\13\

$13/1$ Es waren aber in Antiochia, in der dortigen Gemeinde,
Propheten und Lehrer: Barnabas und Simon, genannt Niger, und
Lucius von Kyrene und Manaen, der mit Herodes, dem Vierfrsten,
auferzogen worden war, und Saulus. $13/2$ Whrend sie aber dem
Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert
mir nun Barnabas und Saulus zu dem Werk aus, zu dem ich sie
berufen habe! $13/3$ Da fasteten und beteten sie; und als sie
ihnen die Hnde aufgelegt hatten, entlieen sie sie.

Barnabas und Paulus auf Zypern.

$13/4$ Sie nun, ausgesandt von dem Heiligen Geist, gingen hinab
nach Seleucia, und von dort segelten sie nach Zypern. $13/5$ Und
als sie in Salamis waren, verkndigten sie das Wort Gottes in
den Synagogen der Juden. Sie hatten aber auch Johannes zum
Diener. $13/6$ Als sie aber die ganze Insel bis Paphos
durchzogen hatten, fanden sie einen Mann, einen Magier, einen
falschen Propheten, einen Juden, mit Namen Bar-Jesus, $13/7$ der
bei dem Prokonsul Sergius Paulus war, einem verstndigen Mann.
Dieser rief Barnabas und Saulus herbei und begehrte das Wort
Gottes zu hren. $13/8$ Elymas aber, der Zauberer - denn so wird
sein Name bersetzt -, widerstand ihnen und suchte den Prokonsul
vom Glauben abwendig zu machen. $13/9$ Saulus aber, der auch
Paulus [heit], blickte, mit Heiligem Geist erfllt, fest auf
ihn hin $13/10$ und sprach: O du, voll aller List und aller
Bosheit, Sohn des Teufels, Feind aller Gerechtigkeit! Willst du
nicht aufhren, die geraden Wege des Herrn zu verkehren? $13/11$
Und jetzt siehe, die Hand des Herrn ist auf dir! Und du wirst
blind sein und die Sonne eine Zeitlang nicht sehen. Und sogleich
fiel Dunkel und Finsternis auf ihn; und er tappte umher und
suchte solche, die ihn an der Hand leiteten. $13/12$ Dann, als
der Prokonsul sah, was geschehen war, glaubte er, erstaunt ber
die Lehre des Herrn.

Ttigkeit in Antiochia in Pisidien.

$13/13$ Als aber Paulus und seine Begleiter von Paphos
abgefahren waren, kamen sie nach Perge in Pamphylien. Johannes
aber sonderte sich von ihnen ab und kehrte nach Jerusalem
zurck.

$13/14$ Sie aber zogen von Perge aus hindurch und kamen nach
Antiochia in Pisidien; und sie gingen am Tag des Sabbats in die
Synagoge und setzten sich. $13/15$ Aber nach dem Vorlesen des
Gesetzes und der Propheten sandten die Vorsteher der Synagoge zu
ihnen und sagten: Ihr Brder , wenn ihr ein Wort der Ermahnung
an das Volk habt, so redet! $13/16$ Paulus aber stand auf,
winkte mit der Hand und sprach: Mnner von Israel, und die ihr
Gott frchtet, hrt: $13/17$ Der Gott dieses Volkes Israel
erwhlte unsere Vter und erhhte das Volk in der
Fremdlingschaft im Land gypten, und mit erhobenem Arm fhrte er
sie von dort heraus; $13/18$ und eine Zeit von etwa vierzig
Jahren ertrug er sie in der Wste. $13/19$ Und nachdem er sieben
Nationen im Land Kanaan vertilgt hatte, lie er sie deren Land
erben $13/20$ [fr] etwa vierhundertfnfzig Jahre. Und danach
gab er ihnen Richter bis zu Samuel, dem Propheten. $13/21$ Und
von da an begehrten sie einen Knig, und Gott gab ihnen Saul,
den Sohn des Kisch, einen Mann aus dem Stamm Benjamin, vierzig
Jahre lang. $13/22$ Und nachdem er ihn verworfen hatte, erweckte
er ihnen David zum Knig, welchem er auch Zeugnis gab und
sprach: `Ich habe David gefunden, den Sohn Jsais, einen Mann
nach meinem Herzen, der meinen ganzen Willen tun wird. $13/23$
Aus dessen Nachkommenschaft hat Gott nach Verheiung dem Israel
als Erretter Jesus gebracht, $13/24$ nachdem Johannes vor dessen
Auftreten die Taufe der Bue dem ganzen Volk Israel verkndigt
hatte. $13/25$ Als aber Johannes seinen Lauf erfllte, sprach
er: Was ihr meint, da ich sei, bin ich nicht, sondern siehe, es
kommt einer nach mir, dem ich nicht wrdig bin, die Sandale an
den Fen zu lsen. $13/26$ Ihr Brder, Shne des Geschlechts
Abrahams, und die unter euch Gott frchten, uns ist das Wort
dieses Heils gesandt. $13/27$ Denn die zu Jerusalem wohnen und
ihre Obersten haben, da sie diesen nicht erkannten, auch die
Stimmen der Propheten erfllt, die jeden Sabbat gelesen werden,
indem sie [ber ihn] Gericht hielten. $13/28$ Und obschon sie
keine todeswrdige Schuld fanden, baten sie den Pilatus, da er
umgebracht werde. $13/29$ Und nachdem sie alles vollendet
hatten, was ber ihn geschrieben ist, nahmen sie ihn vom Holz
herab und legten ihn in eine Gruft. $13/30$ Gott aber hat ihn
aus den Toten auferweckt, $13/31$ und er ist mehrere Tage
hindurch denen erschienen, die mit ihm hinaufgezogen waren von
Galila nach Jerusalem, die jetzt seine Zeugen an das Volk sind.
$13/32$ Und wir verkndigen euch die gute Botschaft von der zu
den Vtern geschehenen Verheiung, $13/33$ da Gott sie uns,
ihren Kindern, erfllt hat, indem er Jesus erweckte; wie auch im
zweiten Psalm geschrieben steht: `Du bist mein Sohn, heute habe
ich dich gezeugt. $13/34$ Da er ihn aber aus den Toten
auferweckt hat, so da er nicht mehr zur Verwesung zurckkehrte,
hat er so ausgesprochen: `Ich werde euch die zuverlssigen
heiligen Gter Davids geben. $13/35$ Deshalb sagt er auch an
einer anderen [Stelle]: `Du wirst nicht zugeben, da dein
Frommer die Verwesung sehe.. $13/36$ Denn David freilich
entschlief, nachdem er seinem Geschlecht nach dem Willen Gottes
gedient hatte, und wurde zu seinen Vtern versammelt und sah die
Verwesung. $13/37$ Der aber, den Gott auferweckt hat, sah die
Verwesung nicht. $13/38$ So sei es euch nun kund, ihr Brder,
da durch diesen euch Vergebung der Snden verkndigt wird;
$13/39$ und von allem, wovon ihr durch das Gesetz Moses nicht
gerechtfertigt werden konntet, wird durch diesen jeder Glaubende
gerechtfertigt. $13/40$ Seht nun zu, da nicht eintreffe, was in
den Propheten gesagt ist: $13/41$ `Seht, ihr Verchter, und
wundert euch und verschwindet! Denn ich wirke ein Werk in euren
Tagen, ein Werk, das ihr nicht glauben werdet, wenn es euch
jemand erzhlt.

$13/42$ Als sie aber hinausgingen, baten sie, da am folgenden
Sabbat diese Worte [noch einmal] zu ihnen geredet werden
mchten. $13/43$ Als aber die Synagogenversammlung sich
aufgelst hatte, folgten viele der Juden und der anbetenden
Proselyten dem Paulus und Barnabas, die zu ihnen sprachen und
ihnen zuredeten, beharrlich bei der Gnade Gottes zu bleiben.
$13/44$ Am nchsten Sabbat aber versammelte sich fast die ganze
Stadt, um das Wort Gottes zu hren. $13/45$ Als aber die Juden
die Volksmengen sahen, wurden sie von Eifersucht erfllt und
widersprachen dem, was von Paulus geredet wurde, und lsterten.
$13/46$ Paulus aber und Barnabas sprachen freimtig: Zu euch
mute notwendig das Wort Gottes zuerst geredet werden; weil ihr
es aber von euch stot und euch selbst nicht wrdig achtet des
ewigen Lebens, siehe, so wenden wir uns zu den Nationen. $13/47$
Denn so hat uns der Herr geboten: `Ich habe dich zum Licht der
Nationen gesetzt, da du zum Heil seiest bis an das Ende der
Erde. $13/48$ Als aber die [aus den] Nationen es hrten, freuten
sie sich und verherrlichten das Wort des Herrn; und es glaubten,
so viele zum ewigen Leben verordnet waren. $13/49$ Das Wort des
Herrn aber wurde ausgebreitet durch die ganze Gegend. $13/50$
Die Juden aber erregten die anbetenden vornehmen Frauen und die
Ersten der Stadt und erweckten eine Verfolgung gegen Paulus und
Barnabas und vertrieben sie aus ihren Grenzen. $13/51$ Sie aber
schttelten den Staub von ihren Fen gegen sie ab und kamen
nach Ikonium. $13/52$ Die Jnger aber wurden mit Freude und
Heiligem Geist erfllt.

Aufenthalt in Ikonion.

\14\

$14/1$ Es geschah aber zu Ikonion, da sie zusammen in die
Synagoge der Juden gingen und so redeten, da eine groe Menge,
sowohl von Juden als auch von Griechen, glaubte. $14/2$ Die
unglubigen Juden aber reizten und erbitterten die Seelen derer
[aus den] Nationen gegen die Brder. $14/3$ Sie verweilten nun
lange Zeit und sprachen freimtig in dem Herrn, der dem Wort
seiner Gnade Zeugnis gab, indem er Zeichen und Wunder geschehen
lie durch ihre Hnde. $14/4$ Die Menge der Stadt aber war
entzweit, und die einen waren mit den Juden, die anderen mit den
Aposteln. $14/5$ Als aber ein heftiges Bestreben entstand,
sowohl von denen [aus den] Nationen als auch von den Juden samt
ihren Obersten, sie zu mihandeln und zu steinigen, $14/6$
entflohen sie, als sie es bemerkten, in die Stdte von
Lykaonien, Lystra und Derbe, und die Umgegend; $14/7$ und dort
verkndigten sie das Evangelium.

Heilung eines Lahmen in Lystra - Steinigung des Paulus.

$14/8$ Und ein Mann in Lystra sa da, kraftlos an den Fen,
lahm von seiner Mutter Leib an, der niemals umhergegangen war.
$14/9$ Dieser hrte Paulus reden; als der ihn fest anblickte und
sah, da er Glauben hatte, geheilt zu werden, $14/10$ sprach er
mit lauter Stimme: Stelle dich gerade hin auf deine Fe! Und er
sprang auf und ging umher. $14/11$ Als die Volksmengen aber
sahen, was Paulus tat, erhoben sie ihre Stimme und sagten auf
lykaonisch: Die Gtter sind den Menschen gleich geworden und
sind zu uns herabgekommen. $14/12$ Und sie nannten den Barnabas
Zeus, den Paulus aber Hermes, weil er das Wort fhrte. $14/13$
Der Priester des Zeus[tempels] aber, der vor der Stadt war,
brachte Stiere und Krnze an die Tore und wollte mit den
Volksmengen opfern. $14/14$ Als aber die Apostel Barnabas und
Paulus es hrten, zerrissen sie ihre Kleider, sprangen hinaus
unter die Volksmenge und riefen $14/15$ und sprachen: Mnner,
warum tut ihr dies? Auch wir sind Menschen von gleichen
Empfindungen wie ihr und verkndigen euch, da ihr euch von
diesen nichtigen [Gtzen] bekehren sollt zu dem lebendigen Gott,
der den Himmel und die Erde und das Meer gemacht hat und alles,
was in ihnen ist. $14/16$ Er lie in den vergangenen
Geschlechtern alle Nationen in ihren eigenen Wegen gehen,
$14/17$ obwohl er sich doch nicht unbezeugt gelassen hat, indem
er Gutes tat und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gab
und eure Herzen mit Speise und Frhlichkeit erfllte. $14/18$
Und als sie dies sagten, beruhigten sie mit Mhe die
Volksmengen, da sie ihnen nicht opferten.

$14/19$ Es kamen aber aus Antiochia und Ikonion Juden an, und
nachdem sie die Volksmengen berredet und Paulus gesteinigt
hatten, schleiften sie ihn zur Stadt hinaus, da sie meinten, er
sei gestorben. $14/20$ Als aber die Jnger ihn umringten, stand
er auf und ging in die Stadt hinein; und am folgenden Tag zog er
mit Barnabas aus nach Derbe.

Evangeliumsverkndigung in Derbe und Rckkehr nach Antiochia.

$14/21$ Und als sie jener Stadt das Evangelium verkndigt und
viele zu Jngern gemacht hatten, kehrten sie nach Lystra und
Ikonion und Antiochia zurck. $14/22$ Sie befestigten die Seelen
der Jnger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und
[sagten], da wir durch viele Trbsale in das Reich Gottes
eingehen mssen. $14/23$ Als sie ihnen aber in jeder Gemeinde
lteste gewhlt hatten, beteten sie mit Fasten und befahlen sie
dem Herrn, an den sie glubig geworden waren. $14/24$ Und
nachdem sie Pisidien durchzogen hatten, kamen sie nach
Pamphylien; $14/25$ und als sie in Perge das Wort geredet
hatten, gingen sie hinab nach Attalia; $14/26$ und von da
segelten sie ab nach Antiochia, von wo sie der Gnade Gottes
befohlen worden waren zu dem Werk, das sie erfllt hatten.
$14/27$ Als sie aber angekommen waren und die Gemeinde
zusammengebracht hatten, erzhlten sie alles, was Gott mit ihnen
getan und da er den Nationen eine Tr des Glaubens aufgetan
habe. $14/28$ Sie verweilten aber eine nicht geringe Zeit bei
den Jngern.

Apostelkonzil zu Jerusalem.

\15\

$15/1$ Und einige kamen von Juda herab und lehrten die Brder:
Wenn ihr nicht beschnitten worden seid nach der Weise Moses, so
knnt ihr nicht errettet werden. $15/2$ Als nun ein Zwiespalt
entstand und ein nicht geringer Wortwechsel zwischen ihnen und
Paulus und Barnabas, ordneten sie an, da Paulus und Barnabas
und einige andere von ihnen zu den Aposteln und ltesten nach
Jerusalem hinaufgehen sollten wegen dieser Streitfrage. $15/3$
Sie nun erhielten von der Gemeinde das Geleit, durchzogen
Phnizien und Samarien und erzhlten die Bekehrung derer [aus
den] Nationen; und sie machten allen Brdern groe Freude.
$15/4$ Als sie aber nach Jerusalem gekommen waren, wurden sie
von der Gemeinde und den Aposteln und ltesten aufgenommen, und
sie verkndeten alles, was Gott mit ihnen getan hatte. $15/51$
Einige aber von denen aus der Sekte der Phariser, die glubig
waren, traten auf und sagten: Man mu sie beschneiden und ihnen
gebieten, das Gesetz Moses zu halten.

$15/6$ Die Apostel aber und die ltesten versammelten sich, um
diese Angelegenheit zu besehen. $15/7$ Als aber viel Wortwechsel
entstanden war, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Ihr
Brder, ihr wit, da Gott [mich] vor langer Zeit unter euch
auserwhlt hat, da die Nationen durch meinen Mund das Wort des
Evangeliums hren und glauben sollten. $15/8$ Und Gott, der
Herzenskenner, gab ihnen Zeugnis, indem er ihnen den Heiligen
Geist gab wie auch uns; $15/9$ und er machte keinen Unterschied
zwischen uns und ihnen, da er durch den Glauben ihre Herzen
reinigte. $15/10$ Nun denn, was versucht ihr Gott, ein Joch auf
den Hals der Jnger zu legen, das weder unsere Vter noch wir zu
tragen vermochten? $15/11$ Vielmehr glauben wir, durch die Gnade
des Herrn Jesus in derselben Weise errettet zu werden wie auch
jene. $15/12$ Die ganze Menge aber schwieg und hrte Barnabas
und Paulus zu, die erzhlten, wie viele Zeichen und Wunder Gott
unter den Nationen durch sie getan habe.

$15/13$ Als sie aber schwiegen, antwortete Jakobus und sprach:
Ihr Brder, hrt mich! $15/14$ Simon hat erzhlt, wie Gott
zuerst darauf gesehen hat, aus den Nationen ein Volk zu nehmen
fr seinen Namen. $15/15$ Und hiermit stimmen die Worte der
Propheten berein, wie geschrieben steht: $15/16$ `Nach diesem
will ich zurckkehren und wieder aufbauen die Htte Davids, die
verfallen ist, und ihre Trmmer will ich wieder bauen und sie
wieder aufrichten; $15/17$ damit die brigen der Menschen den
Herrn suchen und alle Nationen, ber die mein Name angerufen
ist, spricht der Herr, der dieses tut, $15/18$ was von jeher
bekannt ist. $15/19$ Deshalb urteile ich, man solle die, welche
sich von den Nationen zu Gott bekehren, nicht beunruhigen,
$15/20$ sondern ihnen schreiben, da sie sich enthalten von den
Verunreinigungen der Gtzen und von der Unzucht und vom
Erstickten und vom Blut. $15/21$ Denn Mose hat von alten Zeiten
her in jeder Stadt [solche], die ihn predigen, da er an jedem
Sabbat in den Synagogen gelesen wird.

Brief an die Gemeinde in Antiochia.

$15/22$ Dann schien es den Aposteln und den ltesten samt der
ganzen Gemeinde gut, Mnner aus ihrer Mitte zu erwhlen und sie
mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden: Judas mit dem
Beinamen Barsabas und Silas, Mnner, die Fhrer unter den
Brdern waren. $15/23$ Und sie schrieben [und sandten] durch
ihre Hand: `Die Apostel und die ltesten [als] Brder an die
Brder aus den Nationen zu Antiochia und in Syrien und Zilizien
[ihren] Gru. $15/24$ Weil wir gehrt haben, da einige aus
unserer Mitte euch mit Worten beunruhigt und eure Seelen
verstrt haben - denen wir keine Befehle gegeben haben -,
$15/25$ schien es uns, nachdem wir einstimmig geworden, gut,
Mnner auszuwhlen und sie zu euch zu senden mit unseren
geliebten [Brdern] Barnabas und Paulus, $15/26$ Leuten, die ihr
Leben hingegeben haben fr den Namen unseres Herrn Jesus
Christus. $15/27$ Wir haben nun Judas und Silas gesandt, die
auch selbst mndlich dasselbe verknden werden. $15/28$ Denn es
hat dem Heiligen Geist und uns gut geschienen, keine grere
Last auf euch zu legen als diese notwendigen Stcke: $15/29$
euch zu enthalten von Gtzenopfern und von Blut und von
Ersticktem und von Unzucht. Wenn ihr euch davor bewahrt, so
werdet ihr wohl tun. Lebt wohl!

$15/30$ Nachdem sie nun entlassen waren, kamen sie nach
Antiochia hinab; und sie versammelten die Menge und bergaben
den Brief. $15/31$ Als sie ihn aber gelesen hatten, freuten sie
sich ber den Trost. $15/32$ Und Judas und Silas, die auch
selbst Propheten waren, ermunterten die Brder mit vielen Worten
und strkten sie. $15/33$ Nachdem sie sich aber eine Zeitlang
aufgehalten hatten, wurden sie mit Frieden von den Brdern
entlassen zu denen, die sie gesandt hatten. ($15/34$)

Paulus und Barnabas trennen sich - Paulus bricht mit Silas zur
zweiten Missionsreise auf.

$15/35$ Paulus aber und Barnabas verweilten in Antiochia und
lehrten und verkndigten mit noch vielen anderen das Wort des
Herrn. $15/36$ Nach einigen Tagen aber sprach Paulus zu
Barnabas: La uns nun zurckkehren und die Brder besuchen in
jeder Stadt, in der wir das Wort des Herrn verkndigt haben,
[und sehen] wie es ihnen geht. $15/37$ Barnabas aber wollte auch
Johannes mit dem Beinamen Markus mitnehmen. $15/38$ Paulus aber
hielt es fr richtig, den nicht mitzunehmen, der aus Pamphylien
von ihnen gewichen und nicht mit ihnen gegangen war zu dem Werk.
$15/39$ Es entstand nun eine Erbitterung, so da sie sich
voneinander trennten und Barnabas den Markus mitnahm und nach
Zypern segelte. $15/40$ Paulus aber whlte sich Silas und zog
aus, von den Brdern der Gnade Gottes befohlen. $15/41$ Er
durchzog aber Syrien und Zilizien und befestigte die Gemeinden.

Timotheus wird Begleiter des Paulus.

\16\

$16/1$ Er gelangte aber nach Derbe und Lystra. Und siehe, dort
war ein Jnger mit Namen Timotheus, der Sohn einer jdischen
glubigen Frau, aber eines griechischen Vaters; $16/2$ er hatte
ein [gutes] Zeugnis von den Brdern in Lystra und Ikonion.
$16/3$ Paulus wollte, da dieser mit ihm ausziehe, und er nahm
und beschnitt ihn um der Juden willen, die in jenen Orten waren;
denn sie kannten alle seinen Vater, da er ein Grieche war.
$16/4$ Als sie aber die Stdte durchzogen, teilten sie ihnen zur
Befolgung die Beschlsse mit, die von den Aposteln und ltesten
in Jerusalem festgesetzt waren. $16/5$ Die Gemeinden nun wurden
im Glauben befestigt und nahmen tglich an Zahl zu.

Ruf nach Mazedonien.

$16/6$ Sie durchzogen aber Phrygien und die galatische
Landschaft, nachdem sie von dem Heiligen Geist verhindert worden
waren, das Wort in Asien zu reden; $16/7$ als sie aber gegen
Mysien hin kamen, versuchten sie, nach Bithynien zu reisen, und
der Geist Jesu erlaubte es ihnen nicht. $16/8$ Als sie aber an
Mysien vorbergezogen waren, gingen sie nach Troas hinab.

$16/9$ Und es erschien dem Paulus in der Nacht ein Gesicht: Ein
mazedonischer Mann stand da und bat ihn und sprach: Komm herber
nach Mazedonien und hilf uns! $16/10$ Als er aber das Gesicht
gesehen hatte, suchten wir sogleich nach Mazedonien abzureisen,
da wir schlossen, da Gott uns gerufen habe, ihnen das
Evangelium zu verkndigen.

Reise nach Philippi - Bekehrung der Lydia.

$16/11$ Wir fuhren nun von Troas ab und kamen geraden Laufs nach
Samothrake und des folgenden Tages nach Neapolis $16/12$ und von
da nach Philippi, das die erste Stadt jenes Teiles von
Mazedonien ist, eine Kolonie.

In dieser Stadt aber verweilten wir einige Tage. $16/13$ Und am
Tag des Sabbats gingen wir hinaus vor das Tor an einen Flu, wo
wir eine Gebetssttte vermuteten; und wir setzten uns nieder und
redeten zu den Frauen, die zusammengekommen waren. $16/14$ Und
eine Frau mit Namen Lydia, eine Purpurkrmerin aus der Stadt
Thyatira, die Gott anbetete, hrte zu, deren Herz tat der Herr
auf, da sie achtgab auf das, was von Paulus geredet wurde.
$16/15$ Als sie aber getauft worden war und ihr Haus, bat sie
und sagte: Wenn ihr urteilt, da ich an den Herrn glubig sei,
so kehrt in mein Haus ein und bleibt. Und sie ntigte uns.

Die Magd mit dem Wahrsagergeist - Paulus und Silas in
Gefangenschaft.

$16/16$ Es geschah aber, als wir zur Gebetssttte gingen, da
uns eine Magd begegnete, die einen Wahrsagergeist hatte; sie
brachte ihren Herren groen Gewinn durch Wahrsagen. $16/17$
Diese folgte dem Paulus und uns nach und schrie und sprach:
Diese Menschen sind Knechte Gottes, des Hchsten, die euch den
Weg des Heils verkndigen. $16/18$ Dies aber tat sie viele Tage.
Paulus aber wurde unwillig, wandte sich um und sprach zu dem
Geist: Ich gebiete dir im Namen Jesu Christi, von ihr
auszufahren! Und er fuhr aus zu derselben Stunde. $16/19$ Als
aber ihre Herren sahen, da die Hoffnung auf ihren Gewinn dahin
war, griffen sie Paulus und Silas und schleppten sie auf den
Markt zu den Vorstehern. $16/20$ Und sie fhrten sie zu den
Hauptleuten und sprachen: Diese Menschen, die Juden sind,
verwirren ganz und gar unsere Stadt $16/21$ und verkndigen
Gebruche, die anzunehmen oder auszuben uns nicht erlaubt ist,
da wir Rmer sind. $16/22$ Und die Volksmenge erhob sich
zugleich gegen sie, und die Hauptleute rissen ihnen die Kleider
ab und befahlen, sie mit Ruten zu schlagen. $16/23$ Und als sie
ihnen viele Schlge gegeben hatten, warfen sie sie ins Gefngnis
und befahlen dem Kerkermeister, sie sicher zu verwahren. $16/24$
Dieser warf sie, als er solchen Befehl empfangen hatte, in das
innere Gefngnis und befestigte ihre Fe im Block.

Bekehrung des Kerkermeisters.

$16/25$ Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und
lobsangen Gott; und die Gefangenen hrten ihnen zu. $16/26$
Pltzlich aber geschah ein groes Erdbeben, so da die
Grundfesten des Gefngnisses erschttert wurden; und sofort
ffneten sich alle Tren, und aller Fesseln lsten sich. $16/27$
Als aber der Kerkermeister aus dem Schlaf aufwachte und die
Tren des Gefngnisses geffnet sah, zog er das Schwert und
wollte sich umbringen, da er meinte, die Gefangenen seien
entflohen. $16/28$ Paulus aber rief mit lauter Stimme und
sprach: Tu dir kein Leid an, denn wir sind alle hier. $16/29$ Er
aber forderte Licht und sprang hinein; und zitternd fiel er vor
Paulus und Silas nieder. $16/30$ Und er fhrte sie heraus und
sprach: Ihr Herren, was mu ich tun, da ich errettet werde?
$16/31$ Sie aber sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, und du
wirst errettet werden, du und dein Haus. $16/32$ Und sie redeten
das Wort des Herrn zu ihm samt allen, die in seinem Haus waren.
$16/33$ Und er nahm sie in jener Stunde der Nacht zu sich und
wusch ihnen die Striemen ab; und er lie sich taufen und alle
die Seinen sogleich. $16/34$ Und er fhrte sie hinauf in sein
Haus, lie ihnen den Tisch decken und frohlockte, an Gott
glubig geworden, mit seinem ganzen Haus.

Befreiung des Paulus und Silas.

$16/35$ Als es aber Tag geworden war, sandten die Hauptleute die
Rutentrger und sagten: La jene Menschen los! $16/36$ Der
Kerkermeister aber berichtete dem Paulus diese Worte: Die
Hauptleute haben hergesandt, damit ihr losgelassen werdet; so
geht denn jetzt hinaus und zieht hin in Frieden. $16/37$ Paulus
aber sprach zu ihnen: Nachdem sie uns, die wir Rmer sind,
ffentlich unverurteilt geschlagen, haben sie uns ins Gefngnis
geworfen, und jetzt stoen sie uns heimlich aus? Nicht doch;
sondern la sie selbst kommen und uns hinausfhren. $16/38$ Die
Rutentrger aber meldeten diese Worte den Hauptleuten; und sie
frchteten sich, als sie hrten, da sie Rmer seien. $16/39$
Und sie kamen und redeten ihnen zu; und sie fhrten sie hinaus
und baten sie, da sie aus der Stadt gehen mchten. $16/40$ Als
sie aber aus dem Gefngnis herausgegangen waren, gingen sie zu
Lydia; und als sie die Brder gesehen hatten, ermahnten sie sie
und zogen weg.

Verkndigung und Verfolgung in Thessalonich.

\17\

$17/1$ Nachdem sie aber durch Amphipolis und Apollonia gereist
waren, kamen sie nach Thessalonich, wo eine Synagoge der Juden
war. $17/2$ Nach seiner Gewohnheit aber ging Paulus zu ihnen
hinein und unterredete sich an drei Sabbaten mit ihnen aus den
Schriften, $17/3$ indem er erffnete und darlegte, da der
Christus leiden und aus den Toten auferstehen mute und da
dieser der Christus ist: der Jesus, den ich euch verkndige.
$17/4$ Und einige von ihnen lieen sich berzeugen und gesellten
sich zu Paulus und Silas, und eine groe Menge von den
anbetenden Griechen und nicht wenige der vornehmsten Frauen.

$17/5$ Die Juden aber wurden eiferschtig und nahmen einige bse
Mnner vom Gassenpbel zu sich, machten einen Volksauflauf und
brachten die Stadt in Aufruhr; und sie traten vor das Haus
Jasons und suchten sie unter das Volk zu fhren. $17/6$ Als sie
sie aber nicht fanden, schleppten sie Jason und einige Brder
vor die Obersten der Stadt und riefen: Diese, die den Erdkreis
aufgewiegelt haben, sind auch hierher gekommen, $17/7$ die hat
Jason beherbergt; und diese alle handeln gegen die Verordnungen
des Kaisers, da sie sagen, da ein anderer Knig sei: Jesus.
$17/8$ Sie beunruhigten aber die Volksmenge und die Obersten der
Stadt, die dies hrten. $17/9$ Und nachdem sie von Jason und den
brigen Brgschaft genommen hatten, lieen sie sie frei.

Verkndigung und Verfolgung in Bera.

$17/10$ Die Brder aber sandten sogleich in der Nacht sowohl
Paulus als Silas nach Bera; die gingen, als sie angekommen
waren, in die Synagoge der Juden. $17/11$ Diese aber waren edler
als die in Thessalonich; sie nahmen mit aller Bereitwilligkeit
das Wort auf und untersuchten tglich die Schriften, ob dies
sich so verhielte. $17/12$ Viele nun von ihnen glaubten, und von
den griechischen vornehmen Frauen und Mnnern nicht wenige.
$17/13$ Als aber die Juden von Thessalonich erfuhren, da auch
in Bera das Wort Gottes von Paulus verkndigt wurde, kamen sie
auch dorthin und erregten die Volksmengen. $17/14$ Da sandten
aber die Brder sogleich den Paulus fort, da er nach dem Meer
hin gehe. Aber sowohl Silas als Timotheus blieben dort. $17/15$
Die aber den Paulus geleiteten, brachten ihn bis nach Athen; und
als sie fr Silas und Timotheus Befehl empfangen hatten, da sie
sobald wie mglich zu ihm kommen sollten, reisten sie ab.

Paulus in Athen.

$17/16$ Whrend aber Paulus sie in Athen erwartete, wurde sein
Geist in ihm erregt, da er die Stadt voll von Gtzenbildern sah.
$17/17$ Er unterredete sich nun in der Synagoge mit den Juden
und mit den Anbetern und auf dem Markt an jedem Tag mit denen,
die gerade herbeikamen. $17/18$ Aber auch einige der
epikurischen und stoischen Philosophen griffen ihn an; und
einige sagten: Was will wohl dieser Schwtzer sagen? andere
aber: Er scheint ein Verkndiger fremder Gtter zu sein, weil er
das Evangelium von Jesus und der Auferstehung verkndigte.
$17/19$ Und sie ergriffen ihn, fhrten ihn zum Areopag und
sagten: Knnen wir erfahren, was diese neue Lehre ist, von der
du redest? $17/20$ Denn du bringst etwas Fremdes vor unsere
Ohren. Wir mchten nun wissen, was das sein mag. $17/21$ Alle
Athener aber und die Fremden, die sich da aufhielten, brachten
ihre Zeit mit nichts anderem zu, als etwas Neues zu sagen und zu
hren.

$17/22$ Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach:
Mnner von Athen, ich sehe, da ihr in jeder Beziehung den
Gttern sehr ergeben seid. $17/23$ Denn als ich umherging und
eure Heiligtmer betrachtete, fand ich auch einen Altar, an dem
die Aufschrift war: Einem unbekannten Gott. Was ihr nun, ohne es
zu kennen, verehrt, das verkndige ich euch. $17/24$ Der Gott,
der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr
des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Hnden
gemacht sind, $17/25$ noch wird er von Menschenhnden bedient,
als wenn er noch etwas ntig htte, da er selbst allen Leben und
Odem und alles gibt. $17/26$ Und er hat aus Einem jede Nation
der Menschen gemacht, da sie auf dem ganzen Erdboden wohnen,
indem er festgesetzte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnung
bestimmt hat, $17/27$ da sie Gott suchen, ob sie ihn wohl
tastend fhlen und finden mchten, obgleich er nicht fern ist
von jedem von uns. $17/28$ Denn in ihm leben und weben und sind
wir, wie auch einige eurer Dichter gesagt haben: `Denn wir sind
auch sein Geschlecht. $17/29$ Da wir nun Gottes Geschlecht sind,
sollen wir nicht meinen, da das Gttliche dem Gold und Silber
oder Stein, einem Gebilde der Kunst und der Erfindung des
Menschen, gleich sei. $17/30$ Nachdem nun Gott die Zeiten der
Unwissenheit bersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, da
sie alle berall Bue tun sollen, $17/31$ weil er einen Tag
gesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in
Gerechtigkeit durch einen Mann, den er [dazu] bestimmt hat, und
er hat allen dadurch den Beweis gegeben, da er ihn auferweckt
hat aus den Toten.

$17/32$ Als sie aber von Toten-Auferstehung hrten, spotteten
die einen, die anderen aber sprachen: Wir wollen dich darber
auch nochmals hren. $17/33$ So ging Paulus aus ihrer Mitte
fort. $17/34$ Einige Mnner aber schlossen sich ihm an und
glaubten, unter denen auch Dionysius war, der Areopagit, und
eine Frau mit Namen Damaris und andere mit ihnen.

Ttigkeit des Paulus in Korinth.

\18\

$18/1$ Danach schied er von Athen und kam nach Korinth. $18/2$
Und er fand einen Juden namens Aquila, aus Pontus gebrtig, der
krzlich aus Italien gekommen war, und Priscilla, seine Frau -
weil Klaudius befohlen hatte, da alle Juden sich aus Rom
entfernen sollten -. Er ging zu ihnen, $18/3$ und weil er
gleichen Handwerks war, blieb er bei ihnen und arbeitete; denn
sie waren Zeltmacher ihres Handwerks. $18/4$ Er unterredete sich
aber in der Synagoge an jedem Sabbat und berzeugte Juden und
Griechen. $18/5$ Als aber sowohl Silas als Timotheus aus
Mazedonien herabkamen, wurde Paulus durch das Wort gedrngt und
bezeugte den Juden, da Jesus der Christus sei. $18/6$ Als sie
aber widerstrebten und lsterten, schttelte er die Kleider aus
und sprach zu ihnen: Euer Blut [komme] auf euren Kopf! Ich bin
rein; von jetzt an werde ich zu den Nationen gehen. $18/7$ Und
er ging von dort fort und kam in das Haus eines Gottesfrchtigen
namens Titius Justus, dessen Haus an die Synagoge stie. $18/8$
Krispus aber, der Vorsteher der Synagoge, glaubte an den Herrn
mit seinem ganzen Haus; und viele Korinther, die hrten, wurden
glubig und lieen sich taufen. $18/9$ Der Herr aber sprach
durch eine Erscheinung in der Nacht zu Paulus: Frchte dich
nicht, sondern rede, und schweige nicht! $18/10$ Denn ich bin
mit dir, und niemand soll dich angreifen, dir Bses zu tun; denn
ich habe ein groes Volk in dieser Stadt. $18/11$ Und er hielt
sich ein Jahr und sechs Monate auf und lehrte unter ihnen das
Wort Gottes.

Vergebliche Anklage vor dem Prokonsul Gallio in Korinth.

$18/12$ Als aber Gallio Prokonsul von Achaja war, traten die
Juden einmtig gegen Paulus auf und fhrten ihn vor den
Richterstuhl $18/13$ und sagten: Dieser berredet die Menschen,
entgegen dem Gesetz Gott anzubeten. $18/14$ Als aber Paulus den
Mund ffnen wollte, sagte Gallio zu den Juden: Wenn es ein
Unrecht oder eine bse Handlung wre, o Juden, so htte ich euch
vernnftigerweise ertragen; $18/15$ wenn es aber Streitfragen
sind ber Worte und Namen und das Gesetz, das ihr habt, so seht
ihr selbst zu, ber diese Dinge will ich nicht Richter sein.
$18/16$ Und er trieb sie von dem Richterstuhl weg. $18/17$ Alle
aber ergriffen Sosthenes, den Vorsteher der Synagoge, und
schlugen ihn vor dem Richterstuhl; und Gallio bekmmerte sich
nicht um dies alles.

Rckreise ber Ephesus nach Antiochia.

$18/18$ Nachdem aber Paulus noch viele Tage dageblieben war,
nahm er Abschied von den Brdern und segelte nach Syrien ab und
mit ihm Priscilla und Aquila, nachdem er sich in Kenchre das
Haupt hatte scheren lasen, denn er hatte ein Gelbde. $18/19$
Sie kamen aber nach Ephesus, und er lie jene dort zurck; er
selbst aber ging in die Synagoge und unterredete sich mit den
Juden. $18/20$ Als sie ihn aber baten, da er lngere Zeit
bleiben mchte, willigte er nicht ein, $18/21$ sondern nahm
Abschied von ihnen und sagte: Ich werde, wenn Gott will, wieder
zu euch zurckkehren. Und er fuhr von Ephesus ab. $18/22$ Und
als er zu Csarea gelandet war, ging er hinauf und begrte die
Gemeinde und zog hinab nach Antiochia.

Beginn der dritten Missionsreise des Paulus - Apollos in
Ephesus.

$18/23$ Und als er einige Zeit dort zugebracht hatte, reiste er
ab und durchzog der Reihe nach die galatische Landschaft und
Phrygien und befestigte alle Jnger.

$18/24$ Ein Jude aber mit Namen Apollos, aus Alexandria
gebrtig, ein beredter Mann, der mchtig war in den Schriften,
kam nach Ephesus. $18/25$ Dieser war im Weg des Herrn
unterwiesen, und, brennend im Geist, redete und lehrte er
sorgfltig die Dinge von Jesus, obwohl er nur die Taufe des
Johannes kannte. $18/26$ Und dieser fing an, freimtig in der
Synagoge zu reden. Als aber Priscilla und Aquila ihn hrten,
nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes genauer
aus. $18/27$ Als er aber nach Achaja reisen wollte, schrieben
die Brder den Jngern und ermahnten sie, ihn aufzunehmen.
Dieser war, als er hinkam, den Glaubenden durch die Gnade sehr
behilflich; $18/28$ denn krftig widerlegte er die Juden
ffentlich, indem er durch die Schriften bewies, da Jesus der
Christus sei.

Paulus und die Johannesjnger in Ephesus.

\19\

$19/1$ Es geschah aber, whrend Apollos in Korinth war, da
Paulus, nachdem er die hher gelegenen Gegenden durchzogen
hatte, nach Ephesus kam. Und er fand einige Jnger $19/2$ und
sprach zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, nachdem
ihr glubig geworden seid? Sie aber sprachen zu ihm: Wir haben
nicht einmal gehrt, ob der Heilige Geist [berhaupt da] ist.
$19/3$ Und er sprach: Worauf seid ihr denn getauft worden? Sie
aber sagten: Auf die Taufe des Johannes. $19/4$ Paulus aber
sprach: Johannes hat mit der Taufe der Bue getauft, indem er
dem Volk sagte, da sie an den glauben sollten, der nach ihm
komme, das ist an Jesus. $19/5$ Als sie es aber gehrt hatten,
lieen sie sich auf den Namen des Herrn Jesus taufen; $19/6$ und
als Paulus ihnen die Hnde aufgelegt hatte, kam der Heilige
Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten.
$19/7$ Es waren aber insgesamt etwa zwlf Mnner.

Ttigkeit des Paulus in Ephesus.

$19/8$ Er ging aber in die Synagoge und sprach freimtig drei
Monate lang, indem er sich unterredete und sie von den Dingen
des Reiches Gottes berzeugte. $19/9$ Als aber einige sich
verhrteten und nicht glaubten und vor der Menge schlecht
redeten von dem Weg, trennte er sich von ihnen und sonderte die
Jnger ab und unterredete sich tglich in der Schule des
Tyrannus. $19/10$ Dies aber geschah zwei Jahre lang, so da
alle, die in Asien wohnten, sowohl Juden als Griechen, das Wort
des Herrn hrten.

$19/11$ Und ungewhnliche Wunderwerke tat Gott durch die Hnde
des Paulus, $19/12$ so da man sogar Schweitcher oder Schurze
von seinem Leib weg auf die Kranken legte und die Krankheiten
von ihnen wichen und die bsen Geister ausfuhren. $19/13$ Aber
auch einige von den umherziehenden jdischen Beschwrern
unternahmen es, ber die, welche bse Geister hatten, den Namen
des Herrn Jesus anzurufen, indem sie sagten: Ich beschwre euch
bei dem Jesus, den Paulus predigt! $19/14$ Es waren aber sieben
Shne eines jdischen Hohenpriesters Skevas, die dies taten.
$19/15$ Der bse Geist aber antwortete und sprach zu ihnen:
Jesus kenne ich, und von Paulus wei ich. Aber ihr, wer seid
ihr? $19/16$ Und der Mensch, in dem der bse Geist war, sprang
auf sie los und bezwang sie miteinander und berwltigte sie, so
da sie nackt und verwundet aus jenem Haus entflohen. $19/17$
Dies aber wurde allen bekannt, sowohl Juden als Griechen, die zu
Ephesus wohnten; und Furcht fiel auf sie alle, und der Name des
Herrn Jesus wurde erhoben. $19/18$ Viele aber von denen, die
glubig geworden waren, kamen und bekannten und gestanden ihre
Taten. $19/19$ Viele aber von denen, die vorwitzige Knste
getrieben hatten, trugen die Bcher zusammen und verbrannten sie
vor allen; und sie berechneten ihren Wert und kamen auf
fnfzigtausend Silberdrachmen. $19/20$ So wuchs das Wort des
Herrn mit Macht und erwies sich krftig.

$19/21$ Als dies aber beendet war, nahm sich Paulus im Geist
vor, nachdem er Mazedonien und Achaja durchzogen habe, nach
Jerusalem zu reisen, und sprach: Nachdem ich dort gewesen bin,
mu ich auch Rom sehen. $19/22$ Er sandte aber zwei von denen,
die ihm halfen, Timotheus und Erastus, nach Mazedonien, und er
selbst verweilte eine Zeitlang in Asien.

Der Aufstand des Demetrius.

$19/23$ Es entstand aber um jene Zeit ein nicht geringer Aufruhr
betreffs des Weges. $19/24$ Denn einer mit Namen Demetrius, ein
Silberschmied, der silberne Tempel der Artemis machte,
verschaffte den Kunsthandwerkern nicht geringen Erwerb; $19/25$
und nachdem er diese samt den damit beschftigten Arbeitern
versammelt hatte, sprach er: Mnner, ihr wit, da aus diesem
Erwerb unser Wohlstand kommt; $19/26$ und ihr seht und hrt, da
dieser Paulus nicht allein von Ephesus, sondern beinahe von ganz
Asien eine groe Volksmenge berredet und abgewandt hat, da er
sagt, da das keine Gtter seien, die mit Hnden gemacht werden.
$19/27$ Nicht allein aber ist fr uns Gefahr, da dieses
Geschft in Verruf kommt, sondern auch, da der Tempel der
groen Gttin Artemis fr nichts geachtet und auch ihre
herrliche Gre, die ganz Asien und der Erdkreis verehrt,
vernichtet wird. $19/28$ Als sie aber [das] hrten, wurden sie
voll Wut, schrien und sagten: Gro ist die Artemis der Epheser!
$19/29$ Und die Stadt geriet in Verwirrung; und sie strmten
einmtig nach dem Theater und rissen die Mazedonier Gajus und
Aristarchus, die Reisegefhrten des Paulus, mit fort.

$19/30$ Als aber Paulus unter das Volk gehen wollte, lieen die
Jnger es nicht zu. $19/31$ Und auch einige von den Asiarchen,
die seine Freunde waren, sandten zu ihm und baten ihn, sich
nicht nach dem Theater zu begeben.

$19/32$ Die einen nun schrien dies, die anderen jenes; denn die
Versammlung war in Verwirrung, und die meisten wuten nicht,
weshalb sie zusammengekommen waren. $19/33$ Aus der Volksmenge
heraus verstndigte man den Alexander, den die Juden vorschoben.
Alexander aber winkte mit der Hand und wollte sich vor dem Volk
verantworten. $19/34$ Als sie aber erkannten, da er ein Jude
war, erhob sich eine Stimme aus aller Mund, und sie schrien etwa
zwei Stunden lang: Gro ist die Artemis der Epheser! $19/35$ Als
aber der Stadtschreiber die Volksmenge beruhigt hatte, spricht
er: Mnner von Ephesus, welcher Mensch ist denn, der nicht
wte, da die Stadt der Epheser eine Tempelpflegerin der groen
Artemis und des vom Himmel gefallenen [Bildes] ist? $19/36$ Da
nun dies unbestreitbar ist, so geziemt es euch, ruhig zu sein
und nichts bereiltes zu tun. $19/37$ Denn ihr habt diese Mnner
hergefhrt, die weder Tempelruber sind noch unsere Gttin
lstern. $19/38$ Wenn nun Demetrius und die Kunsthandwerker mit
ihm gegen jemand eine Sache haben, so werden Gerichtstage
gehalten, und es sind Statthalter da. Mgen sie einander
verklagen! $19/39$ Wenn ihr aber wegen anderer Dinge ein Gesuch
habt, so wird es in der gesetzlichen Versammlung erledigt
werden. $19/40$ Denn wir sind auch in Gefahr, wegen des heutigen
Aufruhrs angeklagt zu werden, da es keine Ursache gibt, weswegen
wir uns ber diesen Auflauf werden verantworten knnen. Und als
er dies gesagt hatte, entlie er die Versammlung.

Reise durch Mazedonien und Griechenland und zurck bis Troas.

\20\

$20/1$ Nachdem aber der Tumult aufgehrt hatte, rief Paulus die
Jnger zu sich und ermahnte sie; und als er Abschied genommen
hatte, ging er fort, um nach Mazedonien zu reisen. $20/2$ Als er
aber jene Gegenden durchzogen und sie mit vielen Worten ermahnt
hatte, kam er nach Griechenland. $20/3$ Und als er sich drei
Monate aufgehalten hatte, wurde, als er nach Syrien abfahren
wollte, von den Juden ein Anschlag gegen ihn unternommen. Da
entschlo er sich, durch Mazedonien zurckzukehren. $20/4$ Es
begleitete ihn aber bis nach Asien Sopater, des Pyrrhus [Sohn],
ein Berer; von den Thessalonichern aber Aristarchus und
Sekundus und Gajus von Derbe und Timotheus und Tychikus und
Trophimus aus Asien. $20/5$ Diese gingen voraus und warteten auf
uns in Troas; $20/6$ wir aber segelten nach den Tagen der
ungesuerten Brote von Philippi ab und kamen in fnf Tagen zu
ihnen nach Troas, wo wir sieben Tage verweilten.

Auferweckung des Eutychus.

$20/7$ Am ersten Tag der Woche aber, als wir versammelt waren,
um Brot zu brechen, unterredete sich Paulus mit ihnen, da er am
folgenden Tag abreisen wollte; und er zog das Wort hinaus bis
Mitternacht. $20/8$ Es waren aber viele Lampen in dem Obersaal,
wo wir versammelt waren. $20/9$ Ein junger Mann aber mit Namen
Eutychus sa im Fenster und wurde von tiefem Schlaf berwltigt,
whrend Paulus noch weiterredete; und vom Schlaf berwltigt,
fiel er vom dritten Stock hinunter und wurde tot aufgehoben.
$20/10$ Paulus aber ging hinab und warf sich ber ihn, und ihn
umfassend sagte er: Macht keinen Lrm, denn seine Seele ist in
ihm. $20/11$ Und als er hinaufgestiegen war und das Brot
gebrochen und gegessen und lange bis zum Anbruch des Tages
geredet hatte, reiste er so ab. $20/12$ Sie brachten aber den
Knaben lebend und wurden nicht wenig getrstet.

Reise nach Milet.

$20/13$ Wir aber gingen voraus auf das Schiff und fuhren ab nach
Assos und wollten dort den Paulus aufnehmen; denn so hatte er es
angeordnet, da er selbst zu Fu gehen wollte. $20/14$ Als er
aber in Assos mit uns zusammentraf, nahmen wir ihn auf und kamen
nach Mitylene. $20/15$ Und als wir von da abgesegelt waren,
kamen wir am folgenden Tag Chios gegenber an; am anderen Tag
aber legten wir in Samos an und kamen am folgenden nach Milet;
$20/16$ denn Paulus hatte sich entschlossen, an Ephesus
vorbeizufahren, damit er nicht veranlat wrde, in Asien Zeit zu
versumen; denn er eilte, um, wenn es ihm mglich wre, am
Pfingsttag in Jerusalem zu sein.

Abschiedsworte des Paulus an die ltesten von Ephesus.

$20/17$ Von Milet aber sandte er nach Ephesus und rief die
ltesten der Gemeinde herber. $20/18$ Als sie aber zu ihm
gekommen waren, sprach er zu ihnen: Ihr wit, wie ich vom ersten
Tag an, da ich nach Asien kam, die ganze Zeit bei euch gewesen
bin $20/19$ und dem Herrn diente mit aller Demut und unter
Trnen und Versuchungen, die mir durch die Nachstellungen der
Juden widerfuhren; $20/20$ wie ich nichts zurckgehalten habe
von dem, was ntzlich ist, da ich es euch nicht verkndigt und
euch gelehrt htte, ffentlich und in den Husern, $20/21$ da
ich sowohl Juden als Griechen die Bue zu Gott und den Glauben
an unseren Herrn Jesus Christus bezeugte. $20/22$ Und nun siehe,
gebunden im Geist, gehe ich nach Jerusalem und wei nicht, was
mir dort begegnen wird, $20/23$ auer da der Heilige Geist mir
von Stadt zu Stadt bezeugt und sagt, da Fesseln und Drangsale
auf mich warten. $20/24$ Aber ich achte mein Leben nicht der
Rede wert, damit ich meinen Lauf vollende und den Dienst, den
ich von dem Herrn Jesus empfangen habe: das Evangelium der Gnade
Gottes zu bezeugen. $20/25$ Und nun siehe, ich wei, da ihr
alle, unter denen ich umhergegangen bin und das Reich gepredigt
habe, mein Angesicht nicht mehr sehen werdet. $20/26$ Deshalb
bezeuge ich euch am heutigen Tag, da ich rein bin vom Blut
aller; $20/27$ denn ich habe nicht zurckgehalten, euch den
ganzen Ratschlu Gottes zu verkndigen. $20/28$ Habt acht auf
euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige
Geist euch als Aufseher gesetzt hat, die Gemeinde Gottes zu
hten, die er sich erworben hat durch das Blut seines eigenen
[Sohnes]. $20/29$ Ich wei, da nach meinem Abschied grausame
Wlfe zu euch hereinkommen werden, die die Herde nicht
verschonen. $20/30$ Und aus eurer eigenen Mitte werden Mnner
aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jnger abzuziehen
hinter sich her. $20/31$ Darum wacht und denkt daran, da ich
drei Jahre lang Nacht und Tag nicht aufgehrt habe, einen jeden
unter Trnen zu ermahnen. $20/32$ Und nun befehle ich euch Gott
und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, aufzuerbauen und
ein Erbe unter allen Geheiligten zu geben. $20/33$ Ich habe von
niemandem Silber oder Gold oder Kleidung begehrt. $20/34$ Ihr
selbst wit, da meinen Bedrfnissen und denen, die bei mir
waren, diese Hnde gedient haben. $20/35$ Ich habe euch in allem
gezeigt, da man so arbeitend sich der Schwachen annehmen und an
die Worte des Herrn Jesus denken msse, der selbst gesagt hat:
Geben ist seliger als Nehmen.

$20/36$ Und als er dies gesagt hatte, kniete er nieder und
betete mit ihnen allen. $20/37$ Es entstand aber lautes Weinen
bei allen; und sie fielen Paulus um den Hals und kten ihn
zrtlich, $20/38$ am meisten betrbt ber das Wort, das er
gesagt hatte, sie wrden sein Angesicht nicht mehr sehen. Sie
geleiteten ihn aber zu dem Schiff.

Rckkehr von der dritten Missionsreise - Weissagungen ber
Paulus.

\21\

$21/1$ Als wir aber abfuhren, nachdem wir uns von ihnen
losgerissen hatten, kamen wir geraden Laufs nach Kos, am
folgenden Tag aber nach Rhodos und von da nach Patara. $21/2$
Und wir fanden ein Schiff, das nach Phnizien bersetzte,
stiegen ein und fuhren ab. $21/3$ Als wir aber Zypern gesichtet
und es links hatten liegen lassen, segelten wir nach Syrien und
legten zu Tyrus an, denn dort hatte das Schiff die Ladung
abzuliefern. $21/4$ Nachdem wir die Jnger gefunden hatten,
blieben wir sieben Tage dort; diese sagten dem Paulus durch den
Geist, er mge nicht nach Jerusalem hinaufgehen. $21/5$ Als wir
aber die Tage vollendet hatten, zogen wir fort und reisten
weiter; und sie alle geleiteten uns mit Frauen und Kindern bis
auerhalb der Stadt; und wir knieten am Ufer nieder und beteten.
$21/6$ Und nachdem wir voneinander Abschied genommen hatten,
stiegen wir in das Schiff, jene aber kehrten heim. $21/7$ Als
wir nun die Fahrt beendet hatten, gelangten wir von Tyrus nach
Ptolemais; und wir begrten die Brder und blieben einen Tag
bei ihnen. $21/8$ Am folgenden Tag aber zogen wir aus und kamen
nach Csarea; und wir gingen in das Haus des Philippus, des
Evangelisten, der [einer] von den Sieben war, und blieben bei
ihm. $21/9$ Dieser aber hatte vier Tchter, Jungfrauen, die
weissagten. $21/10$ Als wir nun mehrere Tage blieben, kam ein
Prophet mit Namen Agabus von Juda herab. $21/11$ Und er kam zu
uns und nahm den Grtel des Paulus und band sich die Fe und
die Hnde und sprach: Dies sagt der Heilige Geist: Den Mann, dem
dieser Grtel gehrt, werden die Juden in Jerusalem so binden
und in die Hnde der Nationen berliefern. $21/12$ Als wir aber
dies hrten, baten sowohl wir als auch die Einheimischen, da er
nicht nach Jerusalem hinaufgehen mchte. $21/13$ Paulus aber
antwortete: Was macht ihr, da ihr weint und mir das Herz
brecht? Denn ich bin bereit, nicht allein gebunden zu werden,
sondern auch in Jerusalem fr den Namen des Herrn Jesus zu
sterben. $21/14$ Als er sich aber nicht berreden lie,
schwiegen wir und sprachen: Der Wille des Herrn geschehe!

$21/15$ Nach diesen Tagen aber machten wir uns bereit und gingen
hinauf nach Jerusalem. $21/16$ Es gingen auch [einige] der
Jnger aus Csarea mit uns und brachten uns zu einem gewissen
Mnason, einem Zyprer, einem alten Jnger, bei dem wir herbergen
sollten. $21/17$ Als wir aber in Jerusalem angekommen waren,
nahmen uns die Brder freudig auf.

Paulus in Jerusalem.

$21/18$ Am folgenden Tag aber ging Paulus mit uns zu Jakobus,
und alle ltesten kamen dahin. $21/19$ Und als er sie begrt
hatte, erzhlte er eines nach dem anderen, was Gott unter den
Nationen durch seinen Dienst getan hatte. $21/20$ Sie aber, als
sie es gehrt hatten, verherrlichten Gott und sprachen zu ihm:
Du siehst, Bruder, wie viele Tausende der Juden es gibt, die
glubig geworden sind, und alle sind Eiferer fr das Gesetz.
$21/21$ Es ist ihnen aber ber dich berichtet worden, da du
alle Juden, die unter den Nationen sind, Abfall von Mose lehrest
und sagest, sie sollen weder die Kinder beschneiden noch nach
den Gebruchen wandeln. $21/22$ Was nun? Jedenfalls werden sie
hren, da du gekommen bist. $21/23$ Tu nun dies, was wir dir
sagen: Wir haben vier Mnner, die ein Gelbde auf sich
[genommen] haben. $21/24$ Diese nimm zu dir und reinige dich mit
ihnen und trage die Kosten fr sie, damit sie das Haupt scheren
lassen; und alle werden erkennen, da nichts an dem ist, was
ihnen ber dich berichtet worden ist, sondern da du selbst auch
zum Gesetz stehst und es befolgst. $21/25$ Was aber die
Glubigen [aus den] Nationen betrifft, so haben wir geschrieben
und verfgt, da sie sich sowohl vor dem Gtzenopfer als auch
vor Blut und Ersticktem und Unzucht hten sollen. $21/26$ Dann
nahm Paulus die Mnner zu sich, und nachdem er sich am folgenden
Tag gereinigt hatte, ging er mit ihnen in den Tempel und
kndigte die Erfllung der Tage der Reinigung an, bis fr einen
jeden von ihnen das Opfer dargebracht war.

Tumult der Juden und Gefangennahme des Paulus.

$21/27$ Als aber die sieben Tage beinahe vollendet waren, sahen
ihn die Juden aus Asien im Tempel und brachten die ganze
Volksmenge in Aufregung und legten die Hnde an ihn $21/28$ und
schrien: Mnner von Israel, helft! Dies ist der Mensch, der alle
berall lehrt gegen das Volk und das Gesetz und diese Sttte;
und dazu hat er auch Griechen in den Tempel gefhrt und diese
heilige Sttte verunreinigt. $21/29$ Denn sie hatten vorher den
Trophimus, den Epheser, mit ihm in der Stadt gesehen, von dem
sie meinten, da Paulus ihn in den Tempel gefhrt habe. $21/30$
Und die ganze Stadt kam in Bewegung, und es entstand ein
Zusammenlauf des Volkes; und sie ergriffen Paulus und schleppten
ihn aus dem Tempel, und sogleich wurden die Tren geschlossen.
$21/31$ Whrend sie ihn aber zu tten suchten, kam an den
Obersten der Schar die Anzeige, da ganz Jerusalem in Aufregung
sei; $21/32$ der nahm sofort Soldaten und Hauptleute mit und
lief zu ihnen hinab. Als sie aber den Obersten und die
Kriegsknechte sahen, hrten sie auf, den Paulus zu schlagen.
$21/33$ Dann nherte sich der Oberste, ergriff ihn und befahl,
ihn mit zwei Ketten zu fesseln, und erkundigte sich, wer er denn
sei und was er getan habe. $21/343$ Die einen aber riefen dies,
die anderen jenes in der Volksmenge; da er aber wegen des
Tumultes nichts Gewisses erfahren konnte, befahl er, ihn in das
Lager zu fhren. $21/35$ Als er aber an die Stufen kam, geschah
es, da er wegen der Gewalt des Volkes von den Soldaten getragen
wurde; $21/36$ denn die Menge des Volkes folgte und schrie: Weg
mit ihm! $21/37$ Und als Paulus eben in das Lager hineingebracht
werden sollte, spricht er zu dem Obersten: Ist es mir erlaubt,
dir etwas zu sagen? Er aber sprach: Verstehst du Griechisch?
$21/38$ Du bist also nicht der gypter, der vor diesen Tagen
eine Emprung gemacht und die viertausend Mann Sikarier in die
Wste hinausgefhrt hat? $21/39$ Paulus aber sprach: Ich bin ein
jdischer Mann aus Tarsus, Brger einer nicht unberhmten Stadt
in Zilizien; ich bitte dich aber, erlaube mir, zu dem Volk zu
reden. $21/40$ Als er es aber erlaubt hatte, winkte Paulus, auf
den Stufen stehend, dem Volk mit der Hand; nachdem aber eine
groe Stille eingetreten war, redete er sie in hebrischer
Mundart an und sprach:

Rede des Paulus an das Volk.

V. 1-21: Kap. 9,1-30; 26,9-21

\22\

$22/1$ Ihr Brder und Vter, hrt jetzt meine Verantwortung vor
euch! $22/2$ Als sie aber hrten, da er sie in hebrischer
Mundart anredete, hielten sie noch mehr Ruhe. Und er spricht:
$22/3$ Ich bin ein jdischer Mann, geboren in Tarsus in
Zilizien; aber auferzogen in dieser Stadt, zu den Fen
Gamaliels unterwiesen nach der Strenge des vterlichen Gesetzes,
war ich, wie ihr alle heute seid, ein Eiferer fr Gott. $22/4$
Ich habe diesen Weg verfolgt bis auf den Tod, indem ich sowohl
Mnner als Frauen band und in die Gefngnisse berlieferte,
$22/5$ wie auch der Hohepriester und die ganze ltestenschaft
mir Zeugnis gibt. Von ihnen empfing ich auch Briefe an die
Brder und reiste nach Damaskus, um auch diejenigen, die dort
waren, gebunden nach Jerusalem zu fhren, da sie gestraft
wrden. $22/6$ Es geschah mir aber, als ich reiste und Damaskus
nahte, da um Mittag pltzlich aus dem Himmel ein helles Licht
mich umstrahlte. $22/7$ Und ich fiel zu Boden und hrte eine
Stimme, die zu mir sprach: Saul, Saul, was verfolgst du mich?
$22/8$ Ich aber antwortete: Wer bist du, Herr? Und er sprach zu
mir: Ich bin Jesus, der Nazorer, den du verfolgst. $22/9$ Die
aber bei mir waren, sahen zwar das Licht, aber die Stimme
dessen, der mit mir redete, hrten sie nicht. $22/10$ Ich sagte
aber: Was soll ich tun, Herr? Der Herr aber sprach zu mir: Steh
auf und geh nach Damaskus, und dort wird dir von allem gesagt
werden, was dir zu tun verordnet ist. $22/11$ Da ich aber vor
der Herrlichkeit jenes Lichtes nicht sehen konnte, wurde ich von
denen, die bei mir waren, an der Hand geleitet und kam nach
Damaskus. $22/12$ Ein gewisser Hananias aber, ein frommer Mann
nach dem Gesetz, der ein [gutes] Zeugnis hatte von allen dort
wohnenden Juden, $22/13$ kam zu mir, trat heran und sprach zu
mir: Bruder Saul, sei wieder sehend! Und zu derselben Stunde
schaute ich zu ihm auf. $22/14$ Er aber sprach: Der Gott unserer
Vter hat dich dazu bestimmt, seinen Willen zu erkennen und den
Gerechten zu sehen und eine Stimme aus seinem Mund zu hren.
$22/15$ Denn du wirst ihm an alle Menschen ein Zeuge sein von
dem, was du gesehen und gehrt hast. $22/16$ Und nun, was
zgerst du? Steh auf, la dich taufen und deine Snden
abwaschen, indem du seinen Namen anrufst. $22/17$ Es geschah mir
aber, als ich nach Jerusalem zurckgekehrt war und im Tempel
betete, da ich in Verzckung geriet $22/18$ und ihn sah, der zu
mir sprach: Eile und geh schnell aus Jerusalem hinaus, denn sie
werden dein Zeugnis ber mich nicht annehmen. $22/19$ Und ich
sprach: Herr, sie selbst wissen, da ich die an dich Glaubenden
ins Gefngnis werfen und hin und her in den Synagogen schlagen
lie; $22/20$ und als das Blut deines Zeugen Stephanus vergossen
wurde, stand auch ich dabei und willigte mit ein und verwahrte
die Kleider derer, die ihn umbrachten. $22/21$ Und er sprach zu
mir: Geh hin, denn ich werde dich weit weg zu den Nationen
senden.

$22/22$ Sie hrten ihm aber zu bis zu diesem Wort und erhoben
ihre Stimme und sagten: Weg von der Erde mit einem solchen, denn
es darf nicht sein, da er lebt!

Paulus beruft sich auf sein rmisches Brgerrecht.

$22/23$ Als sie aber schrien und die Kleider abwarfen und Staub
in die Luft schleuderten, $22/24$ befahl der Oberste, ihn ins
Lager zu bringen, und sagte, man solle ihn mit Geielhieben
ausforschen, damit er erfahre, um welcher Ursache willen sie so
gegen ihn schrien. $22/25$ Als sie ihn aber fr die Riemen
ausgestreckt hatten, sprach Paulus zu dem Hauptmann, der
dastand: Ist es euch erlaubt, einen Menschen, [der] Rmer [ist],
zu geieln, und zwar unverurteilt? $22/26$ Als es aber der
Hauptmann hrte, ging er hin und meldete dem Obersten und
sprach: Was hast du vor zu tun? Denn dieser Mensch ist ein
Rmer. $22/27$ Der Oberste aber kam herbei und sprach zu ihm:
Sage mir, bist du ein Rmer? Er aber sprach: Ja. $22/28$ Und der
Oberste antwortete: Ich habe fr eine groe Summe dieses
Brgerrecht erworben. Paulus sprach: Ich aber bin sogar [darin]
geboren. $22/29$ Sogleich nun standen die, welche ihn
ausforschen sollten, von ihm ab; aber auch der Oberste frchtete
sich, als er erfuhr, da er ein Rmer sei und weil er ihn
gebunden hatte.

Paulus vor dem Hohen Rat.

$22/30$ Am folgenden Tag aber, da er mit Gewiheit erfahren
wollte, weshalb er von den Juden angeklagt sei, machte er ihn
los und befahl, da die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat
zusammenkommen sollten; und er fhrte Paulus hinab und stellte
ihn vor sie.

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