Sieg Sauls ber Amalek, sein Ungehorsam und seine Verwerfung.

\15\

$15/1$ Samuel sagte zu Saul: Der HERR hat mich gesandt, um dich
zum Knig ber sein Volk, ber Israel, zu salben. So hre nun
auf die Stimme der Worte des HERRN! $15/2$ So spricht der HERR
der Heerscharen: Ich habe bedacht, was Amalek Israel angetan,
wie es sich ihm in den Weg gestellt hat, als [Israel] aus
gypten heraufzog. $15/3$ Nun zieh hin und schlage Amalek! Und
vollstreckt den Bann an ihnen, an allem, was es hat, und
verschone ihn nicht, [sondern] tte Mann und Frau, Kind und
Sugling, Rind und Schaf, Kamel und Esel! $15/4$ Da rief Saul
das Volk auf und musterte sie in Telem, 200 000 Mann zu Fu und
10 000 Mnner aus Juda. $15/5$ Und Saul kam bis zur Stadt der
Amalekiter und legte einen Hinterhalt in das Tal. $15/6$ Und
Saul lie den Kenitern sagen: Geht, weicht, zieht weg von den
Amalekitern, da ich dich nicht mit ihnen wegraffe! Denn du, du
hast allen Shnen Israel Gnade erwiesen, als sie aus gypten
heraufzogen. Da zogen die Keniter fort von Amalek. $15/7$ Und
Saul schlug die Amalekiter von Hawila bis nach Schur, das vor
gypten liegt. $15/8$ Und er ergriff Agag, den Knig der
Amalekiter, lebend. Und an dem ganzen Volk vollstreckte er den
Bann mit der Schrfe des Schwertes. $15/9$ Aber Saul und das
Volk verschonten Agag und die besten Schafe und Rinder und die
[Tiere] vom zweiten Wurf und die Lmmer und alles, was wertvoll
war, daran wollten sie nicht den Bann vollstrecken. Alles Vieh
aber, das verachtet und schwchlich war, daran vollstreckten sie
den Bann.

$15/10$ Da geschah das Wort des HERRN zu Samuel: $15/11$ Es reut
mich, da ich Saul zum Knig gemacht habe; denn er hat sich von
mir abgewandt und hat meine Worte nicht ausgefhrt. Da
entbrannte dem Samuel [der Zorn], und er schrie zu dem HERRN die
ganze Nacht. $15/12$ Und am frhen Morgen machte Samuel sich
auf, um Saul zu begegnen. Da wurde Samuel berichtet: Saul ist
nach Karmel gekommen. Und siehe, er hat sich ein Siegeszeichen
errichtet, und er hat sich gewandt und ist weitergegangen und
nach Gilgal hinabgekommen. $15/13$ Als Samuel zu Saul kam, sagte
Saul zu ihm: Gesegnet seist du von dem HERRN! Ich habe das Wort
des HERRN erfllt. $15/14$ Und Samuel antwortete: Was ist denn
das fr ein Blken von Schafen, das zu meinen Ohren kommt, und
ein Brllen von Rindern, das ich hre? $15/15$ Saul sagte: Von
den Amalekitern hat man sie gebracht, denn das Volk verschonte
die besten Schafe und Rinder, um [sie] dem HERRN, deinem Gott,
zu opfern; an den brigen haben wir den Bann vollstreckt.
$15/16$ Da sprach Samuel zu Saul: Halt ein, damit ich dir
verknde, was der HERR diese Nacht zu mir geredet hat! Und er
sagte zu ihm: Rede! $15/17$ Und Samuel sprach: Wurdest du nicht,
als du gering in deinen Augen warst, das Oberhaupt der Stmme
Israels? Und der HERR salbte dich zum Knig ber Israel. $15/18$
Und der HERR sandte dich auf den Weg und sagte: Zieh hin und
vollstrecke den Bann an den Frevlern, an Amalek und kmpfe mit
ihnen, bis du sie vernichtet hast! $15/19$ Warum hast du denn
der Stimme des HERRN nicht gehorcht und bist ber die Beute
hergefallen und hast getan, was in den Augen des HERRN bse ist?
$15/20$ Und Saul antwortete Samuel: Ich habe der Stimme des
HERRN gehorcht und bin den Weg gezogen, den der HERR mich
gesandt hat. Ich habe Agag, den Knig von Amalek, hergebracht
und an Amalek den Bann vollstreckt. $15/21$ Aber das Volk hat
von der Beute genommen: Schafe und Rinder, das Beste vom
Gebannten, um [es] dem HERRN, deinem Gott, in Gilgal zu opfern.
$15/22$ Samuel aber sprach: Hat der HERR [so viel] Lust an
Brandopfern und Schlachtopfern wie daran, da man der Stimme des
HERRN gehorcht? Siehe, Gehorchen ist besser als Schlachtopfer,
Aufmerken besser als das Fett der Widder. $15/23$ Denn
Widerspenstigkeit ist eine Snde [wie] Wahrsagerei, und
Widerstreben ist wie Abgtterei und Gtzendienst. Weil du das
Wort des HERRN verworfen hast, so hat er dich auch verworfen,
da du nicht mehr Knig sein sollst.

$15/24$ Saul sagte zu Samuel: Ich habe gesndigt, da ich den
Befehl des HERRN und deine Worte bertreten habe; denn ich
frchtete das Volk und hrte auf seine Stimme. $15/25$ Und nun,
vergib mir doch meine Snde und kehre mit mir um, da ich den
HERRN anbete! $15/26$ Aber Samuel sprach zu Saul: Ich kehre
nicht mit dir um. Denn du hast das Wort des HERRN verworfen, und
der HERR hat dich verworfen, da du nicht mehr Knig ber Israel
sein sollst. $15/27$ Als Samuel sich umwandte, um wegzugehen, da
ergriff Saul ihn beim Zipfel seines Oberkleides, so da er
abri. $15/28$ Da sprach Samuel zu ihm: Der HERR hat heute das
Knigtum Israels von dir abgerissen und es einem anderen
gegeben, der besser ist als du. $15/29$ Auch lgt der nicht, der
Israels Ruhm ist, und es gereut ihn nicht. Denn nicht ein Mensch
ist er, da ihn [etwas] gereuen knnte. $15/30$ Und er sprach:
Ich habe gesndigt! Aber ehre mich doch vor den ltesten meines
Volkes und vor Israel und kehre mit mir um, da ich den HERRN,
deinen Gott, anbete! $15/31$ Und Samuel kehrte um [und folgte]
Saul nach, und Saul betete den HERRN an.

$15/32$ Und Samuel sprach: Bringt Agag, den Knig von Amalek, zu
mir her! Und Agag kam widerstrebend zu ihm. Und Agag sagte:
Frwahr, die Bitterkeit des Todes ist gewichen! $15/33$ Aber
Samuel sagte: Wie dein Schwert Frauen kinderlos gemacht hat, so
sei [auch] deine Mutter kinderlos unter den Frauen! Und Samuel
hieb Agag in Stcke vor dem HERRN in Gilgal.

$15/34$ Und Samuel ging nach Rama. Saul aber zog in sein Haus
hinauf nach Gibea-Saul. $15/35$ Und Samuel sah Saul nicht mehr
bis zum Tag seines Todes. Denn Samuel trauerte um Saul, da es
den HERRN reute, da er Saul zum Knig ber Israel gemacht
hatte.

Davids Salbung zum Knig.

\16\

$16/1$ Und der HERR sprach zu Samuel: Wie lange willst du um
Saul trauern, den ich doch verworfen habe, da er nicht mehr
Knig ber Israel sei? Flle dein Horn mit l und geh hin! Ich
will dich zu dem Bethlehemiter Isai senden; denn ich habe mir
unter seinen Shnen einen zum Knig ausersehen. $16/2$ Und
Samuel antwortete: Wie kann ich hingehen? Wenn Saul es hrt, so
wird er mich umbringen. Der HERR sprach: Nimm eine junge Kuh mit
dir und sage: Ich bin gekommen, um dem HERRN zu opfern! $16/3$
Und lade Isai zum Schlachtopfer, und ich werde dir zu erkennen
geben, was du tun sollst! Und du sollst mir den salben, den ich
dir nennen werde.

$16/4$ Und Samuel tat, was der HERR [ihm] gesagt hatte, und kam
nach Bethlehem. Da kamen die ltesten der Stadt ihm aufgeregt
entgegen und sagten: Bedeutet dein Kommen Friede? $16/5$ Und er
sprach: Ja, Friede! Ich bin gekommen, um dem HERRN ein Opfer zu
bringen. Heiligt euch und kommt mit mir zum Schlachtopfer! Und
er heiligte Isai und seine Shne und lud sie zum Schlachtopfer.
$16/6$ Und es geschah, als sie kamen, sah er den Eliab und
meinte: Gewi, da steht sein Gesalbter vor dem HERRN! $16/7$
Aber der HERR sprach zu Samuel: Sieh nicht auf sein Aussehen und
auf seinen hohen Wuchs! Denn ich habe ihn verworfen. Denn [der
HERR sieht] nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Denn der
Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, aber der HERR sieht auf
das Herz. $16/8$ Da rief Isai den Abinadab und lie ihn vor
Samuel vorbergehen. Aber er sprach: Auch diesen hat der HERR
nicht erwhlt. $16/9$ Dann lie Isai Schamma vorbergehen. Er
aber sprach: Auch diesen hat der HERR nicht erwhlt. $16/10$ Und
Isai lie seine sieben Shne vor Samuel vorbergehen. Aber
Samuel sprach zu Isai: Der HERR hat keinen von ihnen erwhlt.
$16/11$ Und Samuel fragte Isai: Sind das die jungen Leute alle?
Er antwortete: Der Jngste ist noch brig, siehe, er weidet die
Schafe. Und Samuel sagte zu Isai: Sende hin und la ihn holen!
Denn wir werden uns nicht zu Tisch setzen, bis er
hierhergekommen ist. $16/12$ Da sandte er hin und lie ihn
holen. Und er war rtlich und hatte schne Augen und ein gutes
Aussehen. Und der HERR sprach: Auf, salbe ihn! Denn der ist es!
$16/13$ Da nahm Samuel das lhorn und salbte ihn mitten unter
seinen Brdern. Und der Geist des HERRN geriet ber David von
diesem Tag an und darber hinaus. Samuel aber machte sich auf
und ging nach Rama.

David bei Saul.

$16/14$ Aber der Geist des HERRN wich von Saul, und ein bser
Geist vom HERRN ngstigte ihn. $16/15$ Und die Knechte Sauls
sagten zu ihm: Sieh, ein bser Geist von Gott ngstigt dich.
$16/16$ Unser Herr befehle seinen Knechten, die vor ihm stehen,
da sie einen Mann suchen, der die Zither zu spielen wei. Und
es wird geschehen, wenn der bse Geist von Gott ber dich kommt,
so wird er mit seiner Hand spielen, und es wird besser mit dir
werden. $16/17$ Und Saul sagte zu seinen Knechten: Seht euch
nach einem Mann fr mich um, der gut spielen kann, und bringt
ihn zu mir! $16/18$ Und einer von den jungen Mnnern antwortete:
Siehe, ich habe einen Sohn des Bethlehemiters Isai gesehen, der
[die Zither] zu spielen wei, ein tapferer Mann, tchtig zum
Kampf und des Wortes mchtig, von guter Gestalt, und der HERR
ist mit ihm. $16/19$ Da sandte Saul Boten zu Isai und lie ihm
sagen: Sende deinen Sohn David zu mir, der bei den Schafen ist!
$16/20$ Da nahm Isai einen Esel und belud ihn mit Brot und einen
Schlauch Wein und ein Ziegenbckchen und sandte es Saul durch
seinen Sohn David. $16/21$ So kam David zu Saul und diente ihm.
Und [Saul] gewann ihn sehr lieb, und er wurde sein Waffentrger.
$16/22$ Und Saul sandte zu Isai und lie ihm sagen: La doch
David in meinen Dienst treten, denn er hat Gunst gefunden in
meinen Augen! $16/23$ Und es geschah, wenn der Geist von Gott
ber Saul kam, nahm David die Zither und spielte [darauf] mit
seiner Hand. Und Saul fand Erleichterung, und es ging ihm
besser, und der bse Geist wich von ihm.

Davids Sieg ber Goliat.

\17\

$17/1$ Und die Philister sammelten ihre Heere zum Kampf und
versammelten sich zu Socho in Juda und lagerten sich bei
Efes-Dammim, zwischen Socho und Aseka. $17/2$ Und Saul und die
Mnner von Israel versammelten und lagerten sich im
Terebinthental, und sie stellten sich den Philistern gegenber
in Schlachtordnung auf. $17/3$ Und die Philister standen an
einem Berg jenseits, und Israel stand an einem Berg diesseits,
so da das Tal zwischen ihnen war.

$17/4$ Und ein Vorkmpfer trat aus den Lagern der Philister
heraus, sein Name war Goliat, aus Gat; seine Gre war sechs
Ellen und eine Spanne. $17/5$ Und er hatte einen bronzenen Helm
auf seinem Kopf und war mit einem Schuppenpanzer bekleidet. Das
Gewicht des Panzers betrug 5 000 Schekel Bronze. $17/6$ Und er
hatte bronzene Schienen an seinen Beinen und ein bronzenes
Krummschwert auf seiner Schulter. $17/7$ Und der Schaft seines
Speeres war wie ein Weberbaum, und die Spitze seines Speeres
[wog] sechshundert Schekel Eisen. Und der Schildtrger ging vor
ihm her. $17/8$ Und er stellte sich hin, rief den Schlachtreihen
Israels zu und sprach zu ihnen: Wozu zieht ihr aus, um euch in
Schlachtordnung aufzustellen? Bin ich nicht der Philister und
ihr die Knechte Sauls? Bestimmt einen Mann von euch, da er zu
mir herabkommt! $17/9$ Wenn er mit mir zu kmpfen vermag und
mich erschlgt, dann wollen wir eure Knechte sein. Wenn ich ihn
aber berwinde und ihn erschlage, dann sollt ihr unsere Knechte
sein und uns dienen. $17/10$ Und der Philister sagte: Ich
verhhne heute die Schlachtreihen Israels! Gebt mir einen Mann,
da wir miteinander kmpfen! $17/11$ Und Saul und ganz Israel
hrten diese Worte des Philisters, und sie waren
niedergeschlagen und frchteten sich sehr.

$17/12$ David nun war der Sohn jenes Ephratiters von Bethlehem
in Juda, mit Namen Isai, der acht Shne hatte. Und der Mann war
in den Tagen Sauls schon zu alt, um unter den Mnnern
[mit]zukommen. $17/13$ Die drei ltesten Shne Isais aber waren
mit Saul in den Krieg gezogen. Die Namen seiner drei Shne, die
in den Krieg zogen, waren: Eliab, der Erstgeborene, und der
zweite Abinadab und der dritte Schamma. $17/14$ Und David war
der jngste, und die drei ltesten waren Saul gefolgt. $17/15$
David aber ging ab und zu von Saul weg, um die Schafe seines
Vaters in Bethlehem zu weiden. - $17/16$ Und der Philister trat
morgens und abends heraus und stellte sich hin, vierzig Tage
lang. - $17/17$ Isai aber sagte zu seinem Sohn David: Nimm doch
fr deine Brder dieses Efa gerstete Krner und diese zehn
Brote und bring sie schnell in das Lager zu deinen Brdern!
$17/18$ Und diese zehn Stcke Weichkse bring dem Obersten ber
Tausend und erkundige dich, ob es deinen Brdern gutgeht, und
bring ein Pfand von ihnen mit! $17/19$ Saul und sie und alle
Mnner von Israel stehen im Terebinthental im Kampf mit den
Philistern. - $17/20$ Da machte sich David des Morgens frh auf
und berlie die Schafe einem Hter. Er nahm und ging hin, wie
Isai ihm geboten hatte, und kam zum Lagerplatz. Als das Heer
aber in die Schlachtreihe ausrckte, erhoben sie das
Kampfgeschrei. $17/21$ Und Israel und die Philister stellten
sich auf, Schlachtreihe gegen Schlachtreihe. $17/22$ David lie
sein Gepck, das er trug, bei der Wache des Trosses und lief in
die Schlachtreihe. Und er kam und fragte seine Brder nach ihrem
Wohlergehen. $17/23$ Whrend er noch mit ihnen redete, siehe, da
kam der Vorkmpfer herauf, mit Namen Goliat, der Philister von
Gat, aus den Schlachtreihen der Philister und redete dieselben
Worte; und David hrte es. $17/24$ Als aber alle Mnner von
Israel den Mann sahen, flohen sie vor ihm und frchteten sich
sehr. $17/25$ Und die Mnner von Israel sagten: Habt ihr diesen
Mann gesehen, wie er heraufkommt? Denn er kommt nur herauf, um
Israel zu verhhnen. Und es soll geschehen, wer immer ihn
erschlgt, den will der Knig sehr reich belohnen. Und er will
ihm seine Tochter geben und will das Haus seines Vaters [von
Abgaben] freimachen in Israel. $17/26$ Da sagte David zu den
Mnnern, die bei ihm standen: Was soll mit dem Mann geschehen,
der diesen Philister da erschlgt und die Schande von Israel
abwendet? Wer ist denn dieser unbeschnittene Philister da, der
die Schlachtreihen des lebendigen Gottes verhhnt? $17/27$ Und
das Volk antwortete ihm wie vorher: So [und so] soll dem Mann
geschehen, der ihn erschlgt. $17/28$ Und Eliab, sein ltester
Bruder, hrte zu, als er mit den Mnnern redete. Und der Zorn
Eliabs entbrannte ber David, und er sagte: Warum bist du
berhaupt hergekommen? Und wem hast du jene paar Schafe in der
Wste berlassen? Ich erkenne deine Vermessenheit wohl und die
Bosheit deines Herzens; denn du bist [ja nur] hergekommen, um
dem Kampf zuzusehen. $17/29$ Und David antwortete: Was habe ich
denn getan? Ist es nicht der Mhe wert? $17/30$ Und er wandte
sich von ihm ab, einem andern zu, und wiederholte die Frage; und
das Volk gab ihm dieselbe Antwort wie vorher.

$17/31$ Und die Worte, die David geredet hatte, wurden bekannt.
Und man meldete sie Saul; und der lie ihn holen. $17/32$ Und
David sagte zu Saul: Niemand lasse seinetwegen den Mut sinken!
Dein Knecht will hingehen und mit diesem Philister kmpfen.
$17/33$ Aber Saul sagte zu David: Du kannst nicht zu diesem
Philister gehen, um mit ihm zu kmpfen. Denn du bist ein junger
Mann, er aber ist ein Kriegsmann von seiner Jugend auf. $17/34$
Da sagte David zu Saul: Dein Knecht weidete die Schafe fr
seinen Vater. Wenn dann ein Lwe oder ein Br kam und ein Schaf
von der Herde wegtrug, $17/35$ so lief ich ihm nach und schlug
auf ihn ein und entri es seinem Rachen. Erhob er sich gegen
mich, so ergriff ich ihn bei seinem Bart, schlug ihn und ttete
ihn. $17/36$ So hat dein Knecht den Lwen und den Bren
erschlagen. Und diesem unbeschnittenen Philister soll es genauso
ergehen wie einem von ihnen, weil er die Schlachtreihen des
lebendigen Gottes verhhnt hat! $17/37$ Und David fuhr fort: Der
HERR, der mich aus den Klauen des Lwen und aus den Klauen des
Bren errettet hat, der wird mich auch aus der Hand dieses
Philisters erretten. Und Saul sagte zu David: Geh hin, der HERR
sei mit dir! $17/38$ Und Saul legte David seine Rstung an und
setzte einen bronzenen Helm auf sein Haupt und zog ihm einen
Schuppenpanzer an. $17/39$ Und David grtete Sauls Schwert ber
seine Rstung und wollte damit gehen, denn er hatte es [noch]
nie versucht. Da sagte David zu Saul: Ich kann nicht damit
gehen, denn ich habe es nie versucht. Und David legte sie wieder
ab. $17/40$ Und er nahm seinen Stab in seine Hand und whlte
fnf glatte Steine aus dem Bach und tat sie in die Hirtentasche,
die ihm als Schleudertasche [diente], und [nahm] seine Schleuder
in seine Hand und ging dem Philister entgegen.

$17/41$ Und der Philister ging und kam David immer nher, und
der Mann, der den Schild trug, [ging] vor ihm her. $17/42$ Als
aber der Philister hinschaute und David sah, verachtete er ihn,
weil er noch jung war, und er war rtlich und schn von
Aussehen. $17/43$ Und der Philister sprach zu David: Bin ich
denn ein Hund, da du mit Stcken zu mir kommst? Und der
Philister fluchte David bei seinen Gttern. $17/44$ Der
Philister sagte zu David: Komm her zu mir, da ich dein Fleisch
den Vgeln des Himmels und den Tieren des Feldes gebe! $17/45$
Und David antwortete dem Philister: Du kommst zu mir mit
Schwert, Lanze und Krummschwert. Ich aber komme zu dir mit dem
Namen des HERRN der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen
Israels, den du verhhnt hast. $17/46$ Heute wird der HERR dich
in meine Hand ausliefern, und ich werde dich erschlagen und dir
den Kopf abhauen. Und die Leichen des Heeres der Philister werde
ich heute noch den Vgeln des Himmels und den wilden Tieren der
Erde geben. Und die ganze Erde soll erkennen, da Israel einen
Gott hat. $17/47$ Und diese ganze Versammlung soll erkennen, da
der HERR nicht durch Schwert oder Speer errettet. Denn des HERRN
ist der Kampf, und er wird euch in unsere Hand geben!

$17/48$ Und es geschah, als der Philister sich aufmachte und
nher an David herankam, da lief David eilends von der
Schlachtreihe aus dem Philister entgegen. $17/49$ Und David
griff mit seiner Hand in die Tasche und nahm einen Stein heraus,
und er schleuderte und traf den Philister an seine Stirn. Und
der Stein drang ihm in die Stirn ein, und er fiel auf sein
Gesicht zur Erde. $17/50$ So berwand David mit der Schleuder
und mit dem Stein den Philister, und er traf den Philister und
ttete ihn. David aber hatte kein Schwert in der Hand. $17/51$
Und David lief und trat zu dem Philister und nahm dessen
Schwert, zog es aus seiner Scheide und ttete ihn [vollends] und
hieb ihm den Kopf damit ab. Als aber die Philister sahen, da
ihr strkster Mann tot war, flohen sie. $17/52$ Und die Mnner
von Israel und Juda machten sich auf und erhoben das
Kriegsgeschrei und jagten den Philistern nach bis nach Gat und
bis an die Tore von Ekron. Und die Erschlagenen der Philister
fielen auf dem Weg von Schaarajim bis Gat und Ekron. $17/53$ Und
die Shne Israel kehrten von der Verfolgung der Philister zurck
und plnderten deren Lager. $17/54$ Und David nahm den Kopf des
Philisters und brachte ihn nach Jerusalem; seine Waffen aber
legte er in sein Zelt.

$17/55$ Als aber Saul sah, wie David dem Philister entgegenging,
sagte er zu Abner, dem Heerobersten: Wessen Sohn ist doch dieser
junge Mann, Abner? Und Abner antwortete: So wahr du lebst,
Knig, ich wei es nicht! $17/56$ Und der Knig befahl: Frage,
wessen Sohn der junge Mann ist! $17/57$ Als David zurckkehrte,
nachdem er den Philister erschlagen hatte, nahm ihn Abner und
brachte ihn vor Saul; und er hatte den Kopf des Philisters in
seiner Hand. $17/58$ Und Saul fragte ihn: Wessen Sohn bist du,
junger Mann? David antwortete: Der Sohn deines Knechtes Isai,
des Bethlehemiters.

Davids Freundschaft mit Jonatan - Sauls Eifersucht auf David.

\18\

$18/1$ Und es geschah, als er aufgehrt hatte, mit Saul zu
reden, verband sich die Seele Jonatans mit der Seele Davids; und
Jonatan gewann ihn lieb wie seine eigene Seele. $18/2$ Und Saul
nahm ihn an jenem Tag zu sich und lie ihn nicht [wieder] in das
Haus seines Vaters zurckkehren. $18/3$ Und Jonatan und David
schlossen einen Bund, weil er ihn liebhatte wie seine eigene
Seele. $18/4$ Und Jonatan zog das Oberkleid aus, das er anhatte,
und gab es David, und seinen Waffenrock und sogar sein Schwert,
seinen Bogen und seinen Grtel. $18/5$ Und David zog [in den
Kampf]. Und wohin immer Saul ihn sandte, hatte er Erfolg. Und
Saul setzte ihn ber die Kriegsleute. Und er war beliebt bei dem
ganzen Volk und auch bei den Knechten Sauls.

$18/6$ Und es geschah, als sie heimkamen, als David vom Sieg
ber den Philister zurckkehrte, zogen die Frauen aus allen
Stdten Israels zu Gesang und Reigen dem Knig Saul entgegen mit
Tamburinen, mit Jubel und mit Triangeln. $18/7$ Und die Frauen
tanzten, sangen und riefen: Saul hat seine Tausende erschlagen
und David seine Zehntausende. $18/8$ Da ergrimmte Saul sehr. Und
diese Sache war in seinen Augen bse, und er sagte: Sie haben
David Zehntausende gegeben, und mir haben sie [nur] die Tausende
gegeben; es [fehlt] ihm nur noch das Knigtum. $18/9$ Und Saul
sah neidisch auf David von jenem Tag an und hinfort.

$18/10$ Und es geschah am folgenden Tag, da ein bser Geist von
Gott ber Saul kam, und er geriet im Innern des Hauses in
Raserei. David aber spielte [die Zither] mit seiner Hand, wie
[er] tglich [zu tun pflegte], und Saul hatte einen Speer in
seiner Hand. $18/11$ Und Saul warf den Speer und dachte: Ich
will David an die Wand spieen! Aber David wich ihm zweimal aus.
$18/12$ Und Saul frchtete sich vor David; denn der HERR war mit
ihm. Aber von Saul war er gewichen. $18/13$ Und Saul entfernte
[David] aus seiner Umgebung und setzte ihn zum Obersten ber
Tausend; und er zog aus und ein vor dem [Kriegs]volk her.
$18/14$ Und David hatte Erfolg auf allen seinen Wegen, und der
HERR war mit ihm. $18/15$ Und als Saul sah, da [David] so
groen Erfolg hatte, scheute er sich vor ihm. $18/16$ Aber ganz
Israel und Juda hatten David lieb, denn er zog aus und ein vor
ihnen her.

$18/17$ Und Saul sagte zu David: Siehe, meine lteste Tochter
Merab will ich dir zur Frau geben. Sei mir nur ein tapferer Mann
und fhre die Kriege des HERRN! Saul aber dachte: Meine Hand
soll nicht gegen ihn sein, sondern die Hand der Philister soll
gegen ihn sein. $18/18$ Und David antwortete Saul: Wer bin ich,
und was ist meine Familie und die Sippe meines Vaters in Israel,
da ich des Knigs Schwiegersohn werden soll? $18/19$ Und es
geschah zu der Zeit, als Merab, die Tochter Sauls, David gegeben
werden sollte, wurde sie Adriel, dem Meholatiter, gegeben.
$18/20$ Aber Michal, die Tochter Sauls, liebte David. Das
berichtete man Saul, und es war ihm recht. $18/21$ Und Saul
sagte: Ich will sie ihm geben, damit sie ihm zur Falle wird und
die Hand der Philister gegen ihn ist. Und Saul sagte zu David:
Zum zweiten Mal sollst du heute mein Schwiegersohn werden.

$18/22$ Und Saul befahl seinen Knechten: Redet im geheimen zu
David und sagt: Siehe, der Knig hat Gefallen an dir, und alle
seine Knechte haben dich lieb. So werde nun des Knigs
Schwiegersohn! $18/23$ Und die Knechte Sauls redeten diese Worte
vor den Ohren Davids. David aber sagte: Ist es ein Geringes in
euren Augen, des Knigs Schwiegersohn zu werden? Ich bin nur ein
armer und geringer Mann. $18/24$ Und die Knechte Sauls
berichteten es ihm und sagten: So hat David geredet. $18/25$ Da
sagte Saul: So sollt ihr zu David sagen: Der Knig fordert keine
andere Heiratsgabe als hundert Vorhute der Philister, um an den
Feinden des Knigs Vergeltung zu ben. Saul aber gedachte, David
durch die Hand der Philister zu Fall zu bringen. $18/26$ Und
seine Knechte berichteten David diese Worte, und es war in den
Augen Davids recht, des Knigs Schwiegersohn zu werden. Und noch
waren die Tage nicht vollendet, $18/27$ da machte sich David auf
und zog hin, er und seine Mnner, und erschlug zweihundert Mann
unter den Philistern. Und David brachte ihre Vorhute, und man
lieferte sie dem Knig vollzhlig ab, damit er des Knigs
Schwiegersohn werde. Da gab Saul ihm seine Tochter Michal zur
Frau. $18/28$ Und Saul sah und erkannte, da der HERR mit David
war, da Michal, die Tochter Sauls, ihn liebte. $18/29$ Da
frchtete Saul sich noch mehr vor David. Und Saul wurde fr
immer Davids Feind.

$18/30$ Die Obersten der Philister zogen aus. Und es geschah,
sooft sie auszogen, hatte David mehr Erfolg als alle Knechte
Sauls. Und sein Name wurde sehr berhmt.

Sauls Ha auf David - Jonatans Eintreten fr David.

\19\

$19/1$ Saul nun redete mit seinem Sohn Jonatan und mit all
seinen Knechten, da er David tten wolle. Jonatan aber, der
Sohn Sauls, hatte groen Gefallen an David. $19/2$ Und Jonatan
berichtete es David und sagte: Mein Vater Saul sucht dich zu
tten. Nun hte dich doch morgen und bleibe im Versteck sitzen
und verbirg dich! $19/3$ Ich aber will hinausgehen und mich auf
dem Feld neben meinen Vater stellen, wo du bist, und ich will
mit meinem Vater ber dich reden und sehen, wie es steht, und es
dir berichten. $19/4$ Und Jonatan redete mit seinem Vater Saul
Gutes von David und sagte zu ihm: Der Knig versndige sich
nicht an seinem Knecht, an David! Denn er hat sich nicht an dir
versndigt, und seine Taten sind dir sehr ntzlich. $19/5$ Er
hat sein Leben aufs Spiel gesetzt und den Philister erschlagen,
und der HERR hat ganz Israel einen groen Sieg verschafft. Du
hast es gesehen und dich [darber] gefreut. Warum willst du dich
an unschuldigem Blut versndigen, da du David ohne Ursache
ttest? $19/6$ Und Saul hrte auf die Stimme Jonatans, und Saul
schwor: So wahr der HERR lebt, wenn er gettet wird! $19/7$ Da
rief Jonatan David, und Jonatan berichtete ihm alle diese Worte.
Und Jonatan brachte David zu Saul, und er diente ihm wie frher.

Erneuter Mordversuch Sauls an David - Davids Flucht zu Samuel.

$19/8$ Und es kam wieder zum Krieg. David zog aus und kmpfte
gegen die Philister und brachte ihnen eine groe Niederlage bei,
so da sie vor ihm flohen.

$19/9$ Und ein bser Geist von dem HERRN kam ber Saul, als er
in seinem Haus sa, seinen Speer in seiner Hand. David aber
spielte [auf der Zither]. $19/10$ Und Saul suchte David mit dem
Speer an die Wand zu spieen. Aber er wich aus vor Saul, so da
er den Speer in die Wand stie. Und David floh und entrann in
jener Nacht. $19/11$ Da sandte Saul Boten in das Haus Davids, um
ihn zu bewachen und ihn [dann] am Morgen zu tten. Aber seine
Frau Michal teilte es David mit: Wenn du nicht in dieser Nacht
dein Leben rettest, dann wirst du morgen umgebracht werden.
$19/12$ Und Michal lie David durchs Fenster hinab. Und er eilte
fort, floh und entrann. $19/13$ Und Michal nahm den Teraphim und
legte ihn aufs Bett und legte ein Geflecht von Ziegenhaar an
sein Kopfende und bedeckte ihn mit einem Tuch. $19/14$ Und Saul
sandte Boten, um David zu holen. Und sie sagte: Er ist krank.
$19/15$ Da sandte Saul noch einmal Boten, nach David zu sehen,
und sagte: Bringt ihn im Bett zu mir herauf, damit ich ihn tte!
$19/16$ Und die Boten kamen, und siehe, der Teraphim [lag] im
Bett, und das Geflecht von Ziegenhaar an seinem Kopfende.
$19/17$ Da sagte Saul zu Michal: Warum hast du mich so betrogen
und meinen Feind entfliehen lassen, da er entrinnen konnte? Und
Michal antwortete Saul: Er sagte zu mir: La mich gehen, sonst
tte ich dich!

$19/18$ David aber war geflohen und hatte sich gerettet. Und er
kam zu Samuel nach Rama und berichtete ihm alles, was Saul ihm
angetan hatte. Dann ging er mit Samuel, und sie wohnten in
Najot. $19/19$ Und es wurde Saul berichtet: Siehe, David ist in
Najot in Rama. $19/20$ Da sandte Saul Boten, um David zu holen.
Als sie aber die Schar der Propheten, die weissagten, sahen und
Samuel dabeistehen, wie er sie leitete, kam der Geist Gottes
ber die Boten Sauls, und auch sie weissagten. $19/21$ Und man
berichtete es Saul, und er sandte andere Boten, und auch die
weissagten. Und Saul sandte zum dritten Mal Boten, und auch sie
weissagten. $19/22$ Da ging auch er nach Rama und kam an die
groe Zisterne, die in Sechu ist. Und er fragte: Wo sind Samuel
und David? Man antwortete [ihm]: Siehe, in Najot in Rama.
$19/23$ Und er ging von dort nach Najot in Rama. Und auch ber
ihn kam der Geist Gottes, und er ging daher und weissagte, bis
er in Najot in Rama ankam. $19/24$ Und auch er zog seine
Oberkleider aus, und auch er weissagte vor Samuel, und er fiel
hin [und lag] nackt [da] den ganzen Tag und die ganze Nacht.
Daher sagt man: Ist auch Saul unter den Propheten?

David und Jonatan - Sauls bleibende Mordabsichten - Davids
endgltige Flucht.

\20\

$20/1$ Und David floh von Najot in Rama. Und er kam und sagte
vor Jonatan: Was habe ich getan? Was ist meine Schuld, und was
ist mein Vergehen gegen deinen Vater, da er mir nach dem Leben
trachtet? $20/2$ Und er antwortete ihm: Das sei ferne! Du sollst
nicht sterben. Siehe, mein Vater tut nichts, weder Groes noch
Kleines, ohne da er mir etwas davon sagt. Warum sollte mein
Vater diese Sache vor mir verbergen? Es ist nicht so. $20/3$
David aber schwor dazu und sprach: Dein Vater hat wohl erkannt,
da ich Gunst in deinen Augen gefunden habe, darum denkt er:
Jonatan soll das nicht erkennen, damit er nicht bekmmert ist.
Jedoch, so wahr der HERR lebt und so wahr du lebst: Nur ein
Schritt ist zwischen mir und dem Tod! $20/4$ Und Jonatan sagte
zu David: Was du begehrst, das will ich fr dich tun. $20/5$ Und
David entgegnete Jonatan: Siehe, morgen ist Neumond, da sollte
ich eigentlich mit dem Knig zu Tisch sitzen. La mich gehen,
da ich mich auf dem Feld verberge bis zum Abend des dritten
Tages! $20/6$ Wenn dein Vater mich dann vermissen sollte, so
sage: David hat es sich dringend von mir erbeten, nach
Bethlehem, seiner Stadt, laufen [zu drfen]; denn dort ist das
Jahresopfer fr die ganze Familie. $20/7$ Wenn er dann sagt: `Es
ist recht', so steht es gut um deinen Knecht. Ergrimmt er aber,
so erkenne, da Bses bei ihm beschlossen ist. $20/8$ Erweise
denn nun Gnade an deinem Knecht, denn du hast mich mit dir in
den Bund des HERRN treten lassen! Wenn aber eine Schuld bei mir
vorliegt, so tte du mich! Denn warum willst du mich zu deinem
Vater bringen? $20/9$ Jonatan antwortete: Das sei fern von dir!
Denn wenn ich sicher erkannt habe, da es bei meinem Vater
beschlossen ist, Bses ber dich zu bringen, sollte ich es dir
dann nicht berichten? $20/10$ Und David sagte zu Jonatan: Wer
soll es mir berichten, wenn dein Vater dir eine harte Antwort
gibt? $20/11$ Jonatan sagte zu David: Komm, la uns aufs Feld
hinausgehen! Und sie gingen beide hinaus aufs Feld.

$20/12$ Und Jonatan sagte zu David: Der HERR, der Gott Israels,
[ist Zeuge], da ich meinen Vater morgen [oder] bermorgen um
diese Zeit ausforsche. Und siehe, [steht es] gut um David, und
ich sende dann nicht zu dir und enthlle es deinem Ohr, $20/13$
dann tue der HERR dem Jonatan [das an] und fge so hinzu! Wenn
es aber meinem Vater gefllt, Bses ber dich [zu bringen], dann
werde ich es deinem Ohr enthllen und dich ziehen lassen, da du
in Frieden weggehen kannst. Und der HERR sei mit dir, wie er mit
meinem Vater gewesen ist! $20/14$ Und nicht nur solange ich noch
lebe, und nicht nur an mir erweise die Gnade des HERRN, da ich
nicht sterbe, $20/15$ sondern auch meinem Haus entziehe niemals
deine Gnade, auch dann nicht, wenn der HERR die Feinde Davids
Mann fr Mann vom Erdboden vertilgen wird! $20/16$ Da schlo
Jonatan mit dem Haus Davids [einen Bund] [und sprach]: Der HERR
fordere es von der Hand der Feinde Davids! $20/17$ Und Jonatan
lie nun auch David bei seiner Liebe zu ihm schwren. Denn er
liebte ihn, wie er seine [eigene] Seele liebte.

$20/18$ Und Jonatan sagte zu ihm: Morgen ist Neumond. Da wird
man dich vermissen, wenn dein Platz leer bleibt. $20/19$ Am
dritten Tag aber steig schnell herunter! Du aber komm an den
Ort, wo du dich am Tag der Tat verborgen hattest, und setz dich
neben den Steinhaufen! $20/20$ Ich aber werde drei Pfeile nach
seiner Seite abschieen, als ob ich nach einem Ziel schieen
wrde. $20/21$ Und siehe, ich werde den Jungen hinschicken: Geh
hin, such die Pfeile! Wenn ich ausdrcklich zu dem Jungen sage:
Siehe, die Pfeile sind von dir herwrts, hole sie! - so komm!
Denn es steht gut um dich, und es besteht keine Gefahr, so wahr
der HERR lebt. $20/22$ Wenn ich aber so zu dem jungen Mann sage:
Siehe, die Pfeile sind von dir hinwrts! - so geh! Denn der HERR
schickt dich weg. $20/23$ Das Wort aber, das wir miteinander
geredet haben, ich und du, siehe, der HERR ist [Zeuge] zwischen
mir und dir auf ewig.

$20/24$ Und David verbarg sich auf dem Feld. Und als es Neumond
wurde, setzte sich der Knig zu Tisch, um zu essen. $20/25$ Und
der Knig setzte sich auf seinen Platz wie vorher, auf den Platz
an der Wand. Als nun Jonatan sich erhob, sa [nur noch] Abner an
der Seite Sauls. Der Platz Davids blieb leer. $20/26$ Saul aber
sagte nichts an diesem Tag, denn er dachte: Es ist ihm etwas
widerfahren. Er ist nicht rein, gewi, er ist nicht rein.
$20/27$ Und es geschah am anderen Tag des Neumonds, dem zweiten,
als der Platz Davids wieder leer blieb, da sagte Saul zu seinem
Sohn Jonatan: Warum ist der Sohn Isais gestern und heute nicht
zum Essen gekommen? $20/28$ Jonatan antwortete Saul: David hat
es sich dringend von mir erbeten, nach Bethlehem [gehen zu
drfen], $20/29$ und sagte: La mich doch gehen! Denn wir haben
ein Familienopfer in der Stadt, und mein Bruder selbst hat es
mir geboten. Und nun, wenn ich Gunst in deinen Augen gefunden
habe, so la mich doch gehen, da ich meine Brder sehe! Darum
ist er nicht an den Tisch des Knigs gekommen. $20/30$ Da
entbrannte der Zorn Sauls ber Jonatan, und er sagte zu ihm: Du
Sohn einer entarteten [Mutter]! Ich habe wohl erkannt, da du
den Sohn Isais erkoren hast, dir und deiner Mutter, die dich
geboren hat, zur Schande. $20/31$ Denn all die Tage, die der
Sohn Isais auf Erden lebt, wirst weder du noch deine
Knigsherrschaft Bestand haben. Und nun schicke hin und la ihn
zu mir bringen, denn er ist ein Kind des Todes! $20/32$ Und
Jonatan antwortete seinem Vater Saul und sprach zu ihm: Warum
soll er sterben? Was hat er getan? $20/33$ Da schleuderte Saul
den Speer nach ihm, um ihn zu durchbohren. Und Jonatan erkannte,
da es bei seinem Vater fest beschlossen war, David zu tten.
$20/34$ Jonatan stand vom Tisch in glhendem Zorn auf und a am
zweiten Tag des Neumonds keine Speise. Denn er war bekmmert um
David, weil sein Vater ihn beschimpft hatte.

$20/35$ Und es geschah am Morgen, da ging Jonatan aufs Feld
hinaus, an den Ort, den er mit David verabredet hatte; und ein
kleiner Junge war mit ihm. $20/36$ Und er sagte zu seinem
Jungen: Lauf und such die Pfeile, die ich abschiee! Whrend der
Junge hinlief, scho er den Pfeil ber ihn hinaus. $20/37$ Und
als der Junge an die Stelle kam, wohin Jonatan den Pfeil
abgeschossen hatte, rief Jonatan dem Jungen nach und sprach:
Liegt der Pfeil nicht noch jenseits von dir? $20/38$ Und Jonatan
rief hinter dem Jungen her: Schnell, eile und bleib nicht
stehen! Und der Junge Jonatans hob den Pfeil auf und brachte
[ihn] zu seinem Herrn. $20/39$ Der Junge aber wute von nichts;
nur Jonatan und David wuten um die Sache. $20/40$ Und Jonatan
gab dem Jungen, den er bei sich hatte, seine Waffen und sagte zu
ihm: Geh, bring sie in die Stadt! $20/41$ Als der Junge
weggegangen war, stand David hinter dem Steinhaufen auf und fiel
auf sein Gesicht zur Erde und beugte sich dreimal nieder. Und
sie kten einander und weinten miteinander, David aber am
allermeisten. $20/42$ Und Jonatan sagte zu David: Geh hin in
Frieden! Was wir beide im Namen des HERRN geschworen haben,
[dafr] wird der HERR zwischen mir und dir und zwischen meinen
Nachkommen und deinen Nachkommen auf ewig [Zeuge] sein.

\21\

$21/1$ Und David machte sich auf und ging weg. Jonatan aber ging
[zurck] in die Stadt.

Hilfe fr David bei den Priestern von Nob.

$21/2$ Und David kam nach Nob, zum Prister Ahimelech. Und
Ahimelech kam David aufgeregt entgegen und sagte zu ihm: Warum
kommst du allein, und niemand ist bei dir? $21/3$ Und David
antwortete dem Priester Ahimelech: Der Knig hat mir eine Sache
geboten und sagte zu mir: Niemand soll irgend etwas von der
Sache wissen, in der ich dich sende und die ich dir geboten
habe. Die Leute aber habe ich an den und den Ort beschieden.
$21/4$ Und nun, was hast du zur Hand? Gib [mir] fnf Brote in
meine Hand oder was sich [sonst] vorfindet! $21/5$ Und der
Priester antwortete David und sagte: Ich habe kein gewhnliches
Brot zur Hand, sondern nur heiliges Brot ist da. Wenn sich nur
die Leute der Frau enthalten haben! $21/6$ David antwortete dem
Priester und sagte zu ihm: Ja, denn eine Frau ist uns seit
gestern und vorgestern, als ich auszog, versagt [gewesen]. Und
die Leiber der Leute sind heilig. War das [noch] ein
gewhnliches Unternehmen, wieviel mehr werden sie heute an ihrem
Leib heilig sein! $21/7$ Da gab ihm der Priester von dem
heiligen Brot. Denn dort war kein anderes Brot als nur das
Schaubrot, das vor dem HERRN nur weggenommen wird, wenn frisches
Brot hingelegt wird an dem Tag, da man es wegnimmt. $21/8$ - Es
war aber dort an jenem Tag ein Mann von den Knechten Sauls,
eingeschlossen vor dem HERRN, mit Namen Doeg, der Edomiter; er
war Aufseher ber die Hirten Sauls. - $21/9$ Und David sagte zu
Ahimelech: Ist nicht hier unter deiner Hand ein Speer oder ein
Schwert? Denn ich habe mein Schwert und meine Waffen nicht mit
mir genommen, weil die Sache des Knigs dringend war. $21/10$
Und der Priester sagte: Das Schwert des Philisters Goliat, den
du im Terebinthental erschlagen hast, siehe, es ist in ein
Oberkleid gewickelt hinter dem Ephod. Wenn du dir das nehmen
willst, so nimm es! Denn auer diesem ist kein anderes da. Und
David erwiderte: Seinesgleichen gibt es nicht. Gib es mir!

Davids Flucht nach Gat und nach Juda.

$21/11$ Und David machte sich auf und floh an diesem Tag vor
Saul und kam zu Achisch, dem Knig von Gat.

$21/12$ Und die Knechte des Achisch sagten zu ihm: Ist das nicht
David, der Knig des Landes? Haben sie nicht von ihm bei
Reigentnzen gesungen: Saul hat seine Tausende erschlagen, David
aber seine Zehntausende? $21/13$ David nahm sich diese Worte zu
Herzen und frchtete sich sehr vor Achisch, dem Knig von Gat.
$21/14$ Und er stellte sich wahnsinnig vor ihren Augen und tobte
unter ihren Hnden, und er kritzelte an die Flgel des Tores und
lie seinen Speichel in seinen Bart flieen. $21/15$ Da sagte
Achisch zu seinen Knechten: Siehe, ihr seht, da der Mann
wahnsinnig ist. Warum bringt ihr ihn zu mir? $21/16$ Fehlt es
mir an Wahnsinnigen, da ihr diesen hergebracht habt, bei mir zu
toben? Sollte der in mein Haus kommen?

\22\

$22/1$ Und David ging von dort weg und entkam in die Hhle
Adullam. Und als seine Brder und das ganze Haus seines Vaters
das hrten, kamen sie zu ihm dorthin herab. $22/2$ Und es
sammelten sich um ihn lauter Bedrngte und solche, die
verschuldet waren, und andere mit erbittertem Gemt. Und er
wurde ihr Anfhrer. Und es waren bei ihm etwa vierhundert Mann.
$22/3$ Und David ging von da nach Mizpe in Moab und sagte zum
Knig von Moab: La doch meinen Vater und meine Mutter bei euch
wohnen, bis ich erkannt habe, was Gott mit mir tun wird! $22/4$
Und er brachte sie vor den Knig von Moab, und sie wohnten bei
ihm, solange David auf der Bergfeste war.

$22/5$ Und der Prophet Gad sagte zu David: Bleib nicht auf der
Bergfeste! Geh hin und begib dich in das Land Juda! Und David
ging weg und kam nach Jaar-Heret.

Sauls Rache an den Priestern von Nob.

$22/6$ Und Saul hrte, da David und die Mnner, die bei ihm
waren, entdeckt worden seien. Saul aber sa in Gibea unter der
Tamariske auf der Hhe, seinen Speer in der Hand, und alle seine
Knechte standen bei ihm. $22/7$ Da sagte Saul zu seinen
Knechten, die um ihn standen: Hrt doch, ihr Benjaminiter! Wird
der Sohn Isais euch allen auch Felder und Weinberge geben, euch
alle zu Anfhrern ber Tausend und zu Anfhrern ber Hundert
machen, $22/8$ da ihr euch alle gegen mich verschworen habt?
Und da ist keiner, der es meinem Ohr erffnet, da mein Sohn
einen Bund mit dem Sohn Isais geschlossen hat, und keiner ist
unter euch, der sich um mich grmt und es meinem Ohr erffnet
htte, da mein Sohn meinen Knecht als Verrter gegen mich
aufgewiegelt hat, wie es heute [offenkundig] ist! $22/9$ Da
antwortete der Edomiter Doeg, der bei den Knechten Sauls stand,
und sagte: Ich sah den Sohn Isais, wie er nach Nob kam zu
Ahimelech, dem Sohn Ahitubs. $22/10$ Der befragte den HERRN fr
ihn und gab ihm Verpflegung, und das Schwert des Philisters
Goliat gab er ihm auch.

$22/11$ Da sandte der Knig hin und lie den Priester Ahimelech,
den Sohn Ahitubs, rufen sowie das ganze Haus seines Vaters,
[alle] Priester in Nob. Und sie kamen alle zum Knig. $22/12$
Und Saul sagte: Hre doch, Sohn Ahitubs! Er antwortete: Hier bin
ich, mein Herr! $22/13$ Und Saul sagte zu ihm: Warum habt ihr
euch gegen mich verschworen, du und der Sohn Isais, da du ihm
Brot und ein Schwert gegeben und Gott fr ihn befragt hast,
damit er als Verrter an mir auftreten kann, wie es heute
[offenkundig] ist? $22/14$ Ahimelech antwortete dem Knig und
sprach: Wer unter all deinen Knechten ist wie David: treu,
Schwiegersohn des Knigs, dazu Anfhrer deiner Leibwache und
geehrt in deinem Haus? $22/15$ Habe ich erst heute angefangen,
Gott fr ihn zu befragen? Das sei fern von mir! Der Knig lege
solches seinem Knecht nicht zur Last, [auch nicht] dem ganzen
Haus meines Vaters! Denn dein Knecht hat von alldem nichts
gewut, weder Kleines noch Groes. $22/16$ Aber der Knig sagte:
Sterben mut du, Ahimelech, du und das ganze Haus deines Vaters!
$22/17$ Und der Knig sagte zu den Leibwchtern, die um ihn
standen: Tretet her und ttet die Priester des HERRN, weil auch
ihre Hand mit David ist und weil sie wuten, da er auf der
Flucht war und es mir nicht zu Ohren gebracht haben. Aber die
Knechte des Knigs wollten ihre Hand nicht an die Priester des
HERRN legen, um sie niederzumachen. $22/18$ Da sprach der Knig
zu Doeg: Tritt du heran und mache die Priester nieder! Und Doeg,
der Edomiter, trat heran und er machte die Priester nieder, und
er ttete an diesem Tag 85 Mann, die das leinene Ephod trugen.
$22/19$ Und Nob, die Stadt der Priester, schlug er mit der
Schrfe des Schwertes, Mann und Frau, Kind und Sugling, Rind
und Esel und Schafe, mit der Schrfe des Schwertes.

$22/20$ Und es entkam ein Sohn Ahimelechs, des Sohnes Ahitubs,
mit Namen Abjatar, und floh zu David. $22/21$ Abjatar berichtete
David, da Saul die Priester des HERRN umgebracht habe! $22/22$
Da sagte David zu Abjatar: Ich wute [schon] an jenem Tag, weil
der Edomiter Doeg dort war, da er es Saul sicher berichten
wrde. Ich bin schuldig am Tod aller aus dem Haus deines Vaters.
$22/23$ Bleibe bei mir, frchte dich nicht! Denn wer nach meinem
Leben trachtet, trachtet auch nach deinem. Bei mir bist du in
Sicherheit.

David rettet Keila - Seine Flucht in die Wste Sif - Letzte
Begegnung mit Jonatan.

\23\

$23/1$ Und man berichtete David: Siehe, die Philister kmpfen
gegen Keila und plndern die Tennen. $23/2$ Da befragte David
den HERRN und sagte: Soll ich hinziehen und diese Philister
schlagen? Und der HERR sprach zu David: Zieh hin und schlage die
Philister und rette Keila! $23/3$ Aber die Mnner Davids sagten
zu ihm: Siehe, wir frchten uns [schon] hier in Juda, und wie
sollten wir gar nach Keila gegen die Schlachtreihen der
Philister ziehen? $23/4$ Da befragte David wieder den HERRN, und
der HERR antwortete ihm und sprach: Mach dich auf und zieh nach
Keila hinab! Denn ich will die Philister in deine Hand geben.
$23/5$ Und David zog mit seinen Mnnern nach Keila und kmpfte
gegen die Philister und trieb ihr Vieh weg und brachte ihnen
eine groe Niederlage bei. Und so rettete David die Bewohner von
Keila. - $23/6$ Es geschah aber, als Abjatar, der Sohn
Ahimelechs, zu David nach Keila floh, kam er hinab mit einem
Ephod in seiner Hand.

$23/7$ Und es wurde Saul berichtet, da David nach Keila
gekommen sei. Da dachte Saul: Gott hat ihn verworfen [und] in
meine Hand [gegeben]. Denn er hat sich selbst eingeschlossen,
indem er in eine Stadt mit Toren und Riegeln gekommen ist.
$23/8$ Und Saul rief alles Volk zum Kampf auf, um nach Keila
hinabzuziehen, damit sie David und seine Mnner belagerten.
$23/9$ Und als David erkannte, da Saul Bses gegen ihn
schmiedete, da sagte er zu dem Priester Abjatar: Bring das Ephod
her! $23/10$ Und David sprach: HERR, Gott Israels! Dein Knecht
hat als gewi gehrt, da Saul danach trachtet, nach Keila zu
kommen, um die Stadt um meinetwillen zu verderben. $23/11$
Werden die Brger von Keila mich in seine Hand ausliefern? Wird
Saul herabziehen, wie dein Knecht gehrt hat? HERR, Gott
Israels, la es doch deinen Knecht wissen! Und der HERR sprach:
Er wird herabkommen. $23/12$ Und David fragte [weiter]: Werden
die Brger von Keila mich und meine Mnner in die Hand Sauls
ausliefern? Der HERR sprach: Sie werden [dich] ausliefern.
$23/13$ Da machten David und seine Mnner sich auf, etwa
sechshundert Mann, und sie zogen aus Keila fort und streiften
umher, von einem Ort zum anderen. Und es wurde Saul berichtet,
da David aus Keila entkommen sei. Da lie er davon ab, [gegen
ihn] auszuziehen.

$23/14$ Und David blieb in der Wste auf den Bergfesten, und er
blieb im Gebirge in der Wste Sif. Und Saul suchte ihn alle
Tage, aber Gott gab ihn nicht in seine Hand. $23/15$ Und David
sah, da Saul ausgezogen war, um ihm nach dem Leben zu trachten.
Und David war in Horescha in der Wste Sif. $23/16$ Da machte
sich Jonatan, der Sohn Sauls, auf und ging zu David nach
Horescha und strkte seine Hand in Gott. $23/17$ Und er sagte zu
ihm: Frchte dich nicht! Denn die Hand meines Vaters Saul wird
dich nicht finden. Du wirst Knig ber Israel werden, und ich
werde der Zweite nach dir sein. Und auch mein Vater Saul hat
erkannt, [da] es so [ist]. $23/18$ Und beide schlossen einen
Bund vor dem HERRN. David blieb in Horescha, Jonatan aber kehrte
nach Hause zurck.

Erneute Verfolgung Davids durch Saul - Davids Flucht in die
Wste Maon.

$23/19$ Aber die Sifiter zogen zu Saul nach Gibea hinauf und
sagten: Hlt David sich nicht bei uns auf den Bergfesten
verborgen, in Horescha, auf dem Hgel Hachila, der sdlich von
Jeschimon [liegt]? $23/20$ Und nun, o Knig, wenn du geneigt
bist herabzukommen, so komm herab! Und an uns ist es, ihn in die
Hand des Knigs auszuliefern. $23/21$ Und Saul entgegnete:
Gesegnet seid ihr vom HERRN, da ihr Mitleid mit mir gehabt
habt! $23/22$ Geht hin, vergewissert euch noch mehr und erkundet
und pat [genau] auf, an welchem Ort sein Fu [weilt] und wer
ihn dort gesehen hat! Denn man hat mir gesagt, da er sehr
listig ist. $23/23$ Und beobachtet und erkundet alle
Schlupfwinkel, in denen er sich versteckt hlt, und kommt mit
sicherer Kunde wieder zu mir zurck! So werde ich mit euch
gehen. Und es soll geschehen, wenn er im Land ist, dann will ich
ihn aufspren unter allen Tausendschaften Judas!

$23/24$ Und sie machten sich auf und gingen vor Saul her nach
Sif. David aber und seine Mnner waren in der Wste Maon, in der
Steppe, sdlich von Jeschimon. $23/25$ Saul und seine Mnner
zogen hin, um ihn zu suchen. Und man berichtete es David, und er
ging zum Felsen hinab und blieb in der Wste Maon. Als Saul das
hrte, jagte er David nach in die Wste Maon. $23/26$ Saul ging
auf der einen Seite des Berges, David aber und seine Mnner auf
der anderen Seite des Berges. Und es geschah, als David sich
beeilte, Saul zu entkommen, whrend Saul und seine Mnner
[gerade] David und seine Mnner umringen wollten, um sie zu
fangen, $23/27$ kam ein Bote zu Saul und sagte: Eile und komm!
Denn die Philister sind ins Land eingefallen. $23/28$ Da kehrte
Saul um von der Verfolgung Davids und zog den Philistern
entgegen. Daher nennt man jenen Ort: Sela-Machlekot.

Davids Gromut gegenber Saul in der Hhle En-Gedi.

\24\

$24/1$ Und David zog von dort hinauf und blieb auf den
Bergfesten von En-Gedi. $24/2$ Und es geschah, als Saul von der
Verfolgung der Philister zurckgekehrt war, berichtete man ihm:
Siehe, David ist in der Wste En-Gedi. $24/3$ Und Saul nahm
dreitausend auserlesene Mnner aus ganz Israel und zog hin, um
David und seine Mnner in Richtung auf die Steinbockfelsen zu
suchen. $24/4$ Und er kam zu den Schafhrden am Weg, wo eine
Hhle war, und Saul ging hinein, um seine Fe zu bedecken.
David aber und seine Mnner saen hinten in der Hhle. $24/5$ Da
sagten die Mnner Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, von dem
der HERR zu dir gesagt hat: Siehe, ich werde deinen Feind in
deine Hand geben, damit du mit ihm tun kannst, wie es gut ist in
deinen Augen. Und David stand auf und schnitt heimlich einen
Zipfel von dem Oberkleid Sauls ab. $24/6$ Aber danach geschah
es, da schlug dem David das Herz, weil er den Zipfel [vom
Oberkleid] Sauls abgeschnitten hatte. $24/7$ Und er sagte zu
seinen Mnnern: Das sei vor dem HERRN fern von mir, da ich so
etwas an meinem Herrn, dem Gesalbten des HERRN, tun sollte,
meine Hand an ihn zu legen, denn er ist der Gesalbte des HERRN!
$24/8$ Und David wehrte seinen Mnnern mit [diesen] Worten und
erlaubte ihnen nicht, sich an Saul zu vergreifen. Und Saul stand
auf, [trat] aus der Hhle heraus und zog seines Weges.

$24/9$ Danach machte David sich auf, ging aus der Hhle hinaus
und rief hinter Saul her: Mein Herr und Knig! Und Saul sah sich
um, und David neigte sein Gesicht zur Erde und warf sich nieder.
$24/10$ Da sagte David zu Saul: Warum hrst du auf die Worte von
Menschen, die sagen: Siehe, David sucht dein Unglck? $24/11$
Siehe, an diesem Tag haben deine Augen gesehen, da der HERR
dich heute in meine Hand gegeben hat in der Hhle. Und man
drngte [mich], dich umzubringen. Aber ich habe dich verschont
und dachte: Ich will meine Hand nicht an meinen Herrn legen,
denn er ist der Gesalbte des HERRN! $24/12$ Sieh, mein Vater,
ja, sieh den Zipfel deines Oberkleides in meiner Hand! Denn da
ich einen Zipfel deines Oberkleides abgeschnitten und dich nicht
umgebracht habe, daran erkenne und sieh, da meine Hand rein ist
von Bosheit und Aufruhr! Ich habe mich nicht an dir versndigt.
Du aber stellst meinem Leben nach, um es [mir] zu nehmen.
$24/13$ Der HERR richte zwischen mir und dir, und mge der HERR
mich an dir rchen! Aber meine Hand soll nicht gegen dich sein.
$24/14$ Wie das alte Sprichwort sagt: Von den Gottlosen kommt
Gottlosigkeit; aber meine Hand soll nicht gegen dich sein.
$24/15$ Hinter wem zieht der Knig von Israel her? Wem jagst du
nach? Einem toten Hund, einem einzelnen Floh! $24/16$ So sei
denn der HERR Richter und richte zwischen mir und dir! Er sehe
darein und fhre meine Rechtssache und verschaffe mir Recht
gegen dich!

$24/17$ Und es geschah, als David diese Worte an Saul beendet
hatte, sagte Saul: Ist das [nicht] deine Stimme, mein Sohn
David? Und Saul erhob seine Stimme und weinte. $24/18$ Dann
sagte er zu David: Du bist gerechter als ich. Denn du hast mir
Gutes erwiesen, ich aber habe dir Bses erwiesen. $24/19$ Du
hast heute bewiesen, wie du Gutes an mir getan hast, als der
HERR mich in deine Hand ausgeliefert hatte und du mich nicht
umgebracht hast. $24/20$ Denn wenn jemand seinen Feind findet,
lt er ihn dann im Guten seinen Weg gehen? So mge der HERR dir
Gutes vergelten fr das, was du heute an mir getan hast! $24/21$
Und nun siehe, ich habe erkannt, da du Knig, ja, Knig werden
wirst und da in deiner Hand das Knigtum Israels Bestand haben
wird. $24/22$ So schwre mir nun bei dem HERRN, da du meine
Nachkommen nicht ausrotten und meinen Namen nicht austilgen
wirst aus dem Haus meines Vaters! $24/23$ Und David schwor es
Saul. Und Saul ging in sein Haus zurck. David aber und seine
Mnner stiegen auf die Bergfeste hinauf.


Samuels Tod - Davids Bewahrung vor Snde durch Abigajil - Ihre
Eheschlieung mit David.

\25\

$25/1$ Und Samuel starb. Und ganz Israel versammelte sich und
hielt ihm die Totenklage, und sie begruben ihn in seiner Heimat
in Rama.

Und David machte sich auf und zog hinab in die Wste Paran.
$25/2$ Und es war ein Mann in Maon, der seine Ttigkeit in
Karmel hatte. Und der Mann war sehr vermgend und hatte
dreitausend Schafe und tausend Ziegen; und er war gerade in
Karmel, um seine Schafe zu scheren. $25/3$ Und der Name des
Mannes war Nabal und der Name seiner Frau Abigajil. Sie war eine
Frau von klarem Verstand und von schner Gestalt. Der Mann aber
war roh und boshaft in seinem Tun, und er war ein Kalebiter.
$25/4$ Und David hrte in der Wste, da Nabal seine Schafe
schor. $25/5$ Da sandte David zehn junge Mnner aus und sagte zu
den jungen Mnnern: Geht nach Karmel hinauf! Und wenn ihr zu
Nabal kommt, fragt ihn in meinem Namen nach seinem Wohlergehen
$25/6$ und sagt so: Lebe lange! Friede sei mit dir und Friede
mit deinem Haus und Friede mit allem, was dein ist! $25/7$ Ich
habe gerade gehrt, da [du] Schafscherer bei dir [hast]. Nun,
deine Hirten sind mit uns zusammengewesen, wir haben ihnen
nichts zuleide getan, und nicht das Geringste ist von ihnen
vermit worden all die Tage, die sie in Karmel gewesen sind.
$25/8$ Frag deine Leute, sie werden es dir besttigen! La die
Leute in deinen Augen Gunst finden, denn wir sind an einem
Festtag gekommen! Gib nun deinen Knechten und deinem Sohn David,
was deine Hand findet! $25/9$ Als die Mnner Davids hinkamen,
redeten sie mit Nabal all diese Worte im Namen Davids und
warteten dann ab. $25/10$ Aber Nabal antwortete den Knechten
Davids und sagte: Wer ist David, und wer ist der Sohn Isais?
Heutzutage gibt es viele Knechte, die alle ihren Herren
davonlaufen, ein jeder seinem Herrn. $25/11$ Und ich sollte mein
Brot und mein Wasser nehmen, mein Geschlachtetes, das ich fr
meine Scherer geschlachtet habe, und es Mnnern geben, von denen
ich nicht wei, woher sie sind?

$25/12$ Und die Leute Davids machten sich wieder auf ihren Weg
und kehrten zurck. Und als sie ankamen, berichteten sie ihm,
was alles geschehen war. $25/13$ Da sagte David zu seinen
Mnnern: [Es] grte sich jeder sein Schwert um! Und jeder
grtete sich sein Schwert um, und auch David grtete sich sein
Schwert um. Und sie zogen hinauf, hinter David her, etwa
vierhundert Mann, whrend zweihundert bei dem Tro blieben.

$25/14$ Aber einer von den Leuten berichtete der Abigajil, der
Frau Nabals: Siehe, David hat Boten aus der Wste gesandt, um
unseren Herrn zu gren; aber er hat sie angeschrieen. $25/15$
Und doch sind die Mnner sehr gut zu uns gewesen. Wir sind nicht
belstigt worden, und wir haben nicht das Geringste vermit alle
Tage, die wir mit ihnen umhergezogen sind, wenn wir auf dem Feld
waren. $25/16$ Sie sind eine Mauer um uns her gewesen bei Nacht
und bei Tag, alle die Tage, die wir in ihrer Nhe waren und die
Schafe weideten. $25/17$ Und nun erkenne und sieh zu, was du tun
kannst! Denn das Unglck ist [gewi] ber unsern Herrn und ber
sein ganzes Haus beschlossen. Und er ist ein so bsartiger
Mensch, da man nicht mit ihm reden kann.

$25/18$ Da eilte Abigajil und nahm zweihundert Brote, zwei
Schluche Wein, fnf zubereitete Schafe, fnf Ma Rstkorn,
hundert Rosinenkuchen und zweihundert Feigenkuchen und lud sie
auf Esel. $25/19$ Und sie sagte zu ihren Knechten: Geht vor mir
her! Siehe, ich komme hinter euch her. Aber ihrem Mann Nabal
sagte sie nichts davon. $25/20$ Und es geschah, als sie auf dem
Esel ritt und im Schutz des Berges hinabritt, siehe, da kamen
David und seine Mnner ihr entgegen, so da sie auf sie stie.
$25/21$ David aber hatte gedacht: Frwahr, umsonst habe ich
alles behtet, was diesem [Menschen] in der Wste gehrt, so da
nicht das Geringste vermit wurde von allem, was er hatte. Und
er hat mir Gutes mit Bsem vergolten. $25/22$ So tue Gott den
Feinden Davids, und so fge er hinzu, wenn ich von allem, was
ihm gehrt, bis zum Morgen einen briglasse, der mnnlich ist!

$25/23$ Als Abigajil David sah, stieg sie eilends vom Esel
herab, fiel vor David auf ihr Gesicht und beugte sich zur Erde
nieder. $25/24$ Sie fiel ihm zu Fen und sagte: Auf mich
allein, mein Herr, [falle] die Schuld! La doch deine Magd reden
vor deinen Ohren und hre die Worte deiner Magd! $25/25$ Mein
Herr rgere sich doch nicht ber diesen boshaften Menschen, ber
Nabal! Denn wie sein Name so ist er: Nabal ist sein Name, und
Torheit ist bei ihm. Ich aber, deine Magd, habe die Leute meines
Herrn nicht gesehen, die du gesandt hast. $25/26$ Nun aber, mein
Herr, so wahr der HERR lebt und du selbst lebst, der HERR hat
dich davor bewahrt, in Blutschuld zu geraten und dir mit eigener
Hand zu helfen! So sollen nun deine Feinde und [alle], die
meinem Herrn belwollen, wie Nabal werden! $25/27$ Hier nun ist
das Segensgeschenk, das deine Magd meinem Herrn gebracht hat,
das den Leuten gegeben werde, die im Gefolge meines Herrn
ziehen. $25/28$ Vergib doch deiner Magd die Anmaung! Denn
sicher wird der HERR meinem Herrn ein bestndiges Haus bauen,
weil mein Herr die Kmpfe des HERRN kmpft. Und mge dein Leben
lang nichts Bses an dir gefunden werden! $25/29$ Und ist ein
Mensch aufgestanden, dich zu verfolgen und dir nach dem Leben zu
trachten, so mge das Leben meines Herrn eingebunden sein in das
Bndel der Lebendigen bei dem HERRN, deinem Gott! Aber das Leben
deiner Feinde soll er fortschleudern mit der Schleuderpfanne!
$25/30$ Und es wird geschehen, wenn der HERR meinem Herrn all
das Gute tun wird, das er dir zugesagt hat, und dich zum Frsten
ber Israel bestellt, $25/31$ so wird dir, meinem Herrn, das
kein Ansto und [kein] Vorwurf des Herzens sein, da du ohne
Ursache Blut vergossen habest und da mein Herr sich mit eigener
Hand geholfen habe. Und wenn der HERR meinem Herrn wohltun wird,
so denke an deine Magd!

$25/32$ Und David sagte zu Abigajil: Gepriesen sei der HERR, der
Gott Israels, der dich an diesem Tag mir entgegengesandt hat!
$25/33$ Und gepriesen sei deine Klugheit, und gepriesen seist
du, da du mich heute davon zurckgehalten hast, in Blutschuld
zu geraten und mir mit meiner [eigenen] Hand zu helfen! $25/34$
Aber, so wahr der HERR, der Gott Israels, lebt, der mich bewahrt
hat, dir Bses zu tun: wenn du mir nicht eilends
entgegengekommen wrest, so wre dem Nabal bis zum Morgenlicht
nicht [einer], der mnnlich ist, briggeblieben! $25/35$ Und
David nahm aus ihrer Hand, was sie ihm mitgebracht hatte, und
sagte zu ihr: Zieh in Frieden hinauf in dein Haus! Siehe, ich
habe auf deine Stimme gehrt und dein Angesicht [wieder]
aufgerichtet.

$25/36$ Und als Abigajil zu Nabal kam, siehe, da hatte er ein
Mahl in seinem Haus wie das Mahl eines Knigs zubereitet. Und
sein Herz war guter Dinge, und er war ber die Maen betrunken.
Und sie berichtete ihm nichts, weder wenig noch viel, bis der
Morgen hell wurde. $25/37$ Und es geschah am Morgen, als der
Rausch von Nabal gewichen war, berichtete ihm seine Frau alles.
Da erstarb sein Herz in seiner Brust, und er wurde wie ein
Stein. $25/38$ Und es geschah nach ungefhr zehn Tagen, da
schlug der HERR den Nabal, so da er starb. $25/39$ Und als
David hrte, da Nabal gestorben sei, sagte er: Gepriesen sei
der HERR, der meine Schmach an Nabal gercht und seinen Knecht
von einer bsen Tat abgehalten hat! Die bse Tat Nabals hat der
HERR auf seinen [eigenen] Kopf zurckfallen lassen. Und David
sandte hin und warb um Abigajil, um sie sich zur Frau zu nehmen.
$25/40$ Und die Knechte Davids kamen zu Abigajil nach Karmel und
redeten mit ihr: David hat uns zu dir gesandt, um dich zu seiner
Frau zu nehmen. $25/41$ Da stand sie auf, beugte sich nieder,
das Gesicht zur Erde, und sagte: Siehe, deine Magd ist bereit,
den Knechten meines Herrn zu dienen und ihnen die Fe zu
waschen. $25/42$ Und Abigajil machte sich eilends auf und setzte
sich auf einen Esel, und ihre fnf Mgde folgten ihr. Und sie
zog den Boten Davids nach und wurde seine Frau.

$25/43$ Und David hatte auch Ahinoam von Jesreel [zur Frau]
genommen; so wurden alle beide seine Frauen. $25/44$ Saul aber
hatte seine Tochter Michal, die Frau Davids, Palti, dem Sohne
des Lajisch, aus Gallim gegeben.
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