Das zweite Buch der Knige.

Ahasja von Israel - Sein Gtzendienst, Elias Gerichtsandrohung,
Ahasjas Tod.

\1\

$1/1$ Und Moab brach mit Israel, nachdem Ahab tot war. - $1/2$
Und Ahasja fiel in seinem Obergemach in Samaria durch das Gitter
und wurde krank. Und er sandte Boten und sagte zu ihnen: Geht
hin, befragt Baal-Sebub, den Gott von Ekron, ob ich von dieser
Krankheit genesen werde! $1/3$ Da redete der Engel des HERRN zu
Elia, dem Tischbiter: Mache dich auf, geh hinauf den Boten des
Knigs von Samaria entgegen und sage zu ihnen: Gibt es denn
keinen Gott in Israel, da ihr hingeht, um Baal-Sebub, den Gott
von Ekron, zu befragen? $1/4$ Darum, so spricht der HERR: Von
dem Bett, das du bestiegen hast, wirst du nicht herunterkommen,
sondern du mut sterben! Und Elia ging hin.

$1/5$ Als nun die Boten zum Knig zurckkamen, sagte er zu
ihnen: Warum seid ihr denn [schon] zurckgekehrt? $1/6$ Sie
sagten zu ihm: Ein Mann kam herauf, uns entgegen, und sagte zu
uns: Geht, kehrt zum Knig zurck, der euch gesandt hat, und
redet zu ihm: So spricht der HERR: Gibt es denn keinen Gott in
Israel, da du hinsendest, um Baal-Sebub, den Gott von Ekron, zu
befragen? Darum wirst du von dem Bett, das du bestiegen hast,
nicht herunterkommen, sondern du mut sterben. $1/7$ Da sagte er
zu ihnen: Wie war das Aussehen des Mannes, der euch entgegenkam
und diese Worte zu euch redete? $1/8$ Sie sagten zu ihm: Es war
ein Mann, mit einem haarigen Mantel bekleidet und an seinen
Hften gegrtet mit einem ledernen Schurz. Da sagte er: Das ist
Elia, der Tischbiter!

$1/9$ Und er sandte zu ihm einen Obersten ber fnfzig [Mann]
und seine fnfzig [Leute]. Der ging zu ihm hinauf, und siehe, er
sa auf dem Gipfel des Berges. Und er sagte zu ihm: Mann Gottes,
der Knig sagt: Komm herab! $1/10$ Elia aber antwortete und
redete zu dem Obersten ber fnfzig [Mann]: Wenn ich ein Mann
Gottes bin, so fahre Feuer vom Himmel herab und fresse dich und
deine fnfzig [Mann]! Da fuhr Feuer vom Himmel herab und fra
ihn und seine fnfzig [Mann]. $1/11$ Und er sandte nochmals zu
ihm, einen anderen Obersten ber fnfzig [Mann] mit seinen
fnfzig [Leuten]. Der stieg hinauf und sagte zu ihm: Mann
Gottes, so spricht der Knig: Schnell, komm herunter! $1/12$
Aber Elia antwortete und redete zu ihnen: Wenn ich ein Mann
Gottes bin, so fahre Feuer vom Himmel herab und fresse dich und
deine fnfzig [Mann]! Da fuhr Feuer Gottes vom Himmel herab und
fra ihn und seine fnfzig [Mann]. $1/13$ Und er sandte nochmals
hin, einen dritten Obersten ber fnfzig [Mann] und seine
fnfzig [Leute]. Und der dritte Oberste ber fnfzig [Mann] ging
hinauf und kam und beugte seine Knie vor Elia, flehte ihn an und
redete zu ihm: Mann Gottes! La doch mein Leben und das Leben
deiner Knechte, dieser fnfzig [Mann], teuer sein in deinen
Augen! $1/14$ Siehe, Feuer ist vom Himmel herabgefahren und hat
die beiden vorigen Obersten ber fnfzig [Mann] und ihre fnfzig
[Leute] gefressen. Nun aber la mein Leben teuer sein in deinen
Augen! $1/15$ Da redete der Engel des HERRN zu Elia: Geh mit ihm
hinab, frchte dich nicht vor ihm! Und er stand auf und ging mit
ihm zum Knig hinab.

$1/16$ Und er redete zu ihm: So spricht der HERR: Weil du Boten
gesandt hast, um Baal-Sebub, den Gott von Ekron, zu befragen -
gibt es denn keinen Gott in Israel, um sein Wort zu befragen? -,
darum wirst du von dem Bett, das du bestiegen hast, nicht
herunterkommen; sondern du mut sterben! $1/17$ Und er starb
nach dem Wort des HERRN, das Elia geredet hatte. Und Joram wurde
an seiner Stelle Knig im zweiten Jahr Jorams, des Sohnes
Joschafats, des Knigs von Juda; denn er hatte keinen Sohn.

$1/18$ Und die brige Geschichte Ahasjas, was er getan hat, ist
das nicht geschrieben im Buch der Geschichte der Knige von
Israel?

Elia und Elisa - Elias Himmelfahrt.

\2\

$2/1$ Und es geschah, als der HERR den Elia im Sturmwind zum
Himmel auffahren lassen wollte, da gingen Elia und Elisa von
Gilgal fort. $2/2$ Und Elia sagte zu Elisa: Bleib doch hier!
Denn der HERR hat mich nach Bethel gesandt. Elisa aber sagte: So
wahr der HERR lebt und deine Seele lebt, wenn ich dich verlasse!
Und sie gingen nach Bethel hinab. $2/3$ Da kamen die Shne der
Propheten, die in Bethel waren, zu Elisa heraus und sagten zu
ihm: Hast du erkannt, da der HERR heute deinen Herrn ber
deinen Kopf hin wegnehmen wird? Er sagte: Auch ich habe es
erkannt. Seid still! $2/4$ Und Elia sagte zu ihm: Elisa, bleib
doch hier! Denn der HERR hat mich nach Jericho gesandt. Er aber
sagte: So wahr der HERR lebt und deine Seele lebt, wenn ich dich
verlasse! Und sie kamen nach Jericho. $2/5$ Da traten die Shne
der Propheten, die in Jericho waren, zu Elisa und sagten zu ihm:
Hast du erkannt, da der HERR heute deinen Herrn ber deinen
Kopf hin wegnehmen wird? Er sagte: Auch ich habe es erkannt.
Seid still! $2/6$ Und Elia sagte zu ihm: Bleib doch hier! Denn
der HERR hat mich an den Jordan gesandt. Er aber sagte: So wahr
der HERR lebt und deine Seele lebt, wenn ich dich verlasse! Und
so gingen sie beide miteinander. $2/7$ Und fnfzig Mann von den
Shnen der Propheten gingen mit und blieben abseits stehen, als
die beiden an den Jordan traten. $2/8$ Da nahm Elia seinen
Mantel und wickelte [ihn] zusammen und schlug auf das Wasser.
Und es teilte sich hierhin und dorthin, und die beiden gingen
hinber auf dem Trockenen.

$2/9$ Und es geschah, als sie hinbergegangen waren, da sagte
Elia zu Elisa: Bitte, was ich fr dich tun soll, bevor ich von
dir weggenommen werde! Elisa sagte: Da mir doch ein zweifacher
Anteil von deinem Geist [gegeben] werde! $2/10$ Da sagte er: Du
hast Schweres erbeten! Wenn du mich sehen wirst, wie ich von dir
weggenommen werde, dann wird dir das [gegeben] werden; wenn aber
nicht, dann wird es [dir] nicht [gegeben] werden. $2/11$ Und es
geschah, whrend sie gingen, gingen und redeten, siehe da: ein
feuriger Wagen und feurige Pferde, die sie beide voneinander
trennten! Und Elia fuhr im Sturmwind auf zum Himmel. $2/12$ Und
Elisa sah es und schrie: Mein Vater, mein Vater! Wagen Israels
und sein Gespann! Dann sah er ihn nicht mehr. Da fate er seine
Kleider und zerri sie in zwei Stcke. $2/13$ Und er hob den
Mantel des Elia auf, der diesem entfallen war, kehrte um und
trat an das Ufer des Jordan. $2/14$ Und er nahm den Mantel des
Elia, der diesem entfallen war, und schlug auf das Wasser und
sagte: Wo ist der HERR, der Gott des Elia? Auch er schlug also
auf das Wasser, und es teilte sich hierhin und dorthin, und
Elisa ging hinber.

$2/15$ Als nun die Shne der Propheten, die gegenber in Jericho
waren, ihn sahen, sagten sie: Der Geist des Elia ruht auf Elisa!
Und sie kamen ihm entgegen und warfen sich vor ihm zur Erde
nieder. $2/16$ Und sie sagten zu ihm: Sieh doch, es sind bei
deinen Knechten fnfzig tchtige Mnner. La sie doch gehen und
deinen Herrn suchen, ob nicht etwa der Geist des HERRN ihn
weggetragen und ihn auf einen der Berge oder in eines der Tler
geworfen hat! Er aber sagte: Sendet nicht! $2/17$ Doch sie
drangen in ihn, bis er nachgab und sagte: Sendet! So sandten sie
denn fnfzig Mann hin; die suchten drei Tage lang, aber sie
fanden ihn nicht. $2/18$ Und sie kehrten zu ihm zurck, als er
sich [noch] in Jericho aufhielt. Da sagte er zu ihnen: Hatte ich
euch nicht gesagt: Geht nicht hin?

Wundertaten des Elisa: Hilfe in Jericho, Gericht in Bethel.

$2/19$ Und die Mnner der Stadt sagten zu Elisa: Sieh doch, die
Lage der Stadt ist gut, wie mein Herr sieht. Aber das Wasser ist
schlecht, darum kommt es im Land zu Fehlgeburten. $2/20$ Da
sagte er: Bringt mir eine neue Schale und tut Salz hinein! Und
sie brachten sie ihm. $2/21$ Und er ging hinaus zu der Quelle
des Wassers, warf das Salz hinein und sagte: So spricht der
HERR: Ich habe dieses Wasser gesund gemacht. Nicht mehr soll Tod
und Fehlgeburt daraus entstehen. $2/22$ Und das Wasser wurde
gesund bis auf diesen Tag nach dem Wort, das Elisa geredet
hatte.

$2/23$ Und er ging von dort hinauf nach Bethel. Wie er nun den
Weg hinaufging, kamen kleine Jungen aus der Stadt heraus und
verspotteten ihn und sagten zu ihm: Komm herauf, Kahlkopf! Komm
herauf, Kahlkopf! $2/24$ Er aber wandte sich um, sah sie an und
verfluchte sie im Namen des HERRN. Da kamen zwei Brinnen aus
dem Wald und zerrissen von ihnen 42 Kinder.

$2/25$ Und er ging von dort [weg] zum Berg Karmel; und von da
kehrte er nach Samaria zurck.

Joram von Israel - Krieg gegen die Moabiter - Hilfe durch Elisa.

\3\

$3/1$ Und Joram, der Sohn Ahabs, wurde Knig ber Israel in
Samaria, im achtzehnten Jahr Joschafats, des Knigs von Juda;
und er regierte zwlf Jahre. $3/2$ Und er tat, was bse war in
den Augen des HERRN, doch nicht wie sein Vater und seine Mutter,
weil er den Gedenkstein des Baal beseitigte, den sein Vater
gemacht hatte. $3/3$ Doch hielt er fest an den Snden Jerobeams,
des Sohnes Nebats, der Israel zur Snde verfhrt hatte; er wich
von ihr nicht ab.

$3/4$ Und Mescha, der Knig von Moab, war Schafzchter und
lieferte dem Knig von Israel 100 000 Lmmer und 100 000
ungeschorene Widder [als Tribut]. $3/5$ Und es geschah, als Ahab
gestorben war, da brach der Knig von Moab mit dem Knig von
Israel. $3/6$ Nun zog der Knig Joram in jener Zeit von Samaria
aus und musterte ganz Israel. $3/7$ Und er ging hin und sandte
zu Joschafat, dem Knig von Juda, und lie [ihm] sagen: Der
Knig von Moab hat mit mir gebrochen. Willst du mit mir gegen
Moab in den Kampf ziehen? Er sagte: Ich will hinaufziehen; ich
bin wie du, mein Volk wie dein Volk, meine Pferde wie deine
Pferde. $3/8$ Und er sagte: Welchen Weg wollen wir hinaufziehen?
Er sagte: Den Weg [durch die] Wste Edom. $3/9$ So zogen der
Knig von Israel und der Knig von Juda und der Knig von Edom
aus. Als sie nun einen Umweg von sieben Tagereisen gemacht
hatten, gab es kein Wasser [mehr] fr das Heer und fr das Vieh,
das in ihrem Gefolge war. $3/10$ Da sagte der Knig von Israel:
Wehe! Der HERR hat diese drei Knige gerufen, um sie in die Hand
Moabs zu geben! $3/11$ Joschafat aber sagte: Ist hier kein
Prophet des HERRN, da wir den HERRN durch ihn befragen knnen?
Da antwortete einer von den Dienern des Knigs von Israel und
sagte: Elisa ist hier, der Sohn des Schafat, der Wasser ber
Elias Hnde go. $3/12$ Und Joschafat sagte: Das Wort des HERRN
ist bei ihm. Da gingen der Knig von Israel und Joschafat und
der Knig von Edom zu ihm hinab.

$3/13$ Und Elisa sagte zum Knig von Israel: Was habe ich mit
dir [zu tun]? Geh zu den Propheten deines Vaters und zu den
Propheten deiner Mutter! Der Knig von Israel aber sagte zu ihm:
Nein! Hat doch der HERR diese drei Knige gerufen, um sie in die
Hand Moabs zu geben! $3/14$ Da sagte Elisa: So wahr der HERR der
Heerscharen lebt, vor dem ich stehe, frwahr, wenn ich nicht auf
Joschafat, den Knig von Juda, Rcksicht nhme, so wrde ich
dich weder anblicken noch beachten! $3/15$ Und nun holt mir
einen Saitenspieler. Und es geschah, als der Saitenspieler
spielte, da kam die Hand des HERRN ber ihn. $3/16$ Und er
sagte: So spricht der HERR: Macht in diesem Tal Grube an Grube!
$3/17$ Denn so spricht der HERR: Ihr werdet keinen Wind sehen
und keinen Regen sehen, und doch wird sich dieses Tal mit Wasser
fllen, so da ihr trinken knnt, ihr und eure Herden und euer
Vieh. $3/18$ Und das ist [noch] zu gering in den Augen des
HERRN, er wird auch Moab in eure Hand geben. $3/19$ Und ihr
werdet jede befestigte Stadt und jede auserlesene Stadt schlagen
und werdet alle guten Bume fllen und alle Wasserquellen
verstopfen und jedes gute Feld mit Steinen verderben. $3/20$ Und
es geschah am Morgen, [zur Zeit,] da man das Speisopfer opfert,
siehe, da kam Wasser aus der Richtung von Edom her, und das Land
fllte sich mit Wasser.

$3/21$ Und als alle Moabiter hrten, da die Knige
heraufgezogen waren, um gegen sie zu kmpfen, da wurden sie
zusammengerufen, von jedem an, der das Schwert umgrten konnte,
und darber; und sie stellten sich an der Grenze auf. $3/22$ Und
als sie sich frh am Morgen aufmachten und die Sonne ber dem
Wasser aufging, da sahen die Moabiter das Wasser gegenber rot
wie Blut. $3/23$ Und sie sagten: Das ist Blut! Ganz sicher haben
sich die Knige bekmpft und sich gegenseitig erschlagen. Nun
auf zur Beute, Moab! $3/24$ Als sie aber zum Lager Israels
kamen, da erhob sich Israel, und sie schlugen die Moabiter, da
sie vor ihnen flohen. Israel aber drang ins Land ein und schlug
Moab [vernichtend]. $3/25$ Und sie rissen die Stdte nieder, und
auf alle guten Felder warfen sie jeder seinen Stein und fllten
sie damit an, und sie verstopften alle Wasserquellen und fllten
alle guten Bume, bis nur noch die Steinmauer von Kir-Heres
standhielt. Und die Schleuderer umzingelten [die Stadt] und
beschossen sie. $3/26$ Als aber der Knig von Moab sah, da ihm
der Kampf zu heftig war, nahm er 700 Mann mit sich, die das
Schwert zogen, um gegen den Knig von Edom durchzubrechen; aber
es gelang ihnen nicht. $3/27$ Da nahm er seinen erstgeborenen
Sohn, der an seiner Stelle Knig werden sollte, und opferte ihn
als Brandopfer auf der Mauer. Da kam ein groer Zorn ber
Israel; und sie zogen von ihm ab und kehrten in [ihr] Land
zurck.

Elisa und der lkrug der Witwe.

\4\

$4/1$ Und eine Frau von den Frauen der Prophetenshne schrie zu
Elisa: Dein Knecht, mein Mann, ist gestorben, und du hast [doch]
selbst erkannt, da dein Knecht den HERRN frchtete. Nun aber
ist der Glubiger gekommen, um meine beiden Shne fr sich als
Sklaven zu nehmen. $4/2$ Da sagte Elisa zu ihr: Was soll ich fr
dich tun? Sag mir, was du im Haus hast! Sie sagte: Deine Magd
hat gar nichts im Haus als nur einen Krug l. $4/3$ Da sagte er:
Geh hin, erbitte dir Gefe von drauen, von all deinen
Nachbarinnen, leere Gefe, [aber] nicht zu wenige! $4/4$ Dann
geh hinein und schlie die Tr hinter dir und hinter deinen
Shnen zu und gie in all diese Gefe; und was voll ist, stelle
beiseite! $4/5$ Und sie ging von ihm weg und schlo die Tr
hinter sich und hinter ihren Shnen zu. Whrend sie ihr [die
Gefe] reichten, go sie ein. $4/6$ Und es geschah, als die
Gefe voll waren, da sagte sie zu ihrem Sohn: Reiche mir noch
ein Gef! Er aber sagte zu ihr: Es ist kein Gef mehr da. Da
kam das l zum Stillstand. $4/7$ Und sie kam und berichtete es
dem Mann Gottes, und der sagte: Geh hin, verkaufe das l und
bezahle deine Schulden! Du aber und deine Shne [,ihr] knnt von
dem restlichen [l] leben.

Elisa und der Sohn der Schunemiterin.

$4/8$ Und es geschah eines Tages, da ging Elisa nach Schunem
hinber. Dort war eine wohlhabende Frau, die ntigte ihn, [bei
ihr] zu essen. Und es geschah, sooft er durchzog, kehrte er dort
ein, um zu essen. $4/9$ Und sie sagte zu ihrem Mann: Sieh doch,
ich habe erkannt, da es ein heiliger Mann Gottes ist, der
regelmig [hier] bei uns hindurchzieht. $4/10$ La uns doch ein
kleines gemauertes Obergemach machen! Dort wollen wir ihm dann
Bett und Tisch und Stuhl und Leuchter hinstellen. Und es soll
geschehen, wenn er zu uns kommt, kann er dort einkehren. $4/11$
Und es geschah eines Tages, als er [wieder] dahin kam, kehrte er
in das Obergemach ein und schlief dort. $4/12$ Und er sagte zu
seinem Diener Gehasi: Ruf diese Schunemiterin! Und er rief sie,
und sie trat vor ihn hin. $4/13$ Und er sagte zu ihm: Sage doch
zu ihr: Siehe, du hast dir unsertwegen alle diese Mhe gemacht.
Was kann man fr dich tun? Ist fr dich mit dem Knig zu reden
oder mit dem Heerobersten? Sie aber sagte: Ich wohne mitten in
meinem Volk. $4/14$ Und er sagte: Was kann man denn [dann] fr
sie tun? Da sagte Gehasi: Ach, sie hat keinen Sohn, und ihr Mann
ist alt. $4/15$ Und er sagte: Ruf sie! Und er rief sie, und sie
trat in die Tr. $4/16$ Und er sprach: Um diese Zeit bers Jahr
wirst du einen Sohn umarmen. Da sagte sie: Nicht doch, mein
Herr, du Mann Gottes, belge deine Magd nicht! $4/17$ Aber die
Frau wurde schwanger und gebar einen Sohn zu eben dieser Zeit
bers Jahr, wie Elisa zu ihr geredet hatte.

$4/18$ Und das Kind wuchs heran. Und es geschah eines Tages, da
ging es zu seinem Vater hinaus, zu den Schnittern. $4/19$ Und es
sagte zu seinem Vater: Mein Kopf, mein Kopf! Er sagte zu dem
Knecht: Trag ihn zu seiner Mutter! $4/20$ Der hob ihn auf und
brachte ihn zu seiner Mutter. Und er sa auf ihren Knien bis zum
Mittag, dann starb er. $4/21$ Da ging sie hinauf und legte ihn
auf das Bett des Mannes Gottes, schlo hinter ihm zu und ging
hinaus. $4/22$ Und sie rief ihren Mann und sagte: Schicke mir
doch einen von den Knechten und eine von den Eselinnen! Und ich
will zu dem Mann Gottes eilen und [bald] zurckkommen. $4/23$ Er
sagte: Warum willst du [gerade] heute zu ihm gehen? Es ist weder
Neumond noch Sabbat. Sie sagte: Friede [mit dir]! $4/24$ Und sie
sattelte die Eselin und sagte zu ihrem Diener: Treib [nur]
immerfort an! Halte mich nicht beim Reiten auf, es sei denn, da
ich es dir sage! $4/25$ So zog sie hin und kam zu dem Mann
Gottes auf den Berg Karmel. Und es geschah, als der Mann Gottes
sie von ferne sah, sagte er zu seinem Diener Gehasi: Siehe da,
die Schunemiterin! $4/26$ Nun lauf ihr doch entgegen und sage zu
ihr: Geht es dir gut? Geht es deinem Mann gut? Geht es dem Kind
gut? Sie sagte: Gut! $4/27$ Und sie kam zu dem Mann Gottes auf
den Berg und umfate seine Fe. Da trat Gehasi herzu, um sie
wegzustoen. Aber der Mann Gottes sagte: La sie! Denn ihre
Seele ist betrbt; und der HERR hat es mir verborgen und es mir
nicht kundgetan. $4/28$ Und sie sagte: Habe ich einen Sohn von
meinem Herrn erbeten? Habe ich nicht gesagt: Tusche mich nicht?
$4/29$ Da sagte er zu Gehasi: Grte deine Hften und nimm meinen
Stab in deine Hand und geh hin! Wenn du jemandem begegnest,
gre ihn nicht, und wenn jemand dich grt, antworte ihm nicht!
Und lege meinen Stab auf das Gesicht des Jungen! $4/30$ Die
Mutter des Jungen aber sagte: So wahr der HERR lebt und deine
Seele lebt, wenn ich von dir lasse! Da machte er sich auf und
ging ihr nach. $4/31$ Gehasi aber war ihnen vorausgegangen und
hatte den Stab auf das Gesicht des Jungen gelegt; aber da war
kein Laut und kein Aufhorchen. Und er kehrte um, ihm entgegen,
und berichtete ihm und sagte: Der Junge ist nicht aufgewacht.
$4/32$ Und als Elisa in das Haus kam, siehe, da war der Junge
tot, auf sein Bett hingelegt.

$4/33$ Und er ging hinein und schlo die Tr hinter ihnen beiden
zu und betete zu dem HERRN. $4/34$ Und er stieg auf [das Bett]
und legte sich auf das Kind und legte seinen Mund auf dessen
Mund und seine Augen auf dessen Augen und seine Hnde auf dessen
Hnde und beugte sich [so] ber ihn. Da wurde der Leib des
Kindes warm. $4/35$ Dann ging er wieder im Haus einmal hierhin,
einmal dorthin und stieg [wieder] hinauf und beugte sich ber
ihn. Da nieste der Junge siebenmal, und der Junge schlug seine
Augen auf. $4/36$ Und er rief Gehasi und sagte: Ruf diese
Schunemiterin! Er rief sie, und sie kam zu ihm herein. Und er
sagte: Nimm deinen Sohn! $4/37$ Da kam sie und fiel ihm zu Fen
und warf sich zur Erde nieder. Und sie nahm ihren Sohn und ging
hinaus.

Elisa und die vergiftete Speise - Elisa und die Hungernden.

$4/38$ Elisa aber kehrte nach Gilgal zurck. Es war aber
Hungersnot im Land. Als nun die Shne der Propheten vor ihm
saen, sagte er zu seinem Diener: Setze den groen Topf auf und
koche ein Gericht fr die Shne der Propheten! $4/39$ Da ging
einer auf das Feld hinaus, um Kruter zu sammeln; und er fand
ein wildes Rankengewchs und las davon wilde Koloquinten, sein
Gewand voll. Und er kam und zerschnitt sie in den Kochtopf. Sie
kannten sie nmlich nicht. $4/40$ Und sie schtteten es aus zum
Essen fr die Mnner. Aber es geschah, als sie von dem Gericht
aen, da schrieen sie auf und sagten: Der Tod ist im Topf, Mann
Gottes! Und sie konnten nichts essen. $4/41$ Da sagte er: Holt
Mehl! Das warf er in den Topf und sagte: Schtte es aus fr die
Leute, da sie essen! Und es war nichts Schdliches [mehr] im
Topf.

$4/42$ Und ein Mann kam von Baal-Schalischa und brachte dem Mann
Gottes Erstlingsbrot, zwanzig Gerstenbrote, und Jungkorn in
seinem Beutel. Und er sagte: Gib es den Leuten, da sie essen!
$4/43$ Sein Diener aber sagte: Wie soll ich das hundert Mann
vorsetzen? Er sagte: Gib es den Leuten, da sie essen! Denn so
spricht der HERR: Man wird essen und briglassen. $4/44$ Und er
setzte es ihnen vor; und sie aen und lieen brig nach dem Wort
des HERRN.

Elisa und die Heilung des Naaman - Gericht ber Gehasi.

\5\

$5/1$ Und Naaman, der Heeroberste des Knigs von Aram, war ein
bedeutender Mann vor seinem Herrn und angesehen; denn durch ihn
hatte der HERR Sieg fr Aram gegeben. Der Mann war ein
Kriegsheld, [aber] ausstzig. $5/2$ Und die Aramer waren auf
Raub ausgezogen und hatten aus dem Land Israel ein junges
Mdchen gefangen weggefhrt, das kam in den Dienst der Frau des
Naaman. $5/3$ Und sie sagte zu ihrer Herrin: Ach, wre mein Herr
doch vor dem Propheten, der in Samaria [wohnt]! Dann wrde er
ihn von seinem Aussatz befreien. $5/4$ Und Naaman ging und
berichtete es seinem Herrn und sagte: So und so hat das Mdchen
geredet, das aus dem Land Israel ist. $5/5$ Da sagte der Knig
von Aram: Geh, zieh hin! Und ich will [dazu] an den Knig von
Israel einen Brief senden. Da ging er hin und nahm zehn Talente
Silber mit sich und sechstausend [Schekel] Gold und zehn
Wechselkleider. $5/6$ Und er brachte den Brief zum Knig von
Israel; und er lautete so: Und nun, wenn dieser Brief zu dir
kommt, [so wisse,] siehe, ich habe meinen Knecht Naaman zu dir
gesandt, damit du ihn von seinem Aussatz befreist. $5/7$ Und es
geschah, als der Knig von Israel den Brief gelesen hatte, da
zerri er seine Kleider und sagte: Bin ich Gott, [der die Macht
hat,] zu tten und lebendig zu machen, da dieser zu mir sendet,
einen Menschen von seinem Aussatz zu befreien? Ja, wahrlich,
erkennt doch und seht, da er einen Anla [zum Streit mit] mir
sucht!

$5/8$ Und es geschah, als Elisa, der Mann Gottes, hrte, da der
Knig von Israel seine Kleider zerrissen hatte, da sandte er zu
dem Knig und lie [ihm] sagen: Warum hast du deine Kleider
zerrissen? La ihn doch zu mir kommen! Und er soll erkennen, da
ein Prophet in Israel ist. $5/9$ Da kam Naaman mit seinen
Pferden und mit seinem Wagen und hielt am Eingang zu Elisas
Haus. $5/10$ Und Elisa schickte einen Boten zu ihm und lie
[ihm] sagen: Geh hin und bade dich siebenmal im Jordan! So wird
dir dein Fleisch wiederhergestellt werden und rein sein. $5/11$
Da wurde Naaman zornig und ging [weg]. Und er sagte: Siehe, ich
hatte mir gesagt: Er wird nach drauen zu mir herauskommen und
hintreten und den Namen des HERRN, seines Gottes, anrufen und
wird seine Hand ber die Stelle schwingen und so den Ausstzigen
[vom Aussatz] befreien. $5/12$ Sind nicht Abana und Parpar, die
Flsse von Damaskus, besser als alle Wasser von Israel? Kann ich
mich nicht darin baden und rein werden? Und er wandte sich um
und ging im Zorn [davon]. $5/13$ Da traten seine Diener herzu
und redeten zu ihm und sagten: Mein Vater, htte der Prophet
eine groe Sache zu dir geredet, httest du es nicht getan?
Wieviel mehr, da er [nur] zu dir gesagt hat: Bade, und du wirst
rein sein! $5/14$ Da stieg er hinab und tauchte im Jordan
siebenmal unter nach dem Wort des Mannes Gottes. Da wurde sein
Fleisch wieder wie das Fleisch eines jungen Knaben, und er wurde
rein.

$5/15$ Und er kehrte zu dem Mann Gottes zurck, er und sein
ganzes Gefolge, und er kam und trat vor ihn und sagte: Siehe
doch, ich habe erkannt, da es keinen Gott auf der ganzen Erde
gibt als nur in Israel. Und nun nimm doch ein Segensgeschenk von
deinem Knecht! $5/16$ Er aber sagte: So wahr der HERR lebt, vor
dem ich stehe, wenn ich es nehmen werde! Und er drang in ihn, es
zu nehmen, doch er weigerte sich. $5/17$ Da sagte Naaman: Wenn
[also] nicht, dann mge man deinem Knecht doch die Traglast
eines Maultiergespannes Erde geben! Denn dein Knecht wird nicht
mehr anderen Gttern Brandopfer und Schlachtopfer zubereiten,
sondern nur [noch] dem HERRN. $5/18$ In dieser [einen] Sache
wolle der HERR deinem Knecht [jedoch] vergeben: Wenn mein Herr
in das Haus Rimmons geht, um sich dort niederzubeugen, dann
sttzt er sich auf meinen Arm, und [auch] ich beuge mich nieder
im Haus Rimmons. Wenn ich mich [nun dabei] niederbeuge im Haus
Rimmons, dann mge doch der HERR deinem Knecht in dieser Sache
vergeben! $5/19$ Und er sagte zu ihm: Gehe hin in Frieden!

Als er nun von ihm weg eine Strecke Weges gegangen war, $5/20$
da sagte [sich] Gehasi, der Diener Elisas, des Mannes Gottes:
Siehe, mein Herr hat diesen Aramer Naaman geschont, da er
nicht aus seiner Hand genommen hat, was er [ihm] gebracht hatte.
So wahr der HERR lebt, wenn ich nicht hinter ihm herlaufe und
etwas von ihm nehme! $5/21$ So jagte Gehasi Naaman nach. Als nun
Naaman sah, da jemand hinter ihm herlief, sprang er vom Wagen
herab, [kam] ihm entgegen und sagte: Friede? $5/22$ Er sagte:
Friede! Mein Herr sendet mich und lt sagen: Siehe, eben jetzt
sind vom Gebirge Ephraim zwei junge Mnner von den Shnen der
Propheten zu mir gekommen. Gib [mir] doch ein Talent Silber und
zwei Wechselkleider fr sie! $5/23$ Da sagte Naaman: Tu mir den
Gefallen, nimm zwei Talente! Und er drngte ihn und band zwei
Talente Silber in zwei Beutel und [nahm] zwei Wechselkleider und
gab es zwei von seinen Dienern; und sie trugen es vor ihm her.
$5/24$ Als er aber an den Hgel kam, nahm er es aus ihrer Hand
und brachte es im Haus unter. Dann entlie er die Mnner, und
sie gingen [fort]. $5/25$ Er aber ging hinein und trat vor
seinen Herrn. Da sagte Elisa zu ihm: Woher [kommst du], Gehasi?
Er sagte: Dein Knecht ist weder hierhin noch dorthin gegangen.
$5/26$ Da sagte er zu ihm: Ging mein Herz nicht mit, als ein
Mann sich von seinem Wagen herab dir entgegenwandte? Ist es
[denn] Zeit, Silber zu nehmen und Kleider zu nehmen und
Olivenbume und Weinberge und Schafe und Rinder und Knechte und
Mgde? $5/27$ So wird der Aussatz Naamans an dir haften und an
deinen Nachkommen fr ewig! Da ging er von ihm hinaus, ausstzig
wie Schnee.

Elisa und das schwimmende Eisen.

\6\

$6/1$ Und die Shne der Propheten sagten zu Elisa: Sieh doch,
der Raum, wo wir vor dir wohnen, ist zu eng fr uns. $6/2$ La
uns doch an den Jordan gehen und von dort jeder einen Balken
holen und uns hier einen Ort herrichten, um dort zu wohnen! Und
er sagte: Geht hin! $6/3$ Und einer sagte: Tu uns den Gefallen
und geh mit deinen Knechten! Und er sagte: Ich will mitgehen.
$6/4$ So ging er mit ihnen. Und sie kamen an den Jordan und
hieben die Bume um. $6/5$ Es geschah aber, als einer einen
Balken fllte, da fiel das Eisen ins Wasser. Und er schrie auf
und sagte: Ach, mein Herr! Und [dabei] ist es doch geliehen!
$6/6$ Der Mann Gottes aber sagte: Wohin ist es gefallen? Und er
zeigte ihm die Stelle. Da schnitt er ein [Stck] Holz ab und
warf es hinein und brachte das Eisen zum Schwimmen. $6/7$ Und er
sagte: Hole es dir heraus! Da streckte er seine Hand aus und
nahm es.

Elisa vereitelt die Kriegsabsichten der Aramer.

$6/8$ Und der Knig von Aram fhrte Krieg gegen Israel; und er
beriet sich mit seinen Knechten und sagte: An dem und dem Ort
soll mein Lager sein. $6/9$ Da sandte der Mann Gottes zum Knig
von Israel und lie [ihm] sagen: Hte dich, an diesem Ort
vorbeizuziehen! Denn dort kommen die Aramer herab. $6/10$ Und
der Knig von Israel sandte hin an den Ort, den der Mann Gottes
ihm gesagt und [vor dem] er ihn gewarnt hatte, und war dort auf
der Hut. [Das geschah] nicht [nur] einmal und nicht [nur]
zweimal. $6/11$ Da wurde das Herz des Knigs von Aram ber diese
Sache [sehr] beunruhigt, und er rief seine Knechte und sagte zu
ihnen: Knnt ihr mir nicht mitteilen, wer von den Unseren zum
Knig von Israel [hlt]? $6/12$ Da sagte einer von seinen
Knechten: Nein, mein Herr [und] Knig, aber der Prophet Elisa,
der in Israel ist, teilt dem Knig von Israel die Worte mit, die
du in deinem Schlafzimmer redest. $6/13$ Da sagte er: Geht hin
und seht, wo er ist! Ich werde hinsenden und ihn holen. Und es
wurde ihm berichtet: Siehe, er ist in Dotan.

$6/14$ Da sandte er Pferde und Kriegswagen dorthin und ein
starkes Heer. Und sie kamen bei Nacht und umringten die Stadt.
$6/15$ Und als der Diener des Mannes Gottes frh aufstand und
hinausging, siehe, da umringte ein Heer die Stadt, und Pferde
und Kriegswagen. Und sein Diener sagte zu ihm: Ach, mein Herr!
Was sollen wir tun? $6/16$ Er aber sagte: Frchte dich nicht!
Denn zahlreicher sind die, die bei uns sind, als die, die bei
ihnen sind. $6/17$ Und Elisa betete und sagte: HERR, ffne doch
seine Augen, da er sieht! Da ffnete der HERR die Augen des
Dieners, und er sah. Und siehe, der Berg war voll von feurigen
Pferden und Kriegswagen um Elisa herum.

$6/18$ Und sie kamen zu ihm herab. Und Elisa betete zu dem HERRN
und sagte: Schlag doch diese Kriegsschar mit Blindheit! Da
schlug er sie mit Blindheit nach dem Wort des Elisa. $6/19$ Und
Elisa sagte zu ihnen: Dies ist nicht der Weg und dies nicht die
Stadt. Folgt mir! Ich will euch zu dem Mann fhren, den ihr
sucht. Und er fhrte sie nach Samaria. $6/20$ Und es geschah,
als sie nach Samaria gekommen waren, da sagte Elisa: HERR, ffne
die Augen dieser [Mnner], da sie sehen! Da ffnete der HERR
ihre Augen, und sie sahen. Und siehe, [sie waren] mitten in
Samaria. $6/21$ Und der Knig von Israel sagte zu Elisa, als er
sie sah: Soll ich losschlagen, soll ich losschlagen, mein Vater?
$6/22$ Er aber sagte: Du sollst nicht schlagen! Wrdest du
[etwa] die erschlagen, die du mit deinem Schwert und mit deinem
Bogen gefangen genommen hast? Setze ihnen Brot und Wasser vor,
da sie essen und trinken und [dann] zu ihrem Herrn ziehen!
$6/23$ Und er richtete ein groes Festmahl fr sie aus, und sie
aen und tranken. Dann entlie er sie, und sie zogen zu ihrem
Herrn. Und die Streifscharen Arams kamen fortan nicht mehr in
das Land Israel.

Hungersnot im belagerten Samaria - Weissagung Elisas - Samarias
Rettung.

$6/24$ Und es geschah danach, da versammelte Ben-Hadad, der
Knig von Aram, sein ganzes Heer und zog herauf und belagerte
Samaria. $6/25$ Und es entstand eine groe Hungersnot in
Samaria; und siehe, sie belagerten es, bis ein Eselskopf fr
achtzig [Schekel] Silber und ein viertel Kab Taubenmist fr fnf
[Schekel] Silber [gehandelt] wurden. $6/26$ Und es geschah, als
der Knig von Israel auf der Mauer einherging, da schrie eine
Frau ihm zu: Hilf, mein Herr und Knig! $6/27$ Er aber sagte:
Hilft dir der HERR nicht, woher sollte ich dir helfen? [Etwa]
von der Tenne oder von der Kelterkufe? $6/28$ Und der Knig
sagte zu ihr: Was hast du? Sie sagte: Diese Frau da hat zu mir
gesagt: Gib deinen Sohn her, da wir ihn heute essen! Meinen
Sohn wollen wir dann morgen essen. $6/29$ So kochten wir meinen
Sohn und aen ihn. Als ich aber am anderen Tag zu ihr sagte: Gib
deinen Sohn her, da wir ihn essen! - da hatte sie ihren Sohn
versteckt. $6/30$ Und es geschah, als der Knig die Worte der
Frau hrte, da zerri er seine Kleider, und zwar als er [noch]
auf der Mauer einherging; und das Volk sah, und siehe, [er trug]
Sacktuch darunter auf seinem Leib. $6/31$ Und er sagte: So soll
mir Gott tun und so hinzufgen, wenn der Kopf Elisas, des Sohnes
Schafats, heute auf ihm bleibt!

$6/32$ Elisa aber sa in seinem Haus, und die ltesten saen bei
ihm. Und der Knig sandte einen Mann vor sich her. Bevor nun der
Bote zu ihm kam, sagte er zu den ltesten: Habt ihr gesehen, da
dieser Mrdersohn hergesandt hat, um mir den Kopf abzuschlagen?
Seht zu, sobald der Bote kommt, verschliet die Tr und drngt
ihn mit der Tr zurck! Ist nicht der Schall der Tritte seines
Herrn hinter ihm [zu hren]? $6/33$ Noch redete er mit ihnen,
siehe, da kam der Bote zu ihm herab; und er sagte: Siehe, dieses
Unglck [kommt] von dem HERRN. Was soll ich noch [lnger] auf
den HERRN warten?

\7\

$7/1$ Da sagte Elisa: Hrt das Wort des HERRN! So spricht der
HERR: Morgen um diese Zeit wird ein Ma Weizengrie fr einen
Schekel [verkauft werden] und zwei Ma Gerste fr einen Schekel
im Tor von Samaria. $7/2$ Da antwortete der Anfhrer, auf dessen
Arm sich der Knig sttzte, dem Mann Gottes und sagte: Siehe,
wenn der HERR Fenster am Himmel machte, knnte wohl so etwas
geschehen? Er aber sagte: Siehe, du wirst es mit deinen
[eigenen] Augen sehen, doch du wirst nichts davon essen!

$7/3$ Nun waren da vier ausstzige Mnner am Eingang des Tores,
die sagten einer zum anderen: Was sollen wir hierbleiben, bis
wir sterben? $7/4$ Wenn wir sagen: Lat uns in die Stadt gehen -
in der Stadt [herrscht] ja die Hungersnot -, dann werden wir
dort sterben. Wenn wir aber hier bleiben, werden wir auch
sterben. So kommt nun und lat uns ins Heerlager Arams
berlaufen! Wenn sie uns am Leben lassen, dann leben wir, und
wenn sie uns tten, dann sterben wir. $7/5$ So machten sie sich
in der Abenddmmerung auf, um ins Heerlager Arams zu kommen. Und
sie kamen an den Rand des Heerlagers von Aram, und siehe, da war
kein Mensch. $7/6$ Denn der Herr hatte das Heerlager Arams ein
Getse von Wagen und ein Getse von Pferden hren lassen, das
Getse einer groen Heeresmacht. Da hatten sie einer zum andern
gesagt: Siehe, der Knig von Israel hat die Knige der Hetiter
und die Knige von gypten gegen uns angeworben, da sie ber
uns kommen sollen. $7/7$ So hatten sie sich aufgemacht und waren
in der Abenddmmerung geflohen. Sie hatten ihre Zelte und ihre
Pferde und ihre Esel zurckgelassen, das [ganze] Heerlager, so
wie es war, und waren um ihr Leben geflohen. $7/8$ Als nun jene
Ausstzigen an den Rand des Heerlagers kamen, gingen sie in
eines der Zelte und aen und tranken. Und sie nahmen Silber und
Gold und Kleider von dort mit und gingen hin und versteckten es.
Dann kehrten sie zurck und gingen in ein anderes Zelt; und sie
nahmen [auch] von dort [etwas mit], gingen hin und versteckten
es.

$7/9$ Dann sagten sie einer zum andern: Wir tun nicht recht.
Dieser Tag ist ein Tag guter Botschaft. Schweigen wir aber und
warten, bis der Morgen hell wird, so wird uns Schuld treffen.
Und nun kommt und lat uns hineingehen und es im Haus des Knigs
berichten! $7/10$ So kamen sie und riefen die Torwache der Stadt
und berichteten ihnen: Wir sind in das Heerlager Arams gekommen,
und siehe, da war kein Mensch und keine Menschenstimme, sondern
nur die Pferde angebunden und die Esel angebunden und die Zelte,
so wie sie waren. $7/11$ Da riefen [es] die Torwchter aus, und
man berichtete es drinnen im Haus des Knigs.

$7/12$ Da stand der Knig in der Nacht auf und sagte zu seinen
Knechten: Ich will euch sagen, was die Aramer mit uns gemacht
haben: Sie haben erkannt, da wir Hunger leiden; da sind sie aus
dem Lager abgezogen, um sich im Feld zu verstecken, indem sie
sich sagen: Wenn sie aus der Stadt herauskommen, dann wollen wir
sie lebendig greifen und in die Stadt eindringen! $7/13$ Da
antwortete einer von seinen Knechten und sagte: Man nehme doch
fnf von den briggebliebenen Pferden, die hier [noch]
briggeblieben sind! Siehe, ihnen [wird es ja doch ergehen] wie
der ganzen Menge Israels, die hier briggeblieben ist; siehe,
ihnen [wird es ergehen] wie der ganzen Menge Israels, die am
Ende ist. Schicken wir [doch] hin, und lat uns sehen! $7/14$ So
nahmen sie zwei Wagen mit Pferden, und der Knig schickte hinter
dem Heerlager Arams [Mnner] her und sagte: Geht hin und seht!
$7/15$ Und sie zogen hinter ihnen her bis an den Jordan; und
siehe, der ganze Weg war voll von Kleidern und Gerten, die die
Aramer auf ihrer hastigen Flucht weggeworfen hatten. Und die
Boten kehrten zurck und berichteten es dem Knig. $7/16$ Da
ging das Volk hinaus und plnderte das Heerlager Arams. Da wurde
ein Ma Weizengrie fr einen Schekel und zwei Ma Gerste fr
einen Schekel [verkauft] nach dem Wort des HERRN.

$7/17$ Der Knig hatte aber den Offizier, auf dessen Arm er sich
sttzte, [zur Aufsicht] ber das Tor bestellt. Und das Volk trat
ihn im Tor nieder, so da er starb, geradeso wie der Mann Gottes
geredet hatte, der, als der Knig zu ihm herabkam, es
[voraus]gesagt hatte. $7/18$ Es war ja geschehen, als der Mann
Gottes zum Knig geredet hatte: Zwei Ma Gerste werden morgen um
diese Zeit fr einen Schekel [verkauft] werden und ein Ma
Weizengrie [ebenso] fr einen Schekel im Tor von Samaria,
$7/19$ da hatte der Offizier dem Mann Gottes geantwortet und
gesagt: Siehe, wenn der HERR auch Fenster am Himmel machte,
knnte wohl so etwas geschehen? Er aber hatte gesagt: Siehe, du
wirst es mit deinen [eigenen] Augen sehen, doch du wirst nichts
davon essen. $7/20$ So geschah es ihm nun: das Volk trat ihn im
Tor nieder, so da er starb.

Elisa und die Schunemiterin.

\8\

$8/1$ Und Elisa hatte zu der Frau, deren Sohn er lebendig
gemacht hatte, gesagt: Mache dich auf und geh [fort], du und
dein Haus, und bleibe als Fremde, wo du bleiben kannst! Denn der
HERR hat eine Hungersnot herbeigerufen; die wird auch ins Land
kommen sieben Jahre lang. $8/2$ Da machte sich die Frau auf und
tat nach dem Wort des Mannes Gottes: Sie ging [fort], sie und
ihr Haus, und blieb als Fremde in dem Land der Philister sieben
Jahre lang. $8/3$ Und es geschah am Ende von sieben Jahren, da
kehrte die Frau aus dem Land der Philister zurck. Und sie ging
aus, um zum Knig wegen ihres Hauses und wegen ihres Feldes zu
schreien. $8/4$ Der Knig aber redete gerade zu Gehasi, dem
Diener des Mannes Gottes, und sagte: Erzhle mir doch all die
groen Taten, die Elisa getan hat! $8/5$ Und es geschah, whrend
er dem Knig erzhlte, da Elisa den Toten lebendig gemacht
hatte, siehe, da schrie die Frau, deren Sohn er lebendig gemacht
hatte, zum Knig wegen ihres Hauses und wegen ihres Feldes. Da
sagte Gehasi: Mein Herr und Knig! Das ist die Frau, und das ist
ihr Sohn, den Elisa lebendig gemacht hat. $8/6$ Und der Knig
fragte die Frau, und sie erzhlte es ihm. Da gab der Knig ihr
einen Hofbeamten mit und sagte: Erstatte alles zurck, was ihr
gehrt, sowie den ganzen Ertrag des Feldes, von dem Tag ab, an
dem sie das Land verlassen hat, bis jetzt!

Elisa und Hasael von Damaskus.

$8/7$ Und Elisa kam nach Damaskus. Ben-Hadad aber, der Knig von
Aram, war krank. Und es wurde ihm berichtet: Der Mann Gottes ist
hierhergekommen. $8/8$ Da sagte der Knig zu Hasael: Nimm ein
Geschenk mit dir und geh dem Mann Gottes entgegen und befrage
den HERRN durch ihn und sage: Werde ich von dieser Krankheit
genesen? $8/9$ Und Hasael ging ihm entgegen und nahm ein
Geschenk mit sich und allerlei Kostbares von Damaskus, eine
Traglast fr vierzig Kamele. Und er kam und trat vor ihn hin und
sagte: Dein Sohn Ben-Hadad, der Knig von Aram, hat mich zu dir
gesandt und lt sagen: Werde ich von dieser Krankheit genesen?
$8/10$ Elisa sagte zu ihm: Geh hin, sage ihm: Du wirst bestimmt
genesen! Aber der HERR hat mich sehen lassen, da er stirbt, [ja
da] er stirbt. $8/11$ Dabei starrte er unbeweglich vor sich hin
und war ber die Maen entsetzt. Dann weinte der Mann Gottes.
$8/12$ Da sagte Hasael: Warum weint mein Herr? Er sagte: Weil
ich erkannt habe, was du den Shnen Israel Bses antun wirst:
Ihre festen Stdte wirst du in Brand stecken und ihre jungen
[wehrfhigen] Mnner mit dem Schwert erschlagen und ihre Kinder
wirst du zerschmettern und ihre Schwangeren aufschlitzen. $8/13$
Da sagte Hasael: Was ist dein Knecht, der Hund, da er eine so
groe Sache tun knnte? Elisa aber sagte: Der HERR hat mich dich
sehen lassen als Knig ber Aram. $8/14$ Dann ging er von Elisa
weg und kam zu seinem Herrn. Der sagte zu ihm: Was hat Elisa dir
gesagt? Er sprach: Er hat mir gesagt: Du wirst bestimmt genesen.
$8/151$ Und es geschah am folgenden Tag, da nahm er die Decke
und tauchte sie ins Wasser und breitete sie ber sein Gesicht,
so da er starb. Und Hasael wurde an seiner Stelle Knig.

Joram von Juda.

2Chr 21; 22,1

$8/16$ Im fnften Jahr des Joram, des Sohnes Ahabs, des Knigs
von Israel, als Joschafat [noch] Knig von Juda war, wurde Joram
Knig, der Sohn Joschafats, des Knigs von Juda. $8/17$ 32 Jahre
war er alt, als er Knig wurde, und er regierte acht Jahre in
Jerusalem. $8/18$ Und er ging auf dem Weg der Knige von Israel,
wie es das Haus Ahabs tat, denn er hatte eine Tochter Ahabs zur
Frau. Und er tat, was bse war in den Augen des HERRN. $8/19$
Aber der HERR wollte Juda nicht vernichten um seines Knechtes
David willen, wie er ihm zugesagt hatte, da er ihm eine Leuchte
geben wolle [und] seinen Shnen alle Tage.

$8/20$ In seinen Tagen fiel Edom von [der Herrschaft] unter der
Hand Judas ab und setzte einen [eigenen] Knig ber sich. $8/21$
Da zog Joram hinber nach Zair und alle Kriegswagen mit ihm. Und
es geschah, als er sich des Nachts aufmachte, da schlug er Edom,
das ihn eingekreist hatte, und zwar die Obersten der Wagen. Da
floh das Volk zu seinen Zelten. $8/22$ Doch fiel Edom von [der
Herrschaft] unter der Hand Judas ab bis auf den heutigen Tag.
Damals, in jener Zeit, fiel [auch] Libna ab.

$8/23$ Und die brige Geschichte Jorams und alles, was er getan
hat, ist das nicht geschrieben im Buch der Geschichte der Knige
von Juda? $8/24$ Und Joram legte sich zu seinen Vtern und wurde
bei seinen Vtern begraben in der Stadt Davids. Und sein Sohn
Ahasja wurde an seiner Stelle Knig.

Ahasja von Juda.

2Chr 22,1-6.

$8/25$ Im zwlften Jahr Jorams, des Sohnes Ahabs, des Knigs von
Israel, wurde Ahasja Knig, der Sohn Jorams, des Knigs von
Juda. $8/26$ Ahasja war 22 Jahre alt, als er Knig wurde, und er
regierte ein Jahr in Jerusalem; und der Name seiner Mutter war
Atalja, die Tochter Omris, des Knigs von Israel. $8/27$ Und er
ging auf dem Weg des Hauses Ahabs und tat, was bse war in den
Augen des HERRN, wie das Haus Ahabs; denn er war mit dem Haus
Ahabs verschwgert. $8/28$ Und er zog mit Joram, dem Sohn Ahabs,
in den Kampf gegen Hasael, den Knig von Aram, bei Ramot [in]
Gilead. Und die Aramer verwundeten Joram. $8/29$ Da kehrte der
Knig Joram zurck, um sich in Jesreel von den Wunden heilen zu
lassen, die ihm die Aramer bei Rama geschlagen hatten, als er
gegen Hasael, den Knig von Aram, kmpfte. Und Ahasja, der Sohn
Jorams, der Knig von Juda, zog hinab, um Joram, den Sohn Ahabs,
in Jesreel zu besuchen, weil er krank war.

Jehu von Israel: Salbung zum Knig.

V. 1-29: 2Chr 22,5-9.

\9\

$9/1$ Und der Prophet Elisa rief einen von den Shnen der
Propheten und sagte zu ihm: Grte deine Hften und nimm diesen
lkrug in deine Hand und geh nach Ramot [in] Gilead! $9/2$ Und
wenn du dahin gekommen bist, dann sieh dich dort nach Jehu um,
dem Sohn des Joschafat, des Sohnes Nimschis; [zu dem] geh hinein
und la ihn aus der Mitte seiner Brder aufstehen und in die
innerste Kammer gehen! $9/3$ Und nimm den Krug mit l und gie
es auf sein Haupt aus und sage: So spricht der HERR: Ich habe
dich [hiermit] zum Knig ber Israel gesalbt! Dann ffne die Tr
und flieh und warte nicht! $9/4$ Da ging der Diener, der Diener
des Propheten, nach Ramot [in] Gilead. $9/5$ Als er hineinkam,
siehe, da saen die Obersten des Heeres [beisammen]. Und er
sagte: Ich habe ein Wort an dich, Oberster. Da sagte Jehu: An
wen von uns allen? Er sagte: An dich, Oberster. $9/6$ Da stand
Jehu auf und ging ins Haus hinein; und der Prophetenschler go
das l auf sein Haupt und sagte zu ihm: So spricht der HERR, der
Gott Israels: Ich habe dich zum Knig ber das Volk des HERRN
gesalbt, ber Israel. $9/7$ Du sollst das Haus Ahabs, deines
Herrn, erschlagen! Und ich rche das Blut meiner Knechte, der
Propheten, und das Blut aller Knechte des HERRN [fordere ich]
von der Hand Isebels. $9/8$ Ja, das ganze Haus Ahabs soll
umkommen. Und ich werde von Ahab [alles] ausrotten, was mnnlich
ist, den Unmndigen und Mndigen in Israel. $9/9$ Und ich werde
das Haus Ahabs machen wie das Haus Jerobeams, des Sohnes Nebats,
und wie das Haus Baschas, des Sohnes Ahijas. $9/10$ Isebel aber
sollen die Hunde fressen auf dem Feld von Jesreel, und da wird
niemand sein, der begrbt. Und er ffnete die Tr und floh.

$9/11$ Und Jehu kam heraus zu den Knechten seines Herrn. Und man
sagte zu ihm: Ist es Friede? Warum ist dieser Rasende zu dir
gekommen? Er sagte zu ihnen: Ihr kennt ja den Mann und sein
Geschwtz. $9/12$ Sie aber sagten: Ausflchte! Berichte uns
doch! Da sagte er: So und so hat er zu mir geredet und hat
gesagt: So spricht der HERR: Ich habe dich zum Knig ber Israel
gesalbt! $9/13$ Da nahmen sie schnell jeder sein Kleid und
legten es unter ihn auf die nackten Stufen; und sie stieen ins
Horn und riefen: Jehu ist Knig!

Jehus Aufstand: Tod Jorams von Israel, Ahasjas von Juda und
Isebels.

$9/14$ So stiftete Jehu, der Sohn Joschafats, des Sohnes
Nimschis, eine Verschwrung gegen Joram an. Joram aber hatte
Wache gehalten bei Ramot [in] Gilead, er und ganz Israel, wegen
Hasaels, des Knigs von Aram. $9/15$ Und der Knig Joram war
zurckgekehrt, um sich in Jesreel von den Wunden heilen zu
lassen, die ihm die Aramer geschlagen hatten, als er gegen
Hasael, den Knig von Aram, kmpfte. Und Jehu sagte: Wenn es
euer Wille ist, soll niemand aus der Stadt entkommen, um
hinzugehen, es in Jesreel zu berichten. $9/16$ Und Jehu bestieg
den Wagen und fuhr nach Jesreel, denn dort lag Joram [krank].
Und Ahasja, der Knig von Juda, war hinabgezogen, um Joram zu
besuchen.

$9/17$ Und der Wchter stand auf dem Turm in Jesreel und sah die
Schar Jehus, wie er herankam, und sagte: Ich sehe eine Schar! Da
sagte Joram: Nimm einen Reiter und sende [ihn] ihnen entgegen,
und er soll sagen: Ist Friede? $9/18$ Da zog der Berittene ihm
entgegen und sagte: So spricht der Knig: Ist Friede? Jehu
sagte: Was kmmert es dich, ob Friede ist? Wende um, mir nach!
Und der Wchter berichtete: Der Bote ist bis zu ihnen gekommen,
kehrt aber nicht zurck. $9/19$ Da sandte er einen zweiten
Berittenen. Der kam zu ihnen und sagte: So spricht der Knig:
Ist es Friede? Jehu sagte: Was kmmert es dich, ob Friede ist?
Wende um, mir nach! $9/20$ Und der Wchter berichtete: Er ist
bis zu ihnen gekommen, kehrt aber nicht zurck. Und das Fahren
gleicht dem Fahren Jehus, des Sohnes Nimschis; denn er fhrt
[wie] in Raserei.

$9/21$ Da sagte Joram: Spannt an! Und man spannte seinen Wagen
an. Und Joram, der Knig von Israel, und Ahasja, der Knig von
Juda, zogen aus, jeder auf seinem Wagen; sie zogen aus, Jehu
entgegen, und trafen ihn auf dem Feld Nabots, des Jesreeliters.
$9/22$ Und es geschah, als Joram den Jehu sah, sagte er: Ist es
Friede, Jehu? Er aber sagte: Was, Friede? Bei den vielen
Hurereien deiner Mutter Isebel und ihren vielen Zaubereien!
$9/23$ Da machte Joram kehrt und floh und sagte zu Ahasja:
Verrat, Ahasja! $9/24$ Jehu aber nahm seinen Bogen zur Hand und
traf Joram zwischen die Schulterbltter, so da der Pfeil ihm
durchs Herz fuhr; und er brach in seinem Wagen zusammen. $9/25$
Und Jehu sagte zu seinem Offizier Bidkar: Nimm ihn [und] wirf
ihn auf das Feldstck des Jesreeliters Nabot! Denn denk daran,
wie ich und du zweispnnig hinter seinem Vater herfuhren und der
HERR diesen Ausspruch ber ihn tat: $9/26$ `Wenn ich das Blut
Nabots und das Blut seiner Shne gestern nicht gesehen habe!
spricht der HERR. Ich werde es dir vergelten auf diesem Feld,
spricht der HERR.' Und nun nimm [ihn auf], wirf ihn auf das Feld
nach dem Wort des HERRN!

$9/27$ Als Ahasja, der Knig von Juda, das sah, floh er in
Richtung Bet-Gan. Jehu aber jagte ihm nach und sagte: Auch ihn!
Und man verwundete ihn auf dem Wagen beim Anstieg von Gur, das
bei Jibleam [liegt]. Und er floh nach Megiddo und starb dort.
$9/28$ Und seine Knechte fhrten ihn auf einem Wagen nach
Jerusalem, und sie begruben ihn in seinem Grab bei seinen Vtern
in der Stadt Davids. $9/29$ Und im elften Jahr Jorams, des
Sohnes Ahabs, war Ahasja Knig geworden ber Juda.

$9/30$ Und Jehu kam nach Jesreel. Und als Isebel es hrte,
belegte sie ihre Augen mit Schminke und schmckte ihr Haupt und
schaute zum Fenster hinaus. $9/31$ Und als Jehu ins Tor kam,
sagte sie: Geht es dir gut, du Simri, der seinen Herrn erschlug?
$9/32$ Er erhob sein Gesicht zum Fenster und sagte: Wer ist mit
mir, wer? Da blickten zwei, drei Hofbeamte zu ihm hinunter.
$9/33$ Und er sagte: Strzt sie herunter! Und sie strzten sie
hinunter. Und es spritzte von ihrem Blut an die Wand und an die
Pferde, und er zertrat sie. $9/34$ Darauf ging er hinein, a und
trank. Dann sagte er: Seht doch nach dieser Verfluchten und
begrabt sie! Denn sie ist eine Knigstochter. $9/35$ Da gingen
sie hin, um sie zu begraben. Aber sie fanden nichts von ihr als
nur den Schdel und die Fe und die Handteller. $9/36$ Und sie
kamen zurck und berichteten es ihm. Da sagte er: Das ist das
Wort des HERRN, das er durch seinen Knecht Elia, den Tischbiter,
geredet hat: Auf dem Feld von Jesreel sollen die Hunde das
Fleisch Isebels fressen; $9/37$ und die Leiche Isebels soll auf
dem Feld von Jesreel wie der Mist auf dem Acker werden, so da
man nicht [mehr] sagen kann: Das ist Isebel.
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