Botschaft des HERRN von der Erlsung.

\40\

$40/1$ Trstet, trstet mein Volk! spricht euer Gott. $40/2$
Redet zum Herzen Jerusalems, und ruft ihm zu, da sein
Frondienst vollendet, da seine Schuld abgetragen ist! Denn es
hat von der Hand des HERRN das Doppelte empfangen fr all seine
Snden.

$40/3$ Eine Stimme ruft: In der Wste bahnt den Weg des HERRN!
Ebnet in der Steppe eine Strae fr unseren Gott! $40/4$ Jedes
Tal soll erhht und jeder Berg und Hgel erniedrigt werden! Und
das Hckerige soll zur Ebene werden und das Hgelige zur
Talebene! $40/5$ Und die Herrlichkeit des HERRN wird sich
offenbaren, und alles Fleisch miteinander wird es sehen. Denn
der Mund des HERRN hat geredet.

$40/6$ Eine Stimme spricht: Rufe! Und ich sage: Was soll ich
rufen? - Alles Fleisch ist Gras, und all seine Anmut wie die
Blume des Feldes. $40/7$ Das Gras ist verdorrt, die Blume ist
verwelkt, denn der Hauch des HERRN hat sie angeweht. Frwahr,
das Volk ist Gras. $40/8$ Das Gras ist verdorrt, die Blume ist
verwelkt. Aber das Wort unseres Gottes besteht in Ewigkeit.

$40/9$ Auf einen hohen Berg steig hinauf, du Freudenbotin Zion!
Erhebe mit Macht deine Stimme, du Freudenbotin Jerusalem! Erhebe
sie, frchte dich nicht! Sprich zu den Stdten Judas: Siehe da,
euer Gott! $40/10$ Siehe, der Herr, HERR, kommt mit Kraft, und
sein Arm bt die Herrschaft fr ihn aus. Siehe sein Lohn ist bei
ihm, und seine Belohnung [geht] vor ihm her. $40/11$ Er wird
seine Herde weiden wie ein Hirte, die Lmmer wird er in seinen
Arm nehmen und in seinem Gewandbausch tragen, die sugenden
[Muttertiere] wird er [frsorglich] leiten.

Die unvergleichliche Gre Gottes.

$40/12$ Wer hat die Wasser gemessen mit seiner hohlen Hand und
die Himmel abgemessen mit der Spanne? Und wer hat den Staub der
Erde mit einem Ma erfat und die Berge mit der Waage gewogen,
die Hgel mit Waagschalen? $40/13$ Wer hat den Geist des HERRN
ermessen, und [wer ist] der Mann seines Rates, den er
unterwiese? $40/14$ Mit wem beriet er sich, da er ihm Einsicht
gegeben und ihn belehrt htte ber den Pfad des Rechts und ihn
Erkenntnis gelehrt und ihn [ber] den Weg der Einsicht
unterwiesen htte? $40/15$ Siehe, Nationen gelten wie ein
Tropfen am Eimer und wie Staub auf der Waagschale. Siehe, Inseln
hebt er hoch wie ein Stubchen. $40/16$ Und der Libanon reicht
nicht hin zum Brennholz, und sein Wild reicht nicht hin zum
Brandopfer. $40/17$ Alle Nationen sind wie nichts vor ihm und
gelten ihm als nichtig und leer. -

V. 18-26: Kap. 44,6-21; Jer 10,1-16.


$40/18$ Mit wem wollt ihr Gott vergleichen, und was fr ein
Abbild wollt ihr ihm gegenberstellen? $40/19$ Der
Kunsthandwerker giet das Gtterbild, der Goldschmied beschlgt
es mit Gold und [mit] silbernen Ketten vom Goldschmied. $40/20$
Maulbeerholz [whlt er], ein Holz, das nicht fault. Er sucht
sich einen geschickten Kunsthandwerker, um ein Gtterbild
aufzustellen, das nicht wackelt. - $40/21$ Habt ihr es nicht
erkannt? Hrt ihr es nicht? Ist es euch nicht von Anfang an
verkndet worden? Habt ihr nicht Einsicht gewonnen von der
Grndung der Erde her? $40/22$ [Er ist es,] der da thront ber
dem Kreis der Erde, da ihre Bewohner wie Heuschrecken
[erscheinen], der die Himmel ausspannt wie einen Schleier und
ihn ausbreitet wie ein Zelt zum Wohnen, $40/23$ der die Frsten
dem Nichts anheimgibt, die Richter der Erde der Nichtigkeit
gleichmacht. $40/24$ Kaum sind sie gepflanzt, kaum sind sie
gest, kaum hat ihr Stamm Wurzeln in der Erde getrieben, da
blst er sie schon an. Sie verdorren, und ein Sturmwind trgt
sie wie Stoppeln hinweg. $40/25$ Mit wem denn wollt ihr mich
vergleichen, dem ich gleich wre? spricht der Heilige. $40/26$
Hebt zur Hhe eure Augen [empor] und seht: Wer hat diese [da]
geschaffen? Er, der ihr Heer hervortreten lt nach der Zahl,
ruft sie alle mit Namen: Vor [ihm], reich an Macht und stark an
Kraft, fehlt kein einziger.

$40/27$ Warum sagst du, Jakob, und sprichst du, Israel: Mein Weg
ist verborgen vor dem HERRN, und meinem Gott entgeht mein Recht?
$40/28$ Hast du es nicht erkannt, oder hast du es nicht gehrt?
Ein ewiger Gott ist der HERR, der Schpfer der Enden der Erde.
Er ermdet nicht und ermattet nicht, unergrndlich ist seine
Einsicht. $40/29$ Er gibt dem Mden Kraft und dem Ohnmchtigen
mehrt er die Strke. $40/30$ Jnglinge ermden und ermatten, und
junge Mnner straucheln [und] strzen. $40/31$ Aber die auf den
HERRN hoffen, gewinnen neue Kraft: sie heben die Schwingen empor
wie die Adler, sie laufen und ermatten nicht, sie gehen und
ermden nicht.

Das Walten Gottes mit den Vlkern und seinem Knecht Israel nach
seiner Vorhersage.

\41\

$41/1$ Hrt mir schweigend zu, ihr Inseln! Und die
Vlkerschaften sollen neue Kraft gewinnen. Sie sollen
herzutreten, dann mgen sie reden: Lat uns miteinander vor
Gericht treten! $41/2$ Wer hat vom [Sonnen]aufgang her den
erweckt, dessen Fu Gerechtigkeit begegnet? [Wer] gibt Nationen
vor ihm dahin und strzt Knige hinab? Sein Schwert macht sie
wie Staub, sein Bogen wie verwehte Strohstoppeln. $41/3$ Er jagt
ihnen nach, zieht wohlbehalten einher, berhrt den Weg nicht mit
seinen Fen. $41/4$ Wer hat es gewirkt und getan? Der die
Generationen ruft von Anbeginn. Ich, der HERR, bin der Erste,
und bei den Letzten bin ich derselbe. $41/5$ Die Inseln haben es
gesehen und frchten sich, es erbeben die Enden der Erde. Sie
nherten sich und kamen herbei.

$41/6$ Einer hilft dem andern und sagt zu seinem Bruder: Sei
mutig! $41/7$ Und der Kunsthandwerker ermutigt den Goldschmied.
Der mit dem Hammer glttet, [ermutigt] den, der auf den Ambo
schlgt, und sagt von der Ltung: Sie ist gut. Und er befestigt
es mit Ngeln, da es nicht wackelt.

$41/8$ Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, den ich erwhlt
habe, Nachkomme Abrahams, meines Freundes, $41/9$ du, den ich
ergriffen von den Enden der Erde und von ihren fernsten Gegenden
her gerufen habe, zu dem ich sprach: Mein Knecht bist du, ich
habe dich erwhlt und nicht verworfen - $41/10$ frchte dich
nicht, denn ich bin mit dir! Habe keine Angst, denn ich bin dein
Gott! Ich strke dich, ja, ich helfe dir, ja, ich halte dich mit
der Rechten meiner Gerechtigkeit. $41/11$ Siehe, beschmt und
zuschanden werden alle, die [in Feindschaft] gegen dich
entbrannt sind. Es werden wie nichts und gehen zugrunde die
Mnner, die den Rechtsstreit mit dir fhren. $41/12$ Du wirst
sie suchen und nicht finden, die Mnner, die mit dir zanken. Wie
nichts und wie Nichtigkeit werden die Mnner, die mit dir Krieg
fhren. $41/13$ Denn ich bin der HERR, dein Gott, der deine
Rechte ergreift, der zu dir spricht: Frchte dich nicht! Ich,
ich helfe dir! - $41/14$ Frchte dich nicht, du Wurm Jakob, du
Huflein Israel! Ich, ich helfe dir, spricht der HERR, und dein
Erlser ist der Heilige Israels. $41/15$ Siehe, ich habe dich zu
einem scharfen, neuen Dreschschlitten gemacht, mit
Doppelschneiden versehen: du wirst Berge dreschen und zermalmen
und Hgel der Spreu gleichmachen. $41/16$ Du wirst sie worfeln,
und der Wind wird sie forttragen und der Sturm sie zerstreuen.
Du aber, du wirst jubeln in dem HERRN und dich rhmen in dem
Heiligen Israels.

$41/17$ Die Elenden und die Armen suchen nach Wasser, und es
gibt keins, ihre Zunge vertrocknet vor Durst. Ich, der HERR,
werde sie erhren, ich, der Gott Israels, werde sie nicht
verlassen. $41/18$ Ich werde Strme ffnen auf den kahlen Hhen
und Quellen mitten in den Talebenen. Ich werde die Wste zum
Wasserteich machen und das drre Land zu Wasserquellen. $41/19$
Ich werde Zedern in die Wste setzen, Akazien, Myrten und
Olivenbume, werde Wacholderbume in die Steppe pflanzen,
Platanen und Zypressen miteinander, $41/20$ damit sie sehen und
erkennen, es merken und verstehen allesamt, da die Hand des
HERRN dies getan und der Heilige Israels es geschaffen hat.

$41/21$ Bringt eure Rechtssache vor! spricht der HERR. Bringt
eure Beweise herbei! spricht der Knig Jakobs. $41/22$ Sie
sollen [sie] herbeibringen und uns verknden, was sich ereignen
wird: das Frhere, was war es? Verkndet es, damit wir es uns zu
Herzen nehmen! Oder lat uns das Knftige hren, damit wir
seinen Ausgang erkennen! $41/23$ Verkndet das spter Kommende,
damit wir erkennen, da ihr Gtter seid! Ja, lat es gut sein
oder schlimm sein, da wir uns gegenseitig ansehen und
miteinander erschrecken! $41/24$ Siehe, ihr seid nichts, und
euer Tun ist Nichtigkeit. Ein Greuel ist, wer euch erwhlt!

$41/25$ Ich habe [ihn] von Norden her erweckt, und er kam
herbei, - von Sonnenaufgang her den, der meinen Namen anruft.
Und er zertritt Befehlshaber wie Lehm und wie ein Tpfer, der
Ton stampft. $41/26$ Wer hat es von Anfang an verkndet, da wir
es erkannt htten, und von jeher, da wir sagen knnten:
Richtig! Ja, da war keiner, der es verkndete, ja, keiner, der
es hren lie, ja, keiner, der eure Sprche gehrt htte.
$41/27$ Als erster [habe ich] zu Zion [gesagt]: Siehe, siehe, da
sind sie, und Jerusalem gebe ich einen Freudenboten! $41/28$ Und
ich sehe hin, doch da ist niemand, und unter diesen da ist kein
Ratgeber, da ich sie fragen knnte und sie mir Antwort gben.
$41/29$ Siehe, sie alle sind Betrug. Nichtigkeit sind ihre
Machwerke, Wind und Leere ihre gegossenen Bilder.

Der Knecht des HERRN in seiner Gre und Armut - Klage ber
Israel als Knecht des HERRN.

\42\

$42/1$ Siehe, mein Knecht, den ich halte, mein Auserwhlter, an
dem meine Seele Wohlgefallen hat: Ich habe meinen Geist auf ihn
gelegt, er wird das Recht zu den Nationen hinausbringen. $42/2$
Er wird nicht schreien und [die Stimme] nicht erheben und seine
Stimme nicht hren lassen auf der Strae. $42/3$ Das geknickte
Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er
nicht auslschen. In Treue bringt er das Recht hinaus. $42/4$ Er
wird nicht verzagen noch zusammenbrechen, bis er das Recht auf
Erden aufgerichtet hat. Und die Inseln warten auf seine Weisung.
- $42/5$ So spricht Gott, der HERR, der die Himmel schuf und sie
ausspannte, der die Erde ausbreitete und was ihr entsprot, der
dem Volk auf ihr den Atem gab und den [Lebens]hauch denen, die
auf ihr gehen: $42/6$ Ich, der HERR, ich habe dich in
Gerechtigkeit gerufen und ergreife dich bei der Hand. Und ich
behte dich und mache dich zum Bund des Volkes, zum Licht der
Nationen, $42/7$ blinde Augen aufzutun, um Gefangene aus dem
Kerker herauszufhren [und] aus dem Gefngnis, die in der
Finsternis sitzen. - $42/8$ Ich bin Jahwe, das ist mein Name.
Und meine Ehre gebe ich keinem anderen noch meinen Ruhm den
Gtterbildern. $42/9$ Das Frhere, siehe, es ist eingetroffen,
und Neues verkndige ich. Bevor es aufsprot, lasse ich es euch
hren.

$42/10$ Singt dem HERRN ein neues Lied, seinen Ruhm vom Ende der
Erde: Es brause das Meer und seine Flle, die Inseln und ihre
Bewohner! $42/11$ [Die Stimme] sollen erheben die Steppe und
ihre Stdte, die Drfer, die Kedar bewohnt! Jubeln sollen die
Bewohner von Sela, jauchzen vom Gipfel der Berge her! $42/12$
Dem HERRN sollen sie Ehre geben und seinen Ruhm auf den Inseln
verkndigen! $42/13$ Der HERR zieht aus wie ein Held, wie ein
Kriegsmann weckt er den Eifer. Er erhebt einen Schlachtruf, ja,
ein gellendes Feldgeschrei, er beweist sich als Held gegen seine
Feinde.

$42/14$ Seit ewigen [Zeiten] habe ich geschwiegen, war still,
habe an mich gehalten. Wie eine Gebrende will ich [nun]
sthnen, schnauben und [nach Luft] schnappen zugleich. $42/15$
Ich will Berge und Hgel ausdrren und all ihr Kraut vertrocknen
lassen. Und ich will Strme zu Inseln machen und Teiche
trockenlegen. $42/16$ Und ich will die Blinden auf einem Weg
gehen lassen, den sie nicht kennen, auf Pfaden, die sie nicht
kennen, will ich sie schreiten lassen. Die Finsternis vor ihnen
will ich zum Licht machen und das Holperige zur Ebene. Das sind
die Dinge, die ich tun und von denen ich nicht ablassen werde.
$42/17$ Es weichen zurck, es werden vllig zuschanden [alle],
die auf ein Gtterbild vertrauen, die zum gegossenen Bild sagen:
Ihr seid unsere Gtter.

$42/18$ Hrt, ihr Tauben! Und ihr Blinden, schaut her, um zu
sehen! $42/19$ Wer ist blind, wenn nicht mein Knecht, und taub,
wenn nicht mein Bote, den ich sende? Wer ist blind wie
Meschullam und blind wie der Knecht des HERRN? $42/20$ Er hat
vieles gesehen, aber es nicht beachtet, hat offene Ohren, aber
hrt nicht. $42/21$ Deinem HERRN hat es gefallen um seiner
Gerechtigkeit willen. Er macht das Gesetz gro und herrlich.
$42/22$ Doch ist es [jetzt noch] ein beraubtes und
ausgeplndertes Volk. Sie sind allesamt in Lchern gefesselt,
und in Kerkern werden sie versteckt gehalten. Sie sind zur Beute
geworden, und da ist kein Erretter, [zur] Plnderung, und
niemand sagt: Gib wieder her! $42/23$ Wer unter euch will das zu
Ohren nehmen, will achtgeben und fr die Zukunft hren? $42/24$
Wer hat Jakob der Plnderung preisgegeben und Israel den
Rubern? Nicht der HERR, gegen den wir gesndigt haben? Und sie
wollten nicht auf seinen Wegen gehen und hrten nicht auf sein
Gesetz. $42/25$ Da hat er die Glut seines Zornes und die Gewalt
des Krieges ber es ausgegossen. Und er hat es ringsum versengt,
aber es kommt nicht zur Erkenntnis, und er hat es in Brand
gesteckt, aber es nimmt es nicht zu Herzen.

Israels Erlsung aus Gnaden.

\43\

$43/1$ Aber jetzt, so spricht der HERR, der dich geschaffen,
Jakob, und der dich gebildet hat, Israel: Frchte dich nicht,
denn ich habe dich erlst! Ich habe dich bei deinem Namen
gerufen, du bist mein. $43/2$ Wenn du durchs Wasser gehst, ich
bin bei dir, und durch Strme, sie werden dich nicht berfluten.
Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden, und
die Flamme wird dich nicht verbrennen. $43/3$ Denn ich bin der
HERR, dein Gott, [ich], der Heilige Israels, dein Retter. Ich
gebe gypten als Lsegeld fr dich, Kusch und Seba an deiner
Stelle. $43/4$ Weil du teuer bist in meinen Augen [und] wertvoll
bist und ich dich liebhabe, so gebe ich Menschen hin an deiner
Stelle und Vlkerschaften anstelle deines Lebens. $43/5$ Frchte
dich nicht, denn ich bin mit dir! Vom [Sonnen]aufgang her werde
ich deine Nachkommen bringen, und vom [Sonnen]untergang her
werde ich dich sammeln. $43/6$ Ich werde zum Norden sagen: Gib
her! und zum Sden: Halte nicht zurck! Bring meine Shne von
fernher und meine Tchter vom Ende der Erde, $43/7$ jeden, der
mit meinem Namen genannt ist und den ich zu meiner Ehre
geschaffen, den ich gebildet, ja, gemacht habe!

$43/8$ La hervortreten das blinde Volk, das doch Augen hat, und
die Tauben, die doch Ohren haben! $43/9$ Alle Nationen sind
miteinander versammelt, und die Vlkerschaften sind
zusammengekommen! Wer unter ihnen verkndet dies? Auch Frheres
sollen sie uns hren lassen! Sie sollen ihre Zeugen stellen, da
sie gerecht sind! Und man wird es hren und sagen: Es ist wahr!
$43/10$ Ihr seid meine Zeugen, spricht der HERR, und mein
Knecht, den ich erwhlt habe, damit ihr erkennt und mir glaubt
und einseht, da ich derselbe bin. Vor mir wurde kein Gott
gebildet, und nach mir wird keiner sein. $43/11$ Ich, ich bin
der HERR, und auer mir gibt es keinen Retter. $43/12$ Ich habe
verkndigt und gerettet und hren lassen, und kein fremder
[Gott] war unter euch. Und ihr seid meine Zeugen, spricht der
HERR, und ich bin Gott. $43/13$ Ja, auch weiterhin bin ich
derselbe, und da ist niemand, der aus meiner Hand errettet. Ich
wirke, und wer kann es rckgngig machen?

$43/14$ So spricht der HERR, euer Erlser, der Heilige Israels:
Um euretwillen habe ich nach Babel gesandt. Und ich stoe
herunter all die Riegel [eines Gefngnisses]. Und die Chalder -
zur Klage wird ihr Jubel. $43/15$ Ich bin der HERR, euer
Heiliger, der Schpfer Israels, euer Knig.

$43/16$ So spricht der HERR, der einen Weg gibt im Meer und
einen Pfad in mchtigen Wassern, $43/17$ der ausziehen lt
Wagen und Pferd, Heer und Held - zusammen liegen sie da, stehen
nicht wieder auf; sie sind erloschen, verglommen wie ein Docht
-: $43/18$ Denkt nicht an das Frhere, und auf das Vergangene
achtet nicht! $43/19$ Siehe, ich wirke Neues! Jetzt sprot es
auf. Erkennt ihr es nicht? Ja, ich lege durch die Wste einen
Weg, Strme durch die Einde. $43/20$ Die Tiere des Feldes
werden mich ehren, Schakale und Straue, weil ich in der Wste
Wasser gegeben habe, Strme in der Einde, um mein Volk zu
trnken, mein auserwhltes. $43/21$ Dieses Volk, das ich mir
gebildet habe, sie sollen meinen Ruhm erzhlen.

$43/22$ Nicht mich hast du angerufen, Jakob, da du dich um mich
gemht httest, Israel! $43/23$ Du hast mir nicht das Lamm
deiner Brandopfer gebracht und mit deinen Schlachtopfern mich
nicht geehrt. Ich habe dir nicht mit Opfergaben Arbeit gemacht
noch mit Weihrauch dich ermdet. $43/24$ Du hast mir nicht fr
Geld Wrzrohr gekauft noch mit dem Fett deiner Schlachtopfer
mich gesttigt. Vielmehr hast du mir Arbeit gemacht mit deinen
Snden, du hast mich ermdet mit deinen Snden. $43/25$ Ich, ich
bin es, der deine Verbrechen auslscht um meinetwillen, und
deiner Snden will ich nicht gedenken.

$43/26$ Zeige mich an! Wir wollen miteinander vor Gericht
treten! Erzhle du, damit du recht behltst! $43/27$ Dein erster
Vater hat [schon] gesndigt, und deine Vermittler haben mit mir
gebrochen. $43/28$ So entweihe ich die Obersten des Heiligtums.
Und ich gebe Jakob dem Bann und Israel den Hohnreden preis.

Der segnende, lebendige Gott und die Torheit des Gtzendienstes.

\44\

$44/1$ Aber nun hre, Jakob, mein Knecht, und Israel, den ich
erwhlt habe. $44/2$ So spricht der HERR, der dich gemacht und
von Mutterleibe an dich gebildet hat, der dir hilft: Frchte
dich nicht, mein Knecht Jakob, und Jeschurun, den ich erwhlt
habe! $44/3$ Denn ich werde Wasser gieen auf das durstige und
Bche auf das trockene Land. Ich werde meinen Geist ausgieen
auf deine Nachkommen und meinen Segen auf deine Sprlinge.
$44/4$ Und sie werden aufsprossen wie Schilf zwischen Wassern,
wie Pappeln an Wasserlufen. $44/5$ Dieser wird sagen: Ich
gehre dem HERRN! Und jener wird sich mit dem Namen Jakob
nennen. Und jener wird auf seine Hand schreiben: Dem HERRN
eigen! und wird mit dem Namen Israel genannt werden.

V. 6-21: Kap. 40,18-26; Jer 10,1-16.

$44/6$ So spricht der HERR, der Knig Israels und sein Erlser,
der HERR der Heerscharen: Ich bin der Erste und bin der Letzte,
und auer mir gibt es keinen Gott. $44/7$ Und wer ist wie ich?
Er rufe und verknde es und lege es mir dar! - Wer hat von
Urzeiten her das Kommende hren lassen? Und was eintreten wird,
sollen sie uns verknden! $44/8$ Erschreckt nicht und zittert
nicht! Habe ich es dich nicht schon lngst hren lassen und [es
dir] verkndet? Und ihr seid meine Zeugen: Gibt es einen Gott
auer mir? Es gibt keinen Fels, ich kenne keinen. $44/9$ Die
Bildner von Gtterbildern sind allesamt nichtig, und ihre
Lieblinge ntzen nichts. Und ihre Zeugen sehen nicht und
erkennen nicht, damit sie zuschanden werden. $44/10$ Wer hat
[je] einen Gott gebildet und ein Gtterbild gegossen, damit es
nichts ntzt? $44/11$ Siehe, alle seine Anhnger werden
zuschanden. Und die Kunsthandwerker sind ja [nur] Menschen.
Sollen sie sich alle versammeln, hintreten: erschrecken mssen
sie, zuschanden werden allesamt! $44/12$ Der Handwerker in Eisen
schrft das Beil und arbeitet mit Kohlenglut, und er formt es
mit Hmmern und verarbeitet es mit seinem krftigen Arm. Er wird
[dabei] auch hungrig und kraftlos, er trinkt kein Wasser und
ermdet. $44/13$ Der Handwerker in Holz spannt die Schnur,
zeichnet es mit dem Stift vor, fhrt es mit den Schnitzmessern
aus und umreit mit dem Zirkel. Und er macht es wie das Bild
eines Mannes, wie das Prachtstck von einem Menschen, damit es
in einem Haus wohnt. $44/14$ [Er geht,] um sich Zedern zu
fllen, oder nimmt eine Steineiche oder eine Eiche und zieht sie
sich gro unter den Bumen des Waldes. Er pflanzt eine Fichte,
und der Regen lt sie wachsen. $44/15$ Und [das alles] dient
dem Menschen zur Feuerung, und er nimmt davon und wrmt sich.
Teils heizt er und bckt Brot, teils verarbeitet er es zu einem
Gott und wirft sich [davor] nieder, macht ein Gtzenbild daraus
und beugt sich vor ihm. $44/16$ Die Hlfte davon verbrennt er im
Feuer. Auf [dieser] seiner Hlfte brt er Fleisch, it den
Braten und sttigt sich. Auch wrmt er sich und sagt: Ha! Mir
wird es warm, ich spre Feuer. $44/17$ Und den Rest davon macht
er zu einem Gott, zu seinem Gtterbild. Er beugt sich vor ihm
und wirft sich nieder, und er betet zu ihm und sagt: Errette
mich, denn du bist mein Gott! - $44/18$ Sie haben keine
Erkenntnis und keine Einsicht, denn ihre Augen sind verklebt,
da sie nicht sehen, [und] ihre Herzen, da sie nicht verstehen.
- $44/19$ Und er nimmt es nicht zu Herzen und [hat] keine
Erkenntnis und keine Einsicht, da er sagte: Die Hlfte davon
habe ich im Feuer verbrannt, auch habe ich auf seinen Kohlen
Brot gebacken, ich brate Fleisch und esse; und den Rest davon
mache ich zu einem Greuel, vor einem Holzklotz beuge ich mich!
$44/20$ Wer sich mit Asche einlt, ist betrogen, [sein] Herz
hat ihn irregefhrt. Er rettet seine Seele nicht und sagt
[nicht]: Ist nicht Lge in meiner Rechten?

$44/21$ Denke daran, Jakob und Israel, denn du bist mein Knecht.
Ich habe dich gebildet, du bist mein Knecht. Israel, du wirst
nicht von mir vergessen. $44/22$ Ich habe deine Verbrechen
ausgelscht wie einen Nebel und wie eine Wolke deine Snden.
Kehre um zu mir, denn ich habe dich erlst! $44/23$ Jubelt, ihr
Himmel, denn der HERR hat es getan! Jauchzt, ihr Tiefen der
Erde! Brecht in Jubel aus, ihr Berge, du Wald und all ihr Bume
darin! Denn der HERR hat Jakob erlst, und an Israel
verherrlicht er sich.

Ankndigung der Herrschaft des Kyrus zum Heil Israels.

$44/24$ So spricht der HERR, dein Erlser und der dich vom
Mutterleib an gebildet hat: Ich, der HERR, bin es, der alles
wirkt, der die Himmel ausspannte, ich allein, der die Erde
ausbreitete - wer war [da] bei mir? $44/25$ [Ich bin es,] der
die Wunderzeichen der Orakelpriester platzen lt und die
Wahrsager zu Narren macht, der die Weisen zur Umkehr zwingt und
ihr Wissen zur Torheit macht, $44/26$ der das Wort seines
Knechtes aufrichtet und den Plan seiner Boten ausfhrt, der von
Jerusalem sagt: Es soll bewohnt werden! und von den Stdten
Judas: Sie sollen aufgebaut werden, und seine Trmmersttten
werde ich [wieder]aufrichten! - $44/27$ der zur Meerestiefe
spricht: Versiege, und deine Strme will ich austrocknen -
$44/28$ der von Kyrus spricht: Mein Hirt, er wird alles
ausfhren, was mir gefllt, indem er von Jerusalem sagen wird:
Es werde aufgebaut, und der Grundstein des Tempels werde gelegt!

\45\

$45/1$ So spricht der HERR zu seinem Gesalbten, zu Kyrus, den
ich bei seiner Rechten ergriffen habe, um Nationen vor ihm zu
unterwerfen - und die Hften der Knige entgrte ich -, um Tren
vor ihm zu ffnen, und Tore bleiben nicht verschlossen: $45/2$
Ich, ich werde vor dir herziehen und werde die Ringmauern
einebnen. Eherne Tren werde ich zerbrechen und eiserne Riegel
zerschlagen. $45/3$ Ich gebe dir verborgene Schtze und
versteckte Vorrte, damit du erkennst, da ich der HERR bin, der
dich bei deinem Namen ruft, der Gott Israels. $45/4$ Um meines
Knechtes Jakob willen und Israels, meines Auserwhlten, habe ich
dich bei deinem Namen gerufen. Ich gebe dir einen Ehrennamen,
ohne da du mich gekannt hast. $45/5$ Ich bin der HERR und sonst
keiner. Auer mir gibt es keinen Gott. Ich grte dich, ohne da
du mich erkannt hast, $45/6$ damit man erkennt vom Aufgang der
Sonne und von [ihrem] Untergang her, da es auer mir gar keinen
gibt. Ich bin der HERR - und sonst keiner -, $45/7$ der das
Licht bildet und die Finsternis schafft, der Frieden wirkt und
das Unheil schafft. Ich, der HERR, bin es, der das alles wirkt.

$45/8$ Trufelt, ihr Himmel, von oben! Und ihr Wolken, fliet
[ber] von Gerechtigkeit! Das Land ffne [seine Ackerfurchen],
und sie sollen fruchtbar sein mit Heil, und es lasse
Gerechtigkeit hervorwachsen zugleich! Ich, der HERR, habe es
geschaffen. $45/9$ Weh dem, der mit seinem Bildner rechtet - ein
Tongef unter irdenen Tongefen! Sagt [etwa] der Ton zu seinem
Bildner: Was machst du?, und [sagt etwa] dein Werk [von dir]: Er
hat keine Hnde? $45/10$ Weh dem, der zum Vater sagt: Warum
zeugst du? und zur Frau: Warum hast du Wehen? $45/11$ So spricht
der HERR, der Heilige Israels und sein Bildner: Wollt ihr mich
[etwa] wegen meiner Kinder fragen und ber das Werk meiner Hnde
mir Befehl geben? $45/12$ Ich, ich habe die Erde gemacht und den
Menschen auf ihr geschaffen. Ich [war es], meine Hnde haben die
Himmel ausgespannt, und all ihrem Heer habe ich Befehl gegeben.
$45/13$ Ich, ich habe ihn erweckt in Gerechtigkeit, und alle
seine Wege ebne ich. Er wird meine Stadt bauen und meine
Weggefhrten freilassen, nicht fr einen Kaufpreis und nicht fr
ein Geschenk, spricht der HERR der Heerscharen.

$45/14$ So spricht der HERR: Der Erwerb gyptens und der
Handelsgewinn von Kusch und die Seber, hochgewachsene Mnner,
werden zu dir bergehen und dir gehren. Sie werden dir
nachfolgen, in Fesseln werden sie [zu dir] bergehen. Und sie
werden sich vor dir niederwerfen, werden zu dir flehen: Ja, bei
dir ist Gott. Es gibt keinen sonst, keinen Gott! - $45/15$
Wahrlich, du bist ein Gott, der sich verborgen hlt, Gott
Israels, ein Retter! - $45/16$ Sie werden zuschanden und auch
zunichte, sie alle miteinander. Sie gehen allesamt in Schmach
dahin, die Gtzenmacher. $45/17$ Israel findet Rettung in dem
HERRN, ewige Rettung. Ihr werdet nicht zuschanden und nicht
zunichte werden in alle Ewigkeiten. $45/18$ Denn so spricht der
HERR, der die Himmel geschaffen hat - er ist Gott -, der die
Erde gebildet und sie gemacht hat - er hat sie gegrndet, nicht
als eine de hat er sie geschaffen, [sondern] zum Bewohnen hat
er sie gebildet -: Ich bin der HERR, und sonst gibt es keinen
[Gott]! $45/19$ Nicht im Verborgenen habe ich geredet, am Ort
eines finsteren Landes. Ich sprach zu den Nachkommen Jakobs
nicht: Sucht mich vergeblich! Ich bin der HERR, der
Gerechtigkeit redet, Wahrheit verkndet.

$45/20$ Versammelt euch und kommt! Nhert euch allesamt, ihr
Entkommenen der Nationen! Keine Erkenntnis haben die, die das
Holz ihres Gtterbildes tragen und zu einem Gott flehen, der
nicht retten kann. $45/21$ Berichtet und bringt [Beweise]
herbei! Ja, sollen sie sich miteinander beraten! Wer hat dies
von alters her hren lassen, schon lngst es verkndet? Nicht
ich, der HERR? Und sonst gibt es keinen Gott auer mir. Einen
gerechten und rettenden Gott gibt es auer mir nicht! $45/22$
Wendet euch zu mir und lat euch retten, alle ihr Enden der
Erde! Denn ich bin Gott und keiner sonst. $45/23$ Ich habe bei
mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit
hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurckkehrt: Ja, jedes Knie
wird sich vor mir beugen, jede Zunge [mir] schwren $45/24$ und
sagen: Nur in dem HERRN ist Gerechtigkeit und Strke. Zu ihm
wird man kommen, und es werden alle beschmt werden, die gegen
ihn entbrannt waren. $45/25$ In dem HERRN werden gerecht sein
und sich rhmen alle Nachkommen Israels.

Vernichtung der Gtzen - Heil in Gott.

\46\

$46/1$ Bel bricht in die Knie, Nebo krmmt sich. Ihre
Gtzenbilder sind dem [Saum]tier und dem [Last]vieh [aufgelegt]
worden; eure Tragbilder sind aufgeladen, eine Last fr das
erschpfte [Vieh]. $46/2$ Sie krmmen sich, brechen in die Knie
allesamt, sie knnen die Last nicht retten; und sie selbst
ziehen in die Gefangenschaft.

$46/3$ Hrt auf mich, Haus Jakob und der ganze berrest des
Hauses Israel, die ihr von Mutterleib an [mir] aufgeladen, von
Mutterscho an [von mir] getragen worden seid! $46/4$ Auch bis
in [euer] Greisenalter bin ich derselbe, und bis zu [eurem]
grauen Haar werde ich selbst [euch] tragen. Ich, ich habe es
getan, und ich selbst werde heben, und ich selbst werde tragen
und werde erretten.

$46/5$ Mit wem wollt ihr mich vergleichen und gleichstellen und
mich hnlich machen, da wir uns gleichen? $46/6$ Sie, die Gold
aus dem Beutel schtten und Silber auf der Waage abwiegen,
dingen einen Goldschmied, da er einen Gott daraus macht. Sie
beugen sich, ja, sie werfen sich nieder. $46/7$ Sie heben ihn
auf die Schulter, tragen ihn [umher] und setzen ihn nieder an
seine Stelle, und er steht da: von seinem Platz weicht er nicht.
Auch schreit man zu ihm, aber er antwortet nicht, hilft ihm
nicht aus seiner Not. $46/8$ Denkt daran und ermahnt euch, nehmt
es [wieder] zu Herzen, ihr Abtrnnigen! $46/9$ Gedenket des
Frheren von der Urzeit her, da ich Gott bin. Es gibt keinen
sonst, keinen Gott gleich mir, $46/10$ der ich von Anfang an den
Ausgang verknde und von alters her, was noch nicht geschehen
ist, - der ich spreche: Mein Ratschlu soll zustande kommen, und
alles, was mir gefllt, fhre ich aus, $46/11$ der ich den
Raubvogel rufe von Osten her, aus fernem Land den Mann meines
Ratschlusses. Ja, ich habe [es] geredet, ja, ich werde es auch
kommen lassen. Ich habe [es] gebildet, ja, ich fhre es auch
aus. - $46/12$ Hrt auf mich, ihr Trotzigen, die ihr fern seid
von Gerechtigkeit! $46/13$ Ich habe meine Gerechtigkeit nahe
gebracht, sie ist nicht fern, und mein Heil zgert nicht. Und
ich gebe in Zion Heil, fr Israel meine Herrlichkeit.

Triumph und Spott ber den Untergang Babels.

Kap. 13; 14; 21,1-10; Jer 50; 51.

\47\

$47/1$ Steig herunter und setz dich in den Staub, Jungfrau,
Tochter Babel! Setz dich auf die Erde ohne Thron, Tochter der
Chalder! Denn man wird dich nicht lnger die Verwhnte und
Verzrtelte nennen. $47/2$ Nimm die Mhle und mahle Mehl!
Schlage deinen Schleier zurck, hebe die Schleppe, entble die
Schenkel, wate durch Strme! $47/3$ Deine Ble soll aufgedeckt,
ja, deine Schande gesehen werden! Ich werde Rache nehmen und
Menschen nicht verschonen. - $47/4$ Unser Erlser, HERR der
Heerscharen ist sein Name, der Heilige Israels! - $47/5$ Setze
dich stumm hin und geh in die Finsternis, Tochter der Chalder!
Denn du sollst nicht lnger Herrin der Knigreiche genannt
werden. $47/6$ Ich war erzrnt ber mein Volk, ich entweihte
mein Erbteil, und ich gab sie in deine Hand. Du hast ihnen kein
Erbarmen erwiesen, auf den Greis legtest du schwer dein Joch.
$47/7$ Und du sagtest: Auf ewig werde ich Herrin sein, fr
immer! Du nahmst dir dies nicht zu Herzen, das Ende davon
bedachtest du nicht. $47/8$ Und nun hre dies, du Wollstige,
die in Sicherheit wohnt, die in ihrem Herzen sagt: Ich, und
sonst gar nichts! Ich werde nicht als Witwe sitzen noch
Kinderlosigkeit kennen! $47/9$ Dies beides wird ber dich kommen
in einem Augenblick, an einem einzigen Tag: Kinderlosigkeit und
Witwenschaft. In vollem Mae werden sie ber dich kommen trotz
der Menge deiner Zaubereien, trotz der gewaltigen Flle deiner
Bannsprche. $47/10$ Aber du vertrautest auf deine Bosheit. Du
sagtest: Niemand sieht mich. Deine Weisheit und dein Wissen, das
hat dich irregefhrt. Und du sagtest in deinem Herzen: Ich, und
sonst gar nichts! $47/11$ So kommt Unheil ber dich, gegen das
du keinen Zauber kennst. Und ein Verderben wird ber dich
herfallen, das du nicht abwenden kannst. Und pltzlich wird ein
Sturm ber dich kommen, den du nicht ahnst. - $47/12$ Tritt doch
auf mit deinen Bannsprchen und mit der Menge deiner Zaubereien,
mit denen du dich abgemht hast von deiner Jugend an! Vielleicht
kannst du Hilfe schaffen, vielleicht wirst du Schrecken
einflen. $47/13$ Du bist mde geworden durch die Menge deiner
Beratungen. Sie sollen doch auftreten und dich retten, die
Himmelszerleger, die Sternebeschauer, die an jedem Neumond
wissen lassen, was ber dich kommen soll! $47/14$ Siehe, sie
sind wie Strohstoppeln geworden, Feuer hat sie verbrannt! Vor
der Gewalt der Flamme haben sie ihr Leben nicht gerettet: es gab
keine Kohle, um sich zu wrmen, kein Feuer, um davor zu sitzen.
$47/15$ So sind dir die geworden, fr die du dich abgemht hast,
deine Handelspartner von deiner Jugend an. Sie taumeln, jeder
nach seiner Seite hin; niemand rettet dich.

\48\

$48/1$ Weitere Mahnung an Israel und erneute Verheiung der
Rettung

Hrt dies, Haus Jakob, die mit dem Namen Israel benannt und aus
den Wassern Judas hervorgegangen sind, die beim Namen des HERRN
schwren und den Gott Israels bekennen, [doch] nicht in Wahrheit
und nicht in Gerechtigkeit; $48/2$ ja, nach der heiligen Stadt
nennen sie sich, und sie sttzen sich auf den Gott Israels, HERR
der Heerscharen ist sein Name: $48/3$ Das Frhere habe ich
lngst schon verkndet. Aus meinem Mund ist es hervorgegangen,
und ich habe es hren lassen; pltzlich tat ich es, und es traf
ein. $48/4$ Weil ich wute, da du hart bist und da dein Nacken
eine eiserne Sehne und deine Stirn aus Erz ist, $48/5$ so habe
ich es dir schon lngst verkndet, ehe es eintraf, habe ich es
dich hren lassen, damit du nicht sagst: Mein Gtze hat es
getan, und mein Gtterbild und mein gegossenes Bild haben es
befohlen. $48/6$ Du hast es gehrt, betrachte es [nun] alles!
Und ihr, wollt ihr es nicht verknden? Von nun an lasse ich dich
Neues hren und Verborgenes, das du nicht kanntest. $48/7$ Jetzt
ist es geschaffen und nicht [schon] frher und vor dem
[heutigen] Tag. Und du hast nicht davon gehrt, damit du nicht
sagst: Siehe, ich habe es gewut. $48/8$ Du hast es weder gehrt
noch gewut, noch war dein Ohr frher [schon] geffnet. Denn ich
wute, da du vllig treulos bist und da man dich `Abtrnnig
von Mutterleib an genannt hat. $48/9$ Um meines Namens willen
halte ich meinen Zorn zurck, und um meines Ruhmes willen
bezhme ich mich dir zugute, um dich nicht auszurotten. $48/10$
Siehe, ich habe dich gelutert, doch nicht im
Silber[schmelzofen]; ich habe dich geprft im Schmelzofen des
Elends. $48/11$ Um meinetwillen, um meinetwillen will ich es tun
- denn wie wrde mein Name entweiht werden! -, und meine Ehre
gebe ich keinem andern.

$48/12$ Hre auf mich, Jakob, und Israel, mein Berufener! Ich
bin, der da ist, ich der Erste, ich auch der Letzte. $48/13$ Ja,
meine Hand hat die Grundmauern der Erde gelegt und meine Rechte
die Himmel ausgespannt; ich rufe ihnen zu: allesamt stehen sie
da. $48/14$ Versammelt euch, ihr alle, und hrt! Wer unter ihnen
hat dies verkndet? Der HERR liebt ihn. Er wird an Babel
ausfhren, was ihm gefllt, und sein Arm [wird] die Chalder
[richten]. $48/15$ Ich, ich selbst habe geredet, ja, ich habe
ihn gerufen. Ich habe ihn kommen lassen, und sein Weg wird
gelingen. $48/16$ Tretet her zu mir, hrt dies! Ich habe von
Anfang an nicht im Verborgenen geredet; von der Zeit an, da es
geschah, bin ich da. - Und nun hat der Herr, HERR, mich gesandt
und seinen Geist [verliehen]. - $48/17$ So spricht der HERR,
dein Erlser, der Heilige Israels: Ich bin der HERR, dein Gott,
der dich lehrt zu [deinem] Nutzen, der dich leitet auf dem Weg,
den du gehen sollst.

$48/18$ Ach, httest du doch auf meine Gebote geachtet! Dann
wre wie der Strom dein Friede gewesen und deine Gerechtigkeit
wie die Wogen des Meeres. $48/19$ Dann wre wie der Sand deine
Nachkommenschaft gewesen und die Sprlinge deines Leibes wie
seine Krner. Sein Name wrde nicht ausgerottet und nicht
ausgetilgt werden vor meinem Angesicht.

$48/20$ Zieht aus Babel fort! Flieht aus Chalda! Mit jubelnder
Stimme verkndet, lat es hren, breitet es aus bis an die Enden
der Erde! Sprecht: Erlst hat der HERR seinen Knecht Jakob!
$48/21$ Und sie drsteten nicht, als er sie durch die
Trmmersttten fhrte. Wasser aus dem Felsen lie er ihnen
rinnen, er spaltete den Felsen, und Wasser flo heraus. -
$48/22$ Kein Friede den Gottlosen, spricht der HERR. -

Der Knecht des HERRN: Licht fr die Heiden und Heil fr Israel.

\49\

$49/1$ Hrt auf mich, ihr Inseln, und horcht auf, ihr
Vlkerschaften, [die ihr] von fernher [seid]! Der HERR hat mich
berufen vom Mutterleib an, hat von meiner Mutter Scho an meinen
Namen genannt. $49/2$ Er hat meinen Mund wie ein scharfes
Schwert gemacht, hlt mich versteckt im Schatten seiner Hand.
Und er hat mich zu einem geschrften Pfeil gemacht, hat mich
verborgen in seinem Kcher. $49/3$ Und er sprach zu mir: Mein
Knecht bist du, Israel, an dem ich mich verherrlichen werde. -
$49/4$ Ich aber sagte: Umsonst habe ich mich abgemht,
vergeblich und fr nichts meine Kraft verbraucht. Doch mein
Recht ist bei dem HERRN und mein Lohn bei meinem Gott. - $49/5$
Und nun spricht der HERR, der mich von Mutterleib an fr sich
zum Knecht gebildet hat, um Jakob zu ihm zurckzubringen und
damit Israel zu ihm gesammelt werde - und ich bin geehrt in den
Augen des HERRN, und mein Gott ist meine Strke geworden -,
$49/6$ ja, er spricht: Es ist zu wenig, da du mein Knecht bist,
um die Stmme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten Israels
zurckzubringen. So habe ich dich [auch] zum Licht der Nationen
gemacht, [da] mein Heil reiche bis an die Enden der Erde.
$49/7$ So spricht der HERR, der Erlser Israels, sein Heiliger,
zu dem ganz und gar Verachteten, zu dem Verabscheuten der
Nation, zu dem Knecht der Herrscher: Knige werden es sehen und
aufstehen, [auch] Oberste, und sie werden sich niederwerfen um
des HERRN willen, der treu ist, [um] des Heiligen Israels
[willen], der dich erwhlt hat. $49/8$ So spricht der HERR: Zur
Zeit des Wohlgefallens habe ich dich erhrt, und am Tag des
Heils habe ich dir geholfen. Und ich werde dich behten und dich
zum Bund des Volkes machen, das Land aufzurichten, die verdeten
Erbteile auszuteilen, $49/9$ den Gefangenen zu sagen: Geht
hinaus! [und] zu denen, die in Finsternis sind: Kommt ans Licht!
Sie werden an den Wegen weiden, und auf allen kahlen Hhen wird
ihre Weide sein. $49/10$ Sie werden nicht hungern und nicht
drsten, und weder Wstenglut noch Sonne wird sie treffen. Denn
ihr Erbarmer wird sie leiten und wird sie zu Wasserquellen
fhren. $49/11$ Alle meine Berge will ich zum Weg machen, und
meine Straen werden hoch dahinfhren. $49/12$ Siehe, diese
werden von fernher kommen, und siehe, die von Norden und von
Westen und jene aus dem Land Sewenim. $49/13$ Jubelt, ihr
Himmel, und jauchze, du Erde! Und ihr Berge, brecht in Jubel
aus! Denn der HERR hat sein Volk getrstet, und ber seine
Elenden erbarmt er sich.

Klage, Trstung und Wiederherstellung Israels.

$49/14$ Zion sagt: Verlassen hat mich der HERR, der Herr hat
mich vergessen. $49/15$ Vergit [etwa] eine Frau ihren Sugling,
da sie sich nicht erbarmt ber den Sohn ihres Leibes? Sollten
selbst diese vergessen, ich werde dich niemals vergessen.
$49/16$ Siehe, in [meine] beiden Handflchen habe ich dich
eingezeichnet. Deine Mauern sind bestndig vor mir. $49/17$
Deine Erbauer eilen herbei, deine Zerstrer und deine Verwster
ziehen aus dir fort. $49/18$ Erhebe ringsum deine Augen und
sieh: Sie alle versammeln sich, kommen zu dir! So wahr ich lebe,
spricht der HERR, ja, du wirst sie alle wie ein Schmuck[stck]
anlegen und dich mit ihnen grten wie eine Braut. $49/19$ Denn
deine Trmmersttten, deine verdeten Orte und dein zerstrtes
Land - ja, nun wird es dir zu eng werden vor [Menge an]
Bewohnern; und die dich verschlangen, werden fernbleiben.
$49/20$ Die Kinder deiner Kinderlosigkeit werden noch vor deinen
Ohren sagen: Der Raum ist mir zu eng. Mach mir Platz, da ich
wohnen kann! $49/21$ Da wirst du in deinem Herzen sagen: Wer hat
mir diese geboren? Ich war doch der Kinder beraubt und
unfruchtbar, in der Verbannung und abtrnnig! Und diese, wer hat
sie grogezogen? Siehe, ich war ja allein briggeblieben; diese
[also], wo waren sie?

$49/22$ So spricht der Herr, HERR: Siehe, ich werde meine Hand
zu den Nationen hin erheben und zu den Vlkern hin mein
Feldzeichen aufrichten. Und sie werden deine Shne auf den Armen
bringen, und deine Tchter werden auf der Schulter getragen
werden. $49/23$ Und Knige werden deine Wrter sein und ihre
Frstinnen deine Ammen. Sie werden sich vor dir niederwerfen mit
dem Gesicht zur Erde und den Staub deiner Fe lecken. Da wirst
du erkennen, da ich der HERR bin: die auf mich hoffen, werden
nicht beschmt werden.

$49/24$ Kann man einem Helden die Beute nehmen, oder kann der
Gefangene eines Gewaltigen entkommen? $49/25$ Ja, so spricht der
HERR: Auch der Gefangene des Helden wird [ihm] genommen, und die
Beute des Gewaltigen wird entkommen. Wer dich angreift, den
werde ich angreifen; und deine Shne werde ich retten. $49/26$
Ich werde deine Unterdrcker speisen mit ihrem eigenen Fleisch,
und von ihrem Blut sollen sie trunken werden wie von Most. Und
alles Fleisch wird erkennen, da ich, der HERR, dein Retter bin,
und der Mchtige Jakobs, dein Erlser.

Israels Schuld - Erniedrigung des treuen Knechtes Gottes.

\50\

$50/1$ So spricht der HERR: Wo ist denn der Scheidebrief eurer
Mutter, mit dem ich sie entlassen htte? Oder wer ist es von
meinen Glubigern, dem ich euch verkauft htte? Siehe, eurer
Snden wegen seid ihr verkauft, und wegen eurer Verbrechen ist
eure Mutter entlassen.

$50/2$ Warum bin ich gekommen, und kein Mensch war da, habe
gerufen, und niemand antwortete? Ist meine Hand etwa zu kurz zur
Erlsung? Oder ist in mir keine Kraft, um zu erretten? Siehe,
durch mein Drohen trockne ich das Meer aus, mache Strme zu
einer Wste: es stinken ihre Fische, weil kein Wasser da ist,
und sie vor Durst sterben. $50/3$ Ich kleide die Himmel in
Trauerschwrze und lege ihnen Sacktuch als Kleidung an.

$50/4$ Der Herr, HERR, hat mir die Zunge eines Jngers gegeben,
damit ich erkenne, den Mden durch ein Wort aufzurichten. Er
weckt [mich, ja] Morgen fr Morgen weckt er mir das Ohr, damit
ich hre, wie Jnger [hren]. $50/5$ Der Herr, HERR, hat mir das
Ohr geffnet, und ich, ich bin nicht widerspenstig gewesen, bin
nicht zurckgewichen. $50/6$ Ich bot meinen Rcken den
Schlagenden und meine Wangen den Raufenden, mein Angesicht
verbarg ich nicht vor Schmhungen und Speichel. $50/7$ Aber der
Herr, HERR, hilft mir. Darum bin ich nicht zuschanden geworden,
darum habe ich mein Gesicht [hart] wie Kieselstein gemacht. Ich
habe erkannt, da ich nicht beschmt werde. $50/8$ Nahe ist, der
mir Recht schafft: Wer will mit mir einen Rechtsstreit fhren?
Lat uns zusammen hintreten! Wer ist mein Rechtsgegner? Er trete
her zu mir! $50/9$ Siehe, der Herr, HERR, hilft mir. Wer ist es,
der mich schuldig erklren will? Siehe, allesamt werden sie
zerfallen wie ein Kleid, die Motte wird sie fressen.

$50/10$ Wer ist unter euch, der den HERRN frchtet, der auf die
Stimme seines Knechtes hrt? Wer in Finsternis lebt und wem kein
Lichtglanz [scheint], vertraue auf den Namen des HERRN und
sttze sich auf seinen Gott! $50/11$ Siehe, ihr alle, die ihr
ein Feuer anzndet, mit Brandpfeilen euch rstet: Lauft hinein
in die Glut eures Feuers und in die Brandpfeile, die ihr
angesteckt habt! Von meiner Hand geschieht euch das. In Qualen
sollt ihr daliegen.

Gottes Trost im Leid und Ankndigung der Erlsung.

\51\

$51/1$ Hrt auf mich, die ihr der Gerechtigkeit nachjagt, die
ihr den HERRN sucht! Blickt hin auf den Felsen, aus dem ihr
gehauen, und auf den Brunnenschacht, aus dem ihr gegraben seid!
$51/2$ Blickt hin auf Abraham, euren Vater, und auf Sara, die
euch geboren hat! Denn ich rief ihn als einen einzelnen, und ich
segnete ihn und mehrte ihn. $51/3$ Denn der HERR trstet Zion,
trstet alle seine Trmmersttten. Und er macht seine Wste wie
Eden und seine Steppe wie den Garten des HERRN. Jubel und Freude
findet man darin, Lobpreis und Stimme des Gesanges.

$51/4$ Merkt auf mich, mein Volk, und meine Nation, hrt auf
mich! Denn Weisung geht von mir aus, und mein Recht werde zum
Licht der Vlker. Im Nu $51/5$ ist nahe meine Gerechtigkeit,
mein Heil ist hervorgetreten, und meine Arme werden die Vlker
richten. Auf mich hoffen die Inseln, und auf meinen Arm warten
sie. $51/6$ Erhebt zum Himmel eure Augen und blickt auf die Erde
unten! Denn die Himmel werden wie Rauch zerfetzt werden, und die
Erde wird zerfallen wie ein Kleid, und ihre Bewohner werden
dahinsterben wie Mcken. Aber mein Heil wird in Ewigkeit
bestehen, und meine Gerechtigkeit wird nicht zerschlagen werden
o. $51/7$ Hrt auf mich, die ihr Gerechtigkeit kennt, du Volk,
in dessen Herzen mein Gesetz ist: Frchtet nicht die Schmhung
der Menschen und erschreckt nicht vor ihren Hohnreden! $51/8$
Denn wie ein Kleid wird die Motte sie verzehren und wie Wolle
die Schabe sie verzehren. Aber meine Gerechtigkeit wird in
Ewigkeit bestehen und mein Heil von Generation zu Generation.

$51/9$ Wach auf, wach auf! Kleide dich in Kraft, du Arm des
HERRN! Wach auf wie in den Tagen der Vorzeit, [wie bei] den
[lngst] vergangenen Generationen! Bist du es nicht, der Rahab
zerhauen, das Seeungeheuer durchbohrt hat? $51/10$ Bist du es
nicht, der das Meer ausgetrocknet hat, die Wasser der groen
Flut, der die Tiefen des Meeres zu einem Weg gemacht hat, damit
die Erlsten hindurchzogen? $51/11$ Und die Befreiten des HERRN
werden zurckkehren und nach Zion kommen mit Jubel, und ewige
Freude wird ber ihrem Haupt sein. Sie werden Wonne und Freude
erlangen, Kummer und Seufzen werden entfliehen.

$51/12$ Ich, ich bin es, der euch trstet. Wer bist du, da du
dich vor dem Menschen frchtest, der hinstirbt, und vor dem
Menschenkind, das [wie] Gras dahingegeben wird, $51/13$ und da
du den HERRN vergit, der dich macht, der die Himmel ausspannt
und die Grundmauern der Erde legt, und da du dich bestndig,
den ganzen Tag, vor dem Zorn des Bedrngers frchtest, wenn er
zielt, um [dich] zu vernichten? Wo ist denn der Zorn des
Bedrngers? $51/14$ Der [in Fesseln] Gekrmmte wird bald
losgelassen werden und wird nicht hinsterben ins Grab, und sein
Brot wird ihm nicht mangeln. $51/15$ Denn ich bin der HERR, dein
Gott, der das Meer erregt, da seine Wogen brausen, HERR der
Heerscharen ist sein Name. - $51/16$ Und ich habe meine Worte in
deinen Mund gelegt und dich bedeckt mit dem Schatten meiner
Hand, um die Himmel [wie ein Zelt] aufzuschlagen und die
Grundmauern der Erde zu legen und zu Zion zu sagen: Mein Volk
bist du!

$51/17$ Raff dich auf, raff dich auf! Erhebe dich, Jerusalem,
die du aus der Hand des HERRN den Becher seines Zornes
getrunken! Den Kelch, den Becher des Taumels, hast du getrunken,
hast [ihn] ausgeschlrft. $51/18$ Da war niemand, der sie
leitete, von allen Kindern, die sie geboren, und niemand, der
sie bei der Hand nahm, von allen Kindern, die sie grogezogen
hatte. $51/18$ Dies beides hat dich getroffen - wer bekundet dir
Beileid? Verwstung und Zusammenbruch, Hungersnot und Schwert -
wie knnte ich dich trsten? $51/20$ Deine Kinder sind
ohnmchtig hingesunken, sie lagen an allen Straenecken wie die
Antilope im Netz, voll [getroffen] vom Zorn des HERRN und dem
Drohen deines Gottes. $51/21$ Darum hre doch dies, die du elend
bist und trunken, aber nicht vom Wein! $51/22$ So spricht der
HERR, dein Herr, und dein Gott, der den Rechtsstreit seines
Volkes fhrt: Siehe, ich nehme aus deiner Hand den Taumelbecher,
den Kelch, den Becher meines Zorns; du wirst ihn nicht mehr
lnger trinken. $51/23$ Ich gebe ihn in die Hand deiner
Peiniger, die zu deiner Seele sagten: Bck dich, da wir
hinberschreiten! Und du machtest deinen Rcken der Erde gleich,
wie eine Strae fr die Hinberschreitenden.
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