Absaloms Rckkehr und Begnadigung.

\14\

$14/1$ Als nun Joab, der Sohn der Zeruja, erkannte, da das Herz
des Knigs auf Absalom [gerichtet] war, $14/2$ da sandte Joab
nach Tekoa und lie von dort eine kluge Frau holen und sagte zu
ihr: Stell dich doch wie eine Trauernde und zieh Trauerkleider
an und salbe dich nicht mit l und benimm dich wie eine Frau,
die schon viele Tage ber einen Toten trauert! $14/3$ Geh dann
zum Knig hinein und rede zu ihm nach folgendem Wort! Und Joab
legte ihr die Worte in den Mund.

$14/4$ Und die Frau aus Tekoa kam zum Knig. Und sie fiel auf
ihr Gesicht zur Erde und warf sich nieder und sagte: Hilf, o
Knig! $14/5$ Und der Knig sprach zu ihr: Was [fehlt] dir? Da
sagte sie: Ach, ich bin eine Witwe, und mein Mann ist gestorben.
$14/6$ Und deine Magd hatte zwei Shne, und sie rauften sich
beide auf dem Feld, und da kein Retter zwischen ihnen war,
schlug der eine den andern nieder und ttete ihn. $14/7$ Und
siehe, die ganze Sippe ist gegen deine Magd aufgestanden, und
sie sagen: Gib den heraus, der seinen Bruder erschlagen hat,
damit wir ihn tten fr die Seele seines Bruders, den er
umgebracht hat, da wir [so] auch den Erben ausrotten! Und so
wollen sie meine Kohle auslschen, die mir briggeblieben ist,
um meinem Mann weder Namen noch Nachkommen auf der Flche des
Erdbodens zu lassen. $14/8$ Da sagte der Knig zu der Frau: Geh
in dein Haus! Ich selbst werde deinetwegen Befehl geben. $14/9$
Und die Frau aus Tekoa sagte zum Knig: Auf mir, mein Herr und
Knig, und auf dem Haus meines Vaters [wird nun] die Schuld
[liegen]; der Knig aber und sein Thron werden schuldlos sein!
$14/10$ Da sagte der Knig: Wer gegen dich redet, den bring zu
mir! Er soll dich knftig nicht mehr antasten. $14/11$ Sie aber
sagte: Der Knig gedenke doch des HERRN, deines Gottes, damit
der Blutrcher nicht noch mehr Verderben anrichtet und man
meinen Sohn nicht ausrottet! Und er sagte: So wahr der HERR
lebt, wenn von den Haaren deines Sohnes [eines] auf die Erde
fllt! $14/12$ Und die Frau sagte: La doch deine Magd ein Wort
zu meinem Herrn, dem Knig, reden! Er sagte: Rede! $14/13$ Da
sagte die Frau: Und warum beabsichtigst du so etwas gegen das
Volk Gottes? Denn da der Knig dieses Wort geredet hat, ist er
einem Schuldbeladenen gleich, indem der Knig den von ihm
Verstoenen nicht zurckkehren lt. $14/14$ Denn sterben mssen
wir und sind wie Wasser, das auf die Erde geschttet wird und
das man nicht wieder sammeln kann. Aber Gott will nicht das
Leben wegnehmen, sondern er hat die Absicht, da der Verstoene
nicht [auch] von ihm weg verstoen bleibt. $14/15$ Nun denn, da
ich gekommen bin, um dieses Wort zu dem Knig, meinem Herrn, zu
reden, [geschah], weil das Volk mich in Furcht versetzt hat. Da
sagte [sich] deine Magd: Ich will doch zum Knig reden,
vielleicht wird der Knig das Wort seiner Sklavin tun. $14/16$
Denn der Knig wird [darauf] hren, um seine Sklavin aus der
Faust des Mannes zu erretten, der mich samt meinem Sohn aus dem
Erbteil Gottes ausrotten will. $14/17$ Und deine Magd sagte
[sich]: Das Wort meines Herrn, des Knigs, mge doch zur
Beruhigung [fr mich] sein. Denn wie der Engel Gottes, so ist
mein Herr, der Knig, um das Gute und das Bse anzuhren. Und
der HERR, dein Gott, sei mit dir!

$14/18$ Da antwortete der Knig und sagte zu der Frau:
Verschweige mir doch ja nichts [von dem], wonach ich dich
[jetzt] frage! Die Frau sagte: Mein Herr, der Knig, mge doch
reden! $14/19$ Der Knig sagte: Ist in alledem die Hand Joabs
mit dir? Da antwortete die Frau und sagte: So wahr deine Seele
lebt, mein Herr und Knig, wenn jemand nach rechts oder nach
links ausweichen kann vor allem, was mein Herr, der Knig redet!
Ja, dein Knecht Joab, er hat mir Befehl gegeben, und er hat
deiner Magd all diese Worte in den Mund gelegt. $14/20$ Um der
Sache ein anderes Gesicht zu geben, hat dein Knecht Joab dieses
Wort ausgemacht. Aber mein Herr ist weise, gleich der Weisheit
des Engels Gottes, da er alles erkennt, was auf Erden
[geschieht].

$14/21$ Und der Knig sagte zu Joab: Siehe doch, ich tue diese
[deine] Sache. So geh nun hin, la den Jungen, den Absalom,
zurckkehren! $14/22$ Da fiel Joab auf sein Angesicht zur Erde
und warf sich nieder und segnete den Knig. Und Joab sagte:
Heute erkennt dein Knecht, da ich Gunst gefunden habe in deinen
Augen, mein Herr und Knig, da der Knig das Wort seines
Knechtes getan hat. $14/23$ Und Joab machte sich auf und ging
nach Geschur und brachte Absalom nach Jerusalem zurck. $14/24$
Aber der Knig sagte: Er soll sich zu seinem Haus wenden, mein
Angesicht soll er nicht sehen. Da wandte sich Absalom zu seinem
Haus, und das Angesicht des Knigs sah er nicht.

$14/25$ In ganz Israel aber gab es keinen Mann so schn wie
Absalom [und] so sehr zu rhmen. Von seiner Fusohle bis zu
seinem Scheitel war kein Makel an ihm. $14/26$ Und wenn er sein
Haupt scheren lie - es geschah nmlich am Ende jedes Jahres,
da er es scheren lie, denn es war ihm zu schwer, so lie er es
scheren -, dann wog sein Haupthaar zweihundert Schekel nach
kniglichem Gewicht. $14/27$ Und dem Absalom wurden drei Shne
geboren und eine Tochter, ihr Name war Tamar. Sie war eine Frau
von schnem Aussehen.

$14/28$ Und Absalom wohnte in Jerusalem zwei volle Jahre und
hatte das Angesicht des Knigs [noch] nicht gesehen. $14/29$ Da
sandte Absalom zu Joab, um ihn zum Knig zu schicken, aber er
wollte nicht zu ihm kommen. Und er sandte noch ein zweites Mal,
aber er wollte [wieder] nicht kommen. $14/30$ Da sagte er zu
seinen Knechten: Seht, das Feld Joabs ist an meiner Seite. Er
hat dort Gerste. Geht hin und steckt es in Brand! Und die
Knechte Absaloms steckten das Feld in Brand. $14/31$ Da machte
Joab sich auf und kam zu Absalom ins Haus und sagte zu ihm:
Warum haben deine Knechte das Feld, das mir gehrt, in Brand
gesteckt? $14/32$ Und Absalom sagte zu Joab: Siehe, ich hatte zu
dir geschickt und [dir] sagen lassen: Komm her, ich will dich
zum Knig schicken, um [ihm] zu sagen: Wozu bin ich von Geschur
hergekommen? Besser wre es fr mich, ich wre noch dort. Jetzt
aber will ich das Angesicht des Knigs sehen. Und wenn es an mir
eine Schuld gibt, dann soll er mich tten. $14/33$ Da begab sich
Joab zum Knig und berichtete es ihm. Und er rief Absalom. Der
kam zum Knig und warf sich vor ihm nieder [und fiel] auf sein
Angesicht zur Erde [nieder] vor dem Knig, und der Knig kte
Absalom.

Absaloms Aufstand gegen David.

\15\

$15/1$ Und es geschah danach, da schaffte sich Absalom Wagen und
Pferde an und fnfzig Mann, die vor ihm herliefen. $15/2$ Und
Frhmorgens machte Absalom sich auf und stellte sich an den Rand
des Weges zum Tor. Und es geschah: Jeden Mann, der einen
Rechtsstreit hatte und zum Knig kam, um eine Rechtsentscheidung
[zu suchen], den rief Absalom an und sagte: Aus welcher Stadt
bist du? Und sagte der: Dein Knecht ist aus einem der Stmme
Israels! - $15/3$ dann sagte Absalom zu ihm: Siehe, deine
Anliegen sind gut und recht; aber du hast beim Knig niemanden,
der [dich] anhrt. $15/4$ Dann sagte Absalom [weiter]: Wrde man
mich doch als Richter im Land einsetzen! Bei mir wrde jedermann
Eingang finden, der einen Rechtsstreit hat und
Rechtsentscheidung [sucht]; ich wrde ihn gerecht sprechen!
$15/5$ Und es geschah, wenn jemand sich ihm nherte, um sich vor
ihm niederzuwerfen, dann streckte er seine Hand aus und ergriff
ihn und kte ihn. $15/6$ Und Absalom handelte auf diese Weise
an allen Israeliten, die zum Knig kamen, um eine
Rechtsentscheidung [zu suchen]. So stahl Absalom das Herz der
Mnner von Israel.

$15/7$ Und es geschah am Ende der vierzig Jahre, da sagte
Absalom zum Knig: La mich doch hingehen und in Hebron mein
Gelbde erfllen, das ich dem HERRN gelobt habe. $15/8$ Denn als
ich in Geschur in Aram wohnte, tat dein Knecht ein Gelbde und
sagte: Wenn der HERR mich wirklich nach Jerusalem zurckbringt,
dann will ich dem HERRN dienen! $15/9$ Da sagte der Knig zu
ihm: Geh hin in Frieden! Und er machte sich auf und ging nach
Hebron. $15/10$ Und Absalom sandte Geheimboten in alle Stmme
Israels und lie sagen: Sobald ihr den Schall des Horns hrt,
sollt ihr rufen: Absalom ist Knig in Hebron! $15/11$ Und mit
Absalom gingen zweihundert Mann aus Jerusalem. Sie waren
eingeladen worden und gingen in ihrer Arglosigkeit mit; und sie
hatten nichts von der ganzen Sache erkannt. $15/12$ Auch sandte
Absalom [hin und lie] den Giloniter Ahitofel [kommen], den
Ratgeber Davids, aus seiner Stadt, aus Gilo, als er [bereits]
die Opfer schlachtete. So wurde die Verschwrung stark, und das
Volk bei Absalom wurde laufend zahlreicher.

Davids Flucht aus Jerusalem.

$15/13$ Und ein Bote kam zu David und sagte: Das Herz der Mnner
von Israel steht hinter Absalom. $15/14$ Da sagte David zu all
seinen Knechten, die bei ihm in Jerusalem waren: Macht euch auf
und lat uns fliehen! Denn [sonst] gibt es fr uns kein
Entkommen vor Absalom. Beeilt euch wegzukommen, damit er nicht
eilends kommt und uns [noch] einholt und das Unheil ber uns
bringt und die Stadt mit der Schrfe des Schwertes schlgt!
$15/15$ Da sagten die Knechte des Knigs zum Knig: Ganz wie
mein Herr, der Knig, entscheidet - siehe, [wir sind] deine
Knechte! $15/16$ So zog denn der Knig hinaus und sein ganzes
Haus in seinem Gefolge. Und der Knig lie zehn Nebenfrauen
zurck, das Haus zu hten. $15/17$ Als nun der Knig
hinausgezogen war und alles Volk in seinem Gefolge, machten sie
halt beim letzten Haus. $15/18$ Und alle seine Knechte zogen an
seiner Seite vorber, und zwar alle Kreter und alle Pleter und
alle Gatiter, sechshundert Mann, die aus Gat in seinem Gefolge
gekommen waren, zogen vor dem Knig vorber.

$15/19$ Da sagte der Knig zu dem Gatiter Ittai: Warum willst
auch du mit uns gehen? Kehr um und bleib bei dem Knig, denn du
bist ein Fremder, ja, du mutest sogar aus deinem Heimatort in
die Verbannung gehen. $15/20$ Gestern bist du gekommen, und
heute sollte ich dich aufjagen, mit uns zu gehen? Ich aber mu
gehen, wohin ich eben gehe. Kehr um und fhre deine Brder
zurck! Gte und Treue seien mit dir! $15/21$ Aber Ittai
antwortete dem Knig und sagte: So wahr der HERR lebt und mein
Herr, der Knig, lebt, wahrlich, an dem Ort, wo mein Herr, der
Knig, sein wird, sei es zum Tod, sei es zum Leben, nur dort
wird dein Knecht sein! $15/22$ Da sagte David zu Ittai: Komm und
zieh vorber! Und Ittai, der Gatiter, zog vorber mit allen
seinen Mnnern und dem ganzen Tro, der bei ihm war. $15/23$ Und
das ganze Land weinte mit lauter Stimme, whrend das ganze
[Kriegs]volk vorberging. Dann ging der Knig ber den Bach
Kidron, und das ganze [Kriegs]volk zog hinber auf dem Weg zur
Wste hin. $15/24$ Und siehe, auch Zadok [war da] und mit ihm
alle Leviten; die trugen die Lade des Bundes Gottes. Und sie
stellten die Lade Gottes hin, und Abjatar brachte [Brandopfer]
dar, bis das ganze [Kriegs]volk aus der Stadt vollstndig
hinbergezogen war. $15/25$ Und der Knig sagte zu Zadok: Bring
die Lade Gottes in die Stadt zurck! Wenn ich Gunst finde in den
Augen des HERRN, dann wird er mich zurckbringen und mich ihn
und seine Sttte [wieder]sehen lassen. $15/26$ Wenn er aber so
spricht: Ich habe kein Gefallen an dir - hier bin ich, er mag
mit mir tun, wie es gut ist in seinen Augen! $15/27$ Und der
Knig sagte zum Priester Zadok: Siehst du [das ein]? Kehre in
Frieden in die Stadt zurck und dein Sohn Ahimaaz und Jonatan,
der Sohn Abjatars, eure beiden Shne, mit euch. $15/28$ Seht,
ich will an den bergngen in der Wste warten, bis ein Wort von
euch kommt, mir Nachricht zu geben. $15/29$ So brachten Zadok
und Abjatar die Lade Gottes nach Jerusalem zurck, und sie
blieben dort.

$15/30$ David aber ging die Anhhe der Olivenbume hinauf und
weinte im Gehen; und sein Haupt war verhllt, und er ging
barfu. Und alles Volk, das bei ihm war, sie hatten jeder sein
Haupt verhllt und gingen unter stndigem Weinen hinauf. $15/31$
Und man berichtete David: Ahitofel ist unter den Verschwrern
bei Absalom. Da sagte David: Mach doch, HERR, den Rat Ahitofels
zur Torheit! $15/32$ Und es geschah, als David auf den Gipfel
gekommen war, wo man sich vor Gott niederwirft, siehe, da [kam]
ihm der Arkiter Huschai entgegen mit zerrissenem Leibrock und
Erde auf seinem Kopf. $15/33$ Und David sagte zu ihm: Wenn du
mit mir weiterziehst, dann wirst du mir zur Last werden. $15/34$
Wenn du aber in die Stadt zurckkehrst und zu Absalom sagst:
Dein Knecht, o Knig, will ich sein; frher war ich der Knecht
deines Vaters, jetzt aber will ich dein Knecht sein! - dann
kannst du mir den Rat Ahitofels zunichte machen. $15/35$ Und
sind dort nicht die Priester Zadok und Abjatar bei dir? Und es
soll geschehen, alles, was du aus dem Haus des Knigs hrst,
sollst du den Priestern Zadok und Abjatar mitteilen. $15/36$
Siehe, ihre beiden Shne sind dort bei ihnen, Ahimaaz, [der
Sohn] des Zadok, und Jonatan, [der Sohn] des Abjatar. So sendet
mir durch sie alles, was ihr hrt! $15/37$ Da begab sich
Huschai, der Freund Davids, in die Stadt. Absalom aber zog
[gerade] in Jerusalem ein.

Verleumdung des Mefi-Boschet durch Ziba - Davids Verfluchung
durch Schimi.

\16\

$16/1$ Und als David von dem Gipfel ein wenig weitergegangen
war, siehe, da [kam] Ziba, der Knecht Mefi-Boschets, ihm
entgegen mit einem Paar gesattelter Esel, und auf ihnen
zweihundert Brote und hundert Rosinenkuchen und hundert [Frchte
vom] Sommerobst und ein Schlauch Wein. $16/2$ Und der Knig
sagte zu Ziba: Was willst du damit? Ziba sagte: Die Esel sind
fr das Haus des Knigs zum Reiten und das Brot und das
Sommerobst zum Essen fr die Burschen und der Wein zum Trinken
fr den, der in der Wste mde wird. $16/3$ Und der Knig sagte:
Und wo ist der Sohn deines Herrn? Ziba sagte zum Knig: Siehe,
er ist in Jerusalem geblieben, denn er sagte: Heute wird mir das
Haus Israel das Knigtum meines Vaters zurckgeben! $16/4$ Da
sagte der Knig zu Ziba: Siehe, dein sei alles, was Mefi-Boschet
gehrt! Ziba sagte: Ich beuge mich nieder. Mge ich Gunst finden
in deinen Augen, mein Herr und Knig!

$16/5$ Und als der Knig David nach Bahurim kam, siehe, da kam
von dort ein Mann von der Sippe des Hauses Saul heraus, sein
Name war Schimi, der Sohn des Gera. Er kam unter stndigem
Fluchen heraus $16/6$ und warf mit Steinen nach David und nach
allen Knechten des Knigs David, obwohl alles [Kriegs]volk und
alle Helden zu seiner Rechten und zu seiner Linken [gingen].
$16/7$ Und so schrie Schimi, als er fluchte: Hinaus, hinaus, du
Blutmensch, du Ruchloser! $16/8$ Der HERR hat die ganze
Blutschuld am Haus Sauls, an dessen Stelle du Knig geworden
bist, auf dich zurckgebracht, und der HERR hat das Knigtum in
die Hand deines Sohnes Absalom gegeben! Siehe, jetzt bist du in
deinem Unglck, denn ein Blutmensch bist du! $16/9$ Da sagte
Abischai, der Sohn der Zeruja, zum Knig: Warum soll dieser tote
Hund meinem Herrn, dem Knig, fluchen [drfen]? La mich doch
hinbergehen und ihm den Kopf abhauen! $16/10$ Aber der Knig
sagte: Was habe ich mit euch [zu tun], ihr Shne der Zeruja? Ja,
soll er [doch] fluchen! Denn wenn der HERR ihm gesagt hat:
Fluche David! - wer darf dann sagen: Warum tust du das? $16/11$
Und David sagte zu Abischai und zu all seinen Knechten: Siehe,
mein Sohn, der aus meinem Leib hervorgegangen ist, trachtet mir
nach dem Leben; wieviel mehr jetzt dieser Benjaminiter! Lat
ihn, mag er fluchen! Denn der HERR hat es ihm [gewi] gesagt.
$16/12$ Vielleicht wird der HERR mein Elend ansehen, und der
HERR wird mir Gutes zuwenden anstelle seines Fluchs an diesem
Tag. $16/13$ Und David und seine Mnner gingen ihres Weges,
whrend Schimi an der Seite des Berges neben ihm herging, im
Gehen fluchte, mit Steinen [nach ihm] warf, [immer] neben ihm
her, und [ihn] mit Erde bewarf. $16/14$ Und der Knig und alles
Volk, das bei ihm war, kamen erschpft [am Wasser] an. Dort
erholte er sich wieder.

Ahitofel und Huschai als Ratgeber Absaloms.

$16/15$ Absalom aber und alles Volk, die Mnner von Israel,
kamen nach Jerusalem und Ahitofel war bei ihm. $16/16$ Und es
geschah, als Huschai, der Arkiter, der Freund Davids, zu Absalom
kam, da sagte Huschai zu Absalom: Es lebe der Knig! Es lebe der
Knig! $16/17$ Und Absalom sagte zu Huschai: Das ist also deine
Liebe zu deinem Freund? Warum bist du nicht mit deinem Freund
gegangen? $16/18$ Und Huschai sagte zu Absalom: Nein, sondern
wen der HERR erwhlt hat und dieses Volk und alle Mnner von
Israel, dem will ich angehren, und bei ihm will ich bleiben.
$16/19$ Und zum andern, wem sollte ich dienen? [Etwa] nicht vor
seinem Sohn? Wie ich vor deinem Vater gedient habe, so will ich
[auch] vor dir sein.

$16/20$ Und Absalom sagte zu Ahitofel: Gebt einen Rat, was wir
tun sollen! $16/21$ Und Ahitofel sagte zu Absalom: Geh zu den
Nebenfrauen deines Vaters ein, die er zurckgelassen hat, das
Haus zu hten! Wenn dann ganz Israel hrt, da du dich bei
deinem Vater stinkend gemacht hast, werden die Hnde all derer,
die mit dir sind, stark werden. $16/22$ Da schlug man fr
Absalom das Zelt auf dem Dach auf, und Absalom ging ein zu den
Nebenfrauen seines Vaters vor den Augen von ganz Israel. $16/23$
Der Rat Ahitofels aber, den er in jenen Tagen gab, war, als wenn
man das Wort Gottes befragte; so [viel galt] jeder Rat Ahitofels
sowohl bei David als auch bei Absalom.

Ahitofels Rat wird verworfen, der Rat Huschais angenommen -
Amasa, der Feldhauptmann Absaloms.

\17\

$17/1$ Und Ahitofel sagte zu Absalom: La mich doch zwlftausend
Mann auswhlen und mich aufmachen und [noch] diese Nacht David
nachjagen! $17/2$ Und ich werde ber ihn kommen, so lange er
[noch] mde ist und schlaffe Hnde hat, und ihn in Schrecken
versetzen. Dann wird das ganze [Kriegs]volk, das bei ihm ist,
fliehen, und ich werde den Knig allein erschlagen. $17/3$ So
werde ich das ganze Volk zu dir zurckbringen. [Soviel] wie die
Rckkehr der Gesamtheit [bedeutet] der Mann, den du suchst: Das
ganze Volk wird Frieden haben. $17/4$ Und das Wort war recht in
den Augen Absaloms und in den Augen aller ltesten von Israel.
$17/5$ Und Absalom sagte: Ruf doch auch Huschai, den Arkiter,
damit wir hren, was auch er zu sagen hat! $17/6$ Da kam Huschai
zu Absalom. Und Absalom sagte zu ihm: Solch ein Wort hat
Ahitofel geredet. Sollen wir sein Wort ausfhren? Wenn nicht,
dann rede du! $17/7$ Da sagte Huschai zu Absalom: Nicht gut ist
der Rat, den Ahitofel diesmal gegeben hat. $17/8$ Und Huschai
sagte [weiter]: Du kennst ja selbst deinen Vater und seine
Mnner: Helden sind sie und [voll] erbitterten Mutes wie eine
Brin auf dem Feld, der man die Jungen geraubt hat. Und dein
Vater ist ein Kriegsmann; er wird das Volk nicht bernachten
lassen. $17/9$ Siehe, er hat sich jetzt in irgendeinem Loch oder
sonst an einem Ort versteckt. Und es wird geschehen, wenn zu
Anfang [einige] von ihnen fallen, so wird jeder, der es hrt,
sagen: Das Volk, das Absalom nachfolgt, hat eine Niederlage
erlitten! $17/10$ Dann wrde jeder - mag er auch ein tapferer
Mann sein, dessen Herz wie ein Lwenherz ist - ganz sicher
verzagen. Denn ganz Israel hat erkannt, da dein Vater ein Held
ist und die, die bei ihm sind, tapfere Mnner. $17/11$ Vielmehr
rate ich: Ganz Israel soll sich zu dir versammeln, von Dan bis
Beerscheba, so zahlreich wie der Sand, der am Meer ist, und du
selber mut mit in den Kampf ziehen. $17/12$ Kommen wir dann zu
ihm an einen der Orte, wo immer er sich auch befinden mag, so
werden wir uns auf ihn niederlassen, wie der Tau auf den
Erdboden fllt. Dann wird von ihm und von all den Mnnern, die
bei ihm sind, auch nicht einer brigbleiben. $17/13$ Und wenn er
sich in eine Stadt zurckzieht, dann soll ganz Israel Seile an
jene Stadt heranschaffen, und wir schleppen sie ins Flutal, bis
dort auch nicht ein Steinchen [von ihr] mehr gefunden wird.
$17/14$ Da sagten Absalom und alle Mnner von Israel: Der Rat
Huschais, des Arkiters, ist besser als der Rat Ahitofels. Der
HERR aber hatte es [so] angeordnet, um den guten Rat Ahitofels
zunichte zu machen, damit der HERR das Unheil ber Absalom
brchte.

$17/15$ Und Huschai sagte zu den Priestern Zadok und Abjatar: So
und so hat Ahitofel dem Absalom und den ltesten von Israel
geraten, und so und so habe ich selbst geraten. $17/16$ So
sendet nun eilends hin und berichtet David und sagt: bernachte
nicht diese Nacht bei den bergngen in der Wste, sondern geh
auf jeden Fall hinber, damit nicht der Knig und das ganze
[Kriegs]volk, das bei ihm ist, verschlungen wird! $17/17$
Jonatan aber und Ahimaaz standen bei En-Rogel. Und als die Magd
hinging und ihnen berichtete, da gingen sie ihrerseits hin und
berichteten dem Knig David. Denn sie durften sich nicht sehen
lassen [und vermieden es darum], in die Stadt zu kommen. $17/18$
Ein junger Mann aber sah sie und berichtete es Absalom. Da
gingen die beiden eilends fort und kamen in das Haus eines
Mannes in Bahurim; der hatte einen Brunnen in seinem Hof, dort
stiegen sie hinein. $17/19$ Da nahm die Frau eine Decke und
breitete sie ber die Brunnenffnung und streute Getreidekrner
darber aus, so da man nichts erkennen konnte. $17/20$ Und die
Knechte Absaloms kamen zu der Frau ins Haus und sagten: Wo sind
Ahimaaz und Jonatan? Da sagte die Frau zu ihnen: Sie sind von
hier zum Wasser weitergegangen. Da suchten sie [dort], aber sie
fanden sie nicht und kehrten nach Jerusalem zurck. $17/21$ Und
es geschah, nachdem sie weggegangen waren, stiegen die beiden
aus dem Brunnen herauf und gingen hin und berichteten dem Knig
David. Und sie sagten zu David: Macht euch auf und geht eilends
ber das Wasser, denn so hat Ahitofel gegen euch geraten!
$17/22$ Da machte sich David auf und das ganze Volk, das bei ihm
war, und sie gingen ber den Jordan. Bis der Morgen hell wurde,
fehlte auch nicht einer, der nicht ber den Jordan gegangen
wre.

$17/23$ Als aber Ahitofel sah, da sein Rat nicht ausgefhrt
worden war, sattelte er den Esel und machte sich auf und ging in
sein Haus, in seine Stadt; und er bestellte sein Haus und
erhngte sich. Und er starb und wurde im Grab seines Vaters
begraben.

$17/24$ Und David kam nach Mahanajim. Absalom aber ging ber den
Jordan, er und alle Mnner von Israel mit ihm. $17/25$ Und
Absalom hatte Amasa an Joabs Stelle ber das Heer eingesetzt.
Amasa war aber der Sohn eines Mannes, dessen Name Jitra [war],
des Israeliten, der zu Abigal eingegangen war, der Tochter des
Nahasch, einer Schwester der Zeruja, der Mutter Joabs. $17/26$
Und Israel und Absalom lagerten sich im Land Gilead.

Untersttzung fr David in Mahanajim.

$17/27$ Und es geschah, als David nach Mahanajim gekommen war,
da [kamen] Schobi, der Sohn des Nahasch, aus Rabba, [der Stadt]
der Shne Ammon, und Machir, der Sohn Ammiels, aus Lo-Dabar, und
Barsillai, der Gileaditer, aus Roglim. $17/28$ Betten und Becken
und Tpfergefe, Weizen und Gerste und Mehl, gerstete Krner
und Bohnen und Linsen und Gerstetes $17/29$ und Honig und Rahm
und Schafe und Kuhkse brachten sie zu David und zu dem
[Kriegs]volk, das bei ihm war, zum Essen. Denn sie sagten
[sich]: Das Volk ist hungrig und erschpft und durstig in der
Wste.

Davids Vorbereitung auf den Entscheidungskampf.

\18\

$18/1$ Und David musterte das [Kriegs]volk, das bei ihm war, und
setzte ber sie Oberste ber Tausend und Oberste ber Hundert
ein. $18/2$ Und David sandte das Volk aus: ein Drittel unter
Joab, ein Drittel unter Abischai, dem Sohn der Zeruja, dem
Bruder Joabs, und ein Drittel unter Ittai, dem Gatiter. Und der
Knig sagte zu dem [Kriegs]volk: Auch ich will mit euch
ausziehen! $18/3$ Das [Kriegs]volk aber sagte: Du sollst nicht
[mit] ausziehen. Denn wenn wir fliehen mssen, werden sie sich
um uns keine Mhe machen. Selbst wenn die Hlfte von uns stirbt,
werden sie sich um uns keine Mhe machen. Denn du bist wie
zehntausend von uns. Darum ist es jetzt besser, wenn du uns von
der Stadt aus zur Hilfe wirst. $18/4$ Da sagte der Knig zu
ihnen: Was gut ist in euren Augen, will ich tun. Und der Knig
stellte sich an die Seite des Tores, und das ganze [Kriegs]volk
zog aus [zu] je hundert und je tausend. $18/5$ Und der Knig
befahl Joab und Abischai und Ittai: Geht mir schonend um mit dem
Jungen, mit Absalom! Und das ganze [Kriegs]volk hrte es, als
der Knig allen Obersten wegen Absalom Befehl gab.

Absaloms Niederlage und Tod.

$18/6$ Und das [Kriegs]volk zog aus ins Feld, Israel entgegen;
und der Kampf entspann sich im Wald Ephraim. $18/7$ Dort wurde
das [Kriegs]volk Israels vor den Knechten Davids geschlagen, und
die Niederlage war dort gro an jenem Tag: 20 000 [Mann]. $18/8$
Und der Kampf breitete sich dort aus ber das ganze Land. Und
der Wald fra mehr vom Volk, als das Schwert gefressen hatte an
jenem Tag.

$18/9$ Und Absalom geriet vor die Knechte Davids. Absalom ritt
aber auf einem Maultier. Und das Maultier kam unter die
verschlungenen Zweige einer groen Terebinthe. Da verfing sich
sein Kopf in der Terebinthe, und er schwebte zwischen Himmel und
Erde. Das Maultier aber, das unter ihm war, lief weiter. $18/10$
Das sah ein Mann und meldete Joab folgendes: Siehe, ich habe
Absalom an einer Terebinthe hngen sehen. $18/11$ Da sagte Joab
zu dem Mann, der ihm [das] meldete: Wie, du hast ihn gesehen?
Und warum hast du ihn dort nicht [sofort] zu Boden geschlagen?
Und an mir wre es, dir zehn [Schekel] Silber und einen Grtel
zu geben. $18/12$ Aber der Mann sagte zu Joab: Auch wenn ich
tausend [Schekel] Silber auf meinen Hnden wge, wrde ich meine
Hand nicht gegen den Sohn des Knigs ausstrecken. Denn vor
unseren Ohren hat der Knig dir und Abischai und Ittai befohlen:
Seid vorsichtig, wer es auch sei, mit dem Jungen, mit Absalom!
$18/13$ Oder htte ich heimtckisch gegen sein Leben gehandelt -
und es bleibt ja keine Sache vor dem Knig verborgen -, dann
wrdest du dich heraushalten. $18/14$ Da sagte Joab: Ich will
nicht so viel Zeit verlieren vor dir. Und er nahm drei Stbe in
seine Hand und stie sie Absalom ins Herz, whrend er mitten im
Gest der Terebinthe noch lebendig [hing]. $18/15$ Dann stellten
sich zehn Burschen, Waffentrger Joabs, ringsum auf, erschlugen
Absalom und tteten ihn. $18/16$ Und Joab stie ins Horn, da
kehrte das [Kriegs]volk von der Verfolgung Israels zurck; denn
Joab wollte das [Kriegs]volk schonen. $18/17$ Und sie nahmen
Absalom und warfen ihn in die groe Grube im Wald und
errichteten ber ihm einen sehr groen Steinhaufen. Ganz Israel
aber floh, jeder in sein Zelt. $18/18$ Absalom aber hatte es
unternommen und hatte [noch] zu seinen Lebzeiten einen
Gedenkstein fr sich aufgerichtet, der im Knigstal ist. Denn er
sagte: Ich habe keinen Sohn, meinen Namen in Erinnerung zu
halten. Und er hatte den Gedenkstein nach seinem Namen genannt.
Und man nennt ihn das Denkmal Absaloms bis auf diesen Tag.

Die Botschaft an David vom Tod Absaloms.

$18/19$ Und Ahimaaz, der Sohn Zadoks, sagte: Ich will doch
hinlaufen und dem Knig die Freudenbotschaft bringen, da der
HERR ihm Recht verschafft hat vor der Gewalt seiner Feinde.
$18/20$ Aber Joab sagte zu ihm: Am heutigen Tag bist du nicht
der Mann fr eine Freudenbotschaft, du kannst an einem andern
Tag Freudenbotschaft bringen. An diesem Tag aber sollst du keine
Freudenbotschaft bringen, da ja der Sohn des Knigs tot ist.
$18/21$ Und Joab sagte zu dem Kuschiten: Geh hin, melde dem
Knig, was du gesehen hast! Da warf sich der Kuschit vor Joab
nieder und lief hin. $18/22$ Aber Ahimaaz, der Sohn Zadoks, fing
noch [einmal] an und sagte zu Joab: Komme, was [will], auch ich
will laufen, hinter dem Kuschiten her! Joab sagte: Wozu willst
du denn laufen, mein Sohn, da sich fr dich keine
Freudenbotschaft [mehr] findet? $18/23$ [Er aber antwortete]:
Komme, was [will], ich laufe. Da sagte er zu ihm: Lauf! Und
Ahimaaz lief den Weg durch die Ebene des Jordan und berholte
den Kuschiten.

$18/24$ Und David sa zwischen den beiden Toren. Und der Wchter
ging auf das Dach des Tores zur Mauer hin. Und er erhob seine
Augen und sah: und siehe, ein Mann, der allein lief. $18/25$ Und
der Wchter rief [hinunter] und meldete es dem Knig. Der Knig
sagte: Wenn er allein ist, so ist eine Freudenbotschaft in
seinem Mund. Und als er stndig nher und nher kam, $18/26$ sah
der Wchter einen anderen Mann laufen. Und der Wchter rief ins
Tor hinein und sagte: Siehe, [noch] ein Mann, der allein luft!
Der Knig sagte: Auch der ist ein Bote. $18/27$ Da sagte der
Wchter: [Soviel] ich sehe, gleicht der Lauf des ersten dem Lauf
des Ahimaaz, des Sohnes Zadoks. Da sagte der Knig: Das ist ein
guter Mann, er kommt, um eine gute Botschaft [zu melden].
$18/28$ Und Ahimaaz rief und sagte zum Knig: Friede! Und er
warf sich vor dem Knig auf sein Gesicht zur Erde nieder. Und er
sagte: Gepriesen sei der HERR, dein Gott, der die Mnner, die
ihre Hand gegen meinen Herrn, den Knig, erhoben haben, [in
deine Hand] ausgeliefert hat! $18/29$ Der Knig sagte: Der
Junge, mein Absalom, ist [doch hoffentlich] unversehrt! Ahimaaz
sagte: Ich sah das groe Getmmel, als Joab den Knecht des
Knigs und deinen Knecht fortschickte, aber ich konnte nicht
erkennen, was [es war]. $18/30$ Da sagte der Knig: Tritt zur
Seite, stell dich hierher! Und er trat zur Seite und blieb
stehen.

$18/31$ Und siehe, da kam der Kuschit, und der Kuschit sagte:
Mein Herr, der Knig, lasse sich Freudenbotschaft bringen! Denn
der HERR hat dir heute Recht verschafft vor der Gewalt aller,
die sich gegen dich erhoben haben. $18/32$ Der Knig sagte zu
dem Kuschiten: Ist der Junge, mein Absalom, unversehrt? Der
Kuschit sagte: Wie dem Jungen, so mge es den Feinden meines
Herrn, des Knigs, ergehen und allen, die sich gegen dich zum
Bsen erhoben haben!

Davids Trauer um Absalom - Joabs Vorwrfe gegen David.

\19\

$19/1$ Da schrak der Knig zusammen, und er stieg hinauf ins
Obergemach des Tor[gebudes] und weinte. Und so rief er im
Gehen: Mein Sohn Absalom! Mein Sohn, mein Sohn Absalom! Wre ich
doch an deiner Stelle gestorben! Absalom, mein Sohn, mein Sohn!

$19/2$ Und es wurde Joab berichtet: Siehe, der Knig weint und
trauert um Absalom. $19/3$ So wurde der Sieg an diesem Tag zur
Trauer fr das ganze [Kriegs]volk, denn das Volk hatte an jenem
Tag gehrt: Der Knig grmt sich wegen seines Sohnes. $19/4$ Da
stahl sich das [Kriegs]volk an jenem Tag davon, um in die Stadt
zu kommen, wie sich [Kriegs]volk davonstiehlt, das sich schmt,
weil es im Kampf geflohen ist. $19/5$ Und der Knig hatte sein
Gesicht verhllt, und der Knig schrie mit lauter Stimme: Mein
Sohn Absalom! Absalom, mein Sohn, mein Sohn! $19/6$ Da ging Joab
zum Knig ins Haus hinein und sagte: Du hast heute das Gesicht
all deiner Knechte schamrot gemacht, die heute dein Leben
gerettet haben und das Leben deiner Shne und deiner Tchter und
das Leben deiner Frauen und das Leben deiner Nebenfrauen, $19/7$
indem du liebst, die dich hassen, und hat, die dich lieben.
Denn du hast heute bekundet, da dir Oberste und Knechte nichts
sind. Ja, heute erkenne ich: Wenn Absalom am Leben wre, wir
heute aber tot, das wre dann recht gewesen in deinen Augen!
$19/8$ Nun aber mache dich auf, geh hinaus und rede zum Herzen
deiner Knechte! Denn bei dem HERRN schwre ich [dir]: Wenn du
nicht hinausgehst, dann wird diese Nacht nicht ein Mann bei dir
bleiben! Und das wre schlimmer fr dich als all das Schlimme,
das ber dich gekommen ist von deiner Jugend an bis jetzt.
$19/9$ Da erhob sich der Knig und setzte sich ins Tor. Und man
berichtete dem ganzen [Kriegs]volk: Siehe, der Knig sitzt im
Tor! Da kam das ganze [Kriegs]volk vor den Knig.

Davids Rckkehr.

Israel aber war geflohen, jeder zu seinen Zelten. $19/10$ Und
das ganze Volk stritt sich in allen Stmmen Israels und sagte:
Der Knig hat uns aus der Hand unserer Feinde befreit, und er
hat uns gerettet aus der Hand der Philister. Und jetzt ist er
vor Absalom aus dem Land geflohen. $19/11$ Absalom aber, den wir
ber uns gesalbt hatten, ist im Kampf gestorben. Und nun, warum
schweigt ihr, [anstatt] den Knig wieder zurckzuholen?

$19/12$ Und der Knig David sandte zu den Priestern Zadok und
Abjatar und lie [ihnen] sagen: Redet zu den ltesten von Juda:
Warum wollt ihr die letzten sein, den Knig in sein Haus
zurckzuholen, wo [doch] das Wort von ganz Israel [bereits] zum
Knig in sein Haus gekommen ist? $19/13$ Meine Brder seid ihr,
ihr seid mein Gebein und mein Fleisch! Und warum wollt ihr die
letzten sein, den Knig zurckzuholen? $19/14$ Und zu Amasa
sollt ihr sagen: Bist du nicht mein Gebein und mein Fleisch? So
soll mir Gott tun und so hinzufgen, wenn du nicht alle Tage
Heeroberster vor mir sein sollst an Joabs Stelle! $19/15$ Und er
neigte das Herz aller Mnner von Juda wie das eines Mannes. Und
sie sandten zum Knig: Kehre zurck, du und alle deine Knechte!
$19/16$ Und der Knig kehrte zurck und kam bis an den Jordan.
Und Juda kam nach Gilgal, dem Knig entgegen, um den Knig ber
den Jordan zu fhren.

Begnadigung des Schimi durch David.

$19/17$ Da eilte Schimi, der Sohn Geras, der Benjaminiter, der
von Bahurim war, und kam mit den Mnnern von Juda herab dem
Knig David entgegen: $19/18$ Und tausend Mann aus Benjamin
waren bei ihm, und Ziba, der Diener des Hauses Sauls, und seine
fnfzehn Shne und seine zwanzig Knechte mit ihm. Und sie waren,
bevor der Knig [kam], durch den Jordan gewatet $19/19$ und
versahen den Dienst, das Haus des Knigs hinberzugeleiten und
zu tun, was gut war in seinen Augen. Und Schimi, der Sohn des
Gera, fiel vor dem Knig nieder, als der den Jordan
berschreiten wollte. $19/20$ Und er sagte zum Knig: Mein Herr
wolle mir die Schuld nicht anrechnen, und du wollest nicht
[lnger] daran denken, was dein Knecht verkehrt gemacht hat an
dem Tag, als mein Herr, der Knig, aus Jerusalem auszog, da der
Knig es zu Herzen nhme! $19/21$ Denn dein Knecht hat erkannt:
Ich habe gesndigt. Aber siehe, ich bin heute gekommen, als
erster vom ganzen Haus Joseph, um hinabzuziehen, meinem Herrn,
dem Knig, entgegen. $19/22$ Da antwortete Abischai, der Sohn
der Zeruja, und sagte: Sollte nicht Schimi dafr gettet werden,
da er dem Gesalbten des HERRN geflucht hat? $19/23$ David aber
sagte: Was habe ich mit euch [zu tun], ihr Shne der Zeruja, da
ihr mir heute zu Widersachern werden wollt? Sollte heute ein
Mann in Israel gettet werden? Wei ich denn nicht, da ich
heute Knig bin ber Israel? $19/24$ Und der Knig sagte zu
Schimi: Du sollst nicht sterben! Und der Knig schwor ihm.

Davids Begegnung mit Mefi-Boschet.

$19/25$ Und Mefi-Boschet, der Sohn Sauls, kam herab, dem Knig
entgegen. Und er hatte seine Fe nicht gepflegt und seinen Bart
nicht gepflegt und seine Kleider nicht gewaschen von dem Tag an,
als der Knig weggegangen war, bis zu dem Tag, an dem er in
Frieden [zurck]kommen wrde. $19/26$ Und es geschah, als [er
von] Jerusalem dem Knig entgegenkam, da sagte der Knig zu ihm:
Warum bist du nicht mit mir gezogen, Mefi-Boschet? $19/27$ Er
sagte: Mein Herr und Knig, mein Knecht hat mich betrogen! Denn
dein Knecht hatte gesagt: Ich will mir den Esel satteln lassen
und darauf reiten und mit dem Knig ziehen! - denn dein Knecht
ist lahm. $19/28$ Er aber ist als Verleumder gegen deinen Knecht
zu meinem Herrn, dem Knig, gelaufen. Doch mein Herr, der Knig,
ist wie der Engel Gottes. So tu, was gut ist in deinen Augen!
$19/29$ Denn das ganze Haus meines Vaters - das waren nichts als
Mnner des Todes vor meinem Herrn, dem Knig. Du aber hast
deinen Knecht unter die gesetzt, die an deinem Tisch essen. Was
fr ein Recht habe ich da noch und [welchen Anspruch], noch zum
Knig zu schreien? $19/30$ Da sagte der Knig zu ihm: Wozu
redest du noch von deinen Angelegenheiten? Ich sage: Du und
Ziba, ihr sollt das Feld teilen! $19/31$ Mefi-Boschet sagte zum
Knig: Er mag auch das Ganze nehmen, nachdem mein Herr, der
Knig, in Frieden in sein Haus gekommen ist!

Davids Begegnung mit Barsillai.

$19/32$ Und Barsillai, der Gileaditer, kam von Roglim herab und
ging mit dem Knig ber den Jordan, um ihn am Jordan entlang zu
geleiten. $19/33$ Barsillai war aber sehr alt, ein Mann von
achtzig Jahren. Er war es, der den Knig versorgt hatte, als der
sich in Mahanajim aufgehalten hatte, denn er war ein sehr
reicher Mann. $19/34$ Und der Knig sagte zu Barsillai: Du, geh
mit mir hinber, ich will dich bei mir in Jerusalem versorgen!
$19/35$ Doch Barsillai sagte zum Knig: Wie [viel sind noch] die
Tage meiner Lebensjahre, da ich mit dem Knig nach Jerusalem
hinaufziehen sollte? $19/36$ Achtzig Jahre bin ich heute alt.
Kann ich [da noch] zwischen Gutem und Bsem unterscheiden? Oder
kann dein Knecht schmecken, was ich esse und was ich trinke?
Oder kann ich noch auf die Stimme der Snger und der Sngerinnen
hren? Wozu sollte dein Knecht meinem Herrn, dem Knig, noch zur
Last fallen? $19/37$ Kurz nur kann dein Knecht mit dem Knig
ber den Jordan gehen. Und warum will der Knig mir diese
[groe] Vergeltung erweisen? $19/38$ La doch deinen Knecht
zurckkehren, da ich in meiner Stadt sterbe, beim Grab meines
Vaters und meiner Mutter. Aber siehe, hier ist dein Knecht
Kimham! Der mag mit meinem Herrn, dem Knig, hinbergehen. Und
tu ihm, was gut ist in deinen Augen! $19/39$ Da sagte der Knig:
Kimham soll mit mir hinbergehen, und ich will ihm tun, was gut
ist in deinen Augen. Und alles, was du von mir begehrst, will
ich fr dich tun! $19/40$ Und alles Volk ging ber den Jordan,
und [auch] der Knig ging hinber. Und der Knig kte Barsillai
und segnete ihn; und der kehrte an seinen [Heimat]ort zurck.
$19/41$ Und der Knig ging weiter nach Gilgal, und Kimham ging
mit ihm hinber. Und das ganze Volk von Juda und auch die Hlfte
des Volkes von Israel fhrte den Knig hinber.

Eifersucht von Juda und Israel auf David.

$19/42$ Und siehe, alle Mnner von Israel kamen zum Knig und
sagten zum Knig: Warum haben unsere Brder, die Mnner von
Juda, dich gestohlen und den Knig und sein Haus und alle Mnner
Davids mit ihm ber den Jordan gefhrt? $19/43$ Da antworteten
alle Mnner von Juda den Mnnern von Israel: Weil der Knig mir
nhersteht! Warum bist du denn ber diese Sache erzrnt? Haben
wir vom Knig etwa irgend etwas aufgegessen, oder hat er uns
irgendein Geschenk gemacht? $19/44$ Aber die Mnner von Israel
antworteten den Mnnern von Juda und sagten: Ich habe zehn
Anteile am Knig, und auch an David habe ich mehr [Anrecht] als
du. Warum hast du mich verachtet? Ist nicht auch mein Wort das
erste gewesen, meinen Knig zurckzuholen? Aber das Wort der
Mnner von Juda war hrter als das Wort der Mnner von Israel.

Aufruhr des Scheba - Joabs Mord an Amasa - Schebas Tod.

\20\

$20/1$ Nun war dort zufllig ein ruchloser Mann; sein Name war
Scheba, der Sohn des Bichri, ein Benjaminiter. Der stie ins
Horn und rief: Wir haben keinen Anteil an David! Wir haben kein
Erbteil an Isais Sohn! Jeder zu seinen Zelten, Israel! $20/2$ Da
zogen alle Mnner von Israel von David weg [und folgten] Scheba
nach, dem Sohn des Bichri. Die Mnner von Juda aber hingen ihrem
Knig an, vom Jordan bis Jerusalem.

$20/3$ Und David kam in sein Haus, nach Jerusalem. Und der Knig
nahm die zehn Nebenfrauen, die er zurckgelassen hatte, das Haus
zu hten, und gab sie in Gewahrsam. Und er versorgte sie, ging
aber nicht zu ihnen ein. Und sie waren eingeschlossen bis zum
Tag ihres Todes - eine Witwenschaft zu Lebzeiten [des Mannes].

$20/4$ Und der Knig sagte zu Amasa: Ruft mir die Mnner von
Juda zusammen - drei Tage, dann stehst du hier! $20/5$ Und Amasa
ging hin, Juda zusammenzurufen. Aber er versumte die bestimmte
Zeit, die er ihm bestimmt hatte. $20/6$ Da sagte David zu
Abischai: Jetzt wird Scheba, der Sohn des Bichri, fr uns
schlimmer sein als Absalom. Nimm du die Knechte deines Herrn und
jage ihm nach, damit er nicht befestigte Stdte fr sich gewinnt
und uns unser Auge ausreit! $20/7$ Da zogen die Mnner Joabs
aus, ihm nach, und die Kreter und die Pleter und alle Helden.
Und sie zogen von Jerusalem aus, um Scheba, dem Sohn des Bichri,
nachzujagen.

$20/8$ Als sie bei dem groen Stein waren, der bei Gibeon ist,
war Amasa vor ihnen angekommen. Und Joab war mit seinem
Waffenrock als seinem Gewand gegrtet, und darber war der Gurt
mit dem Schwert, das an seiner Hfte befestigt war [und] in
seiner Scheide [steckte]; trat diese hervor, fiel es heraus.
$20/9$ Und Joab sagte zu Amasa: Geht es dir gut, mein Bruder?
Und Joab fate mit der rechten Hand Amasas Bart, um ihn zu
kssen. $20/10$ Amasa hatte aber nicht auf das Schwert geachtet,
das Joab in der [anderen] Hand hatte. Und er stach ihn damit in
den Bauch, so da er seine Eingeweide zur Erde schttete; und er
gab ihm keinen zweiten [Stich mehr]. So starb er.

Dann jagten Joab und sein Bruder Abischai Scheba, dem Sohn
Bichris, [weiter] nach. $20/11$ Und ein Mann von den Burschen
Joabs blieb bei Amasa stehen und sagte: Wer an Joab Gefallen hat
und wer fr David ist, [folge] Joab nach! $20/12$ Amasa aber
wlzte sich in [seinem] Blut mitten auf der Strae. Und als der
Mann sah, da alles Volk stehenblieb, schaffte er Amasa von der
Strae weg auf das Feld und warf ein Kleidungsstck ber ihn,
weil jeder, der [vorbei]kam, nach ihm sah und stehenblieb.
$20/13$ Als er [ihn] von der Strae weggeschafft hatte, zog
jedermann vorber, Joab nach, um Scheba, dem Sohn Bichris,
nachzujagen.

$20/14$ Der aber zog durch alle Stmme Israels bis Abel und
Bet-Maacha, und alle Bichriter versammelten sich und folgten ihm
ebenfalls nach.

$20/15$ Und sie kamen und belagerten ihn in Abel-Bet-Maacha, und
sie schtteten einen Wall gegen die Stadt auf, so da er an die
Vormauer stie. Und das ganze [Kriegs]volk, das bei Joab war,
unterwhlte die [Haupt]mauer, um sie zum Einsturz zu bringen.
$20/16$ Da rief eine kluge Frau aus der Stadt: Hrt her, hrt
her! Sagt doch zu Joab: Tritt hier heran, ich will mit dir
reden! $20/17$ Und er trat zu ihr heran. Und die Frau sagte:
Bist du Joab? Er sagte: Ich bin es. Da sagte sie zu ihm: Hre
die Worte deiner Magd! Und er sagte: Ich hre. $20/18$ Da sagte
sie folgendes: Frher pflegte man zu sagen: Man frage nur in
Abel, und so ist man am Ziel! $20/19$ Ich bin von den
Friedsamen, den Getreuen Israels. Du [aber] trachtest danach,
eine Stadt und Mutter in Israel zu tten. Warum willst du das
Erbteil des HERRN verschlingen? $20/20$ Da antwortete Joab und
sagte: Fern, fern sei es von mir, da ich verschlingen und da
ich vernichten will! So ist die Sache nicht! $20/21$ Vielmehr
hat ein Mann vom Gebirge Ephraim, sein Name ist Scheba, der Sohn
des Bichri, seine Hand gegen den Knig, gegen David, erhoben.
Ihn allein gebt heraus, und ich ziehe von der Stadt ab! Da sagte
die Frau zu Joab: Siehe, sein Kopf wird dir ber die Mauer
zugeworfen. $20/22$ Und die Frau ging zum ganzen Volk [und
beredete es] mit ihrer Klugheit. Da hieben sie Scheba, dem Sohn
des Bichri, den Kopf ab und warfen [ihn] zu Joab [hinaus]. Der
stie ins Horn, und sie zerstreuten sich von der Stadt weg,
jeder zu seinen Zelten. Joab aber kehrte zum Knig nach
Jerusalem zurck.

Davids Beamte.

Kap. 8,16-18; vgl. 1K 4,1-6.

$20/23$ Und Joab war ber das ganze Heer [eingesetzt, ber]
Israel, und Benaja, der Sohn Jojadas, ber die Kreter und ber
die Pleter, $20/24$ und Adoram ber die Zwangsarbeit. Und
Joschafat, der Sohn Ahiluds, war Berater, $20/25$ und Scheja war
Schreiber, und Zadok und Abjatar waren Priester, $20/26$ und
auch Ira, der Jairiter, war Priester Davids.

Shnung einer Schuld Sauls.

\21\

$21/1$ Und es gab eine Hungersnot in den Tagen Davids, drei
Jahre [lang], Jahr fr Jahr. Und David suchte das Angesicht des
HERRN. Und der HERR sprach: Wegen Saul und wegen des Hauses der
Blutschuld, weil er die Gibeoniter gettet hat! $21/2$ Da rief
der Knig die Gibeoniter herbei und redete zu ihnen. - Die
Gibeoniter aber, sie waren nicht von den Shnen Israel, sondern
vom Rest der Amoriter. Und die Shne Israel hatten ihnen
geschworen, [sie zu verschonen]. Saul aber hatte versucht, sie
zu erschlagen in seinem Eifer fr die Shne Israel und Juda. -
$21/3$ David also sagte zu den Gibeonitern: Was soll ich fr
euch tun? Und womit soll ich Shne tun, damit ihr das Erbteil
des HERRN segnet? $21/4$ Und die Gibeoniter sagten zu ihm: Wir
haben kein [Verlangen nach] Silber und Gold von Saul und von
seinem Haus, und wir haben kein [Recht], jemanden in Israel zu
tten. Und er sagte: Was wollt ihr denn, da ich fr euch tun
soll? $21/5$ Da sagten sie zum Knig: Der Mann, der uns
vernichtet hat und der gegen uns plante, da wir ausgerottet
werden sollten, so da wir nicht mehr htten bestehen knnen im
ganzen Gebiet Israels - $21/6$ man gebe uns sieben Mnner von
seinen Shnen, da wir sie dem HERRN aufhngen bei [dem] Gibea
Sauls, des Erwhlten des HERRN. Und der Knig sagte: Ich will
sie [euch] geben.

$21/7$ Aber der Knig hatte Mitleid mit Mefi-Boschet, dem Sohn
Jonatans, des Sohnes Sauls, wegen des Schwures bei dem HERRN,
der zwischen ihnen war, zwischen David und Jonatan, dem Sohn
Sauls. $21/8$ Und der Knig nahm die beiden Shne Rizpas, der
Tochter des Ajja, die sie dem Saul geboren hatte, Armoni und
Mefi-Boschet, und die fnf Shne Merabs, der Tochter Sauls, die
sie dem Adriel geboren hatte, dem Sohn des Barsillai, des
Meholatiters, $21/9$ und er gab sie in die Hand der Gibeoniter.
Die hngten sie auf dem Berg vor dem HERRN auf. So fielen die
sieben auf einmal, und sie wurden in den ersten Tagen der Ernte,
am Anfang der Gerstenernte, gettet.

$21/10$ Da nahm Rizpa, die Tochter des Ajja, das Sackgewand und
breitete es fr sich auf dem Felsen aus vom Anfang der Ernte an,
bis das Wasser sich vom Himmel ber die Toten ergo. Und sie
lie nicht zu, da bei Tag die Vgel des Himmels sich auf ihnen
niederlieen und bei Nacht die Tiere des Feldes. $21/11$ Und es
wurde David berichtet, was Rizpa, die Tochter des Ajja, die
Nebenfrau Sauls, getan hatte. $21/12$ Da ging David hin und
holte die Gebeine Sauls und die Gebeine seines Sohnes Jonatan
von den Brgern von Jabesch [in] Gilead, die sie von dem
[Markt]platz in Bet-Schean gestohlen hatten, wo die Philister
sie an dem Tag aufgehngt hatten, als die Philister Saul am
Gilboa schlugen. $21/13$ Und er brachte die Gebeine Sauls und
die Gebeine seines Sohnes Jonatan von dort herauf. Dann sammelte
man die Gebeine der Gehngten $21/14$ und begrub [sie] mit den
Gebeinen Sauls und seines Sohnes Jonatan im Land Benjamin in
Zela im Grab seines Vaters Kisch. Und man tat alles, was der
Knig befohlen hatte. Und danach lie Gott sich fr das Land
erbitten.

Siege ber die Philister.

1Chr 20,4-8.

$21/15$ Wieder einmal hatten die Philister Krieg mit Israel. Und
David zog hinab und seine Knechte mit ihm, und sie kmpften mit
den Philistern. Und David war ermdet. $21/16$ Und Jischbi in
Nob, der zu den Shnen des Rafa [gehrte], - das Gewicht seiner
Lanzenspitze war dreihundert Schekel Bronze, und er war mit
einem neuen [Schwert] gegrtet - der sagte, er wolle David
erschlagen. $21/17$ Aber Abischai, der Sohn der Zeruja, kam ihm
zu Hilfe, schlug den Philister und ttete ihn. Damals schworen
die Mnner Davids ihm und sagten: Du sollst nicht mehr mit uns
in den Kampf ausziehen, damit du die Leuchte Israels nicht
auslschst!

$21/18$ Und es geschah danach, da kam es wieder zum Kampf mit
den Philistern bei Gob. Damals erschlug Sibbechai, der
Huschatiter, den Saf, der zu den Shnen des Rafa [gehrte].

$21/19$ Und wieder kam es bei Gob zum Kampf mit den Philistern.
Und Elhanan, der Sohn des Jaare-Oregim, der Bethlehemiter,
erschlug Goliath, den Gatiter; und der Schaft seines Speeres war
wie ein Weberbaum.

$21/20$ Und wieder kam es zum Kampf bei Gat. Da war ein langer
Mann, der hatte sechs Finger an seinen Hnden und sechs Zehen an
seinen Fen, 24 an der Zahl; und auch er war dem Rafa geboren
worden. $21/21$ Und er verhhnte Israel; da erschlug ihn
Jonatan, der Sohn Schammas, des Bruders Davids. $21/22$ Diese
vier wurden dem Rafa in Gat geboren; und sie fielen durch die
Hand Davids und durch die Hand seiner Knechte.

Davids Dankpsalm.

Ps 18.

\22\

$22/1$ Und David redete zu dem HERRN die Worte dieses Liedes an
dem Tag, als der HERR ihn aus der Hand aller seiner Feinde und
aus der Hand Sauls errettet hatte.

$22/2$ Und er sprach: $22/1$ Der HERR ist mir mein Fels und
meine Burg und mein Erretter.

$22/3$ Mein Gott ist mein Hort, bei dem ich Zuflucht suche, mein
Schild und das Horn meines Heils, meine hohe Feste und meine
Zuflucht. Mein Retter, vor Gewalttat rettest du mich!

$22/4$ Gelobt! rufe ich zum HERRN, so werde ich vor meinen
Feinden gerettet.

$22/5$ Denn mich umfingen die Wogen des Todes, Bche des
Verderbens erschreckten mich.

$22/6$ Fesseln des Scheols umgaben mich, Fallen des Todes
berwltigten mich.

$22/7$ In meiner Bedrngnis rief ich zum HERRN, und ich schrie
zu meinem Gott. Und er hrte aus seinem Tempel meine Stimme, und
mein Schrei [drang] an seine Ohren.

$22/8$ Da wankte und bebte die Erde; die Grundfesten des Himmels
erzitterten und wankten, denn er war [von Zorn] entbrannt.

$22/9$ Rauch stieg auf von seiner Nase, und Feuer fra aus
seinem Mund, glhende Kohlen brannten aus ihm.

$22/10$ Er neigte die Himmel und fuhr hernieder, und Dunkel war
unter seinen Fen.

$22/11$ Er fuhr auf einem Cherub und flog daher, so schwebte er
auf den Flgeln des Windes.

$22/12$ Und er machte Finsternis rings um sich her zur Htte,
das Sieb der [Himmels]wasser, dichtes Gewlk.

$22/13$ Aus dem Glanz vor ihm brannten feurige Kohlen.

$22/14$ Der HERR donnerte vom Himmel her, und der Hchste lie
seine Stimme erschallen.

$22/15$ Und er scho Pfeile und zerstreute sie, [scho seinen]
Blitz und verwirrte sie.

$22/16$ Da wurden sichtbar die Betten des Meeres, die Fundamente
der Welt wurden aufgedeckt durch das Schelten des HERRN, vor dem
Schnauben des Hauchs seiner Nase.

$22/17$ Er griff aus der Hhe, erfate mich, zog mich heraus aus
groen Wassern.

$22/18$ Er rettete mich vor meinem starken Feind, vor meinen
Hassern, denn sie waren mchtiger als ich.

$22/19$ Sie berwltigten mich am Tag meines Unglcks, aber der
HERR wurde mir eine Sttze.

$22/20$ Und er fhrte mich heraus ins Weite, er befreite mich,
weil er Gefallen an mir hatte.

$22/21$ Der HERR handelte an mir nach meiner Gerechtigkeit, nach
der Reinheit meiner Hnde vergalt er mir.

$22/22$ Denn ich habe die Wege des HERRN eingehalten und bin
Gott nicht gottlos abgewichen.

$22/23$ Denn alle seine Rechtsbestimmungen waren vor mir, und
seine Ordnungen - ich bin nicht davon abgewichen.

$22/24$ Auch war ich vollkommen ihm gegenber und htete mich
vor meiner Schuld.

$22/25$ So vergalt der HERR mir nach meiner Gerechtigkeit, nach
meiner Reinheit vor seinen Augen.

$22/26$ Gegen den Gndigen verhltst du dich gndig, gegen den
vollkommenen Mann vollkommen.

$22/27$ Gegen den Reinen zeigst du dich rein, gegen den
Verkehrten aber verdreht.

$22/28$ Und das demtige Volk rettest du; aber deine Augen sind
gegen die Hochmtigen, du erniedrigst [sie].

$22/29$ Ja, du bist meine Leuchte, HERR; und der HERR erhellt
meine Finsternis.

$22/30$ Denn mit dir kann ich auf Raubzug gehen, mit meinem Gott
kann ich eine Mauer berspringen.

$22/31$ Gott - sein Weg ist vollkommen; des HERRN Wort ist
lauter; ein Schild ist er allen, die sich bei ihm bergen.

$22/32$ Denn wer ist Gott auer dem HERRN? Und wer ist ein Fels
auer unserem Gott?

$22/33$ Gott ist meine starke Festung und vollkommen macht er
meinen Weg.

$22/34$ Er macht meine Fe den Hirschen gleich und stellt mich
hin auf meine Hhen.

$22/35$ Er lehrt meine Hnde das Kmpfen, und meine Arme spannen
den ehernen Bogen.

$22/36$ Und du gabst mir den Schild deines Heils, und dein
Zuspruch machte mich gro.

$22/37$ Du schafftest Raum meinen Schritten unter mir, und meine
Knchel haben nicht gewankt.

$22/38$ Meinen Feinden jagte ich nach und vernichtete sie; und
ich kehrte nicht um, bis ich sie aufgerieben hatte.

$22/39$ Und ich rieb sie auf und zerschmetterte sie, da sie
nicht [mehr] aufstanden; und sie fielen unter meine Fe.

$22/40$ Und du umgrtetest mich mit Kraft zum Kampf, beugtest
unter mich, die gegen mich aufstanden.

$22/41$ Du hast bewirkt, da meine Feinde mir den Rcken zeigen
mssen; meine Hasser, ich habe sie vernichtet.

$22/42$ Sie blickten umher - aber da war kein Retter - zum
HERRN, doch er antwortete ihnen nicht.

$22/43$ Und ich zermalmte sie wie Staub der Erde; wie Straenkot
zertrat, zerstampfte ich sie.

$22/44$ Und du hast mich errettet aus den Streitigkeiten meines
Volkes; du hast mich als Haupt der Nationen bewahrt; ein Volk,
das ich nicht kannte, dient mir.

$22/45$ Die Shne der Fremde schmeichelten mir; sowie [ihr] Ohr
hrte, gehorchten sie mir.

$22/46$ Die Shne der Fremde sanken hin und zitterten hervor aus
ihren Festungen.

$22/47$ Der HERR lebt! Gepriesen sei mein Fels! Erhoben werde
Gott, der Fels meines Heils,

$22/48$ der Gott, der mir Rache gab und mir die Vlker unterwarf

$22/49$ und der mich herausholte von meinen Feinden weg! Und du
erhhtest mich ber die, die gegen mich aufstanden; von dem Mann
der Gewalttaten hast du mich befreit.

$22/50$ Darum will ich dich preisen, HERR, unter den Nationen
und will spielen deinem Namen,

$22/51$ der seinem Knig groe Rettung schenkt und Gnade erweist
seinem Gesalbten, David und seinen Nachkommen ewig.

Davids letzte Worte.

\23\

$23/1$ Und dies sind die letzten Worte Davids: Ausspruch Davids,
des Sohnes Isais, Ausspruch des Mannes, der hochgestellt ist,
des Gesalbten des Gottes Jakobs und des Lieblings in den
Gesngen Israels:

$23/2$ Der Geist des HERRN hat durch mich geredet, und sein Wort
war auf meiner Zunge.

$23/3$ Es hat gesprochen der Gott Israels, der Fels Israels hat
zu mir geredet:

Wer gerecht herrscht ber die Menschen, wer in der Furcht Gottes
herrscht, $23/4$ [der ist] wie das Licht des Morgens, wenn die
Sonne aufstrahlt, eines Morgens ohne Wolken; von ihrem Glanz
nach dem Regen [sprot] das Grn aus der Erde.

$23/5$ Ja, [ist] nicht so mein Haus bei Gott? Hat er mir doch
einen ewigen Bund gesetzt, in allem geordnet und bewahrt! Denn
all mein Heil und all mein Wohlgefallen, lt er es denn nicht
sprieen?

$23/6$ Aber die Verruchten sind allesamt wie Dorngestrpp, das
verweht wird; denn mit der Hand fat man es nicht an.

$23/7$ Und der Mann, der es anfassen will, wappnet sich mit
Eisen und Speerschaft; und mit Feuer wird es grndlich verbrannt
an [seiner] Sttte. -

Davids Helden.

1Chr 11,10-47; 27,1-15.

$23/8$ Das sind die Namen der Helden, die David hatte:
Joscheb-Baschebet, der Tachkemoniter, das Haupt der `Drei'; er
schwang seinen Speer ber achthundert [Mann], die er auf einmal
erschlagen hatte.

$23/9$ Und nach ihm [kommt] Eleasar, der Sohn Dodos, des Sohnes
des Ahoach, unter den drei Helden bei David. Als sie unter den
Philistern, die sich dort zum Kampf versammelt hatten, [einige]
herausforderten und als die Mnner von Israel sich zurckzogen,
$23/10$ da machte er sich auf und schlug auf die Philister ein,
bis seine Hand mde wurde und seine Hand am Schwert kleben
blieb. So schaffte der HERR an jenem Tag eine groe Rettung. Das
[Kriegs]volk aber kehrte um, [wieder] hinter ihm her, nur um zu
plndern.

$23/11$ Und nach ihm [kommt] Schamma, der Sohn des Age, der
Harariter. Und die Philister sammelten sich zu einer Truppe. Nun
war dort ein Ackerstck voller Linsen. Das [Kriegs]volk aber
floh vor den Philistern. $23/12$ Da stellte er sich mitten auf
das Stck und entri es [ihnen] und schlug die Philister. So
schaffte der HERR eine groe Rettung.

$23/13$ Und drei von den dreiig Helden gingen hinab und kamen
zur Erntezeit zu David, in die Hhle Adullam. Und die Truppe der
Philister lagerte in der Ebene Refaim. $23/14$ David war aber
damals in der Bergfeste, und ein Posten der Philister war damals
in Bethlehem. $23/15$ Und David versprte ein Verlangen und
sagte: Wer gibt mir Wasser zu trinken aus der Zisterne von
Bethlehem, die im Tor ist? $23/16$ Da drangen die drei Helden in
das Heerlager der Philister ein und schpften Wasser aus der
Zisterne von Bethlehem, die im Tor ist, und nahmen [es mit] und
brachten es David. Aber er wollte es nicht trinken, sondern go
es als Trankopfer fr den HERRN aus. $23/17$ Und er sagte: Fern
sei es von mir vor dem HERRN, da ich das tue! [Ist es nicht]
das Blut der Mnner, die um ihr Leben hingegangen sind? Und er
wollte es nicht trinken. Das haben die drei Helden getan.

$23/18$ Und Abischai, der Bruder Joabs, der Sohn der Zeruja, er
war das Oberhaupt der Dreiig. Und er schwang seinen Speer ber
dreihundert Erschlagenen. Er hatte einen Namen unter den
Dreiig. $23/19$ War es nicht so, da er mehr geehrt wurde als
die Dreiig, so da er ihr Oberster wurde? Aber an die Drei
reichte er nicht heran.

$23/20$ Und Benaja, der Sohn Jojadas, war ein tapferer Mann,
gro an Taten, aus Kabzeel. Der erschlug die beiden Kriegshelden
von Moab. Und er stieg hinab und erschlug den Lwen in der
Zisterne an einem Schneetag. $23/21$ Und er war es, der einen
gyptischen Mann erschlug, einen Mann von [schrecklichem]
Aussehen. Und der gypter hatte einen Speer in der Hand. Er aber
ging mit einem Stock zu ihm hinab, ri dem gypter den Speer aus
der Hand und brachte ihn mit dessen eigenem Speer um. $23/22$
Das tat Benaja, der Sohn Jojadas; und er hatte einen Namen unter
den dreiig Helden. $23/23$ Mehr als die Dreiig wurde er
geehrt, aber an die Drei reichte er nicht heran. Und David
setzte ihn ber seine Leibwache.

$23/24$ Asael, der Bruder Joabs, war unter den Dreiig; [ebenso]
Elhanan, der Sohn Dodos, aus Bethlehem; $23/25$ Schamma, der
Haroditer; Elika, der Haroditer; $23/26$ Helez, der Peletiter;
Ira, der Sohn des Ikkesch aus Tekoa; $23/27$ Abieser, der
Anatotiter; Mebunnai, der Huschatiter; $23/28$ Zalmon, der
Ahoachiter; Mahrai, der Netofatiter; $23/29$ Heled, der Sohn
Baanas, der Netofatiter; Ittai, der Sohn Ribais, aus [dem] Gibea
der Shne Benjamin; $23/30$ Benaja, der Piratoniter; Hiddai, aus
Nahale-Gaasch; $23/31$ Abialbon, der Arbatiter; Asmawet, der
Bahurimiter; $23/32$ Eljachba, der Schaalboniter; [von den]
Shnen des Jaschen: Jonatan; $23/33$ Schamma, der Harariter;
Ahiam, der Sohn Scharars, der Arariter; $23/34$ Elifelet, der
Sohn Ahasbais, des Sohnes des Maachatiters; Eliam, der Sohn
Ahitofels, der Giloniter; $23/35$ Hezro, der Karmeliter; Paarai,
der Arabiter; $23/36$ Jigal, der Sohn Nathans, aus Zoba; Bani,
der Gaditer; $23/37$ Zelek, der Ammoniter; Nachrai, der
Beerotiter, der Waffentrger Joabs, des Sohnes der Zeruja;
$23/38$ Ira, der Jitriter; Gareb, der Jitriter; $23/39$ Uria,
der Hetiter: im ganzen 37.

Davids Volkszhlung und deren Folgen.

V. 1-9: 1Chr 21,1-6; 27,23.24.

\24\

$24/1$ Und wieder entbrannte der Zorn des HERRN gegen Israel.
Und er reizte David gegen sie auf zu sagen: Geh hin, zhle
Israel und Juda! $24/2$ Da sagte der Knig zu Joab, dem
Heerobersten, der bei ihm war: Zieh doch umher in allen Stmmen
Israels, von Dan bis Beerscheba! Ihr sollt das [Kriegs]volk
mustern, damit ich die Zahl des Volkes kenne! $24/3$ Joab aber
sagte zum Knig: Der HERR, dein Gott, mag zu dem Volk, so viele
sie auch sein mgen, [noch] hundertmal [mehr] hinzufgen,
whrend die Augen meines Herrn, des Knigs, es sehen! Aber mein
Herr [und] Knig! Warum [denn] hat er Gefallen an einer solchen
Sache? $24/4$ Doch das Wort des Knigs blieb fest gegen Joab und
gegen die Obersten des Heeres. So zogen Joab und die Obersten
des Heeres vor dem Knig aus, um das Volk Israel zu mustern.

$24/5$ Und sie gingen ber den Jordan und begannen bei Aroer,
bei der Stadt, die mitten im Flutal [liegt, und gingen weiter]
auf Gad zu und nach Jaser hin. $24/6$ Und sie kamen nach Gilead
und in das Land der Hetiter nach Kadesch, und sie kamen nach
Dan-Jaan und in die Umgebung von Sidon, $24/7$ und sie kamen zu
der befestigten Stadt Tyrus und zu allen Stdten der Hiwiter und
der Kanaaniter, und sie zogen hinaus in den Sden von Juda nach
Beerscheba. $24/8$ Und sie zogen im ganzen Land umher und kamen
am Ende von neun Monaten und zwanzig Tagen nach Jerusalem
[zurck]. $24/9$ Und Joab gab dem Knig das Ergebnis der
Musterung an. Und zwar gab es in Israel 800 000 Wehrfhige, die
das Schwert zogen, und die Mnner von Juda waren 500 000 Mann.

V. 10-25: 1Chr 21,7-30.

$24/10$ Aber nachdem David das Volk gezhlt hatte, schlug ihm
das Herz. Und David sagte zum HERRN: Ich habe sehr gesndigt mit
dem, was ich getan habe. Und nun, HERR, la doch die Schuld
deines Knechtes vorbergehen, denn ich habe sehr tricht
gehandelt! $24/11$ Und als David am Morgen aufstand, da geschah
das Wort des HERRN zu dem Propheten Gad, dem Seher Davids, wie
folgt: $24/12$ Geh hin und rede zu David: So spricht der HERR:
Dreierlei lege ich dir vor! Whle dir eins davon, da ich es dir
tue! $24/13$ Und Gad kam zu David und teilte ihm [das] mit und
sagte zu ihm: Sollen dir sieben Jahre Hungersnot in dein Land
kommen? Oder willst du drei Monate vor deinen Bedrngern
fliehen, whrend sie dir nachjagen? Oder soll drei Tage lang
Pest in deinem Land sein? Nun berlege und sieh zu, was fr eine
Antwort ich dem zurckbringen soll, der mich gesandt hat.
$24/14$ Und David sagte zu Gad: Mir ist sehr angst! La uns doch
in die Hand des HERRN fallen, denn seine Erbarmungen sind gro!
Aber in die Hand der Menschen la mich nicht fallen!

$24/15$ Da gab der HERR die Pest in Israel, vom Morgen an bis zu
der bestimmten Zeit. Und es starben von dem Volk, von Dan bis
Beerscheba, 70 000 Mann. $24/16$ Und als der Engel seine Hand
[ber] Jerusalem ausstreckte, um es zu vernichten, da hatte der
HERR Mitleid wegen des Unheils, und er sprach zu dem Engel, der
unter dem Volk vernichtete: Genug! Ziehe jetzt deine Hand ab!
Der Engel des HERRN war aber gerade bei der Tenne Araunas, des
Jebusiters. $24/17$ Und als David den Engel sah, der das Volk
schlug, sprach er zu dem HERRN und sagte: Siehe, ich habe
gesndigt, und ich habe verkehrt gehandelt! Aber diese Schafe,
was haben sie getan? La doch deine Hand gegen mich und gegen
das Haus meines Vaters sein!

$24/18$ Und Gad kam zu David an jenem Tag und sagte zu ihm: Geh
hinauf, errichte dem HERRN einen Altar auf der Tenne des
Jebusiters Arauna. $24/19$ Da ging David hinauf nach dem Wort
Gads, ganz wie der HERR geboten hatte. $24/20$ Und Arauna
blickte hinaus und sah den Knig und seine Knechte zu sich
herberkommen. Da ging Arauna hinaus und warf sich vor dem Knig
nieder, mit seinem Gesicht zur Erde. $24/21$ Und Arauna sagte:
Weshalb kommt mein Herr, der Knig, zu seinem Knecht? David
sagte: Um die Tenne von dir zu kaufen, um [auf ihr] dem HERRN
einen Altar zu bauen, damit die Plage vom Volk abgewehrt wird!
$24/22$ Da sagte Arauna zu David: Mein Herr, der Knig, nehme
und opfere, was gut ist in seinen Augen! Siehe, [da] sind die
Rinder zum Brandopfer und die Dreschschlitten und die Geschirre
der Rinder zum [Brenn]holz. $24/23$ Das alles, o Knig, gibt
Arauna dem Knig. Und Arauna sagte [weiter] zum Knig: Der HERR,
dein Gott, nehme dich wohlgefllig an! $24/24$ Aber der Knig
sagte zu Arauna: Nein, sondern kaufen will ich es von dir fr
den Kaufpreis. Ich will dem HERRN, meinem Gott, nicht umsonst
Brandopfer opfern. So kaufte David die Tenne und die Rinder fr
fnfzig Schekel Silber. $24/25$ Und David baute dort dem HERRN
einen Altar und opferte Brandopfer und Heilsopfer. Da lie der
HERR sich fr das Land erbitten, und die Plage wurde von Israel
abgewehrt.
