus es sah,
fiel er zu den Knien Jesu nieder und sprach: Geh von mir hinaus,
denn ich bin ein sndiger Mensch, Herr. $5/9$ Denn Entsetzen
hatte ihn erfat und alle, die bei ihm waren, ber den
Fischfang, den sie getan hatten; $5/10$ ebenso aber auch Jakobus
und Johannes, die Shne des Zebedus, die Gefhrten von Simon
waren. Und Jesus sprach zu Simon: Frchte dich nicht! Von nun an
wirst du Menschen fangen. $5/11$ Und als sie die Schiffe ans
Land gebracht hatten, verlieen sie alles und folgten ihm nach.

Heilung eines Ausstzigen.

Mt 8,1-4; Mk 1,40-45.

$5/12$ Und es geschah, als er in einer der Stdte war, siehe, da
war ein Mann voll Aussatz; und als er Jesus sah, fiel er auf
sein Angesicht und bat ihn und sprach: Herr, wenn du willst,
kannst du mich reinigen. $5/13$ Und er streckte die Hand aus,
rhrte ihn an und sprach: Ich will. Sei gereinigt! Und sogleich
wich der Aussatz von ihm. $5/14$ Und er gebot ihm, es niemand zu
sagen: Sondern geh hin und zeige dich dem Priester und opfere
fr deine Reinigung, wie Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis.
$5/15$ Aber die Rede ber ihn verbreitete sich um so mehr; und
groe Volksmengen versammelten sich, [ihn] zu hren und von
ihren Krankheiten geheilt zu werden. $5/16$ Er aber zog sich
zurck und war in einsamen Gegenden und betete.

Heilung eines Gelhmten.

Mt 9,1-8; Mk 2,1-12.

$5/17$ Und es geschah an einem der Tage, da er lehrte, und es
saen da Phariser und Gesetzeslehrer, die aus jedem Dorf von
Galila und Juda und aus Jerusalem gekommen waren; und des
Herrn Kraft war da, um zu heilen. $5/18$ Und siehe, Mnner
bringen auf einem Bett einen Menschen, der gelhmt war; und sie
suchten ihn hineinzubringen und vor ihn zu legen. $5/19$ Und da
sie nicht fanden, auf welchem Weg sie ihn hineinbringen sollten
wegen der Volksmenge, stiegen sie auf das Dach und lieen ihn
durch die Ziegel hinab mit dem Bett in die Mitte vor Jesus.
$5/20$ Und als er ihren Glauben sah, sprach er: Mensch, deine
Snden sind dir vergeben. $5/21$ Und die Schriftgelehrten und
die Phariser fingen an zu berlegen und sagten: Wer ist dieser,
der [solche] Lsterungen redet? Wer kann Snden vergeben auer
Gott allein? $5/22$ Als aber Jesus ihre berlegungen erkannte,
antwortete und sprach er zu ihnen: Was berlegt ihr in euren
Herzen? $5/23$ Was ist leichter zu sagen: Dir sind deine Snden
vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? $5/24$ Damit
ihr aber wit, da der Sohn des Menschen Vollmacht hat, auf der
Erde Snden zu vergeben - sprach er zu dem Gelhmten: Ich sage
dir, steh auf und nimm dein Bett auf und geh nach Hause! $5/25$
Und sogleich stand er vor ihnen auf, nahm auf, worauf er gelegen
hatte, und ging hin in sein Haus und verherrlichte Gott. $5/26$
Und Staunen ergriff alle, und sie verherrlichten Gott und wurden
mit Furcht erfllt und sprachen: Wir haben heute
auerordentliche Dinge gesehen.

Berufung des Levi.

Mt 9,9-13; Mk 2,13-17.

$5/27$ Und danach ging er hinaus und sah einen Zllner, mit
Namen Levi, am Zollhaus sitzen und sprach zu ihm: Folge mir
nach! $5/28$ Und er verlie alles, stand auf und folgte ihm
nach. $5/29$ Und Levi machte ihm ein groes Mahl in seinem Haus;
und dort war eine groe Menge Zllner und anderer, die mit ihnen
zu Tisch lagen. $5/30$ Und die Phariser und ihre
Schriftgelehrten murrten gegen seine Jnger und sprachen: Warum
et und trinkt ihr mit den Zllnern und Sndern? $5/31$ Und
Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Nicht die Gesunden
brauchen einen Arzt, sondern die Kranken; $5/32$ ich bin nicht
gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Snder zur Bue.

Die Frage nach dem Fasten.

Mt 9,14-17; Mk 2,18-22.

$5/33$ Sie aber sprachen zu ihm: Warum fasten die Jnger des
Johannes oft und verrichten Gebete, ebenso auch die der
Phariser; die deinen aber essen und trinken? $5/34$ Jesus aber
sprach zu ihnen: Ihr knnt doch nicht die Hochzeitsgste fasten
lassen, whrend der Brutigam bei ihnen ist? $5/35$ Es werden
aber Tage kommen, und dann, wenn der Brutigam von ihnen
weggenommen sein wird, in jenen Tagen werden sie fasten. $5/36$
Er sagte aber auch ein Gleichnis zu ihnen: Niemand schneidet
einen Flicken von einem neuen Kleid und setzt ihn auf ein altes
Kleid; sonst wird er sowohl das neue zerschneiden, wie auch der
Flicken von dem neuen zum alten nicht passen wird. $5/37$ Und
niemand fllt neuen Wein in alte Schluche; sonst wird der neue
Wein die Schluche zerreien, und er selbst wird verschttet
werden, und die Schluche werden verderben; $5/38$ sondern neuen
Wein fllt man in neue Schluche. $5/39$ Und niemand will, wenn
er alten getrunken hat, neuen, denn er spricht: Der alte ist
milde.

Die Sabbatfrage.

Mt 12,1-14; Mk 2,23-3,6.

\6\

$6/1$ Und es geschah am Sabbat, da er durch die Saaten ging und
seine Jnger die hren abpflckten und aen, indem sie sie mit
den Hnden zerrieben. $6/2$ Einige der Phariser aber sprachen
zu ihnen: Warum tut ihr, was am Sabbat nicht zu tun erlaubt ist?
$6/3$ Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr auch
dieses nicht gelesen, was David tat, als ihn und die bei ihm
waren hungerte? $6/4$ Wie er in das Haus Gottes ging und die
Schaubrote nahm und a und auch denen gab, die bei ihm waren -
die doch auer den Priestern allein niemand essen darf? $6/5$
Und er sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen ist Herr auch des
Sabbats.

$6/6$ Es geschah aber auch an einem anderen Sabbat, da er in
die Synagoge ging und lehrte; und es war dort ein Mensch, dessen
rechte Hand verdorrt war. $6/7$ Die Schriftgelehrten und die
Phariser aber lauerten darauf, ob er am Sabbat heilen wrde,
damit sie eine Beschuldigung gegen ihn fnden. $6/8$ Er aber
wute ihre berlegungen und sprach zu dem Menschen, der die
verdorrte Hand hatte: Steh auf und stelle dich in die Mitte! Er
aber stand auf und stellte sich hin. $6/9$ Jesus sprach nun zu
ihnen: Ich will euch fragen, ob es erlaubt ist, am Sabbat Gutes
zu tun oder Bses zu tun, Leben zu retten oder zu verderben.
$6/10$ Und nachdem er sie alle ringsum angeblickt hatte, sprach
er zu ihm: Strecke deine Hand aus! Und er tat es; und seine Hand
wurde wiederhergestellt. $6/11$ Sie aber wurden mit Unverstand
erfllt und besprachen sich untereinander, was sie Jesus tun
sollten.

Berufung der zwlf Apostel.

Mt 10,1-4; Mk 3,13-19; (Apg 1,13).

$6/12$ Und es geschah in diesen Tagen, da er auf den Berg
hinausging, um zu beten; und er verbrachte die Nacht im Gebet zu
Gott. $6/13$ Und als es Tag wurde, rief er seine Jnger herbei
und erwhlte aus ihnen zwlf, die er auch Apostel nannte: $6/14$
Simon, den er auch Petrus nannte, und Andreas, seinen Bruder,
und Jakobus und Johannes und Philippus und Bartholomus $6/15$
und Matthus und Thomas und Jakobus, des Alphus [Sohn], und
Simon, genannt Eiferer, $6/16$ und Judas, des Jakobus [Bruder],
und Judas Iskariot, der auch [sein] Verrter wurde.

Krankenheilungen.

Mt 12,15-21; Mk 3,7-12.

$6/17$ Und als er mit ihnen herabgestiegen war, trat er auf
einen ebenen Platz, und eine Menge seiner Jnger und eine groe
Menge des Volkes von ganz Juda und Jerusalem und von der
Seekste von Tyrus und Sidon, die kamen, ihn zu hren und von
ihren Krankheiten geheilt zu werden; $6/18 und die von unreinen
Geistern Geplagten wurden geheilt. $6/19$ Und die ganze
Volksmenge suchte ihn anzurhren, denn Kraft ging von ihm aus
und heilte alle.

Seligpreisungen - Weherufe.

Mt 5,1-12.

$6/20$ Und er erhob seine Augen zu seinen Jngern und sprach:
Glckselig ihr Armen, denn euer ist das Reich Gottes. $6/21$
Glckselig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet gesttigt
werden. Glckselig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen.
$6/22$ Glckselig seid ihr, wenn die Menschen euch hassen werden
und wenn sie euch absondern und schmhen und euren Namen als
bse verwerfen werden um des Sohnes des Menschen willen; $6/23$
freut euch an jenem Tag und hpft, denn siehe, euer Lohn ist
gro in dem Himmel; denn ebenso taten ihre Vter den Propheten.

$6/24$ Aber wehe euch Reichen, denn ihr habt euren Trost dahin.
$6/25$ Wehe euch, die ihr voll seid, denn ihr werdet hungern.
Wehe euch, die ihr jetzt lacht, denn ihr werdet trauern und
weinen. $6/26$ Wehe, wenn alle Menschen wohl von euch reden,
denn ebenso taten ihre Vter den falschen Propheten.

Rechtes Vergelten: Feindesliebe.

Mt 5,38-48.

$6/27$ Aber euch, die ihr hrt, sage ich: Liebt eure Feinde; tut
wohl denen, die euch hassen; $6/28$ segnet, die euch fluchen;
betet fr die, welche euch beleidigen. $6/29$ Dem, der dich auf
die Backe schlgt, biete auch die andere dar; und dem, der dir
den Mantel nimmt, verweigere auch das Unterkleid nicht. $6/30$
Gib jedem, der dich bittet; und von dem, der dir das Deine
nimmt, fordere es nicht zurck. $6/31$ Und wie ihr wollt, da
euch die Menschen tun sollen, so tut auch ihr ihnen. $6/32$ Und
wenn ihr liebt, die euch lieben, was fr einen Dank habt ihr?
Denn auch die Snder lieben, die sie lieben. $6/33$ Und wenn ihr
denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was fr einen Dank habt
ihr? Denn auch die Snder tun dasselbe. $6/34$ Und wenn ihr
denen leiht, von denen ihr [wieder] zu empfangen hofft, was fr
einen Dank habt ihr? Auch die Snder leihen Sndern, damit sie
das gleiche wieder empfangen. $6/35$ Doch liebt eure Feinde, und
tut Gutes, und leiht, ohne etwas wieder zu erhoffen, und euer
Lohn wird gro sein, und ihr werdet Shne des Hchsten sein;
denn er ist gtig gegen die Undankbaren und Bsen.

Warnung vor dem Richten.

Mt 7,1-5.15-20.

$6/36$ Seid nun barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.
$6/37$ Und richtet nicht, und ihr werdet nicht gerichtet werden;
verurteilt nicht, und ihr werdet nicht verurteilt werden. Lat
los, und ihr werdet losgelassen werden. $6/38$ Gebt, und es wird
euch gegeben werden: ein gutes, gedrcktes und gertteltes und
berlaufendes Ma wird man in euren Scho geben; denn mit
demselben Ma, mit dem ihr met, wird euch wieder gemessen
werden.

$6/39$ Er sagte aber auch ein Gleichnis zu ihnen: Kann etwa ein
Blinder einen Blinden leiten? Werden nicht beide in eine Grube
fallen? $6/40$ Ein Jnger ist nicht ber dem Lehrer; jeder aber,
der vollendet ist, wird sein wie sein Lehrer. $6/41$ Was aber
siehst du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist, den
Balken aber, der in deinem eigenen Auge ist, nimmst du nicht
wahr? $6/42$ Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder,
erlaube, ich will den Splitter herausziehen, der in deinem Auge
ist, whrend du selbst den Balken in deinem Auge nicht siehst?
Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann
wirst du klar sehen, um den Splitter herauszuziehen, der in
deines Bruders Auge ist. $6/43$ Denn es gibt keinen guten Baum,
der faule Frucht bringt, noch einen faulen Baum, der gute Frucht
bringt; $6/44$ denn jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht
erkannt; denn von Dornen sammelt man nicht Feigen, noch liest
man von einem Dornbusch Trauben. $6/45$ Der gute Mensch bringt
aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor, und der
bse bringt aus dem bsen das Bse hervor; denn aus der Flle
des Herzens redet sein Mund.

Gleichnis vom Haus auf dem Felsen.

Mt 7,21-27.

$6/46$ Was nennt ihr mich aber: Herr, Herr! und tut nicht, was
ich sage? $6/47$ Jeder, der zu mir kommt und meine Worte hrt
und sie tut - ich will euch zeigen, wem er gleich ist. $6/48$ Er
ist einem Menschen gleich, der ein Haus baute, grub und
vertiefte und den Grund auf den Felsen legte; als aber eine Flut
kam, stie der Strom an jenes Haus und konnte es nicht
erschttern, denn es war auf den Felsen gegrndet. $6/49$ Der
aber gehrt und nicht getan hat, ist einem Menschen gleich, der
ein Haus auf die Erde baute ohne Grundmauer; der Strom stie
daran, und sogleich fiel es, und der Sturz jenes Hauses war
gro.

Heilung des Dieners eines Hauptmanns.

Mt 8,5-13; vgl. Joh 4,43-54.

\7\

$7/1$ Nachdem er aber alle seine Worte vor den Ohren des Volkes
vollendet hatte, ging er hinein nach Kapernaum. $7/2$ Eines
Hauptmanns Knecht aber, der ihm wert war, war krank und lag im
Sterben. $7/3$ Als er aber von Jesus hrte, sandte er lteste
der Juden zu ihm und bat ihn, da er komme und seinen Knecht
gesund mache. $7/4$ Als diese aber zu Jesus hinkamen, baten sie
ihn instndig und sprachen: Er ist wrdig, da du ihm dies
gewhrst; $7/5$ denn er liebt unsere Nation, und er selbst hat
uns die Synagoge erbaut. $7/6$ Jesus aber ging mit ihnen. Als er
aber schon nicht mehr weit von dem Haus entfernt war, sandte der
Hauptmann Freunde zu ihm und lie ihm sagen: Herr, bemhe dich
nicht, denn ich bin nicht wrdig, da du unter mein Dach
trittst. $7/7$ Darum habe ich mich selbst auch nicht wrdig
geachtet, zu dir zu kommen; sondern sprich ein Wort, und mein
Diener wird gesund werden. $7/8$ Denn auch ich bin ein Mensch,
der unter Befehlsgewalt steht, und ich habe Soldaten unter mir;
und ich sage zu diesem: Geh hin! und er geht; und zu einem
anderen: Komm! und er kommt; und zu meinem Sklaven: Tu dies! und
er tut es. $7/9$ Als aber Jesus dies hrte, wunderte er sich
ber ihn; und er wandte sich zu der Volksmenge, die ihm folgte,
und sprach: Ich sage euch, selbst nicht in Israel habe ich so
groen Glauben gefunden. $7/10$ Und als die Abgesandten in das
Haus zurckkehrten, fanden sie den kranken Knecht gesund.

Auferweckung des Jnglings von Nain.

$7/11$ Und es geschah bald darauf, da er in eine Stadt ging,
genannt Nain, und viele seiner Jnger und eine groe Volksmenge
gingen mit ihm. $7/12$ Als er sich aber dem Tor der Stadt
nherte, siehe, da wurde ein Toter herausgetragen, der einzige
Sohn seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und eine zahlreiche
Volksmenge aus der Stadt war mit ihr. $7/13$ Und als der Herr
sie sah, wurde er innerlich bewegt ber sie und sprach zu ihr:
Weine nicht! $7/14$ Und er trat hinzu und rhrte die Bahre an,
die Trger aber standen still; und er sprach: Jngling, ich sage
dir, steh auf! $7/15$ Und der Tote setzte sich auf und fing an
zu reden; und er gab ihn seiner Mutter. $7/16$ Alle aber ergriff
Furcht; und sie verherrlichten Gott und sprachen: Ein groer
Prophet ist unter uns erweckt worden, und Gott hat sein Volk
besucht. $7/17$ Und diese Rede ber ihn ging aus in ganz Juda
und in der ganzen Umgegend.

Die Frage des Tufers - Jesu Antwort und Zeugnis ber ihn.

Mt 11,2-19.

$7/18$ Und dem Johannes berichteten seine Jnger ber dies
alles. $7/19$ Und Johannes rief zwei seiner Jnger herbei und
sandte sie zu Jesus und lie [ihm] sagen: Bist du der Kommende,
oder sollen wir auf einen anderen warten? $7/20$ Als aber die
Mnner zu ihm gekommen waren, sprachen sie: Johannes der Tufer
hat uns zu dir gesandt und lt [dir] sagen: Bist du der
Kommende, oder sollen wir auf einen anderen warten? $7/21$ In
jener Stunde aber heilte er viele von Krankheiten und Plagen und
bsen Geistern, und vielen Blinden schenkte er das Augenlicht.
$7/22$ Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und
verkndet Johannes, was ihr gesehen und gehrt habt: da Blinde
sehend werden, Lahme gehen, Ausstzige gereinigt werden, Taube
hren, Tote auferweckt werden, Armen gute Botschaft verkndigt
wird; $7/23$ und glckselig ist, wer sich nicht an mir rgern
wird.

$7/24$ Als aber die Boten des Johannes weggegangen waren, fing
er an, zu den Volksmengen ber Johannes zu reden: Was seid ihr
in die Wste hinausgegangen zu sehen? Ein Rohr, vom Wind hin und
her bewegt? $7/25$ Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen?
Einen Menschen, mit weichen Kleidern angetan? Siehe, die in
herrlicher Kleidung und in ppigkeit leben, sind an den
kniglichen Hfen. $7/26$ Oder was seid ihr hinausgegangen zu
sehen? Einen Propheten? Ja, sage ich euch, und mehr als einen
Propheten. $7/27$ Dieser ist es, von dem geschrieben steht:
`Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der
deinen Weg vor dir bereiten wird. $7/28$ Denn ich sage euch:
Unter den von Frauen Geborenen ist kein grerer Prophet als
Johannes der Tufer; aber der Kleinste in dem Reich Gottes ist
grer als er. $7/29$ Und das ganze Volk, das zuhrte, und die
Zllner gaben Gott recht, indem sie sich mit der Taufe des
Johannes taufen lieen; $7/30$ die Phariser aber und die
Gesetzesgelehrten machten den Ratschlu Gottes fr sich selbst
wirkungslos, indem sie sich nicht von ihm taufen lieen. $7/31$
Wem soll ich nun die Menschen dieses Geschlechts vergleichen?
Und wem sind sie gleich? $7/32$ Sie sind Kindern gleich, die auf
dem Markt sitzen und einander zurufen und sagen: Wir haben euch
gepfiffen, und ihr habt nicht getanzt; wir haben euch
Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint. $7/33$ Denn
Johannes der Tufer ist gekommen, der weder Brot a noch Wein
trank, und ihr sagt: Er hat einen Dmon. $7/34$ Der Sohn des
Menschen ist gekommen, der da it und trinkt, und ihr sagt:
Siehe, ein Fresser und Weinsufer, ein Freund von Zllnern und
Sndern; $7/35$ - und die Weisheit ist gerechtfertigt worden von
allen ihren Kindern.

Jesu Salbung durch eine Snderin.

$7/36$ Es bat ihn aber einer der Phariser, da er mit ihm essen
mchte; und er ging in das Haus des Pharisers und legte sich zu
Tisch. $7/37$ Und siehe, [da war] eine Frau in der Stadt, die
eine Snderin war; und als sie erfahren hatte, da er in dem
Haus des Pharisers zu Tisch liege, brachte sie eine
Alabasterflasche mit Salbl, $7/38$ trat von hinten an seine
Fe heran, weinte und fing an, seine Fe mit Trnen zu
benetzen, und trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes. [Dann]
kte sie seine Fe und salbte sie mit dem Salbl. $7/39$ Als
aber der Phariser, der ihn geladen hatte, das sah, sprach er
bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet wre, so
wrde er erkennen, wer und was fr eine Frau [das ist], die ihn
anrhrt; denn sie ist eine Snderin. $7/40$ Und Jesus antwortete
und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber
sagt: Lehrer, sprich! - $7/41$ Ein Glubiger hatte zwei
Schuldner; der eine schuldete fnfhundert Denare, der andere
aber fnfzig; $7/42$ da sie aber nicht zahlen konnten, schenkte
er es beiden. Wer nun von ihnen wird ihn am meisten lieben?
$7/43$ Simon aber antwortete und sprach: Ich denke, dem er das
meiste geschenkt hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht
geurteilt. $7/44$ Und sich zu der Frau wendend, sprach er zu
Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen, du
hast mir kein Wasser fr meine Fe gegeben; sie aber hat meine
Fe mit Trnen benetzt und mit ihren Haaren getrocknet. $7/45$
Du hast mir keinen Ku gegeben; sie aber hat, seitdem ich
hereingekommen bin, nicht abgelassen, meine Fe zu kssen.
$7/46$ Du hast mein Haupt nicht mit l gesalbt; sie aber hat mit
Salbl meine Fe gesalbt. $7/47$ Deswegen sage ich dir: Ihre
vielen Snden sind vergeben, denn sie hat viel geliebt; wem aber
wenig vergeben wird, der liebt wenig. $7/48$ Er aber sprach zu
ihr: Deine Snden sind vergeben. $7/49$ Und die mit zu Tisch
lagen, fingen an, bei sich selbst zu sagen: Wer ist dieser, der
auch Snden vergibt? $7/50$ Er sprach aber zu der Frau: Dein
Glaube hat dich gerettet. Geh hin in Frieden!

Die Jngerinnen Jesu.

\8\

$8/1$ Und es geschah danach, da er nacheinander Stdte und
Drfer durchzog, indem er predigte und das Evangelium vom Reich
Gottes verkndigte; und die Zwlf mit ihm, $8/2$ und einige
Frauen, die von bsen Geistern und Krankheiten geheilt worden
waren: Maria, genannt Magdalena, von der sieben Dmonen
ausgefahren waren, $8/3$ und Johanna, die Frau des Chuza, des
Verwalters Herodes}, und Susanna und viele andere, die ihnen mit
ihrer Habe dienten.

Gleichnis vom Smann.

Mt 13,1-23; Mk 4,1-20.

$8/4$ Als sich aber eine groe Volksmenge versammelte und sie
aus jeder Stadt zu ihm hinkamen, sprach er in einem Gleichnis:
$8/5$ Der Smann ging aus, seinen Samen zu sen; und indem er
ste, fiel einiges an den Weg, und es wurde zertreten, und die
Vgel des Himmels fraen es auf. $8/6$ Und anderes fiel auf den
Felsen; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine
Feuchtigkeit hatte. $8/7$ Und anderes fiel mitten unter die
Dornen; und indem die Dornen mit aufwuchsen, erstickten sie es.
$8/8$ Und anderes fiel in die gute Erde und ging auf und brachte
hundertfache Frucht. Als er dies sagte, rief er aus: Wer Ohren
hat zu hren, der hre!

$8/9$ Seine Jnger aber fragten ihn, was dieses Gleichnis
bedeute. $8/10$ Er aber sprach: Euch ist es gegeben, die
Geheimnisse des Reiches Gottes zu wissen, den brigen aber in
Gleichnissen, damit sie sehend nicht sehen und hrend nicht
verstehen. $8/11$ Dies aber ist die Bedeutung des Gleichnisses:
Der Same ist das Wort Gottes. $8/12$ Die aber an dem Weg sind
die, welche hren; dann kommt der Teufel und nimmt das Wort von
ihren Herzen weg, da sie nicht glauben und errettet werden.
$8/13$ Die aber auf dem Felsen sind die, welche, wenn sie hren,
das Wort mit Freuden aufnehmen; und diese haben keine Wurzel;
fr eine Zeit glauben sie, und in der Zeit der Versuchung fallen
sie ab. $8/14$ Das aber unter die Dornen fiel, sind die, welche
gehrt haben und hingehen und durch Sorgen und Reichtum und
Vergngungen des Lebens erstickt werden und nichts zur Reife
bringen. $8/15$ Das in der guten Erde aber sind die, welche in
einem redlichen und guten Herzen das Wort, nachdem sie es gehrt
haben, bewahren und Frucht bringen mit Ausharren.

Gleichnis von der Lampe.

Mk 4,21-25.

$8/16$ Niemand aber, der eine Lampe angezndet hat, bedeckt sie
mit einem Gef oder stellt sie unter ein Bett, sondern er
stellt sie auf ein Lampengestell, damit die Hereinkommenden das
Licht sehen. $8/17$ Denn es ist nichts verborgen, was nicht
offenbar werden wird, noch geheim, was nicht kundwerden und ans
Licht kommen soll. $8/18$ Seht nun zu, wie ihr hrt; denn wer
hat, dem wird gegeben werden, und wer nicht hat, von dem wird
selbst, was er zu haben meint, genommen werden.

Die wahren Verwandten Jesu.

Mt 12,46-50; Mk 3,31-35.

$8/19$ Es kamen aber seine Mutter und seine Brder zu ihm; und
sie konnten wegen der Volksmenge nicht zu ihm gelangen. $8/20$
Und es wurde ihm berichtet: Deine Mutter und deine Brder stehen
drauen und wollen dich sehen. $8/21$ Er aber antwortete und
sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brder sind die, welche
das Wort Gottes hren und tun.

Stillung des Sturms.

Mt 8,23-27; Mk 4,35-41.

$8/22$ Und es geschah an einem der Tage, da er in ein Schiff
stieg, er und seine Jnger; und er sprach zu ihnen: Lat uns
bersetzen an das jenseitige Ufer des Sees. Und sie fuhren ab.
$8/23$ Whrend sie aber fuhren, schlief er ein. Und es fiel ein
Sturmwind auf den See, und das Schiff fllte sich [mit Wasser],
und sie waren in Gefahr. $8/24$ Sie traten aber hinzu und
weckten ihn auf und sprachen: Meister, Meister, wir kommen um!
Er aber stand auf, bedrohte den Wind und das Gewoge des Wassers;
und sie legten sich, und es trat Stille ein. $8/25$ Er aber
sprach zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Erschrocken aber erstaunten
sie und sagten zueinander: Wer ist denn dieser, da er auch den
Winden und dem Wasser gebietet und sie ihm gehorchen?

Heilung eines besessenen Geraseners.

Mt 8,28-34; Mk 5,1-20.

$8/26$ Und sie fuhren nach der Landschaft der Gerasener, die
Galila gegenber liegt. $8/27$ Als er aber an das Land
gestiegen war, kam ihm ein Mann aus der Stadt entgegen, der seit
langer Zeit Dmonen hatte und keine Kleider anzog und nicht im
Haus blieb, sondern in den Grabsttten. $8/28$ Als er aber Jesus
sah, schrie er auf und fiel vor ihm nieder und sprach mit lauter
Stimme: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, Sohn Gottes,
des Hchsten? Ich bitte dich, qule mich nicht. $8/29$ Denn er
hatte dem unreinen Geist geboten, von dem Menschen auszufahren.
Denn fters hatte er ihn gepackt; und er war gebunden worden,
verwahrt mit Ketten und Fufesseln, und er zerbrach die Fesseln
und wurde von dem Dmon in die Wsteneien getrieben. $8/30$
Jesus fragte ihn aber und sprach: Was ist dein Name? Er aber
sprach: Legion. Denn viele Dmonen waren in ihn gefahren. $8/31$
Und sie baten ihn, da er ihnen nicht gebieten mchte, in den
Abgrund zu fahren. $8/32$ Es war aber dort eine Herde von vielen
Schweinen, die an dem Berg weideten. Und sie baten ihn, da er
ihnen erlauben mchte, in jene zu fahren. Und er erlaubte es
ihnen. $8/33$ Die Dmonen aber fuhren von dem Menschen aus und
fuhren in die Schweine, und die Herde strzte sich den Abhang
hinab in den See und ertrank. $8/34$ Als aber die Hter sahen,
was geschehen war, flohen sie und verkndeten es in der Stadt
und auf dem Land. $8/35$ Die Leute aber gingen hinaus, um zu
sehen, was geschehen war. Und sie kamen zu Jesus und fanden den
Menschen, von dem die Dmonen ausgefahren waren, bekleidet und
vernnftig zu den Fen Jesu sitzen; und sie frchteten sich.
$8/36$ Die es aber gesehen hatten, verkndeten ihnen, wie der
Besessene geheilt worden war. $8/37$ Und die ganze Menge aus der
Umgegend der Gerasener bat ihn, von ihnen wegzugehen, denn sie
waren von groer Furcht ergriffen. Er aber stieg in das Schiff
und kehrte wieder zurck. $8/38$ Der Mann aber, von dem die
Dmonen ausgefahren waren, bat ihn, da er bei ihm bleiben
drfe. Er aber entlie ihn und sprach: $8/39$ Kehre in dein Haus
zurck und erzhle, wieviel Gott an dir getan hat. Und er ging
hin und rief aus durch die ganze Stadt, wieviel Jesus an ihm
getan hatte.

Heilung der blutflssigen Frau - Auferweckung der Tochter des
Jairus.

Mt 9,18-26; Mk 5,21-43.

$8/40$ Es geschah aber, als Jesus zurckkehrte, nahm ihn das
Volk auf, denn alle erwarteten ihn. $8/41$ Und siehe, es kam ein
Mann mit Namen Jairus - und er war Vorsteher der Synagoge - und
fiel Jesus zu Fen und bat ihn, in sein Haus zu kommen; $8/42$
denn er hatte eine einzige Tochter von etwa zwlf Jahren, und
diese lag im Sterben. Whrend er aber hinging, drngte ihn die
Volksmenge.

$8/43$ Und eine Frau, die seit zwlf Jahren mit einem Blutflu
behaftet war und, obgleich sie ihren ganzen Lebensunterhalt an
[die] rzte verwandt hatte, von niemand geheilt werden konnte,
$8/44$ kam von hinten heran und rhrte die Quaste seines Kleides
an; und sogleich hrte ihr Blutflu auf. $8/45$ Und Jesus
sprach: Wer ist es, der mich angerhrt hat? Als aber alle es
abstritten, sprach Petrus: Meister, die Volksmengen drngen und
drcken dich, und du sagst: Wer ist es, der mich angerhrt hat?
$8/46$ Jesus aber sprach: Es hat mich jemand angerhrt; denn ich
habe gesprt, da Kraft von mir ausgegangen ist. $8/47$ Als die
Frau aber sah, da sie nicht verborgen blieb, kam sie zitternd
und fiel vor ihm nieder und berichtete vor dem ganzen Volk, um
welcher Ursache willen sie ihn angerhrt habe und wie sie
sogleich geheilt worden sei. $8/48$ Er aber sprach zu ihr:
Tochter, dein Glaube hat dich geheilt. Geh hin in Frieden!

$8/49$ Whrend er noch redete, kommt einer von dem [Haus des]
Synagogenvorstehers und sagt zu ihm: Deine Tochter ist
gestorben, bemhe den Lehrer nicht. $8/50$ Als aber Jesus es
hrte, antwortete er ihm: Frchte dich nicht, glaube nur! Und
sie wird gerettet werden. $8/51$ Als er aber in das Haus kam,
erlaubte er niemand hineinzugehen, auer Petrus und Johannes und
Jakobus und dem Vater des Kindes und der Mutter. $8/52$ Alle
aber weinten und beklagten sie. Er aber sprach: Weint nicht,
denn sie ist nicht gestorben, sondern sie schlft. $8/53$ Und
sie lachten ihn aus, da sie wuten, da sie gestorben war.
$8/54$ Als er aber alle hinausgetrieben hatte, ergriff er sie
bei der Hand und rief und sprach: Kind, steh auf! $8/55$ Und ihr
Geist kehrte zurck, und sogleich stand sie auf; und er befahl,
ihr zu essen zu geben. $8/56$ Und ihre Eltern gerieten auer
sich; er aber gebot ihnen, niemand zu sagen, was geschehen war.

Aussendung der zwlf Apostel.

Mt 10,1.5-15; Mk 6,7-13; vgl. Kap. 10,1-12.

\9\

$9/1$ Als er aber die Zwlf zusammengerufen hatte, gab er ihnen
Kraft und Vollmacht ber alle Dmonen und zur Heilung von
Krankheiten. $9/2$ Und er sandte sie, das Reich Gottes zu
predigen und die Kranken gesund zu machen. $9/3$ Und er sprach
zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg: weder Stab, noch Tasche,
noch Brot, noch Geld, noch soll jemand zwei Unterkleider haben.
$9/4$ Und in welches Haus ihr eintretet, dort bleibt, und von da
geht weiter. $9/5$ Und wo immer sie euch nicht aufnehmen werden
- geht fort aus jener Stadt und schttelt auch den Staub von
euren Fen, zum Zeugnis gegen sie. $9/6$ Sie gingen aber aus
und durchzogen die Drfer nacheinander, indem sie das Evangelium
verkndigten und berall heilten.

Jesus und Herodes.

Mt 14,1.2; Mk 6,14-16.

$9/7$ Es hrte aber Herodes, der Vierfrst, alles, was geschehen
war, und er war in Verlegenheit, weil von einigen gesagt wurde,
da Johannes aus den Toten auferweckt worden sei; $9/8$ von
einigen aber, da Elia erschienen, von anderen aber, da einer
der alten Propheten auferstanden sei. $9/9$ Und Herodes sprach:
Johannes habe ich enthauptet. Wer aber ist dieser, von dem ich
solches hre? Und er suchte ihn zu sehen.

Speisung der Fnftausend.

Mt 14,13-21; Mk 6,30-44; Joh 6,1-14; vgl. Mt 15,32-39; Mk 8,1-9.

$9/10$ Und als die Apostel zurckkehrten, erzhlten sie ihm
alles, was sie getan hatten; und er nahm sie mit und zog sich
abseits zurck nach einer Stadt mit Namen Bethsaida. $9/11$ Als
aber die Volksmengen es erfuhren, folgten sie ihm; und er nahm
sie auf und redete zu ihnen vom Reich Gottes, und die Heilung
brauchten, machte er gesund. $9/12$ Der Tag aber begann sich zu
neigen, und die Zwlf traten herbei und sprachen zu ihm: Entla
die Volksmenge, da sie in die Drfer ringsum und auf die Hfe
gehen und Herberge und Speise finden; denn hier sind wir an
einem den Ort. $9/13$ Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen
zu essen. Sie aber sprachen: Wir haben nicht mehr als fnf Brote
und zwei Fische, es sei denn, da wir hingingen und fr dieses
ganze Volk Speise kauften. $9/14$ Denn es waren etwa fnftausend
Mann. Er sprach aber zu seinen Jngern: Lat sie sich
reihenweise zu je fnfzig lagern. $9/15$ Und sie taten so und
lieen alle sich lagern. $9/16$ Er nahm aber die fnf Brote und
die zwei Fische, blickte auf zum Himmel und segnete sie; und er
brach sie und gab sie den Jngern, damit sie der Volksmenge
vorlegten. $9/17$ Und sie aen und wurden alle gesttigt; und es
wurde aufgehoben, was ihnen an Brocken briggeblieben war, zwlf
Handkrbe [voll].

Das Bekenntnis des Petrus - Erste Leidensankndigung -
Bedingungen der Nachfolge.

Mt 16,13-21; Mk 8,27-31.

$9/18$ Und es geschah, als er fr sich allein betete, waren die
Jnger bei ihm; und er fragte sie und sprach: Was sagen die
Volksmengen, wer ich bin? $9/19$ Sie aber antworteten und
sprachen: Johannes der Tufer; andere aber: Elia; andere aber,
da einer der alten Propheten auferstanden sei. $9/20$ Er sprach
aber zu ihnen: Ihr aber, was sagt ihr, wer ich bin? Petrus aber
antwortete und sprach: Der Christus Gottes. $9/21$ Er aber
redete ihnen ernstlich zu und gebot ihnen, dies niemand zu
sagen, $9/22$ und sprach: Der Sohn des Menschen mu vieles
leiden und verworfen werden von den ltesten und Hohenpriestern
und Schriftgelehrten und gettet und am dritten Tag auferweckt
werden.

Mt 16,24-28; Mk 8,34-9,1.

$9/23$ Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will,
verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf tglich und
folge mir nach. $9/24$ Denn wer sein Leben retten will, wird es
verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der
wird es retten. $9/25$ Denn was wird es einem Menschen ntzen,
wenn er die ganze Welt gewnne, sich selbst aber verlre oder
einbte? $9/26$ Denn wer sich meiner und meiner Worte schmt,
dessen wird der Sohn des Menschen sich schmen, wenn er kommen
wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen
Engel. $9/27$ Ich sage euch aber in Wahrheit: Es sind einige
unter denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken
werden, bis sie das Reich Gottes gesehen haben.

Die Verklrung Jesu.

Mt 17,1-9; Mk 9,2-10; 2Petr 1,16-18.

$9/28$ Es geschah aber etwa acht Tage nach diesen Worten, da er
Petrus und Johannes und Jakobus mitnahm und auf den Berg stieg,
um zu beten. $9/29$ Und als er betete, vernderte sich das
Aussehen seines Angesichts, und sein Gewand wurde wei,
strahlend. $9/30$ Und siehe, zwei Mnner redeten mit ihm, es
waren Mose und Elia. $9/31$ Diese erschienen in Herrlichkeit und
besprachen seinen Ausgang, den er in Jerusalem erfllen sollte.
$9/32$ Petrus aber und die mit ihm waren, waren beschwert vom
Schlaf; als sie aber vllig aufgewacht waren, sahen sie seine
Herrlichkeit und die zwei Mnner, die bei ihm standen. $9/33$
Und es geschah, als sie von ihm schieden, sprach Petrus zu
Jesus: Meister, es ist gut, da wir hier sind; und la uns drei
Htten machen, dir eine und Mose eine und Elia eine. Und er
wute nicht, was er sagte. $9/34$ Als er aber dies sagte, kam
eine Wolke und berschattete sie. Sie frchteten sich aber, als
sie in die Wolke hineinkamen; $9/35$ und es geschah eine Stimme
aus der Wolke, die sagte: Dieser ist mein geliebter Sohn, ihn
hrt! $9/36$ Und whrend die Stimme geschah, war Jesus wieder
allein. Und sie schwiegen und verkndeten in jenen Tagen niemand
etwas von dem, was sie gesehen hatten.

Heilung eines Fallschtigen.

Mt 17,14-21; Mk 9,14-29.

$9/37$ Es geschah aber am folgenden Tag, als sie von dem Berg
herabgestiegen waren, da kam ihm eine groe Volksmenge entgegen.
$9/38$ Und siehe, ein Mann aus der Volksmenge rief laut und
sprach: Lehrer, ich bitte dich, blicke hin auf meinen Sohn, denn
er ist mein einziger; $9/39$ und siehe, ein Geist ergreift ihn,
und pltzlich schreit er, und er zerrt ihn unter Schumen, und
kaum einmal lt er von ihm ab, er reibt ihn auf. $9/40$ Und ich
bat deine Jnger, da sie ihn austreiben mchten, und sie
konnten es nicht. $9/41$ Jesus aber antwortete und sprach: O
unglubiges und verkehrtes Geschlecht, bis wann soll ich bei
euch sein und euch ertragen? Bring deinen Sohn her! $9/42$ Aber
noch whrend er herbeikam, warf ihn der Dmon nieder und zerrte
ihn zusammen. Jesus aber bedrohte den unreinen Geist und heilte
den Knaben und gab ihn seinem Vater zurck. $9/43$ Sie
erstaunten aber alle sehr ber die herrliche Gre Gottes.

Zweite Leidensankndigung.

Mt 17,22.23; Mk 9,30-32.

Als sich aber alle verwunderten ber alles, was er tat, sprach
er zu seinen Jngern: $9/44$ Nehmt ihr diese Worte in eure
Ohren, nmlich da der Sohn des Menschen berliefert werden wird
in die Hnde der Menschen. $9/45$ Sie aber verstanden dieses
Wort nicht, und es war vor ihnen verborgen, da sie es nicht
begriffen; und sie frchteten sich, ihn ber dieses Wort zu
fragen.

Mastbe fr wahre Gre und den Dienst im Reich Gottes.

Mt 18,1-5; Mk 9,33-37.38-41.

$9/46$ Es stieg aber unter ihnen eine berlegung auf, wer wohl
der Grte unter ihnen sei. $9/47$ Als Jesus aber die berlegung
ihres Herzens erkannte, nahm er ein Kind und stellte es neben
sich $9/48$ und sprach zu ihnen: Wer dieses Kind aufnehmen wird
in meinem Namen, nimmt mich auf, und wer mich aufnehmen wird,
nimmt den auf, der mich gesandt hat; denn wer der Kleinste ist
unter euch allen, der ist gro.

$9/49$ Johannes aber antwortete und sprach: Meister, wir sahen
jemand Dmonen austreiben in deinem Namen und wir wehrten ihm,
weil er [dir] nicht mit uns nachfolgt. $9/50$ Und Jesus sprach
zu ihm: Wehrt nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, ist fr
euch.
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