\15\

$15/1$ Und der HERR sprach zu mir: Selbst wenn Mose und Samuel
vor mir stnden, wrde [sich] meine Seele nicht zu diesem Volk
[wenden]. Treibe sie von meinem Angesicht weg, da sie
fortgehen. $15/2$ Und es soll geschehen, wenn sie zu dir sagen:
Wohin sollen wir gehen? - dann sage zu ihnen: So spricht der
HERR: Wer zum Tod [bestimmt ist, gehe] zum Tod; und wer zum
Schwert, zum Schwert; und wer zum Hunger, zum Hunger; und wer
zur Gefangenschaft, zur Gefangenschaft. $15/3$ Denn ich bestelle
ber sie vier Arten [von Verderben], spricht der HERR: das
Schwert zum Umbringen und die Hunde zum Herumzerren und die
Vgel des Himmels und die Tiere der Erde zum Fressen und zum
Vertilgen. $15/4$ Und ich will sie zum Entsetzen machen fr alle
Knigreiche der Erde um Manasses willen, des Sohnes Hiskias, des
Knigs von Juda, wegen [all] dessen, was er in Jerusalem getan
hat. - $15/5$ Denn wer wird mit dir Mitleid haben, Jerusalem,
und wer dir Beileid bekunden, und wer wird [bei dir] einkehren,
um nach deinem Wohlergehen zu fragen? $15/6$ Du hast mich
verworfen, spricht der HERR, du hast mir den Rcken zugekehrt.
So werde ich meine Hand gegen dich ausstrecken und dich zugrunde
richten. Ich bin es mde, Mitleid zu haben. $15/7$ Und ich werde
sie mit der Worfschaufel zu den Toren des Landes hinausworfeln.
Ich werde mein Volk kinderlos machen, es verloren geben. Sie
sind von ihren Wegen nicht umgekehrt. $15/8$ Ihre Witwen werden
mir zahlreicher sein als der Sand der Meere. Ich bringe ihnen
ber die Mutter am [hellen] Mittag einen Verwster, lasse
pltzlich Aufregung und Entsetzen auf sie fallen. $15/9$ Sie
welkt dahin, die [einst] sieben [Shne] gebar; sie haucht ihre
Seele aus. Ihre Sonne ist untergegangen, als es noch Tag war;
sie ist zuschanden und [in ihrer Hoffnung] getuscht worden. Den
berrest von ihnen werde ich dem Schwert ausliefern vor ihren
Feinden, spricht der HERR.

Jeremias Hadern mit Gott ber seine Aufgabe - Zurechtweisung
durch Gott.

$15/10$ Wehe mir, meine Mutter, da du mich geboren hast, einen
Mann des Streites und einen Mann des Zankes fr das ganze Land!
Ich habe weder verliehen, noch hat man mir geliehen; [dennoch]
fluchen mir alle. - $15/11$ Der HERR spricht: Wenn ich dich
nicht zum Guten strken, wenn ich nicht machen werde, da dich
der Feind zur Zeit des Unglcks und zur Zeit der Bedrngnis
anfleht! $15/12$ Kann man Eisen zerbrechen - Eisen aus dem
Norden - und Bronze zerbrechen? $15/13$ Dein Vermgen und deine
Schtze will ich zur Plnderung dahingeben ohne Kaufpreis, und
zwar wegen all deiner Snden, und [zwar] in deinem ganzen
Gebiet. $15/14$ Und ich werde deine Feinde in ein Land bringen
lassen, das du nicht kennst. Denn ein Feuer ist entbrannt in
meinem Zorn, ber euch wird es brennen.

$15/15$ HERR, du weit es ja. Denk an mich und nimm dich meiner
an und rche mich an meinen Verfolgern! Raffe mich nicht weg
nach deiner Langmut! Erkenne, da ich um deinetwillen Schmach
trage! $15/16$ Fanden sich Worte von dir, dann habe ich sie
gegessen, und deine Worte waren mir zur Wonne und zur Freude
meines Herzens; denn dein Name ist ber mir ausgerufen, HERR,
Gott der Heerscharen. $15/17$ Nie sa ich im Kreis der
Scherzenden und war frhlich. Wegen deiner Hand sa ich allein,
weil du mich mit [deinem] Grimm erfllt hast. $15/18$ Warum ist
mein Schmerz dauernd [da] und meine Wunde unheilbar? Sie will
nicht heilen. Ja, du bist fr mich wie ein trgerischer Bach,
wie Wasser, die nicht zuverlssig sind. - $15/19$ Darum, so
spricht der HERR: Wenn du umkehrst, will ich dich umkehren
lassen, da du vor mir stehst. Und wenn du Edles vorbringst und
nicht Gemeines absonderst, sollst du wie mein Mund sein. Sie
sollen zu dir umkehren, du aber sollst nicht zu ihnen umkehren.
$15/20$ Und ich werde dich fr dieses Volk zu einer festen,
ehernen Mauer machen, und sie werden gegen dich kmpfen, aber
dich nicht berwltigen; denn ich bin mit dir, um dich zu retten
und dich zu befreien, spricht der HERR. $15/21$ Und ich werde
dich aus der Hand der Bsen befreien und dich aus der Faust der
Gewaltttigen erlsen.

Jeremias Ehelosigkeit als Hinweis auf die angekndigte
Gefangenschaft des Volkes.

\16\

$16/1$ Und das Wort des HERRN geschah zu mir: $16/2$ Du sollst
dir keine Frau nehmen und weder Shne noch Tchter haben an
diesem Ort. $16/3$ Denn so spricht der HERR ber die Shne und
ber die Tchter, die an diesem Ort geboren werden, und ber
ihre Mtter, die sie gebren, und ber ihre Vter, die sie
zeugen in diesem Land: $16/4$ sie sollen an tdlichen
Krankheiten sterben, sie sollen nicht beklagt noch begraben
werden, zu Dnger auf der Flche des Erdbodens sollen sie
werden. Und durch Schwert und durch Hunger sollen sie umkommen,
und ihre Leichen sollen den Vgeln des Himmels und den Tieren
der Erde zum Fra dienen. $16/5$ Denn so spricht der HERR: Geh
nicht in ein Haus der Klage, geh nicht hin, um zu klagen, und
bekunde ihnen kein Beileid! Denn ich habe meinen Frieden von
diesem Volk weggenommen, spricht der HERR, die Gnade und das
Erbarmen. $16/6$ Groe und Kleine werden in diesem Land sterben,
ohne begraben zu werden. Und man wird nicht um sie trauern und
sich ihretwegen nicht ritzen und sich ihretwegen nicht kahl
scheren. $16/7$ Und man wird ihnen nicht [Brot] brechen bei der
Trauer, um jemanden wegen eines Toten zu trsten, noch wird man
sie den Becher des Trostes trinken lassen wegen jemandes Vater
und wegen jemandes Mutter. $16/8$ Auch in ein Haus, [in dem] ein
Gastmahl [stattfindet], sollst du nicht gehen, um bei ihnen zu
sitzen, zu essen und zu trinken. $16/9$ Denn so spricht der HERR
der Heerscharen, der Gott Israels: Siehe, ich werde an diesem
Ort vor euren Augen und in euren Tagen aufhren lassen die
Stimme der Wonne und die Stimme der Freude, die Stimme des
Brutigams und die Stimme der Braut.

V. 10-13: Kap. 9,11-15.

$16/10$ Und es soll geschehen, wenn du diesem Volk all diese
Worte verkndigst, und sie zu dir sagen: Warum hat der HERR all
dieses groe Unheil ber uns ausgesprochen? Was ist unsere
Schuld und was unsere Snde, die wir gegen den HERRN, unseren
Gott, begangen haben? - $16/11$ dann sollst du zu ihnen sagen:
Weil eure Vter mich verlassen haben, spricht der HERR, und
anderen Gttern nachgelaufen sind und ihnen gedient und sich vor
ihnen niedergeworfen, mich aber verlassen und mein Gesetz nicht
beachtet haben, $16/12$ und ihr es [noch] schlimmer getrieben
habt als eure Vter, - und siehe, ihr folgt ein jeder der
Verstocktheit seines bsen Herzens, ohne auf mich zu hren -:
$16/13$ so werde ich euch aus diesem Land wegschleudern in ein
Land, das ihr nicht kennt, weder ihr noch eure Vter. Dort
werdet ihr anderen Gttern dienen Tag und Nacht, weil ich euch
keine Gnade schenke.

$16/14$ Darum siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da wird man
nicht mehr sagen: So wahr der HERR lebt, der die Shne Israel
aus dem Land gypten heraufgefhrt hat! - $16/15$ sondern: So
wahr der HERR lebt, der die Shne Israel aus dem Land des
Nordens heraufgefhrt hat und aus all den Lndern, wohin er sie
vertrieben hatte! Und ich werde sie in ihr Land zurckbringen,
das ich ihren Vtern gegeben habe.

$16/16$ Siehe, ich will zu vielen Fischern senden, spricht der
HERR, die sollen sie fischen. Und danach will ich zu vielen
Jgern senden, die sollen sie jagen von jedem Berg und von jedem
Hgel und aus den Felsenklften. $16/17$ Denn meine Augen sind
auf alle ihre Wege [gerichtet]. Sie sind vor mir nicht
verborgen, und ihre Schuld ist nicht verhllt vor meinen Augen.
$16/18$ Doch zuerst will ich ihre Schuld und ihre Snde zweifach
vergelten, weil sie mein Land mit dem Aas ihrer abscheulichen
[Opfertiere] entweiht und mein Erbteil mit ihren Greueln erfllt
haben. $16/19$ HERR, meine Strke und mein Schutz und meine
Zuflucht am Tag der Bedrngnis! Zu dir werden Nationen kommen
von den Enden der Erde und sagen: Nur Lge haben unsere Vter
geerbt, Nichtigkeiten; und unter ihnen ist keiner, der etwas
ntzt. $16/20$ Kann [denn] ein Mensch sich Gtter machen? Das
sind doch keine Gtter! $16/21$ Darum siehe, ich werde sie zur
Erkenntnis bringen. Diesmal werde ich sie meine Hand und meine
Macht erkennen lassen; und sie werden erkennen, da mein Name
HERR ist.

Bestrafung Judas wegen Gtzendienst, wegen Vertrauen auf
Menschen und wegen Betrug.

\17\

$17/1$ Die Snde Judas ist geschrieben mit eisernem Griffel, mit
diamantener Spitze; sie ist eingegraben in die Tafel ihres
Herzens und an die Hrner eurer Altre. $17/2$ Wie an ihre
Kinder so denken sie an ihre Altre und ihre Ascherim bei den
grnen Bumen, auf den hohen Hgeln, $17/3$ [auf den] Bergen im
Gefilde. Dein Vermgen, alle deine Schtze werde ich zur
Plnderung preisgeben, [auch] deine Hhen, um der Snde willen,
[die] in deinem ganzen Gebiet [begangen wurde]. $17/4$ Und du
wirst, und zwar durch dich selbst, dein Erbteil loslassen
mssen, das ich dir gegeben habe, und ich werde dich zum Sklaven
deiner Feinde machen in einem Land, das du nicht kennst. Denn
ihr habt ein Feuer angezndet in meinem Zorn, es wird ewig
brennen.

$17/5$ So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der auf
Menschen vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht und dessen
Herz vom HERRN weicht! $17/6$ Er wird sein wie ein kahler
[Strauch] in der Steppe und nicht sehen, da Gutes kommt. Und an
drren Sttten in der Wste wird er wohnen, in einem salzigen
Land, [wo sonst] niemand wohnt. $17/7$ Gesegnet ist der Mann,
der auf den HERRN vertraut und dessen Vertrauen der HERR ist!
$17/8$ Er wird sein wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist
und am Bach seine Wurzeln ausstreckt und sich nicht frchtet,
wenn die Hitze kommt. Sein Laub ist grn, im Jahr der Drre ist
er unbekmmert, und er hrt nicht auf, Frucht zu tragen.

$17/9$ Trgerisch ist das Herz, mehr als alles, und unheilbar
ist es. Wer kennt sich mit ihm aus? $17/10$ Ich, der HERR, [bin
es], der das Herz erforscht und die Nieren prft, und zwar um
einem jeden zu geben nach seinen Wegen, nach der Frucht seiner
Taten. - $17/11$ [Wie] ein Rebhuhn, das brtet, ohne gelegt zu
haben, [so] ist, wer Reichtum erwirbt, aber nicht mit Recht: in
der Mitte seiner Tage mu er ihn lassen, und an seinem Ende wird
er ein Tor sein.

$17/12$ Thron der Herrlichkeit, erhaben von Anbeginn, Sttte
unseres Heiligtums! $17/13$ Hoffnung Israels, HERR! Alle, die
dich verlassen, werden zuschanden werden. - Und die von mir
abweichen, werden in die Erde geschrieben werden; denn sie haben
den HERRN, die Quelle lebendigen Wassers, verlassen.

$17/14$ Heile mich, HERR, so werde ich geheilt! Rette mich, so
werde ich gerettet! Denn du bist mein Ruhm. $17/15$ Siehe, sie
sagen zu mir: Wo ist das Wort des HERRN? Es soll doch kommen!
$17/16$ Ich aber habe mich dem Hirtendienst nicht entzogen und
habe den unheilvollen Tag nicht herbeigewnscht; du kennst es
ja. Was aus meinen Lippen hervorging, war vor deinem Angesicht.
$17/17$ Werde mir nicht zum Schrecken! Du bist [doch] meine
Zuflucht am Tag des Unglcks! $17/18$ La meine Verfolger
zuschanden werden, aber mich la nicht zuschanden werden! La
sie schreckerfllt sein, aber mich la nicht schreckerfllt
sein! Bringe ber sie den Tag des Unglcks, und mit doppelter
Zerschmetterung zerschmettere sie!

Verheiung im Blick auf Sabbatheiligung.

$17/19$ So spricht der HERR zu mir: Geh und stell dich in das
Tor der Shne des Volkes, durch das die Knige von Juda
einziehen und durch das sie ausziehen, und in alle Tore
Jerusalems $17/20$ und sage zu ihnen: Hrt das Wort des HERRN,
ihr Knige von Juda und ganz Juda und alle Bewohner von
Jerusalem, die ihr durch diese Tore einzieht! $17/21$ So spricht
der HERR: Htet euch bei eurem Leben, da ihr am Tag des Sabbats
keine Last tragt und durch die Tore Jerusalems hereinbringt!
$17/22$ Und ihr sollt am Tag des Sabbats keine Last aus euren
Husern herausbringen und sollt keinerlei Arbeit tun! Sondern
heiligt den Tag des Sabbats, wie ich euren Vtern geboten habe!
$17/23$ Aber sie haben nicht gehrt und ihr Ohr nicht geneigt,
[sondern] sie haben ihren Nacken verhrtet, um nicht zu hren
und keine Zucht anzunehmen. $17/24$ Und es wird geschehen, wenn
ihr wirklich auf mich hrt, spricht der HERR, so da ihr am Tag
des Sabbats keine Last durch die Tore dieser Stadt hereinbringt
und ihr den Tag des Sabbats heiligt, indem ihr keinerlei Arbeit
an ihm tut, $17/25$ dann werden durch die Tore dieser Stadt
Knige und Oberste einziehen, die auf dem Thron Davids sitzen,
mit Wagen und Pferden fahren, sie und ihre Obersten, die Mnner
von Juda und die Bewohner von Jerusalem; und diese Stadt wird
ewig bewohnt werden. $17/26$ Dann werden [Leute] kommen aus den
Stdten Judas und aus der Umgebung von Jerusalem, aus dem Land
Benjamin, aus der Niederung, vom Gebirge und aus dem Sden, die
Brandopfer, Schlachtopfer, Speisopfer und Weihrauch bringen und
die Lob[opfer] bringen in das Haus des HERRN. $17/27$ Wenn ihr
aber nicht auf mich hrt, den Tag des Sabbats heilig zu halten
und keine Last zu tragen und nicht durch die Tore Jerusalems
einzugehen am Tag des Sabbats, dann werde ich Feuer in seinen
Toren anznden, und es wird die Palste Jerusalems verzehren und
nicht verlschen.

Tpferarbeit als Sinnbild fr Gottes Handeln.

\18\

$18/1$ Das Wort, das durch den HERRN zu Jeremia geschah:

$18/2$ Mache dich auf und geh in das Haus des Tpfers hinab, und
dort werde ich dich mein Wort hren lassen! $18/3$ Und ich ging
in das Haus des Tpfers hinab, und siehe, er war [gerade] mit
einer Arbeit auf der Scheibe beschftigt. $18/4$ Und das Gef,
das er aus dem Ton machte, miriet in der Hand des Tpfers. Und
er machte wieder ein anderes Gef daraus, wie es in den Augen
des Tpfers recht war zu tun. $18/5$ Und das Wort des HERRN
geschah zu mir: $18/6$ Kann ich mit euch nicht ebenso verfahren
wie dieser Tpfer, Haus Israel? spricht der HERR. Siehe, wie der
Ton in der Hand des Tpfers so seid ihr in meiner Hand, Haus
Israel. $18/7$ Einmal rede ich ber ein Volk und ber ein
Knigreich, es ausreien, niederbrechen und zugrunde richten [zu
wollen]. $18/8$ Kehrt aber jenes Volk, ber das ich geredet
habe, von seiner Bosheit um, lasse ich mich des Unheils gereuen,
das ich ihm zu tun gedachte. $18/9$ Und ein anderes Mal rede ich
ber ein Volk und ber ein Knigreich, es bauen und pflanzen zu
wollen. $18/10$ Tut es aber, was in meinen Augen bse ist, indem
es auf meine Stimme nicht hrt, so lasse ich mich des Guten
gereuen, das ich ihm zu erweisen zugesagt habe.

$18/11$ Und nun rede zu den Mnnern von Juda und zu den
Bewohnern von Jerusalem und sage: So spricht der HERR: Siehe,
ich bereite ein Unglck gegen euch vor und plane einen Anschlag
gegen euch! Kehrt doch um, jeder von seinem bsen Weg, und
bessert eure Wege und eure Taten! $18/12$ Aber sie sagen: Es ist
umsonst. Wir wollen vielmehr unseren Gedanken nachgehen, und
jeder [kann nach] der Verstocktheit seines bsen Herzens
handeln. $18/13$ Darum, so spricht der HERR: Fragt doch unter
den Nationen! Wer hat je so etwas gehrt? Ganz Abscheuliches hat
die Jungfrau Israel getan. $18/14$ Schwindet wohl der Schnee des
Libanon vom Fels des Feldes? Oder versiegen weither kommende,
kalte, rieselnde Wasser? $18/15$ Aber mein Volk hat mich
vergessen. Den nichtigen Gtzen bringen sie Rauchopfer dar; und
die haben sie auf ihren Wegen hinstrzen lassen, [auf] den
Pfaden der Vorzeit, da sie Steige gehen, einen Weg, der nicht
gebahnt ist, $18/16$ damit sie ihr Land zum Entsetzen machen, zu
ewigem Gezisch: jeder, der daran vorberzieht, wird sich
entsetzen und den Kopf schtteln. $18/17$ Wie der Ostwind werde
ich sie vor dem Feind zerstreuen. Den Rcken und nicht das
Gesicht werde ich sie sehen lassen an dem Tag ihres Verderbens.

Anschlge gegen Jeremia - Sein Rachegebet.

$18/18$ Da sagten sie: Auf, lat uns Anschlge gegen Jeremia
planen! Denn nicht geht dem Priester das Gesetz verloren noch
der Rat dem Weisen, noch das Wort dem Propheten. Auf, wir wollen
ihn mit der Zunge schlagen und nicht achten auf all seine Worte!
- $18/19$ Achte du, HERR, auf mich und hre die Stimme meiner
Gegner! $18/20$ Soll Bses fr Gutes vergolten werden? Denn sie
haben meiner Seele eine Grube gegraben. Denke daran, da ich vor
dir gestanden habe, um Gutes ber sie zu reden, um deinen Zorn
von ihnen abzuwenden. $18/21$ Darum gib ihre Kinder dem Hunger
[preis] und berliefere sie der Gewalt des Schwertes, damit ihre
Frauen kinderlos und Witwen werden und ihre Mnner vom Tod
umgebracht, ihre jungen Mnner vom Schwert erschlagen werden im
Krieg! $18/22$ Geschrei soll man hren aus ihren Husern, wenn
du pltzlich Streifscharen ber sie bringst. Denn sie haben eine
Grube gegraben, um mich zu fangen, und meinen Fen haben sie
heimlich Fallen gestellt. $18/23$ Doch du, HERR, du kennst alle
ihre Mordanschlge gegen mich. Vergib nicht ihre Schuld und
lsche ihre Snde vor deinem Angesicht nicht aus, sondern
niedergestrzt sollen sie vor dir liegen! Zur Zeit deines Zornes
tu es ihnen an!

Das Zerbrechen eines Kruges als Sinnbild des kommenden Gerichts.

Hes 5,1-17.

\19\

$19/1$ So spricht der HERR: Geh und kauf einen vom Tpfer
[gemachten] Krug und nimm mit dir [einige] von den ltesten des
Volkes und von den ltesten der Priester! $19/2$ Und geh hinaus
in das Tal Ben-Hinnom, das vor dem Eingang des Scherbentores
[liegt], und rufe dort die Worte aus, die ich zu dir reden
werde, $19/3$ und sage: Hrt das Wort des HERRN, ihr Knige von
Juda und ihr Bewohner von Jerusalem! So spricht der HERR der
Heerscharen, der Gott Israels: Siehe, ich bringe Unheil ber
diesen Ort, da jedem, der es hrt, die Ohren gellen werden.
$19/4$ Darum, weil sie mich verlassen und [mir] diesen Ort
entfremdet und an ihm andern Gttern Rauchopfer dargebracht
haben, [Gttern], die sie nicht kennen, weder sie noch ihre
Vter, noch die Knige von Juda, und [weil] sie diesen Ort mit
dem Blut Unschuldiger angefllt haben $19/5$ und die Hhen des
Baal gebaut, um ihre Kinder als Brandopfer fr den Baal im Feuer
zu verbrennen, was ich nicht befohlen noch geredet habe und
[was] mir nicht in den Sinn gekommen ist: $19/6$ darum siehe,
Tage kommen, spricht der HERR, da dieser Ort nicht mehr Tofet
noch Tal Ben-Hinnom genannt werden wird, sondern Tal des
Schlachtens. $19/7$ Da werde ich den Plan von Juda und Jerusalem
vereiteln an diesem Ort und werde sie durchs Schwert fallen
lassen vor ihren Feinden und durch die Hand derer, die ihnen
nach ihrem Leben trachten. Und ich werde ihre Leichen den Vgeln
des Himmels und den Tieren der Erde zum Fra geben. $19/8$ Und
ich werde diese Stadt zum Entsetzen und zum Gezisch machen:
jeder, der an ihr vorbergeht, wird sich entsetzen und zischen
ber all ihre Plagen. $19/9$ Und ich werde sie das Fleisch ihrer
Shne und das Fleisch ihrer Tchter essen lassen, und sie sollen
einer das Fleisch des anderen essen whrend der Belagerung und
der Bedrngnis, mit der ihre Feinde und die nach ihrem Leben
trachten sie bedrngen werden.

$19/10$ Und du sollst den Krug vor den Augen der Mnner
zerbrechen, die mit dir gegangen sind, $19/11$ und zu ihnen
sagen: So spricht der HERR der Heerscharen: Ebenso werde ich
dieses Volk und diese Stadt zerbrechen, wie man ein Gef des
Tpfers zerbricht, das nicht wiederhergestellt werden kann. Und
man wird im Tofet begraben, weil kein Platz zum Begraben [mehr
da ist]. $19/12$ Ebenso werde ich mit diesem Ort verfahren,
spricht der HERR, und seinen Bewohnern, um diese Stadt dem Tofet
gleich zu machen. $19/13$ Und die Huser von Jerusalem und die
Huser der Knige von Juda sollen unrein werden wie der Ort
Tofet: all die Huser, auf deren Dchern sie dem ganzen Heer des
Himmels Rauchopfer dargebracht und andern Gttern Trankopfer
gespendet haben.

Jeremias Gerichtsankndigung und seine Mihandlung - Die inneren
Kmpfe des Propheten.

$19/14$ Und Jeremia kam vom Tofet, wohin ihn der HERR gesandt
hatte zu weissagen, und er trat in den Vorhof des Hauses des
HERRN und sprach zum ganzen Volk: $19/15$ So spricht der HERR
der Heerscharen, der Gott Israels: Siehe, ich will ber diese
Stadt und ber alle ihre Stdte all das Unheil bringen, das ich
ber sie geredet habe. Denn sie haben ihren Nacken verhrtet, um
meine Worte nicht zu hren.

\20\

$20/1$ Und als der Priester Paschhur, der Sohn des Immer - er
war Oberaufseher im Haus des HERRN -, Jeremia diese Worte
weissagen hrte, $20/2$ da schlug Paschhur den Propheten Jeremia
und legte ihn in den Block im oberen Tor Benjamin, das am Haus
des HERRN ist. $20/3$ Und es geschah am folgenden Tag, als
Paschhur Jeremia aus dem Block herausholen lie, sagte Jeremia
zu ihm: Nicht Paschhur nennt der HERR deinen Namen, sondern
Magor-Missabib. $20/4$ Denn so spricht der HERR: Siehe, ich
mache dich zum Schrecken fr dich selbst und [fr] all deine
Freunde. Sie sollen durch das Schwert ihrer Feinde fallen, und
deine Augen werden es sehen. Und ich werde ganz Juda in die Hand
des Knigs von Babel geben, damit er sie nach Babel gefangen
wegfhrt und sie mit dem Schwert erschlgt. $20/5$ Und ich werde
den ganzen Reichtum dieser Stadt dahingeben und all ihren Erwerb
und alle ihre Kostbarkeiten. Und alle Schtze der Knige von
Juda werde ich in die Hand ihrer Feinde geben. Und sie werden
sie plndern und wegnehmen und nach Babel bringen. $20/6$ Und
du, Paschhur, und alle Bewohner deines Hauses, ihr werdet in die
Gefangenschaft gehen. Und du wirst nach Babel kommen und dort
sterben und dort begraben werden, du und alle deine Freunde,
denen du falsch geweissagt hast. -

$20/7$ HERR, du hast mich betrt, und ich habe mich betren
lassen. Du hast mich ergriffen und berwltigt. Ich bin zum
Gelchter geworden den ganzen Tag, jeder spottet ber mich.
$20/8$ Denn sooft ich rede, mu ich schreien, `Gewalttat und
`Zerstrung rufen; denn das Wort des HERRN ist mir zur
Verhhnung und zur Verspottung geworden den ganzen Tag. $20/9$
Und sage ich: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr
in seinem Namen reden, so ist es in meinem Herzen wie brennendes
Feuer, eingeschlossen in meinen Gebeinen. Und ich habe mich
[vergeblich] abgemht, es [weiter] auszuhalten, ich kann nicht
[mehr]! $20/10$ Denn ich habe das Gerede von vielen gehrt:
Schrecken ringsum! Zeigt [ihn] an! Wir wollen ihn anzeigen! Alle
meine Freunde lauern auf meinen Fall: Vielleicht lt er sich
verleiten, so da wir ihn berwltigen und unsere Rache an ihm
nehmen knnen. $20/11$ Aber der HERR ist mit mir wie ein
gewaltiger Held, darum werden meine Verfolger hinstrzen und
[mich] nicht berwltigen. Sie werden vllig zuschanden werden,
weil sie nicht verstndig gehandelt haben: eine ewige Schande,
die nicht vergessen wird. $20/12$ Und du, HERR der Heerscharen,
der du den Gerechten prfst, Nieren und Herz siehst, la mich
deine Rache an ihnen sehen! Denn dir habe ich meine Rechtssache
anvertraut. $20/13$ Singt dem HERRN, lobt den HERRN! Denn er hat
die Seele des Armen errettet aus der Hand der beltter.

$20/14$ Verflucht sei der Tag, an dem ich geboren wurde; der
Tag, an dem meine Mutter mich gebar, sei nicht gesegnet! $20/15$
Verflucht sei der Mann, der meinem Vater die frohe Botschaft
brachte und sagte: `Ein Sohn ist dir geboren, [und] der ihn
[damit] hoch erfreute! $20/16$ Dieser Mann werde den Stdten
gleich, die der HERR umgekehrt hat, ohne es zu bereuen! Und er
hre Geschrei am Morgen und Kriegsgeschrei zur Mittagszeit
$20/17$ weil er mich im Mutterleib nicht [schon] gettet hat, so
da meine Mutter mir zu meinem Grab geworden und ihr Leib ewig
schwanger geblieben wre! $20/18$ Wozu nur bin ich aus dem
Mutterleib hervorgekommen? Um Mhsal und Kummer zu sehen? Und
da meine Tage in Schande vergehen? -

Ankndigung der Eroberung Jerusalems an den Knig Zedekia.

\21\

$21/1$ Das Wort, das von dem HERRN zu Jeremia geschah, als der
Knig Zedekia Paschhur, den Sohn des Malkija, und den Priester
Zefanja, den Sohn des Maaseja, zu ihm sandte und [ihm] sagen
lie: $21/2$ Befrage doch den HERRN fr uns, denn Nebukadnezar,
der Knig von Babel, fhrt Krieg gegen uns! Vielleicht wird der
HERR [so] an uns handeln wie [bei] all seinen [frheren]
Wundern, so da er von uns abzieht.

$21/3$ Da sprach Jeremia zu ihnen: So sollt ihr zu Zedekia
sagen: $21/4$ So spricht der HERR, der Gott Israels: Siehe, ich
will die Kriegswaffen umwenden, die in eurer Hand sind, mit
denen ihr auerhalb der Mauer gegen den Knig von Babel und
gegen die Chalder kmpft, die euch belagern, und will sie ins
Innere dieser Stadt hereinziehen. $21/5$ Und ich selbst werde
gegen euch kmpfen mit ausgestreckter Hand und mit starkem Arm
und mit Zorn und mit Grimm und mit groer Wut. $21/6$ Und ich
werde die Bewohner dieser Stadt schlagen, sowohl Menschen als
Vieh. An einer groen Pest sollen sie sterben. $21/7$ Und
danach, spricht der HERR, werde ich Zedekia, den Knig von Juda,
und seine Hofbeamten und das Volk, und zwar die, die in dieser
Stadt von der Pest, vom Schwert und vom Hunger briggeblieben
sind, in die Hand Nebukadnezars, des Knigs von Babel, geben und
in die Hand ihrer Feinde und in die Hand derer, die nach ihrem
Leben trachten. Und er wird sie schlagen mit der Schrfe des
Schwertes, er wird sie nicht verschonen noch Mitleid haben, noch
sich erbarmen.

$21/8$ Und zu diesem Volk sollst du sagen: So spricht der HERR:
Siehe, ich lege euch den Weg des Lebens vor und den Weg des
Todes. $21/9$ Wer in dieser Stadt bleibt, wird sterben durch das
Schwert und durch den Hunger und durch die Pest. Wer aber
hinausgeht und zu den Chaldern, die euch belagern, berluft,
wird leben und seine Seele als Beute haben. $21/10$ Denn ich
habe mein Angesicht gegen diese Stadt gerichtet zum Bsen und
nicht zum Guten, spricht der HERR. Sie wird in die Hand des
Knigs von Babel gegeben werden, und er wird sie mit Feuer
verbrennen. Gerichtsankndigung gegen die letzten Knige von
Juda wegen ihrer ungerechten Regierung

$21/11$ Und zum Haus des Knigs von Juda [sollst du sagen]: Hrt
das Wort des HERRN! $21/12$ Haus David, so spricht der HERR:
Haltet jeden Morgen Gericht und befreit den Beraubten aus der
Hand des Bedrckers, damit mein Grimm nicht ausbricht wie ein
Feuer und unauslschlich brennt wegen der Bosheit eurer Taten!

$21/13$ Siehe, ich will an dich, die du ber dem Tal thronst,
ber dem Felsen der Ebene, spricht der HERR, - die ihr sagt: Wer
wird gegen uns hinabziehen, und wer wird in unsere Wohnungen
kommen? $21/14$ Und ich will euch heimsuchen nach der Frucht
eurer Taten, spricht der HERR. Und ich will in ihrem Wald ein
Feuer anznden, da es alles um sie herum frit.

\22\

$22/1$ So sprach der HERR: Geh hinab in das Haus des Knigs von
Juda und rede dort dieses Wort $22/2$ und sage: Hre das Wort
des HERRN, Knig von Juda, der du auf dem Thron Davids sitzt, du
und deine Knechte und dein Volk, die ihr durch diese Tore
einzieht! $22/3$ So spricht der HERR: bt Recht und
Gerechtigkeit und befreit den Beraubten aus der Hand des
Unterdrckers! Und den Fremden, die Waise und die Witwe
unterdrckt [und] vergewaltigt nicht und vergiet nicht
unschuldiges Blut an diesem Ort! $22/4$ Denn wenn ihr dieses
Wort wirklich tut, werden durch die Tore dieses Hauses Knige
einziehen, die auf dem Thron Davids sitzen, die mit Wagen und
Pferden fahren, er und seine Knechte und sein Volk. $22/5$ Wenn
ihr aber nicht auf diese Worte hrt, soll dieses Haus - ich habe
es bei mir geschworen, spricht der HERR - zur Trmmersttte
werden. $22/6$ Denn so spricht der HERR ber das Haus des Knigs
von Juda: [Wie] Gilead warst du mir, [wie der] Gipfel des
Libanon. Wenn ich dich nicht zur Wste mache, zu unbewohnten
Stdten! $22/7$ Und ich werde Verderber gegen dich heiligen,
jeden mit seinen Waffen, und sie werden deine auserlesenen
Zedern umhauen und ins Feuer werfen. $22/8$ Und viele Nationen
werden an dieser Stadt vorberziehen, und sie werden zueinander
sagen: Warum hat der HERR das an dieser groen Stadt getan?
$22/9$ Und man wird sagen: Weil sie den Bund des HERRN, ihres
Gottes, verlassen und sich vor anderen Gttern niedergeworfen
und ihnen gedient haben.

$22/10$ Weint nicht um einen Toten und klagt nicht um ihn! Weint
vielmehr um den, der fortgeht, denn er wird nicht mehr
zurckkehren und das Land seiner Geburt [nicht mehr] sehen.
$22/11$ Denn so spricht der HERR ber Schallum, den Sohn des
Josia, den Knig von Juda, der anstelle seines Vaters Josia
Knig wurde [und] der von diesem Ort weggegangen ist: Er wird
nicht mehr hierher zurckkehren. $22/12$ Sondern an dem Ort,
wohin sie ihn gefangen weggefhrt haben, dort wird er sterben,
und dieses Land wird er nicht mehr sehen.

$22/13$ Wehe dem, der sein Haus mit Ungerechtigkeit baut und
seine Obergemcher mit Unrecht, der seinen Nchsten umsonst
arbeiten lt und ihm seinen Lohn nicht gibt, $22/14$ der sagt:
`Ich will mir ein gerumiges Haus bauen und luftige
Obergemcher, und er bricht sich Fenster aus und tfelt [es] mit
Zedernholz, und er streicht [es] mit roter Farbe an. $22/15$
Bist du [dadurch] Knig, da du in Zedernholz[bauten]
wetteiferst? Hat dein Vater nicht [auch] gegessen und getrunken
und [trotzdem] Recht und Gerechtigkeit gebt? Ging es ihm damals
nicht gut? $22/16$ Er hat dem Elenden und dem Armen zum Recht
verholfen. Darum [ging es ihm] gut. Heit das nicht mich
erkennen? spricht der HERR. $22/17$ Doch deine Augen und dein
Herz sind auf nichts [gerichtet] als auf deinen [ungerechten]
Gewinn und auf das Blut des Unschuldigen, es zu vergieen, und
auf Unterdrckung und Erpressung, sie zu verben. $22/18$ Darum,
so spricht der HERR ber Jojakim, den Sohn des Josia, den Knig
von Juda: Man wird nicht um ihn klagen: `Wehe, mein Bruder! und:
`Wehe, Schwester! Man wird nicht um ihn klagen: `Wehe, Herr!
und: `Wehe, seine Majestt! $22/19$ Ein Eselsbegrbnis wird er
erhalten: man wird ihn fortschleifen und wegwerfen, weit weg vom
Tore Jerusalems.

$22/20$ Steige auf den Libanon und schreie und erhebe deine
Stimme auf dem [Gebirge] Basan und schreie vom Abarim her! Denn
zerschmettert sind all deine Liebhaber. $22/21$ Ich redete zu
dir [in den Tagen] deines Wohlergehens. Du [aber] sagtest: Ich
will nicht hren. Das war dein Weg von deiner Jugend an, da du
auf meine Stimme nicht hrtest. $22/22$ All deine Hirten wird
der Wind weiden, und deine Liebhaber werden in die
Gefangenschaft gehen. Ja, dann wirst du beschmt und zuschanden
werden wegen all deiner Bosheit. $22/23$ Die du auf dem Libanon
wohnst und auf den Zedern nistest, wie erbarmungswrdig wirst du
sein, wenn Geburtsschmerzen ber dich kommen, Wehen wie bei der
Gebrenden!

2K 24,8-17; 2Chr 36,9.10.

$22/24$ So wahr ich lebe, spricht der HERR, wenn auch Konja, der
Sohn Jojakims, der Knig von Juda, ein Siegelring an meiner
rechten Hand wre, wrde ich dich doch von dort wegreien.
$22/25$ Und ich werde dich in die Hand derer geben, die nach
deinem Leben trachten, und in die Hand derer, vor denen du dich
frchtest, und in die Hand Nebukadnezars, des Knigs von Babel,
und in die Hand der Chalder. $22/26$ Und ich werde dich und
deine Mutter, die dich geboren hat, in ein anderes Land
schleudern, wo ihr nicht geboren seid. Dort werdet ihr sterben.
$22/27$ In das Land aber, in das zurckzukehren sie Verlangen
tragen, dorthin werden sie nicht zurckkehren.

$22/28$ Ist denn dieser Mann Konja ein verachtetes Gef zum
Zertrmmern oder ein Gert, an dem niemand Gefallen hat? Warum
wurden sie weggeschleudert, er und seine Nachkommen, und in ein
Land geworfen, das sie nicht kannten? - $22/29$ O Land, Land,
Land, hre das Wort des HERRN! $22/30$ So spricht der HERR:
Schreibt diesen Mann auf als kinderlos, als einen Mann, dem
nichts gelingt in seinen Tagen! Denn von seinen Nachkommen wird
es nicht einem gelingen, auf dem Thron Davids zu sitzen und
weiterhin ber Juda zu herrschen.

Weheruf ber die falschen Hirten - Verheiung eines gerechten
Knigs.

V. 1.2: Hes 34,1-10; Sach 11,15-17.

\23\

$23/1$ Wehe den Hirten, die die Schafe meiner Weide zugrunde
richten und zerstreuen! spricht der HERR. $23/2$ Darum, so
spricht der HERR, der Gott Israels, ber die Hirten, die mein
Volk weiden: Ihr habt meine Schafe zerstreut und sie vertrieben
und habt nicht nach ihnen gesehen. Siehe, ich werde die Bosheit
eurer Taten an euch heimsuchen, spricht der HERR.

V. 3.4: Hes 34,11-19.

$23/3$ Und ich selbst werde den berrest meiner Schafe sammeln
aus all den Lndern, wohin ich sie vertrieben habe. Und ich
werde sie auf ihre Weidepltze zurckbringen. Da werden sie
fruchtbar sein und sich mehren. $23/4$ Und ich werde Hirten ber
sie erwecken, die werden sie weiden. Und sie sollen sich nicht
mehr frchten und nicht erschrecken noch vermit werden, spricht
der HERR.

$23/5$ Siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da werde ich dem
David einen gerechten Spro erwecken. Der wird als Knig
regieren und verstndig handeln und Recht und Gerechtigkeit im
Land ben. $23/6$ In seinen Tagen wird Juda gerettet werden und
Israel in Sicherheit wohnen. Und dies wird sein Name sein, mit
dem man ihn nennen wird: Der HERR, unsere Gerechtigkeit. $23/7$
Darum siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da wird man nicht
mehr sagen: So wahr der HERR lebt, der die Shne Israel aus dem
Land gypten heraufgefhrt hat! - $23/8$ sondern: So wahr der
HERR lebt, der die Nachkommen des Hauses Israel heraufgefhrt
und sie gebracht hat aus dem Land des Nordens und aus all den
Lndern, wohin ich sie vertrieben hatte! Und sie sollen in ihrem
Land wohnen.

Aussprche ber die falschen Propheten.

V. 9-32: Hes 13,3-16.

$23/9$ ber die Propheten: Gebrochen ist mein Herz in meinem
Innern, es zittern alle meine Gebeine. Ich bin wie ein
Betrunkener und wie ein Mann, den der Wein berwltigt hat, vor
dem HERRN und wegen seiner heiligen Worte. $23/10$ Denn das Land
ist voll von Ehebrechern - denn wegen des Fluches vertrocknet
das Land, verdorren die Weidepltze der Steppe -, und ihr Lauf
ist Bosheit, und ihre Strke ist Unrecht. $23/11$ Ja, selbst
Propheten und Priester sind ruchlos. Sogar in meinem Haus habe
ich ihre Bosheit gefunden, spricht der HERR. $23/12$ Darum wird
ihnen ihr Weg sein wie schlpfrige [Stellen, ein Weg,] auf dem
sie in der Dunkelheit gestoen werden und fallen; denn ich
bringe Unheil ber sie, das Jahr ihrer Heimsuchung, spricht der
HERR.

$23/13$ Auch bei den Propheten Samarias habe ich Anstiges
gesehen: sie traten im [Namen des] Baal als Propheten auf und
fhrten mein Volk Israel irre. $23/14$ Aber bei den Propheten
Jerusalems habe ich Schauderhaftes gesehen: Ehebrechen und in
der Lge leben! Und sie strken [dabei noch] die Hnde der
beltter, damit sie nicht umkehren, jeder von seiner Bosheit.
Sie alle sind fr mich wie Sodom und seine Bewohner wie Gomorra.
$23/15$ Darum, so spricht der HERR der Heerscharen ber die
Propheten: Siehe, ich will sie mit Wermut speisen und sie mit
giftigem Wasser trnken; denn von den Propheten Jerusalems ist
Ruchlosigkeit ausgegangen ber das ganze Land.

$23/16$ So spricht der HERR der Heerscharen: Hrt nicht auf die
Worte der Propheten, die euch weissagen. Sie tuschen euch, das
Gesicht ihres Herzens reden sie, nichts [aber] aus dem Mund des
HERRN. $23/17$ Sie sagen stets zu denen, die mich verworfen
haben: `Der HERR hat geredet: Ihr werdet Frieden haben, und zu
jedem, der in der Verstocktheit seines Herzens lebt, sagen sie:
`Kein Unglck wird ber euch kommen. $23/18$ Denn wer hat im Rat
des HERRN gestanden, da er sein Wort gesehen und gehrt htte?
Wer hat auf sein Wort gelauscht und gehrt? $23/19$ Siehe, ein
Sturmwind des HERRN, [sein] Grimm, ist hervorgebrochen, ein
wirbelnder Sturmwind. Auf den Kopf der Gottlosen wirbelt er
herab. $23/20$ Nicht wendet sich der Zorn des HERRN, bis er
getan und bis er ausgefhrt hat die Plne seines Herzens. Am
Ende der Tage werdet ihr das voll verstehen.

$23/21$ Ich habe die Propheten nicht gesandt, und doch sind sie
gelaufen. Ich habe nicht zu ihnen geredet, und doch haben sie
geweissagt. $23/22$ Htten sie aber in meinem Rat gestanden,
dann wrden sie mein Volk meine Worte hren lassen und es
abbringen von seinem bsen Weg und von der Bosheit seiner Taten.

$23/23$ Bin ich [nur] ein Gott aus der Nhe, spricht der HERR,
und nicht [auch] ein Gott aus der Ferne? $23/24$ Oder kann sich
jemand in Schlupfwinkeln verbergen, und ich, ich she ihn nicht?
spricht der HERR. Bin ich es nicht, der den Himmel und die Erde
erfllt? spricht der HERR. $23/25$ Ich habe gehrt, was die
Propheten sagen, die in meinem Namen Lge weissagen und
sprechen: Mir trumte, mir trumte! $23/26$ Wie lange [noch]?
Haben die Propheten [etwa] im Sinn - sie, die Lge weissagen und
Propheten des Truges ihres Herzens sind -, $23/27$ beabsichtigen
sie [etwa], meinen Namen bei meinem Volk in Vergessenheit zu
bringen durch ihre Trume, die sie einer dem anderen erzhlen,
so wie ihre Vter meinen Namen ber dem Baal vergaen? $23/28$
Der Prophet, der einen Traum hat, erzhle den Traum! Wer aber
mein Wort hat, rede mein Wort in Wahrheit! Was hat das Stroh mit
dem Korn gemeinsam? spricht der HERR. $23/29$ Ist mein Wort
nicht brennend wie Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer,
der Felsen zerschmettert? $23/30$ Darum siehe, ich will an die
Propheten, spricht der HERR, die einer vom anderen meine Worte
stehlen. $23/31$ Siehe, ich will an die Propheten, spricht der
HERR, die ihre [eigene] Zunge nehmen und sprechen: Ausspruch
[des HERRN]. $23/32$ Siehe, ich will an die, die Lgentrume
weissagen, spricht der HERR, und die sie erzhlen und mein Volk
irrefhren mit ihren Lgen und mit ihrer Flunkerei! Ich aber,
ich habe sie nicht gesandt und ihnen nichts befohlen. Sie ntzen
diesem Volk gar nichts, spricht der HERR.

Hes 12,21-25.

$23/33$ Und wenn dieses Volk oder ein Prophet oder ein Priester
dich fragt: Was ist die Last des HERRN? - dann sage zu ihnen:
Ihr seid die Last! Aber ich werde euch abwerfen, spricht der
HERR. $23/34$ Und der Prophet und der Priester und das Volk, die
sagen: `Last des HERRN, einen solchen Mann und sein Haus werde
ich heimsuchen. $23/35$ So sollt ihr sagen, jeder zu seinem
Nchsten und jeder zu seinem Bruder: Was hat der HERR
geantwortet? oder: Was hat der HERR geredet? $23/36$ Aber das
Wort `Last des HERRN sollt ihr nicht mehr erwhnen, denn die
Last wird fr jeden sein [eigenes] Wort sein. Denn ihr verdreht
die Worte des lebendigen Gottes, des HERRN der Heerscharen,
unseres Gottes. $23/37$ So sollst du zum Propheten sagen: Was
hat der HERR dir geantwortet? oder: Was hat der HERR geredet?
$23/38$ Wenn ihr aber sagt: `Last des HERRN, - darum, so spricht
der HERR: Weil ihr dieses Wort sagt: `Last des HERRN, obwohl ich
euch habe ausrichten lassen: Ihr sollt nicht sagen: `Last des
HERRN, - $23/39$ darum, siehe, ich werde euch ganz vergessen und
euch und die Stadt, die ich euch und euren Vtern gegeben habe,
von meinem Angesicht verwerfen. $23/40$ Und ich werde ewige
Schmach auf euch legen und ewige Schande, die nicht vergessen
wird.

Das Gesicht von den beiden Feigenkrben und seine Bedeutung.

\24\

$24/1$ Der HERR lie mich sehen - und siehe, zwei Krbe Feigen
waren vor dem Tempel des HERRN aufgestellt -, nachdem
Nebukadnezar, der Knig von Babel, Jechonja, den Sohn Jojakims,
den Knig von Juda, und die Obersten von Juda und die Schmiede
und die Schlosser aus Jerusalem gefangen weggefhrt und sie nach
Babel gebracht hatte. $24/2$ Der eine Korb [enthielt] sehr gute
Feigen wie die Frhfeigen und der andere Korb sehr schlechte
Feigen, die vor Schlechtigkeit nicht [mehr] gegessen werden
konnten. $24/3$ Und der HERR sprach zu mir: Was siehst du,
Jeremia? Ich sagte: Feigen; die guten Feigen sind sehr gut und
die schlechten sehr schlecht, so da sie vor Schlechtigkeit
nicht gegessen werden knnen.

$24/4$ Da geschah das Wort des HERRN zu mir: $24/5$ So spricht
der HERR, der Gott Israels: Wie diese guten Feigen, so sehe ich
die Weggefhrten von Juda zum Guten an, die ich von diesem Ort
in das Land der Chalder weggeschickt habe. $24/6$ Ich richte
mein Auge auf sie zum Guten und bringe sie in dieses Land
zurck. Ich baue sie auf und breche nicht ab, pflanze sie ein
und reie nicht aus. $24/7$ Und ich gebe ihnen ein Herz, mich zu
erkennen, da ich der HERR bin. Und sie werden mein Volk sein,
und ich werde ihr Gott sein; denn sie werden mit ihrem ganzen
Herzen zu mir umkehren. - $24/8$ Aber wie die schlechten Feigen,
die vor Schlechtigkeit nicht gegessen werden knnen, - ja, so
spricht der HERR - so mache ich Zedekia, den Knig von Juda, und
seine Obersten und den berrest von Jerusalem, die, die in
diesem Land briggeblieben sind, sowie die, die sich im Land
gypten niedergelassen haben. $24/9$ Und ich mache sie zum
Entsetzen, zum Unglck fr alle Knigreiche der Erde, zur
Schmach und zum Sprichwort, zur Spottrede und zum Fluch an allen
Orten, wohin ich sie vertreibe. $24/10$ Und ich sende das
Schwert, den Hunger und die Pest unter sie, bis sie ausgerottet
sind aus dem Land, das ich ihnen und ihren Vtern gegeben habe.

Gerichtsdrohung an Juda, an Babel und andere Vlker.

V. 1-11: Kap. 7,1-34.

\25\

$25/1$ Das Wort, das zu Jeremia geschah ber das ganze Volk Juda
im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Knigs von
Juda, das ist das erste Jahr Nebukadnezars, des Knigs von
Babel, $25/2$ das der Prophet Jeremia zum ganzen Volk Juda und
zu allen Bewohnern von Jerusalem redete:

$25/3$ Vom dreizehnten Jahr Josias, des Sohnes Amons, des Knigs
von Juda, bis auf diesen Tag, jetzt schon 23 Jahre, ist das Wort
des HERRN zu mir geschehen. Und ich habe zu euch geredet, frh
mich aufmachend und redend, aber ihr habt nicht gehrt. $25/4$
Und der HERR hat all seine Knechte, die Propheten, zu euch
gesandt, frh sich aufmachend und sendend. Aber ihr habt nicht
gehrt und habt eure Ohren nicht geneigt, um zu hren, $25/5$
wenn er sprach: Kehrt doch um, jeder von seinem bsen Weg und
von der Bosheit eurer Taten, dann sollt ihr in dem Land, das der
HERR euch und euren Vtern gegeben hat, wohnen von Ewigkeit zu
Ewigkeit! $25/6$ Und lauft nicht anderen Gttern nach, um ihnen
zu dienen und euch vor ihnen niederzuwerfen! Und reizt mich
nicht durch das Tun eurer Hnde, da ich euch nicht Bses antue!
$25/7$ Aber ihr habt nicht auf mich gehrt, spricht der HERR, um
mich durch das Tun eurer Hnde zu reizen, euch zum Unheil.
$25/8$ Darum, so spricht der HERR der Heerscharen: Weil ihr auf
meine Worte nicht gehrt habt, $25/9$ siehe, so sende ich hin
und hole alle Geschlechter des Nordens, spricht der HERR, und zu
meinem Knecht Nebukadnezar, dem Knig von Babel, und lasse sie
ber dieses Land kommen und ber seine Bewohner und ber all
diese Nationen ringsum. Und ich vollstrecke an ihnen den Bann
und mache sie zum Entsetzen, zum Gezisch und zu ewigen
Trmmersttten. $25/10$ Und ich lasse unter ihnen verlorengehen
die Stimme der Wonne und die Stimme der Freude, die Stimme des
Brutigams und die Stimme der Braut, das Gerusch der Mhlen und
das Licht der Lampe. $25/11$ Und dieses ganze Land wird zur
Trmmersttte, zur Wste werden; und diese Nationen werden dem
Knig von Babel dienen siebzig Jahre lang.

$25/12$ Und es wird geschehen, wenn siebzig Jahre voll sind,
suche ich am Knig von Babel und an diesem Volk ihre Schuld
heim, spricht der HERR, und am Land der Chalder; und ich mache
es zu ewigen Einden. $25/13$ Und ich lasse ber dieses Land
alle meine Worte kommen, die ich ber es geredet habe: alles,
was in diesem Buch geschrieben steht, was Jeremia ber alle
Nationen geweissagt hat. $25/14$ Denn viele Nationen und groe
Knige werden auch sie dienstbar machen. So vergelte ich ihnen
nach ihrem Tun und nach dem Werk ihrer Hnde.

$25/15$ Ja, so hat der HERR, der Gott Israels, zu mir
gesprochen: Nimm diesen Becher Zornwein aus meiner Hand und gib
ihn all den Nationen zu trinken, zu denen ich dich sende,
$25/16$ damit sie trinken und taumeln und sich wie toll
auffhren wegen des Schwertes, das ich unter sie sende! -
$25/17$ Da nahm ich den Becher aus der Hand des HERRN und lie
all die Nationen trinken, zu denen der HERR mich gesandt hatte:
$25/18$ Jerusalem und die Stdte von Juda und ihre Knige, ihre
Obersten, um sie zur Trmmersttte, zum Entsetzen, zum Gezisch
und zum Fluch zu machen, wie es am heutigen Tag ist, - $25/19$
den Pharao, den Knig von gypten, und seine Knechte, seine
Obersten und sein ganzes Volk $25/20$ und das ganze
[Vlker]gemisch und alle Knige des Landes Uz und alle Knige
des Landes der Philister, Aschkelon, Gaza und Ekron sowie den
berrest von Aschdod - $25/21$ Edom, Moab und die Shne Ammon
$25/22$ und alle Knige von Tyrus und alle Knige von Sidon und
die Knige der Wste, die jenseits des Meeres [liegt] $25/23$
Dedan und Tema und Bus und alle mit geschorenen [Haar]rndern, -
$25/24$ und alle Knige von Arabien und alle Knige des
[Vlker]gemischs, die in der Wste wohnen, $25/25$ und alle
Knige von Simri, alle Knige von Elam und alle Knige von
Medien $25/26$ und alle Knige des Nordens, die nahen und die
fernen, einen nach dem andern und alle Knigreiche der Erde, die
auf der Flche des Erdbodens sind. - Und der Knig von
Scheschach soll nach ihnen trinken. $25/27$ Und sage zu ihnen:
So spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Trinkt,
werdet berauscht und speit, fallt hin und steht nicht wieder
auf, wegen des Schwertes, das ich unter euch sende! $25/28$ Und
es soll geschehen, wenn sie sich weigern, den Becher aus deiner
Hand zu nehmen, um zu trinken, dann sollst du zu ihnen sagen: So
spricht der HERR der Heerscharen: Ihr mt trinken. $25/29$ Denn
siehe, bei der Stadt, ber der mein Name ausgerufen ist, beginne
ich Unheil zu wirken, und ihr, solltet ihr etwa ungestraft
bleiben? Ihr werdet nicht ungestraft bleiben; denn ein Schwert
rufe ich [herbei] ber alle Bewohner der Erde, spricht der HERR
der Heerscharen.

$25/30$ Und du, weissage ihnen alle diese Worte und sprich zu
ihnen: Der HERR brllt aus der Hhe und erhebt seine Stimme aus
seiner heiligen Wohnung. Laut brllt er ber seine Weide; ein
Jauchzen wie die Kelterer stimmt er an gegen alle Bewohner der
Erde. $25/31$ Ein Getse dringt bis ans Ende der Erde, denn
einen Rechtsstreit hat der HERR mit den Nationen, er hlt
Gericht mit allem Fleisch; die Gottlosen gibt er dem Schwert
preis, spricht der HERR.

$25/32$ So spricht der HERR der Heerscharen: Siehe, Unheil geht
aus von Nation zu Nation, und ein gewaltiger Sturm macht sich
auf vom uersten Ende der Erde. $25/33$ Und die Erschlagenen
des HERRN werden an jenem Tag daliegen von einem Ende der Erde
bis zum andern Ende der Erde. Sie werden nicht beklagt, und
[ihre Leichen] werden weder eingesammelt noch begraben; zu
Dnger auf der Flche des Erdbodens sollen sie werden. - $25/34$
Heult, ihr Hirten, und schreit um Hilfe! Und wlzt euch [in der
Asche], ihr Mchtigen der Herde! Denn eure Tage sind erfllt,
[euch] zu schlachten - und [die Tage] eurer Zerstreuung -, und
ihr sollt hinfallen wie ein kostbares Gef. $25/35$ Und
verloren ist [all] die Zuflucht fr die Hirten und [jedes]
Entrinnen fr die Mchtigen der Herde. $25/36$ Horch! Geschrei
der Hirten und Heulen der Mchtigen der Herde! Denn der HERR
verwstet ihre Weide, $25/37$ und die Weidepltze des Friedens
sind zerstrt vor der Glut des Zorns des HERRN. $25/38$ Er hat
wie ein Junglwe sein Dickicht verlassen. Denn ihr Land ist zur
Wste geworden vor dem gewaltttigen Schwert und vor der Glut
seines Zornes. Jeremias Gerichtsandrohung, seine Verhaftung und
Freisprechung - Hinrichtung des Propheten Uria

\26\

$26/1$ Im Anfang der Regierung Jojakims, des Sohnes Josias, des
Knigs von Juda, geschah von dem HERRN dieses Wort:

$26/2$ So spricht der HERR: Tritt in den Vorhof des Hauses des
HERRN und zu allen Stdten Judas, die kommen, um im Haus des
HERRN anzubeten, rede all die Worte, die ich dir geboten habe,
zu ihnen zu reden; la kein Wort weg! $26/3$ Vielleicht werden
sie hren und jeder von seinem bsen Weg umkehren: dann werde
ich mich des Unheils gereuen lassen, das ich ihnen zu tun
gedenke wegen der Bosheit ihrer Taten. $26/4$ Und sage zu ihnen:
So spricht der HERR: Wenn ihr nicht auf mich hrt, da ihr in
meinem Gesetz lebt, das ich euch vorgelegt habe, $26/5$ [und]
da ihr auf die Worte meiner Knechte, der Propheten, hrt, die
ich zu euch sende, frh mich aufmachend und sendend, (aber ihr
habt nicht gehrt:) $26/6$ dann will ich [mit] diesem Haus wie
[mit] Silo verfahren, und diese Stadt will ich zum Fluch machen
fr alle Nationen der Erde.

$26/7$ Und die Priester und die Propheten und das ganze Volk
hrten Jeremia diese Worte im Haus des HERRN reden. $26/8$ Und
es geschah, als Jeremia alles zu Ende geredet, was der HERR
geboten hatte, zum ganzen Volk zu reden, da ergriffen ihn die
Priester und die Propheten und das ganze Volk und sagten: Du
mut sterben! $26/9$ Warum hast du im Namen des HERRN
geweissagt: Dieses Haus wird wie Silo werden, und diese Stadt
wird in Trmmern liegen, ohne Bewohner? Und das ganze Volk
versammelte sich gegen Jeremia im Haus des HERRN. $26/10$ Und
als die Obersten von Juda diese Worte hrten, gingen sie aus dem
Haus des Knigs hinauf zum Haus des HERRN und setzten sich in
den Eingang des neuen Tores [im Haus] des HERRN. $26/11$ Da
sagten die Priester und die Propheten zu den Obersten und zum
ganzen Volk: Dieser Mann [verdient] das Todesurteil, denn er hat
gegen diese Stadt geweissagt, wie ihr mit euren [eigenen] Ohren
gehrt habt.

$26/12$ Jeremia aber sagte zu den Obersten und zum ganzen Volk:
Der HERR hat mich gesandt, gegen dieses Haus und gegen diese
Stadt all die Worte zu weissagen, die ihr gehrt habt. $26/13$
Und nun bessert eure Wege und Taten und hrt auf die Stimme des
HERRN, eures Gottes: dann wird der HERR sich des Unheils gereuen
lassen, das er ber euch geredet hat! $26/14$ Ich aber, siehe,
ich bin in eurer Hand. Tut [mit] mir, wie es gut und recht ist
in euren Augen. $26/15$ Doch sollt ihr eindeutig wissen, da
ihr, wenn ihr mich ttet, unschuldiges Blut auf euch bringt und
auf diese Stadt und auf ihre Bewohner. Denn in Wahrheit, der
HERR hat mich zu euch gesandt, all diese Worte vor euren Ohren
zu reden.

$26/16$ Da sagten die Obersten und das ganze Volk zu den
Priestern und zu den Propheten: Dieser Mann hat das Todesurteil
nicht [verdient]; denn er hat im Namen des HERRN, unseres
Gottes, zu uns geredet. $26/17$ Und es erhoben sich Mnner von
den ltesten des Landes, und sie sagten zu der ganzen
Versammlung des Volkes: $26/18$ Micha, der Moreschtiter, hat in
den Tagen Hiskias, des Knigs von Juda, geweissagt und zum
ganzen Volk Juda gesprochen: So spricht der HERR der
Heerscharen: `Zion wird zum Acker gepflgt, und Jerusalem wird
zu Trmmerhaufen und der Berg des Hauses zu Waldeshhen. $26/19$
Haben ihn etwa Hiskia, der Knig von Juda, und ganz Juda
gettet? Hat er nicht den HERRN gefrchtet und den HERRN
angefleht, so da der HERR sich des Unheils gereuen lie, das er
ber sie geredet hatte? Und wir wollen ein so groes Unrecht
gegen unser Leben tun?

$26/20$ [Damals] gab es noch einen Mann, der im Namen des HERRN
weissagte, Uria, der Sohn des Schemaja, aus Kirjat-Jearim; und
er weissagte gegen diese Stadt und gegen dieses Land, ganz wie
[es] die Worte Jeremias [taten]. $26/21$ Als aber der Knig
Jojakim und all seine Heerfhrer und alle Obersten seine Worte
hrten, suchte der Knig ihn zu tten. Und als Uria es hrte,
frchtete er sich und floh, und er kam nach gypten. $26/22$ Da
sandte der Knig Jojakim Mnner nach gypten, Elnatan, den Sohn
des Achbor, und [einige] Mnner mit ihm nach gypten. $26/23$
Und sie holten Uria aus gypten und fhrten ihn zum Knig
Jojakim. Und er erschlug ihn mit dem Schwert und warf seine
Leiche auf die Grber der Kinder des Volkes. $26/24$ Doch die
Hand Ahikams, des Sohnes des Schafan, war mit Jeremia, so da
man ihn nicht in die Hand des Volkes gab, ihn zu tten.

Das Joch auf Jeremia als Sinnbild fr die Beugung der Vlker
unter die Herrschaft Nebukadnezars.

\27\

$27/1$ Im Anfang der Regierung Zedekias, des Sohnes Josias, des
Knigs von Juda, geschah vom HERRN dieses Wort zu Jeremia: -
$27/2$ So sprach der HERR zu mir:

Mach dir Stricke und Jochstangen und lege sie auf deinen Hals
$27/3$ und sende sie an den Knig von Edom, an den Knig von
Moab, an den Knig der Shne Ammon, an den Knig von Tyrus und
an den Knig von Sidon durch die Boten, die zu Zedekia, dem
Knig von Juda, nach Jerusalem gekommen sind! $27/4$ Und befiehl
ihnen, zu ihren Herren zu sagen: So spricht der HERR der
Heerscharen, der Gott Israels: So sollt ihr euren Herren sagen:
$27/5$ Ich habe die Erde gemacht, die Menschen und das Vieh, die
auf der Flche der Erde sind, durch meine groe Kraft und durch
meinen ausgestreckten Arm; und ich gebe sie, wem ich will!
$27/6$ Und nun, ich habe all diese Lnder in die Hand meines
Knechtes Nebukadnezar, des Knigs von Babel, gegeben. Und auch
die Tiere des Feldes habe ich ihm gegeben, da sie ihm dienen.
$27/7$ Und alle Nationen werden ihm dienen und seinem Sohn und
seinem Enkel, bis die Zeit auch seines Landes gekommen ist und
viele Vlker und groe Knige ihn dienstbar machen. $27/8$ Und
es wird geschehen, die Nation und das Knigreich, die ihm,
Nebukadnezar, dem Knig von Babel, nicht dienen und ihren Hals
nicht unter das Joch des Knigs von Babel geben wollen, diese
Nation, spricht der HERR, werde ich heimsuchen mit dem Schwert
und mit dem Hunger und mit der Pest, bis ich sie ganz in seine
Hand [gegeben] habe. $27/9$ Ihr aber, hrt nicht auf eure
Propheten, auf eure Wahrsager, auf eure Trume, auf eure
Zauberer und auf eure Beschwrer, die zu euch sagen: Ihr werdet
dem Knig von Babel nicht dienen! $27/10$ Denn sie weissagen
euch Lge, um euch aus eurem Land wegzubringen, da ich euch
vertreibe und ihr umkommt. $27/11$ Die Nation aber, die ihren
Hals in das Joch des Knigs von Babel steckt und ihm dient, die
werde ich in ihrem Land lassen, spricht der HERR; und sie wird
es bebauen und darin wohnen.

$27/12$ Und zu Zedekia, dem Knig von Juda, redete ich nach all
diesen Worten: Steckt eure Hlse in das Joch des Knigs von
Babel und dient ihm und seinem Volk, dann werdet ihr am Leben
bleiben! $27/13$ Warum wollt ihr, du und dein Volk, durch das
Schwert, durch den Hunger und durch die Pest sterben, wie der
HERR ber die Nation geredet hat, die dem Knig von Babel nicht
dient? $27/14$ Und hrt nicht auf die Worte der Propheten, die
zu euch sagen: Ihr werdet dem Knig von Babel nicht dienen! Denn
sie weissagen euch Lge. $27/15$ Denn ich habe sie nicht
gesandt, spricht der HERR, sondern sie weissagen in meinem Namen
Lge, damit ich euch vertreibe und ihr umkommt, ihr und die
Propheten, die euch weissagen.

$27/16$ Und zu den Priestern und zu diesem ganzen Volk redete
ich: So spricht der HERR: Hrt nicht auf die Worte eurer
Propheten, die euch weissagen: Siehe, die Gerte des Hauses des
HERRN werden nun bald aus Babel zurckgebracht werden! Denn sie
weissagen euch Lge. $27/17$ Hrt nicht auf sie! Dient dem Knig
von Babel, dann werdet ihr am Leben bleiben! Warum sollte diese
Stadt zur Trmmersttte werden? $27/18$ Wenn sie aber Propheten
sind und wenn das Wort des HERRN bei ihnen ist, dann sollen sie
doch bei dem HERRN der Heerscharen Frbitte tun, damit die
Gerte, die im Haus des HERRN und im Haus des Knigs von Juda
und in Jerusalem briggeblieben sind, nicht nach Babel kommen.
$27/19$ Denn so spricht der HERR der Heerscharen ber die
Sulen, ber das [kupferne] Meer und ber die Gestelle und ber
den Rest der Gerte, die in dieser Stadt briggeblieben sind,
$27/20$ die Nebukadnezar, der Knig von Babel, nicht weggenommen
hat, als er Jechonja, den Sohn des Jojakim, den Knig von Juda,
samt allen Edlen von Juda und Jerusalem von Jerusalem nach Babel
gefangen wegfhrte, - $27/21$ denn so spricht der HERR der
Heerscharen, der Gott Israels, ber die Gerte, die im Haus des
HERRN und im Haus des Knigs von Juda und in Jerusalem
briggeblieben sind: $27/22$ Sie sollen nach Babel gebracht
werden und sollen dort bleiben bis zu dem Tag, da ich nach ihnen
sehe, spricht der HERR, und ich sie heraufhole und sie an diesen
Ort zurckbringe.

Jeremias Auseinandersetzung mit dem falschen Propheten Hananja.

\28\

$28/1$ Und es geschah in demselben Jahr, im Anfang der Regierung
Zedekias, des Knigs von Juda, im vierten Jahr, im fnften
Monat, da sagte zu mir der Prophet Hananja, der Sohn des Asur,
der von Gibeon war, im Haus des HERRN vor den Augen der Priester
und des ganzen Volkes: $28/2$ So spricht der HERR der
Heerscharen, der Gott Israels: Ich zerbreche das Joch des Knigs
von Babel. $28/3$ Nach zwei Jahren bringe ich alle Gerte des
Hauses des HERRN an diesen Ort zurck, die Nebukadnezar, der
Knig von Babel, von diesem Ort weggenommen und nach Babel
gebracht hat. $28/4$ Und Jechonja, den Sohn Jojakims, den Knig
von Juda, und alle Weggefhrten von Juda, die nach Babel
gekommen sind, bringe ich an diesen Ort zurck, spricht der
HERR; denn ich zerbreche das Joch des Knigs von Babel.

$28/5$ Da sagte der Prophet Jeremia zum Propheten Hananja vor
den Augen der Priester und vor den Augen des ganzen Volkes, das
im Haus des HERRN stand, $28/6$ der Prophet Jeremia sagte: Amen,
so tue der HERR! Der HERR besttige deine Worte, die du
geweissagt hast, da er die Gerte des Hauses des HERRN und alle
Weggefhrten von Babel an diesen Ort zurckbringen wird! $28/7$
Nur hre doch dieses Wort, das ich vor deinen Ohren und vor den
Ohren des ganzen Volkes rede: $28/8$ Die Propheten, die von
alters her vor


mir und vor dir gewesen sind, die haben auch ber viele Lnder
und ber groe Knigreiche geweissagt von Krieg, von Unheil und
von Pest! $28/9$ Der Prophet, der von Frieden weissagt, wird
dadurch, da das Wort des Propheten eintrifft, als der Prophet
erkannt, den der HERR in Wahrheit gesandt hat. $28/10$ Da nahm
der Prophet Hananja das Joch vom Hals des Propheten Jeremia und
zerbrach es. $28/11$ Dann sagte Hananja vor den Augen des ganzen
Volkes: So spricht der HERR: Ebenso werde ich nach zwei Jahren
das Joch Nebukadnezars, des Knigs von Babel, zerbrechen vom
Hals aller Nationen. Der Prophet Jeremia aber ging seines Weges.

$28/12$ Und das Wort des HERRN geschah zu Jeremia, nachdem der
Prophet Hananja das Joch vom Hals des Propheten Jeremia
zerbrochen hatte: $28/13$ Geh und sage zu Hananja: So spricht
der HERR: Ein hlzernes Joch hast du zerbrochen, aber an seiner
Stelle hast du ein eisernes Joch gemacht! $28/14$ Denn so
spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Ein eisernes
Joch habe ich auf den Hals all dieser Nationen gelegt, damit sie
Nebukadnezar, dem Knig von Babel, dienen, und sie werden ihm
dienen; und auch die Tiere des Feldes habe ich ihm gegeben.

$28/15$ Und der Prophet Jeremia sagte zum Propheten Hananja:
Hre doch, Hananja! Der HERR hat dich nicht gesandt, sondern du
hast dieses Volk auf eine Lge vertrauen lassen. $28/16$ Darum,
so spricht der HERR: Siehe, ich werfe dich vom Erdboden weg.
Dieses Jahr wirst du sterben; denn du hast Ungehorsam gegen den
HERRN gepredigt. $28/17$ Und der Prophet Hananja starb in
demselben Jahr, im siebten Monat.

