Der Prophet Jeremia.

Berufung des Jeremia zum Propheten.

\1\

$1/1$ Worte Jeremias, des Sohnes Hilkijas, von den Priestern in
Anatot im Land Benjamin, $1/2$ zu dem das Wort des HERRN geschah
in den Tagen Josias, des Sohnes Amons, des Knigs von Juda, im
dreizehnten Jahr seiner Regierung. $1/3$ Und es geschah auch in
den Tagen Jojakims, des Sohnes Josias, des Knigs von Juda, bis
zum Ende des elften Jahres Zedekias, des Sohnes Josias, des
Knigs von Juda, bis zur Wegfhrung Jerusalems im fnften Monat.

$1/4$ Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: $1/5$ Ehe ich
dich im Mutterscho bildete, habe ich dich erkannt, und ehe du
aus dem Mutterleib hervorkamst, habe ich dich geheiligt: zum
Propheten fr die Nationen habe ich dich eingesetzt. $1/6$ Aber
ich sprach: Ach, Herr, HERR! Siehe, ich verstehe nicht zu reden,
denn ich bin [zu] jung. $1/7$ Da sprach der HERR zu mir: Sage
nicht: Ich bin [zu] jung. Denn zu allen, zu denen ich dich
sende, sollst du gehen, und alles, was ich dir gebiete, sollst
du reden. $1/8$ Frchte dich nicht vor ihnen! Denn ich bin mit
dir, um dich zu erretten, spricht der HERR. $1/9$ Und der HERR
streckte seine Hand aus und rhrte meinen Mund an, und der HERR
sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.
$1/10$ Siehe, ich bestelle dich an diesem Tag ber die Nationen
und ber die Knigreiche, um auszureien und niederzureien,
zugrunde zu richten und abzubrechen, um zu bauen und zu
pflanzen.

$1/11$ Und das Wort des HERRN geschah zu mir: Was siehst du,
Jeremia? Und ich sagte: Ich sehe einen Mandelzweig. $1/12$ Und
der HERR sprach zu mir: Du hast recht gesehen; denn ich werde
ber meinem Wort wachen, es auszufhren.

$1/13$ Und das Wort des HERRN geschah zu mir zum zweiten Mal:
Was siehst du? Und ich sagte: Ich sehe einen siedenden Topf,
dessen Oberflche von Norden her [geneigt] ist. $1/14$ Da sprach
der HERR zu mir: Von Norden her wird das Unglck losbrechen ber
alle Bewohner des Landes. $1/15$ Denn siehe, ich rufe allen
Stammesgruppen in den Knigreichen des Nordens zu, spricht der
HERR, da sie kommen, und jeder wird seinen Thron am Eingang der
Tore Jerusalems aufstellen und gegen all seine Mauern ringsum
und gegen alle Stdte Judas. $1/16$ Und ich werde meine Urteile
ber sie sprechen wegen all ihrer Bosheit, da sie mich
verlassen und anderen Gttern Rauchopfer dargebracht und sich
vor den Werken ihrer Hnde niedergeworfen haben. $1/17$ Du aber
grte deine Hften, mach dich auf und rede zu ihnen alles, was
ich dir gebieten werde! Erschrick nicht vor ihnen, damit ich
dich nicht vor ihnen in Schrecken setze! $1/18$ Und ich, siehe,
ich mache dich heute zu einer befestigten Stadt und zu einer
eisernen Sule und zu einer ehernen Mauer gegen das ganze Land,
sowohl [gegen] die Knige von Juda als auch seine Obersten,
seine Priester und das Volk des Landes. $1/19$ Und sie werden
gegen dich kmpfen, dich aber nicht berwltigen, denn ich bin
mit dir, spricht der HERR, um dich zu erretten.

Israels Undankbarkeit und Untreue gegen Gott.

\2\

$2/1$ Und das Wort des HERRN geschah zu mir: $2/2$ Geh und rufe
in die Ohren Jerusalems: So spricht der HERR: Ich erinnere mich
- dir [zugute] - an die Treue deiner Jugendzeit, an die Liebe
deiner Brautzeit, wie du hinter mir hergingst in der Wste, im
unbesten Land. $2/3$ Israel war heilig dem HERRN, der Erstling
seiner Ernte. Alle, die [davon] essen wollten, machten sich
schuldig: Unglck kam ber sie, spricht der HERR.

$2/4$ Hrt das Wort des HERRN, Haus Jakob und alle Sippen des
Hauses Israel! $2/5$ So spricht der HERR: Was haben eure Vter
Unrechtes an mir gefunden, da sie sich von mir entfernt haben
und dem Nichts nachgelaufen und [selber] zu Nichts geworden
sind? $2/6$ Und sie sagten nicht: Wo ist der HERR, der uns aus
dem Land gypten heraufgefhrt hat, der uns leitete in der
Wste, im Land der Steppe und des Abgrundes, im Land der Drre
und des Dunkels, im Land, durch das niemand zieht und wo kein
Mensch wohnt? $2/7$ Und ich brachte euch in ein Gartenland,
seine Frucht und sein Bestes zu essen. Und ihr kamt hin und habt
mein Land unrein gemacht, und mein Erbteil habt ihr zum Greuel
gemacht. $2/8$ Die Priester sagten nicht: Wo ist der HERR? Und
die das Gesetz handhabten, kannten mich nicht, und die Hirten
haben mit mir gebrochen. Die Propheten weissagten im [Namen des]
Baal und sind denen nachgelaufen, die nichts ntzen.

$2/9$ Darum mu ich weiter mit euch rechten, spricht der HERR.
Auch mit euren Kindeskindern mu ich rechten. $2/10$ Fahrt doch
hinber zu den Inseln der Kitter und seht, sendet nach Kedar
und gebt gut acht und seht, ob so etwas [dort je] geschehen ist!
$2/11$ Hat irgendeine Nation die Gtter vertauscht? - Und [jene]
sind nicht einmal Gtter! Aber mein Volk hat seine Herrlichkeit
vertauscht gegen das, was nichts ntzt. $2/12$ Entsetzt euch
darber, ihr Himmel, und schaudert, erstarrt vllig [vor
Schreck]! spricht der HERR. $2/13$ Denn zweifach Bses hat mein
Volk begangen: Mich, die Quelle lebendigen Wassers, haben sie
verlassen, um sich Zisternen auszuhauen, rissige Zisternen, die
das Wasser nicht halten.

$2/14$ Ist Israel ein Sklave, oder ist er [gar] ein Sklavensohn?
Warum ist er zur Beute geworden? $2/15$ Junglwen haben ber ihm
gebrllt, lieen ihre Stimme hren. Sie haben sein Land zur
Wste gemacht. Seine Stdte sind verbrannt und ohne Bewohner.
$2/16$ Auch die Shne von Nof und Tachpanhes weiden dir den
Scheitel ab. $2/17$ Hast du dir das nicht [selbst] zugefgt,
indem du den HERRN, deinen Gott, verlassen hast, als er dich auf
dem Weg [durch die Wste] fhrte? $2/18$ Und nun, was hast du
mit dem Weg nach gypten zu schaffen, um die Wasser des Sichor
zu trinken? Und was hast du mit dem Weg nach Assur zu schaffen,
um die Wasser des Stroms zu trinken? $2/19$ Deine [eigene]
Bosheit zchtigt dich, und deine Treulosigkeiten strafen dich.
Erkenne doch und sieh, da es schlimm und bitter ist, wenn du
den HERRN, deinen Gott, verlt und wenn bei dir keine Furcht
vor mir ist! spricht der HERR, der HERR der Heerscharen.

$2/20$ Denn von jeher hast du dein Joch zerbrochen, deine
Stricke zerrissen und hast gesagt: Ich will nicht dienen! Denn
auf jedem hohen Hgel und unter jedem grnen Baum hast du dich
hingelegt als Hure. $2/21$ Ich hatte dich gepflanzt als
Edelrebe, lauter echtes Gewchs. Aber wie hast du dich mir
verwandelt in entartete [Reben] eines fremdartigen Weinstocks!
$2/22$ Auch wenn du dich mit Natron wschest und viel Laugensalz
nhmst: schmutzig bleibt deine Schuld vor mir, spricht der Herr,
HERR.

$2/23$ Wie kannst du sagen: Ich habe mich nicht unrein gemacht,
ich bin den Baalim nicht nachgelaufen? Sieh [doch] deinen Weg im
Tal, erkenne, was du getan hast, du flinke Kamelstute, die
sinnlos hin und her luft! $2/24$ Eine Wildeselin, die Wste
gewohnt, - in ihrer Gier schnappt sie nach Luft; ihre Brunst,
wer kann sie hemmen? Alle, die sie suchen, brauchen sich nicht
mde zu laufen: in ihrer Brunstzeit werden sie sie finden.
$2/25$ Bewahre deinen Fu vor dem Barfugehen und deine Kehle
vor dem Durst! Aber du sprichst: `Es ist umsonst, nein! Denn ich
liebe die Fremden, und ihnen laufe ich nach. $2/26$ Wie ein Dieb
beschmt [dasteht], wenn er ertappt wird, so mu sich das Haus
Israel schmen, sie, ihre Knige, ihre Obersten und ihre
Priester und ihre Propheten, $2/27$ die zum Holz sagen: Du bist
mein Vater! - und zum Stein: Du hast mich geboren! Denn sie
haben mir den Rcken zugekehrt und nicht das Gesicht. Aber zur
Zeit ihres Unglcks sagen sie: Steh auf und rette uns! $2/28$ Wo
sind nun deine Gtter, die du dir gemacht hast? Sie sollen
aufstehen, wenn sie dich retten knnen zur Zeit deines Unglcks!
Denn so zahlreich wie deine Stdte sind deine Gtter geworden,
Juda.

$2/29$ Warum rechtet ihr mit mir? Ihr habt alle mit mir
gebrochen, spricht der HERR. $2/30$ Vergeblich habe ich eure
Shne geschlagen, sie haben keine Zchtigung angenommen. Euer
Schwert hat eure Propheten gefressen wie ein reiender Lwe.
$2/31$ O Generation, die ihr seid, seht das Wort des HERRN! Bin
ich [denn] fr Israel eine Wste gewesen oder ein Land tiefer
Finsternis? Warum spricht mein Volk: Wir laufen umher, wir
kommen nicht mehr zu dir? $2/32$ Vergit etwa eine Jungfrau
ihren Schmuck, eine Braut ihren Grtel? Aber mein Volk hat mich
vergessen seit unzhligen Tagen. $2/33$ Wie gut kannst du deinen
Weg einrichten, um Liebe zu suchen! Darum hast du deine Wege
auch an beltaten gewhnt. $2/34$ Ja, an den Sumen [deiner
Kleider] findet sich das Blut unschuldiger Armer. Nicht beim
Einbruch hast du sie ertappt. Wegen all jener Dinge [wirst du
zur Rechenschaft gezogen]. $2/35$ Doch du sagst: Ich bin
unschuldig, ja, sein Zorn hat sich von mir abgewandt. Siehe, ich
werde mit dir vor Gericht treten, weil du sagst: Ich habe nicht
gesndigt. $2/36$ Was lufst du so sehr, um deinen Weg zu
ndern? Auch an gypten wirst du zuschanden, wie du an Assur
zuschanden geworden bist; $2/37$ auch von diesem [Land gypten]
wirst du weggehen mit deinen Hnden auf deinem Haupt. Denn der
HERR hat die verworfen, auf die [du] dein Vertrauen [setzt], und
du wirst mit ihnen keinen Erfolg haben.

\3\

$3/1$ Er spricht: Wenn ein Mann seine Frau entlt und sie von
ihm weggeht und [die Frau] eines anderen Mannes wird, darf sie
wieder zu ihm zurckkehren? Wrde dieses Land nicht ganz und gar
entweiht werden? Du aber hast mit vielen Liebhabern gehurt, und
du solltest zu mir zurckkehren? spricht der HERR. $3/2$ Hebe
deine Augen auf zu den kahlen Hhen und sieh! Wo bist du nicht
geschndet worden? An den Wegen saest du fr sie wie ein Araber
in der Wste. Und du hast das Land entweiht durch deine Hurerei
und durch deine Bosheit. $3/3$ Darum wurden die Regengsse
zurckgehalten, und es gab keinen Sptregen. Aber du hattest die
Stirn eines Hurenweibes, hast dich geweigert, dich zu schmen.
$3/4$ Nicht wahr, von jetzt an rufst du mir zu: Mein Vater, der
Freund meiner Jugend bist du! $3/5$ Wird er fr ewig grollen,
wird er fr immer [Zorn] bewahren? Siehe, [so] hast du geredet
und Bses getan und hast dich durchgesetzt.

Gottes Anklage gegen Israel und Juda - Ruf zur Bue - Verheiung
der Gnade.

$3/6$ Und der HERR sprach zu mir in den Tagen des Knigs Josia:
Hast du gesehen, was Israel, die Abtrnnige, getan hat? Sie ging
auf jeden hohen Berg und unter jeden grnen Baum und hurte dort.
$3/7$ Und ich sprach: Nachdem sie das alles getan hat, wird sie
zu mir zurckkehren. Aber sie kehrte nicht zurck. Und ihre
treulose Schwester Juda sah es. $3/8$ Und sie sah [auch], da
ich Israel, die Abtrnnige, eben deshalb, weil sie die Ehe
gebrochen, entlie und ihr den Scheidebrief gab. Doch ihre
Schwester Juda, die Treulose, frchtete sich nicht, sondern ging
hin und trieb selbst auch Hurerei. $3/9$ Und es geschah, durch
die Leichtfertigkeit ihrer Hurerei, entweihte sie das Land; denn
sie trieb Ehebruch mit Stein und mit Holz. $3/10$ Und selbst bei
alldem ist ihre Schwester Juda, die Treulose, nicht mit ihrem
ganzen Herzen zu mir zurckgekehrt, sondern nur zum Schein,
spricht der HERR.

$3/11$ Und der HERR sprach zu mir: Israel, die Abtrnnige, hat
sich gerechter erwiesen als Juda, die Treulose. $3/12$ Geh und
rufe diese Worte aus nach Norden hin und sprich: Kehre zurck,
Israel, du Abtrnnige, spricht der HERR! Ich will nicht finster
auf euch blicken. Denn ich bin gtig, spricht der HERR, ich
werde nicht fr ewig grollen. $3/13$ Nur erkenne deine Schuld,
da du mit dem HERRN, deinem Gott, gebrochen hast und unter
jeden grnen Baum zu den fremden [Gttern] hin und her gelaufen
bist. Aber auf meine Stimme habt ihr nicht gehrt, spricht der
HERR. $3/14$ Kehrt um, ihr abtrnnigen Kinder! spricht der HERR.
Denn ich bin euer Herr. Und ich werde euch nehmen, einen aus
einer Stadt und zwei aus einem Geschlecht, und euch nach Zion
bringen. $3/15$ Und ich werde euch Hirten geben nach meinem
Herzen, und sie werden euch weiden mit Erkenntnis und Verstand.
$3/16$ Und es wird geschehen, wenn ihr euch im Land vermehrt und
fruchtbar seid in jenen Tagen, spricht der HERR, wird man nicht
mehr sagen: `Die Bundeslade des HERRN; und sie wird keinem mehr
in den Sinn kommen, und man wird nicht mehr an sie denken noch
sie suchen, und sie wird nicht wiederhergestellt werden. $3/17$
In jener Zeit wird man Jerusalem den Thron des HERRN nennen, und
alle Nationen werden sich zu ihr versammeln wegen des Namens des
HERRN in Jerusalem. Und sie werden nicht mehr der Verstocktheit
ihres bsen Herzens folgen. $3/18$ In jenen Tagen wird das Haus
Juda mit dem Haus Israel [zusammen]gehen, und sie werden
miteinander aus dem Land des Nordens in das Land kommen, das ich
euren Vtern zum Erbteil gegeben habe.

$3/19$ Und ich hatte [doch] gedacht: Wie will ich dich unter die
Shne aufnehmen und dir ein kstliches Land geben, ein Erbteil,
das die herrlichste Zierde der Nationen ist! Und ich meinte, ihr
wrdet mir zurufen: `Mein Vater! und wrdet euch nicht [mehr]
von mir abwenden. $3/20$ Frwahr, wie eine Frau ihren Gefhrten
treulos verlt, so habt ihr treulos an mir gehandelt, Haus
Israel, spricht der HERR.

$3/21$ Eine Stimme hrt man auf den kahlen Hhen, ein Weinen,
ein Flehen der Shne Israel, weil sie ihren Weg verkehrt [und]
den HERRN, ihren Gott, vergessen haben. - $3/22$ Kehrt um, ihr
abtrnnigen Kinder! Ich will eure Treulosigkeiten heilen. - Hier
sind wir, wir kommen zu dir; denn du bist der HERR, unser Gott.
$3/23$ Frwahr, trgerisch [klingt] von den Hgeln das Getse
der Berge; frwahr, [nur] im HERRN, unserm Gott, ist das Heil
Israels! $3/24$ Denn die Schande hat den Erwerb unserer Vter
gefressen von unserer Jugend an, ihre Schafe und ihre Rinder,
ihre Shne und ihre Tchter. $3/25$ In unserer Schande mssen
wir daliegen, und unsere Schmach bedeckt uns! Denn wir haben
gegen den HERRN, unsern Gott, gesndigt, wir und unsere Vter,
von unserer Jugend an bis auf diesen Tag, und wir haben nicht
auf die Stimme des HERRN, unseres Gottes, gehrt.

\4\

$4/1$Wenn du umkehrst, Israel, spricht der HERR, zu mir umkehrst
und wenn du deine Scheusale von meinem Angesicht entfernst, dann
brauchst du nicht mehr umherzuschweifen! $4/2$ Und wenn du
schwrst: So wahr der HERR lebt! - in Wahrheit, in Recht und in
Gerechtigkeit, dann werden die Nationen sich in ihm segnen und
sich in ihm rhmen. $4/3$ Denn so spricht der HERR zu den
Mnnern von Juda und zu Jerusalem: Pflgt euch Neuland und st
nicht unter die Dornen! $4/4$ Beschneidet euch fr den HERRN und
entfernt die Vorhute eurer Herzen, ihr Mnner von Juda und ihr
Bewohner von Jerusalem, damit mein Zorn nicht ausbricht wie ein
Feuer und unauslschlich brennt wegen der Bosheit eurer Taten!

Gerichtsankndigung: Der furchtbare Feind aus dem Norden.

$4/5$ Verkndigt es in Juda und lat es in Jerusalem hren und
sagt: Stot ins Horn auf dem Land! Ruft aus voller Kehle und
sagt: Versammelt euch und lat uns in die befestigten Stdte
ziehen! $4/6$ Richtet ein Feldzeichen auf nach Zion hin! Flieht,
bleibt nicht stehen! Denn ich bringe Unglck von Norden her und
einen groen Zusammenbruch. $4/7$ Ein Lwe steigt herauf aus
seinem Dickicht, und ein Zerstrer der Nationen bricht auf. Er
zieht von seinem Ort aus, um dein Land zur Wste zu machen,
deine Stdte verfallen, sind ohne Bewohner. $4/8$ Darum grtet
euch Sacktuch um, klagt und jammert! Denn die Glut des Zornes
des HERRN hat sich nicht von uns abgewandt. $4/9$ Und es wird
geschehen an jenem Tag, spricht der HERR, da wird das Herz des
Knigs und das Herz der Obersten vergehen. Und die Priester
werden sich entsetzen und die Propheten erstarrt sein.

$4/10$ Da sprach ich: Ach, Herr, HERR! Frwahr, bitter getuscht
hast du dieses Volk und Jerusalem, als du sprachst: Ihr werdet
Frieden haben! - und [nun] dringt [uns] das Schwert bis an die
Seele.

$4/11$ In jener Zeit wird diesem Volk und Jerusalem gesagt
werden: Ein heier Wind von den kahlen Hhen in der Wste kommt
[gerade]wegs zur Tochter meines Volkes nicht zum Worfeln und
nicht zum Lutern, [sondern] $4/12$ ein Wind, strker als
dieser, wird [von] mir kommen. Nun will auch ich Gerichtsurteile
ber sie sprechen. $4/13$ Siehe, wie Wolken zieht er herauf, und
wie der Sturmwind sind seine Wagen, schneller als Adler seine
Pferde. Wehe uns! Denn wir sind berwltigt. $4/14$ Wasche dein
Herz rein von Bosheit, Jerusalem, damit du gerettet wirst! Wie
lange sollen deine heillosen Plne in deinem Innern schlummern?
$4/15$ Denn eine Stimme berichtet von Dan her und verkndet
Unheil vom Gebirge Ephraim aus. $4/16$ Ruft es den Nationen ins
Gedchtnis, siehe, verkndet es Jerusalem: Belagerer kommen aus
einem fernen Land und lassen ihre Stimme erschallen gegen die
Stdte Judas! $4/17$ Wie Wchter auf dem Feld sind sie
ringsumher gegen Jerusalem s. Denn gegen mich ist es
widerspenstig gewesen, spricht der HERR. $4/18$ Dein Weg und
deine Taten haben dir das gebracht; das ist deine Bosheit, da
es bitter ist und bis an dein Herz dringt.

$4/19$ Meine Eingeweide, meine Eingeweide! Ich mu mich winden.
Die Wnde meines Herzens! Es tobt in mir mein Herz. Ich kann
nicht schweigen. Denn du, meine Seele, hrst den Schall des
Horns, Kriegsgeschrei: $4/20$ Zusammenbruch ber Zusammenbruch
wird ausgerufen. Denn das ganze Land ist berwltigt. Pltzlich
sind meine Zelte berwltigt, meine Zeltdecken in einem
Augenblick. $4/21$ Wie lange mu ich das Feldzeichen sehen, den
Schall des Horns hren? - $4/22$ Denn mein Volk ist nrrisch,
mich kennen sie nicht. Trichte Kinder sind sie und
unverstndig. Weise sind sie, Bses zu tun; aber Gutes zu tun,
verstehen sie nicht. - $4/23$ Ich schaue die Erde, und siehe,
sie ist wst und leer, - und zum Himmel, und sein Licht ist
nicht da. $4/24$ Ich schaue die Berge, und siehe, sie beben; und
alle Hgel schwanken. $4/25$ Ich schaue, und siehe, kein Mensch
ist da; und alle Vgel des Himmels sind entflohen. $4/26$ Ich
schaue, und siehe, das Fruchtland ist eine Wste; und alle seine
Stdte sind niedergerissen vor dem HERRN, vor der Glut seines
Zornes.

$4/27$ Denn so spricht der HERR: de soll das ganze Land werden;
doch will ich nicht ein Ende [mit ihm] machen. $4/28$ Darum wird
die Erde trauern, und der Himmel oben schwarz werden. Denn ich
habe es geredet, ich habe beschlossen, und ich werde es nicht
bereuen und nicht davon ablassen. $4/29$ Vor dem Geschrei der
Reiter und Bogenschtzen flieht jede Stadt: sie gehen ins
Dickicht und ersteigen die Felsen. Jede Stadt ist verlassen, und
kein Mensch wohnt [mehr] darin. $4/30$ Und du, berwltigte, was
wirst du tun? Wenn du dich auch in Karmesin kleidest, wenn du
mit goldenem Schmuck dich schmckst, wenn du deine Augen mit
Schminke vergrerst: vergeblich machst du dich schn. Die
Liebhaber verschmhen dich, sie trachten dir nach dem Leben.
$4/31$ Denn eine Stimme wie die von einer Kreienden hre ich,
das Klagegeschrei wie von einer Erstgebrenden, die Stimme der
Tochter Zion. Sie seufzt, sie breitet ihre Hnde aus: Wehe mir!
Denn meine Seele erliegt den Mrdern.

Ursache der Strafe ber Juda und Jerusalem.

\5\

$5/1$ Durchstreift die Gassen Jerusalems, seht doch und erkundet
und sucht auf ihren Pltzen, ob ihr jemanden findet, ob einer da
ist, der Recht bt, der Treue sucht: so will ich ihr vergeben!
$5/2$ Und wenn sie sagen: So wahr der HERR lebt! - so schwren
sie darum doch falsch. - $5/3$ HERR, sind deine Augen nicht auf
die Treue gerichtet? Du hast sie geschlagen, aber es hat sie
nicht geschmerzt. Du hast sie aufgerieben, [aber] sie haben sich
geweigert, Zucht anzunehmen. Sie haben ihr Gesicht hrter
gemacht als Fels, sie haben sich geweigert umzukehren. $5/4$ Ich
aber, ich sagte: Nur die Geringen sind so; diese handeln
tricht, weil sie den Weg des HERRN, das Recht ihres Gottes,
nicht kennen. $5/5$ Ich will doch zu den Groen gehen und mit
ihnen reden; denn sie kennen den Weg des HERRN, das Recht ihres
Gottes. Doch sie haben alle zusammen das Joch zerbrochen, die
Stricke zerrissen. $5/6$ Darum schlgt sie ein Lwe aus dem
Wald, ein Wolf der Steppen berwltigt sie, ein Leopard lauert
an ihren Stdten: jeder, der aus ihnen hinausgeht, wird
zerrissen. Denn ihre Vergehen sind viele, zahlreich ihre
Treulosigkeiten. - $5/7$ Weshalb sollte ich dir vergeben? Deine
Shne haben mich verlassen und schwren bei Nichtgttern. Obwohl
ich sie schwren lie, haben sie Ehebruch getrieben und laufen
scharenweise ins Hurenhaus. $5/8$ Feiste, geile Pferde sind sie;
sie wiehern, jeder nach der Frau seines Nchsten. $5/9$ Sollte
ich dies nicht heimsuchen? spricht der HERR. Oder sollte sich
meine Seele an einer Nation wie dieser nicht rchen?

$5/10$ Ersteigt seine Mauern und zerstrt [sie]! Doch richtet
[sie] nicht vllig zugrunde! Reit seine Ranken weg, denn dem
HERRN gehren sie nicht! $5/11$ Denn das Haus Israel und das
Haus Juda haben sehr treulos an mir gehandelt, spricht der HERR.
$5/12$ Sie haben den HERRN verleugnet und gesagt: Er ist nicht
da. Kein Unglck wird ber uns kommen, Schwert und Hunger werden
wir nicht sehen. $5/13$ Und die Propheten werden zu Wind werden,
und das Wort [des HERRN] ist nicht in ihnen; - aber so wird es
ihnen selbst ergehen.

$5/14$ Darum, so spricht der HERR, der Gott der Heerscharen:
Weil ihr dieses Wort redet, siehe, so will ich meine Worte in
deinem Mund zu Feuer machen und dieses Volk zu Holz, und es soll
sie verzehren. $5/15$ Siehe, ich bringe ber euch eine Nation
aus der Ferne, Haus Israel, spricht der HERR. Es ist eine
unverwstliche Nation. Es ist eine Nation von alters her, eine
Nation, deren Sprache du nicht kennst und deren Rede du nicht
verstehst. $5/16$ Ihr Kcher ist wie ein offenes Grab. Sie sind
alle Helden. $5/17$ Und sie wird deine Ernte verzehren und dein
Brot, sie werden deine Shne und deine Tchter verzehren. Sie
wird verzehren deine Schafe und deine Rinder, verzehren deinen
Weinstock und deinen Feigenbaum. Deine befestigten Stdte, auf
die du dich verlt, wird sie mit dem Schwert zerstren. $5/18$
Aber auch in jenen Tagen, spricht der HERR, werde ich nicht ein
Ende mit euch machen. - $5/19$ Und es soll geschehen, wenn ihr
sagt: Weshalb hat der HERR, unser Gott, uns dies alles getan? -
dann sage zu ihnen: Genauso wie ihr mich verlassen und in eurem
Land fremden Gttern gedient habt, so sollt ihr Fremden dienen
in einem Land, das euch nicht gehrt.

$5/20$ Verkndet das im Haus Jakob und lat es hren in Juda:
$5/21$ Hrt doch dieses, trichtes Volk ohne Verstand, die Augen
haben und nicht sehen, die Ohren haben und nicht hren! $5/22$
Solltet ihr nicht mich frchten, spricht der HERR, und vor mir
nicht zittern, der ich dem Meer den Sand als Grenze gesetzt
habe, eine ewige Schranke, die es nicht berschreiten wird?
Branden auch [seine Wogen], sie vermgen doch nichts, und ob die
Wellen brausen, sie berschreiten sie nicht. $5/23$ Aber dieses
Volk hat ein strrisches und widerspenstiges Herz; sie sind
abgewichen und weggegangen. $5/24$ Und sie haben nicht in ihrem
Herzen gesagt: Lat uns doch den HERRN, unseren Gott, frchten,
der Regen gibt, sowohl Frhregen als auch Sptregen, zu seiner
Zeit; der die bestimmten Wochen der Ernte fr uns einhlt!
$5/25$ Eure Missetaten haben diese [Gaben] abgewendet, und eure
Snden haben das Gute von euch ferngehalten. $5/26$ Denn in
meinem Volk finden sich Gottlose. Man lauert, wie Vogelsteller
sich ducken; sie stellen Fallen, fangen Menschen. $5/27$ Wie ein
Kfig voll Vgel so sind ihre Huser voll Betrug; darum sind sie
gro und reich geworden. $5/28$ Sie sind fett, sie sind glatt;
ja, sie berschreiten das Ma der Bosheit. Das Recht fhren sie
nicht aus, das Recht der Waise, da sie es zum Erfolg fhrten;
und den Rechtsanspruch der Armen setzen sie nicht durch. $5/29$
Sollte ich sie dafr nicht zur Rechenschaft ziehen? spricht der
HERR. Oder sollte meine Seele sich nicht an einer Nation wie
dieser rchen? - $5/30$ Entsetzliches und Abscheuliches ist im
Land geschehen: $5/31$ die Propheten weissagen falsch, und die
Priester herrschen auf eigene Faust, und mein Volk liebt es so.
Was werdet ihr aber am Ende von [all] dem tun?

Nochmalige Ankndigung des Gerichts wegen der Snden Judas.

\6\

$6/1$ Flieht, ihr Shne Benjamin, aus Jerusalem hinaus, in Tekoa
stot ins Horn und richtet ein Signal auf ber Bet-Kerem! Denn
Unheil erhebt sich drohend von Norden: ein groer Zusammenbruch.
$6/2$ Die Schne und die Verzrtelte vernichte ich - die Tochter
Zion. $6/3$ ber sie kommen Hirten mit ihren Herden. Sie
schlagen rings um sie her Zelte auf, weiden [sie] ab, jeder
seinen Bereich. $6/4$ `Heiligt einen Krieg gegen sie! Macht euch
auf und lat uns [noch] am Mittag hinaufziehen! - `Wehe uns!
Denn der Tag hat sich geneigt, schon strecken sich die
Abendschatten. $6/5$ `Macht euch auf und lat uns in der Nacht
hinaufziehen und ihre Palste zerstren! $6/6$ Denn so hat der
HERR der Heerscharen gesprochen: Fllt Bume und schttet einen
Wall gegen Jerusalem auf! Sie ist die Stadt, die heimgesucht
werden soll; sie ist voll Unterdrckung in ihrem Innern. $6/7$
Wie ein Brunnen sein Wasser quellen lt, so lt sie ihre
Bosheit quellen. [Von] Gewalttat und Zerstrung hrt man in ihr,
[ihre] Krankheit und [ihre] Wunden sind bestndig vor meinem
Angesicht. $6/8$ La dich zurechtweisen, Jerusalem, damit meine
Seele sich nicht von dir losreit, damit ich dich nicht zur de
mache, zu einem unbewohnten Land!

$6/9$ So spricht der HERR der Heerscharen: Wie am Weinstock wird
man grndliche Nachlese halten am berrest Israels. Lege noch
einmal deine Hand an wie der Winzer an die Ranken! $6/10$ `Zu
wem soll ich noch reden und wen warnen, da sie hren? Siehe,
ihr Ohr ist unbeschnitten, und sie knnen nicht achtgeben.
Siehe, das Wort des HERRN ist ihnen zum Hohn geworden, sie haben
kein Gefallen daran. $6/11$ Und ich bin voll von der Zornglut
des HERRN, habe mich [vergeblich] abgemht, ihn zurckzuhalten.
Giee sie aus ber die Kinder auf der Gasse und zugleich ber
den Kreis der jungen Mnner! Denn Mann und Frau werden
getroffen, der Alte wie der Hochbetagte.

V. 12-15: Kap. 8,10-12.

$6/12$ Und ihre Huser werden anderen bereignet, Felder und
Frauen ebenfalls. Denn ich strecke meine Hand gegen die Bewohner
des Landes aus, spricht der HERR. $6/13$ Denn von ihrem
Kleinsten bis zu ihrem Grten machen sie alle unrechten Gewinn.
Und vom Propheten bis zum Priester ben alle Falschheit, $6/14$
und sie heilen den Bruch der Tochter meines Volkes oberflchlich
und sagen: Friede, Friede! - und da ist doch kein Friede. $6/15$
Sie werden zuschanden, weil sie Greuel verbt haben. Doch sie
schmen sich keineswegs, ja, Scham kennen sie nicht. Darum
werden sie fallen, wenn alles fllt. Zur Zeit, da ich sie
heimsuche, werden sie strzen, spricht der HERR.

$6/16$ So spricht der HERR: Tretet auf die Wege, seht und fragt
nach den Pfaden der Vorzeit, wo denn der Weg zum Guten sei, und
geht ihn! So werdet ihr Ruhe finden fr eure Seelen. Aber sie
sagen: Wir wollen ihn nicht gehen. $6/17$ Und ich habe Wchter
ber euch bestellt, [die rufen]: Achtet auf den Schall des
Horns! Aber sie sagen: Wir wollen nicht [darauf] achten. $6/18$
Darum hrt, ihr Nationen, und erkenne, du Gemeinde, was mit
ihnen [geschieht]! $6/19$ Hre es, Erde! Siehe, ich bringe
Unheil ber dieses Volk, die Frucht ihrer Gedanken. Denn auf
meine Worte haben sie nicht geachtet, und mein Gesetz - sie
haben es verworfen. $6/20$ Wozu soll mir denn Weihrauch aus Saba
kommen und das gute Wrzrohr aus fernem Land? Eure Brandopfer
sind mir nicht wohlgefllig, und eure Schlachtopfer sind mir
nicht angenehm. $6/21$ Darum, so spricht der HERR: Siehe, ich
lege diesem Volk Anste [in den Weg], da sie darber strzen,
Vter und Shne miteinander; der Nachbar und sein Nchster
kommen um.

$6/22$ So spricht der HERR: Siehe, ein Volk kommt aus dem Land
des Nordens, eine groe Nation macht sich auf vom uersten Ende
der Erde. $6/23$ Bogen und Krummschwert fhren sie, sie sind
grausam und ohne Erbarmen. Ihre Stimme braust wie das Meer, und
auf Pferden reiten sie. Sie sind gerstet gegen dich, Tochter
Zion, wie ein Mann zum Krieg. - $6/24$ Wir haben die Kunde von
ihm vernommen: unsere Hnde sind schlaff geworden. Angst hat uns
ergriffen, Wehen wie bei einer Gebrenden. - $6/25$ Zieh nicht
hinaus aufs Feld und geh nicht auf dem Weg! Denn der Feind hat
ein Schwert - Schrecken ringsum! $6/26$ Tochter meines Volkes,
grte dir Sacktuch um und wlze dich in Asche, trauere wie um
den einzigen [Sohn]! Stimme bittere Klage an! Denn pltzlich
wird der Verwster ber uns kommen.

$6/27$ Ich habe dich zum Prfer in meinem Volk eingesetzt, als
eine Festung, damit du ihren Weg erkennst und prfst. $6/28$ Sie
alle sind die Widerspenstigsten der Widerspenstigen. Sie gehen
als Verleumder umher, sie sind Bronze und Eisen. Alle sind sie
Verderber. $6/29$ Versengt vom Feuer ist der Blasebalg, das Blei
ist [zu Ende]. Vergebens hat man geschmolzen und geschmolzen:
die Bsen sind nicht ausgeschieden worden. $6/30$ Verworfenes
Silber nennt man sie; denn der HERR hat sie verworfen.

Kein Aufhalten des Gerichts durch nur uerlichen Gottesdienst -
Gericht ber Gtzendienst.

Kap. 7,1-34: Kap. 25,1-11.

\7\

$7/1$ Das Wort, das vom HERRN zu Jeremia geschah:

$7/2$ Stell dich in das Tor des Hauses des HERRN, rufe dort
dieses Wort aus und sprich: Hrt das Wort des HERRN, ganz Juda,
die ihr durch diese Tore kommt, um den HERRN anzubeten! $7/3$ So
spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Macht gut
eure Wege und eure Taten, dann will ich euch an diesem Ort
wohnen lassen! $7/4$ Und verlat euch nicht auf Lgenworte, wenn
sie sagen: Der Tempel des HERRN, der Tempel des HERRN, der
Tempel des HERRN ist dies! $7/5$ Denn [nur] wenn ihr eure Wege
und eure Taten wirklich gut macht, wenn ihr wirklich Recht bt
untereinander, $7/6$ den Fremden, die Waise und die Witwe nicht
unterdrckt, kein unschuldiges Blut an diesem Ort vergiet und
nicht anderen Gttern nachlauft zu eurem Unheil, $7/7$ dann will
ich euch an diesem Ort, in dem Land, das ich euren Vtern
gegeben habe, wohnen lassen von Ewigkeit zu Ewigkeit.

$7/8$ Siehe, ihr verlat euch auf Lgenworte, die nichts ntzen.
$7/9$ Wie? Stehlen, morden und Ehebruch treiben, falsch
schwren, dem Baal Rauchopfer darbringen und anderen Gttern
nachlaufen, die ihr nicht kennt! $7/10$ Und dann kommt ihr und
tretet vor mein Angesicht in diesem Haus, ber dem mein Name
ausgerufen ist, und sagt: Wir sind errettet, - um all diese
Greuel [weiter] zu verben! $7/11$ Ist denn dieses Haus, ber
dem mein Name ausgerufen ist, eine Ruberhhle geworden in euren
Augen? Doch ich, siehe, ich habe [das alles] gesehen, spricht
der HERR. $7/12$ Denn geht doch hin zu meinem [Anbetungs]ort,
der in Silo war, wo ich frher meinen Namen wohnen lie, und
seht, was ich mit ihm getan habe wegen der Bosheit meines Volkes
Israel! $7/13$ Und nun, weil ihr all diese Taten getan habt,
spricht der HERR, und ich zu euch geredet habe, frh mich
aufmachend und redend, ihr aber nicht gehrt habt, und ich euch
gerufen, ihr aber nicht geantwortet habt: $7/14$ so werde ich
mit diesem Haus, ber dem mein Name ausgerufen ist, worauf ihr
euch verlat, und mit dem Ort, den ich euch und euren Vtern
gegeben, ebenso verfahren, wie ich mit Silo verfahren bin.
$7/15$ Und ich werde euch von meinem Angesicht verwerfen, so wie
ich alle eure Brder, alle Nachkommen Ephraims verworfen habe.

$7/16$ Du aber, bitte nicht fr dieses Volk und erhebe weder
Flehen noch Gebet fr sie und dringe nicht in mich! Denn ich
werde nicht auf dich hren. $7/17$ Siehst du nicht, was sie in
den Stdten Judas und auf den Straen von Jerusalem tun? $7/18$
Die Kinder lesen Holz auf, und die Vter znden das Feuer an,
und die Frauen kneten den Teig, um fr die Knigin des Himmels
Kuchen zu machen. Und anderen Gttern spendet man Trankopfer, um
mich zu krnken. $7/19$ Krnken sie [denn] mich, spricht der
HERR, nicht [vielmehr] sich selbst zu ihrer eigenen Schande?
$7/20$ Darum, so spricht der Herr HERR: Siehe, mein Zorn und
mein Grimm wird sich ber diesen Ort ergieen, ber die Menschen
und ber das Vieh und ber die Bume des Feldes und ber die
Frucht des Landes; und er wird brennen und nicht erlschen.
$7/21$ So spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels:
Fgt [nur weiter] eure Brandopfer zu euren Schlachtopfern und
et [Opfer]fleisch! $7/22$ Denn ich habe nicht mit euren Vtern
[darber] geredet und ihnen nichts geboten ber das Brandopfer
und das Schlachtopfer an dem Tag, da ich sie aus dem Land
gypten herausfhrte; $7/23$ sondern dieses Wort habe ich ihnen
geboten: Hrt auf meine Stimme, dann werde ich euer Gott sein,
und ihr werdet mein Volk sein! Und geht auf dem ganzen Weg, den
ich euch gebiete, damit es euch wohlgeht! $7/24$ Aber sie haben
nicht gehrt und ihr Ohr nicht geneigt, sondern sind nach den
Ratschlgen [und] in der Verstocktheit ihres bsen Herzens
gegangen; und sie haben mir den Rcken zugekehrt und nicht das
Gesicht. $7/25$ Von dem Tag an, da eure Vter aus dem Land
gypten auszogen, bis auf diesen Tag habe ich alle meine
Knechte, die Propheten, zu euch gesandt, tglich frh mich
aufmachend und sendend. $7/26$ Aber sie haben nicht auf mich
gehrt und ihr Ohr nicht geneigt. Und sie haben ihren Nacken
verhrtet, haben es schlimmer gemacht als ihre Vter. $7/27$ Und
wenn du all diese Worte zu ihnen redest, so werden sie [doch]
nicht auf dich hren. Und rufst du ihnen zu, so werden sie dir
nicht antworten. $7/28$ So sprich denn zu ihnen: Dies ist das
Volk, das nicht auf die Stimme des HERRN, seines Gottes, hrt
und keine Zucht annimmt! Die Treue ist verlorengegangen und aus
ihrem Mund getilgt.

$7/29$ Schere dein langes Haar und wirf es weg und erhebe
Totenklage auf den kahlen Hhen! Denn der HERR hat die
Generation, der er zrnt, verworfen und verstoen. $7/30$ Denn
die Shne Juda haben getan, was in meinen Augen bse ist,
spricht der HERR. Sie haben ihre Scheusale in das Haus gestellt,
ber dem mein Name ausgerufen ist, um es unrein zu machen.
$7/31$ Und sie haben die Hhen des Tofet gebaut, das im Tal
Ben-Hinnom ist, um ihre Shne und ihre Tchter im Feuer zu
verbrennen, was ich nicht geboten habe und mir nie in den Sinn
gekommen ist. $7/32$ Darum siehe, Tage kommen, spricht der HERR,
da wird man nicht mehr sagen Tofet noch Tal Ben-Hinnom, sondern
Tal des Schlachtens. Und man mu im Tofet begraben, weil kein
Platz [mehr da] ist. $7/33$ Und die Leichen dieses Volkes werden
den Vgeln des Himmels und den Tieren der Erde zum Fra werden,
und niemand wird sie wegscheuchen. $7/34$ Und ich werde in den
Stdten Judas und auf den Straen von Jerusalem die Stimme der
Wonne und die Stimme der Freude aufhren lassen, die Stimme des
Brutigams und die Stimme der Braut; denn das Land soll zu
Trmmersttten werden.

\8\

$8/1$ In jener Zeit, spricht der HERR, wird man die Gebeine der
Knige von Juda und die Gebeine seiner Obersten und die Gebeine
der Priester und die Gebeine der Propheten und die Gebeine der
Bewohner von Jerusalem aus ihren Grbern herausholen. $8/2$ Und
man wird sie ausbreiten vor der Sonne und vor dem Mond und vor
dem ganzen Heer des Himmels, die sie geliebt und denen sie
gedient haben und denen sie nachgelaufen sind, die sie gesucht
und vor denen sie sich niedergeworfen haben. Sie werden nicht
[wieder] eingesammelt noch begraben werden, zu Dnger auf der
Flche des Erdbodens sollen sie werden. $8/3$ Und der Tod wird
dem Leben vorgezogen von dem ganzen Rest, der von diesem bsen
Geschlecht brigbleibt an allen Orten, wohin ich die
briggebliebenen verstoe, spricht der HERR der Heerscharen.

Mangelnde Einsicht ber Treulosigkeit - Schrecken des nahenden
Gerichts.

$8/4$ Und sage zu ihnen: So spricht der HERR: Fllt man denn und
steht nicht [gleich] wieder auf? Oder wendet man sich ab und
kehrt nicht [gern] wieder zurck? $8/5$ Warum kehrt sich dieses
Volk Jerusalems ab in immerwhrender Abkehr? Sie halten fest am
Trug, sie weigern sich umzukehren. $8/6$ Ich habe achtgegeben
und gehrt: sie reden, was nicht recht ist. Da ist keiner, der
seine Bosheit bereut und sagt: Was habe ich getan! Alle wenden
sie sich [weiter ab] in ihrem Lauf wie ein in den Kampf
strmendes Pferd. $8/7$ Selbst der Storch am Himmel kennt seine
bestimmten Zeiten, und Turteltaube, Schwalbe und Drossel halten
die Zeit ihres Kommens ein; aber mein Volk kennt das Recht des
HERRN nicht. $8/8$ Wie knnt ihr sagen: Wir sind weise, und das
Gesetz des HERRN ist bei uns? In der Tat! Siehe, zur Lge hat es
der Lgengriffel der Schriftgelehrten gemacht. $8/9$ Die Weisen
werden beschmt, sie sind schreckerfllt und werden gefangen.
Siehe, das Wort des HERRN haben sie verworfen. Und was fr eine
Weisheit haben sie [nun]? -

V. 10-12: Kap. 6,12-15.

$8/10$ Darum werde ich ihre Frauen anderen geben, ihre Felder
anderen Besitzern. Denn vom Kleinsten bis zum Grten machen sie
alle unrechten Gewinn, vom Propheten bis zum Priester ben sie
alle Falschheit. $8/11$ Und den Bruch der Tochter meines Volkes
heilen sie oberflchlich, indem sie sagen: Friede, Friede! - und
da ist doch kein Friede. $8/12$ Sie werden zuschanden, weil sie
Greuel verbt haben. Doch sie schmen sich keineswegs, ja, Scham
kennen sie nicht. Darum werden sie fallen, wenn alles fllt. Zur
Zeit ihrer Heimsuchung werden sie strzen, spricht der HERR.
$8/13$ Wegnehmen, wegraffen werde ich sie, spricht der HERR.
Keine Trauben sind am Weinstock und keine Feigen am Feigenbaum,
und das Blatt ist verwelkt: so will ich ihnen [Menschen]
bestellen, die sie verheeren werden.

$8/14$ Wozu bleiben wir sitzen? Sammelt euch, und lat uns in
die befestigten Stdte ziehen und dort umkommen! Denn der HERR,
unser Gott, lt uns umkommen und hat uns mit giftigem Wasser
getrnkt, weil wir gegen den HERRN gesndigt haben. $8/15$ Man
hofft auf Frieden, und da ist nichts Gutes, auf eine Zeit der
Heilung, und siehe da: Schrecken. - $8/16$ Von Dan her hrt man
das Schnauben seiner Pferde; vom lauten Wiehern seiner starken
[Pferde] erzittert das ganze Land. Und sie kommen und fressen
das Land, die Stdte und ihre Bewohner. $8/17$ Denn siehe, ich
sende unter euch Schlangen, Vipern, gegen die es keine
Beschwrung gibt; und sie werden euch beien, spricht der HERR.

Jeremias verzweiflungsvolle Klage ber sein Volk - Gottes Trauer
um sein Volk und erneute Gerichtsankndigung

$8/18$ Unheilbar steigt Kummer in mir auf! Mein Herz ist krank
in mir. $8/19$ Da, horch! Geschrei der Tochter meines Volkes
[kommt] aus einem fernen Land: `Ist der HERR nicht in Zion, oder
ist sein Knig nicht darin? - Warum haben sie mich gereizt durch
ihre geschnitzten Bilder, durch Nichtigkeiten [aus] der Fremde?
- $8/20$ `Vorber ist die Ernte, die Obstlese ist zu Ende, und
wir sind nicht gerettet!

$8/21$ ber dem Zusammenbruch der Tochter meines Volkes bin ich
zerbrochen; ich trauere, Entsetzen hat mich ergriffen. $8/22$
Ist [denn] kein Balsam in Gilead oder kein Arzt dort? Ja, warum
ist die Genesung der Tochter meines Volkes ausgeblieben? $8/23$
O da mein Haupt Wasser wre und mein Auge eine Trnenquelle,
dann wollte ich Tag und Nacht die Erschlagenen der Tochter
meines Volkes beweinen!

\9\

$9/1$ O da ich Unterkunft fr Durchreisende in der Wste htte,
dann wrde ich mein Volk verlassen und von ihnen fortgehen! Denn
sie sind alle Ehebrecher, eine Bande von Treulosen. $9/2$ Sie
spannen ihre Zunge als ihren Bogen, [im] Lgen und nicht in der
Wahrheit sind sie stark im Land. Denn sie schreiten fort von
Bosheit zu Bosheit, mich aber erkennen sie nicht, spricht der
HERR. $9/3$ Htet euch, ein jeder vor seinem Freund, und setzt
auf keinen Bruder Vertrauen! Denn jeder Bruder treibt
Hinterlist, und jeder Freund geht als Verleumder umher. $9/4$
Und sie betrgen einer den andern, Wahrheit reden sie nicht. Sie
lehren ihre Zunge, Lgen zu reden, sie mhen sich ab, bse zu
handeln. $9/5$ Deine Wohnung ist mitten im Betrug. Vor [lauter]
Betrug weigern sie sich, mich zu erkennen, spricht der HERR.
$9/6$ Darum, so spricht der HERR der Heerscharen: Siehe, ich
will sie schmelzen und lutern; denn wie sollte ich [sonst]
verfahren mit der Tochter meines Volkes? $9/7$ Ihre Zunge ist
ein mrderischer Pfeil, man redet Betrug. Mit seinem Mund redet
man Frieden zu seinem Nchsten, in seinem Innern aber legt man
ihm einen Hinterhalt. $9/8$ Sollte ich so etwas nicht an ihnen
heimsuchen? - spricht der HERR. Oder sollte sich meine Seele an
einer Nation wie dieser nicht rchen?

$9/9$ ber die Berge will ich ein Weinen und eine Totenklage
erheben und ber die Weidepltze der Steppe ein Klagelied. Denn
sie sind verbrannt, so da niemand [mehr] hindurchzieht und man
den Lrm der Herde nicht [mehr] hrt. Sowohl die Vgel des
Himmels als auch das Vieh sind geflohen, weggezogen. $9/10$ Und
ich werde Jerusalem zu Steinhaufen machen, zur Wohnung der
Schakale und werde die Stdte von Juda zur de machen - ohne
Bewohner.

V. 11-15: Kap. 16,10-13; 5Mo 29,23-27.

$9/11$ Wer ist der weise Mann, da er dies versteht? Und zu wem
hat der Mund des HERRN geredet, da er es mitteilt, warum das
Land zugrunde geht [und] verbrannt wird wie die Wste, so da
niemand hindurchzieht? $9/12$ Und der HERR sprach: Weil sie mein
Gesetz verlassen haben, das ich ihnen vorgelegt habe, und auf
meine Stimme nicht gehrt und nicht darin gelebt haben, $9/13$
sondern der Verstocktheit ihres Herzens und den Baalim
nachgelaufen sind, was ihre Vter sie gelehrt haben, $9/14$
darum, so spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels:
Siehe, ich will sie, dieses Volk, mit Wermut speisen und sie mit
giftigem Wasser trnken $9/15$ und sie unter die Vlker
zerstreuen, die sie nicht gekannt haben, weder sie noch ihre
Vter. Und ich will das Schwert hinter ihnen her senden, bis ich
sie vernichtet habe.

$9/16$ So spricht der HERR der Heerscharen: Gebt acht und ruft
Klageweiber, da sie kommen, und schickt zu den weisen Frauen,
da sie kommen $9/17$ und schnell eine Wehklage ber uns
erheben, damit unsere Augen von Trnen flieen und unsere
Wimpern von Wasser strmen! $9/18$ Denn laute Wehklage wird aus
Zion gehrt: `Wie sind wir verwstet! Wir sind vllig zuschanden
geworden. Wir haben das Land verlassen mssen, denn sie haben
unsere Wohnungen zerstrt. $9/19$ Denn hrt, ihr Frauen, das
Wort des HERRN, und euer Ohr nehme das Wort seines Mundes auf.
Und lehrt eure Tchter die Totenklage, und eine [lehre] die
andere den Klagegesang: $9/20$ `Ja, der Tod ist durch unsere
Fenster gestiegen, er ist in unsere Palste gekommen, um das
Kind auszurotten von der Strae, die jungen Mnner von den
Pltzen! $9/21$ Rede: So spricht der HERR: Ja, die Leichen der
Menschen werden fallen wie Dnger auf die Flche des Feldes und
wie eine Garbe hinter dem Schnitter, doch niemand sammelt.

$9/22$ So spricht der HERR: Der Weise rhme sich nicht seiner
Weisheit, und der Starke rhme sich nicht seiner Strke, der
Reiche rhme sich nicht seines Reichtums; $9/23$ sondern wer
sich rhmt, rhme sich dessen: Einsicht zu haben und mich zu
erkennen, da ich der HERR bin, der Gnade, Recht und
Gerechtigkeit bt auf der Erde; denn daran habe ich Gefallen,
spricht der HERR. $9/24$ Siehe, Tage kommen, spricht der HERR,
da werde ich alle an der Vorhaut Beschnittenen heimsuchen:
$9/25$ gypten und Juda und Edom und die Shne Ammon und Moab
und alle mit geschorenen [Haar]rndern, die in der Wste wohnen.
Denn alle Nationen sind unbeschnitten, und das ganze Haus Israel
hat ein unbeschnittenes Herz.

Die toten Gtzen und der lebendige Gott.

V. 1-11: Jes 40,18-26; 44,6-21.

\10\

$10/1$ Hrt das Wort, das der HERR zu euch redet, Haus Israel!
$10/2$ So spricht der HERR: Gewhnt euch nicht an den Weg der
Nationen und erschreckt nicht vor den Zeichen des Himmels,
[auch] wenn die Nationen vor ihnen erschrecken! $10/3$ Denn die
Ordnungen der Vlker - ein Gtze ist es, [der sie gab]. Ja,
[ihre Gtzen] sind Holz, das einer aus dem Wald geschlagen hat,
ein Werk von Knstlerhnden, mit dem Schnitzmesser
[hergestellt]. $10/4$ Man schmckt es mit Silber und mit Gold.
Mit Ngeln und mit Hmmern befestigen sie es, da es nicht
wackelt. $10/5$ Sie sind wie eine Vogelscheuche [im] Gurkenfeld
und reden nicht; sie mssen getragen werden, denn sie gehen
nicht. Frchtet euch nicht vor ihnen! Denn sie tun nichts Bses,
und Gutes tun knnen sie auch nicht. $10/6$ Keiner ist dir
gleich, HERR. Du bist gro, und gro ist dein Name durch [deine]
Macht. $10/7$ Wer sollte dich nicht frchten, Knig der
Nationen? Denn [das] gebhrt dir! Denn unter allen Weisen der
Nationen und in all ihren Knigreichen ist niemand dir gleich.

$10/8$ Sie sind allesamt dumm und tricht; die Unterweisung der
Nichtigkeiten - Holz ist sie. $10/9$ Dnngeschlagenes Silber
wird aus Tarsis gebracht und Gold aus Ufas, ein Werk des
Kunsthandwerkers und der Hnde des Goldschmieds. Violetter und
roter Purpur ist ihr Gewand, sie alle sind [nur] ein Werk von
Kunstfertigen. $10/10$ Aber der HERR ist in Wahrheit Gott. Er
ist der lebendige Gott und ein ewiger Knig. Vor seinem Grimm
erbebt die Erde, und seinen Zorn knnen die Nationen nicht
ertragen.

$10/11$ So sollt ihr zu ihnen sagen: Die Gtter, die den Himmel
und die Erde nicht gemacht haben, die werden von der Erde und
unter diesem Himmel verschwinden.

V. 12-16: Kap. 51,15-19.

$10/12$ Er ist es, der die Erde gemacht hat durch seine Kraft,
der den Erdkreis gegrndet durch seine Weisheit und die Himmel
ausgespannt durch seine Einsicht, $10/13$ auf dessen Befehl sich
die Menge der Wasser am Himmel ergiet, der Wolken aufsteigen
lt vom Ende der Erde, Blitze macht fr den Regen und den Wind
aus seinen Kammern herauslt. $10/14$ Dumm steht da jeder
Mensch, ohne Erkenntnis, beschmt jeder Goldschmied wegen des
Gtterbildes. Denn Lge sind seine gegossenen Bilder, Leben
haben sie nicht, $10/15$ Nichtigkeit sind sie, ein Werk zum
Gesptt. Zur Zeit ihrer Heimsuchung sind sie verloren. $10/16$
Jakobs Anteil aber ist nicht wie diese. Denn er, [der HERR], ist
es, der das All gebildet hat, und Israel ist der Stamm seines
Erbteils, HERR der Heerscharen ist sein Name.

Erste Ankndigung der Verbannung des Volkes - Jeremias Ergebung
in Gottes Willen und Bitte um Bestrafung der Feinde Israels.

$10/17$ Raffe dein Gepck von der Erde zusammen, die du in der
Belagerung sitzt! $10/18$ Denn so spricht der HERR: Siehe, ich
werde diesmal die Bewohner des Landes wegschleudern und sie
bedrngen, damit sie sie finden. - $10/19$ Wehe mir wegen meines
Zusammenbruchs! Unheilbar ist meine Wunde. Doch ich sage: Ja,
das ist meine Krankheit, und ich will sie tragen. $10/20$ Mein
Zelt ist verwstet, und alle meine Stricke sind zerrissen. Meine
Kinder sind von mir weggezogen und sind nicht mehr [da]. Da ist
niemand, der noch mein Zelt ausspannt und meine Zeltdecken
befestigt. $10/21$ Denn die Hirten sind dumm geworden und haben
den HERRN nicht gesucht. Darum haben sie nicht verstndig
gehandelt, und ihre ganze Herde hat sich zerstreut. - $10/22$
Horch! eine Nachricht: Siehe, sie kommt, und ein groes Getse
vom Land des Nordens, um die Stdte Judas zur de zu machen, zur
Wohnung der Schakale.

$10/23$ Ich habe erkannt, HERR, da der Weg des Menschen nicht
in seiner Macht steht und da es keinem, der geht, [gegeben
ist,] seinen Schritt zu lenken. $10/24$ Zchtige mich, HERR,
doch mit rechtem Ma, nicht in deinem Zorn, damit du mich nicht
aufreibst! $10/25$ Giee deinen Grimm ber die Nationen aus, die
dich nicht kennen, und ber die Geschlechter, die deinen Namen
nicht anrufen! Denn sie haben Jakob gefressen, ja, sie haben ihn
gefressen und ihn vernichtet und seinen Weideplatz de gemacht.

Bundesbruch des Volkes und Gottes Gericht.

\11\

$11/1$ Das Wort, das von dem HERRN zu Jeremia geschah:

$11/2$ Hrt auf die Worte dieses Bundes und redet zu den Mnnern
von Juda und zu den Bewohnern von Jerusalem! $11/3$ Und sage zu
ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Verflucht ist der
Mann, der nicht auf die Worte dieses Bundes hrt, $11/4$ den ich
euren Vtern geboten habe an dem Tag, da ich sie herausfhrte
aus dem Land gypten, aus dem eisernen Schmelzofen, indem ich
sprach: Hrt auf meine Stimme und handelt danach, nach allem,
was ich euch gebiete, dann werdet ihr mein Volk, und ich werde
euer Gott sein, $11/5$ damit ich den Schwur aufrechthalte, den
ich euren Vtern geschworen habe: ihnen ein Land zu geben, das
von Milch und Honig berfliet, wie es an diesem Tag ist! Ich
antwortete und sprach: Amen, HERR! $11/6$ Und der HERR sprach zu
mir: Rufe alle diese Worte aus in den Stdten Judas und auf den
Straen von Jerusalem und sprich: Hrt die Worte dieses Bundes
und handelt danach! $11/7$ Denn ich habe euren Vtern
eindringlich bezeugt [schon] an dem Tag, als ich sie aus dem
Land gypten herauffhrte, bis zu diesem Tag, frh mich
aufmachend und bezeugend, indem ich sprach: Hrt auf meine
Stimme! $11/8$ Aber sie haben nicht gehrt und ihr Ohr nicht
geneigt, sondern sie lebten alle in der Verstocktheit ihres
bsen Herzens. Und ich brachte ber sie alle Worte dieses
Bundes, den ich zu befolgen gebot und den sie nicht befolgt
haben.

$11/9$ Und der HERR sprach zu mir: Es hat sich eine Verschwrung
gefunden unter den Mnnern von Juda und unter den Bewohnern von
Jerusalem. $11/10$ Sie sind zurckgekehrt zu den Snden der
Vter vor ihnen, die sich [auch schon] geweigert hatten, auf
meine Worte zu hren. So sind [auch] sie anderen Gttern
nachgelaufen, um ihnen zu dienen. Das Haus Israel und das Haus
Juda haben meinen Bund gebrochen, den ich mit ihren Vtern
geschlossen habe. $11/11$ Darum, so spricht der HERR: Siehe, ich
bringe Unheil ber sie, dem sie nicht entgehen knnen, und sie
werden zu mir um Hilfe schreien, aber ich werde nicht auf sie
hren. $11/12$ Und die Stdte von Juda und die Bewohner von
Jerusalem werden hingehen und zu den Gttern um Hilfe schreien,
denen sie Rauchopfer dargebracht haben; aber die werden sie
nicht retten zur Zeit ihres Unglcks. $11/13$ Denn so zahlreich
wie deine Stdte sind deine Gtter geworden, Juda. Und nach der
Zahl der Straen von Jerusalem habt ihr der Schande Altre
gesetzt, Altre, um dem Baal Rauchopfer darzubringen. - $11/14$
Du aber, bitte nicht fr dieses Volk und erhebe weder Flehen
noch Gebet fr sie! Denn ich werde nicht hren zu der Zeit, da
sie wegen ihres Unglcks zu mir rufen werden.

$11/15$ Was hat mein Geliebter in meinem Haus zu schaffen, da
sie [doch] alle [nur] Rnke schmieden? Wird heiliges
[Opfer]fleisch deine Bosheit von dir wegnehmen? Dann kannst du
frohlocken. $11/16$ Einen grnen lbaum mit schn gewachsener
Frucht hatte der HERR dich genannt. Ein groes Geprassel: Feuer
hat er an ihn gelegt, und seine ste brechen ab. $11/17$ Und der
HERR der Heerscharen, der dich gepflanzt, hat Unheil ber dich
beschlossen wegen der Bosheit des Hauses Israel und des Hauses
Juda, die sie verbt haben, um mich zu reizen, indem sie dem
Baal Rauchopfer darbrachten.

Anschlag gegen Jeremia - Seine Frage nach Gottes Handeln und
Antwort Gottes.

$11/18$ Der HERR hat es mich erkennen lassen, da erkannte ich
es. Damals zeigtest du mir ihre Taten. $11/19$ Und ich war wie
ein zutrauliches Lamm, das zum Schlachten gefhrt wird. Ich
hatte nicht erkannt, da sie Anschlge gegen mich planten: Lat
uns den Baum mit seiner Frucht verderben und ihn aus dem Land
der Lebendigen ausrotten, da man sich nicht mehr an seinen
Namen erinnert! $11/20$ Aber du, HERR der Heerscharen, der du
gerecht richtest, Nieren und Herz prfst, la mich deine Rache
an ihnen sehen! Denn dir habe ich meine Rechtssache anvertraut.

$11/21$ Darum, so spricht der HERR ber die Mnner von Anatot,
die nach deinem Leben trachten und sagen: Du sollst nicht
weissagen im Namen des HERRN, sonst wirst du durch unsere Hnde
sterben! - $11/22$ darum, so spricht der HERR der Heerscharen:
Siehe, ich suche sie heim. Die jungen Mnner werden durchs
Schwert sterben, ihre Shne und ihre Tchter werden vor Hunger
sterben, $11/23$ und kein berrest wird [von] ihnen bleiben;
denn ich bringe Unglck ber die Mnner von Anatot im Jahr ihrer
Heimsuchung.

\12\

$12/1$ Du bleibst im Recht, HERR, wenn ich mit dir einen
Rechtsstreit fhre. Dennoch mchte ich Rechtssachen mit dir
bereden: Warum ist der Weg der Gottlosen erfolgreich, [warum]
haben Ruhe alle, die Treulosigkeit ben? $12/2$ Du hast sie
gepflanzt, sie haben auch Wurzel geschlagen; sie wachsen, tragen
auch Frucht. Nahe bist du in ihrem Mund, doch fern von ihren
Nieren. $12/3$ Du aber, HERR, du kennst mich, du siehst mich und
prfst mein Herz, [wie es] zu dir [steht]. Reie sie fort wie
Schafe zur Schlachtung und weihe sie fr den Tag des
Abschlachtens! $12/4$ Wie lange soll das Land vertrocknen und
das Kraut des ganzen Feldes welken? Wegen der Bosheit seiner
Bewohner sind Vieh und Vgel zugrunde gegangen; denn sie sagen:
Er wird unser Ende nicht sehen. - $12/5$ Wenn du mit Fugngern
lufst und sie dich [schon] ermden, wie willst du [dann] mit
Pferden um die Wette laufen? Und wenn du dich [nur] im Land des
Friedens sicher fhlst, wie willst du es [dann] machen in der
Pracht des Jordan? $12/6$ Denn auch deine Brder und das Haus
deines Vaters, auch sie sind treulos gegen dich, auch sie rufen
dir nach aus voller Kehle. Glaube ihnen nicht, wenn sie
freundlich mit dir reden!

Klage Gottes ber sein Gericht - Ankndigung des Heils fr
Israel und die Vlker.

$12/7$ Ich habe mein Haus verlassen, mein Erbteil verstoen, ich
habe den Liebling meiner Seele in die Hand seiner Feinde
gegeben. $12/8$ Mein Erbteil ist mir geworden wie ein Lwe im
Wald. Es hat seine Stimme gegen mich erhoben, darum hasse ich
es. $12/9$ Ist mir mein Erbteil [etwa] ein bunter Raubvogel, so
da [andere] Raubvgel ringsum ber ihn [herfallen]? Auf!
Versammelt alle Tiere des Feldes, bringt sie zum Fressen herbei!
$12/10$ Viele Hirten haben meinen Weinberg verdorben, meinen
Acker zertreten; sie haben meinen kostbaren Acker zur wsten
Einde gemacht. $12/11$ Man hat es zur Einde gemacht: verdet
trauert es vor mir. Das ganze Land ist verdet, weil niemand es
zu Herzen nahm. $12/12$ ber alle kahlen Hhen in der Steppe
sind Verwster gekommen. Denn ein Schwert des HERRN frit von
einem Ende des Landes bis zum anderen Ende des Landes: Kein
Friede allem Fleisch! $12/13$ Sie haben Weizen gest und Dornen
geerntet; sie haben sich abgemht, nichts ausgerichtet. So
werdet zuschanden an euren Ertrgen vor der Glut des Zornes des
HERRN!

$12/14$ So spricht der HERR: ber alle meine bsen Nachbarn, die
das Erbteil antasten, das ich mein Volk Israel habe erben
lassen: Siehe, ich werde sie aus ihrem Land herausreien, und
das Haus Juda werde ich aus ihrer Mitte ausreien. $12/15$ Und
es soll geschehen, nachdem ich sie herausgerissen habe, werde
ich mich wieder ber sie erbarmen und sie zurckbringen, einen
jeden in sein Erbteil und einen jeden in sein Land. $12/16$ Und
es soll geschehen, wenn sie die Wege meines Volkes wirklich
lernen, so da sie bei meinem Namen schwren: `So wahr der HERR
lebt! - wie sie mein Volk gelehrt haben, beim Baal zu schwren,
so sollen sie mitten in meinem Volk aufgebaut werden. $12/17$
Wenn sie aber nicht hren, dann werde ich eine solche Nation
endgltig ausreien und verloren geben, spricht der HERR.

Gerichtsdrohung in Sinnbildern und Warnreden.

\13\

$13/1$ So hat der HERR zu mir gesprochen: Geh und kaufe dir
einen leinenen Hftschurz und lege ihn um deine Hften! Aber ins
Wasser sollst du ihn nicht bringen. $13/2$ Und ich kaufte den
Hftschurz nach dem Wort des HERRN und legte ihn um meine
Hften. $13/3$ Und das Wort des HERRN geschah zu mir zum zweiten
Mal: $13/4$ Nimm den Hftschurz, den du gekauft hast, der um
deine Hften ist, und mach dich auf, geh an den Euphrat und
verbirg ihn dort in einer Felsspalte! $13/5$ Da ging ich hin und
verbarg ihn am Euphrat, wie der HERR mir geboten hatte. $13/6$
Und es geschah am Ende von vielen Tagen, da sprach der HERR zu
mir: Mach dich auf, geh an den Euphrat und hole von dort den
Hftschurz, den dort zu verbergen ich dir geboten habe! $13/7$
Da ging ich an den Euphrat und grub und nahm den Hftschurz von
der Stelle, wo ich ihn verborgen hatte; und siehe, der
Hftschurz war verdorben, taugte zu gar nichts mehr. - $13/8$
Und das Wort des HERRN geschah zu mir: $13/9$ So spricht der
HERR: So werde ich den Hochmut Judas und den groen Hochmut
Jerusalems verderben. $13/10$ Dieses bse Volk, das sich
weigert, meine Worte zu hren, das da lebt in der Verstocktheit
seines Herzens und anderen Gttern nachluft, um ihnen zu dienen
und sich vor ihnen niederzuwerfen: es soll werden wie dieser
Hftschurz, der zu gar nichts taugt. $13/11$ Denn ebenso wie der
Hftschurz sich an die Hften eines Mannes anschliet, so hatte
ich das ganze Haus Israel und das ganze Haus Juda an mich
angeschlossen, spricht der HERR, damit sie mir zum Volk und zum
Ruhm und zum Preis und zum Schmuck seien; aber sie haben nicht
gehrt.

$13/12$ Und [nun] sage dieses Wort zu ihnen: So spricht der
HERR, der Gott Israels: Jeder Krug wird mit Wein gefllt. Und
wenn sie zu dir sagen: Wissen wir nicht sehr wohl, da jeder
Krug mit Wein gefllt wird? - $13/13$ dann sage ihnen: So
spricht der HERR: Siehe, ich werde alle Bewohner dieses Landes
und die Knige, die auf dem Thron Davids sitzen, und die
Priester und die Propheten und alle Bewohner von Jerusalem mit
Trunkenheit erfllen. $13/14$ Und ich werde sie zerschmettern,
einen am anderen, die Vter zusammen mit den Kindern, spricht
der HERR. Ich werde kein Mitleid haben noch [sie] schonen, noch
mich erbarmen, da ich sie nicht verderbe.

$13/15$ Hrt und nehmt zu Ohren, berhebt euch nicht! Denn der
HERR hat geredet. $13/16$ Gebt dem HERRN, eurem Gott, Ehre,
bevor er es finster macht und bevor eure Fe sich an Bergen der
Dmmerung stoen und ihr auf Licht wartet und er es in
Finsternis verwandelt und zur Dunkelheit macht. $13/17$ Wenn ihr
aber nicht hrt, wird meine Seele im Verborgenen weinen wegen
[eures] Hochmuts. Und bitter weinen wird mein Auge und von
Trnen flieen, weil die Herde des HERRN gefangen weggefhrt
wird.

$13/18$ Sprich zum Knig und zur Herrin: Setzt euch tief
herunter! Denn von euren Huptern ist herabgesunken die Krone
eurer Herrlichkeit. $13/19$ Die Stdte des Sdens sind
verschlossen, und niemand ffnet. Ganz Juda wird weggefhrt,
vollstndig weggefhrt. $13/20$ Erhebt eure Augen und seht, wie
[die Feinde] von Norden kommen! Wo ist die Herde, die dir
gegeben war, deine herrlichen Schafe? $13/21$ Was wirst du
sagen, wenn er [deine] Liebhaber - du hast sie ja selbst an dich
gewhnt - als Oberhaupt ber dich setzen wird? Werden dich nicht
Wehen ergreifen wie eine Frau, die gebiert? $13/22$ Und wenn du
in deinem Herzen sagst: Warum ist mir dies zugestoen? - wegen
der Gre deiner Schuld sind deine Sume aufgedeckt und deine
Fersen mihandelt worden. $13/23$ Kann ein Schwarzer seine Haut
ndern, ein Leopard seine Flecken? [Dann] knntet auch ihr Gutes
tun, die ihr an Bsestun gewhnt seid. $13/24$ So werde ich sie
zerstreuen wie Strohstoppeln, die vor dem Wind der Wste
dahinfahren. $13/25$ Das ist dein Los, dein von mir zugemessenes
Teil, spricht der HERR, weil du mich vergessen und auf Lge
vertraut hast. $13/26$ Und so werde auch ich deine Sume
hochheben ber dein Gesicht, da deine Schande gesehen wird.
$13/27$ Dein Ehebrechen und dein Wiehern, die Schandtat deiner
Hurerei auf den Hgeln [und] im Feld: deine Greuel habe ich
gesehen. Wehe dir, Jerusalem! Du wirst nicht rein werden, - wie
lange wird es noch dauern?

Mehrmalige Abweisung der Frbitte des Propheten.

\14\

$14/1$ Was als Wort des HERRN zu Jeremia geschah aus Anla der
Drre:

$14/2$ Juda trauert, und seine Tore welken dahin, sie liegen in
Trauer am Boden, und Jerusalems Klagegeschrei steigt empor.
$14/3$ Seine Mchtigen schicken ihre Untergebenen nach Wasser.
Sie kommen zu den Zisternen [und] finden kein Wasser, sie kommen
mit leeren Hnden zurck mit ihren Gefen; sie sind enttuscht
und beschmt und verhllen ihr Haupt. $14/4$ Wegen des
Erdbodens, der zerbrochen ist, weil kein Regen im Land ist, sind
die Bauern beschmt [und] verhllen ihr Haupt. $14/5$ Ja, auch
die Hirschkuh auf dem Feld gebiert und lt ihr [Kalb im Stich];
denn kein Gras ist da. $14/6$ Und die Wildesel stehen auf den
kahlen Hhen, schnappen nach Luft wie die Schakale; ihre Augen
erlschen, denn kein Kraut ist da.

$14/7$ Wenn unsere Snden gegen uns aussagen, HERR, so handle um
deines Namens willen [gndig an uns]! Denn zahlreich sind unsere
Treulosigkeiten; gegen dich haben wir gesndigt. $14/8$ Du
Hoffnung Israels, sein Retter in der Zeit der Bedrngnis, warum
willst du wie ein Fremdling im Land sein und wie ein Wanderer,
der [nur] zum bernachten eingekehrt ist? $14/9$ Warum willst du
wie ein erschrockener Mann sein, wie ein Held, der nicht zu
retten vermag? Du bist doch in unserer Mitte, HERR, und ber uns
ist dein Name ausgerufen. Verla uns nicht!

$14/10$ So spricht der HERR zu diesem Volk: Umherzuschweifen, so
liebten sie es, sie hielten ihre Fe nicht zurck. Und der HERR
hat kein Gefallen an ihnen: nun wird er an ihre Missetaten
denken und ihre Snden heimsuchen. - $14/11$ Und der HERR sprach
zu mir: Bitte nicht fr dieses Volk zum Guten! $14/12$ Wenn sie
fasten, werde ich nicht auf ihr Flehen hren. Und wenn sie
Brandopfer und Speisopfer opfern, werde ich kein Gefallen an
ihnen haben; sondern ich werde sie durch das Schwert und durch
den Hunger und durch die Pest vernichten. $14/13$ Und ich
sprach: Ach, Herr, HERR! Siehe, die Propheten sagen zu ihnen:
Ihr werdet kein Schwert sehen, und Hunger wird euch nicht
treffen, sondern ich werde euch einen bestndigen Frieden geben
an diesem Ort. $14/14$ Und der HERR sprach zu mir: Die Propheten
weissagen Lge in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt und
sie nicht beauftragt - auch nicht zu ihnen geredet. Sie
weissagen euch Lgengesicht, Wahrsagerei, Nichtiges und den Trug
ihres Herzens. $14/15$ Darum, so spricht der HERR: ber die
Propheten, die in meinem Namen weissagen - und ich habe sie doch
nicht gesandt -, die sagen: `Weder Schwert noch Hunger wird es
in diesem Land geben, diese Propheten sollen durch das Schwert
und durch den Hunger umkommen. $14/16$ Und das Volk, dem sie
weissagen, soll, von Hunger und Schwert hingeworfen, auf den
Straen von Jerusalem daliegen, und niemand wird sie begraben,
sie, ihre Frauen, ihre Shne und ihre Tchter. Und ich werde
ihre Bosheit ber sie ausschtten. $14/17$ Und du sollst dieses
Wort zu ihnen sagen: Nacht und Tag flieen meine Augen von
Trnen und kommen nicht zur Ruhe. Denn die Jungfrau, die Tochter
meines Volkes, liegt mit schwerer Verletzung, mit einer sehr
schmerzenden Wunde zerbrochen [da]. $14/18$ Wenn ich aufs Feld
hinausgehe, siehe da: vom Schwert Durchbohrte! Und wenn ich in
die Stadt komme, siehe da: Hungerkrankheiten! Ja, sowohl
Propheten als auch Priester ziehen im Land umher und wissen
keinen Rat.

$14/19$ Hast du Juda ganz und gar verworfen? Oder verabscheut
deine Seele Zion? Warum hast du uns geschlagen, so da keine
Heilung fr uns da ist? Man hofft auf Frieden, und da ist nichts
Gutes, und auf die Zeit der Heilung, und siehe da: Schrecken.
$14/20$ HERR, wir kennen unsere Gottlosigkeiten, die Schuld
unserer Vter; denn wir haben gegen dich gesndigt. $14/21$ Um
deines Namens willen verschmhe uns nicht! Entehre nicht den
Thron deiner Herrlichkeit! Denk [an uns], mache deinen Bund mit
uns nicht ungltig! $14/22$ Gibt es unter den Nichtigkeiten der
Nationen Regenspender, oder kann der Himmel [von selbst]
Regengsse geben? Bist du es nicht, HERR, unser Gott? Wir hoffen
auf dich; denn du, du hast dies alles gemacht.

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