Der Prophet Daniel.

Daniel und seine Freunde am Knigshof in Babel.

\1\

$1/1$ Im dritten Jahr der Regierung Jojakims, des Knigs von
Juda, kam Nebukadnezar, der Knig von Babel, nach Jerusalem und
belagerte es. $1/2$ Und der Herr gab Jojakim, den Knig von
Juda, in seine Hand und einen Teil der Gerte des Hauses Gottes.
Und er brachte sie ins Land Schinar, in das Haus seines Gottes:
die Gerte brachte er in das Schatzhaus seines Gottes.

$1/3$ Und der Knig befahl dem Aschpenas, dem Obersten seiner
Hofbeamten, er solle [einige] von den Shnen Israel bringen, und
[zwar] vom kniglichen Geschlecht und von den Vornehmen: $1/4$
junge Mnner, an denen keinerlei Makel sei, von schnem Aussehen
und verstndig in aller Weisheit, gebildet und von guter
Auffassungsgabe, und die [somit] fhig seien, im Palast des
Knigs zu dienen; und man solle sie Schrift und Sprache der
Chalder lehren. $1/5$ Und der Knig bestimmte ihre tgliche
Versorgung von der Tafelkost des Knigs und von dem Wein, den er
trank, und da man sie drei Jahre lang erziehen solle; und nach
deren Ablauf sollten sie in den Dienst des Knigs treten.

$1/6$ Und unter ihnen waren von den Shnen Juda: Daniel,
Hananja, Mischael und Asarja. $1/7$ Und der Oberste der
Hofbeamten gab ihnen [andere] Namen; er nannte Daniel
Beltschazar, Hananja Schadrach, Mischael Meschach und Asarja
Abed-Nego.

$1/8$ Aber Daniel nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht mit
der Tafelkost des Knigs und mit dem Wein, den er trank, unrein
zu machen; und er erbat sich vom Obersten der Hofbeamten, da er
sich nicht unrein machen msse. $1/9$ Und Gott gab Daniel Gnade
und Erbarmen vor dem Obersten der Hofbeamten. $1/10$ Und der
Oberste der Hofbeamten sagte zu Daniel: Ich frchte meinen
Herrn, den Knig, der eure Speise und euer Getrnk bestimmt hat.
Denn warum sollte er sehen, da eure Gesichter schlechter
aussehen als die der jungen Mnner eures Alters, so da ihr
meinen Kopf beim Knig verwirktet? $1/11$ Da sagte Daniel zu dem
Aufseher, den der Oberste der Hofbeamten ber Daniel, Hananja,
Mischael und Asarja bestellt hatte: $1/12$ Versuche es doch zehn
Tage [lang] mit deinen Knechten, da man uns Gemse zu essen und
Wasser zu trinken gebe! $1/13$ Und dann mge unser Aussehen und
das Aussehen der jungen Mnner, die die Tafelkost des Knigs
essen, von dir geprft werden! Dann verfahre mit deinen Knechten
je nachdem, was du sehen wirst! $1/14$ Und er hrte auf sie in
dieser Sache und versuchte es zehn Tage mit ihnen. $1/15$ Und am
Ende der zehn Tage zeigte sich ihr Aussehen schner und
wohlgenhrter als das aller jungen Mnner, die die Tafelkost des
Knigs aen. $1/16$ Da nahm der Aufseher ihre Tafelkost und den
Wein, den sie trinken sollten, weg und gab ihnen Gemse.

$1/17$ Und diesen vier jungen Mnnern, ihnen gab Gott Kenntnis
und Verstndnis in jeder Schrift und Weisheit; und Daniel
verstand sich auf Gesichte und Trume jeder Art. $1/18$ Und am
Ende der Tage, nach denen der Knig sie [zu sich] zu bringen
befohlen hatte, brachte der Oberste der Hofbeamten sie vor
Nebukadnezar. $1/19$ Und der Knig redete mit ihnen; und unter
ihnen allen wurde niemand gefunden [,der] wie Daniel, Hananja,
Mischael und Asarja [gewesen wre]. Und sie dienten dem Knig.
$1/20$ Und in jeder Angelegenheit, die der Knig von ihnen
erfragte und die ein verstndiges Urteil erforderte, fand er sie
allen Wahrsagepriestern und Beschwrern, die in seinem ganzen
Knigreich waren, zehnfach berlegen. - $1/21$ Und Daniel blieb
bis zum ersten Jahr des Knigs Kyrus. Nebukadnezars Traum von
dem groen Standbild

\2\

$2/1$ Und im zweiten Jahr der Regierung Nebukadnezars hatte
Nebukadnezar Trume, so da sein Geist beunruhigt wurde und sein
Schlaf fr ihn dahin war. $2/2$ Und der Knig befahl, da man
die Wahrsagepriester, die Beschwrer, die Zauberer und die
Sterndeuter rufen sollte, dem Knig seine Trume mitzuteilen. Da
kamen sie und traten vor den Knig. $2/3$ Und der Knig sprach
zu ihnen: Ich habe einen Traum gehabt, und mein Geist ist
beunruhigt, den Traum zu verstehen. $2/4$ Da sagten die
Sterndeuter zum Knig auf aramisch: O Knig, lebe ewig! Sage
deinen Knechten den Traum! Dann wollen wir die Deutung kundtun.
$2/5$ Der Knig antwortete und sprach zu den Sterndeutern: Die
Sache ist von mir fest beschlossen: Wenn ihr mir den Traum und
seine Deutung nicht mitteilt, [dann] werdet ihr in Stcke
gehauen, und eure Huser werden zu einem Misthaufen gemacht.
$2/6$ Wenn ihr aber den Traum und seine Deutung kundtut, werdet
ihr Geschenke, Gaben und groe Ehre von mir empfangen. Darum tut
mir den Traum und seine Deutung kund! $2/7$ Sie antworteten zum
zweiten Mal und sagten: Der Knig sage seinen Knechten den
Traum! Dann tun wir die Deutung kund. $2/8$ Der Knig antwortete
und sprach: Ich wei zuverlssig, da ihr Zeit gewinnen wollt,
weil ihr seht, da die Sache von mir fest beschlossen ist: $2/9$
Wenn ihr mir den Traum nicht mitteilt, bleibt es bei eurer
Verurteilung. Denn ihr habt euch verabredet, Lug und Trug vor
mir zu reden, bis die Zeit sich ndert. Darum sagt mir den
Traum! Und ich werde wissen, da ihr mir seine Deutung kundtun
knnt. $2/10$ Die Sterndeuter antworteten vor dem Knig und
sagten: Es gibt keinen Menschen auf der [ganzen] Erde, der die
Sache des Knigs kundtun knnte, weil kein groer und mchtiger
Knig jemals eine Sache wie diese von irgendeinem
Wahrsagepriester oder Beschwrer oder Sterndeuter verlangt hat.
$2/11$ Denn die Sache, die der Knig verlangt, ist [zu] schwer;
und es gibt keinen anderen, der sie vor dem Knig kundtun
knnte, als nur die Gtter, deren Wohnung [aber] nicht bei den
Sterblichen ist.

$2/12$ Darber wurde der Knig zornig und ergrimmte sehr, und er
befahl, alle Weisen von Babel umzubringen. $2/13$ Und es erging
der Befehl: `Die Weisen sollen gettet werden! Und man suchte
[auch] Daniel und seine Gefhrten, um [sie] zu tten. $2/14$ Da
machte Daniel dem Arjoch, dem obersten Leibwchter des Knigs,
der ausgezogen war, um die Weisen von Babel zu tten, einen
klugen und verstndigen Einwand, $2/15$ indem er dem Arjoch, dem
Bevollmchtigten des Knigs, antwortete und sagte: Warum der
strenge Befehl vom Knig? Da teilte Arjoch dem Daniel die Sache
mit. $2/16$ Und Daniel ging hinein und erbat sich vom Knig, da
er ihm eine Frist gewhre, dem Knig die Deutung kundzutun.
$2/17$ Darauf ging Daniel in sein Haus; und er teilte seinen
Gefhrten Hananja, Mischael und Asarja die Sache mit, $2/18$
damit sie den Gott des Himmels um Erbarmen bitten sollten wegen
dieses Geheimnisses, damit Daniel und seine Gefhrten nicht mit
den brigen Weisen von Babel umkmen. $2/19$ Darauf wurde dem
Daniel in einem Nachtgesicht das Geheimnis geoffenbart. Da pries
Daniel den Gott des Himmels. $2/20$ Daniel fing an und sprach:
Gepriesen sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit! Denn
Weisheit und Macht, sie sind sein. $2/21$ Er ndert Zeiten und
Fristen, er setzt Knige ab und setzt Knige ein; er gibt den
Weisen Weisheit und Erkenntnis den Einsichtigen; $2/22$ er
offenbart das Tiefe und das Verborgene; er wei, was in der
Finsternis ist, und bei ihm wohnt das Licht. $2/23$ Dich, Gott
meiner Vter, lobe und preise ich, da du mir Weisheit und Kraft
gegeben und mich jetzt hast wissen lassen, was wir von dir
erbeten haben; denn du hast uns die Sache des Knigs wissen
lassen.

$2/24$ Deshalb ging Daniel zu Arjoch hinein, den der Knig
eingesetzt hatte, die Weisen von Babel umzubringen. Er ging hin
und sprach zu ihm so: Was die Weisen von Babel betrifft, bringe
[sie] nicht um! Fhre mich [aber] vor den Knig, damit ich dem
Knig die Deutung kundtue! $2/25$ Da fhrte Arjoch den Daniel
schnell vor den Knig und sprach zu ihm so: Ich habe einen Mann
unter den Weggefhrten von Juda gefunden, der dem Knig die
Deutung mitteilen will. $2/26$ Der Knig fing an und sprach zu
Daniel, dessen Name Beltschazar war: Bist du imstande, mir den
Traum, den ich gesehen habe, und seine Deutung mitzuteilen?
$2/27$ Daniel antwortete vor dem Knig und sprach: Das
Geheimnis, das der Knig verlangt, knnen Weise, Beschwrer,
Wahrsagepriester und Zeichendeuter dem Knig nicht kundtun.
$2/28$ Aber es gibt einen Gott im Himmel, der Geheimnisse
offenbart; und er lt den Knig Nebukadnezar wissen, was am
Ende der Tage geschehen wird. Dein Traum und die Gesichte deines
Hauptes auf deinem Lager waren diese: $2/29$ Dir, o Knig,
stiegen auf deinem Lager Gedanken auf, was nach diesem geschehen
werde. Und der die Geheimnisse offenbart, [er] hat dich wissen
lassen, was geschehen wird. $2/30$ Mir aber ist nicht durch
Weisheit, die in mir mehr als in allen Lebenden wre, dieses
Geheimnis geoffenbart worden, sondern deshalb, damit man den
Knig die Deutung wissen lasse und du die Gedanken deines
Herzens erfhrst.

V. 31-36: V. 37-45.

$2/31$ Du, o Knig, schautest: Und siehe, ein groes Bild!
Dieses Bild war gewaltig und sein Glanz auergewhnlich; es
stand vor dir, und sein Aussehen war furchtbar. $2/32$ Dieses
Bild, sein Haupt war aus feinem Gold, seine Brust und seine Arme
aus Silber, sein Bauch und seine Lenden aus Bronze, $2/33$ seine
Schenkel aus Eisen, seine Fe teils aus Eisen und teils aus
Ton. $2/34$ Du schautest, bis ein Stein losbrach, [und zwar]
nicht durch Hnde, und das Bild an seinen Fen aus Eisen und
Ton traf und sie zermalmte. $2/35$ Da wurden zugleich das Eisen,
der Ton, die Bronze, das Silber und das Gold zermalmt, und sie
wurden wie Spreu aus den Sommertennen; und der Wind fhrte sie
fort, und es war keinerlei Spur mehr von ihnen zu finden. Und
der Stein, der das Bild zerschlagen hatte, wurde zu einem groen
Berg und erfllte die ganze Erde.

V. 37-45: V. 31-36.

$2/36$ Das ist der Traum. Und seine Deutung wollen wir vor dem
Knig ansagen: $2/37$ Du, o Knig, du Knig der Knige, dem der
Gott des Himmels die Knigsherrschaft, die Macht und die Strke
und die Ehre gegeben hat $2/38$ - und berall, wo
Menschenkinder, Tiere des Feldes und Vgel des Himmels wohnen,
hat er [sie] in deine Hand gegeben und dich zum Herrscher ber
sie alle gesetzt -, du bist das Haupt aus Gold. $2/39$ Und nach
dir wird ein anderes Knigreich erstehen, geringer als du, und
ein anderes, drittes Knigreich, aus Bronze, das ber die ganze
Erde herrschen wird. $2/40$ Und ein viertes Knigreich wird
stark sein wie Eisen, deshalb weil das Eisen alles zermalmt und
zerschmettert; wie das Eisen, das [alles] zertrmmert, wird es
all jene zermalmen und zertrmmern. $2/41$ Und da du die Fe
und die Zehen teils aus Tpferton und teils aus Eisen gesehen
hast: [das] wird ein geteiltes Knigreich sein; aber von der
Festigkeit des Eisens wird [etwas] in ihm sein, weil du das
Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast. $2/42$ Und die
Zehen der Fe, teils aus Eisen und teils aus Ton: zum Teil wird
das Knigreich stark sein, und zum Teil wird es zerbrechlich
sein. $2/43$ Da du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen
hast: sie werden sich durch Heiraten untereinander vermischen,
aber sie werden nicht aneinander haften, so wie sich Eisen mit
Ton nicht mischen lt. $2/44$ Und in den Tagen dieser Knige
wird der Gott des Himmels ein Knigreich aufrichten, das ewig
nicht zerstrt werden wird. Und das Knigreich wird keinem
anderen Volk berlassen werden; es wird all jene Knigreiche
zermalmen und vernichten, selbst aber wird es ewig bestehen:
$2/45$ wie du gesehen hast, da von dem Berg ein Stein losbrach,
[und zwar] nicht durch Hnde, und das Eisen, die Bronze, den
Ton, das Silber und das Gold zermalmte. Ein groer Gott lt den
Knig wissen, was nach diesem geschehen wird; und der Traum ist
zuverlssig und seine Deutung zutreffend.

$2/46$ Da fiel der Knig Nebukadnezar auf sein Angesicht und
warf sich vor Daniel nieder. Und er befahl, ihm Opfer und
Rucherwerk darzubringen. $2/47$ Der Knig antwortete Daniel und
sprach: In Wahrheit, euer Gott, er ist Gott der Gtter und Herr
der Knige und offenbart Geheimnisse, da du dieses Geheimnis
offenbaren konntest. $2/48$ Daraufhin machte der Knig den
Daniel gro und gab ihm viele groe Geschenke, und er setzte ihn
als Herrscher ber die ganze Provinz Babel ein und zum
Obervorsteher ber alle Weisen von Babel. $2/49$ Und Daniel
erbat vom Knig, da er Schadrach, Meschach und Abed-Nego ber
die Verwaltung der Provinz Babel einsetze. Aber Daniel blieb am
Hof des Knigs.

Die drei Mnner im Feuerofen.

\3\

$3/1$ Der Knig Nebukadnezar machte ein Bild aus Gold: seine
Hhe [betrug] sechzig Ellen, seine Breite sechs Ellen. Er
stellte es auf in der Ebene Dura, in der Provinz Babel. $3/2$
Und der Knig Nebukadnezar sandte [Boten] aus, um die Satrapen,
die Statthalter und die Verwalter, die Berater, die
Schatzmeister, die Richter, die Polizeibefehlshaber und alle
Oberbeamten der Provinzen zu versammeln, damit sie zur
Einweihung des Bildes kmen, das der Knig Nebukadnezar
aufgestellt hatte. $3/3$ Daraufhin versammelten sich die
Satrapen, die Statthalter und die Verwalter, die Berater, die
Schatzmeister, die Richter, die Polizeibefehlshaber und alle
Oberbeamten der Provinzen zur Einweihung des Bildes, das der
Knig Nebukadnezar aufgestellt hatte; und sie standen vor dem
Bild, das Nebukadnezar aufgestellt hatte. $3/4$ Und der Herold
rief laut: Euch wird befohlen, ihr Vlker, Nationen und
Sprachen: $3/5$ Sobald ihr den Klang des Horns, der Rohrpfeife,
der Zither, der Harfe, der Laute, des Dudelsacks und alle Arten
von Musik hrt, sollt ihr niederfallen und euch vor dem goldenen
Bild niederwerfen, das der Knig Nebukadnezar aufgestellt hat.
$3/6$ Wer aber nicht niederfllt und anbetet, der soll sofort in
den brennenden Feuerofen geworfen werden. $3/7$ Deshalb, sobald
alle Vlker den Klang des Horns, der Rohrpfeife, der Zither, der
Harfe, der Laute und alle Arten von Musik hrten, fielen alle
Vlker, Nationen und Sprachen nieder, indem sie sich vor dem
goldenen Bild niederwarfen, das der Knig Nebukadnezar
aufgestellt hatte.

$3/8$ Deshalb traten zur selben Zeit [einige] Mnner heran,
nmlich Sterndeuter, die die Juden verklagten. $3/9$ Sie fingen
an und sagten zum Knig Nebukadnezar: O Knig, lebe ewig! $3/10$
Du, o Knig, hast den Befehl gegeben, da jedermann, der den
Klang des Horns, der Rohrpfeife, der Zither, der Harfe, der
Laute und des Dudelsacks und alle Arten von Musik hrt,
niederfallen und das goldene Bild anbeten soll; $3/11$ und wer
nicht niederfllt und anbetet, der sollte in den brennenden
Feuerofen geworfen werden. $3/12$ Nun sind jdische Mnner hier,
die du zur Verwaltung der Provinz Babel eingesetzt hast:
Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Diese Mnner, o Knig,
schenken dir keine Beachtung; deinen Gttern dienen sie nicht,
und vor dem goldenen Bild, das du aufgestellt hast, werfen sie
sich nicht nieder. $3/13$ Da befahl Nebukadnezar voller Zorn und
Wut, Schadrach, Meschach und Abed-Nego herzubringen. Da wurden
diese Mnner vor den Knig gebracht. $3/14$ Nebukadnezar fing an
und sagte zu ihnen: Ist es Absicht, Schadrach, Meschach und
Abed-Nego, da ihr meinen Gttern nicht dient und euch vor dem
goldenen Bild, das ich aufgestellt habe, nicht niederwerft?
$3/15$ Nun, wenn ihr bereit seid, zur Zeit, da ihr den Klang des
Horns, der Rohrpfeife, der Zither, der Harfe, der Laute und des
Dudelsacks und alle Arten von Musik hren werdet, hinzufallen
und euch vor dem Bild niederzuwerfen, das ich gemacht habe [,so
ist es gut]. Wenn ihr euch aber nicht niederwerft, dann werdet
ihr sofort in den brennenden Feuerofen geworfen. Und wer ist der
Gott, der euch aus meiner Hand erretten knnte? $3/16$
Schadrach, Meschach und Abed-Nego antworteten und sagten zum
Knig: Nebukadnezar, wir haben es nicht ntig, dir ein Wort
darauf zu erwidern. $3/17$ Ob unser Gott, dem wir dienen, uns
erretten kann - sowohl aus dem brennenden Feuerofen als auch aus
deiner Hand, o Knig, wird er [uns] erretten - $3/18$ oder ob
nicht: es sei dir [jedenfalls] kund, o Knig, da wir deinen
Gttern nicht dienen und uns vor dem goldenen Bild, das du
aufgestellt hast, nicht niederwerfen werden.

$3/19$ Da wurde Nebukadnezar voller Wut, und der Ausdruck seines
Gesichts nderte sich gegenber Schadrach, Meschach und
Abed-Nego. Er begann und befahl, den Ofen siebenmal mehr zu
heizen, als es ausreichend war. $3/20$ Dann befahl er Mnnern,
den strksten Mnnern in seinem Heer, Schadrach, Meschach und
Abed-Nego zu binden, um sie in den brennenden Feuerofen zu
werfen. $3/21$ Daraufhin wurden diese Mnner in ihren Mnteln,
Rcken und Mtzen und ihren [sonstigen] Kleidern gebunden und in
den brennenden Feuerofen geworfen. $3/22$ Darum, weil das Wort
des Knigs [so] streng und der Ofen auergewhnlich geheizt war,
ttete die Flamme des Feuers jene Mnner, die Schadrach,
Meschach und Abed-Nego hinaufbrachten. $3/23$ Und diese drei
Mnner, Schadrach, Meschach und Abed-Nego, fielen gebunden in
den brennenden Feuerofen.

$3/24$ Da erschrak der Knig Nebukadnezar und erhob sich
schnell. Er begann und sagte zu seinen Staatsrten: Haben wir
nicht drei Mnner gebunden ins Feuer geworfen? Sie antworteten
und sagten zum Knig: Gewi, o Knig! $3/25$ Er antwortete und
sprach: Siehe, ich sehe vier Mnner frei umhergehen mitten im
Feuer, und keine Verletzung ist an ihnen; und das Aussehen des
vierten gleicht dem eines Gttersohnes. $3/26$ Da trat
Nebukadnezar an die ffnung des brennenden Feuerofens, begann
und sagte: Schadrach, Meschach und Abed-Nego, ihr Knechte des
hchsten Gottes, geht heraus und kommt her! Da gingen Schadrach,
Meschach und Abed-Nego aus dem Feuer heraus. $3/27$ Und es
versammelten sich die Satrapen, die Statthalter, die Verwalter
und die Staatsrte des Knigs; sie betrachteten diese Mnner,
ber deren Leib das Feuer keine Macht gehabt hatte: das Haar
ihres Hauptes war nicht versengt, und ihre Mntel waren nicht
verndert, nicht einmal Brandgeruch war an sie gekommen. $3/28$
Nebukadnezar begann und sagte: Gepriesen sei der Gott
Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos, der seinen Engel gesandt
und seine Knechte errettet hat, die sich auf ihn verlieen und
das Wort des Knigs bertraten und ihren Leib dahingaben, damit
sie keinem Gott dienen oder ihn anbeten mten als nur ihren
Gott! $3/29$ So ergeht nun von mir der Befehl, der jedes Volk,
jede Nation und Sprache [betrifft]: Wer ber den Gott
Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos etwas Verchtliches sagt,
soll in Stcke gehauen werden, und sein Haus soll zu einem
Misthaufen gemacht werden. Denn es gibt keinen anderen Gott, der
so erretten kann. $3/30$ Sodann befrderte der Knig Schadrach,
Meschach und Abed-Nego in der Provinz Babel.

Nebukadnezars bertretung und Erniedrigung.

$3/31$ Der Knig Nebukadnezar an alle Vlker, Nationen und
Sprachen, die auf der ganzen Erde wohnen: Euer Friede werde
gro! $3/32$ Es schien mir gut, die Zeichen und Wunder
kundzutun, die der hchste Gott an mir getan hat. $3/33$ Wie
gro sind seine Zeichen und wie mchtig seine Wunder! Sein Reich
ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft [whrt] von
Geschlecht zu Geschlecht! -

\4\

$4/1$ Ich, Nebukadnezar, war sorglos in meinem Haus und
glcklich in meinem Palast. $4/2$ Ich sah einen Traum, und er
erschreckte mich; und Traumgestalten auf meinem Lager und
Gesichte, die ich gesehen hatte, ngstigten mich. $4/3$ So
erging von mir der Befehl, alle Weisen von Babel vor mich zu
fhren, damit sie mir die Deutung des Traums mitteilten. $4/4$
Daraufhin kamen die Wahrsagepriester, die Beschwrer, die
Sterndeuter und die Zeichendeuter herbei; und ich trug ihnen den
Traum vor, aber sie teilten mir seine Deutung nicht mit. $4/5$
Und zuletzt trat Daniel vor mich, dessen Name Beltschazar ist,
nach dem Namen meines Gottes, und in dem der Geist der heiligen
Gtter ist. Und ich trug ihm den Traum vor: $4/6$ Beltschazar,
du Oberster der Wahrsagepriester, weil ich wei, da der Geist
der heiligen Gtter in dir ist und da dir kein Geheimnis zu
schwer ist, so sage mir die Gesichte meines Traumes, den ich
gesehen habe, und seine Deutung!

$4/7$ Was nun die Gesichte, die ich auf meinem Lager hatte,
betrifft, so schaute ich: Und siehe, ein Baum [stand] in der
Mitte der Erde, und seine Hhe war gewaltig. $4/8$ Der Baum
wurde gro und stark, und seine Hhe reichte bis an den Himmel,
und er wurde gesehen bis ans Ende der ganzen Erde. $4/9$ Sein
Laub war schn und seine Frucht zahlreich, und es war Nahrung an
ihm fr alle. Die Tiere des Feldes fanden Schatten unter ihm,
und die Vgel des Himmels wohnten in seinen Zweigen, und alles
Fleisch nhrte sich von ihm. $4/10$ Ich schaute in den
Gesichten, die ich auf meinem Lager hatte, und siehe, ein
Wchter und Heiliger stieg vom Himmel herab. $4/11$ Er rief
laut, und so sprach er: Haut den Baum um und schlagt seine ste
ab! Streift sein Laub ab und streut seine Frucht umher! Fliehen
sollen die Tiere unter ihm weg und die Vgel aus seinen sten!
$4/12$ Doch seinen Wurzelstock lat in der Erde, und zwar in
einer Fessel aus Eisen und Bronze im Grn des Feldes! Vom Tau
des Himmels mag er benetzt werden, und mit den Tieren soll er
teilhaben am Gras der Erde! $4/13$ Sein menschliches Herz soll
verwandelt und das Herz eines Tieres ihm gegeben werden! Und
sieben Jahre sollen ber ihm vergehen! $4/14$ Durch den Beschlu
der Wchter ist diese Botschaft [zustande gekommen], und ein
Spruch der Heiligen ist diese Sache, damit die Lebenden
erkennen, da der Hchste Macht hat ber das Knigtum der
Menschen und es verleiht, wem er will, und den Niedrigsten der
Menschen darber einsetzt. $4/15$ Diesen Traum habe ich, der
Knig Nebukadnezar, gesehen. Und du, Beltschazar, sage seine
Deutung, da alle Weisen meines Knigreichs mir die Deutung nicht
mitteilen knnen! Du aber kannst es, weil der Geist der heiligen
Gtter in dir ist.

$4/16$ Da war Daniel, dessen Name Beltschazar ist, eine Zeitlang
[vor Entsetzen wie] betubt, und seine Gedanken erschreckten
ihn. Der Knig fing an und sagte: Beltschazar, der Traum und
seine Deutung mgen dich nicht erschrecken! Beltschazar
antwortete und sprach: Mein Herr, der Traum gelte deinen Hassern
und seine Deutung deinen Feinden! $4/17$ Der Baum, den du
gesehen hast, der gro und stark war, und dessen Hhe an den
Himmel reichte und der ber die ganze Erde hin zu sehen war
$4/18$ und dessen Laub schn und dessen Frucht zahlreich und an
dem Nahrung fr alle war, unter dem die Tiere des Feldes wohnten
und in dessen sten die Vgel des Himmels sich aufhielten:
$4/19$ das bist du, o Knig, der du gro und stark geworden
bist; und deine Gre nahm zu und reichte bis an den Himmel und
deine Herrschaft bis ans Ende der Erde. $4/20$ Und da der Knig
einen Wchter und Heiligen vom Himmel herabsteigen sah, der
sprach: `Haut den Baum um und zerstrt ihn! Doch seinen
Wurzelstock lat in der Erde, und zwar in einer Fessel aus Eisen
und Bronze im Grn des Feldes! Und vom Tau des Himmels mag er
benetzt werden, und bei den Tieren des Feldes soll er sein Teil
haben, bis sieben Jahre ber ihn hingegangen sind! - $4/21$ dies
ist die Deutung, o Knig, und dies der Beschlu des Hchsten,
der ber meinen Herrn, den Knig, kommen wird: $4/22$ Man wird
dich von den Menschen ausstoen, und bei den Tieren des Feldes
wird deine Wohnung sein. Man wird dir Gras zu essen geben wie
den Rindern, und vom Tau des Himmels lt man dich benetzen. Und
es werden sieben Jahre ber dir vergehen, bis du erkennst, da
der Hchste ber das Knigtum der Menschen herrscht und es
verleiht, wem er will. $4/23$ Und da man gesagt hat, man solle
den Wurzelstock des Baumes briglassen: dein Knigtum soll dir
[erhalten] bleiben, sobald du erkennst, da die Himmel
herrschen. $4/24$ Darum, o Knig, la dir meinen Rat gefallen
und brich mit deinen Snden durch Gerechtigkeit und mit deinen
Vergehen durch Barmherzigkeit gegen Elende, wenn dein
Wohlergehen von Dauer sein soll!

$4/25$ All das kam ber den Knig Nebukadnezar. $4/26$ Nach
Ablauf von zwlf Monaten [nmlich], als er auf dem kniglichen
Palast in Babel auf und ab ging, $4/27$ begann der Knig und
sagte: Ist das nicht das groe Babel, das ich durch die Strke
meiner Macht und zur Ehre meiner Herrlichkeit zum kniglichen
Wohnsitz erbaut habe? $4/28$ Noch war das Wort im Mund des
Knigs, da kam eine Stimme aus dem Himmel: Dir, Knig
Nebukadnezar, wird gesagt: Das Knigtum ist von dir gewichen!
$4/29$ Und man wird dich von den Menschen ausstoen, und bei den
Tieren des Feldes wird deine Wohnung sein; man wird dir Gras zu
essen geben wie den Rindern. Und es werden sieben Jahre ber dir
vergehen, bis du erkennst, da der Hchste Macht hat ber das
Knigtum der Menschen und es verleiht, wem er will. $4/30$ Zu
derselben Stunde wurde das Wort an Nebukadnezar erfllt: Er
wurde von den Menschen ausgestoen und a Gras wie die Rinder,
und sein Leib wurde benetzt vom Tau des Himmels, bis sein Haar
wie Adlerfedern wuchs und seine Ngel wie Vogelkrallen.

$4/31$ Und am Ende der Tage erhob ich, Nebukadnezar, meine Augen
zum Himmel, und mein Verstand kehrte zu mir zurck. Und ich
pries den Hchsten, und ich rhmte und verherrlichte den ewig
Lebenden, dessen Herrschaft eine ewige Herrschaft ist und dessen
Reich von Geschlecht zu Geschlecht [whrt]. $4/32$ Und alle
Bewohner der Erde sind wie nichts gerechnet, und nach seinem
Willen verfhrt er mit dem Heer des Himmels und den Bewohnern
der Erde. Und da ist niemand, der seiner Hand wehren und zu ihm
sagen knnte: Was tust du? $4/33$ Zu derselben Zeit kehrte mein
Verstand zu mir zurck, und zur Ehre meines Knigtums kehrten
meine Herrlichkeit und mein Glanz zu mir zurck. Und meine
Staatsrte und meine Gewaltigen suchten mich auf, und ich wurde
wieder in mein Knigtum eingesetzt, und auergewhnliche Gre
wurde mir hinzugefgt. $4/34$ Nun rhme ich, Nebukadnezar, und
erhebe und verherrliche den Knig des Himmels, dessen Werke
allesamt Wahrheit und dessen Wege Recht sind und der die
erniedrigen kann, die in Stolz einhergehen.

Belsazars Gastmahl - die geheimnisvolle Schrift.

\5\

$5/1$ Der Knig Belsazar machte seinen tausend Gewaltigen ein
groes Mahl, und vor den Tausend trank er Wein. $5/2$ Belsazar
befahl unter dem Einflu des Weins, die goldenen und die
silbernen Gefe herbeizubringen, die sein Vater Nebukadnezar
aus dem Tempel in Jerusalem weggenommen hatte, damit der Knig
und seine Gewaltigen, seine Frauen und seine Nebenfrauen daraus
trnken. $5/3$ Da brachte man die goldenen Gefe, die man aus
dem Tempel des Hauses Gottes in Jerusalem weggenommen hatte; und
der Knig und seine Gewaltigen, seine Frauen und seine
Nebenfrauen tranken daraus. $5/4$ Sie tranken Wein und rhmten
die Gtter aus Gold und Silber, aus Bronze, Eisen, Holz und
Stein.

$5/5$ In demselben Augenblick kamen Finger einer Menschenhand
hervor und schrieben dem Leuchter gegenber auf den Kalk der
Wand des kniglichen Palastes; und der Knig sah die Hand, die
schrieb. $5/6$ Da vernderte sich die Gesichtsfarbe des Knigs,
und seine Gedanken erschreckten ihn, und seine Hftgelenke
erschlafften, und seine Knie schlugen aneinander. $5/7$ Der
Knig rief laut, man solle die Beschwrer, die Sterndeuter und
die Zeichendeuter hereinbringen. Und der Knig fing an und sagte
zu den Weisen von Babel: Jeder, der diese Schrift lesen und mir
ihre Deutung kundtun wird, der darf sich mit Purpur bekleiden,
[dazu] mit einer goldenen Kette um seinen Hals, und er soll als
Dritter im Knigreich herrschen. $5/8$ Da kamen alle Weisen des
Knigs herbei; aber sie konnten weder die Schrift lesen noch dem
Knig ihre Deutung mitteilen. $5/9$ Da geriet der Knig Belsazar
in groen Schrecken, und seine Gesichtsfarbe an ihm vernderte
sich; und seine Gewaltigen wurden bestrzt. $5/10$ Auf die Worte
des Knigs und seiner Gewaltigen hin trat die Knigin in das
Haus des Trinkgelages. Die Knigin begann und sagte: O Knig,
lebe ewig! La deine Gedanken dich nicht schrecken, und deine
Gesichtsfarbe verndere sich nicht! $5/11$ Es gibt einen Mann in
deinem Knigreich, in dem der Geist der heiligen Gtter ist; und
in den Tagen deines Vaters wurden Erleuchtung, Einsicht und
Weisheit gleich der Weisheit der Gtter bei ihm gefunden. Und
der Knig Nebukadnezar, dein Vater, hat ihn zum Obersten der
Wahrsagepriester, der Beschwrer, Sterndeuter und Zeichendeuter
eingesetzt; dein Vater, o Knig! $5/12$ [Und zwar] deshalb, weil
ein auergewhnlicher Geist und Erkenntnis und Einsicht, Trume
zu deuten, Rtsel zu erklren und Knoten zu lsen, bei ihm
gefunden wurde, bei Daniel, dem der Knig den Namen Beltschazar
gegeben hat. [Deshalb] la jetzt Daniel rufen! Und er wird die
Deutung kundtun.

$5/13$ Daraufhin wurde Daniel vor den Knig gefhrt. Der Knig
fing an und sagte zu Daniel: Bist du Daniel, einer der
Weggefhrten aus Juda, die der Knig, mein Vater, aus Juda
hergebracht hat? $5/14$ Ich habe von dir gehrt, da der Geist
der Gtter in dir ist und da Erleuchtung und Einsicht und
auergewhnliche Weisheit bei dir zu finden sind. $5/15$ Und nun
sind die Weisen, die Beschwrer, vor mich gefhrt worden, damit
sie diese Schrift lesen und mir ihre Deutung mitteilen sollten;
aber sie knnen die Deutung der Sache nicht kundtun. $5/16$ Ich
habe aber von dir gehrt, da du Deutungen geben und Knoten
lsen kannst. Nun, wenn du die Schrift lesen und mir ihre
Deutung mitteilen kannst, darfst du dich mit Purpur bekleiden,
[dazu] mit einer goldenen Kette um deinen Hals, und du sollst
als Dritter im Knigreich herrschen.

$5/17$ Da antwortete Daniel und sprach vor dem Knig: Deine
Gaben mgen dir bleiben, und deine Geschenke gib einem anderen!
Jedoch werde ich die Schrift dem Knig lesen und ihm die Deutung
mitteilen. $5/18$ Du, o Knig! Der hchste Gott hatte deinem
Vater Nebukadnezar das Knigtum und die Gre und die Majestt
und die Herrlichkeit verliehen. $5/19$ Und wegen der Gre, die
er ihm verliehen hatte, zitterten und frchteten sich vor ihm
alle Vlker, Nationen und Sprachen. Er ttete, wen er wollte, er
lie leben, wen er wollte, er erhob, wen er wollte, und er
erniedrigte, wen er wollte. $5/20$ Als aber sein Herz sich erhob
und sein Geist sich bis zur Vermessenheit verstockte, wurde er
vom Thron seines Knigtums gestrzt, und man nahm ihm seine
Majestt. $5/21$ Und er wurde von den Menschenkindern
ausgestoen, und sein Herz wurde dem der Tiere gleich, und seine
Wohnung war bei den Wildeseln. Man gab ihm Gras zu essen wie den
Rindern, und sein Leib wurde vom Tau des Himmels benetzt - bis
er erkannte, da der hchste Gott Macht hat ber das Knigtum
der Menschen und da er darber einsetzt, wen er will. $5/22$
Und du, Belsazar, sein Sohn, hast dein Herz nicht gedemtigt,
obwohl du das alles gewut hast. $5/23$ Und du hast dich ber
den Herrn des Himmels erhoben; und man hat die Gefe seines
Hauses vor dich gebracht, und du und deine Gewaltigen, deine
Frauen und deine Nebenfrauen, ihr habt Wein daraus getrunken.
Und du hast die Gtter aus Silber und Gold, aus Bronze, Eisen,
Holz und Stein gerhmt, die nicht sehen und nicht hren und
nicht verstehen. Aber den Gott, in dessen Hand dein Odem ist und
bei dem alle deine Wege sind, hast du nicht geehrt. $5/24$ Da
wurde von ihm diese Hand gesandt und diese Schrift geschrieben.
$5/25$ Und dies ist die Schrift, die geschrieben wurde:

Mene, mene, tekel upharsin. $5/26$ Dies ist die Deutung des
Wortes: Mene - Gott hat dein Knigtum gezhlt und macht ihm ein
Ende. $5/27$ Tekel - du bist auf der Waage gewogen und zu leicht
befunden worden. $5/28$ Peres - dein Knigreich wird zerteilt
und den Medern und Persern gegeben. $5/29$ Daraufhin gab
Belsazar Befehl, und man bekleidete Daniel mit Purpur, [dazu]
mit einer goldenen Kette um seinen Hals; und man rief ber ihn
aus, da er der Drittmchtigste im Knigreich sei. - $5/30$ In
derselben Nacht wurde Belsazar, der chaldische Knig, gettet.

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