Daniels Errettung aus der Lwengrube.

\6\

$6/1$ Und Darius, der Meder, bernahm die Knigsherrschaft, als
er 62 Jahre alt war. $6/2$ Es gefiel Darius, ber das Knigreich
120 Satrapen einzusetzen, die im ganzen Knigreich sein sollten,
$6/3$ und ber sie drei Minister [zu setzen], von denen einer
Daniel war, denen jene Satrapen Rechenschaft geben sollten,
damit der Knig keinen Schaden erlitte. $6/4$ Da bertraf dieser
Daniel die Minister und die Satrapen, weil ein auergewhnlicher
Geist in ihm war. Und der Knig beabsichtigte, ihn ber das
ganze Knigreich einzusetzen.

$6/5$ Da suchten die Minister und die Satrapen einen
Anklagegrund gegen Daniel in bezug auf seine Amtsgeschfte zu
finden. Aber sie konnten keinerlei Anklagegrund und nichts
Schlechtes finden, weil er treu war und keinerlei Nachlssigkeit
oder Schlechtes bei ihm zu finden waren. $6/6$ Da sagten diese
Mnner: Wir werden bei diesem Daniel keinen Anklagegrund finden,
es sei denn, da wir im Gesetz seines Gottes etwas gegen ihn
finden. $6/7$ Daraufhin strzten diese Minister und Satrapen zum
Knig und sprachen zu ihm so: Knig Darius, lebe ewig! $6/8$
Alle Minister des Knigreichs, die Statthalter und Satrapen, die
Staatsrte und Verwalter haben sich beraten, da der Knig eine
Verordnung erlassen und ein Verbot besttigen solle, da jeder,
der innerhalb von dreiig Tagen an irgendeinen Gott oder
Menschen eine Bitte richtet auer an dich, o Knig, in die
Lwengrube geworfen werden soll. $6/9$ Nun, o Knig, erla das
Verbot und la ein Schriftstck ausfertigen, das nicht gendert
werden darf nach dem Gesetz der Meder und Perser, das
unaufhebbar ist! $6/10$ Daraufhin lie der Knig Darius das
Schriftstck und das Verbot ausfertigen.

$6/11$ Und als Daniel erfuhr, da das Schriftstck ausgefertigt
war, ging er in sein Haus. Er hatte aber in seinem Obergemach
offene Fenster nach Jerusalem hin; und dreimal am Tag kniete er
auf seine Knie nieder, betete und pries vor seinem Gott, wie er
[es auch] vorher getan hatte.

$6/12$ Da strzten jene Mnner herbei und fanden Daniel betend
und flehend vor seinem Gott. $6/13$ Darauf nherten sie sich dem
Knig und sprachen vor [ihm] bezglich des kniglichen Verbotes:
Hast du nicht ein Verbot ausfertigen lassen, da jedermann, der
innerhalb von dreiig Tagen von irgendeinem Gott oder Menschen
etwas erbittet auer von dir, o Knig, in die Lwengrube
geworfen werden sollte? Der Knig antwortete und sprach: Das
Wort ist unumstlich nach dem Gesetz der Meder und Perser, das
unaufhebbar ist. $6/14$ Darauf antworteten sie und sprachen vor
dem Knig: Daniel, einer der Weggefhrten aus Juda, schenkt
weder dir, o Knig, noch dem Verbot, das du hast ausfertigen
lassen, Beachtung; sondern er betet dreimal am Tag. $6/15$ Da
mifiel es dem Knig, als er die Sache hrte, sehr, und er sann
darauf, Daniel zu retten; und bis zum Untergang der Sonne
bemhte er sich, ihn zu befreien. $6/16$ Da strzten diese
Mnner zum Knig und sagten zum Knig: Wisse, o Knig, da die
Meder und Perser ein Gesetz haben, wonach kein Verbot und keine
Verordnung, die der Knig erlassen hat, abgendert werden darf!
$6/17$ Dann befahl der Knig, und man brachte Daniel [herbei]
und warf ihn in die Lwengrube. Der Knig begann und sagte zu
Daniel: Dein Gott, dem du ohne Unterla dienst, er mge dich
retten! $6/18$ Und ein Stein wurde gebracht und auf die ffnung
der Grube gelegt; und der Knig versiegelte ihn mit seinem
Siegelring und mit den Siegelringen seiner Gewaltigen, damit die
Sache mit Daniel nicht verndert wrde.

$6/19$ Darauf ging der Knig in seinen Palast, und er
bernachtete fastend und lie keine Speise zu sich
hereinbringen; und sein Schlaf floh von ihm. $6/20$ Dann stand
der Knig bei der Morgenrte, sobald es hell wurde, auf und ging
schnell zur Lwengrube. $6/21$ Und als er sich der Grube
nherte, rief er mit trauriger Stimme nach Daniel. Der Knig
begann und sagte zu Daniel: Daniel, Knecht des lebendigen
Gottes, hat dein Gott, dem du ohne Unterla dienst, dich von den
Lwen erretten knnen? $6/22$ Da redete Daniel mit dem Knig: O
Knig, lebe ewig! $6/23$ Mein Gott hat seinen Engel gesandt, und
er hat den Rachen der Lwen verschlossen, so da sie mich nicht
verletzt haben, weil vor ihm Unschuld an mir gefunden wurde. Und
auch vor dir, o Knig, habe ich kein Verbrechen begangen. $6/24$
Da freute sich der Knig sehr, und er befahl, Daniel aus der
Grube herauszuholen. Und Daniel wurde aus der Grube
herausgeholt; und keine Verletzung wurde an ihm gefunden, weil
er auf seinen Gott vertraut hatte. $6/25$ Und der Knig befahl,
und man brachte jene Mnner, die Daniel verklagt hatten, und man
warf sie in die Lwengrube, sie, ihre Kinder und ihre Frauen.
Und ehe sie noch am Boden der Grube angekommen waren, fielen die
Lwen ber sie her, und sie zermalmten alle ihre Knochen.

$6/26$ Dann schrieb der Knig Darius an alle Vlker, Nationen
und Sprachen, die auf der ganzen Erde wohnten: Euer Friede sei
gro! $6/27$ Von mir ergeht der Befehl, da man in der ganzen
Herrschaft meines Knigreichs vor dem Gott Daniels zittere und
sich frchte! Denn er ist der lebendige Gott und bleibt in
Ewigkeit; und sein Knigreich wird nicht zerstrt werden, und
seine Herrschaft [whrt] bis ans Ende. $6/28$ [Er,] der rettet
und befreit und Zeichen und Wunder im Himmel und auf der Erde
tut, er hat Daniel aus der Gewalt der Lwen errettet.

$6/29$ Und dieser Daniel stand in groem Ansehen unter der
Regierung des Darius und unter der Regierung des Kyrus, des
Persers.

Daniels Gesicht von den vier Tieren und dem Menschensohn.

V. 1-14: V. 15-28.

\7\

$7/1$ Im ersten Jahr Belsazars, des Knigs von Babel, sah Daniel
einen Traum und Gesichte seines Hauptes auf seinem Lager. Dann
schrieb er den Traum auf, die Summe der Ereignisse berichtete
er.

$7/2$ Daniel fing an und sprach: Ich schaute in meinem Gesicht
in der Nacht, und siehe, die vier Winde des Himmels whlten das
groe Meer auf. $7/3$ Und vier groe Tiere stiegen aus dem Meer
herauf, jedes verschieden vom anderen. $7/4$ Das erste war wie
ein Lwe und hatte Adlerflgel; ich sah [hin], bis seine Flgel
ausgerissen wurden und es von der Erde aufgehoben und wie ein
Mensch auf seine Fe gestellt und ihm das Herz eines Menschen
gegeben wurde. $7/5$ Und siehe, ein anderes, ein zweites Tier,
war einem Bren gleich. Und es war auf der einen Seite
aufgerichtet und hatte in seinem Maul drei Rippen zwischen
seinen Zhnen. Und man sprach zu ihm so: Steh auf, fri viel
Fleisch! $7/6$ Nach diesem schaute ich, und siehe, ein anderes,
wie ein Leopard: das hatte vier Vogelflgel auf seinem Rcken.
Und das Tier hatte vier Kpfe, und Herrschaft wurde ihm gegeben.
$7/7$ Nach diesem schaute ich in Gesichten der Nacht: und siehe,
ein viertes Tier, furchtbar und schreckenerregend und
auergewhnlich stark, und es hatte groe eiserne Zhne; es fra
und zermalmte, und den Rest zertrat es mit seinen Fen. Und es
war verschieden von allen Tieren, die vor ihm waren, und es
hatte zehn Hrner. $7/8$ Whrend ich auf die Hrner achtete,
siehe, da stieg ein anderes, kleines Horn zwischen ihnen empor,
und drei von den ersten Hrnern wurden vor ihm ausgerissen; und
siehe, an diesem Horn waren Augen wie Menschenaugen und ein
Mund, der groe Worte redete. $7/9$ Ich schaute, bis Throne
aufgestellt wurden und einer, der alt war an Tagen, sich setzte.
Sein Gewand war wei wie Schnee und das Haar seines Hauptes wie
reine Wolle, sein Thron Feuerflammen, dessen Rder ein loderndes
Feuer. $7/10$ Ein Feuerstrom flo und ging von ihm aus. Tausend
mal Tausende dienten ihm, und zehntausend mal Zehntausende
standen vor ihm. Das Gericht setzte sich, und Bcher wurden
geffnet. $7/11$ Dann schaute ich wegen der Stimme der groen
Worte, die das Horn redete: ich schaute, bis das Tier gettet
und sein Leib zerstrt und dem Brand des Feuers bergeben wurde.
$7/12$ Und den brigen Tieren wurde ihre Herrschaft weggenommen,
und Lebensdauer wurde ihnen gegeben bis auf Zeit und Stunde.

$7/13$ Ich schaute in Gesichten der Nacht: und siehe, mit den
Wolken des Himmels kam einer wie der Sohn eines Menschen. Und er
kam zu dem Alten an Tagen, und man brachte ihn vor ihn. $7/14$
Und ihm wurde Herrschaft und Ehre und Knigtum gegeben, und alle
Vlker, Nationen und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist
eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Knigtum
[so], da es nicht zerstrt wird.

V. 15-28: V. 1-14.

$7/15$ Mir, Daniel, wurde mein Geist tief in meinem Innern
bekmmert, und die Gesichte meines Hauptes erschreckten mich.
$7/16$ Ich nherte mich einem von denen, die dastanden, und bat
ihn um genaue Auskunft ber dies alles. Und er sprach zu mir und
lie mich die Deutung der Sachen wissen: $7/17$ Diese groen
Tiere - es sind vier - [bedeuten]: vier Knige werden sich von
der Erde her erheben. $7/18$ Aber die Heiligen des Hchsten
werden das Reich empfangen, und sie werden das Reich besitzen
bis in Ewigkeit, ja, bis in die Ewigkeit der Ewigkeiten. $7/19$
Daraufhin wollte ich Genaueres wissen ber das vierte Tier, das
von allen anderen verschieden war, auergewhnlich
schreckenerregend, dessen Zhne aus Eisen und dessen Klauen aus
Bronze waren, das fra, zermalmte und den Rest mit seinen Fen
zertrat, $7/20$ und ber die zehn Hrner auf seinem Kopf und
ber das andere [Horn], das emporstieg und vor dem drei [andere
Hrner] ausfielen. Und das Horn hatte Augen und einen Mund, der
groe Worte redete, und sein Aussehen war grer als das seiner
Gefhrten. $7/21$ Ich sah, wie dieses Horn gegen die Heiligen
Krieg fhrte und sie besiegte, $7/22$ bis der, der alt an Tagen
war, kam und das Gericht den Heiligen des Hchsten gegeben wurde
und die Zeit anbrach, da die Heiligen das Knigreich in Besitz
nahmen. - $7/23$ Er sprach so: Das vierte Tier [bedeutet]: ein
viertes Knigreich wird auf Erden sein, das von allen [anderen]
Knigreichen verschieden sein wird. Es wird die ganze Erde
auffressen und sie zertreten und sie zermalmen. $7/24$ Und die
zehn Hrner [bedeuten]: aus diesem Knigreich werden sich zehn
Knige erheben. Und ein anderer wird sich nach ihnen erheben,
und dieser wird verschieden sein von den vorigen, und er wird
drei Knige erniedrigen. $7/25$ Und er wird Worte reden gegen
den Hchsten und wird die Heiligen des Hchsten aufreiben; und
er wird danach trachten, Festzeiten und Gesetz zu ndern, und
sie werden in seine Hand gegeben werden fr eine Zeit und [zwei]
Zeiten und eine halbe Zeit. $7/26$ Aber das Gericht wird sich
setzen; und man wird seine Herrschaft wegnehmen, um sie zu
vernichten und zu zerstren bis zum Ende. $7/27$ Und das Reich
und die Herrschaft und die Gre der Knigreiche unter dem
ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Hchsten gegeben
werden. Sein Reich ist ein ewiges Reich, und alle Mchte werden
ihm dienen und gehorchen. - $7/28$ Hier endet der Bericht. Mich,
Daniel, ngstigten meine Gedanken sehr, und meine Gesichtsfarbe
vernderte sich an mir. Und ich bewahrte die Sache in meinem
Herzen. Daniels Gesicht vom Widder und Ziegenbock

\8\

$8/1$ Im dritten Jahr der Regierung des Knigs Belsazar erschien
mir, Daniel, ein Gesicht nach dem, das mir im Anfang erschienen
war. $8/2$ Und ich sah im Gesicht: Und es geschah, whrend ich
sah, da war ich in der Burg Susa, die in der Provinz Elam ist;
und ich sah im Gesicht, da ich am Flu Ulai war. $8/3$ Und ich
erhob meine Augen und sah: Und siehe, ein Widder stand vor dem
Flu, der hatte zwei Hrner; und die zwei Hrner waren hoch, und
das eine war hher als das zweite, und das hhere stieg zuletzt
auf. $8/4$ Ich sah den Widder nach Westen und nach Norden und
nach Sden stoen, und kein Tier hielt ihm stand, und niemand
rettete aus seiner Hand; und er handelte nach seinem Belieben
und wurde gro. $8/5$ Und whrend ich achtgab, siehe, da kam ein
Ziegenbock von Westen her ber die ganze Erde, und er berhrte
die Erde nicht; und der Bock hatte ein ansehnliches Horn
zwischen seinen Augen. $8/6$ Und er kam zu dem Widder mit den
zwei Hrnern, den ich vor dem Flu hatte stehen sehen; und im
Zorn seiner Kraft rannte er auf ihn zu. $8/7$ Und ich sah ihn
neben dem Widder eintreffen, und er ergrimmte gegen ihn, und er
stie den Widder und zerbrach seine beiden Hrner; und in dem
Widder war keine Kraft, vor ihm zu bestehen. Und er warf ihn zu
Boden und zertrat ihn, und niemand rettete den Widder aus seiner
Hand.

$8/8$ Und der Ziegenbock wurde beraus gro. Und als er stark
geworden war, zerbrach das groe Horn, und vier ansehnliche
[Hrner] wuchsen an seiner Stelle nach den vier Winden des
Himmels hin. $8/9$ Und aus dem einen von ihnen kam ein einzelnes
Horn hervor, [zunchst] klein, aber es wurde bermig gro
gegen Sden und gegen Osten und gegen die Zierde. $8/10$ Und es
wuchs bis an das Heer des Himmels, und es warf [einige] von dem
Heer und von den Sternen zur Erde herab und zertrat sie. $8/11$
Selbst bis an den Obersten des Heeres wuchs er [empor]. Und er
nahm ihm das regelmige [Opfer] weg, und die Sttte seines
Heiligtums wurde gestrzt. $8/12$ Und ein [Opfer]dienst wurde
verbrecherisch gegen das regelmige [Opfer] eingerichtet. Und
das Horn warf die Wahrheit zu Boden, und hatte Erfolg. $8/13$
Und ich hrte einen Heiligen reden. Und es sprach ein Heiliger
zu jemandem - dem Redenden [nmlich] -: Bis wann [gilt] das
Gesicht von dem regelmigen [Opfer] und von dem entsetzlichen
Verbrechen, da sowohl das Heiligtum als auch der [Opfer]dienst
zur Zertretung preisgegeben sind? $8/14$ Und er sagte zu mir:
Bis zu 2 300 Abenden und Morgen; dann wird das Heiligtum
[wieder] gerechtfertigt.

$8/15$ Und es geschah, als ich, Daniel, das Gesicht gesehen
hatte, da suchte ich Verstndnis [darber]. Und siehe, da stand
vor mir [einer, sein Aussehen war] wie das Aussehen eines
Mannes. $8/16$ Und ich hrte eine Menschenstimme zwischen [den
Ufern des] Ulai, die rief und sprach: Gabriel, la diesen das
Gesehene verstehen! $8/17$ Und er trat an den Ort, wo ich stand;
und als er herantrat, erschrak ich und fiel nieder auf mein
Angesicht. Er aber sprach zu mir: Merke auf, Menschensohn! Denn
das Gesicht [gilt] fr die Zeit des Endes. $8/18$ Und als er mit
mir redete, sank ich betubt zur Erde auf mein Angesicht. Er
aber rhrte mich an und stellte mich auf meinen [vorigen] Platz.
$8/19$ Und er sagte: Siehe, ich will dich erkennen lassen, was
am Ende der Verfluchung geschehen wird; denn es [gilt] fr die
[festgesetzte] Zeit des Endes. $8/20$ Der Widder mit den zwei
Hrnern, den du gesehen hast, [das] sind die Knige von Medien
und Persien. $8/21$ Und der zottige Ziegenbock ist der Knig von
Griechenland. Und das groe Horn, das zwischen seinen Augen war,
das ist der erste Knig. $8/22$ Und da es zerbrach und da vier
[andere] an seiner Stelle auftraten, [bedeutet]: vier
Knigreiche werden aus der Nation aufstehen, aber nicht mit
seiner Macht. $8/23$ Und am Ende ihrer Knigsherrschaft, wenn
die Abgefallenen das Ma vollgemacht haben, wird ein Knig
aufstehen, mit hartem Gesicht und erfahren in Rnken. $8/24$ Und
seine Macht wird stark sein, jedoch nicht durch seine eigene
Macht; und er wird entsetzliches Verderben anrichten und wird
erfolgreich sein und handeln. Und er wird die Starken und das
Volk der Heiligen vernichten. $8/25$ Und wegen seines Verstandes
wird er erfolgreich sein, [mit] Betrug in seiner Hand. Und er
wird in seinem Herzen grotun, und unversehens wird er viele
vernichten. Und gegen den Frsten der Frsten wird er sich
auflehnen, aber ohne eine [Menschen]hand wird er zerbrochen
werden. $8/26$ Und die Erscheinung von den Abenden und von den
Morgen: was gesagt wurde, ist Wahrheit. Du aber, halte das
Gesicht geheim, denn es sind noch viele Tage bis dahin.

$8/27$ Und ich, Daniel, war erschpft und [einige] Tage krank.
Dann stand ich auf und verrichtete die Geschfte des Knigs. Und
ich war entsetzt ber das Gesehene, und keiner war da, der es
verstand.

Daniels Bugebet und das Geheimnis der siebzig Jahrwochen.

\9\

$9/1$ Im ersten Jahr des Darius, des Sohnes des Ahasveros, vom
Geschlecht der Meder, der ber das Reich der Chalder Knig
geworden war, $9/2$ im ersten Jahr seiner Knigsherrschaft
achtete ich, Daniel, in den Bcherrollen auf die Zahl der Jahre,
ber die das Wort des HERRN zum Propheten Jeremia geschehen war,
da [nmlich] siebzig Jahre ber den Trmmern Jerusalems
dahingehen sollten. $9/3$ Und ich richtete mein Gesicht zu Gott,
dem Herrn, hin, um [ihn] mit Gebet und Flehen zu suchen, in
Fasten und Sack und Asche. $9/4$ Und ich betete zum HERRN,
meinem Gott, und ich bekannte und sprach: Ach, Herr, du groer
und furchtbarer Gott, der Bund und Gte denen bewahrt, die ihn
lieben und seine Gebote halten! $9/5$ Wir haben gesndigt und
haben uns vergangen und haben gottlos gehandelt, und wir haben
uns aufgelehnt und sind von deinen Geboten und von deinen
Rechtsbestimmungen abgewichen. $9/6$ Und wir haben nicht auf
deine Knechte, die Propheten, gehrt, die in deinem Namen zu
unseren Knigen, unseren Obersten und unseren Vtern und zum
ganzen Volk des Landes geredet haben. $9/7$ Bei dir, o Herr, ist
die Gerechtigkeit, bei uns aber ist die Beschmung des
Angesichts, wie es an diesem Tag ist: bei den Mnnern von Juda
und den Bewohnern von Jerusalem und dem ganzen Israel, den Nahen
und den Fernen, in allen Lndern, wohin du sie vertrieben hast
wegen ihrer Untreue, die sie gegen dich begangen haben. $9/8$
HERR! Bei uns ist die Beschmung des Angesichts, bei unseren
Knigen, unseren Obersten und unseren Vtern, weil wir gegen
dich gesndigt haben. $9/9$ Bei dem Herrn, unserem Gott, ist das
Erbarmen und die Vergebung. Denn wir haben uns gegen ihn
aufgelehnt, $9/10$ und wir haben nicht auf die Stimme des HERRN,
unseres Gottes, gehrt, [der uns gebot,] in seinen Gesetzen zu
leben, die er uns durch seine Knechte, die Propheten, vorgelegt
hat. $9/11$ Und ganz Israel hat dein Gesetz bertreten und ist
abgewichen, so da sie deiner Stimme nicht gehorcht haben. Und
so hat sich der Fluch und der Schwur ber uns ergossen, der im
Gesetz des Mose, des Knechtes Gottes, geschrieben steht, weil
wir gegen ihn gesndigt haben. $9/12$ Und er hat seine Worte
erfllt, die er geredet hat ber uns und ber unsere Richter,
die uns richteten, [nmlich] ein groes Unglck ber uns zu
bringen, so da unter dem ganzen Himmel nichts [derartiges]
geschehen ist wie das, was an Jerusalem geschehen ist. $9/13$
Wie es im Gesetz des Mose geschrieben steht, so ist all dies
Unglck ber uns gekommen. Und wir haben das Angesicht des
HERRN, unseres Gottes, nicht besnftigt, indem wir von unserer
Schuld umgekehrt wren und achtgehabt htten auf deine Wahrheit.
$9/14$ Und so war der HERR auf das Unglck bedacht und lie es
ber uns kommen. Denn der HERR, unser Gott, ist gerecht in allen
seinen Taten, die er tut. Aber wir haben nicht auf seine Stimme
gehrt. $9/15$ Und nun, Herr, unser Gott, der du dein Volk aus
dem Land gypten mit starker Hand herausgefhrt und dir einen
Namen gemacht hast, wie es an diesem Tag ist! Wir haben
gesndigt, wir haben gottlos gehandelt. $9/16$ Herr, nach all
[den Taten] deiner Gerechtigkeit mgen doch dein Zorn und deine
Erregung sich wenden von deiner Stadt Jerusalem, dem Berg deines
Heiligtums! Denn wegen unserer Snden und wegen der Vergehen
unserer Vter sind Jerusalem und dein Volk zum Hohn geworden fr
alle rings um uns her. $9/17$ Und nun, unser Gott, hre auf das
Gebet deines Knechtes und auf sein Flehen! Und la dein
Angesicht leuchten ber dein verwstetes Heiligtum um des Herrn
willen! $9/18$ Neige, mein Gott, dein Ohr und hre! Tu deine
Augen auf und sieh unsere Verwstungen und die Stadt, ber der
dein Name genannt ist! Denn nicht aufgrund unserer
Gerechtigkeiten legen wir unser Flehen vor dich hin, sondern
aufgrund deiner vielen Erbarmungen. $9/19$ Herr, hre! Herr,
vergib! Herr, merke auf und handle! Zgere nicht, um deiner
selbst willen, mein Gott! Denn dein Name ist ber deiner Stadt
und deinem Volk genannt worden.

$9/20$ Whrend ich noch redete und betete und meine Snde und
die Snde meines Volkes Israel bekannte und mein Flehen fr den
heiligen Berg meines Gottes vor den HERRN, meinen Gott, hinlegte
- $9/21$ und whrend ich noch redete im Gebet, da, zur Zeit des
Abendopfers, rhrte mich der Mann Gabriel an, den ich am Anfang
im Gesicht gesehen hatte, als ich ganz ermattet war. $9/22$ Und
er wute Bescheid, redete mit mir und sagte: Daniel, jetzt bin
ich ausgegangen, um dich Verstndnis zu lehren. $9/23$ Am Anfang
deines Flehens ist ein Wort ergangen, und ich bin gekommen, um
[es dir] mitzuteilen. Denn du bist ein Vielgeliebter. So achte
nun auf das Wort und verstehe die Erscheinung: $9/24$ Siebzig
Wochen sind ber dein Volk und ber deine heilige Stadt
bestimmt, um das Verbrechen zum Abschlu zu bringen und den
Snden ein Ende zu machen und die Schuld zu shnen und eine
ewige Gerechtigkeit einzufhren und Gesicht und Propheten zu
versiegeln, und ein Allerheiligstes zu salben. $9/25$ So sollst
du denn erkennen und verstehen: Von dem [Zeitpunkt an, als das]
Wort erging, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen, bis zu
einem Gesalbten, einem Frsten, sind es sieben Wochen. Und 62
Wochen [lang] werden Platz und Stadtgraben wiederhergestellt und
gebaut sein, und zwar in der Bedrngnis der Zeiten. $9/26$ Und
nach den 62 Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet werden und
wird keine [Hilfe] finden. Und das Volk eines kommenden Frsten
wird die Stadt und das Heiligtum zerstren, und sein Ende ist in
einer berflutung; und bis zum Ende ist Krieg, fest beschlossene
Verwstungen. $9/27$ Und stark machen wird er einen Bund fr die
Vielen, eine Woche lang; und zur Hlfte der Woche wird er
Schlachtopfer und Speisopfer aufhren lassen. Und auf dem Flgel
von Greueln [kommt] ein Verwster, bis festbeschlossene
Vernichtung ber den Verwster ausgegossen wird.

Daniels Zubereitung fr weitere Weissagungen.

\10\

$10/1$ Im dritten Jahr des Kyrus, des Knigs von Persien, wurde
dem Daniel, der Beltschazar genannt wurde, ein Wort geoffenbart.
Und das Wort ist Wahrheit und [betrifft] eine groe Mhsal. Und
er verstand das Wort, und Verstndnis wurde ihm in dem Gesicht
[zuteil]. - $10/2$ In jenen Tagen trauerte ich, Daniel, drei
volle Wochen. $10/3$ Kstliche Speise a ich nicht, und weder
Fleisch noch Wein kamen in meinen Mund; und ich salbte mich
nicht, bis drei volle Wochen um waren.

$10/4$ Und am 24. Tag des ersten Monats, da war ich am Ufer des
groen Stromes, das ist der Hiddekel. $10/5$ Und ich erhob meine
Augen und sah: und siehe, da war ein Mann, in Leinen gekleidet,
und seine Hften waren umgrtet mit Gold von Ufas. $10/6$ Und
sein Leib war wie ein Trkis und sein Gesicht wie das Aussehen
eines Blitzes. Und seine Augen waren wie Feuerfackeln und seine
Arme und seine Fe wie der Anblick von glatter Bronze. Und der
Klang seiner Worte war wie der Klang einer [Volks]menge. $10/7$
Aber nur ich, Daniel, allein sah die Erscheinung. Die Mnner,
die bei mir waren, sahen die Erscheinung nicht; doch fiel eine
groe Angst auf sie, und sie flohen und versteckten sich. $10/8$
Und ich blieb allein brig und sah diese groe Erscheinung. Und
es blieb keine Kraft in mir, und meine Gesichtsfarbe vernderte
sich an mir bis zur Entstellung, und ich behielt keine Kraft.
$10/9$ Und ich hrte den Klang seiner Worte. Und als ich den
Klang seiner Worte hrte, lag ich betubt auf meinem Gesicht,
mit meinem Gesicht zur Erde. $10/10$ Und siehe, eine Hand rhrte
mich an und rttelte mich auf, [so da ich wieder] auf meine
Knie und Handflchen [kam]. $10/11$ Und er sprach zu mir:
Daniel, du vielgeliebter Mann! Achte auf die Worte, die ich zu
dir rede, und steh an deinem Platz! Denn ich bin jetzt zu dir
gesandt. Und als er dieses Wort mit mir redete, stand ich
zitternd auf. $10/12$ Und er sprach zu mir: Frchte dich nicht,
Daniel! Denn vom ersten Tag an, als du dein Herz darauf
gerichtet hast, Verstndnis zu erlangen und dich vor deinem Gott
zu demtigen, sind deine Worte erhrt worden. Und um deiner
Worte willen bin ich gekommen. $10/13$ Aber der Frst des
Knigreichs Persien stand mir 21 Tage entgegen. Und siehe,
Michael, einer der ersten Frsten, kam, um mir zu helfen, und
ich wurde dort entbehrlich bei den Knigen von Persien. $10/14$
Und ich bin gekommen, um dich verstehen zu lassen, was deinem
Volk am Ende der Tage widerfahren wird; denn noch [gilt] das
Gesicht fr [ferne] Tage. $10/15$ Und als er in dieser Weise mit
mir redete, richtete ich mein Gesicht zur Erde und verstummte.
$10/16$ Und siehe, einer, den Menschenkindern gleich, berhrte
meine Lippen. Und ich ffnete meinen Mund und redete und sprach
zu dem, der vor mir stand: Mein Herr, bei der Erscheinung
berfielen mich meine Wehen, und ich habe keine Kraft behalten.
$10/17$ Und wie kann der Knecht dieses meines Herrn mit diesem
meinem Herrn reden? Und ich - von nun an bleibt keine Kraft mehr
in mir, und kein Odem ist in mir brig. $10/18$ Da rhrte er,
[der] im Aussehen wie ein Mensch [war], mich wieder an und
strkte mich. $10/19$ Und er sprach: Frchte dich nicht, du
vielgeliebter Mann! Friede sei mit dir! Sei stark, ja, sei
stark! Und als er mit mir redete, wurde ich stark und sagte:
Mein Herr mge reden! Denn du hast mich gestrkt.

$10/20$ Da sprach er: Hast du erkannt, warum ich zu dir gekommen
bin? Nun aber kehre ich zurck, um gegen den Frsten von Persien
zu kmpfen. Und wenn ich mit ihm fertig geworden bin, siehe,
dann wird der Frst von Griechenland kommen - $10/21$ doch will
ich dir mitteilen, was im Buch der Wahrheit aufgezeichnet ist -,
und es gibt keinen einzigen, der mir gegen jene mutig beisteht
als nur Michael, euer Frst.

\11\

$11/1$ Und ich - im ersten Jahr des Meders Darius war es meine
Aufgabe, ihm Helfer und Schutz zu sein.

Weissagungen ber Persien, Griechenland, die Knige des Sdens
und Nordens. Israels Bedrngnisse und Errettung in der Endzeit

$11/2$ Und nun will ich dir die Wahrheit mitteilen: Siehe, noch
drei Knige werden in Persien aufstehen, und der vierte wird
greren Reichtum erlangen als alle. Und wenn er durch seinen
Reichtum mchtig geworden ist, wird er alles gegen das
Knigreich Griechenland aufbieten.

$11/3$ Und ein tapferer Knig wird aufstehen, und er wird mit
groer Macht herrschen und nach seinem Belieben handeln. $11/4$
Aber sobald er aufgetreten ist, wird sein Knigreich zertrmmert
und nach den vier Winden des Himmels hin zerteilt werden. Doch
nicht fr seine Nachkommen [wird es sein] und nicht der Macht
entsprechend, mit der er geherrscht hat; denn sein Knigreich
wird zerstrt und anderen zuteil werden, unter Ausschlu von
jenen.

$11/5$ Und der Knig des Sdens wird mchtig werden, aber [auch
einer] von seinen Obersten, und der wird mchtig sein ber ihn
hinaus und wird herrschen, seine Herrschaft wird eine groe
Herrschaft sein. $11/6$ Und nach Jahren werden sie sich
verbnden; und die Tochter des Knigs des Sdens wird zum Knig
des Nordens kommen, um ein Abkommen zu treffen. Aber sie wird
die Kraft des Armes nicht behalten, und auch er und sein Arm
werden nicht bestehen. Und sie wird dahingegeben werden, sie und
die sie kommen lieen, und der, der sie gezeugt, und der, der
sie [zur Frau] genommen hat in [jenen] Zeiten.

$11/7$ Und aus dem Spro ihrer Wurzeln steht einer an seiner
Stelle auf. Der wird gegen die Heeresmacht kommen und wird in
die Festungen des Knigs des Nordens eindringen und mit ihnen
[nach Belieben] verfahren und wird sich als mchtig erweisen.
$11/8$ Auch wird er ihre Gtter samt ihren gegossenen Bildern
und ihren kostbaren Gerten, Silber und Gold, nach gypten
entfhren. Und er wird [einige] Jahre ablassen vom Knig des
Nordens. $11/9$ Und der wird in das Reich des Knigs des Sdens
kommen, aber [wieder] in sein Land zurckkehren.

$11/10$ Aber seine Shne werden sich [zum Krieg] rsten und eine
Menge groer Heere zusammenbringen; und sie wird kommen, kommen
und berschwemmen und berfluten und wird [dann] umkehren. Und
sie werden sich [wieder] rsten [zum Vormarsch] bis zu seiner
Festung. $11/11$ Und der Knig des Sdens wird zornig werden und
wird ausziehen und gegen ihn, den Knig des Nordens, kmpfen.
Und er wird eine groe Menge [Truppen] aufstellen, aber die
Menge wird in seine Hand gegeben werden. $11/12$ Und wenn die
Menge weggenommen wird, wird sein Herz sich erheben; und er wird
Zehntausende niederwerfen, aber nicht mchtig bleiben. $11/13$
Und der Knig des Nordens wird wiederkommen und eine Menge
[Truppen] aufstellen, grer als die frhere; und nach Ablauf
der Zeiten, nach Jahren, wird er mit einem groen Heer und mit
groer Ausrstung kommen. $11/14$ Und in jenen Zeiten werden
viele gegen den Knig des Sdens aufstehen; und Gewaltttige
deines Volkes werden sich erheben, um das Gesicht zu erfllen,
und sie werden zu Fall kommen. $11/15$ Und der Knig des Nordens
wird kommen und einen Wall aufschtten und eine befestigte Stadt
einnehmen. Und die Streitkrfte des Sdens werden nicht
standhalten, selbst sein auserlesenes Volk nicht. Sie werden
keine Kraft haben standzuhalten. $11/16$ Und der, der gegen ihn
gekommen ist, wird nach seinem Belieben handeln, und niemand
kann vor ihm bestehen. Und im Land der Zierde wird er [mit
seinem Heer] stehen, und Vernichtung wird in seiner Hand sein.
$11/17$ Und er wird sein Angesicht darauf richten, in den Besitz
seines ganzen Reiches zu kommen, und wird mit ihm ein Abkommen
treffen, und eine Tochter von [seinen] Frauen wird er ihm geben,
um es zu verderben. Aber das wird keinen Bestand haben, und es
wird ihm nicht gelingen. $11/18$ Und er wird sein Angesicht zu
den Inseln wenden und viele einnehmen. Aber ein Feldherr wird
seinem Schmhen ein Ende machen; mit einem Fluch wird er ihm
sein Schmhen zurckzahlen. $11/19$ Und er wird sein Angesicht
den Festungen seines Landes zuwenden und wird strzen und fallen
und nicht [mehr] zu finden sein.

$11/20$ Und es wird an seiner Stelle jemand aufstehen, der einen
Eintreiber [von Abgaben] durch die Herrlichkeit des Knigreichs
ziehen lt; aber in wenigen Tagen wird er zerschmettert werden,
und zwar weder durch Zorn noch durch Krieg.

$11/21$ Und an seiner Stelle wird ein Verachteter aufstehen, auf
den man nicht die Wrde des Knigtums legen wird; und er wird
unversehens kommen und sich durch Heucheleien des Knigtums
bemchtigen. $11/22$ Und die heranflutenden Streitkrfte werden
vor ihm weggeschwemmt und zertrmmert werden, ja sogar ein Frst
des Bundes. $11/23$ Denn nachdem er sich mit ihm verbndet hat,
wird er betrgerisch handeln und wird hinaufziehen und mit wenig
Volk Macht gewinnen. $11/24$ Unversehens wird er in die fetten
Gegenden einer Provinz eindringen und tun, was weder seine Vter
noch die Vter seiner Vter getan haben: Raub und Plndergut und
Besitz wird er ihnen austeilen, und gegen Festungen plant er
seine Anschlge, doch [nur] eine Zeitlang.

$11/25$ Und mit einem groen Heer wird er seine Kraft und seinen
Mut gegen den Knig des Sdens aufbieten. Und [auch] der Knig
des Sdens wird sich mit einem groen und beraus starken Heer
zum Krieg rsten. Aber er wird nicht standhalten, denn man wird
Anschlge gegen ihn planen. $11/26$ Und die, die seine Tafelkost
essen, werden ihn zerbrechen; und sein Heer flutet
[auseinander], und viele werden erschlagen fallen. $11/27$ Und
die beiden Knige: ihre Herzen [werden] auf Bosheit [bedacht
sein], und an einem Tisch werden sie Lgen reden. Aber es wird
nicht gelingen, denn das Ende [verzgert sich] noch bis zur
bestimmten Zeit. $11/28$ Und er wird mit groem Reichtum in sein
Land zurckkehren, und sein Herz wird gegen den heiligen Bund
[gerichtet] sein; und er wird [entsprechend] handeln und in sein
Land zurckkehren.

$11/29$ Zur bestimmten Zeit wird er wieder nach Sden ziehen,
aber es wird beim zweiten Mal nicht [so] sein wie beim ersten
Mal. $11/30$ Denn Schiffe aus Kittim werden gegen ihn kommen.
Und er wird verzagen und umkehren; aber er wird den heiligen
Bund verfluchen und [entsprechend] handeln: er wird umkehren und
sein Augenmerk auf die richten, die den heiligen Bund verlassen.
$11/31$ Und Streitkrfte von ihm werden dastehen; und sie werden
das Heiligtum, die Bergfeste entweihen und werden das
regelmige [Opfer] abschaffen und den verwstenden Greuel
aufstellen. $11/32$ Und diejenigen, die sich am Bund schuldig
machen, wird er durch glatte Worte zum Abfall verleiten. Aber
das Volk, das seinen Gott kennt, wird sich stark erweisen und
entsprechend handeln. $11/33$ Und die Verstndigen des Volkes
werden die Vielen unterweisen; aber sie werden strzen durch
Schwert und Flamme, durch Gefangenschaft und Beraubung - eine
Zeitlang. $11/34$ Und whrend sie strzen, wird ihnen mit einer
kleinen Hilfe geholfen werden. Doch viele werden sich ihnen
heuchlerisch anschlieen. $11/35$ Und von den Verstndigen
werden [einige] strzen, damit unter ihnen gelutert und geprft
und gereinigt werde bis zur Zeit des Endes. Denn [es verzgert
sich] noch bis zur bestimmten Zeit.

$11/36$ Und der Knig wird nach seinem Belieben handeln, und er
wird sich erheben und sich gro machen gegen jeden Gott, und
gegen den Gott der Gtter wird er unerhrte Reden fhren. Und er
wird Erfolg haben, bis die Verfluchung vollendet ist, denn das
Festbeschlossene wird vollzogen. $11/37$ Und [selbst] auf den
Gott seiner Vter wird er nicht achten, und weder auf den Schatz
der Frauen noch auf irgendeinen Gott wird er achten; sondern er
wird sich ber alles erheben. $11/38$ Und statt dessen wird er
den Gott der Festungen ehren. Und den Gott, den seine Vter
nicht gekannt haben, wird er mit Gold und mit Silber und mit
Edelsteinen und mit Kostbarkeiten ehren. $11/39$ Und er wird
gegen die starken Festungen vorgehen mit einem fremden Gott. Wer
[ihn] anerkennt, dem wird er viel Ehre erweisen. Und er wird
solchen Leuten Herrschaft verleihen ber die vielen und [ihnen]
das Land zum Lohn austeilen.

$11/40$ Und zur Zeit des Endes wird der Knig des Sdens mit ihm
zusammenstoen, und der Knig des Nordens wird gegen ihn
anstrmen mit Wagen und mit Reitern und mit vielen Schiffen. Und
er wird in die Lnder eindringen und wird [sie] berschwemmen
und berfluten. $11/41$ Und er wird in das Land der Zierde
eindringen, wobei vieles strzen wird. Diese aber werden seiner
Hand entrinnen: Edom und Moab und die Besten der Shne Ammon.
$11/42$ Und er wird seine Hand an die Lnder legen, und fr das
Land gypten wird es kein Entrinnen geben. $11/43$ Und er wird
die Schtze an Gold und Silber und alle Kostbarkeiten gyptens
in seine Gewalt bringen, und Libyer und Kuschiter werden in
seinem Gefolge sein. $11/44$ Aber Gerchte von Osten und von
Norden her werden ihn erschrecken; und er wird mit groem Zorn
ausziehen, um viele zu vernichten und [an ihnen] den Bann zu
vollstrecken. $11/45$ Und er wird seine Knigszelte aufschlagen
zwischen dem Meer und dem Berg der heiligen Zierde. Dann wird er
an sein Ende kommen, und niemand wird ihm helfen.

\12\

$12/1$ Und in jener Zeit wird Michael auftreten, der groe
Frst, der fr die Shne deines Volkes eintritt. Und es wird
eine Zeit der Bedrngnis sein, wie sie [noch] nie gewesen ist,
seitdem [irgend]eine Nation entstand bis zu jener Zeit. Und in
jener Zeit wird dein Volk errettet werden, jeder, den man im
Buch aufgeschrieben findet. $12/2$ Und viele von denen, die im
Staub der Erde schlafen, werden aufwachen: die einen zu ewigem
Leben und die anderen zur Schande, zu ewigem Abscheu. $12/3$ Und
die Verstndigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsfeste;
und die, welche die vielen zur Gerechtigkeit gewiesen haben,
[leuchten] wie die Sterne immer und ewig.

Weissagung ber die Dauer der endzeitlichen Drangsal.

$12/4$ Und du, Daniel, halte die Worte geheim und versiegle das
Buch bis zur Zeit des Endes! Viele werden [suchend]
umherstreifen, und die Erkenntnis wird sich mehren.

$12/5$ Und ich, Daniel, sah: Und siehe, zwei andere standen da,
einer hier am Ufer des Stromes und einer dort am Ufer des
Stromes. $12/6$ Und einer sagte zu dem in Leinen gekleideten
Mann, der oben ber dem Wasser des Stromes war: Wann ist das
Ende dieser auergewhnlichen Ereignisse? $12/7$ Und ich hrte
den in Leinen gekleideten Mann, der oben ber dem Wasser des
Stromes war, und er erhob seine Rechte und seine Linke zum
Himmel und schwor bei dem, der ewig lebt: Zeit, Zeiten und eine
halbe [Zeit]! Und wenn die Zerschlagung der Kraft des heiligen
Volkes abgeschlossen sein wird, wird alles dies vollendet
werden. $12/8$ Und ich hrte es, aber ich verstand es nicht; und
ich sagte: Mein Herr, was wird der Ausgang davon sein? $12/9$
Und er sagte: Geh hin, Daniel! Denn die Worte sollen
geheimgehalten und versiegelt sein bis zur Zeit des Endes.
$12/10$ Viele werden geprft und gereinigt und gelutert werden.
Aber die Gottlosen werden [weiter] gottlos handeln. Und die
Gottlosen werden es alle nicht verstehen, die Verstndigen aber
werden es verstehen. $12/11$ Und von der Zeit an, in der das
regelmige [Opfer] abgeschafft wird, um den verwstenden Greuel
einzusetzen, sind es 1 290 Tage. $12/12$ Glcklich, wer ausharrt
und 1 335 Tage erreicht! $12/13$ Du aber geh hin auf das Ende
zu! Und du wirst ruhen und wirst auferstehen zu deinem Los am
Ende der Tage.
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