Der Prophet Jesaja.

Gottes Anklage gegen sein Volk und Klage des Propheten.

\1\

$1/1$ Das Gesicht, das Jesaja, der Sohn des Amoz, ber Juda und
Jerusalem geschaut hat in den Tagen von Usija, Jotam, Ahas,
Hiskia, den Knigen von Juda.

$1/2$ Hrt, ihr Himmel, und horch auf, du Erde! Denn der HERR
hat geredet: Ich habe Kinder grogezogen und auferzogen, sie
aber haben mit mir gebrochen. $1/3$ Ein Rind kennt seinen
Besitzer und ein Esel die Krippe seines Herrn. Israel [aber] hat
keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht. $1/4$ Wehe,
sndige Nation, schuldbeladenes Volk, Geschlecht von belttern,
verderbenbringende Kinder! Sie haben den HERRN verlassen, haben
den Heiligen Israels verworfen, sie haben sich nach hinten
abgewandt. - $1/5$ Wohin wollt ihr noch geschlagen werden, die
ihr [eure] Widerspenstigkeit [nur] vermehrt? Das ganze Haupt ist
krank, und das ganze Herz ist siech. $1/6$ Von der Fusohle bis
zum Haupt ist keine heile Stelle an ihm: Wunden und Striemen und
frische Schlge; sie sind nicht ausgedrckt und nicht verbunden,
noch mit l gelindert. $1/7$ Euer Land ist eine de, eure Stdte
sind mit Feuer verbrannt; euer Ackerland - Fremde verzehren
[seine Frucht] vor euren Augen; eine de ist es wie bei einer
Umkehrung durch Fremde. $1/8$ Und die Tochter Zion ist
briggeblieben wie eine Laubhtte im Weinberg, wie eine
Nachthtte im Gurkenfeld, wie eine belagerte Stadt. $1/9$ Htte
der HERR der Heerscharen uns nicht einen ganz kleinen berrest
gelassen, wie Sodom wren wir, Gomorra wren wir gleich.

Verurteilung des falschen Gottesdienstes und Aufruf zum echten
Gottesdienst.

$1/10$ Hrt das Wort des HERRN, ihr Anfhrer von Sodom! Horcht
auf die Weisung unseres Gottes, Volk von Gomorra! $1/11$ Wozu
[soll] mir die Menge eurer Schlachtopfer [dienen]? - spricht der
HERR. Ich habe die Brandopfer von Widdern und das Fett der
Mastklber satt, und am Blut von Jungstieren, Lmmern und jungen
Bcken habe ich kein Gefallen. $1/12$ Wenn ihr kommt, um vor
meinem Angesicht zu erscheinen - wer hat das von eurer Hand
gefordert, meine Vorhfe zu zertreten? $1/13$ Bringt nicht
lnger nichtige Speisopfer! Das Rucherwerk ist mir ein Greuel.
Neumond und Sabbat, das Einberufen von Versammlungen: Snde und
Festversammlung ertrage ich nicht. $1/14$ Eure Neumonde und eure
Feste hat meine Seele. Sie sind mir zur Last geworden, ich bin
es mde, [sie] zu ertragen. $1/15$ Und wenn ihr eure Hnde
ausbreitet, verhlle ich meine Augen vor euch. Auch wenn ihr
noch so viel betet, hre ich nicht: eure Hnde sind voll Blut.
$1/16$ Wascht euch, reinigt euch! Schafft mir eure bsen Taten
aus den Augen, hrt auf, Bses zu tun! $1/17$ Lernt Gutes tun,
fragt nach dem Recht, weist den Unterdrcker zurecht! Schafft
Recht der Waise, fhrt den Rechtsstreit der Witwe!

Gottes Rechtshandel mit Juda, Klage ber Zion - Zuknftige
Umkehr durch Gericht.

$1/18$ Kommt denn und lat uns miteinander rechten! spricht der
HERR. Wenn eure Snden rot wie Karmesin sind, wie Schnee sollen
sie wei werden. Wenn sie rot sind wie Purpur, wie Wolle sollen
sie werden. $1/19$ Wenn ihr willig seid und hrt, sollt ihr das
Gute des Landes essen. $1/20$ Wenn ihr euch aber weigert und
widerspenstig seid, sollt ihr vom Schwert gefressen werden. Denn
der Mund des HERRN hat geredet.

$1/21$ Wie ist zur Hure geworden die treue Stadt! Sie war voller
Recht; Gerechtigkeit wohnte darin, und jetzt Mrder! $1/22$ Dein
Silber ist zu Schlacke geworden, dein edler Wein mit Wasser
gepanscht. $1/23$ Deine Obersten sind Widerspenstige und
Diebesgesellen, jeder von ihnen liebt Bestechungen und jagt
Geschenken nach. Der Waise verschaffen sie nicht Recht, und der
Rechtsstreit der Witwe kommt nicht vor sie.

$1/24$ Darum spricht der Herr, der HERR der Heerscharen, der
Mchtige Israels: Wehe! Ich werde mich weiden an meinen Gegnern
und Rache nehmen an meinen Feinden. $1/25$ Und ich werde meine
Hand gegen dich wenden und werde deine Schlacken ausschmelzen
wie mit Pottasche und all deine Schlacke beseitigen. $1/26$ Ich
will deine Richter wiederherstellen wie in der ersten [Zeit] und
deine Ratgeber wie im Anfang. Danach wird man dich nennen: Stadt
der Gerechtigkeit, treue Stadt. $1/27$ Zion wird erlst werden
durch Recht und die, die in ihm umkehren, durch Gerechtigkeit.
$1/28$ Aber Zerbruch [trifft die] Abtrnnigen und Snder alle
miteinander; und die den HERRN verlassen, werden umkommen.
$1/29$ Denn sie werden beschmt werden wegen der Terebinthen,
die ihr begehrt, und ihr werdet schamrot werden wegen der
Grten, die ihr erwhlt habt. $1/30$ Denn ihr werdet sein wie
eine Terebinthe, deren Laub verwelkt ist, und wie ein Garten,
der kein Wasser hat. $1/31$ Und der Starke wird zu Werg werden
und sein Tun zum Funken; und beide miteinander werden sie
brennen, und niemand wird lschen.

Das zuknftige Friedensreich.

Mi 4,1-5.

\2\

$2/1$ Das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, ber Juda und
Jerusalem geschaut hat:

$2/2$ Und es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg
des Hauses des HERRN feststehen als Haupt der Berge und erhaben
sein ber die Hgel; und alle Nationen werden zu ihm strmen.
$2/3$ Und viele Vlker werden hingehen und sagen: Kommt, lat
uns hinaufziehen zum Berg des HERRN, zum Haus des Gottes Jakobs,
da er uns auf Grund seiner Wege belehre und wir auf seinen
Pfaden gehen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und das Wort
des HERRN von Jerusalem. $2/4$ Und er wird richten zwischen den
Nationen und fr viele Vlker Recht sprechen. Dann werden sie
ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Speere zu
Winzermessern. Nicht [mehr] wird Nation gegen Nation das Schwert
erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen.

$2/5$ Haus Jakob, kommt, lat uns im Licht des HERRN leben!
Gericht am Tag des HERRN

$2/6$ Ja, du hast dein Volk, das Haus Jakob, aufgegeben. Denn
sie sind voll [von Wahrsagern] aus dem Osten und sind Zauberer
wie die Philister, und mit den Kindern der Fremden schlagen sie
in die Hnde. $2/7$ Sein Land wurde voll von Silber und Gold,
und seine Schtze haben kein Ende. Sein Land wurde voll von
Pferden, und seine Wagen haben kein Ende. $2/8$ Sein Land wurde
voll von Gtzen. Man wirft sich nieder vor dem Werk seiner
Hnde, vor dem, was seine Finger gemacht haben. $2/9$ Da wird
der Mensch gebeugt und der Mann erniedrigt. Und du mgest ihnen
nicht vergeben! $2/10$ Verkriech dich in den Fels und halte dich
im Staub versteckt vor dem Schrecken des HERRN und vor der
Pracht seiner Majestt! $2/11$ Die stolzen Augen des Menschen
werden erniedrigt, und der Hochmut des Mannes wird gebeugt
werden. Aber der HERR wird hoch erhaben sein, er allein, an
jenem Tag.

$2/12$ Denn der HERR der Heerscharen hat [sich] einen Tag
[vorbehalten] ber alles Hoffrtige und Hohe und ber alles
Erhabene, da es erniedrigt werde; $2/13$ ber alle Zedern des
Libanon, die hohen und erhabenen, und ber alle Eichen Basans;
$2/14$ ber alle hohen Berge und ber alle erhabenen Hgel;
$2/15$ ber jeden hohen Turm und ber jede steile Mauer; $2/16$
ber alle Tarsis-Schiffe und ber alle kostbaren Boote. $2/17$
Und der Stolz des Menschen wird gebeugt und der Hochmut des
Mannes erniedrigt werden. Und der HERR wird hoch erhaben sein,
er allein, an jenem Tag. $2/18$ Und die Gtzen - [mit ihnen] ist
es vllig aus. $2/19$ Da wird man sich in Felsenhhlen und in
Erdlchern verkriechen vor dem Schrecken des HERRN und vor der
Pracht seiner Majestt, wenn er sich aufmacht, die Erde zu
schrecken. $2/20$ An jenem Tag wird der Mensch seine silbernen
Gtzen und seine goldenen Gtzen, die man ihm zum Anbeten
gemacht hat, den Spitzmusen und den Fledermusen hinwerfen,
$2/21$ um sich in die Felsspalten und Steinklfte zu verkriechen
vor dem Schrecken des HERRN und vor der Pracht seiner Majestt,
wenn er sich aufmacht, die Erde zu schrecken. $2/22$ Lat ab vom
Menschen, in dessen Nase [nur] ein Hauch ist! Denn wofr ist er
zu achten?

Gericht ber Snden, besonders ber die der hheren Stnde und
deren Frauen.

\3\

$3/1$ Denn siehe, der Herr, der HERR der Heerscharen, nimmt von
Jerusalem und von Juda Sttze und Stab hinweg, jede Sttze des
Brotes und jede Sttze des Wassers: $3/2$ Held und Kriegsmann,
Richter und Prophet und Wahrsager und ltesten; $3/3$ den
Obersten von fnfzig [Mann] und den Angesehenen und den Ratgeber
und den geschickten Zauberer und den Beschwrungsknstler. $3/4$
Dann mache ich junge Mnner zu ihren Obersten, und Mutwillige
sollen ber sie herrschen. $3/5$ Da wird sich das Volk
[bedrngen], Mann gegen Mann und jeder gegen seinen Nchsten.
Sie werden frech auftreten, der Junge gegen den Alten und der
Verachtete gegen den Geehrten. $3/6$ Dann wird jemand seinen
Bruder im Haus seines Vaters packen [und sagen]: Du hast [noch]
einen Mantel, Anfhrer sollst du uns sein! Und dieser
Trmmerhaufen sei unter deiner Hand! $3/7$ Doch der wird an
jenem Tag [seine Stimme] erheben: Ich will kein Wundarzt sein,
und in meinem Haus ist kein Brot und kein Mantel. Macht mich
nicht zum Anfhrer des Volkes! - $3/8$ Denn Jerusalem ist
gestrzt und Juda gefallen, weil ihre Zunge und ihre Taten gegen
den HERRN sind, um den Augen seiner Herrlichkeit zu trotzen.
$3/9$ Da sie die Person ansehen, zeugt gegen sie. Und von ihrer
Snde sprechen sie offen wie Sodom, sie verschweigen sie nicht.
Wehe ihrer Seele! Denn sich selbst tun sie Bses an. $3/10$ Sagt
vom Gerechten, da [es ihm] gutgehen wird, denn die Frucht ihrer
Taten werden sie genieen. $3/11$ Wehe dem Gottlosen! Es wird
ihm schlechtgehen, denn das Tun seiner Hnde wird ihm vergolten.
$3/12$ [Ach,] mein Volk, seine Antreiber sind Mutwillige, und
Frauen beherrschen es. Mein Volk, deine Fhrer sind Verfhrer,
und den Weg, den du gehen sollst, verwirren sie.

$3/13$ Der HERR steht da zum Rechtsstreit, und er tritt auf, um
die Vlker zu richten. $3/14$ Der HERR wird ins Gericht gehen
mit den ltesten seines Volkes und dessen Obersten: Ihr, ihr
habt den Weinberg abgeweidet, das dem Elenden Geraubte ist in
euren Husern. $3/15$ Was [fllt] euch [ein]? Mein Volk
zertretet ihr, und das Gesicht der Elenden zermalmt ihr! spricht
der Herr, der HERR der Heerscharen.

$3/16$ Und der HERR sprach: Weil die Tchter Zions hochmtig
sind und mit hochgerecktem Hals dahergehen und verfhrerische
Blicke werfen, [weil sie] trippelnd einherstolzieren und mit
ihren Fuspangen klirren: $3/17$ deshalb wird der Herr den
Scheitel der Tchter Zions grindig machen, und der HERR wird
ihre Stirn entblen. $3/18$ An jenem Tag wird der Herr
wegnehmen den Schmuck der Fuspangen und Stirnbnder und
Halbmonde; $3/19$ die Ohrgehnge und Armketten und Schleier;
$3/20$ die Kopfbunde und Schrittkettchen und Grtel und
Riechflschchen und Amulette; $3/21$ die Fingerringe und
Nasenringe; $3/22$ die Prachtkleider und Mntel und
Umschlagtcher und Beutel; $3/23$ die Handspiegel und Hemden und
Turbane und berwrfe. $3/24$ Und es wird geschehen, statt des
Wohlgeruchs wird Moder sein und statt des Grtels ein Strick,
statt des Lockenwerks eine Glatze und statt des Prunkgewandes
ein umgrteter Sack, ein Brandmal statt Schnheit. $3/25$ Deine
Mnner werden durchs Schwert fallen und deine Helden im Krieg.
$3/26$ Da werden ihre Tore klagen und trauern, und vereinsamt
sitzt sie am Boden.

\4\

$4/1$ Und an jenem Tag werden sieben Frauen einen Mann ergreifen
und sagen: Wir wollen unser eigenes Brot essen und uns mit
unserem eigenen Mantel bekleiden. Wenn nur dein Name ber uns
genannt wird! Nimm unsere Schmach hinweg!

Herrlichkeit Jerusalems nach Luterung.

$4/2$ An jenem Tag wird der Spro des HERRN zur Zierde und zur
Herrlichkeit sein und die Frucht des Landes zum Stolz und zum
Schmuck fr die Entkommenen Israels. $4/3$ Und es wird
geschehen: Wer in Zion briggeblieben und wer in Jerusalem
briggelassen ist, wird heilig heien, [jeder,] der zum Leben
aufgeschrieben ist in Jerusalem. $4/4$ Wenn der Herr den Kot der
Tchter Zions abgewaschen und die Blutschuld Jerusalems aus
dessen Mitte hinweggesplt hat durch den Geist des Gerichts und
durch den Geist des Ausrottens, $4/5$ dann wird der HERR ber
der ganzen Sttte des Berges Zion und ber seinen Versammlungen
eine Wolke schaffen bei Tag und Rauch sowie Glanz eines
flammenden Feuers bei Nacht; denn ber der ganzen Herrlichkeit
wird ein Schutzdach sein. $4/6$ Und ein Laubdach wird zum
Schatten dienen bei Tag vor der Hitze, und als Zuflucht und
Obdach vor Wolkenbruch und Regen.

Gleichnis vom unfruchtbaren Weinberg.

\5\

$5/1$ Singen will ich von meinem Freund, das Lied meines
Liebsten von seinem Weinberg: Einen Weinberg hatte mein Freund
auf einem fetten Hgel. $5/2$ Und er grub ihn um und suberte
ihn von Steinen und bepflanzte ihn mit Edelreben. Er baute einen
Turm in seine Mitte und hieb auch eine Kelterkufe darin aus.
Dann erwartete er, da er Trauben bringe. Doch er brachte
schlechte Beeren.

$5/3$ Und nun, Bewohner von Jerusalem und Mnner von Juda,
richtet doch zwischen mir und meinem Weinberg! $5/4$ Was war an
meinem Weinberg noch zu tun, und ich htte es nicht an ihm
getan? Warum habe ich erwartet, da er Trauben bringe, und er
brachte schlechte Beeren? $5/5$ Nun, so will ich euch denn
mitteilen, was ich mit meinem Weinberg tun werde: Seinen Zaun
[will ich] entfernen, da er abgeweidet wird, seine Mauer
niederreien, da er zertreten wird. $5/6$ Ich werde ihn zur
Wstenei machen. Er soll nicht beschnitten und nicht behackt
werden, in Dornen und Disteln soll er aufgehen. Und ich will den
Wolken befehlen, da sie keinen Regen auf ihn regnen lassen.
$5/7$ Denn der Weinberg des HERRN der Heerscharen ist das Haus
Israel, und die Mnner von Juda sind die Pflanzung seiner Lust.
Und er wartete auf Rechtsspruch, und siehe da: Rechtsbruch; auf
Gerechtigkeit, und siehe da: Geschrei ber Schlechtigkeit.

Weherufe wegen Snden - Drohendes Gericht durch einen
furchtbaren Feind.

$5/8$ Wehe denen, die Haus an Haus reihen, Feld an Feld rcken,
bis kein Raum mehr ist und ihr allein ansssig seid mitten im
Land! $5/9$ [So hat] der HERR der Heerscharen in meine Ohren
[geschworen]: Wenn nicht die vielen Huser zur Einde werden
[und] die groen und schnen ohne Bewohner sind! $5/10$ Denn
zehn Juchart Weinberge werden [nur] ein Bat bringen, und ein
Homer Samen wird [nur] ein Efa bringen. - $5/11$ Wehe denen, die
sich frh am Morgen aufmachen, um Rauschtrank nachzujagen, die
bis spt am Abend bleiben, [da] der Wein sie erhitze! $5/12$
Zither und Harfe, Tamburin und Flte und Wein gehren zu ihrem
Gelage. Aber auf das Tun des HERRN schauen sie nicht, und das
Werk seiner Hnde sehen sie nicht.

$5/13$ Darum wird mein Volk gefangen wegziehen aus Mangel an
Erkenntnis. Seine Vornehmen sind Hungerleider, und seine
lrmende Menge ist ausgedrrt vor Durst. $5/14$ Darum sperrt der
Scheol seinen Schlund weit auf und reit seinen Rachen auf ohne
Ma. Und hinabfhrt seine Pracht und sein Getmmel und sein Lrm
und wer darin frohlockt. $5/15$ Da wird der Mensch gebeugt und
der Mann erniedrigt, und die Augen der Hochmtigen werden
erniedrigt. $5/16$ Und der HERR der Heerscharen wird im Gericht
erhaben sein, und Gott, der Heilige, sich heilig erweisen in
Gerechtigkeit. - $5/17$ Und Lmmer werden [dort] weiden wie auf
ihrer Trift, und Ziegen nhren sich in den Trmmersttten der
Vertriebenen.

$5/18$ Wehe denen, die die Schuld herbeiziehen mit Stricken des
Nichts, und die Snde wie mit Wagenseilen! $5/19$ Die da sagen:
Es eile, es komme rasch sein Werk, damit wir es sehen! Und der
Ratschlu des Heiligen Israels nahe heran und komme, damit wir
ihn erkennen! $5/20$ Wehe denen, die das Bse gut nennen und das
Gute bse; die Finsternis zu Licht machen und Licht zu
Finsternis; die Bitteres zu Sem machen und Ses zu Bitterem!
$5/21$ Wehe denen, die in ihren eigenen Augen weise sind und
sich selbst fr verstndig halten! $5/22$ Wehe denen, die Helden
sind im Weintrinken und tapfere Mnner im Mischen von
Rauschtrank; $5/23$ die den Ungerechten wegen eines
Bestechungsgeschenkes gerecht sprechen, den Gerechten aber ihre
Gerechtigkeit absprechen!

$5/24$ Darum, wie des Feuers Zunge die Stoppeln verzehrt und
drres Gras in der Flamme zusammensinkt, so wird ihre Wurzel wie
Moder werden und ihre Blte auffliegen wie Staub. Denn sie haben
das Gesetz des HERRN der Heerscharen verworfen und das Wort des
Heiligen Israels verschmht. $5/25$ Darum ist der Zorn des HERRN
gegen sein Volk entbrannt, und er hat seine Hand gegen sie
ausgestreckt und sie geschlagen. Und die Berge erbebten, und
ihre Leichen lagen wie Kehricht mitten auf den Straen. Bei
alledem hat sein Zorn sich nicht gewandt, und noch ist seine
Hand ausgestreckt.

$5/26$ Und er wird ein Feldzeichen aufrichten fr die Nation in
der Ferne, und er wird sie herbeipfeifen vom Ende der Erde; und
siehe, eilends, schnell wird sie kommen. $5/27$ Kein Erschpfter
und kein Strzender ist bei ihr; nicht schlummert noch schlft
sie; keinem lst sich der Grtel von seinen Lenden, [und] keinem
zerreit der Riemen seiner Schuhe. $5/28$ Ihre Pfeile sind
geschrft und all ihre Bogen gespannt, die Hufe ihrer Pferde
sind Kieselsteinen gleich und ihre Rder gleich dem Wirbelwind.
$5/29$ Ihr Gebrll ist wie das einer Lwin, sie brllt wie die
Junglwen. Und sie knurrt und packt die Beute und bringt sie in
Sicherheit, und kein Retter ist da. $5/30$ Und sie knurrt ber
ihr an jenem Tag wie das Tosen des Meeres. Dann blickt man zur
Erde, und siehe, angstvolle Finsternis; und das Licht ist
verfinstert durch ihr Gewlk.

Gesicht des Jesaja und seine Beauftragung.

\6\

$6/1$ Im Todesjahr des Knigs Usija, da sah ich den Herrn sitzen
auf hohem und erhabenem Thron, und die Sume [seines Gewandes]
fllten den Tempel. $6/2$ Seraphim standen ber ihm. Jeder von
ihnen hatte sechs Flgel: mit zweien bedeckte er sein Gesicht,
mit zweien bedeckte er seine Fe, und mit zweien flog er. $6/3$
Und einer rief dem andern zu und sprach: Heilig, heilig, heilig
ist der HERR der Heerscharen! Die ganze Erde ist erfllt mit
seiner Herrlichkeit! $6/4$ Da erbebten die Trpfosten in den
Schwellen von der Stimme des Rufenden, und das Haus wurde mit
Rauch erfllt. $6/5$ Da sprach ich: Wehe mir, denn ich bin
verloren. Denn ein Mann mit unreinen Lippen bin ich, und mitten
in einem Volk mit unreinen Lippen wohne ich. Denn meine Augen
haben den Knig, den HERRN der Heerscharen, gesehen. $6/6$ Da
flog einer der Seraphim zu mir; und in seiner Hand war eine
glhende Kohle, die er mit einer Zange vom Altar genommen hatte.
$6/7$ Und er berhrte [damit] meinen Mund und sprach: Siehe,
dies hat deine Lippen berhrt; so ist deine Schuld gewichen und
deine Snde geshnt.

$6/8$ Und ich hrte die Stimme des Herrn, der sprach: Wen soll
ich senden, und wer wird fr uns gehen? Da sprach ich: Hier bin
ich, sende mich! $6/9$ Und er sprach: Geh hin und sprich zu
diesem Volk: Hren, ja, hren sollt ihr und nicht verstehen!
Sehen, ja, sehen sollt ihr und nicht erkennen! $6/10$ Mache das
Herz dieses Volkes fett, mache seine Ohren schwer[hrig], und
verklebe seine Augen: damit es mit seinen Augen [nicht] sieht
und mit seinen Ohren [nicht] hrt und sein Herz [nicht]
einsichtig wird und es [nicht] umkehrt und Heilung fr sich
findet! $6/11$ Da sagte ich: Wie lange, Herr? Und er sprach: Bis
die Stdte verwstet sind, ohne Bewohner, und die Huser ohne
Menschen und das Land zur de verwstet ist. $6/12$ Der HERR
wird die Menschen weit fortschicken, und die Verlassenheit
mitten im Land wird gro sein. $6/13$ Und ist noch ein Zehntel
darin, so wird es wieder dem Niederbrennen anheimfallen wie die
Terebinthe und wie die Eiche, an denen beim Fllen ein Stumpf
[bleibt] - ein heiliger Same ist sein Stumpf.

Des Knigs Ahas Verzagtheit und Unglaube - Verheiung des
Immanuel.

\7\

$7/1$ Und es geschah in den Tagen des Ahas, des Sohnes Jotams,
des Sohnes Usijas, des Knigs von Juda, da zog Rezin, der Knig
von Aram, und Pekach, der Sohn des Remalja, der Knig von
Israel, nach Jerusalem hinauf zum Kampf gegen es; aber er konnte
nicht gegen es kmpfen. $7/2$ Als nun dem Haus David gemeldet
wurde: Aram hat sich auf [dem Gebiet von] Ephraim
niedergelassen, da bebte sein Herz und das Herz seines Volkes,
wie die Bume des Waldes vor dem Wind beben. $7/3$ Der HERR aber
sprach zu Jesaja: Geh doch hinaus, Ahas entgegen, du und dein
Sohn Schear-Jaschub, an das Ende der Wasserleitung des oberen
Teiches, zur Strae des Walkerfeldes, $7/4$ und sage ihm: Hte
dich und halte dich ruhig! Frchte dich nicht, und dein Herz
verzage nicht vor diesen beiden rauchenden Holzscheitstmpfen,
[nmlich] vor der Zornglut Rezins und Arams und des Sohnes
Remaljas! $7/5$ Weil Aram Bses gegen dich beschlossen hat
[ebenso wie] Ephraim und der Sohn des Remalja, indem sie sagen:
$7/6$ `Lat uns gegen Juda hinaufziehen und ihm Grauen einjagen
und es fr uns erobern, und dort den Sohn des Tabeal zum Knig
machen!, $7/7$ so spricht der Herr HERR: Es wird nicht
zustandekommen und nicht geschehen. $7/8$ Denn das Haupt von
Aram ist Damaskus, und das Haupt von Damaskus ist Rezin - und
noch 65 Jahre, dann ist Ephraim zerschlagen, [dann ist es] kein
Volk [mehr] -, $7/9$ und das Haupt von Ephraim ist Samaria und
das Haupt von Samaria ist der Sohn des Remalja. Glaubt ihr
nicht, dann bleibt ihr nicht!

$7/10$ Und der HERR fuhr fort, zu Ahas zu reden, und sprach:
$7/11$ Fordere dir ein Zeichen vom HERRN, deinem Gott! In der
Tiefe fordere es oder oben in der Hhe! $7/12$ Ahas aber sagte:
Ich will nicht fordern und will den HERRN nicht prfen. $7/13$
Da sprach er: Hrt doch, Haus David! Ist es euch zu wenig,
Menschen zu ermden, da ihr auch meinen Gott ermdet? $7/14$
Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die
Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebren und wird
seinen Namen Immanuel nennen. $7/15$ Rahm und Honig wird er
essen, bis er wei, das Bse zu verwerfen und das Gute zu
whlen. $7/16$ Denn ehe der Junge wei, das Bse zu verwerfen
und das Gute zu whlen, wird das Land verlassen sein, vor dessen
beiden Knigen dir graut. $7/17$ Der HERR wird ber dich, ber
dein Volk und ber das Haus deines Vaters Tage kommen lassen,
wie sie nicht gekommen sind seit dem Tag, an dem Ephraim sich
von Juda getrennt hat: den Knig von Assur.

$7/18$ Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird der HERR die
Fliege, die am Ende der Strme gyptens, und die Biene, die im
Land Assur ist, herbeipfeifen. $7/19$ Dann werden sie kommen und
sich alle niederlassen in den Tlern der Schluchten und in den
Spalten der Felsen, in allen Dornstruchern und an allen
Trnkpltzen. $7/20$ An jenem Tag wird der Herr durch das
Schermesser, das auf der anderen Seite des Stromes gedungen
wurde, [nmlich] durch den Knig von Assur, das Haupt scheren
und das Haar der Beine, ja, auch den Bart wird es wegnehmen.
$7/21$ An jenem Tag wird es geschehen, da wird einer eine junge
Kuh und zwei Schafe am Leben erhalten. $7/22$ Und es wird
geschehen, wegen der Menge der Milch, die sie geben, wird er
Rahm essen, ja, Rahm und Honig wird jeder essen, der im Land
briggeblieben ist. $7/23$ Und es wird an jenem Tag geschehen,
da jeder Ort, wo tausend Weinstcke [im Wert] von tausend
Silber[schekeln] stehen, den Dornen und Disteln gehrt. $7/24$
[Nur] mit Pfeilen und Bogen wird man dorthin kommen, denn zu
Dornen und Disteln wird das ganze Land werden. $7/25$ Und [auf]
alle Berge, die mit der Hacke behackt werden, dahin wirst du
nicht kommen aus Furcht vor Dornen und Disteln. Und sie werden
ein Ort sein, an den man Rinder treibt und der von Schafen
zertreten wird.

Der Sohn des Propheten als Zeichen des Gerichts.

\8\

$8/1$ Und der HERR sprach zu mir: Nimm dir eine groe Tafel und
schreibe darauf mit Menschengriffel: Fr Schnell-Raub
Eile-Beute! $8/2$ Da nahm ich mir zuverlssige Zeugen: den
Priester Uria und Secharja, den Sohn des Jeberechja. - $8/3$ Und
ich nahte der Prophetin, und sie wurde schwanger und gebar einen
Sohn. Und der HERR sprach zu mir: Gib ihm den Namen:
`Schnell-Raub Eile Beute! $8/4$ Denn ehe der Junge zu rufen
versteht: `Mein Vater! und: `Meine Mutter!, wird man den
Reichtum von Damaskus und die Beute von Samaria vor dem Knig
von Assur hertragen.

$8/5$ Und der HERR fuhr fort, weiter zu mir zu reden: $8/6$ Weil
dieses Volk die Wasser von Siloah verworfen, die still
dahinflieen, und Freude hat an Rezin und dem Sohn des Remalja:
$8/7$ darum, siehe, lt der Herr die mchtigen und groen
Wasser des Stromes ber sie heraufsteigen - den Knig von Assur
und all seine Herrlichkeit. Er wird heraufsteigen ber all seine
Betten und ber all seine Ufer gehen. $8/8$ Und er wird ber
Juda dahinfahren, [alles] berschwemmen und berfluten; bis an
den Hals wird er reichen. Und die Spanne seiner Flgel wird die
Weite deines Landes fllen, Immanuel!

$8/9$ Tobt, ihr Vlker, und erschreckt! Und horcht auf, all ihr
fernen [Bewohner] der Erde! Grtet euch und erschreckt, grtet
euch und erschreckt! $8/10$ Schmiedet einen Plan, er geht in die
Brche! Beredet die Sache, sie wird nicht zustandekommen! Denn
Gott ist mit uns. $8/11$ Denn so hat der HERR zu mir gesprochen,
als [seine] Hand [mich] packte und er mich davor warnte, auf dem
Weg dieses Volkes zu gehen: $8/12$ Ihr sollt nicht alles
Verschwrung nennen, was dieses Volk Verschwrung nennt. Das,
was sie frchten, sollt ihr nicht frchten und nicht [davor]
erschrecken. $8/13$ Den HERRN der Heerscharen, den sollt ihr
heiligen! Er sei eure Furcht, und er sei euer Schrecken! $8/14$
Und er wird zum Heiligtum sein und zum Stein des Anstoes und
zum Fels des Strauchelns fr die beiden Huser Israel, zum
Klappnetz und zur Falle fr die Bewohner Jerusalems. $8/15$ Und
viele unter ihnen werden strzen, werden fallen und zerbrechen,
verstrickt und gefangen werden. - $8/16$ Binde die Offenbarung
zusammen, versiegele die Weisung unter meinen Jngern! - $8/17$
Und ich will auf den HERRN harren, der sein Angesicht vor dem
Haus Jakob verbirgt, und will auf ihn hoffen.

$8/18$ Siehe, ich und die Kinder, die der HERR mir gegeben hat,
wir sind zu Zeichen und zu Wundern in Israel [geworden] vom
HERRN der Heerscharen, der auf dem Berg Zion wohnt. $8/19$ Und
wenn sie zu euch sagen: Befragt die Totengeister und die
Wahrsagegeister, die da flstern und murmeln! [, so antwortet:]
Soll nicht ein Volk seinen Gott befragen? [Soll es etwa] fr die
Lebenden die Toten [befragen]? $8/20$ Hin zur Weisung und zur
Offenbarung! Wenn sie nicht nach diesem Wort sprechen, dann gibt
es fr sie keine Morgenrte.

$8/21$ Man wird darin umherziehen, bedrckt und hungrig. Und es
wird geschehen, wenn man Hunger leidet, dann wird man von Wut
bermannt werden und seinen Knig und seinen Gott verfluchen.
Und man wird sich nach oben wenden $8/22$ und wird zur Erde
blicken: und siehe, [da ist] Not und Finsternis, bedrngendes
Dunkel, und in dichte Finsternis ist man hineingestoen.

Verheiung des Reiches unter dem Sohn Davids.

$8/23$ Doch nicht [bleibt das] Dunkel [ber] dem, der von der
Finsternis bedrngt ist. Wie die frhere Zeit dem Land Sebulon
und dem Land Naftali Schmach gebracht hat, so bringt die sptere
den Weg am Meer, das [Land] jenseits des Jordan [und] den Kreis
der Nationen zu Ehren.

\9\

$9/1$ Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein groes Licht. Die
im Land der Finsternis wohnen, Licht leuchtet ber ihnen. $9/2$
Du vermehrst den Jubel, du machst die Freude gro. Sie freuen
sich vor dir, wie man sich freut in der Ernte, wie man jauchzt
beim Verteilen der Beute. $9/3$ Denn das Joch ihrer Last, den
Stab [auf] ihrer Schulter, den Stock ihres Treibers zerbrichst
du wie am Tag Midians. $9/4$ Denn jeder Stiefel, der drhnend
einherstampft, und [jeder] Mantel, in Blut gewlzt, fllt dem
Brand anheim, [wird] ein Fra des Feuers. $9/5$ Denn ein Kind
ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht
auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer
Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Frst des Friedens.
$9/6$ Gro ist die Herrschaft, und der Friede wird kein Ende
haben auf dem Thron Davids und ber seinem Knigreich, es zu
festigen und zu sttzen durch Recht und Gerechtigkeit von nun an
bis in Ewigkeit. Der Eifer des HERRN der Heerscharen wird dies
tun.

Drohendes Gericht ber Israel.

$9/7$ Ein Wort sendet der Herr gegen Jakob, und in Israel fllt
es nieder. $9/8$ Und das ganze Volk erkennt es, Ephraim und die
Bewohner von Samaria, die in Hochmut und mit berheblichen
Herzen sagen: $9/9$ Die Ziegelsteine sind gefallen, aber mit
Quadern bauen wir auf. Die Sykomoren sind abgehauen, aber wir
setzen Zedern an ihre Stelle. $9/10$ Doch der HERR wird die
Gegner, [nmlich] Rezin, ber es erhhen und seine Feinde
aufstacheln: $9/11$ Aram von Osten und die Philister von Westen;
die werden Israel fressen mit vollem Maul. - Bei alldem wendet
sich sein Zorn nicht ab, und noch ist seine Hand ausgestreckt.

$9/12$ Aber das Volk kehrt nicht um zu dem, der es schlgt, und
den HERRN der Heerscharen suchen sie nicht. $9/13$ Da haut der
HERR von Israel Kopf und Schwanz ab, Palmzweig und Binse an
einem Tag. $9/14$ Der lteste und Angesehene, er ist der Kopf;
und der Prophet, der Lge lehrt, er ist der Schwanz. $9/15$ Denn
die Fhrer dieses Volkes werden zu Verfhrern und die von ihnen
Gefhrten zu Verwirrten. $9/16$ Darum wird sich der Herr ber
dessen junge Mnner nicht freuen, und ber seine Waisen und
Witwen wird er sich nicht erbarmen. Denn sie alle sind Gottlose
und beltter, und jeder Mund redet Torheit. - Bei alldem wendet
sich sein Zorn nicht ab, und noch ist seine Hand ausgestreckt.

$9/17$ Denn die Gottlosigkeit brennt wie Feuer: Dornen und
Disteln verzehrt sie und zndet in den Dickichten des Waldes,
da sie emporwirbeln als hoch aufsteigender Rauch. $9/28$ Durch
den Grimm des HERRN der Heerscharen ist das Land verbrannt, und
das Volk ist wie ein Fra des Feuers geworden; keiner hat
Mitleid mit dem andern. $9/19$ Und man verschlingt zur Rechten
und hungert, und man frit zur Linken und wird nicht satt. Jeder
frit das Fleisch seines Nchsten: $9/20$ Manasse den Ephraim,
und Ephraim den Manasse; diese miteinander zusammen [aber
fallen] ber Juda her. - Bei alldem wendet sich sein Zorn nicht
ab, und noch ist seine Hand ausgestreckt.

\10\

$10/1$ Wehe denen, die Ordnungen des Unheils anordnen, und den
Schreibern, die Mhsal schreiben, $10/2$ um die Geringen von
[ihrem] Rechtsanspruch zu verdrngen und den Elenden meines
Volkes [ihr] Recht zu rauben, damit die Witwen ihr Plndergut
werden und sie die Waisen plndern! $10/3$ Und was wollt ihr tun
am Tag der Heimsuchung und beim Sturm, der von weither kommt? Zu
wem wollt ihr fliehen um Hilfe und wo euren Reichtum lassen?
$10/4$ Beugt man sich nicht unter Gefangenen, so mu man unter
Erschlagenen fallen. - Bei alldem wendet sich sein Zorn nicht
ab, und noch ist seine Hand ausgestreckt.

Weheruf ber Assur und dessen Niederlage.

Nah 1-3; Zeph 2,13-15.

$10/5$ Wehe, Assur, Rute meines Zorns! Und der Stock meines
Zorns - in ihrer Hand ist er. $10/6$ Gegen eine gottlose Nation
sende ich ihn, und gegen das Volk meines Grimmes entbiete ich
ihn, Raub zu rauben und Beute zu erbeuten und es zertreten zu
lassen wie Straenkot. $10/7$ Er aber meint es nicht so, und
sein Herz denkt nicht so, sondern zu verheeren hat er im Sinn
und nicht wenige Nationen auszurotten. $10/8$ Denn er sagt: Sind
meine Oberste nicht allesamt Knige? $10/9$ Ist Kalne nicht wie
Karkemisch, Hamat nicht wie Arpad, Samaria nicht wie Damaskus?
$10/10$ Wie meine Hand die Knigreiche der Gtzen erreicht hat -
und ihre geschnitzten Bilder waren mehr als die von Jerusalem
und von Samaria -, $10/11$ werde ich nicht, wie ich Samaria und
seinen Gtzen getan habe, ebenso Jerusalem und seinen
Gtzenbildern tun?

$10/12$ Aber es wird geschehen, wenn der Herr sein ganzes Werk
am Berg Zion und an Jerusalem vollendet hat, wird er die Frucht
des berheblichen Herzens des Knigs von Assur heimsuchen und
den hochmtigen Stolz seiner Augen. $10/13$ Denn er hat gesagt:
Durch die Kraft meiner Hand habe ich es getan und durch meine
Weisheit, denn ich bin verstndig. Und ich beseitige die Grenzen
der Vlker und plndere ihre Schtze und stoe die Bewohner
hinab wie ein Starker. $10/14$ Meine Hand hat den Reichtum der
Vlker erreicht wie ein Nest. Und wie man verlassene Eier
zusammenrafft, so habe ich die ganze Erde zusammengerafft: da
war keiner, der mit dem Flgel schlug oder den Schnabel aufri
und piepste. - $10/15$ Rhmt sich die Axt gegen den, der damit
haut? Oder brstet sich die Sge gegen den, der sie zieht? Als
schwnge ein Stock den, der ihn hochhebt, als ob ein Stab den
hochhbe, der kein Holz ist! $10/16$ Darum wird der Herr, der
HERR der Heerscharen, Schwindsucht senden unter seine Fetten,
und unter seiner Herrlichkeit wird ein Brand auflodern wie ein
Feuerbrand. $10/17$ Und das Licht Israels wird zum Feuer werden
und sein Heiliger zur Flamme; die wird seine Dornen und seine
Disteln in Brand setzen und verzehren an einem Tag. $10/18$ Und
man wird die Herrlichkeit seines Waldes und seines Fruchtgartens
von der Seele bis zum Fleisch vernichten, und es wird sein, wie
wenn ein Kranker dahinsiecht. $10/19$ Dann wird der Rest der
Bume seines Waldes zu zhlen sein: ein Junge knnte sie
aufschreiben.

Rettung des berrestes Israels und Jerusalems.

$10/20$ An jenem Tag wird es geschehen: Da wird der berrest
Israels, und was vom Haus Jakob entkommen ist, sich nicht mehr
lnger auf den sttzen, der es schlgt, sondern es wird sich auf
den HERRN, den Heiligen Israels, sttzen in Treue. $10/21$ Ein
berrest wird umkehren, ein berrest Jakobs, zu dem starken
Gott. $10/22$ Denn wenn auch dein Volk, Israel, wie der Sand des
Meeres wre: [nur] ein berrest davon wird umkehren. Vernichtung
ist beschlossen, einherflutend [mit] Gerechtigkeit. $10/23$ Denn
der Herr, der HERR der Heerscharen, vollzieht festbeschlossene
Vernichtung inmitten der ganzen Erde.

$10/24$ Darum, so spricht der Herr, der HERR der Heerscharen:
Frchte dich nicht, mein Volk, das in Zion wohnt, vor Assur, der
dich mit dem Stock schlgt und seinen Stab gegen dich erhebt in
der Art gyptens! $10/25$ Denn nur noch eine ganz kurze Weile,
dann wird der Grimm zu Ende sein, und mein Zorn [richtet sich]
auf ihre Vernichtung. $10/26$ Und der HERR der Heerscharen wird
ber ihn die Geiel schwingen wie bei der Niederlage Midians am
Felsen Oreb und seinen Stab ber das Meer, und er wird ihn
erheben in der Art gyptens. $10/27$ An jenem Tag wird es
geschehen, da weicht seine Last von deiner Schulter, und sein
Joch wird von deinem Hals weggerissen, und vernichtet wird das
Joch vor dem Fett.

$10/28$ Er kommt auf Ajat zu, zieht durch Migron; in Michmas
lt er seinen Tro. $10/29$ Sie ziehen durch die Schlucht,
`Geba sei unser Nachtquartier! Rama bebt, Gibea Sauls flieht.
$10/30$ Schreie gellend, Tochter Gallims! Horche auf, Lajescha!
Elendes Anatot! $10/31$ Madmena eilt davon, die Bewohner von
Gebim bringen [sich] in Sicherheit. $10/32$ Noch heute macht er
Halt in Nob. - Er schwingt seine Hand gegen den Berg der Tochter
Zion, den Hgel Jerusalems. - $10/33$ Siehe, der Herr, der HERR
der Heerscharen, haut mit Schreckensgewalt die ste herunter.
Und die Hochgewachsenen werden gefllt, und die Emporragenden
werden niedersinken. $10/34$ Und er schlgt das Dickicht des
Waldes mit dem Eisen nieder, und der Libanon fllt durch einen
Mchtigen.

Das zuknftige Friedensreich des Christus.

\11\

$11/1$ Und ein Spro wird hervorgehen aus dem Stumpf Isais, und
ein Schling aus seinen Wurzeln wird Frucht bringen. $11/2$ Und
auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit
und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist
der Erkenntnis und Furcht des HERRN; $11/3$ und er wird sein
Wohlgefallen haben an der Furcht des HERRN. Er wird nicht
richten nach dem, was seine Augen sehen, und nicht zurechtweisen
nach dem, was seine Ohren hren, $11/4$ sondern er wird die
Geringen richten in Gerechtigkeit und die Elenden des Landes
zurechtweisen in Geradheit. Und er wird den Gewaltttigen
schlagen mit dem Stab seines Mundes und mit dem Hauch seiner
Lippen den Gottlosen tten. $11/5$ Gerechtigkeit wird der Schurz
seiner Hften sein und die Treue der Schurz seiner Lenden. -
$11/6$ Und der Wolf wird beim Lamm weilen und der Leopard beim
Bckchen lagern. Das Kalb und der Junglwe und das Mastvieh
werden zusammen sein, und ein kleiner Junge wird sie treiben.
$11/7$ Kuh und Brin werden [miteinander] weiden, ihre Jungen
werden zusammen lagern. Und der Lwe wird Stroh fressen wie das
Rind. $11/8$ Und der Sugling wird spielen an dem Loch der Viper
und das entwhnte Kind seine Hand ausstrecken nach der Hhle der
Otter. $11/9$ Man wird nichts Bses tun noch verderblich handeln
auf meinem ganzen heiligen Berg. Denn das Land wird voll von
Erkenntnis des HERRN sein, wie von Wassern, die das Meer
bedecken. - $11/10$ Und an jenem Tag wird es geschehen: der
Wurzelspro Isais, der als Feldzeichen der Vlker dasteht, nach
ihm werden die Nationen fragen; und seine Ruhesttte wird
Herrlichkeit sein.

$11/11$ Und an jenem Tag wird es geschehen, da wird der Herr
noch einmal seine Hand erheben, um den berrest seines Volkes,
der brigbleibt, loszukaufen aus Assur und gypten, aus Patros
und Kusch, aus Elam, Schinar und Hamat und von den Inseln des
Meeres. $11/12$ Und er wird den Nationen ein Feldzeichen
aufrichten und die Vertriebenen Israels zusammenbringen, und die
Verstreuten Judas wird er sammeln von den vier Enden der Erde.
$11/13$ Dann wird die Eifersucht Ephraims weichen, und die
Bedrnger Judas werden ausgerottet werden. Ephraim wird auf Juda
nicht eiferschtig sein, und Juda wird Ephraim nicht bedrngen.
$11/14$ Und sie werden nach Westen auf die Berglehne der
Philister fliegen. Miteinander werden sie die Shne des Ostens
ausplndern. Edom und Moab werden ihre Hand greifen, und die
Shne Ammons werden ihnen hrig sein. $11/15$ Dann wird der HERR
die Meereszunge gyptens spalten. Und er wird seine Hand ber
den Strom schwingen mit der Gewalt seines Hauches und ihn in
sieben Bche zerschlagen, so da man mit Schuhen hindurchgehen
kann. $11/16$ So wird es eine Strae geben fr den berrest
seines Volkes, der aus Assur brigbleibt, wie es eine [Strae]
fr Israel gab an dem Tag, als es aus dem Land gypten
heraufzog.

Dank des berrestes im zuknftigen Friedensreich.

\12\

$12/1$ Und an jenem Tag wirst du sagen: Ich preise dich, HERR!
Ja, du hast mir gezrnt. Mge dein Zorn sich wenden, da du mich
trstest! $12/2$ Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin voller
Vertrauen und frchte mich nicht. Denn Jah, der HERR, ist meine
Strke und mein Loblied, und er ist mir zum Heil geworden. -
$12/3$ Und mit Freuden werdet ihr Wasser schpfen aus den
Quellen des Heils $12/4$ und werdet an jenem Tage sprechen:
Preist den HERRN, ruft seinen Namen aus, macht unter den Vlkern
seine Taten bekannt, verkndet, da sein Name hoch erhaben ist!
$12/5$ Lobsingt dem HERRN, denn Herrliches hat er getan! Das
soll auf der ganzen Erde bekannt werden. $12/6$ Jauchze und
juble, Bewohnerin von Zion! Denn gro ist in deiner Mitte der
Heilige Israels. Ankndigung der Zerstrung Babels, auch als
Bild des Gerichts ber alle Nationen

Kap. 21,1-10; 47,1-15; Jer 50; 51.

\13\

$13/1$ Ausspruch ber Babel, den Jesaja, der Sohn des Amoz,
geschaut hat.

$13/2$ Auf kahlem Berg richtet ein Feldzeichen auf, mit lauter
Stimme ruft ihnen zu, winkt mit der Hand, da sie einziehen
durch die Tore der Edlen! $13/3$ Ich habe meine Geheiligten
entboten, auch meine Helden zu meinem Zorn[gericht] gerufen, die
ber meine Hoheit frohlocken. $13/4$ Horch! Getmmel auf den
Bergen wie von einem groen Volk! Horch! Getse von
Knigreichen, von versammelten Nationen! Der HERR der
Heerscharen mustert ein Kriegsheer. $13/5$ Aus fernem Land
kommen sie, vom Ende des Himmels - der HERR mit den Werkzeugen
seiner Verwnschung, um das ganze Land zugrunde zu richten.
$13/6$ Heult, denn nahe ist der Tag des HERRN! Er kommt wie eine
Verwstung vom Allmchtigen. $13/7$ Darum werden alle Hnde
erschlaffen, und jedes Menschenherz wird zerschmelzen. $13/8$
Und sie werden bestrzt sein. Krmpfe und Wehen werden sie
packen, sie werden sich winden wie eine Gebrende. Einer starrt
den andern an, ihre Gesichter glhen wie Flammen.

$13/9$ Siehe, der Tag des HERRN kommt, grausam mit Grimm und
Zornglut, um die Erde zur Wste zu machen; und ihre Snder wird
er von ihr austilgen. $13/10$ Denn die Sterne des Himmels und
seine Sternbilder werden ihr Licht nicht leuchten lassen. Die
Sonne wird finster sein bei ihrem Aufgang, und der Mond wird
sein Licht nicht scheinen lassen. $13/11$ Und ich werde am
Erdkreis die Bosheit heimsuchen und an den Gottlosen ihre
Schuld. Ich werde der Anmaung der Stolzen ein Ende machen und
den Hochmut der Gewaltttigen erniedrigen. $13/12$ Ich will den
Sterblichen seltener machen als gediegenes Gold und den Menschen
[seltener] als Ofirgold. $13/13$ Darum werde ich die Himmel
erzittern lassen, und die Erde wird aufbeben von ihrer Stelle
beim Grimm des HERRN der Heerscharen und am Tage seiner
Zornglut. $13/14$ Und es wird wie mit einer verscheuchten
Gazelle sein und wie mit einer Herde, die niemand sammelt: jeder
wird sich zu seinem Volk wenden und jeder in sein Land fliehen.
$13/15$ Wer irgend gefunden wird, soll durchbohrt werden; und
wer irgend ergriffen wird, soll durchs Schwert fallen. $13/16$
Ihre Kinder werden vor ihren Augen zerschmettert, ihre Huser
geplndert und ihre Frauen geschndet werden.

$13/17$ Siehe, ich erwecke gegen sie die Meder, die Silber nicht
achten und an Gold kein Gefallen haben. $13/18$ [Ihre] Bogen
werden junge Mnner niederstrecken, und ber die Leibesfrucht
werden sie sich nicht erbarmen, und der Kinder wegen werden sie
nicht betrbt sein. $13/19$ So wird es Babel, der Zierde der
Knigreiche, der stolzen Pracht der Chalder, ergehen wie [nach]
der Umkehrung von Sodom und Gomorra durch Gott. $13/20$ Nie mehr
wird es bewohnt sein, und [es bleibt] unbesiedelt von Generation
zu Generation. Und der Araber wird dort nicht zelten, und Hirten
werden [ihre Herden] dort nicht lagern lassen. $13/21$ Aber
Wstentiere werden dort lagern, und voller Eulen werden ihre
Huser sein. Straue werden dort wohnen und Bocks-Dmonen dort
tanzen. $13/22$ Wilde Hunde werden heulen in seinen Palsten und
Schakale in den Lustschlssern. Und seine Zeit steht nahe bevor,
und seine Tage werden nicht verlngert werden.

Freude und Staunen ber den Sturz Babels und seines Knigs.

Kap. 21,1-10; 47,1-15; Jer 50; 51.

\14\

$14/1$ Denn der HERR wird sich ber Jakob erbarmen und Israel
noch [einmal] erwhlen und wird sie in ihr Land setzen. Und der
Fremde wird sich ihnen anschlieen, und sie werden sich dem Haus
Jakob zugesellen. $14/2$ Und die Vlker werden sie nehmen und
sie an ihren Ort bringen. Dann wird das Haus Israel [diese] als
Knechte und Mgde in Erbbesitz nehmen im Land des HERRN. Und sie
werden die gefangen wegfhren, die sie gefangen wegfhrten, und
sie werden ihre Unterdrcker [nieder]treten.

$14/3$ Und es wird geschehen, an dem Tag, an dem der HERR dir
Ruhe verschafft von deiner Mhsal und deiner Unruhe und von dem
harten Dienst, den man dir auferlegt hat, $14/4$ da wirst du
dieses Spottlied anstimmen ber den Knig von Babel und sagen:
Wie hat aufgehrt der Unterdrcker, aufgehrt das Anstrmen!
$14/5$ Zerbrochen hat der HERR den Stab der Gottlosen, den
Herrscherstab, $14/6$ der Vlker schlug im Grimm mit Schlgen
ohne Unterla, Nationen unterjochte im Zorn mit Verfolgung ohne
Schonung. $14/7$ Es ruht, es rastet die ganze Erde. Man bricht
in Jubel aus. $14/8$ Auch die Wacholderbume freuen sich ber
dich, die Zedern des Libanon: `Seitdem du daliegst, kommt der
Holzfller nicht mehr zu uns herauf. $14/9$ Der Scheol drunten
ist in Bewegung um deinetwillen, in Erwartung deiner Ankunft. Er
strt deinetwegen die Schatten auf, alle Mchtigen der Erde, er
lt von ihren Thronen alle Knige der Nationen aufstehen.
$14/10$ Sie alle beginnen und sagen zu dir: `Auch du bist
kraftlos geworden wie wir, bist uns gleich! $14/11$ In den
Scheol hinabgestrzt ist deine Pracht und der Klang deiner
Harfen. Maden sind unter dir zum Lager ausgebreitet, und Wrmer
sind deine Decke. $14/12$ Wie bist du vom Himmel gefallen, du
Glanzstern, Sohn der Morgenrte! [Wie bist du] zu Boden
geschmettert, berwltiger der Nationen! $14/13$ Und du, du
sagtest in deinem Herzen: `Zum Himmel will ich hinaufsteigen,
hoch ber den Sternen Gottes meinen Thron aufrichten und mich
niedersetzen auf den Versammlungsberg im uersten Norden.
$14/14$ Ich will hinaufsteigen auf Wolkenhhen, dem Hchsten
mich gleich machen. - $14/15$ Doch in den Scheol wirst du
hinabgestrzt, in die tiefste Grube. $14/16$ Die dich sehen,
betrachten dich, sehen dich genau an: `Ist das der Mann, der die
Erde erbeben lie, Knigreiche erschtterte? $14/17$ Er machte
den Erdkreis der Wste gleich und ri ihre Stdte nieder. Seine
Gefangenen entlie er nicht nach Hause. $14/18$ Alle Knige der
Nationen, sie alle ruhen in Ehren, jeder in seinem Haus. $14/19$
Du aber bist hingeworfen fern von deiner Grabsttte wie ein
verabscheuter Schling, bedeckt mit Erschlagenen, vom Schwert
Durchbohrten wie ein zertretenes Aas. $14/20$ [Mit denen,] die
zu den Steinen der Grube hinabgefahren sind, mit ihnen wirst du
nicht vereint werden im Grab. Denn du hast dein Land zugrunde
gerichtet, dein Volk erschlagen. Das Geschlecht von belttern
wird in Ewigkeit nicht [mehr] genannt werden.

$14/21$ Bereitet fr seine Shne die Schlachtbank zu um der
Schuld ihrer Vter willen! Sie sollen sich nicht [mehr] erheben
und die Erde in Besitz nehmen und die Flche des Erdkreises mit
Stdten fllen. $14/22$ Und ich werde mich gegen sie erheben,
spricht der HERR der Heerscharen, und werde von Babel ausrotten
Namen und berrest und Spro und Nachkommen, spricht der HERR.
$14/23$ Ich werde es zum Besitz der Igel machen und zu
Wassersmpfen. Und ich werde es ausfegen mit dem Besen der
Vertilgung, spricht der HERR der Heerscharen.

Drohendes Gericht ber Assur und die Philister.

$14/24$ Der HERR der Heerscharen hat geschworen und gesagt:
Frwahr, wie ich es erwog, so geschieht es, und wie ich es
beschlossen habe, so kommt es zustande: $14/25$ da ich Assur in
meinem Land zerschmettere und es auf meinen Bergen zertrete.
Dann weicht von ihnen sein Joch, und seine Last weicht von ihrer
Schulter. $14/26$ Das ist der Ratschlu, der ber die ganze Erde
beschlossen ist, und das ist die Hand, die ber alle Nationen
ausgestreckt ist. $14/27$ Denn der HERR der Heerscharen hat es
beschlossen. Wer wird es ungltig machen? Und seine Hand ist
ausgestreckt. Wer wendet sie zurck?

Hes 25,15-17; Sach 9,5-7.

$14/28$ Im Todesjahr des Knigs Ahas geschah dieser Ausspruch:
$14/29$ Freue dich nicht, ganz Philista, da der Stock
zerbrochen ist, der dich schlug! Denn aus der Wurzel der
Schlange wird eine Otter hervorkommen, und ihre Frucht wird eine
fliegende feurige Schlange sein. $14/30$ Da werden die
Erstgeborenen der Geringen weiden und die Armen sich in
Sicherheit lagern. Aber deine Wurzel werde ich durch Hunger
tten, und deinen berrest werde ich erschlagen. $14/31$ Heule,
Tor! Schrei um Hilfe, Stadt! Verzage, ganz Philista! Denn von
Norden her kommt Rauch, und keiner sondert sich ab von seinen
Scharen. $14/32$ Und was antwortet man den Boten der Nation? Ja,
der HERR hat die Grundmauern Zions gelegt, und darin finden die
Elenden seines Volkes Zuflucht.

Drohendes Gericht ber Moab.

Kap. 16,6-14; Jer 48; Hes 25,8-11; Am 2,1-3; Zeph 2,8-11.

\15\

$15/1$ Ausspruch ber Moab.

Ja, ber Nacht ist Ar-Moab verwstet, vernichtet; ja, ber Nacht
ist Kir-Moab verwstet, vernichtet. $15/2$ Man steigt zum
[Gtzen]tempel hinauf und nach Dibon auf die Hhen, um zu
weinen; auf Nebo und auf Medeba jammert Moab. Auf allen seinen
Kpfen ist eine Glatze, jeder Bart ist abgeschoren. $15/3$ Auf
seinen Gassen grten sie sich Sacktuch um; auf seinen Dchern
und auf seinen [Markt]pltzen jammert alles, in Trnen
zerflieend. $15/4$ Heschbon und Elale schreien um Hilfe; bis
Jahaz hrt man ihre Stimme. Darum erheben die Gersteten Moabs
das Kriegsgeschrei, es zittert um sein Leben. $15/5$ Mein Herz
schreit um Hilfe fr Moab, - seine Flchtlinge [fliehen] bis
nach Zoar, nach Eglat-Schelischija. Ja, die Anhhe von Luhit
steigt man mit Weinen hinauf; ja, auf dem Weg nach Horonajim
erhebt man Geschrei ber den Zusammenbruch. $15/6$ Ja, die
Wasser von Nimrim sollen zu Wsten werden. Ja, verdorrt ist das
Gras, verwelkt das Kraut; das Grn ist nicht mehr da. $15/7$
Darum trgt man ber den Pappelbach, was man erbrigt und was
man aufbewahrt hat. $15/8$ Ja, das Wehgeschrei umkreist das
Gebiet von Moab: bis nach Eglajim [dringt] sein Jammern und nach
Beer-Elim sein Jammern. $9$ Ja, die Wasser von Dimon sind voller
Blut. Denn ich verhnge noch mehr [Unheil] ber Dimon: einen
Lwen ber die Entkommenen Moabs und ber den berrest des
Landes.

\16\

$16/1$ Sendet einen Widder des Landesherrn von Sela in der Wste
zum Berg der Tochter Zion! $16/2$ Und es geschieht: wie
umherflatternde Vgel, [wie] ein aufgescheuchtes Nest sind die
Tchter Moabs an den bergngen des Arnon. $16/3$ Schaffe Rat,
triff Entscheidung! Am hellen Mittag mache deinen Schatten der
Nacht gleich, verbirg die Vertriebenen, den Flchtling verrate
nicht! $16/4$ La die Vertriebenen Moabs sich bei dir als Fremde
aufhalten! Sei ihnen ein Versteck vor dem Verwster! - Wenn der
Unterdrcker nicht mehr da ist, die Verwstung aufgehrt hat,
die Zertreter aus dem Lande verschwunden sind, $16/5$ dann wird
in Gte ein Thron aufgerichtet werden. Und auf ihm - im Zelt
Davids - wird einer in Bestndigkeit sitzen, der da richtet und
nach Recht trachtet und der in Gerechtigkeit erfahren ist.

Kap. 15,1-9.

$16/6$ Wir haben gehrt von dem Hochmut Moabs, dem sehr
hochfahrenden, von seinem Stolz, seinem Hochmut und seiner
berheblichkeit, von seinem eitlen Prahlen. $16/7$ Darum wird
Moab heulen ber Moab; alles wird heulen. Um die Traubenkuchen
von Kir-Hareset werdet ihr seufzen, ganz zerschlagen. $16/8$
Denn Heschbons Terrassen[grten] sind verwelkt, die Weinstcke
von Sibma, deren edle Trauben die Herren der Nationen [mit
Trunkenheit] bezwangen. Bis nach Jaser reichten sie, verloren
sich in die Wste. Seine Ranken breiteten sich aus, gingen ber
das Meer. $16/9$ Darum beweine ich, wie Jaser weint, den
Weinstock von Sibma, mit meinen Trnen trnke ich dich satt,
Heschbon und Elale. Denn ber dein Sommerobst und ber deinen
Ernteertrag ist das Jauchzen [der Feinde] gefallen. $16/10$ Da
sind Freude und Jubel aus den Fruchtgrten abgeerntet, und in
den Weinbergen wird nicht gejubelt, nicht gejauchzt. In den
Kelterkufen tritt kein Kelterer den Wein; dem Jauchzen habe ich
ein Ende gemacht. $16/11$ Darum klagen meine Eingeweide ber
Moab wie eine Zither und mein Inneres ber Kir-Heres. $16/12$
Und es wird geschehen, wenn Moab erscheint, sich abmht auf der
Opferhhe und in sein Heiligtum eintritt, um zu beten, dann wird
es nichts ausrichten. $16/13$ Das ist das Wort, das der HERR
einst ber Moab geredet hat. $16/14$ Jetzt aber redet der HERR
und spricht: In drei Jahren, wie die Jahre eines Tagelhners,
wird die Herrlichkeit Moabs verchtlich sein samt all der groen
Menge. Und der berrest wird winzig klein, [gar] nicht gro
sein.

Drohendes Gericht ber Damaskus und das Reich Israel.

Jer 49,23-27; Am 1,3-5.

\17\

$17/1$ Ausspruch ber Damaskus.

Siehe, Damaskus hrt auf, eine Stadt zu sein, und wird ein
Trmmerhaufen. $17/2$ Verlassen sind die Stdte von Aroer, sie
werden den Herden preisgegeben; die lagern [dort] und niemand
schreckt sie auf. $17/3$ Und verschwinden wird die feste Stadt
aus Ephraim und das Knigtum aus Damaskus. Und dem berrest von
Aram ergeht es wie der Herrlichkeit der Shne Israel, spricht
der HERR der Heerscharen.

$17/4$ Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird die
Herrlichkeit Jakobs armselig sein und das Fett seines Fleisches
mager werden. $17/5$ Es wird sein, wie wenn einer bei der Ernte
Getreidehalme zusammenfat und sein Arm hren abmht. Es wird
sein, wie wenn einer hren sammelt in der Talebene Refaim.
$17/6$ - Doch wird eine Nachlese an ihm brigbleiben wie beim
Abschlagen der Oliven: zwei, drei reife Oliven oben im Gest,
vier, fnf an den Zweigen des Fruchtbaums, spricht der HERR, der
Gott Israels. - $17/7$ An jenem Tag wird der Mensch auf den
hinschauen, der ihn gemacht hat, und seine Augen werden auf den
Heiligen Israels sehen. $17/8$ Und er wird nicht schauen auf die
Altre, das Werk seiner Hnde. Und was seine Finger gemacht
haben, wird er nicht ansehen, weder die Ascherim noch die
Rucheraltre. - $17/9$ An jenem Tag werden seine Festungsstdte
sein wie die verlassenen Orte des Waldes und des Berggipfels,
die man vor den Shnen Israel verlie; und es wird eine de
sein. - $17/10$ Ja, du hast vergessen den Gott deines Heils und
nicht gedacht an den Felsen deiner Zuflucht. Deshalb pflanze nur
Pflanzungen des `Lieblichen und bese sie [nur] mit
auslndischen Weinranken! $17/11$ Am Tag, da du gepflanzt,
ziehst du [sie] gro, und am Morgen, da du gest, bringst du
[sie] zum Blhen: hin ist die Ernte am Tag des Siechtums und des
unheilbaren Schmerzes.

$17/12$ Wehe, ein Getse vieler Vlker: wie das Tosen der Meere
tosen sie; und ein Rauschen von Vlkerschaften: wie das Rauschen
gewaltiger Wasser rauschen sie. $17/13$ Vlkerschaften rauschen
wie das Rauschen vieler Wasser. Doch er bedroht sie, und sie
fliehen in die Ferne. Und sie werden gejagt wie Spreu auf den
Bergen vor dem Wind und wie die Raddistel vor dem Sturm. $17/14$
Zur Abendzeit, siehe da, [jhes] Erschrecken. Ehe es Morgen
wird, gibt es sie nicht mehr. Das ist das Geschick derer, die
uns plndern, und das Los derer, die uns berauben.

Drohendes Gericht ber Kusch.

\18\

$18/1$ Wehe, Land des Flgelgeschwirrs, jenseits der Strme von
Kusch, $18/2$ das Boten auf dem Meer entsendet und in
Papyruskhnen ber der Wasserflche! Geht hin, schnelle Boten,
zu der Nation, die hochgewachsen und blank ist, zu dem Volk, das
weit und breit gefrchtet ist, zu der Nation, die mit gespannter
Kraft [alles] zertritt, deren Land Strme durchschneiden! $18/3$
Ihr alle, Bewohner des Festlandes und die ihr auf der Erde
ansssig seid, wenn man ein Feldzeichen auf den Bergen
aufrichtet, seht hin! Und wenn man ins Horn stt, hrt hin!

$18/4$ Denn so hat der HERR zu mir gesprochen: Ich will mich
ruhig verhalten und will zuschauen an meiner Sttte, wie
flimmernde Glut bei Sonnenschein, wie Taugewlk in der
Ernteglut. $18/5$ Denn vor der Ernte, wenn die Blte vorbei ist
und die Blume zur reifenden Traube wird, wird er die Reben
abschneiden mit Winzermessern und die Ranken entfernen [und]
abreien. $18/6$ Sie werden allesamt den Raubvgeln der Berge
und den Tieren der Erde berlassen werden. Und die Raubvgel
werden den Sommer darauf zubringen, und alle Tiere der Erde
werden darauf berwintern.

$18/7$ In jener Zeit wird dem HERRN der Heerscharen ein Geschenk
dargebracht werden: von einem Volk, das hochgewachsen und blank
ist, und von einem Volk, das weit und breit gefrchtet ist, von
einer Nation, die mit gespannter Kraft alles zertritt, deren
Land Strme durchschneiden - zur Sttte des Namens des HERRN der
Heerscharen, zum Berg Zion.

Drohendes Gericht ber gypten.

Jer 46,2-26; Hes 29-32.



\19\

$19/1$ Ausspruch ber gypten.

Siehe, der HERR fhrt auf einer schnellen Wolke und kommt nach
gypten. Da beben die Gtzen gyptens vor ihm, und das Herz
gyptens zerschmilzt in seinem Innern. $19/2$ Und ich will
gypten gegen gypten aufstacheln, da sie kmpfen werden, jeder
gegen seinen Bruder und jeder gegen seinen Nchsten, Stadt gegen
Stadt, Knigreich gegen Knigreich. $19/3$ Dann wird der Geist
gyptens in seinem Innern verstrt werden, und seinen Ratschlag
will ich verwirren: da werden sie die Gtzen und die
Totenbeschwrer, die Totengeister und die Wahrsager befragen.
$19/4$ Und ich will gypten ausliefern in die Hand eines harten
Herrn. Und ein grausamer Knig wird ber sie herrschen, spricht
der Herr, der HERR der Heerscharen. - $19/5$ Und die Wasser
werden im Meer versiegen, und der Strom wird verdunsten und
austrocknen, $19/6$ und die Strme werden stinkend werden. Die
Kanle Mazors werden armselig werden und vertrocknen, Rohr und
Schilf werden schwarz werden. $19/7$ Die Binsen am Nil, an der
Mndung des Nil, und jedes Saatfeld am Nil verdorrt, wird
verweht und besteht nicht mehr. $19/8$ Da klagen die Fischer,
und es trauern alle, die die Angel in den Nil auswerfen. Und die
auf der Wasserflche das Netz ausbreiten, werden hinfllig.
$19/9$ Und zuschanden werden die, die Flachsstengel zu Gekmmtem
verarbeiten, und die Weber erbleichen. $19/10$ Und seine
Grundpfeiler sind zerschlagen. Alle, die um Lohn arbeiten, sind
[in ihrer] Seele betrbt. $19/11$ Lauter Toren sind die Obersten
von Zoan, die weisen Ratgeber des Pharao. [Ihr] Ratschlag hat
sich als dumm erwiesen. Wie sagt ihr zum Pharao: Ein Sohn der
Weisen bin ich, ein Sohn von Knigen der Vorzeit? $19/12$ Wo
sind sie denn, deine Weisen? Mgen sie dir doch verknden und
erkennen, was der HERR der Heerscharen ber gypten beschlossen
hat. $19/13$ Die Obersten von Zoan sind zu Toren geworden, die
Obersten von Nof sind betrogen. Die Anfhrer seiner Stmme haben
gypten zum Taumeln gebracht. $19/14$ Der HERR hat in seiner
Mitte einen Geist des Schwindels gebraut, da sie gypten zum
Taumeln gebracht haben in all seinem Tun, wie ein Trunkener
taumelt in seinem Erbrochenen. $19/15$ Und gypten wird keine
Tat [mehr] gelingen, die Kopf oder Schwanz, Palmzweig oder Binse
verrichten [wollen].

gypten und Assur mit Israel im zuknftigen Friedensreich

$19/16$ An jenem Tag werden die gypter wie Frauen sein. Sie
werden zittern und beben vor dem Schwingen der Hand des HERRN
der Heerscharen, die er gegen sie schwingen wird. $19/17$ Und
das Land Juda wird fr gypten zum Schrecken werden. So oft
jemand es bei den gyptern erwhnt, werden sie beben vor dem
Ratschlu des HERRN der Heerscharen, den er ber sie beschlossen
hat.

$19/18$ An jenem Tag werden fnf Stdte im Land gypten sein,
die die Sprache Kanaans reden und dem HERRN der Heerscharen
schwren werden. Eine wird Ir-Heres heien. $19/19$ An jenem Tag
wird mitten im Land gypten dem HERRN ein Altar [geweiht] sein
und ein Gedenkstein fr den HERRN nahe an seiner Grenze. $19/20$
Und er wird zu einem Zeichen und zu einem Zeugnis fr den HERRN
der Heerscharen im Land gypten werden: Wenn sie zum HERRN
schreien werden wegen der Unterdrcker, dann wird er ihnen einen
Retter senden; der wird den Streit fhren und sie erretten.
$19/21$ Und der HERR wird sich den gyptern zu erkennen geben,
und die gypter werden an jenem Tag den HERRN erkennen. Dann
werden sie dienen mit Schlachtopfern und Speisopfern und werden
dem HERRN Gelbde tun und sie erfllen. $19/22$ Und der HERR
wird die gypter schlagen, schlagen und heilen. Und sie werden
sich zum HERRN wenden, und er wird sich von ihnen erbitten
lassen und sie heilen.

$19/23$ An jenem Tag wird es eine Strae von gypten nach Assur
geben. Assur wird nach gypten und die gypter nach Assur
kommen, und die gypter werden mit Assur [dem HERRN] dienen.
$19/24$ An jenem Tag wird Israel der Dritte sein mit gypten und
mit Assur, ein Segen inmitten der Erde. $19/25$ Denn der HERR
der Heerscharen segnet es und spricht: Gesegnet sei gypten,
mein Volk, und Assur, meiner Hnde Werk, und Israel, mein
Erbteil!

Ankndigung des Sieges Assurs ber gypten und Kusch.

Hes 29-32.

\20\

$20/1$ In dem Jahr, in dem der Tartan nach Aschdod kam, als
Sargon, der Knig von Assur, ihn gesandt hatte und er gegen
Aschdod kmpfte und es einnahm, $20/2$ in dieser Zeit redete der
HERR durch Jesaja, den Sohn des Amoz: Geh und lse das Sacktuch
von deinen Hften und ziehe deine Sandalen von deinen Fen! Und
er tat es, ging nackt und barfu. $20/3$ Da sprach der HERR:
Ebenso wie mein Knecht Jesaja nackt und barfu gegangen ist,
drei Jahre lang als Zeichen und Wahrzeichen ber gypten und
ber Kusch, $20/4$ so wird der Knig von Assur die Gefangenen
gyptens und die Weggefhrten von Kusch wegtreiben, junge Mnner
und Greise, nackt und barfu und mit entbltem Ges, zur
Schande gyptens. $20/5$ Und sie werden schreckerfllt und
beschmt sein wegen Kuschs, ihrer Hoffnung, und wegen gyptens,
ihres Stolzes. $20/6$ Und die Bewohner dieses Kstenlandes
werden an jenem Tag sagen: Siehe, so ist es mit unserer
Hoffnung, zu der wir um Hilfe flohen, um vor dem Knig von Assur
gerettet zu werden! Wie sollten wir da entrinnen?

Weissagung der Verwstung Babels.

Kap. 13; 14; 47,1-15; Jer 50; 51.

\21\

$21/1$ Ausspruch ber die Wste des Meeres.

Wie Strme, wenn sie im Sden daherfahren, so kommt es aus der
Wste, aus einem furchtbaren Land. $21/2$ Ein hartes Gesicht
wurde mir kundgetan: Der Ruber raubt, und der Verwster
verwstet. Auf, Elam! Belagere, Medien! All ihrem Seufzen mache
ich ein Ende. $21/3$ Darum sind meine Hften voll Beben, Wehen
haben mich gepackt wie die Wehen einer Gebrenden. Ich krmme
mich, da ich nicht hren, bin bestrzt, da ich nicht sehen
kann. $21/4$ Mein Herz rast, Schauder hat mich berfallen. Die
Dmmerung, die ich liebe, hat er mir in Schrecken verwandelt.

$21/5$ Man rstet den Tisch, man ordnet die Polster, man it,
man trinkt: `Steht auf, ihr Obersten! Salbt den Schild! - $21/6$
Denn so hat der Herr zu mir gesprochen: Geh hin, stell einen
Spher auf! Was er sieht, soll er berichten. $21/7$ Und sieht er
einen Wagenzug, ein Pferdegespann, einen Zug Esel, einen Zug
Kamele, dann horche er gespannt auf, mit groer Aufmerksamkeit!
$21/8$ Da rief er [wie] ein Lwe: Auf der Turmwarte, o Herr,
stehe ich bestndig am Tag, und auf meinem Wachtposten stehe ich
bereit alle Nchte hindurch! $21/9$ Und siehe da, es kam ein
Wagenzug von Mnnern, ein Pferdegespann . . . Und er fing an und
sprach: Gefallen, gefallen ist Babel, und alle Gtzenbilder
seiner Gtter sind zu Boden geschmettert!

$21/10$ Du mein gedroschenes [Volk] und Sohn meiner Tenne! Was
ich vom HERRN der Heerscharen, dem Gott Israels, gehrt, habe
ich euch verkndigt.

Ausspruch ber Duma und Arabien.

Kap. 34,5-17; Jer 49,7-22; Hes 25,12-14; 35,1-15; Am 1,11.12;
Ob.

$21/11$ Ausspruch ber Duma.

Aus Seir ruft man mir zu: Wchter, wie weit ist es in der Nacht?
Wchter, wie weit in der Nacht? $21/12$ Der Wchter sagt: Der
Morgen ist gekommen, und [doch] ist auch [noch] Nacht. Wollt ihr
fragen, so fragt! Kommt noch einmal her!

Jer 49,28-33.

$21/13$ Ausspruch gegen Arabien.

In der Wildnis von Arabien mt ihr bernachten, Karawanen der
Dedaniter. $21/14$ Bringt dem Durstigen Wasser entgegen,
Bewohner des Landes Tema! Geht dem Flchtling entgegen mit Brot
fr ihn! $21/15$ Denn sie flohen vor den Schwertern, vor dem
gezckten Schwert, vor dem gespannten Bogen und vor der Wucht
des Krieges. $21/16$ Denn so hat der Herr zu mir gesprochen: In
noch einem Jahr, [hart] wie die Jahre eines Tagelhners, wird
alle Herrlichkeit Kedars verschwinden. $21/17$ Und die
briggebliebene Zahl der Bogen der Helden von den Shnen Kedar
wird gering sein. Denn der HERR, der Gott Israels, hat geredet.

