Das zweite Buch Samuel.

Davids Klage um Saul und Jonatan nach ihrem Tod.

\1\

$1/1$ Und es geschah nach dem Tode Sauls, als David von der
Schlacht gegen Amalek zurckgekommen war, da blieb David zwei
Tage in Ziklag. $1/2$ Und es geschah am dritten Tag, siehe, da
kam ein Mann aus dem Heerlager von Saul her. Seine Kleider waren
zerrissen, und Erde war auf seinem Kopf. Und als er zu David
kam, fiel er zur Erde und huldigte ihm. $1/3$ Und David sagte zu
ihm: Woher kommst du? Er sagte zu ihm: Aus dem Heerlager Israels
bin ich entkommen. $1/4$ Und David sagte zu ihm: Wie steht die
Sache? Berichte mir doch! Und er sagte: Das Volk ist aus dem
Kampf geflohen, auch sind viele von dem Volk gefallen und
umgekommen, und auch Saul und sein Sohn Jonatan sind tot. $1/5$
Da sagte David zu dem jungen Mann, der ihm berichtete: Wie hast
du erfahren, da Saul und sein Sohn Jonatan tot sind? $1/6$ Der
junge Mann, der ihm berichtete, sagte: Ich geriet zufllig auf
das Gebirge Gilboa, und siehe, Saul lehnte sich auf seinen
Speer; und siehe, die Wagen und die Reiter holten ihn ein. $1/7$
Da wandte er sich um, sah mich und rief mich, und ich sagte:
Hier bin ich! $1/8$ Und er sagte zu mir: Wer bist du? Ich sagte
zu ihm: Ich bin ein Amalekiter. $1/9$ Da sagte er zu mir: Tritt
doch her zu mir und gib mir den Todessto, denn ein
Schwcheanfall hat mich ergriffen, doch mein Leben ist noch ganz
in mir! $1/10$ Da trat ich zu ihm und gab ihm den Todessto,
denn ich erkannte, da er nach seinem Fall nicht am Leben
bleiben wrde. Und ich nahm das Diadem, das [er] auf seinem Kopf
[hatte], und die Spange, die an seinem Arm war, und bringe sie
hierher zu meinem Herrn. $1/11$ Da fate David seine Kleider und
zerri sie; [das taten] auch all die Mnner, die bei ihm waren.
$1/12$ Und sie klagten und weinten und fasteten bis zum Abend um
Saul und um seinen Sohn Jonatan und um das Volk des HERRN und um
das Haus Israel, weil sie durchs Schwert gefallen waren.

$1/13$ Und David sagte zu dem jungen Mann, der ihm berichtete:
Woher bist du? Er sagte: Ich bin der Sohn eines amalekitischen
Fremdlings. $1/14$ Und David sagte zu ihm: Wie, hast du dich
nicht gefrchtet, deine Hand auszustrecken, um den Gesalbten des
HERRN umzubringen? $1/15$ Und David rief einen von den jungen
Mnnern und sagte: Tritt heran, sto ihn nieder! Da erschlug er
ihn. So starb er. $1/16$ Und David sagte zu ihm: Dein Blut
[komme] auf deinen Kopf! Denn dein [eigener] Mund hat gegen dich
ausgesagt, als du sprachst: Ich habe den Gesalbten des HERRN
gettet.

$1/17$ Und David stimmte dieses Klagelied an ber Saul und ber
Jonatan, seinen Sohn. $1/18$ Und er befahl, da man die Shne
Juda [das Lied ber] den Bogen lehren solle. Siehe, es ist
geschrieben im Buch Jaschar:

$1/19$ Deine Zierde, Israel, liegt erschlagen auf deinen Hhen!
wie sind die Helden gefallen!

$1/20$ Berichtet es nicht in Gat, verkndet die Botschaft nicht
auf den Straen von Aschkelon, da sich nicht freuen die Tchter
der Philister, da nicht frohlocken die Tchter der
Unbeschnittenen!

$1/21$ Ihr Berge von Gilboa, nicht Tau noch Regen [falle] auf
euch, ihr Berge des Todes! Denn dort wurde besudelt der Schild
der Helden, der Schild Sauls nicht gesalbt mit l.

$1/22$ Ohne das Blut von Durchbohrten, ohne das Fett der Helden
kam Jonatans Bogen nie zurck, und [auch] Sauls Schwert kehrte
nicht erfolglos heim.

$1/23$ Saul und Jonatan, die Geliebten und Holdseligen, in ihrem
Leben und in ihrem Tod sind sie ungetrennt; sie waren schneller
als Adler, strker als Lwen.

$1/24$ Ihr Tchter Israels, weint um Saul, der euch kstlich
kleidete in Karmesin, der goldenen Schmuck an eure Kleider
heftete!

$1/25$ Wie sind die Helden gefallen mitten im Kampf! Jonatan
[liegt] durchbohrt auf deinen Hhen.

$1/26$ Mir ist weh um dich, mein Bruder Jonatan! ber alles lieb
warst du mir. Wunderbar war mir deine Liebe, mehr als
Frauenliebe.

$1/27$ Wie sind die Helden gefallen, verlorengegangen die Waffen
der Schlacht!

David wird Knig ber Juda, Isch-Boschet ber Israel.

\2\

$2/1$ Und es geschah danach, da befragte David den HERRN: Soll
ich in eine der Stdte Judas hinaufziehen? Und der HERR sprach
zu ihm: Zieh hinauf! Und David sagte: Wohin soll ich
hinaufziehen? Und er sprach: Nach Hebron! $2/2$ Da zog David
dort hinauf und auch seine beiden Frauen, Ahinoam, die
Jesreeliterin, und Abigajil, die Frau Nabals, des Karmeliters.
$2/3$ Auch seine Mnner, die bei ihm waren, lie David
hinaufziehen, jeden mit seinem Haus; und sie lieen sich in den
Stdten Hebrons nieder. $2/4$ Und die Mnner von Juda kamen und
salbten David dort zum Knig ber das Haus Juda.

Und man berichtete David: Die Mnner von Jabesch [in] Gilead
sind es, die Saul begraben haben. $2/5$ Da sandte David Boten zu
den Mnnern von Jabesch [in] Gilead und lie ihnen sagen:
Gesegnet sollt ihr sein von dem HERRN, da ihr diese Gte an
eurem Herrn, an Saul, erwiesen und ihn begraben habt! $2/6$ So
erweise nun der HERR Gte und Treue an euch! Und auch ich will
euch dieses Gute vergelten, weil ihr das getan habt. $2/7$ Und
nun lat eure Hnde erstarken und seid tapfere Mnner! Denn
Saul, euer Herr, ist tot. Auch hat mich das Haus Juda zum Knig
ber sich gesalbt.

$2/8$ Abner aber, der Sohn des Ner, der Heeroberste Sauls, nahm
Isch-Boschet, den Sohn Sauls, und brachte ihn hinber nach
Mahanajim. $2/9$ Und er machte ihn zum Knig ber Gilead und
ber die Asseriter, ber Jesreel, ber Ephraim, ber Benjamin
und ber ganz Israel. $2/10$ Vierzig Jahre war Isch-Boschet, der
Sohn Sauls, alt, als er ber Israel Knig wurde, und er war zwei
Jahre Knig; nur das Haus Juda stand hinter David. $2/11$ Und
die Zahl der Tage, die David in Hebron ber das Haus Juda Knig
war, [betrug] sieben Jahre und sechs Monate.

Streit zwischen dem Haus Davids und dem Haus Sauls - Joab und
Abner.

$2/12$ Und Abner, der Sohn des Ner, zog aus mit den Knechten
Isch-Boschets, des Sohnes Sauls, von Mahanajim nach Gibeon.
$2/13$ Und Joab, der Sohn der Zeruja, und Davids Knechte zogen
aus. Und sie stieen beim Teich von Gibeon aufeinander. Und sie
lieen sich [dort] nieder, die einen auf dieser Seite des
Teiches und die anderen auf jener Seite des Teiches. $2/14$ Da
sagte Abner zu Joab: La doch die jungen Mnner sich aufmachen
und vor uns zum Kampfspiel antreten! Und Joab sagte: Sollen sie
sich aufmachen! $2/15$ So machten sie sich denn auf und gingen
hinber, abgezhlt: zwlf fr Benjamin und fr Isch-Boschet, den
Sohn Sauls, und zwlf von den Knechten Davids. $2/16$ Und sie
ergriffen einer den andern beim Kopf, und [jeder stie] sein
Schwert dem andern in die Seite, und sie fielen miteinander. Und
man nannte jenen Ort Helkat-Hazzurim; der [liegt] bei Gibeon.
$2/17$ Und der Kampf wurde beraus heftig an diesem Tag. Abner
aber und die Mnner von Israel wurden vor den Knechten Davids
geschlagen.

$2/18$ Nun waren dort die drei Shne der Zeruja: Joab und
Abischai und Asael. Asael aber war schnell auf seinen Fen wie
eine der Gazellen, die auf dem [freien] Feld [leben]. $2/919$
Und Asael jagte Abner nach und bog bei der Verfolgung Abners
nicht ab, weder zur Rechten noch zur Linken. $2/20$ Da wandte
Abner sich um und sagte: Bist du es, Asael? Und er sagte: Ich
bin es. $2/21$ Da sagte Abner zu ihm: Bieg ab [vom Weg] zu
deiner Rechten oder zu deiner Linken und greif dir einen von den
jungen Mnnern und nimm dir seine Rstung! Aber Asael wollte
nicht von ihm weichen. $2/22$ Da sagte Abner noch einmal zu
Asael: Weiche von mir! Warum soll ich dich zu Boden schlagen?
Wie knnte ich mein Gesicht zu deinem Bruder Joab erheben?
$2/23$ Aber er weigerte sich zu weichen. Da stie ihn Abner mit
dem hinteren Ende des Speeres in den Bauch, so da der Speer
hinten herausdrang; und er fiel dort und starb an eben dieser
Stelle. Und es geschah, jeder, der an die Stelle kam, wo Asael
gefallen und gestorben war, der blieb stehen.

$2/24$ Joab und Abischai aber jagten Abner nach. Die Sonne ging
gerade unter, als sie zum Hgel Amma kamen, der vor Giach
[liegt] auf dem Weg zur Steppe von Gibeon. $2/25$ Und die Shne
Benjamin sammelten sich hinter Abner, bildeten einen
[geschlossenen] Haufen und stellten sich auf den Gipfel eines
alleinstehenden Hgels. $2/26$ Und Abner rief Joab zu und sagte:
Soll [denn] das Schwert immerfort fressen? Weit du nicht, da
zuletzt Erbitterung entstehen wird? Wie lange willst du dem Volk
nicht sagen, da es von der Verfolgung seiner Brder umkehren
soll? $2/27$ Da sagte Joab: So wahr Gott lebt, wenn du nicht
geredet httest, dann htte sich [schon] heute morgen das Volk
zurckgezogen, jeder von seinem Bruder! $2/28$ Darauf stie Joab
ins Horn, und das ganze Volk machte halt. Sie jagten Israel
nicht lnger nach und kmpften nicht mehr weiter.

$2/29$ Und Abner und seine Mnner zogen jene ganze Nacht durch
die [Jordan]ebene und setzten ber den Jordan und durchzogen das
ganze Bitron und kamen nach Mahanajim. $2/30$ Joab aber kehrte
von der Verfolgung Abners zurck und sammelte das ganze Volk. Da
wurden von den Knechten Davids neunzehn Mann vermit und Asael.
$2/31$ Die Knechte Davids aber hatten von Benjamin und unter den
Mnnern Abners [viele] erschlagen; 360 Mann waren tot. $2/32$
Und sie hoben Asael auf und begruben ihn im Grab seines Vaters
in Bethlehem. Und Joab und seine Mnner gingen die ganze Nacht,
und es wurde hell, [als sie] in Hebron [ankamen].

Davids Frauen.

\3\

$3/1$ Und der Kampf whrte lange zwischen dem Haus Sauls und dem
Haus Davids. David aber wurde immer strker, whrend das Haus
Sauls immer schwcher wurde.

$3/2$ Und es wurden David in Hebron Shne geboren: Sein
Erstgeborener war Amnon, von Ahinoam, der Jesreeliterin, $3/3$
und sein zweiter Kilab, von Abigajil, der Frau des Karmeliters
Nabal, und der dritte Absalom, der Sohn der Maacha, der Tochter
Talmais, des Knigs von Geschur, $3/4$ und der vierte Adonija,
der Sohn der Haggit, und der fnfte Schefatja, der Sohn der
Abital, $3/5$ und der sechste Jitream, von Egla, der Frau
Davids. Diese wurden David in Hebron geboren.

Abner tritt auf Davids Seite - Joabs Mord an Abner - Davids
Klage um Abner.

$3/6$ Und es geschah, solange zwischen dem Haus Sauls und dem
Haus Davids Krieg war, stand Abner dem Haus Sauls mutig bei.
$3/7$ Und Saul hatte eine Nebenfrau, ihr Name war Rizpa, eine
Tochter des Ajja. Und Isch-Boschet sagte zu Abner: Warum bist du
zu der Nebenfrau meines Vaters eingegangen? $3/8$ Da wurde Abner
sehr zornig ber die Worte Isch-Boschets und sagte: Bin ich ein
Hundskopf, der zu Juda hlt? [Bis] heute erweise ich Gte am
Haus deines Vaters Saul, an seinen Brdern und an seinen
Freunden, und ich habe dich nicht in die Hand Davids geraten
lassen, und jetzt ziehst du mich wegen des Vergehens mit der
Frau zur Rechenschaft? $3/9$ So mge Gott Abner tun und so ihm
hinzufgen! Ja, wie der HERR dem David geschworen hat, so werde
ich ihm tun: $3/10$ das Knigtum vom Haus Sauls wegnehmen und
den Thron Davids aufrichten ber Israel und ber Juda, von Dan
bis Beerscheba! $3/11$ Und er konnte Abner kein Wort mehr
erwidern, weil er ihn frchtete.

$3/12$ Und Abner sandte Boten fr sich zu David und lie [ihm]
sagen: Wem gehrt das Land? Und weiter: Schlie deinen Bund mit
mir! Siehe, meine Hand wird mit dir sein, um dir ganz Israel
zuzuwenden. $3/13$ Und David sagte: Gut, ich will einen Bund mit
dir schlieen. Nur eine Sache fordere ich von dir, nmlich: Du
sollst mein Angesicht nicht sehen, es sei denn, du bringst [mir]
vorher Michal, die Tochter Sauls, wenn du kommst, um mein
Angesicht zu sehen. $3/14$ Und David sandte Boten zu
Isch-Boschet, dem Sohn Sauls, und lie [ihm] sagen: Gib mir
Michal, meine Frau, die ich mir verlobt habe fr hundert
Vorhute der Philister! $3/15$ Da sandte Isch-Boschet hin und
lie sie von ihrem Mann wegholen, von Paltiel, dem Sohn des
Lajisch. $3/16$ Und ihr Mann ging mit ihr, und laut weinend ging
er hinter ihr her bis Bahurim. Da sagte Abner zu ihm: Geh, kehre
um! Und er kehrte um.

$3/17$ Und Abner hatte eine Unterredung mit den ltesten Israels
gehabt und gesagt: Frher schon habt ihr David zum Knig ber
euch verlangt. $3/18$ So handelt jetzt! Denn der HERR hat zu
David geredet: Durch die Hand meines Knechtes David will ich
mein Volk Israel retten aus der Hand der Philister und aus der
Hand aller seiner Feinde. $3/19$ So redete Abner auch zu den
Ohren Benjamins. Dann ging Abner auch hin, um zu den Ohren
Davids in Hebron alles zu reden, was gut war in den Augen
Israels und in den Augen des ganzen Hauses Benjamin. $3/20$ Als
nun Abner zu David nach Hebron kam und mit ihm zwanzig Mnner,
bereitete David Abner und den Mnnern, die bei ihm waren, ein
Mahl. $3/21$ Und Abner sagte zu David: Ich will mich aufmachen
und hingehen und ganz Israel zu meinem Herrn, dem Knig,
versammeln, damit sie einen Bund mit dir schlieen und du ber
alles Knig bist, was deine Seele begehrt. Und David entlie
Abner, und er ging hin in Frieden.

$3/22$ Und siehe, die Knechte Davids und Joab kamen von einem
Streifzug und brachten viel Beute mit sich. Abner war aber nicht
[mehr] bei David in Hebron. Denn er hatte ihn entlassen, und er
war in Frieden weggegangen. $3/23$ Als nun Joab und das ganze
Heer, das bei ihm war, ankamen, da berichtete man Joab: Abner,
der Sohn des Ner, ist zum Knig gekommen. Und der hat ihn
entlassen, und er ist in Frieden weggegangen. $3/24$ Da kam Joab
zum Knig und sagte: Was hast du getan! Siehe, Abner ist zu dir
gekommen! Warum denn hast du ihn entlassen, so da er
ungehindert weggegangen ist? $3/25$ Du kennst [doch] Abner, den
Sohn des Ner, da er gekommen ist, um dich zu beschwatzen und um
dein Gehen und dein Kommen zu erfahren und alles zu erfahren,
was du tust. $3/26$ Und Joab ging von David hinaus und sandte
Abner Boten nach. Die holten ihn zurck von der Zisterne Sira.
David aber wute nichts [davon]. $3/27$ Als nun Abner nach
Hebron zurckkam, fhrte ihn Joab beiseite in das Tor, um in der
Stille mit ihm zu reden. Dort stach er ihn in den Bauch, so da
er starb - um des Blutes seines Bruders Asael willen. $3/28$ Als
David nachher davon hrte, sagte er: Schuldlos bin ich und mein
Knigtum vor dem HERRN auf ewig an dem Blut Abners, des Sohnes
Ners! $3/29$ Es wende sich gegen das Haupt Joabs und gegen das
ganze Haus seines Vaters! Und nie soll im Haus Joabs der fehlen,
der an Ausflu leidet und der Aussatz hat, der, der nach der
Krcke fat, und der, der durchs Schwert fllt, und der, dem es
an Brot fehlt! - $3/30$ So haben Joab und sein Bruder Abischai
Abner erschlagen, weil er ihren Bruder Asael bei Gibeon im Kampf
gettet hatte.

$3/31$ Und David sagte zu Joab und zu all dem Volk, das bei ihm
war: Zerreit eure Kleider und grtet euch mit Sacktuch und
haltet Totenklage vor Abner her! Und der Knig David ging hinter
der Bahre her. $3/32$ Und sie begruben Abner in Hebron. Und der
Knig erhob seine Stimme und weinte an Abners Grab, und das
ganze Volk weinte. $3/33$ Und der Knig stimmte ein Klagelied
ber Abner an und sprach:

$3/34$ Mute, wie ein Gottloser stirbt, Abner sterben? $3/1$
Deine Hnde waren nicht gebunden, und deine Fe nicht in
bronzene Fesseln gelegt. Wie man vor Verbrechern fllt, so bist
du gefallen!

Da weinte alles Volk noch mehr ber ihn. $3/35$ Und alles Volk
kam, um David Brot zu reichen, whrend es noch Tag war. Aber
David schwor und sprach: So soll mir Gott tun und so hinzufgen,
wenn ich vor [dem] Untergang der Sonne Brot oder [sonst] irgend
etwas geniee! $3/367$ Und alles Volk nahm es wahr. Und es war
gut in ihren Augen, wie alles, was der Knig tat, in den Augen
des ganzen Volkes gut war. $3/37$ Und das ganze Volk und ganz
Israel erkannten an diesem Tag, da es nicht vom Knig
[ausgegangen] war, Abner, den Sohn des Ner, zu tten. $3/38$ Und
der Knig sagte zu seinen Knechten: Erkennt ihr nicht, da an
diesem Tag ein Oberster und Groer in Israel gefallen ist? $39$
Ich aber bin, obwohl zum Knig gesalbt, heute [noch] schwach,
whrend diese Mnner, die Shne der Zeruja, hrter sind als ich.
Der HERR vergelte dem, der das Bse tut, nach seiner Bosheit!

Ermordung Isch-Boschets - Bestrafung der Mrder durch David.

\4\

$4/1$ Und als der Sohn Sauls hrte, da Abner in Hebron
gestorben war, da wurden seine Hnde schlaff, und ganz Israel
war bestrzt. $4/2$ Nun hatte der Sohn Sauls zwei Mnner als
Oberste der Streitscharen, der Name des einen war Baana und der
Name des anderen Rechab, Shne Rimmons, des Beerotiters, von den
Shnen Benjamin. Denn auch Beerot wird zu Benjamin gerechnet.
$4/3$ Die Beerotiter aber waren nach Gittajim geflohen und sind
dort als Fremde wohnen geblieben bis auf diesen Tag.

$4/4$ Und Jonatan, der Sohn Sauls, hatte einen an beiden Fen
gelhmten Sohn. Er war fnf Jahre alt, als die Nachricht von
Saul und Jonatan aus Jesreel kam; da hatte ihn seine Amme
aufgenommen und war geflohen. Und es geschah, als sie hastig
floh, da er hinfiel und gelhmt wurde. Und sein Name war
Mefi-Boschet.

$4/5$ Und die Shne Rimmons, des Beerotiters, Rechab und Baana,
gingen hin und kamen bei der Hitze des Tages in das Haus
Isch-Boschets; der hatte sich zur Mittagsruhe hingelegt. $4/6$
Und die [beiden] kamen bis ins Innere des Hauses, als wollten
sie Weizen holen, und stachen ihn in den Bauch. Und Rechab und
sein Bruder Baana entkamen. $4/7$ Sie waren [nmlich] ins Haus
gekommen, whrend er in seinem Schlafgemach auf seinem Bett lag;
da schlugen sie ihn tot und hieben ihm den Kopf ab. Und sie
nahmen seinen Kopf und gingen den Weg durch die [Jordan]ebene
die ganze Nacht hindurch. $4/8$ Und sie brachten Isch-Boschets
Kopf zu David nach Hebron und sagten zum Knig: Siehe da, der
Kopf Isch-Boschets, des Sohnes Sauls, deines Feindes, der nach
deinem Leben trachtete! So hat der HERR meinem Herrn, dem Knig,
an diesem Tag Rache verschafft an Saul und seinen Nachkommen.
$4/9$ Da antwortete David dem Rechab und seinem Bruder Baana,
den Shnen Rimmons, des Beerotiters, und sagte zu ihnen: So wahr
der HERR lebt, der meine Seele aus jeder Not errettet hat,
$4/10$ den, der mir berichtete: Siehe, Saul ist tot! - und der
in seinen Augen ein guter Bote war, den ergriff ich und brachte
ihn um in Ziklag, dem ich doch [Lohn fr] gute Botschaft htte
geben sollen. $4/11$ Wieviel mehr, da gottlose Mnner einen
gerechten Mann in seinem Haus auf seinem Lager umgebracht haben,
sollte ich jetzt nicht sein Blut von eurer Hand fordern und euch
ausrotten von der Erde? $4/12$ Und David gab seinen Dienern
Befehl, und sie erschlugen sie und hieben ihnen die Hnde und
die Fe ab und hngten sie am Teich von Hebron auf.
Isch-Boschets Kopf aber nahmen sie und begruben ihn im Grab
Abners zu Hebron.

David wird Knig ber ganz Israel - Davids Haus, seine Frauen
und Shne in Jerusalem.

V. 1-5: 1Chr 11,1-3; 12,24-41.

\5\

$5/1$ Und alle Stmme Israels kamen zu David nach Hebron. Und
sie sagten: Siehe, wir sind dein Gebein und dein Fleisch. $5/2$
Schon frher, als Saul Knig ber uns war, bist du es gewesen,
der Israel [ins Feld] hinausfhrte und wieder [heim]brachte. Und
der HERR hat zu dir gesprochen: Du sollst mein Volk Israel
weiden, und du sollst Frst sein ber Israel! $5/3$ Und alle
ltesten Israels kamen zum Knig nach Hebron, und der Knig
David schlo vor dem HERRN einen Bund mit ihnen in Hebron. Und
sie salbten David zum Knig ber Israel.

$5/4$Dreiig Jahre war David alt, als er Knig wurde; vierzig
Jahre lang war er Knig. $5/5$ In Hebron war er sieben Jahre und
sechs Monate Knig ber Juda, und in Jerusalem war er 33 Jahre
Knig ber ganz Israel und Juda.

V. 6-10: 1Chr 11,4-9.

$5/6$ Und der Knig zog mit seinen Mnnern nach Jerusalem gegen
die Jebusiter, die Bewohner des Landes. Und sie sagten zu David:
Du wirst nicht hier hereinkommen, sondern die Blinden und die
Lahmen werden dich wegtreiben. Sie wollten damit sagen: David
wird nicht hier hereinkommen. $5/7$ Aber David nahm die
Bergfeste Zion ein, das ist die Stadt Davids. $5/8$ Und [zwar]
sagte David an jenem Tag: Wer die Jebusiter schlgt und in den
Wasserschacht gelangt und die Lahmen und Blinden [erschlgt],
die der Seele Davids verhat sind . . .! Daher sagt man: Ein
Blinder und ein Lahmer drfen nicht ins Haus kommen. $5/9$ Und
David wohnte in der Bergfeste und nannte sie Stadt Davids. Und
David baute ringsum vom Millo an nach innen zu. - $5/10$ Und
David wurde immer mchtiger, und der HERR, der Gott der
Heerscharen, war mit ihm.

V. 11-16: 1Chr 14,1-7.

$5/11$ Und Hiram, der Knig von Tyrus, sandte Boten zu David und
Zedernholz und Zimmerleute und Mauerleute; die bauten David ein
Haus. $5/12$ Und David erkannte, da der HERR ihn als Knig ber
Israel eingesetzt und da er sein Knigtum um seines Volkes
Israel willen erhht hatte.

$5/13$ Und David nahm noch Nebenfrauen und Frauen aus Jerusalem,
nachdem er von Hebron gekommen war; und es wurden David noch
mehr Shne und Tchter geboren.

V. 14-16: 1Chr 3,5-9.

$5/14$ Und dies sind die Namen derer, die ihm in Jerusalem
geboren wurden: Schammua und Schobab und Nathan und Salomo
$5/15$ und Jibhar und Elischua und Nefeg und Jafia $5/16$ und
Elischama und Eljada und Elifelet.

Davids Siege ber die Philister.

1Chr 14,8-17.

$5/17$ Und als die Philister hrten, da man David zum Knig
ber Israel gesalbt hatte, da zogen alle Philister herauf, um
David zu suchen. Und David hrte es und zog in die Bergfeste
hinab. $5/18$ Und die Philister kamen und breiteten sich in der
Ebene Refaim aus. $5/19$ Da befragte David den HERRN: Soll ich
gegen die Philister hinaufziehen? Wirst du sie in meine Hand
geben? Und der HERR sprach zu David: Zieh hinauf! Denn ich werde
die Philister gewi in deine Hand geben. $5/20$ Da kam David
nach Baal-Perazim und David schlug sie dort. Und er sagte:
Durchbrochen hat der HERR meine Feinde vor mir, wie ein
Wasserdurchbruch. Daher gab er jenem Ort den Namen Baal-Perazim.
$5/21$ Und sie lieen dort ihre Gtzen [zurck], und David und
seine Mnner nahmen sie mit.

$5/22$ Und die Philister zogen noch einmal herauf und breiteten
sich in der Ebene Refaim aus. $5/23$ Und David befragte den
HERRN; der aber sprach: Du sollst nicht hinaufziehen! Wende dich
[und fall] ihnen in den Rcken, da du von der Seite der
Bakabume an sie herankommst! $5/24$ Und sobald du das Gerusch
eines Daherschreitens in den Wipfeln der Bakabume hrst, dann
beeile dich! Denn dann ist der HERR vor dir ausgezogen, um das
Heerlager der Philister zu schlagen. $5/25$ Da machte David es
so, wie der HERR ihm geboten hatte. Und er schlug die Philister
von Gibeon an, bis man nach Geser kommt.

Einholung der Bundeslade nach Jerusalem.

V. 1-11: 1Chr 13.

\6\

$6/1$ Und David versammelte wieder alle Auserlesenen in Israel,
30 000 [Mann]. $6/2$ Und David machte sich auf und zog hin mit
dem ganzen Volk, das bei ihm war, nach Baala [in] Juda, um von
dort die Lade Gottes heraufzuholen, ber die der Name [des
HERRN], der Name des HERRN der Heerscharen, der ber den
Cherubim thront, ausgerufen worden ist. $6/3$ Und sie stellten
die Lade Gottes auf einen neuen Wagen. So brachte man sie aus
dem Haus Abinadabs, das auf dem Hgel [war]. Usa aber und Achjo,
die Shne Abinadabs, fhrten den neuen Wagen. $6/4$ Und sie
trugen sie aus dem Haus Abinadabs weg, das auf dem Hgel [war;
Usa ging] neben der Lade Gottes, whrend Achjo vor der Lade
herging. $6/5$ Und David und das ganze Haus Israel tanzten vor
dem HERRN mit allerlei [Instrumenten aus] Wacholderhlzern, mit
Zithern und mit Harfen und mit Tamburinen und mit Rasseln und
mit Zimbeln.

$6/6$ Und als sie zur Tenne Nachons kamen, da streckte Usa
[seine Hand] nach der Lade Gottes aus und fate sie an, denn die
Rinder hatten sich losgerissen. $6/7$ Da entbrannte der Zorn des
HERRN gegen Usa, und Gott schlug ihn dort wegen der
Unehrerbietigkeit. Und er starb dort bei der Lade Gottes. $6/8$
Und es wurde David hei [vor Schrecken] darber, da der HERR
den Usa so weggerissen hatte. Und man nannte diesen Ort
Perez-Usa; [so heit er] bis auf diesen Tag. $6/9$ Und David
frchtete sich an diesem Tag vor dem HERRN und sagte: Wie soll
die Lade des HERRN zu mir kommen? $6/10$ Und David wollte die
Lade des HERRN nicht zu sich in die Stadt Davids bringen lassen.
Und David lie sie beiseite schaffen [in das] Haus Obed-Edoms,
des Gatiters. $6/11$ So blieb die Lade des HERRN drei Monate im
Haus Obed-Edoms, des Gatiters. Und der HERR segnete Obed-Edom
und sein ganzes Haus.

V. 12-23: 1Chr 15; 16.

$6/12$ Und dem Knig David wurde berichtet: Der HERR hat das
Haus Obed-Edoms und alles, was ihm [gehrt], gesegnet um der
Lade Gottes willen. Da ging David hin und holte die Lade Gottes
mit Freuden aus dem Haus Obed-Edoms in die Stadt Davids herauf.
$6/13$ Und es geschah, wenn die Trger der Lade des HERRN sechs
Schritte gegangen waren, opferte er einen Stier und ein
Mastkalb. $6/14$ Und David tanzte mit aller Kraft vor dem HERRN,
und David war mit einem leinenen Ephod gegrtet. $6/15$ So
brachten David und das ganze Haus Israel die Lade des HERRN
hinauf mit Jauchzen und mit Hrnerschall. $6/16$ Und es geschah,
als die Lade des HERRN in die Stadt Davids kam, schaute Michal,
die Tochter Sauls, aus dem Fenster. Als sie nun den Knig David
vor dem HERRN hpfen und tanzen sah, da verachtete sie ihn in
ihrem Herzen.

V. 17-19: 1Chr 16,1-3.

$6/17$ Und sie brachten die Lade des HERRN hinein und stellten
sie an ihre Stelle in die Mitte des Zeltes, das David fr sie
aufgeschlagen hatte. Und David brachte Brandopfer und Heilsopfer
vor dem HERRN dar. $6/18$ Und als David die Darbringung der
Brandopfer und der Heilsopfer beendet hatte, segnete er das Volk
im Namen des HERRN der Heerscharen. $6/19$ Und er verteilte an
das ganze Volk, an die ganze Menge Israels, vom Mann bis zur
Frau, an jeden einen Brotkuchen, einen Dattelkuchen und einen
Rosinenkuchen. Und das ganze Volk ging fort, jeder in sein Haus.

$6/20$ Und als David zurckkehrte, um seinem Haus den Segensgru
zu bringen, ging Michal, die Tochter Sauls, hinaus, David
entgegen, und sagte: Wie ehrenwert hat sich heute der Knig von
Israel gezeigt, als er sich heute vor den Augen der Mgde seiner
Knechte entblt hat, wie sich sonst nur einer der ehrlosen
Leute entblt! $6/21$ Da sagte David zu Michal: Vor dem HERRN,
der mich vor deinem Vater und vor seinem ganzen Haus erwhlt
hat, um mich zum Frsten ber das Volk des HERRN, ber Israel,
zu bestellen, ja, vor dem HERRN will ich tanzen. $6/22$ Und ich
will noch geringer werden als diesmal und will niedrig werden in
meinen Augen; aber bei den Mgden, von denen du sprichst, bei
ihnen werde ich in Ehren stehen. $6/23$ Michal aber, die Tochter
Sauls, bekam kein Kind bis zum Tag ihres Todes.

Verheiung des HERRN fr David und sein Knigtum.

V. 1-16: 1Chr 17,1-14; 22,7-10; 28,2-7.

\7\

$7/1$ Und es geschah, als der Knig in seinem Haus wohnte, und
der HERR ihm ringsumher Ruhe verschafft hatte vor all seinen
Feinden, $7/2$ da sagte der Knig zum Propheten Nathan: Siehe
doch, ich wohne in einem Haus aus Zedern, whrend die Lade
Gottes in dem Zelt wohnt. $7/3$ Und Nathan sagte zum Knig: Geh
hin, tu alles, was du im Herzen hast, denn der HERR ist mit dir!
$7/4$ Und es geschah in jener Nacht, da geschah das Wort des
HERRN zu Nathan: $7/5$ Geh hin und sage zu meinem Knecht, zu
David: So spricht der HERR: Du willst mir ein Haus bauen als
Wohnung fr mich? $7/6$ Wahrhaftig, nie habe ich in einem Haus
gewohnt von dem Tag an, als ich die Shne Israel aus gypten
heraufgefhrt habe, bis zum heutigen Tag; sondern ich bin
umhergezogen in Zelt und Wohnung. $7/7$ In der ganzen [Zeit],
die ich unter allen Shnen Israel umhergezogen bin, habe ich [da
jemals] zu einem der Stmme Israels, dem ich gebot, mein Volk
Israel zu weiden, ein Wort geredet und gesagt: Warum habt ihr
mir nicht ein Haus aus Zedern gebaut? $7/8$ Und nun, so sollst
du zu meinem Knecht, zu David, sagen: So spricht der HERR der
Heerscharen: Ich selbst habe dich von der Weide genommen, hinter
der Schafherde weg, da du Frst sein solltest ber mein Volk,
ber Israel. $7/9$ Und ich bin mit dir gewesen berall, wohin du
gegangen bist, und habe alle deine Feinde vor dir ausgerottet.
Und ich mache dir einen groen Namen gleich dem Namen der
Groen, die auf Erden sind. $7/10$ Und ich setze fr mein Volk,
fr Israel, einen Ort fest und pflanze es ein, da es an seiner
Sttte [sicher] wohnt und nicht mehr in Unruhe gert und die
Shne der Ruchlosigkeit es nicht mehr unterdrcken wie frher,
$7/11$ und [zwar] seit dem Tag, da ich Richter ber mein Volk
Israel bestellt habe. Und ich verschaffe dir Ruhe vor all deinen
Feinden. So verkndigt dir [nun] der HERR, da der HERR dir ein
Haus machen wird. $7/12$ Wenn deine Tage erfllt sind und du
dich zu deinen Vtern gelegt hast, dann werde ich deinen
Nachkommen, der aus deinem Leib kommt, nach dir aufstehen lassen
und werde sein Knigtum festigen. $7/13$ Der wird meinem Namen
ein Haus bauen. Und ich werde den Thron seines Knigtums
festigen fr ewig. $7/14$ Ich will ihm Vater sein, und er soll
mir Sohn sein. Wenn er verkehrt handelt, werde ich ihn mit einer
Menschenrute und mit Schlgen der Menschenkinder zchtigen.
$7/15$ Aber meine Gnade soll nicht von ihm weichen, wie ich sie
von Saul habe weichen lassen, den ich vor dir weggetan habe.
$7/16$ Dein Haus aber und dein Knigtum sollen vor dir Bestand
haben fr ewig, dein Thron soll feststehen fr ewig.

V. 17-29: 1Chr 17,15-27.

$7/17$ Nach all diesen Worten und nach diesem ganzen Gesicht, so
redete Nathan zu David. $7/18$ Da ging der Knig David hinein
und setzte sich vor dem HERRN nieder und sagte: Wer bin ich,
Herr, HERR, und was ist mein Haus, da du mich bis hierher
gebracht hast? $7/19$ Und das war noch zu gering in deinen
Augen, Herr, HERR! Und du hast sogar ber das Haus deines
Knechtes auf ferne [Zukunft] hin geredet, und dies als Weisung
fr Menschen, Herr, HERR. $7/20$ Doch was soll David noch weiter
zu dir reden? Du kennst ja deinen Knecht, Herr, HERR! $7/21$ Um
deines Wortes willen und nach deinem Herzen hast du all dies
Groe getan, um es deinen Knecht erkennen zu lassen. $7/22$
Darum bist du gro, Herr, HERR! Ja, niemand ist dir gleich, und
es gibt keinen Gott auer dir, nach allem, was wir mit unseren
Ohren gehrt haben. $7/23$ Und wer ist wie dein Volk, wie
Israel, die einzige Nation auf Erden, [fr] die Gott hingegangen
ist, [sie] sich zum Volk zu erlsen und um sich einen Namen zu
machen und an ihnen Groes zu erweisen und furchtgebietende
Taten an deinem Land, [indem du] vor deinem Volk, das du dir aus
gypten erlst hast, Nationen und ihre Gtter [vertriebst].
$7/24$ Und du hast dir dein Volk Israel fest gegrndet, [da es]
ewig dir zum Volk sei; und du, HERR, bist ihr Gott geworden.
$7/25$ Und nun, HERR [und] Gott, das Wort, das du ber deinen
Knecht und ber sein Haus geredet hast, halte ewig aufrecht, und
tu, wie du geredet hast! $7/26$ Dann wird dein Name ewig gro
sein, indem man sagt: Der HERR der Heerscharen ist Gott ber
Israel! Und das Haus deines Knechtes David wird vor dir
feststehen. $7/27$ Denn du, HERR der Heerscharen, Gott Israels,
hast das Ohr deines Knechtes geffnet und gesagt: Ich werde dir
ein Haus bauen! - darum hat dein Knecht sich ein Herz gefat,
dieses Gebet zu dir zu beten. $7/28$ Und nun, Herr, HERR, du
bist es, der da Gott ist, und deine Worte sind Wahrheit, und du
hast dieses Gute zu deinem Knecht geredet. $7/29$ So la es dir
nun gefallen und segne das Haus deines Knechtes, da es ewig vor
dir sei! Denn du, Herr, HERR, hast geredet, und mit deinem Segen
wird das Haus deines Knechtes gesegnet sein fr ewig!

Davids Kriege - Seine Beamten.

V. 1-14: 1Chr 18,1-13.

\8\

$8/1$ Und es geschah danach, da schlug David die Philister und
demtigte sie. Und David nahm die Zgel der Herrschaft aus der
Hand der Philister.

$8/2$ Er schlug auch die Moabiter und ma sie mit der Meschnur
ab, wobei er sie sich auf die Erde legen lie. Und er ma zwei
Schnurlngen ab, um zu tten, und eine volle Schnurlnge, um am
Leben zu lassen. Und die Moabiter wurden David zu Knechten, die
Tribut entrichten muten.

$8/3$ David schlug auch Hadad-Eser, den Sohn Rehobs, den Knig
von Zoba, als er hinzog, um seine Macht am Strom [Euphrat]
wiederherzustellen. $8/4$ Und David nahm von ihm 1 700 Berittene
und 20 000 Mann Fuvolk gefangen. Und David lhmte alle
Wagen[pferde], aber 100 Wagen[pferde] von ihm lie er brig.

$8/5$ Da kamen die Aramer von Damaskus, um Hadad-Eser, dem
Knig von Zoba, zu helfen. David aber schlug unter den Aramern
22 000 Mann. $8/6$ Und David setzte in Aram-Damaskus Vgte ein,
und die Aramer wurden David zu Knechten, die Tribut entrichten
muten. So half der HERR dem David berall, wohin er zog. $8/7$
Und David nahm die goldenen Schilde, die den Knechten
Hadad-Esers gehrten, und brachte sie nach Jerusalem. $8/8$ Und
aus Betach und aus Berotai, den Stdten Hadad-Esers, nahm der
Knig David sehr viel Bronze.

$8/9$ Und als Toi, der Knig von Hamat, hrte, da David die
ganze Heeresmacht Hadad-Esers geschlagen hatte, $8/10$ sandte
Toi seinen Sohn Joram zum Knig David, um ihn nach [seinem]
Wohlergehen zu fragen und ihm Glck zu wnschen, weil er gegen
Hadad-Eser gekmpft und ihn geschlagen hatte - denn Hadad-Eser
war Tois Kriegsgegner gewesen -, und in seiner Hand waren
silberne Gerte und goldene Gerte und bronzene Gerte. $8/11$
Auch diese heiligte der Knig David dem HERRN, samt dem Silber
und Gold, das er von all den Nationen heiligte, die er
unterworfen hatte: $8/12$ von Aram, von Moab und von den Shnen
Ammon, von den Philistern und von Amalek und von dem Plndergut
Hadad-Esers, des Sohnes Rehobs, des Knigs von Zoba.

$8/13$ Und David machte [sich] einen Namen: Als er von seiner
Schlacht gegen Edom im Salztal zurckkam, da waren 18 000 [Mann
gefallen]. $8/14$ Und er setzte in Edom Vgte ein, in ganz Edom
setzte er Vgte ein. Und alle Edomiter wurden David zu Knechten.
So half der HERR dem David berall, wohin er zog.

V. 15-18: Kap. 20,23-26; 1Chr 18,14-17; vgl. 1K 4,1-6.

$8/15$ Und David war Knig ber ganz Israel. Und David bte
Recht und Gerechtigkeit an seinem ganzen Volk. $8/16$ Und Joab,
der Sohn der Zeruja, war ber das Heer [gesetzt]. Und Joschafat,
der Sohn Ahiluds, war Berater. $8/17$ Und Zadok, der Sohn
Ahitubs, und Ahimelech, der Sohn Abjatars, waren Priester. Und
Seraja war Schreiber. $8/18$ Und Benaja, der Sohn Jojadas, war
ber die Kreter und Pleter [gesetzt]. Und die Shne Davids sind
Priester gewesen.

Davids Gromut gegen Mefi-Boschet, den Sohn Jonatans.

\9\

$9/1$ Und David sagte: Gibt es vielleicht noch jemand, der vom
Haus Sauls briggeblieben ist, damit ich Gnade an ihm erweise um
Jonatans willen? $9/2$ Es war aber ein Knecht vom Haus Sauls,
sein Name war Ziba, den rief man zu David. Und der Knig sagte
zu ihm: Bist du Ziba? Er sagte: [Ja], dein Knecht. $9/3$ Und der
Knig sagte: Ist niemand mehr da vom Haus Sauls, damit ich
Gottes Gnade an ihm erweise? Da sagte Ziba zum Knig: Es ist
noch ein Sohn Jonatans da, der an beiden Fen gelhmt ist.
$9/4$ Und der Knig sagte zu ihm: Wo ist er? Ziba sagte zum
Knig: Siehe, er ist im Haus Machirs, des Sohnes Ammiels, in
Lo-Dabar.

$9/5$ Da sandte der Knig David hin und lie ihn aus dem Haus
Machirs, des Sohnes Ammiels, aus Lo-Dabar holen. $9/6$ Da kam
Mefi-Boschet, der Sohn Jonatans, des Sohnes Sauls, zu David und
fiel auf sein Angesicht und warf sich nieder. Und David sagte:
Mefi-Boschet! Er sagte: Siehe, dein Knecht. $9/7$ Und David
sagte zu ihm: Frchte dich nicht! Denn ich will nur Gnade an dir
erweisen um deines Vaters Jonatan willen, und ich will dir alle
Felder deines Vaters Saul zurckgeben; du aber sollst stndig an
meinem Tisch das Brot essen. $9/8$ Da warf er sich nieder und
sagte: Was ist dein Knecht, da du dich einem toten Hund
zugewandt hast, wie ich einer bin?

$9/9$ Und der Knig rief Ziba, den Diener Sauls, und sagte zu
ihm: Alles, was Saul und seinem ganzen Haus gehrt hat, habe ich
dem Sohn deines Herrn gegeben. $9/10$ Und du sollst fr ihn das
Land bearbeiten, du und deine Shne und deine Knechte, und [die
Ernte] einbringen, damit der Sohn deines Herrn Brot zu essen
hat. Mefi-Boschet [selbst] aber, der Sohn deines Herrn, soll
stndig das Brot an meinem Tisch essen. Und Ziba hatte fnfzehn
Shne und zwanzig Knechte. $9/11$ Da sagte Ziba zum Knig: Nach
allem, was mein Herr, der Knig, seinem Knecht befiehlt, so wird
dein Knecht tun. Und Mefi-Boschet, [sagte der Knig], wird an
meinem Tisch essen wie einer von den Knigsshnen. $9/12$ Und
Mefi-Boschet hatte einen kleinen Sohn, dessen Name war Micha.
Und alle, die im Haus Zibas wohnten, waren Mefi-Boschets
Knechte. $9/13$ So wohnte Mefi-Boschet in Jerusalem, denn er a
bestndig am Tisch des Knigs. Er war aber gelhmt an beiden
Fen.

Kriege gegen die Ammoniter und Aramer.

1Chr 19.

\10\

$10/1$ Und es geschah danach, da starb der Knig der Shne
Ammon, und sein Sohn Hanun wurde an seiner Stelle Knig. $10/2$
Und David sagte: Ich will Gnade erweisen an Hanun, dem Sohn des
Nahasch, so wie sein Vater Gnade an mir erwiesen hat. So sandte
David hin, um ihn durch seine Knechte wegen seines Vaters zu
trsten. Und die Knechte Davids kamen in das Land der Shne
Ammon. $10/3$ Da sagten die Obersten der Shne Ammon zu Hanun,
ihrem Herrn: Will David in deinen Augen [wirklich] deinen Vater
ehren, wenn er Trster zu dir gesandt hat? Hat nicht David seine
Knechte zu dir gesandt, um die Stadt zu erforschen und sie
auszukundschaften und sie umzukehren? $10/4$ Da nahm Hanun die
Knechte Davids und lie ihnen die Hlfte des Bartes abscheren
und ihre Kleider zur Hlfte abschneiden bis an ihr Ges; und er
schickte sie weg. $10/5$ Als man [das] David berichtete, sandte
er ihnen [Boten] entgegen, denn die Mnner waren sehr
geschndet. Und der Knig lie [ihnen] sagen: Bleibt in Jericho,
bis euer Bart gewachsen ist, dann kommt zurck!

$10/6$ Als nun die Shne Ammon sahen, da sie sich bei David
stinkend gemacht hatten, da sandten die Shne Ammon hin und
warben die Aramer von Bet-Rehob und die Aramer von Zoba, 20
000 Mann zu Fu, und den Knig von Maacha, 1 000 Mann, und die
Mnner von Tob, 12 000 Mann. $10/7$ Als David [davon] hrte,
sandte er Joab aus und das ganze Heer, die Helden. $10/8$ Und
die Shne Ammon zogen aus und ordneten sich am Eingang des Tores
zur Schlacht. Aber die Aramer von Zoba und Rehob und die Mnner
von Tob und Maacha standen gesondert auf dem [freien] Feld.
$10/9$ Und als Joab sah, da die Kampffront von vorn und von
hinten gegen ihn gerichtet war, da whlte er von allen
Auserlesenen Israels [einen Teil] aus und ordnete sich [mit
ihnen zur Schlacht] gegen Aram. $10/10$ Den Rest des
[Kriegs]volkes aber bergab er der Hand seines Bruders Abischai;
und der ordnete [sie zur Schlacht] gegen die Shne Ammon.
$10/11$ Und er sagte: Wenn Aram strker ist als ich, dann sollst
du mir Hilfe leisten; und wenn die Shne Ammon strker sind als
du, dann will ich kommen, um dir zu helfen. $10/12$ Sei stark
und la uns stark sein fr unser Volk und fr die Stdte unseres
Gottes! Der HERR aber mge tun, was gut ist in seinen Augen.
$10/13$ Da rckten Joab und das Volk, das bei ihm war, zum Kampf
gegen die Aramer vor; und sie flohen vor ihm. $10/14$ Als aber
die Shne Ammon sahen, da Aram floh, da flohen auch sie vor
Abischai und zogen [sich] in die Stadt [zurck]. Da wandte sich
Joab von den Shnen Ammon ab und kam nach Jerusalem.

$10/15$ Als nun Aram sah, da es vor Israel geschlagen war,
sammelten sie sich alle [wieder]. $10/16$ Und Hadad-Eser sandte
hin und lie die Aramer, die jenseits des Stromes Euphrat
waren, [zum Kampf] ausziehen. Und sie kamen nach Helam, und
Schobach, der Heeroberste Hadad-Esers, [ging] vor ihnen her.
$10/17$ Das wurde David berichtet. Da versammelte er ganz Israel
und ging ber den Jordan und kam nach Helam. Und die Aramer
ordneten sich [zur Schlacht] gegen David und kmpften mit ihm.
$10/18$ Aram aber floh vor Israel, und David erschlug von Aram
700 Wagen[kmpfer] und 40 000 Reiter. Auch seinen Heerobersten
Schobach erschlug er; und der starb dort. $10/19$ Als nun all
die Knige, die Hadad-Esers Knechte waren, sahen, da sie vor
Israel geschlagen waren, schlossen sie Frieden mit Israel und
dienten ihnen. Und die Aramer frchteten sich, den Shnen Ammon
noch [einmal] zu helfen.

Davids Ehebruch und Blutschuld.

\11\

$11/1$ Und es geschah bei der Wiederkehr des Jahres, zur Zeit,
wenn die Knige [ins Feld] ausziehen, da sandte David Joab und
seine Knechte mit ihm und ganz Israel aus. Und sie verheerten
[das Land der] Shne Ammon und belagerten Rabba. David aber
blieb in Jerusalem. $11/2$ Und es geschah zur Abendzeit, da
David von seinem Lager aufstand und sich auf dem Dach des
Knigshauses erging. Da sah er vom Dach aus eine Frau baden. Die
Frau aber war von sehr schnem Aussehen. $11/3$ Und David sandte
hin und erkundigte sich nach der Frau. Und man sagte: Ist das
nicht Batseba, die Tochter Eliams, die Frau Urias, des Hetiters?
$11/4$ Da sandte David Boten hin und lie sie holen. Und sie kam
zu ihm, und er lag bei ihr. Sie hatte sich aber [gerade]
gereinigt von ihrer Unreinheit. Und sie kehrte in ihr Haus
zurck. $11/5$ Und die Frau wurde schwanger. Und sie sandte hin
und berichtete es David und sagte: Ich bin schwanger.

$11/6$ Da sandte David zu Joab: Schick mir Uria, den Hetiter!
Und Joab schickte Uria zu David. $11/7$ Und Uria kam zu ihm, und
David fragte nach dem Wohlergehen Joabs und nach dem Wohlergehen
des Volkes und nach der Kriegslage. $11/8$ Und David sagte zu
Uria: Geh in dein Haus hinab und wasche deine Fe! Und als Uria
aus dem Haus des Knigs ging, kam ein Geschenk des Knigs hinter
ihm her. $11/9$ Uria aber legte sich am Eingang des Knigshauses
nieder bei allen Knechten seines Herrn und ging nicht in sein
Haus hinab. $11/10$ Und man berichtete es David: Uria ist nicht
in sein Haus hinabgegangen. Da sagte David zu Uria: Bist du
nicht von der Reise gekommen? Warum bist du nicht in dein Haus
hinabgegangen? $11/11$ Uria aber sagte zu David: Die Lade und
Israel und Juda wohnen in Zelten, und mein Herr [selbst], Joab,
und die Knechte meines Herrn lagern auf freiem Feld, und da
sollte ich in mein Haus hineingehen, um zu essen und zu trinken
und bei meiner Frau zu liegen? So wahr du lebst und deine Seele
lebt, wenn ich das tue! $11/12$ Da sagte David zu Uria: Bleib
auch heute [noch] hier! Morgen werde ich dich dann entlassen. So
blieb Uria an diesem Tag und am folgenden in Jerusalem. $11/13$
Und David lud ihn ein, und er a und trank vor ihm, und er
machte ihn betrunken. Und am Abend ging er hinaus, um sich auf
sein Lager bei den Knechten seines Herrn hinzulegen; aber in
sein Haus ging er nicht hinab.

$11/14$ Und es geschah am [nchsten] Morgen, da schrieb David
einen Brief an Joab und sandte ihn durch Uria. $11/15$ Und er
schrieb in dem Brief folgendes: Stellt Uria dahin, wo die
Kampffront am hrtesten ist, und zieht euch hinter ihm zurck,
da er getroffen wird und stirbt! $11/16$ Und es geschah, als
Joab die Stadt [stndig] beobachtete, setzte er Uria an der
Stelle ein, von der er erkannt hatte, da dort kriegstchtige
Mnner waren. $11/17$ Als nun die Mnner der Stadt auszogen und
gegen Joab kmpften, fielen [einige] vom Volk, von den Knechten
Davids; dabei starb auch Uria, der Hetiter. $11/18$ Da sandte
Joab hin und berichtete David alle Ereignisse des Kampfes.
$11/19$ Und er befahl dem Boten und sagte: Wenn du damit fertig
bist, alle Ereignisse des Kampfes dem Knig zu melden, $11/20$
und wenn dann der Zorn des Knigs aufsteigt und er zu dir sagt:
Warum seid ihr so nah an die Stadt herangerckt, um zu kmpfen?
Habt ihr nicht erkannt, da sie von der Mauer herab schieen
wrden? $11/21$ Wer hat [denn] Abimelech, den Sohn
Jerubbeschets, erschlagen? Warf nicht eine Frau den oberen
Mhlstein von der Mauer auf ihn herab, da er in Tebez starb?
Wozu seid ihr so nah an die Mauer herangerckt? - dann sollst du
sagen: Auch dein Knecht Uria, der Hetiter, ist tot. $11/22$ Und
der Bote ging hin. Und er kam und berichtete David alles, was
Joab ihm aufgetragen hatte. $11/23$ Und der Bote sagte zu David:
Da die Mnner uns berlegen waren, zogen sie gegen uns aufs
[freie] Feld heraus; wir aber blieben an ihnen bis zum Eingang
des Tores. $11/24$ Da schossen die Schtzen von der Mauer herab
auf deine Knechte, und es starben [einige] von den Knechten des
Knigs; und auch dein Knecht Uria, der Hetiter, ist tot. $11/25$
Da sagte David zu dem Boten: So sollst du zu Joab sagen: La
diese Sache nicht so schlimm sein in deinen Augen! Denn das
Schwert frit bald so, bald so. Fhre deinen Kampf gegen die
Stadt entschlossen fort und reie sie nieder! So ermutige ihn!

$11/26$ Und als Urias Frau hrte, da Uria, ihr Mann, tot war,
hielt sie die Totenklage um ihren Gatten. $11/27$ Als aber die
Trauer[zeit] vorber war, sandte David hin und nahm sie in sein
Haus auf. Und sie wurde seine Frau und gebar ihm einen Sohn. In
den Augen des HERRN aber war die Sache bse, die David getan
hatte.

Nathans Strafrede und Davids Bue.

\12\

$12/1$ Und der HERR sandte Nathan zu David. Und er kam zu ihm
und sagte zu ihm: Zwei Mnner waren in einer Stadt, der eine
reich und der andere arm. $12/2$ Der Reiche hatte Schafe und
Rinder in groer Menge. $12/3$ Der Arme hatte aber nichts als
nur ein einziges kleines Lamm, das er gekauft hatte. Und er
ernhrte es, und es wurde gro bei ihm, zugleich mit seinen
Kindern. Von seinem Bissen a es, aus seinem Becher trank es,
und in seinem Scho schlief es. Es war ihm wie eine Tochter.
$12/4$ Da kam ein Besucher zu dem reichen Mann; dem aber tat es
leid, [ein Tier] von seinen Schafen und von seinen Rindern zu
nehmen, um es fr den Wanderer zuzurichten, der zu ihm gekommen
war. Da nahm er das Lamm des armen Mannes und richtete es fr
den Mann zu, der zu ihm gekommen war. $12/5$ Da entbrannte der
Zorn Davids sehr gegen den Mann, und er sagte zu Nathan: So wahr
der HERR lebt, der Mann, der das getan hat, ist ein Kind des
Todes. $12/6$ Das Lamm aber soll er vierfach erstatten, dafr
da er diese Sache getan hat, und weil es ihm [um den Armen]
nicht leid getan hat.

$12/7$ Da sagte Nathan zu David: Du bist der Mann! So spricht
der HERR, der Gott Israels: Ich habe dich zum Knig ber Israel
gesalbt, und ich habe dich aus der Hand Sauls errettet, $12/8$
und ich habe dir das Haus deines Herrn gegeben und die Frauen
deines Herrn in deinen Scho und habe dir das Haus Israel und
Juda gegeben. Und wenn es zu wenig war, so htte ich dir noch
dies und das hinzugefgt. $12/9$ Warum hast du das Wort des
HERRN verachtet, indem du tatest, was bse ist in seinen Augen?
Uria, den Hetiter, hast du mit dem Schwert erschlagen, und seine
Frau hast du dir zur Frau genommen. Ihn selbst hast du ja
umgebracht durch das Schwert der Shne Ammon. $12/10$ Nun denn,
so soll das Schwert von deinem Haus auf ewig nicht weichen,
dafr da du mich verachtet und die Frau Urias, des Hetiters,
genommen hast, damit sie deine Frau sei. $12/11$ So spricht der
HERR: Siehe, ich lasse aus deinem eigenen Haus Unglck ber dich
erstehen und nehme deine Frauen vor deinen Augen weg und gebe
sie deinem Nchsten, da er bei deinen Frauen liegt vor den
Augen dieser Sonne! $12/12$ Denn du, du hast es im Verborgenen
getan; ich aber, ich werde dies tun vor ganz Israel und vor der
Sonne!

$12/13$ Da sagte David zu Nathan: Ich habe gegen den HERRN
gesndigt. Und Nathan sagte zu David: So hat auch der HERR deine
Snde hinweggetan, du wirst nicht sterben. $12/14$ Nur weil du
den Feinden des HERRN durch diese Sache Anla zur Lsterung
gegeben hast, mu auch der Sohn, der dir geboren ist, sterben.
$12/15$ Und Nathan ging in sein Haus [zurck].

Davids Bestrafung - Geburt Salomos.

Und der HERR schlug das Kind, das Urias Frau dem David geboren
hatte, und es wurde schwer krank. $12/16$ Und David suchte Gott
um des Jungen willen. Und David fastete lange. Und wenn er
hineinkam, lag er die Nacht ber auf der Erde. $12/17$ Und die
ltesten seines Hauses machten sich zu ihm auf, um ihn von der
Erde aufzurichten. Aber er wollte nicht und a kein Brot mit
ihnen. $12/18$ Und es geschah am siebten Tag, da starb das Kind.
Und die Knechte Davids frchteten sich, ihm zu berichten, da
das Kind tot sei, denn sie sagten [sich]: Siehe, als das Kind
[noch] am Leben war, haben wir zu ihm geredet, und er hat nicht
auf unsere Stimme gehrt: Wie knnten wir [jetzt] zu ihm sagen:
Das Kind ist tot? Er wrde Unheil anrichten. $12/19$ Und David
sah, da seine Knechte miteinander flsterten. Da merkte David,
da das Kind tot war. Und David sagte zu seinen Knechten: Ist
das Kind tot? Sie sagten: [Es ist] tot. $12/20$ Da stand David
von der Erde auf und wusch sich und salbte sich und wechselte
seine Kleider und ging ins Haus des HERRN und warf sich [vor
ihm] nieder. Dann kam er in sein Haus [zurck] und verlangte [zu
essen], und man setzte ihm Brot vor, und er a. $12/21$ Da
sagten seine Knechte zu ihm: Was ist das fr eine Sache, die du
tust? Als das Kind lebte, hast du um seinetwillen gefastet und
geweint, sobald aber das Kind gestorben war, bist du
aufgestanden und hast gegessen! $12/22$ Da sagte er: Als das
Kind noch lebte, habe ich gefastet und geweint, weil ich [mir]
sagte: Wer wei, [vielleicht] wird der HERR mir gndig sein, und
das Kind bleibt am Leben. $12/23$ Jetzt aber, da es tot ist,
wozu sollte ich denn fasten? Kann ich es [etwa] noch
zurckbringen? Ich gehe [einmal] zu ihm, aber es wird nicht zu
mir zurckkehren.

$12/24$ Und David trstete seine Frau Batseba. Und er ging zu
ihr ein und lag bei ihr. Und sie gebar einen Sohn, und er gab
ihm den Namen Salomo. Und der HERR liebte ihn. $12/25$ Und er
sandte durch den Propheten Nathan hin; und der gab ihm den Namen
Jedidja um des HERRN willen.

Davids Sieg ber die Ammoniter.

1Chr 20,1-3.

$12/26$ Und Joab kmpfte gegen [die Stadt] Rabba der Shne Ammon
und nahm die Knigsstadt ein. $12/27$ Und Joab sandte Boten zu
David und lie [ihm] sagen: Ich habe gegen Rabba gekmpft und
auch die Wasserstadt eingenommen. $12/28$ Und nun sammle den
Rest des [Kriegs]volkes und belagere die Stadt und nimm sie ein,
damit nicht ich es bin, der die Stadt einnimmt, und [nicht] mein
Name ber ihr ausgerufen wird! $12/29$ Da sammelte David alles
[Kriegs]volk und zog nach Rabba, und er kmpfte gegen es und
nahm es ein. $12/30$ Und er nahm ihrem Knig die Krone von
seinem Haupt. Ihr Gewicht war ein Talent Gold, und ein kostbarer
Stein [war an ihr]. Und sie kam auf das Haupt Davids. Und das
Plndergut der Stadt brachte er in groer Menge hinaus. $12/31$
Das Volk aber, das darin war, fhrte er heraus und stellte es an
die Steinsge, an die eisernen Pickel und an die eisernen Beile
und lie sie als Sklaven an den Ziegelformen arbeiten. Und so
machte er es mit allen Stdten der Shne Ammon. Und David und
das ganze Volk kehrten nach Jerusalem zurck.

Amnons Schandtat.

\13\

$13/1$ Und es geschah danach: Absalom, der Sohn Davids, hatte
eine schne Schwester, ihr Name war Tamar. Und Amnon, der Sohn
Davids, liebte sie. $13/2$ Und es war dem Amnon wehe um seiner
Schwester Tamar willen, bis da er sich krank fhlte. Denn sie
war eine Jungfrau, und es war in den Augen Amnons unmglich, ihr
irgend etwas anzutun. $13/3$ Und Amnon hatte einen Freund, sein
Name war Jonadab, der Sohn des Schimea, des Bruders Davids.
Jonadab aber war ein sehr kluger Mann. $13/4$ Der sagte zu ihm:
Warum bist du Morgen fr Morgen so elend, Knigssohn? Willst du
es mir nicht mitteilen? Amnon sagte zu ihm: Ich liebe Tamar, die
Schwester meines Bruders Absalom. $13/5$ Da sagte Jonadab zu
ihm: Leg dich auf dein Lager und stell dich krank! Und kommt
dein Vater, um nach dir zu sehen, dann sag zu ihm: Es soll doch
meine Schwester Tamar kommen und mir Krankenkost bringen! Sie
sollte vor meinen Augen die Krankenkost zubereiten, damit ich es
sehen kann. Dann wrde ich aus ihrer Hand essen. $13/6$ Und
Amnon legte sich hin und stellte sich krank. Und als der Knig
kam, um nach ihm zu sehen, sagte Amnon zum Knig: Es soll doch
meine Schwester Tamar kommen und vor meinen Augen zwei Kuchen
zubereiten, damit ich aus ihrer Hand Krankenkost esse! $13/7$ Da
sandte David zu Tamar ins Haus und lie [ihr] sagen: Geh doch
ins Haus deines Bruders Amnon und bereite ihm Krankenkost!
$13/8$ Und Tamar ging ins Haus ihres Bruders Amnon, whrend er
[im Bett] lag, und sie nahm den Teig und knetete ihn und
bereitete Kuchen vor seinen Augen zu und backte die Kuchen.
$13/9$ Und sie nahm die Pfanne und schttete [sie] vor ihm aus.
Er aber weigerte sich zu essen. Und Amnon sagte: Lat jedermann
von mir hinausgehen! Und jedermann ging von ihm hinaus. $13/10$
Da sagte Amnon zu Tamar: Bring die Krankenkost in die innere
Kammer, damit ich aus deiner Hand esse! Und Tamar nahm die
Kuchen, die sie zubereitet hatte, und brachte sie ihrem Bruder
Amnon in die innere Kammer. $13/11$ Als sie ihm aber [etwas] zu
essen hinreichte, packte er sie und sagte zu ihr: Komm, liege
bei mir, meine Schwester! $13/12$ Sie aber sagte zu ihm: Nicht
doch, mein Bruder! Tu mir keine Gewalt an, denn so handelt man
nicht in Israel! Tu [doch] diese Schandtat nicht! $13/13$ Und
ich, wohin sollte ich meine Schmach tragen? Du aber, du wrdest
sein wie einer der Schndlichen in Israel. Und nun rede doch zum
Knig, denn er wird mich dir nicht vorenthalten! $13/14$ Er aber
wollte nicht auf ihre Stimme hren. Und er berwltigte sie und
tat ihr Gewalt an und lag bei ihr.

$13/15$ [Dann] aber hate Amnon sie mit sehr groem Ha. Ja, der
Ha, mit dem er sie hate, war grer als die Liebe, mit der er
sie geliebt hatte. Und Amnon sagte zu ihr: Steh auf, geh weg!
$13/16$ Sie aber sagte zu ihm: Nicht doch, mein Bruder! Denn
dieses Unrecht ist [noch] grer als das andere, das du mir
angetan hast, wenn du mich [jetzt] wegjagst. Aber er wollte
nicht auf sie hren. $13/17$ Und er rief seinen Burschen, seinen
Diener, und sagte: Jagt die da weg, fort von mir, nach drauen,
und verriegele die Tr hinter ihr! $13/18$ Sie trug aber einen
bunten Leibrock. Denn mit solchen Gewndern kleideten sich die
Tchter des Knigs, die [noch] Jungfrauen [waren]. Und sein
Diener brachte sie hinaus und verriegelte die Tr hinter ihr.
$13/19$ Da nahm Tamar Asche, [streute sie] auf ihren Kopf und
zerri den bunten Leibrock, den sie anhatte, und sie legte ihre
Hand auf ihren Kopf und lief schreiend davon.

Absaloms Rache und Flucht.

$13/20$ Und ihr Bruder Absalom sagte zu ihr: War dein Bruder
Amnon mit dir [zusammen]? Nun denn, meine Schwester, schweig
still! Er ist dein Bruder. Nimm dir diese Sache nicht so zu
Herzen! Da blieb Tamar, und zwar einsam, im Haus ihres Bruders
Absalom. $13/21$ Als der Knig David alle diese Dinge hrte,
wurde er sehr zornig. $13/22$ Absalom aber redete mit Amnon
weder Bses noch Gutes. Denn Absalom hate Amnon deshalb, weil
er seiner Schwester Tamar Gewalt angetan hatte.

$13/23$ Und es geschah nach einer Zeit von zwei Jahren, da hatte
Absalom Schafscherer in Baal-Hazor, das bei Ephraim [liegt], und
Absalom lud alle Shne des Knigs ein. $13/24$ Und Absalom kam
zum Knig und sagte: Sieh doch, dein Knecht hat die
Schafscherer! Der Knig und seine Knechte mgen doch mit deinem
Knecht gehen! $13/25$ Aber der Knig sagte zu Absalom: Nein,
mein Sohn! Wir knnen doch nicht alle zusammen hingehen. Wir
wollen dir nicht zur Last fallen. Und er drngte ihn; aber er
wollte nicht gehen, sondern segnete ihn [zum Abschied]. $13/26$
Da sagte Absalom: Wenn nicht, dann mag doch [wenigstens] mein
Bruder Amnon mit uns gehen! Der Knig sagte zu ihm: Wozu soll er
mit dir gehen? $13/27$ Absalom aber drngte ihn. Da schickte er
Amnon und alle [anderen] Shne des Knigs mit ihm.

$13/28$ Und Absalom befahl seinen Dienern: Seht doch zu, wenn
Amnons Herz vom Wein frhlich wird und ich zu euch sage:
Erschlagt Amnon! - dann ttet ihn! Frchtet euch nicht! Ist es
nicht so, da ich es euch befohlen habe? Seid stark und zeigt
euch als tapfere Mnner! $13/29$ Und die Diener Absaloms machten
[es] mit Amnon so, wie Absalom es befohlen hatte. Da sprangen
alle Shne des Knigs auf, und sie stiegen jeder auf sein
Maultier und flohen.

$13/30$ Und es geschah, whrend sie [noch] auf dem Weg waren,
kam das Gercht zu David: Absalom hat alle Shne des Knigs
erschlagen, und nicht einer von ihnen ist briggeblieben.
$13/31$ Da stand der Knig auf und zerri seine Kleider und
legte sich auf die Erde, und alle seine Knechte standen mit
zerrissenen Kleidern


[um ihn herum]. $13/32$ Da ergriff Jonadab, der Sohn Schimeas,
des Bruders Davids, das Wort und sagte: Mein Herr glaube nicht,
da man all die jungen Mnner, die Shne des Knigs, gettet
hat, sondern Amnon allein ist tot. Denn auf Absaloms Mund lag
[das] als [finsterer] Entschlu von dem Tag an, da er seiner
Schwester Tamar Gewalt angetan hatte. $13/33$ Und nun nehme mein
Herr, der Knig, die Sache nicht so zu Herzen, da er glaube,
alle Shne des Knigs seien tot, sondern Amnon allein ist tot!

$13/34$ Und Absalom floh. Als nun der Diener, der [Turm]wchter,
seine Augen erhob und sah, siehe, da kam viel Volk vom Weg
hinter ihm, von der Seite des Berges. $13/35$ Da sagte Jonadab
zum Knig: Siehe, die Shne des Knigs kommen! Wie dein Knecht
gesagt hat, so ist es geschehen. $13/36$ Und es geschah, als er
zu Ende geredet hatte, siehe, da kamen die Shne des Knigs und
erhoben ihre Stimme und weinten. Und auch der Knig und all
seine Knechte brachen in ein sehr groes Weinen aus. $13/37$
Absalom aber war geflohen und ging zu Talmai, dem Sohn Ammihuds,
dem Knig von Geschur. Und David trauerte um seinen Sohn alle
Tage.

$13/38$ Absalom aber war geflohen und nach Geschur gegangen.
Dort blieb er drei Jahre. $13/39$ [Seine Flucht] hielt den Knig
David davon ab, gegen Absalom auszuziehen; vielmehr trstete er
sich ber Amnon, da er tot war.
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