Davids Gromut gegenber Saul in der Wagenburg.

\26\

$26/1$ Und die Sifiter kamen zu Saul nach Gibea und sagten: Hlt
sich David nicht auf dem Hgel Hachila, [der] Jeschimon
gegenber[liegt], verborgen? $26/2$ Da machte Saul sich auf und
zog in die Wste Sif hinab und mit ihm dreitausend auserlesene
Mnner aus Israel, um David in der Wste Sif zu suchen. $26/3$
Und Saul lagerte sich auf dem Hgel Hachila, der Jeschimon
gegenber am Weg [liegt]. David aber hielt sich in der Wste
auf. Und als er merkte, da Saul ihm in die Wste nachgekommen
war, $26/4$ sandte David Kundschafter aus und erfuhr mit
Gewiheit, da Saul gekommen war. $26/5$ Und David machte sich
auf und kam an den Ort, wo Saul ein Lager aufgeschlagen hatte.
Und David sah den Platz, wo Saul sich [zum Schlafen]
niedergelegt hatte mit Abner, dem Sohn des Ner, seinem
Heerobersten. Saul lag und schlief im innersten Lagerring, und
das Volk lagerte sich um ihn her.

$26/6$ Und David hob an und sagte zu Ahimelech, dem Hetiter, und
zu Abischai, dem Sohn der Zeruja, dem Bruder Joabs: Wer will mit
mir zu Saul ins Lager hinabgehen? Und Abischai antwortete: Ich
gehe mit dir hinab. $26/7$ Und David und Abischai kamen zu den
Leuten in der Nacht. Und siehe, Saul lag im [innersten]
Lagerring und schlief, und sein Speer war an seinem Kopfende in
die Erde gesteckt. Und Abner und das Volk lagen um ihn her.
$26/8$ Und Abischai sagte zu David: Heute hat Gott deinen Feind
in deine Hand ausgeliefert. Nun la mich ihn doch mit dem Speer
an den Boden spieen, einmal nur! Ein zweites Mal werde ich es
ihm nicht antun [mssen]. $26/9$ Aber David entgegnete Abischai:
Bring ihn nicht um! Denn wer knnte seine Hand gegen den
Gesalbten des HERRN ausstrecken und ungestraft bleiben? $26/10$
Und David sagte [weiter]: So wahr der HERR lebt, sicher wird ihn
der HERR schlagen, wenn seine Zeit kommt, da er sterbe, oder er
wird in den Krieg ziehen und umkommen! $26/11$ Der HERR lasse es
fern von mir sein, da ich meine Hand an den Gesalbten des HERRN
legen sollte! Und nun, nimm jetzt den Speer, der an seinem
Kopfende [steckt], und den Wasserkrug und la uns gehen! $26/12$
Und David nahm den Speer und den Wasserkrug von seinem Kopfende
weg, und sie gingen fort. Niemand sah es, und niemand merkte es,
und niemand wachte auf. Denn sie schliefen alle, weil ein tiefer
Schlaf von dem HERRN auf sie gefallen war.

$26/13$ Und David ging hinber auf die andere Seite und stellte
sich auf den Gipfel des Berges von ferne, [so da] ein weiter
Raum zwischen ihnen war. $26/14$ Und David rief dem Kriegsvolk
und Abner, dem Sohn des Ner, zu: Antwortest du nicht, Abner?
Abner antwortete und fragte: Wer bist du, der du [so] zum Knig
hin schreist? $26/15$ Und David sagte zu Abner: Bist du nicht
ein Mann? Wer ist wie du in Israel? Warum hast du nicht deinen
Herrn, den Knig, bewacht? Denn es ist einer vom Volk
eingedrungen, um den Knig, deinen Herrn, umzubringen. $26/16$
Das war nicht gut, was du getan hast! So wahr der HERR lebt, ihr
seid Shne des Todes, weil ihr nicht ber euren Herrn, ber den
Gesalbten des HERRN gewacht habt! Und nun sieh doch nach, wo der
Speer des Knigs ist und der Wasserkrug, die an seinem Kopfende
waren.

$26/17$ Und Saul erkannte die Stimme Davids und sagte: Ist das
deine Stimme, mein Sohn David? David antwortete: Es ist meine
Stimme, mein Herr und Knig. $26/18$ Und er sprach [weiter]:
Warum jagt denn mein Herr seinem Knecht nach? Ja, was habe ich
getan, und was ist Bses in meiner Hand? $26/19$ Und nun, hre
doch mein Herr, der Knig, auf die Worte seines Knechtes: Wenn
der HERR dich gegen mich aufgebracht hat, so lasse man ihn ein
Speisopfer riechen. Wenn es aber Menschenshne sind, so seien
sie verflucht vor dem HERRN, weil sie mich heute vertrieben
haben und mich nicht an dem Erbteil des HERRN teilhaben lassen:
Geh hin, diene andern Gttern! $26/20$ So mge nun mein Blut
nicht auf die Erde flieen fern von dem Angesicht des HERRN.
Denn der Knig von Israel ist ausgezogen, einen einzelnen Floh
zu suchen, wie man einem Rebhuhn nachjagt auf den Bergen.

$26/21$ Und Saul entgegnete: Ich habe gesndigt! Komm zurck,
mein Sohn David! Ich will dir nicht noch lnger etwas Bses
antun, weil mein Leben heute in deinen Augen teuer gewesen ist.
Siehe, ich habe tricht gehandelt und mich sehr schwer
vergangen! $26/22$ Und David antwortete und sagte: Siehe, hier
ist der Speer des Knigs! Es komme einer von den Leuten herber
und hole ihn! $26/23$ Und der HERR wird jedem seine
Gerechtigkeit und seine Treue vergelten. Denn der HERR hat dich
heute in meine Hand gegeben, ich aber wollte meine Hand nicht an
den Gesalbten des HERRN legen. $26/24$ Siehe, wie dein Leben
heute in meinen Augen hochgeachtet gewesen ist, so mge mein
Leben hochgeachtet werden in den Augen des HERRN, und er mge
mich erretten aus aller Bedrngnis. $26/25$ Und Saul sagte zu
David: Gesegnet seist du, mein Sohn David! Du wirst es sicher
ausrichten und zustande bringen. Und David ging seines Weges.
Saul aber kehrte an seinen Ort zurck.

David bei den Philistern und sein Aufenthalt in Ziklag.

\27\

$27/1$ Und David dachte in seinem Herzen: Nun werde ich doch
eines Tages durch die Hand Sauls umkommen! Es gibt nichts
Besseres fr mich, als eiligst in das Land der Philister zu
entrinnen. Dann wird Saul von mir ablassen, mich weiter im
ganzen Gebiet Israels zu suchen. Und ich werde seiner Hand
entrinnen. $27/2$ So machte sich David auf und ging mit
sechshundert Mann, die bei ihm waren, zu Achisch, dem Sohn des
Maoch, dem Knig von Gat, ber. $27/3$ Und David blieb bei
Achisch in Gat, er selbst und seine Mnner, jeder mit seinem
Haus, David und seine beiden Frauen, Ahinoam, die Jesreeliterin,
und Abigajil, die Frau Nabals, die Karmeliterin. $27/4$ Und als
Saul berichtet wurde, da David nach Gat geflohen sei, suchte er
ihn nicht mehr lnger.

$27/5$ Und David sagte zu Achisch: Wenn ich denn Gunst in deinen
Augen gefunden habe, dann gebe man mir einen Platz in einer der
Stdte auf dem Lande, damit ich dort wohne! Denn wozu soll dein
Knecht bei dir in der Knigsstadt wohnen? $27/6$ Und Achisch gab
ihm an diesem Tag Ziklag. Darum hat Ziklag den Knigen von Juda
gehrt bis zum heutigen Tag. $27/7$ Die Zeit aber, die David im
Gebiet der Philister wohnte, war ein Jahr und vier Monate.

$27/8$ Und David zog mit seinen Mnnern hinauf, und sie fielen
ein bei den Geschuritern und den Girsitern und den Amalekitern.
Denn diese waren von alters her die Bewohner des Landes bis nach
Schur hin und bis zum Land gypten. $27/9$ Und sooft David das
Land verwstete, lie er weder Mann noch Frau am Leben. Und er
nahm Schafe, Rinder, Esel, Kamele und Kleider mit und kehrte
wieder zurck und kam zu Achisch. $27/10$ Und wenn Achisch
fragte: Wohin habt ihr heute einen Einfall gemacht? - dann
antwortete David: In den Sden von Juda! - oder: In das Sdland
der Jerachmeeliter! - oder: In das Sdland der Keniter! $27/11$
Und David lie weder Mann noch Frau am Leben, um sie nach Gat zu
bringen, denn er dachte: Damit sie nicht gegen uns aussagen und
berichten: So hat David gehandelt! Und so hielt er es die ganze
Zeit, die er im Gebiet der Philister wohnte. $27/12$ Und Achisch
glaubte David und dachte: Er hat sich bei seinem Volk, bei
Israel, ganz stinkend gemacht, darum wird er fr immer mein
Knecht sein.

Saul bei der Totenbeschwrerin - Samuels Weissagung des Unheils.

\28\

$28/1$ Und es geschah in jenen Tagen, da versammelten die
Philister ihre Heere zum Krieg, um gegen Israel in den Kampf zu
ziehen. Und Achisch sagte zu David: Du erkennst sehr wohl, da
du und deine Mnner mit mir im Heer ausziehen mssen. $28/2$
David entgegnete Achisch: Gut, [auch] du wirst erkennen, was
dein Knecht tun wird. Und Achisch sagte zu David: Gut, ich will
dich zu meinem Leibwchter fr die ganze Zeit machen.

$28/3$ Samuel aber war gestorben, und ganz Israel hatte ihm die
Totenklage gehalten und ihn in seiner Stadt Rama begraben. Und
Saul hatte die Totenbeschwrer und Wahrsager aus dem Land
vertrieben. $28/4$ Und die Philister versammelten sich, kamen
und lagerten bei Schunem. Und Saul versammelte ganz Israel, und
sie lagerten auf dem [Gebirge] Gilboa. $28/5$ Und als Saul das
Heer der Philister sah, frchtete er sich, und sein Herz
verzagte sehr. $28/6$ Und Saul befragte den HERRN; aber der HERR
antwortete ihm nicht, weder durch Trume noch durch die Urim,
noch durch Propheten.

$28/7$ Da sagte Saul zu seinen Knechten: Sucht mir eine Frau,
die Tote beschwren kann, damit ich zu ihr gehe und sie befrage!
Und seine Knechte sagten zu ihm: Siehe, in En-Dor ist eine Frau,
die Tote beschwren kann. $28/8$ Und Saul machte sich
unkenntlich, zog andere Kleider an und ging hin, er und zwei
Mnner mit ihm, und sie kamen zu der Frau bei Nacht. Und [Saul]
sagte: Wahrsage mir doch durch Totenbeschwrung und bringe mir
herauf, wen ich dir nennen werde! $28/9$ Aber die Frau
antwortete ihm: Siehe, du kennst ja das, was Saul getan hat, wie
er die Totenbeschwrer und die Wahrsager aus dem Land
ausgerottet hat. Und warum stellst du mir eine Falle, um mich zu
tten? $28/10$ Und Saul schwor ihr bei dem HERRN: So wahr der
HERR lebt, es soll dich in dieser Sache keine Schuld treffen!
$28/11$ Da sagte die Frau: Wen soll ich dir heraufholen? Und er
erwiderte: Hole mir Samuel herauf! $28/12$ Als aber die Frau
Samuel sah, schrie sie laut auf und sagte zu Saul: Warum hast du
mich betrogen? Du bist ja Saul! $28/13$ Und der Knig sagte zu
ihr: Frchte dich nicht! Nun, was siehst du? Die Frau antwortete
Saul: Ich sehe einen Geist aus der Erde heraufsteigen. $28/14$
Er sagte zu ihr: Wie sieht er aus? Und sie antwortete: Ein alter
Mann steigt herauf. Er ist in ein Oberkleid gehllt. Da erkannte
Saul, da es Samuel war, und er neigte sich mit seinem Gesicht
zur Erde und fiel nieder. $28/15$ Und Samuel sprach zu Saul:
Warum hast du meine Ruhe gestrt, da du mich heraufkommen lt?
Und Saul antwortete: Ich bin in groer Bedrngnis! Denn die
Philister kmpfen gegen mich, und Gott ist von mir gewichen und
antwortet mir nicht mehr, weder durch Propheten noch durch
Trume. Da lie ich dich rufen, damit du mir zu erkennen gibst,
was ich tun soll. $28/16$ Und Samuel sprach: Warum fragst du
mich, da doch der HERR von dir gewichen und dein Feind geworden
ist? $28/17$ Der HERR hat dir getan, wie er durch mich geredet
hat. Und der HERR hat das Knigtum aus deiner Hand gerissen und
es David, deinem Nchsten, gegeben. $28/18$ Weil du der Stimme
des HERRN nicht gehorcht und seinen flammenden Zorn nicht an
Amalek ausgefhrt hast, darum hat dir der HERR das heute
angetan. $28/19$ Und der HERR wird auch Israel mit dir in die
Hand der Philister geben. Morgen wirst du mit deinen Shnen bei
mir sein. Auch das Heerlager Israels wird der HERR in die Hand
der Philister geben.

$28/20$ Da fiel Saul pltzlich seiner Lnge nach zur Erde, und
er geriet in groe Furcht ber die Worte Samuels. Auch war keine
Kraft mehr in ihm, denn er hatte den ganzen Tag und die ganze
Nacht nichts gegessen. $28/21$ Und die Frau trat zu Saul und
sah, da er sehr bestrzt war. Da sagte sie zu ihm: Siehe, deine
Magd hat auf deine Stimme gehrt, und ich habe mein Leben aufs
Spiel gesetzt und deinen Worten gehorcht, die du mir gesagt
hast. $28/22$ Und nun hre doch auch du auf die Stimme deiner
Magd! Ich will dir einen Bissen Brot vorsetzen. I, damit du
wieder zu Krften kommst, wenn du deinen Weg gehen mut! $28/23$
Aber er weigerte sich und sagte: Ich will nicht essen. Da
drngten ihn seine Knechte und auch die Frau. Und er hrte auf
ihre Stimme und stand von der Erde auf und setzte sich auf das
Bett. $28/24$ Und die Frau hatte ein gemstetes Kalb im Haus.
Und sie beeilte sich, es zu schlachten, und nahm Mehl, knetete
es und backte daraus ungesuerte Brote. $28/25$ Und sie setzte
es Saul und seinen Knechten vor, und sie aen. Und sie machten
sich auf und gingen noch in derselben Nacht fort.

Mitrauen der Philister gegenber David.

\29\

$29/1$ Und die Philister versammelten all ihre Heere bei Afek,
Israel aber lagerte sich an der Quelle, die bei Jesreel ist.
$29/2$ Und die Frsten der Philister zogen vorber nach
Hundertschaften und Tausendschaften, und David und seine Mnner
zogen zuletzt mit Achisch vorber. $29/3$ Da sagten die Obersten
der Philister: Was sollen diese Hebrer? Achisch antwortete den
Obersten der Philister: Das ist doch David, der Knecht Sauls,
des Knigs von Israel, der schon seit Jahr und Tag bei mir
gewesen ist. Ich habe nicht das Geringste an ihm gefunden von
dem Tag an, da er abgefallen ist, bis heute. $29/4$ Aber die
Obersten der Philister wurden zornig ber ihn, und die Obersten
der Philister sagten zu ihm: Schick den Mann zurck, damit er an
seinen Ort zurckkehrt, den du ihm angewiesen hast, und damit er
nicht mit uns in den Kampf hinabzieht und uns nicht zum
Widersacher im Kampf wird! Denn womit knnte er seinem Herrn
einen besseren Gefallen tun als mit den Kpfen dieser Mnner?
$29/5$ Ist das nicht derselbe David, von dem sie bei den
Reigentnzen sangen: Saul hat seine Tausend erschlagen und David
seine Zehntausend?

$29/6$ Und Archisch rief David und sagte zu ihm: So wahr der
HERR lebt, ja, du bist redlich! Es wre mir lieb gewesen, wenn
du mit mir im Heer aus und eingezogen wrest. Denn ich habe
nichts Bses an dir gefunden von dem Tag an, da du zu mir
gekommen bist, bis zum heutigen Tag; aber den Frsten gefllst
du nicht. $29/7$ Und nun kehre zurck und geh hin in Frieden,
damit du nichts tust, was den Frsten der Philister nicht
gefllt! $29/8$ Und David sagte zu Achisch: Was habe ich denn
getan, und was was hast du an deinem Knecht gefunden seit der
Zeit, da ich dir gedient habe, bis heute, da ich nicht
herkommen und gegen die Feinde meines Herrn, des Knigs, kmpfen
soll? $29/9$ Und Achisch antwortete und sagte zu David: Ich wei
es, denn in meinen Augen bist du [so] gut wie ein Engel Gottes.
Doch die Obersten der Philister haben gesagt: Er soll nicht mit
uns in den Kampf hinaufziehen! $29/10$ So mach dich nun frh am
Morgen auf mit den Knechten deines Herrn, die mit dir gekommen
sind! Und macht euch frh am Morgen auf! Sobald es hell wird,
zieht fort! $29/11$ Und David machte sich frh auf, er und seine
Mnner, um [noch] am Morgen fortzuziehen und in das Land der
Philister zurckzukehren. Die Philister aber zogen nach Jesreel
hinauf.

Davids Sieg ber die Amalekiter.

\30\

$30/1$ Und es geschah, als David und seine Mnner am dritten Tag
nach Ziklag kamen, waren die Amalekiter in das Sdland und in
Ziklag eingefallen. Und sie hatten Ziklag geschlagen und mit
Feuer verbrannt. $30/2$ Und sie hatten die Frauen und was
[sonst] in [der Stadt] war, gefangen weggetrieben, vom Kleinsten
bis zum Grten. Sie hatten aber niemand gettet, sondern sie
weggetrieben und waren abgezogen. $30/3$ David und seine Mnner
kamen zur Stadt. Und siehe, sie war mit Feuer verbrannt, und
ihre Frauen, Shne und Tchter waren gefangen weggefhrt. $30/4$
Da erhoben David und das Volk, das bei ihm war, ihre Stimme und
weinten, bis sie nicht mehr weinen konnten. $30/5$ Und die
beiden Frauen Davids waren gefangen weggefhrt worden, Ahinoam,
die Jesreeliterin, und Abigajil, die Frau Nabals, des
Karmeliters. $30/6$ Und David war in groer Bedrngnis, denn das
Volk sprach davon, ihn zu steinigen. Denn die Seele des ganzen
Volkes war erbittert, jeder [war erbittert] wegen seiner Shne
und seiner Tchter. Aber David strkte sich in dem HERRN, seinem
Gott.

$30/7$ Und David sagte zu dem Priester Abjatar, dem Sohn des
Ahimelech: Bring mir doch das Ephod her! Und Abjatar brachte das
Ephod zu David. $30/8$ Und David befragte den HERRN: Soll ich
dieser Schar nachjagen? Werde ich sie einholen? Und er sprach zu
ihm: Jage ihr nach, ja, du wirst sie gewi einholen und [die
Gefangenen] ganz gewi befreien! $30/9$ Da zog David hin, er und
die sechshundert Mann, die bei ihm waren. Und sie kamen an den
Bach Besor, wo einige zurckblieben und haltmachten. $30/10$ Und
David jagte [ihnen] mit vierhundert Mann nach. Denn zweihundert
Mann, die zu erschpft waren, um ber den Bach Besor zu gehen,
blieben zurck.

$30/11$ Und sie fanden einen gypter auf dem Feld und brachten
ihn zu David und gaben ihm Brot zu essen und Wasser zu trinken.
$30/12$ Sie reichten ihm [auch] ein Stck Feigenkuchen und zwei
Rosinenkuchen. Und als er gegessen hatte, kam er wieder zu sich,
denn er hatte drei Tage und drei Nchte kein Brot gegessen und
kein Wasser getrunken. $30/13$ Und David sagte zu ihm: Zu wem
gehrst du? Und woher bist du? Er antwortete: Ich bin ein junger
gypter, der Knecht eines Amalekiters. Mein Herr hat mich
zurckgelassen, denn ich wurde heute vor drei Tagen krank.
$30/14$ Wir sind eingefallen in das Sdland der Kreter und in
das [Gebiet] von Juda und in das Sdland von Kaleb und haben
Ziklag mit Feuer verbrannt. $30/15$ Und David sagte zu ihm:
Willst du mich zu dieser Schar hinabfhren? Und er antwortete:
Schwre mir bei Gott, da du mich nicht tten und mich nicht in
die Hand meines Herrn ausliefern wirst! Und ich will dich zu
dieser Schar hinabfhren.

$30/16$ Als er ihn hinabfhrte, siehe, da hatten sie sich ber
die ganze Gegend hin ausgebreitet. Sie aen und tranken und
feierten ein Freudenfest wegen all der groen Beute, die sie aus
dem Land der Philister und aus dem Land Juda mitgenommen hatten.
$30/17$ Und David schlug sie von der Morgendmmerung an bis zum
Abend des folgenden Tages, so da keiner von ihnen entrann auer
vierhundert jungen Mnnern, die auf Kamele stiegen und
entflohen. $30/18$ Und David befreite alles, was die Amalekiter
genommen hatten; auch seine beiden Frauen befreite David.
$30/19$ Und es fehlte ihnen nichts, vom Kleinsten bis zum
Grten, weder Shne noch Tchter, weder Beute noch alles, was
sie ihnen weggenommen hatten; alles brachte David zurck.
$30/20$ Und David nahm alle Schafe und Rinder. Sie trieben sie
vor dem anderen Vieh her und sagten: Dies ist die Beute Davids!

$30/21$ Und David kam zu den zweihundert Mnnern, die zu
erschpft gewesen waren, um David zu folgen, und die man am Bach
Besor zurckgelassen hatte. Sie gingen David und dem Kriegsvolk
entgegen, das bei ihm war. Und David trat zu dem Volk und fragte
sie nach ihrem Wohlergehen. $30/22$ Und allerlei Bse und
Nichtswrdige von den Mnnern, die mit David gezogen waren,
sagten: Weil sie nicht mit uns gezogen sind, wollen wir ihnen
von der Beute, die wir [den Feinden] entrissen haben, nichts
geben, sondern jeder [nehme] seine Frau und seine Kinder; die
knnen sie mitnehmen und gehen. $30/23$ Aber David sagte: Macht
es nicht so, meine Brder, mit dem, was der HERR uns gegeben
hat! Er hat uns bewahrt und diese Schar, die ber uns gekommen
war, in unsere Hand gegeben. $30/24$ Und wer sollte in dieser
Sache auf euch hren? Denn wie der Anteil dessen, der in den
Kampf hinabzieht, so soll auch der Anteil dessen sein, der bei
dem Tro bleibt. Miteinander sollen sie teilen. $30/25$ Und so
geschah es von diesem Tag an und darber hinaus. Und [David]
machte es zu Ordnung und Recht fr Israel bis auf diesen Tag.

$30/26$ Und David kam nach Ziklag. Und er sandte von der Beute
den ltesten in Juda, seinen Freunden, und lie [ihnen] sagen:
Siehe, da habt ihr ein Segensgeschenk von der Beute der Feinde
des HERRN; $30/27$ denen in Bethel und denen in Ramot im Sdland
und denen in Jattir $30/28$ und denen in Aroer und denen in
Sifmot und denen in Eschtemoa $30/29$ und denen in Rakal und
denen in den Stdten der Jerachmeeliter und denen in den Stdten
der Keniter $30/30$ und denen in Horma und denen in Bor-Aschan
und denen in Atach $30/31$ und denen in Hebron und nach allen
Orten, wo David mit seinen Mnnern umhergezogen war.

Israels Niederlage gegen die Philister, Sauls Selbstmord und Tod
seiner Shne.

1Chr 10,1-12.

\31\

$31/1$ Die Philister aber kmpften gegen Israel. Und die Mnner
von Israel flohen vor den Philistern, und [vom Schwert]
Durchbohrte fielen auf dem Gebirge Gilboa. $31/2$ Und die
Philister holten Saul und seine Shne ein. Und sie erschlugen
Jonatan, Abinadab und Malkischua, die Shne Sauls. $31/3$ Und
der Kampf [tobte] heftig gegen Saul, und die Bogenschtzen
erreichten ihn. Und er zitterte sehr vor den Schtzen. $31/4$ Da
sagte Saul zu seinem Waffentrger: Zieh dein Schwert und
durchbohre mich damit, damit diese Unbeschnittenen nicht kommen
und mich durchbohren und ihren Mutwillen mit mir treiben! Sein
Waffentrger aber wollte nicht, denn er frchtete sich sehr. Da
nahm Saul das Schwert und strzte sich hinein. $31/5$ Und als
sein Waffentrger sah, da Saul tot war, strzte auch er sich in
sein Schwert und starb mit ihm. $31/6$ So starben Saul und seine
drei Shne und sein Waffentrger, auch alle seine Mnner
zugleich an diesem Tag. $31/7$ Als aber die Mnner von Israel,
die jenseits der Ebene und jenseits des Jordan [wohnten], sahen,
da die Mnner von Israel geflohen und da Saul und seine Shne
tot waren, da verlieen sie die Stdte und flohen. Und die
Philister kamen und wohnten darin.

$31/8$ Und es geschah am folgenden Tag, da kamen die Philister,
um die Erschlagenen auszuplndern. Und sie fanden Saul und seine
drei Shne, [wie sie] gefallen auf dem Gebirge Gilboa [lagen].
$31/9$ Und sie hieben ihm den Kopf ab und nahmen ihm seine
Waffen ab. Und sie sandten im Land der Philister umher, um die
Freudenbotschaft in den Husern ihrer Gtzen und unter dem Volk
zu verknden. $31/10$ Und sie legten seine Waffen in das Haus
der Astarot, und seine Leiche nagelten sie an die Mauer von
Bet-Schean. $31/11$ Als aber die Bewohner von Jabesch-Gilead
ber ihn hrten [und] was die Philister Saul angetan hatten,
$31/12$ machten sich alle tchtigen Mnner auf und gingen die
ganze Nacht hindurch und nahmen die Leiche Sauls und die Leichen
seiner Shne von der Mauer von Bet-Schean herab. Und sie kamen
nach Jabesch [zurck] und verbrannten sie dort. $31/13$ Und sie
nahmen ihre Gebeine und begruben sie unter der Tamariske in
Jabesch und fasteten sieben Tage.

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