Jakobs Flucht aus Haran - bereinkunft mit Laban.

\31\

$31/1$ Und er hrte die Reden der Shne Labans, die sagten:
Jakob hat alles an sich genommen, was unserem Vater gehrte; und
von dem, was unserem Vater gehrt, hat er sich all diesen
Reichtum verschafft. $31/2$ Und Jakob sah das Gesicht Labans,
und siehe, es war ihm gegenber nicht wie frher.

$31/3$ Und der HERR sprach zu Jakob: Kehre zurck in das Land
deiner Vter und zu deiner Verwandtschaft! Ich werde mit dir
sein. $31/4$ Da sandte Jakob hin und rief Rahel und Lea aufs
Feld zu seinen Tieren. $31/5$ Und er sagte zu ihnen: Ich sehe
das Gesicht eures Vaters, da es zu mir nicht wie frher ist;
aber der Gott meines Vaters ist mit mir gewesen. $31/6$ Ihr
selbst wit ja, da ich mit all meiner Kraft eurem Vater gedient
habe. $31/7$ Und euer Vater hat mich betrogen und hat meinen
Lohn zehnmal verndert; aber Gott hat ihm nicht gestattet, mir
Bses zu tun. $31/8$ Wenn er so sagte: Die Gesprenkelten sollen
dein Lohn sein, dann gebaren alle Tiere Gesprenkelte; und wenn
er so sagte: Die Gestreiften sollen dein Lohn sei, dann gebaren
alle Tiere Gestreifte. $31/9$ Und Gott hat eurem Vater das Vieh
entzogen und mir gegeben. $31/10$ Und es geschah zur Brunstzeit
der Tiere, da hob ich meine Augen und sah im Traum: und siehe,
die Bcke, die die Tiere besprangen, waren gestreift,
gesprenkelt und scheckig. $31/11$ Und der Engel Gottes sprach im
Traum zu mir: Jakob! Und ich sagte: Hier bin ich! $31/12$ Und er
sprach: Hebe doch deine Augen auf und sieh: alle Bcke, die die
Tiere bespringen, sind gestreift, gesprenkelt und scheckig; denn
ich habe alles gesehen, was Laban dir antut. $31/13$ Ich bin der
Gott von Bethel, wo du einen Gedenkstein gesalbt, wo du mir ein
Gelbde abgelegt hast. Mache dich jetzt auf, zieh aus diesem
Land und kehre zurck in das Land deiner Verwandtschaft! $31/14$
Da antworteten Rahel und Lea und sagten zu ihm: Haben wir noch
einen Anteil und ein Erbe im Haus unseres Vaters? $31/15$ Haben
wir ihm nicht als Fremde gegolten? Denn er hat uns verkauft und
hat sogar unseren [Kauf]-Preis vllig verzehrt. $31/16$ Denn
aller Reichtum, den Gott unserem Vater entzogen hat, uns gehrt
er und unseren Kindern. So tu nun alles, was Gott zu dir gesagt
hat! $31/17$ Da machte Jakob sich auf und hob seine Kinder und
seine Frauen auf die Kamele $31/18$ und trieb all sein Vieh weg
und all seine Habe, die er erworben, das Vieh seines Eigentums,
das er in Paddan-Aram erworben hatte, um zu seinem Vater Isaak
in das Land Kanaan zu kommen. $31/19$ Laban aber war gegangen,
um seine Schafe zu scheren; da stahl Rahel den Teraphim, der
ihrem Vater gehrte. $31/20$ Und Jakob tuschte Laban, den
Aramer, weil er ihm nicht mitteilte, da er fliehen wollte.
$31/21$ Und er floh, er und alles, was er hatte; und er machte
sich auf und setzte ber den Strom und richtete sein Gesicht auf
das Gebirge Gilead.

$31/22$ Am dritten Tag aber wurde dem Laban berichtet, da Jakob
geflohen sei. $31/23$ Da nahm er seine Brder mit sich und jagte
ihm sieben Tagereisen weit nach und holte ihn auf dem Gebirge
Gilead ein. $31/24$ Gott aber kam zu Laban, dem Aramer, in
einem Traum der Nacht und sprach zu ihm: Hte dich [davor], da
du mit Jakob Gutes oder Bses redest! $31/25$ Und Laban
erreichte Jakob, als Jakob sein Zelt auf dem Gebirge
aufgeschlagen hatte; und [auch] Laban schlug es mit seinen
Brdern auf dem Gebirge Gilead auf. $31/26$ Und Laban sagte zu
Jakob: Was hast du getan, da du mich getuscht und meine
Tchter wie Kriegsgefangene weggefhrt hast? $31/27$ Warum bist
du heimlich geflohen und hast mich getuscht und hast es mir
nicht mitgeteilt? Ich htte dich ja begleitet mit Freude und mit
Gesngen, mit Tamburin und Zither! $31/28$ Und du hast mich
nicht [einmal] meine Shne und meine Tchter kssen lassen! Nun,
du hast tricht gehandelt. $31/29$ Es stnde in der Macht meiner
Hand, bel mit euch zu verfahren. Aber der Gott eures Vaters hat
gestern nacht zu mir geredet und gesagt: Hte dich, mit Jakob
Gutes oder Bses zu reden! $31/30$ Nun denn - du bist nun einmal
weggegangen, weil du dich so sehr nach dem Haus deines Vaters
sehntest. Warum [aber] hast du meinen Gott gestohlen? $31/31$ Da
antwortete Jakob und sagte zu Laban: Ja, ich frchtete mich;
denn ich sagte [mir], du wrdest deine Tchter von mir reien.
$31/32$ [Doch] bei wem du deinen Gott findest, der soll nicht am
Leben bleiben. Untersuche [hier] vor unseren Brdern, was bei
mir ist, und nimm es dir! Jakob aber wute nicht, da Rahel ihn
gestohlen hatte. $31/33$ Da ging Laban in das Zelt Jakobs und in
das Zelt Leas und in das Zelt der beiden Mgde und fand nichts;
und er kam aus Leas Zelt und ging in das Zelt Rahels. $31/34$
Rahel aber hatte den Teraphim genommen und ihn in den
Kamelsattel gelegt und sich darauf gesetzt. Und Laban tastete
das ganze Zelt ab und fand nichts. $31/35$ Da sagte sie zu ihrem
Vater: Mein Herr, zrne nicht, da ich nicht vor dir aufstehen
kann; denn es [geht] mir nach der Weise der Frauen. Und er
durchsuchte [alles] und fand den Teraphim nicht. $31/36$ Da
wurde Jakob zornig und stritt mit Laban. Und Jakob antwortete
und sprach zu Laban: Was ist mein Verbrechen, was meine Snde,
da du so hitzig hinter mir her bist? $31/37$ Da du all meine
Sachen durchtastet hast, was hast du gefunden von allen Sachen
deines Hauses? Lege es hierher vor meine Brder und deine
Brder, sie sollen zwischen uns beiden entscheiden! $31/38$
Zwanzig Jahre bin ich nun bei dir gewesen; deine Mutterschafe
und deine Ziegen haben nicht fehlgeboren, und die Widder deiner
Herde habe ich nicht gegessen. $31/39$ Das Zerrissene habe ich
nicht zu dir gebracht, ich habe es ersetzen mssen; von meiner
Hand hast du es gefordert, mochte es gestohlen sein bei Tag,
mochte es gestohlen sein bei Nacht. $31/40$ [So] erging es mir:
Am Tag verzehrte mich die Hitze und der Frost in der Nacht, und
mein Schlaf floh von meinen Augen. $31/41$ Zwanzig Jahre bin ich
nun in deinem Haus gewesen; vierzehn Jahre habe ich dir fr
deine beiden Tchter gedient und sechs Jahre fr deine Herde,
und du hast meinen Lohn zehnmal verndert. $31/42$ Wenn nicht
der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams, und der Schrecken
Isaaks fr mich gewesen wre, gewi, du httest mich jetzt mit
leeren Hnden entlassen. Mein Elend und die Arbeit meiner Hnde
hat Gott angesehen und hat gestern nacht entschieden. $31/43$ Da
antwortete Laban und sagte zu Jakob: Die Tchter sind meine
Tchter, und die Shne sind meine Shne, und die Tiere sind
meine Tiere, und alles, was du [hier] siehst, mir gehrt es!
Aber meinen Tchtern [gegenber], was knnte ich ihnen heute
tun, oder ihren Shnen, die sie geboren haben? $31/44$ Und nun
komm, la uns einen Bund schlieen, ich und du, der sei zum
Zeugnis zwischen mir und dir!

$31/5$ Da nahm Jakob einen Stein und richtete ihn als
Gedenkstein auf. $31/46$ Und Jakob sagte zu seinen Brdern:
Sammelt Steine! Da nahmen sie Steine und machten [daraus] einen
Haufen und aen dort auf dem Haufen. $31/47$ Und Laban nannte
ihn Jegar-Sahaduta, und Jakob nannte ihn Gal-Ed. $31/48$ Und
Laban sagte: Dieser Haufen sei heute Zeuge zwischen mir und dir!
Darum gab man ihm den Namen Gal-Ed $31/49$ und Mizpa, weil er
sagte: Der HERR halte Wache zwischen mir und dir, wenn wir uns
nicht mehr sehen! $31/50$ Wenn du meine Tchter unterdrcken und
wenn du [noch andere] Frauen zu meinen Tchtern hinzunehmen
solltest, - kein Mensch ist bei uns, siehe, Gott ist Zeuge
zwischen mir und dir. $31/51$ Und Laban sagte zu Jakob: Siehe,
dieser Haufen, und siehe, der Gedenkstein, den ich errichtet
habe zwischen mir und dir, $31/52$ dieser Haufen sei Zeuge und
der Gedenkstein ein Zeugnis, da ich nicht ber diesen Haufen zu
dir hinausgehe und da du ber diesen Haufen und diesen
Gedenkstein nicht zu mir hinausgehst zum Bsen. $31/53$ Der Gott
Abrahams und der Gott Nahors soll zwischen uns richten, der Gott
ihres Vaters! Da schwor Jakob bei dem Schrecken seines Vaters
Isaak. $31/54$ Und Jakob opferte ein Schlachtopfer auf dem Berg
und lud seine Brder ein zu essen; und sie aen und
bernachteten auf dem Berg.

\32\

$32/1$ Und Laban stand frh am Morgen auf, kte seine Shne und
seine Tchter und segnete sie; und Laban ging und kehrte an
seinen Ort zurck.

Jakobs Begegnung mit Engeln.

$32/2$ Und Jakob zog seiner Wege. Da begegneten ihm Engel
Gottes. $32/3$ Und Jakob sagte, als er sie sah: Das ist das
Heerlager Gottes. Und er gab dieser Sttte den Namen Mahanajim.

Jakobs Furcht vor Esau.

$32/4$ Und Jakob sandte Boten vor sich her zu seinem Bruder Esau
in das Land Seir, das Gebiet Edom. $32/5$ Und er befahl ihnen:
So sollt ihr zu meinem Herrn, zu Esau, sagen: So spricht dein
Knecht Jakob: Bei Laban habe ich mich als Fremder aufgehalten
und bin bis jetzt geblieben; $32/6$ und ich habe Rinder und
Esel, Schafe und Knechte und Mgde; und ich sende [Boten], es
meinem Herrn mitzuteilen, um Gunst zu finden in deinen Augen.
$32/7$ Und die Boten kehrten zu Jakob zurck und sagten: Wir
sind zu deinem Bruder, zu Esau, gekommen, und er zieht dir auch
[schon] entgegen und vierhundert Mann mit ihm. $32/8$ Da
frchtete sich Jakob sehr, und ihm wurde angst; und er teilte
das Volk, das bei ihm war, die Schafe, die Rinder und die Kamele
in zwei Lager. $32/9$ Er sagte [sich] nmlich: Wenn Esau ber
das eine Lager kommt und es schlgt, dann wird das
briggebliebene Lager entkommen knnen.

Jakobs Gebet und Vorbereitungen zur Begegnung mit Esau.

$32/10$ Und Jakob sprach: Gott meines Vaters Abraham und Gott
meines Vaters Isaak, HERR, der du zu mir geredet hast: `Kehre
zurck in dein Land und zu deiner Verwandtschaft, und ich will
dir Gutes tun!' $32/11$ Ich bin zu gering fr alle Gnadenerweise
und all die Treue, die du deinem Knecht erwiesen hast; denn mit
meinem Stab bin ich ber diesen Jordan gegangen, und nun bin ich
zu zwei Lagern geworden. $32/12$ Rette mich doch vor der Hand
meines Bruders, vor der Hand Esaus - denn ich frchte ihn -, da
er nicht etwa komme und mich schlage, die Mutter samt den
Kindern! $32/13$ Du hast doch selbst gesagt: Gutes, ja Gutes
will ich dir tun und deine Nachkommenschaft [zahlreich] machen
wie den Sand des Meeres vor Menge, den man vor Menge nicht
zhlen kann.

$32/14$ Und er bernachtete dort in jener Nacht; und er nahm von
dem, was in seine Hand gekommen war, ein Geschenk fr seinen
Bruder Esau: $32/15$ Zweihundert Ziegen und zwanzig Bcke,
zweihundert Mutterschafe und zwanzig Widder, $32/16$ dreiig
sugende Kamele mit ihren Fohlen, vierzig Khe und zehn Stiere,
zwanzig Eselinnen und zehn Eselhengste. $32/17$ Und er gab sie
in die Hand seiner Knechte, Herde [fr] Herde besonders, und
sagte zu seinen Knechten: Zieht vor mir her, und lat einen
Abstand zwischen Herde und Herde! $32/18$ Und er befahl dem
ersten und sagte: Wenn mein Bruder Esau dir begegnet und dich
fragt: `Wem gehrst du an, und wohin gehst du, und wem gehren
diese da vor dir?' $32/19$ dann sollst du sagen: `Deinem Knecht
Jakob; es ist ein Geschenk, gesandt an meinen Herrn, an Esau;
und siehe, er selbst ist hinter uns. $32/20$ Und auch dem
zweiten, auch dem dritten, auch allen, die hinter den Herden
hergingen, befahl er: Nach diesem Wort sollt ihr zu Esau reden,
wenn ihr ihn trefft, $32/21$ und sollt sagen: `Siehe, dein
Knecht Jakob ist selbst hinter uns.' Denn er sagte [sich]: Ich
will ihn vershnen durch das Geschenk, das vor mir hergeht,
danach erst will ich sein Gesicht sehen; vielleicht wird er mich
annehmen. $32/22$ So zog das Geschenk vor ihm her, er aber
bernachtete in jener Nacht im Lager.

Jakobs Ringen mit Gott - Neuer Name.

$32/23$ Und er stand in jener Nacht auf, nahm seine beiden
Frauen, seine beiden Mgde und seine elf Shne und zog ber die
Furt des Jabbok; $32/24$ und er nahm sie und fhrte sie ber den
Flu und fhrte hinber, was er hatte. $32/25$ Und Jakob blieb
allein zurck. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenrte
heraufkam. $32/26$ Und als er sah, da er ihn nicht berwltigen
konnte, berhrte er sein Hftgelenk; und das Hftgelenk Jakobs
wurde verrenkt, whrend er mit ihm rang. $32/27$ Da sagte er:
La mich los, denn die Morgenrte ist aufgegangen! Er aber
sagte: Ich lasse dich nicht los, es sei denn, du hast mich
[vorher] gesegnet. $32/28$ Da sprach er zu ihm: Was ist dein
Name? Er sagte: Jakob. $32/29$ Da sprach er: Nicht mehr Jakob
soll dein Name heien, sondern Israel; denn du hast mit Gott und
mit Menschen gekmpft und hast berwltigt. $32/30$ Und Jakob
fragte und sagte: Teile [mir] doch deinen Namen mit! Er aber
sagte: Warum fragst du denn nach meinem Namen? Und er segnete
ihn dort. $32/31$ Und Jakob gab der Sttte den Namen Pnuel: denn
ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen, und meine
Seele ist gerettet worden! $32/32$ Und die Sonne ging ihm auf,
als er an Pnuel vorberkam; und er hinkte an seiner Hfte.
$32/33$ Darum essen die Shne Israel bis zum heutigen Tag nicht
den Hftmuskel, der ber dem Hftgelenk ist, weil er das
Hftgelenk Jakobs, den Hftmuskel, berhrt hat.

Jakobs Vershnung mit Esau.

\33\

$33/1$ Und Jakob erhob seine Augen und sah: und siehe, Esau kam
und mit ihm vierhundert Mann. Da verteilte er die Kinder auf Lea
und auf Rahel und auf die beiden Mgde; $33/2$ und er stellte
die Mgde und ihre Kinder vornan und Lea und ihre Kinder
dahinter und Rahel und Joseph zuletzt. $33/3$ Er selbst aber
ging vor ihnen her und warf sich siebenmal zur Erde nieder, bis
er nahe an seinen Bruder herangekommen war. $33/4$ Esau aber
lief ihm entgegen, umarmte ihn und fiel ihm um den Hals und
kte ihn; und sie weinten. $33/5$ Und er erhob seine Augen und
sah die Frauen und die Kinder und sagte: Wer sind diese [bei]
dir? Er sagte: Die Kinder, die Gott deinem Knecht aus Gnaden
geschenkt hat. $33/6$ Da traten die Mgde heran, sie und ihre
Kinder, und verneigten sich. $33/7$ Und auch Lea trat heran und
ihre Kinder, und sie verneigten sich. Und danach traten Joseph
und Rahel heran und verneigten sich. $33/8$ Und er sagte: Was
willst du mit diesem ganzen Lager, dem ich begegnet bin? Er
sagte: Um Gunst zu finden in den Augen meines Herrn. $33/9$ Da
sagte Esau: Ich habe genug, mein Bruder; es sei dein, was du
hast. $33/10$ Jakob aber sagte: Nicht doch; wenn ich berhaupt
Gunst gefunden habe in deinen Augen, dann nimm mein Geschenk aus
meiner Hand! Denn ich habe ja doch dein Angesicht gesehen, wie
man das Angesicht Gottes sieht, und du hast Gefallen an mir
gehabt. $33/11$ Nimm doch mein Geschenk, das dir berbracht
worden ist! Denn Gott hat es mir aus Gnaden geschenkt, und ich
habe alles. Und als er in ihn drang, da nahm er es. $33/12$ Und
Esau sagte: La uns aufbrechen und weiterziehen, und ich will
vor dir herziehen. $33/13$ Er aber sagte zu ihm: Mein Herr wei,
da die Kinder zart sind und da sugende Schafe und Khe bei
mir sind; wenn man sie nur einen Tag zu schnell triebe, so wrde
die ganze Herde sterben. $33/14$ Mein Herr ziehe doch vor seinem
Knecht hin! Ich aber, ich will einherziehen nach meiner
Gemchlichkeit, nach dem Schritt des Viehs, das vor mir ist, und
nach dem Schritt der Kinder, bis ich zu meinem Herrn nach Seir
komme. $33/15$ Da sagte Esau: Ich will doch von dem Volk, das
bei mir ist, [einige] bei dir zurcklassen. Er aber sagte: Wozu
das? Mchte ich [nur] Gunst finden in den Augen meines Herrn!
$33/16$ So kehrte Esau an diesem Tag auf seinem Weg nach Seir
zurck.

Jakob in Sichem.

$33/17$ Und Jakob brach auf nach Sukkot und baute sich ein Haus,
und seinem Vieh machte er Htten; darum gab er dem Ort den Namen
Sukkot. $33/18$ Und Jakob kam wohlbehalten zur Stadt Sichem, die
im Land Kanaan ist, als er aus Paddan-Aram kam, und lagerte vor
der Stadt. $33/19$ Und er kaufte das Stck Feld, wo er sein Zelt
aufgeschlagen hatte, von der Hand der Shne Hamors, des Vaters
Sichems, fr hundert Kesita. $33/20$ Und er richtete dort einen
Altar auf und nannte ihn: Gott, der Gott Israels.

Dina und Sichem - Betrug und Rache durch Jakobs Shne.


\34\

$34/1$ Und Dina, die Tochter Leas, die sie dem Jakob geboren
hatte, ging aus, die Tchter des Landes zu sehen. $34/2$ Da sah
Sichem sie, der Sohn des Hewiters Hamor, des Frsten des Landes;
und er nahm sie und legte sich zu ihr und tat ihr Gewalt an.
$34/3$ Und seine Seele hing an Dina, der Tochter Jakobs, und er
liebte das Mdchen und redete zum Herzen des Mdchens. $34/4$
Und Sichem sagte zu seinem Vater Hamor: Nimm mir dieses Mdchen
zur Frau! $34/5$ Und Jakob hatte gehrt, da er seine Tochter
Dina entehrt hatte, seine Shne aber waren mit seinem Vieh auf
dem Feld; so schwieg Jakob, bis sie kamen. $34/6$ Und Hamor, der
Vater Sichems, kam heraus zu Jakob, um mit ihm zu reden. $34/7$
Und die Shne Jakobs kamen vom Feld. Als sie [aber davon]
hrten, fhlten sich die Mnner gekrnkt und wurden sehr zornig,
weil er eine Schandtat in Israel verbt hatte, bei der Tochter
Jakobs zu liegen. Denn so [etwas] htte nicht geschehen drfen.
$34/8$ Und Hamor redete mit ihnen und sagte: Mein Sohn Sichem -
seine Seele hngt an eurer Tochter. Gebt sie ihm doch zur Frau,
$34/9$ und verschwgert euch mit uns: gebt uns eure Tchter, und
nehmt euch unsere Tchter; $34/10$ und bleibt bei uns wohnen,
und das Land soll [offen] vor euch liegen! Bleibt, verkehrt
darin, und macht euch darin ansssig! $34/11$ Und Sichem sprach
zu ihrem Vater und zu ihren Brdern: Lat mich Gunst finden in
euren Augen! Was ihr mir sagt, will ich geben. $34/121$ Legt mir
sehr viel auf als Heiratsgeld und als Geschenk, ich will es
geben, so wie ihr [es] mir sagt; nur gebt mir das Mdchen zur
Frau! $34/132$ Da antworteten die Shne Jakobs dem Sichem und
seinem Vater Hamor mit Hinterlist und redeten, weil er ihre
Schwester Dina entehrt hatte; $34/143$ und sie sagten zu ihnen:
Wir knnen das nicht tun, unsere Schwester einem unbeschnittenen
Mann geben, denn das wre eine Schande fr uns. $34/154$ Nur
unter der [Bedingung] wollen wir euch zu Willen sein, wenn ihr
werdet wie wir, indem sich alles Mnnliche bei euch beschneiden
lt; $34/165$ dann wollen wir euch unsere Tchter geben und uns
eure Tchter nehmen, und wir wollen bei euch wohnen bleiben und
zu einem Volk werden. $34/176$ Wenn ihr aber nicht auf uns hrt,
euch beschneiden zu lassen, dann nehmen wir unsere Tochter und
ziehen weg.

$34/18$ Und ihre Worte waren gut in den Augen Hamors und in den
Augen Sichems, des Sohnes Hamors. $34/19$ Und der junge Mann
zgerte nicht, dies zu tun, denn er hatte Gefallen an der
Tochter Jakobs. Und er geno mehr Ansehen als alle im Haus
seines Vaters. $34/20$ Und Hamor und sein Sohn Sichem kamen in
das Tor ihrer Stadt, und sie redeten zu den Mnnern ihrer Stadt
und sagten: $34/21$ Diese Mnner sind friedlich gegen uns
[gesinnt], so mgen sie im Land wohnen bleiben und darin
verkehren; und das Land, siehe, nach beiden Seiten ausgedehnt
[liegt es] vor ihnen. Wir wollen uns ihre Tchter als Frauen
nehmen und ihnen unsere Tchter geben. $34/22$ Nur unter der
[Bedingung] wollen die Mnner uns zu Willen sein, bei uns zu
wohnen [und] ein Volk [mit uns] zu werden, da sich bei uns
alles Mnnliche beschneiden lt, so wie sie beschnitten sind.
$34/23$ Ihre Herden und ihr Besitz und all ihr Vieh, werden die
nicht uns gehren? Nur lat uns ihnen zu Willen sein, und sie
werden bei uns wohnen. $34/24$ Da hrten auf Hamor und auf
seinen Sohn Sichem alle, die zum Tor seiner Stadt [ein- und]
ausgingen. So lie sich alles Mnnliche beschneiden, alle die
zum Tor seiner Stadt [ein- und] ausgingen.

$34/25$ Und es geschah am dritten Tag, als sie in Schmerzen
waren, da nahmen die beiden Shne Jakobs, Simeon und Levi, die
Brder Dinas, jeder sein Schwert und kamen ungehindert gegen die
Stadt und erschlugen alles Mnnliche. $34/26$ Auch Hamor und
seinen Sohn Sichem erschlugen sie mit der Schrfe des Schwertes
und nahmen Dina aus dem Haus Sichems und gingen davon. $34/27$
Die Shne Jakobs kamen ber die Erschlagenen und plnderten die
Stadt, weil sie ihre Schwester entehrt hatten. $34/28$ Ihre
Schafe und ihre Rinder und ihre Esel und [alles], was in der
Stadt und was auf dem Feld war, nahmen sie; $34/29$ und all ihr
Vermgen und alle ihre Kinder und ihre Frauen fhrten sie weg
und plnderten auch alles, was in den Husern war. $34/30$ Da
sagte Jakob zu Simeon und Levi: Ihr habt mich ins Unglck
gebracht, indem ihr mich stinkend macht bei den Bewohnern des
Landes, bei den Kanaanitern und bei den Perisitern. Ich aber bin
ein geringes Huflein. Wenn sie sich gegen mich versammeln,
werden sie mich schlagen, und ich werde vernichtet, ich und mein
Haus. $34/31$ Sie aber sagten: Durfte er unsere Schwester wie
eine Hure behandeln?

Jakob in Bethel.

\35\

$35/1$ Und Gott sprach zu Jakob: Mache dich auf, zieh hinauf
nach Bethel und wohne dort, und mache dort einen Altar dem Gott,
der dir erschienen ist, als du vor deinem Bruder Esau flohest!
$35/2$ Da sagte Jakob zu seinem Haus und zu allen, die bei ihm
waren: Schafft die fremden Gtter weg, die in eurer Mitte sind,
reinigt euch, und wechselt eure Kleider! $35/3$ Dann wollen wir
uns aufmachen und nach Bethel hinaufziehen, dort werde ich dem
Gott einen Altar machen, der mir am Tag meiner Not geantwortet
hat und der mit mir gewesen ist auf dem Weg, den ich gegangen
bin. $35/4$ Und sie gaben Jakob alle fremden Gtter, die in
ihrer Hand waren, und die Ringe, die an ihren Ohren [hingen],
und Jakob vergrub sie unter der Terebinthe, die bei Sichem ist.
$35/5$ Und sie brachen auf. Und der Schrecken Gottes kam ber
die Stdte, die rings um sie her waren, so da sie den Shnen
Jakobs nicht nachjagten.

$35/6$ So kam Jakob nach Lus, das im Land Kanaan [liegt], das
ist Bethel, er und alles Volk, das bei ihm war. $35/7$ Und er
baute dort einen Altar und nannte den Ort El-Bethel; denn dort
hatte Gott sich ihm geoffenbart, als er vor seinem Bruder floh.
$35/8$ Und Debora, die Amme Rebekkas, starb, und sie wurde
unterhalb von Bethel begraben unter der Eiche; und er gab ihr
den Namen Allon Bachut.

$35/9$ Und Gott erschien dem Jakob noch einmal, als er aus
Paddan-Aram kam, und segnete ihn. $35/10$ Und Gott sprach zu
ihm: Dein Name ist Jakob. Dein Name soll nicht mehr Jakob
heien, sondern Israel soll dein Name sein! So gab er ihm den
Namen Israel. $35/11$ Und Gott sprach zu ihm: Ich bin Gott, der
Allmchtige, sei fruchtbar und mehre dich; eine Nation und eine
Schar von Nationen soll aus dir entstehen, und Knige sollen aus
deinen Lenden hervorkommen! $35/12$ Und das Land, das ich
Abraham und Isaak gegeben habe, dir will ich es geben, und
deinen Nachkommen nach dir will ich das Land geben. $35/13$ Und
Gott fuhr von ihm auf an dem Ort, an dem er mit ihn geredet
hatte. $35/14$ Und Jakob richtete einen Gedenkstein auf an dem
Ort, an dem er mit ihm geredet hatte, ein Denkmal aus Stein, und
spendete darauf ein Trankopfer und go l darauf. $35/15$ Und
Jakob gab dem Ort, wo Gott mit ihm geredet hatte, den Namen
Bethel.

Rahels Tod bei der Geburt Benjamins.

$35/16$ Und sie brachen von Bethel auf. Und es war noch eine
Strecke Landes, um nach Efrata zu kommen, da gebar Rahel; und
sie hatte es schwer mit ihrem Gebren. $35/17$ Und es geschah,
als sie es schwer hatte mit ihrem Gebren, da sagte die Hebamme
zu ihr: Frchte dich nicht, denn auch der wird dir ein Sohn!
$35/18$ Und es geschah, als ihre Seele ausging - denn sie mute
sterben -, da gab sie ihm den Namen Ben-Oni; sein Vater aber
nannte ihn Ben-Jamin. $35/19$ Und Rahel starb und wurde begraben
am Weg nach Efrata, das ist Bethlehem. $35/20$ Und Jakob
richtete ber ihrem Grab einen Gedenkstein auf, das ist das
Grabmal Rahels bis auf diesen Tag.

Jakobs Shne.

$35/21$ Und Israel brach auf und schlug sein Zelt auf jenseits
von Migdal-Eder. $35/22$ Und es geschah, als Israel in jenem
Land wohnte, ging Ruben hin und lag bei Bilha, der Nebenfrau
seines Vaters. Und Israel hrte es.

V. 23-26: Kap. 46,8-24; 49,3-27; 2Mo 2,1-5; 4Mo 1,5-15.20-42;
2,3-29; 7,12-78; 10,14-27; 13,4-15; 26,5-57; 34,19-28; 5Mo
27,12-14; 33,6-24; Jos 13-19; Ri 5,14-18; 1Chr 2,1.2; 4-7;
12,25-38; 27,16-22; Hes 48,31-34; Offb 7,4-8.

Die Shne Jakobs waren zwlf: $35/23$ Die Shne Leas: Ruben, der
Erstgeborene Jakobs, und Simeon, Levi, Juda, Issaschar und
Sebulon. $35/24$ Die Shne Rahels: Joseph und Benjamin. $35/25$
Die Shne Bilhas, der Magd Rahels: Dan und Naftali. $35/26$ Und
die Shne Silpas, der Magd Leas: Gad und Asser. Das sind die
Shne Jakobs, die ihm in Paddan-Aram geboren wurden.

Isaaks Tod.

$35/27$ Und Jakob kam zu seinem Vater Isaak nach Mamre, nach
Kirjat-Arba, das ist Hebron, wo Abraham und Isaak sich als
Fremde aufgehalten hatten. $35/28$ Und die Tage Isaaks waren 180
Jahre. $35/29$ Und Isaak verschied und starb und wurde
versammelt zu seinen Vlkern, alt und der Tage satt. Und seine
Shne Esau und Jakob begruben ihn.

Esaus Nachkommen.

\36\

$36/1$ Und dies ist die Geschlechterfolge Esaus, das ist Edom.
$36/2$ Esau hatte sich seine Frauen von den Tchtern Kanaans
genommen: Ada, die Tochter des Hetiters Elon, und Oholibama, die
Tochter Anas, der Tochter Zibons, des Horiters, $36/3$ und
Basemat, die Tochter Ismaels, die Schwester Nebajots.

V. 4-14: 1Chr 1,35-37.

$36/4$ Und Ada gebar dem Esau Elifas, und Basemat gebar Reguel.
$36/5$ Oholibama aber gebar Jeusch, Jalam und Korach. Das sind
die Shne Esaus, die ihm im Land Kanaan geboren wurden. $36/6$
Und Esau nahm seine Frauen, seine Shne und seine Tchter und
alle Seelen seines Hauses und seine Herden und all sein Vieh und
all sein Besitztum, das er im Land Kanaan erworben hatte, und
zog in ein Land, von seinem Bruder Jakob hinweg. $36/7$ Denn
ihre Habe war zu gro, um beieinander zu wohnen, und das Land
ihrer Fremdlingschaft konnte sie wegen [der Menge] ihrer Herden
nicht tragen. $36/8$ So lie sich Esau auf dem Gebirge Seir
nieder. Esau, das ist Edom.

$36/9$ Dies ist die Geschlechterfolge Esaus, des Vaters von
Edom, auf dem Gebirge Seir. $36/10$ Dies sind die Namen der
Shne Esaus: Elifas, der Sohn Adas, der Frau Esaus; Reguel, der
Sohn Basemats, der Frau Esaus. $36/11$ Und die Shne des Elifas
waren: Teman, Omar, Zefo und Gatam und Kenas. $36/12$ Und Timna
war eine Nebenfrau von Elifas, des Sohnes Esaus, die gebar dem
Elifas Amalek. Das sind die Shne Adas, der Frau Esaus. $36/13$
Und dies sind die Shne Reguels: Nahat und Serach, Schamma und
Misa. Das waren die Shne von Basemat, der Frau Esaus. $36/14$
Und dies waren die Shne von Oholibama, der Tochter Anas, der
Tochter Zibons, der Frau Esaus: sie gebar dem Esau Jeusch, Jalam
und Korach.

$36/15$ Dies sind die Frsten der Shne Esaus: Die Shne des
Elifas, des Erstgeborenen Esaus: der Frst Teman, der Frst
Omar, der Frst Zefo, der Frst Kenas, $36/16$ der Frst Korach,
der Frst Gatam, der Frst Amalek. Das sind die Frsten des
Elifas im Land Edom; es sind die Shne Adas. $36/17$ Und dies
sind die Shne Reguels, des Sohnes Esaus: der Frst Nahat, der
Frst Serach, der Frst Schamma, der Frst Misa. Das sind die
Frsten des Reguel im Land Edom; es sind die Shne der Basemat,
der Frau Esaus. $36/18$ Und dies sind die Shne Oholibamas, der
Frau Esaus: der Frst Jeusch, der Frst Jalam, der Frst Korach.
Das sind die Frsten Oholibamas, der Tochter Anas, der Frau
Esaus. $36/19$ Das sind die Shne Esaus und das ihre Frsten;
das ist Edom.

V. 20-43: 1Chr 1,38-54.

$36/20$ Dies sind die Shne des Horiters Seir, die Bewohner des
Landes: Lotan, Schobal, Zibon und Ana, $36/21$ Dischon und Ezer
und Dischan. Das sind die Frsten der Horiter, Shne Seirs, im
Land Edom. $36/22$ Und die Shne Lotans waren: Hori und Hemam,
Lotans Schwester aber war Timna. $36/23$ Und dies sind die Shne
Schobals: Alwan, Manahat und Ebal, Schefo und Onam. $36/24$ Und
dies sind die Shne Zibons: Ajja und Ana. Das ist der Ana, der
die warmen Quellen in der Wste fand, als er die Esel seines
Vaters Zibon weidete. $36/25$ Und dies sind die Shne des Ana:
Dischon und Oholibama, die Tochter des Ana. $36/26$ Und dies
sind die Shne Dischons: Hemdan, Eschban, Jitran und Keran.
$36/27$ Dies sind die Shne Ezers: Bilhan, Saawan und Akan.
$36/28$ Dies sind die Shne Dischans: Uz und Aran. $36/29$ Dies
sind die Frsten der Horiter: der Frst Lotan, der Frst
Schobal, der Frst Zibon, der Frst Ana, $36/30$ der Frst
Dischon, der Frst Ezer, der Frst Dischan. Das sind die Frsten
der Horiter, nach ihren Frsten, im Land Seir.

$36/31$ Und dies sind die Knige, die im Land Edom herrschten,
bevor ein Knig ber die Shne Israel regierte: $36/32$ Knig in
Edom war Bela, der Sohn Beors; und der Name seiner Stadt war
Dinhaba. $36/33$ Und Bela starb, und Knig wurde an seiner
Stelle Jobab, der Sohn Serachs, aus Bozra. $36/34$ Und Jobab
starb, und Knig wurde an seiner Stelle Huscham, aus dem Land
der Temaniter. $36/35$ Und Huscham starb, und Knig wurde an
seiner Stelle Hadad, der Sohn Bedads, der Midian schlug im
Gebiet Moabs; und der Name seiner Stadt war Awit. $36/36$ Und
Hadad starb, und Knig wurde an seiner Stelle Samla aus Masreka.
$36/37$ Und Samla starb, und Knig wurde an seiner Stelle Schaul
aus Rehobot am Strom. $36/38$ Und Saul starb, und Knig wurde an
seiner Stelle Baal-Hanan, der Sohn Achbors. $36/39$ Und
Baal-Hanan, der Sohn Achbors, starb, und Knig wurde an seiner
Stelle Hadar; und der Name seiner Stadt war Pagu und der Name
seiner Frau Mehetabel, die Tochter Matreds, der Tochter des
Me-Sahab.

$36/40$ Und dies sind die Namen der Frsten Esaus, nach ihren
Sippen, nach ihren Ortschaften, mit ihren Namen: der Frst
Timna, der Frst Alwa, der Frst Jetet, $36/41$ der Frst
Oholibama, der Frst Ela, der Frst Pinon, $36/42$ der Frst
Kenas, der Frst Teman, der Frst Mibzar, $36/43$ der Frst
Magdiel, der Frst Iram. Das sind die Frsten von Edom nach
ihren Wohnsitzen, im Land ihres Eigentums. Das ist Esau, der
Vater Edoms.

Josephs Trume - Neid seiner Brder.

\37\

$37/1$ Und Jakob wohnte im Land der Fremdlingsschaft seines
Vaters, im Land Kanaan. $37/2$ Dies ist die Geschichte Jakobs:
Joseph, siebzehn Jahre alt, war als Hirte mit seinen Brdern bei
den Schafen - als er [noch] ein Junge war -, mit den Shnen
Bilhas und mit den Shnen Silpas, der Frauen seines Vaters. Und
Joseph hinterbrachte ihrem Vater die ble Nachrede ber sie.
$37/3$ Und Israel liebte Joseph mehr als all seine Shne, weil
er der Sohn seines Alters war; und er machte ihm einen bunten
Leibrock. $37/4$ Als aber seine Brder sahen, da ihr Vater ihn
mehr liebte als alle seine Brder, da haten sie ihn und konnten
ihn nicht [mehr] gren.

$37/5$ Und Joseph hatte einen Traum, den erzhlte er seinen
Brdern; da haten sie ihn noch mehr. $37/6$ Und er sagte zu
ihnen: Hrt doch diesen Traum, den ich gehabt habe: $37/7$
Siehe, wir banden Garben mitten auf dem Feld, und siehe, meine
Garbe richtete sich auf und blieb auch aufrecht stehen; und
siehe, eure Garben stellten sich ringsum auf und verneigten sich
vor meiner Garbe. $37/8$ Da sagten seine Brder zu ihm: Willst
du etwa Knig ber uns werden, willst du gar ber uns herrschen?
Und sie haten ihn noch mehr wegen seiner Trume und wegen
seiner Reden. $37/9$ Und er hatte noch einen anderen Traum, auch
den erzhlte er seinen Brdern und sagte: Siehe, noch einen
Traum hatte ich, und siehe, die Sonne und der Mond und elf
Sterne beugten sich vor mir nieder. $37/10$ Und er erzhlte es
seinem Vater und seinen Brdern. Da schalt ihn sein Vater und
sagte zu ihm: Was ist das fr ein Traum, den du gehabt hast?
Sollen wir etwa kommen, ich und deine Mutter und deine Brder,
um uns vor dir zur Erde niederzubeugen? $37/11$ Und seine Brder
waren eiferschtig auf ihn; aber sein Vater bewahrte das Wort.

Josephs Verkauf nach gypten - Jakobs Trauer.

$37/12$ Und seine Brder gingen fort, um die Schafe ihres Vaters
bei Sichem zu weiden. $37/13$ Da sagte Israel zu Joseph: Weiden
nicht deine Brder bei Sichem? Komm, ich will dich zu ihnen
senden! Er aber sagte zu ihm: Hier bin ich. $37/14$ Da sagte er
zu ihm: Geh doch hin, sieh nach dem Wohlergehen deiner Brder
und nach dem Wohlergehen der Schafe, und bring mir Antwort. So
sandte er ihn aus dem Tal von Hebron, und er kam nach Sichem.
$37/15$ Da fand ihn ein Mann, und siehe, er irrte auf dem Feld
umher; und der Mann fragte ihn: Was suchst du? $37/16$ Und er
sagte: Ich suche meine Brder. Teile mir doch mit, wo sie
weiden! $37/17$ Da sagte der Mann: Sie sind von hier
aufgebrochen, denn ich hrte sie sagen: `Lat uns nach Dotan
gehen!' Da ging Joseph seinen Brdern nach und fand sie bei
Dotan. $37/18$ Als sie ihn von ferne sahen und bevor er sich
ihnen genhert hatte, da ersannen sie gegen ihn den Anschlag,
ihn zu tten. $37/19$ Und sie sagten einer zum andern: Siehe, da
kommt dieser Trumer! $37/20$ So kommt nun und lat uns ihn
erschlagen und ihn in eine der Zisternen werfen, und wir wollen
sagen: Ein bses Tier hat ihn gefressen! Dann werden wir sehen,
was aus seinen Trumen wird. $37/21$ Als Ruben [das] hrte,
wollte er ihn aus ihrer Hand retten und sagte: Lat uns [ihn]
nicht totschlagen! $37/22$ Und Ruben sagte zu ihnen: Vergiet
nicht Blut, werft ihn in diese Zisterne, die in der Wste ist,
aber legt nicht Hand an ihn! [Das sagte er], damit er ihn aus
ihrer Hand errettete, um ihn zu seinem Vater zurckzubringen.
$37/23$ Und es geschah, als Joseph zu seinen Brdern kam, da
zogen sie Joseph seinen Leibrock aus, den bunten Leibrock, den
er anhatte. $37/24$ Und sie nahmen ihn und warfen ihn in die
Zisterne; die Zisterne aber war leer, es war kein Wasser darin.

$37/25$ Dann setzten sie sich, um zu essen. Und sie erhoben ihre
Augen und sahen: und siehe, eine Karawane von Ismaelitern kam
von Gilead her; und ihre Kamele trugen Tragakant und Balsamharz
und Ladanum; sie zogen hin, um es nach gypten hinabzubringen.
$37/26$ Da sagte Juda zu seinen Brdern: Was fr ein Gewinn ist
es, da wir unseren Bruder erschlagen und sein Blut zudecken?
$37/27$ Kommt, lat uns ihn an die Ismaeliter verkaufen; aber
unsere Hand sei nicht an ihm, denn unser Bruder, unser Fleisch
ist er! Und seine Brder hrten [darauf]. $37/28$ Da kamen
midianitische Mnner vorber, Hndler, und sie zogen [ihn]
heraus und holten Joseph aus der Zisterne herauf. Und sie
verkauften Joseph an die Ismaeliter fr zwanzig
Silber[-Schekel]. Und sie brachten Joseph nach gypten. $37/29$
Als nun Ruben zur Zisterne zurckkam, und siehe, Joseph war
nicht in der Zisterne, da zerri er seine Kleider. $37/30$ Und
er kehrte zu seinen Brdern zurck und sagte: Der Junge ist
nicht [mehr] da! Ich aber, wohin soll ich [jetzt] gehen?

$37/31$ Da nahmen sie den Leibrock Josephs und schlachteten
einen Ziegenbock und tauchten den Leibrock in das Blut. $37/32$
Dann schickten sie den bunten Leibrock hin und lieen ihn ihrem
Vater bringen und sagen: Das haben wir gefunden. Untersuche
doch, ob es der Leibrock deines Sohnes ist oder nicht! $37/33$
Da untersuchte er ihn und sagte: Der Leibrock meines Sohnes! Ein
bses Tier hat ihn gefressen; zerrissen, zerrissen ist Joseph!
$37/34$ Und Jakob zerri seine Kleider und legte Sacktuch um
seine Hften, und er trauerte um seinen Sohn viele Tage. $37/35$
Und alle seine Shne und alle seine Tchter machten sich auf, um
ihn zu trsten; er aber weigerte sich, sich trsten zu lassen,
und sagte: [Nein], sondern in Trauer werde ich zu meinem Sohn in
den Scheol hinabfahren. So beweinte ihn sein Vater.

$37/36$ Und die Midianiter verkauften ihn nach gypten, an
Potifar, einen Kmmerer des Pharao, den Obersten der
Leibwchter.

Juda und seine Schwiegertochter Tamar.

\38\

$38/1$ Und es geschah in jener Zeit, da Juda von seinen Brdern
hinabzog und zu einem Mann von Adullam einkehrte, dessen Name
war Hira. $38/2$ Dort sah Juda die Tochter eines kanaanitischen
Mannes, mit Namen Schua; und er nahm sie [zur Frau] und ging zu
ihr ein. $38/3$ Und sie wurde schwanger und gebar einen Sohn,
dem gab er den Namen Er. $38/4$ Und sie wurde wieder schwanger
und gebar einen Sohn, dem gab sie den Namen Onan. $38/5$ Und
noch einmal gebar sie einen Sohn, dem gab sie den Namen Schela;
Juda war aber zu Kesib, als sie ihn gebar. $38/6$ Und Juda nahm
fr seinen Erstgeborenen Er eine Frau, deren Name war Tamar.
$38/7$ Aber Er, der Erstgeborene Judas, war bse in den Augen
des HERRN, so lie der HERR ihn sterben. $38/8$ Da sagte Juda zu
Onan: Geh zu der Frau deines Bruders ein, und geh mit ihr die
Schwagerehe ein, und la deinem Bruder Nachkommen erstehen!
$38/9$ Da aber Onan wute, da die Nachkommen nicht ihm gehren
wrden, geschah es, wenn er zu der Frau seines Bruders einging,
da er [den Samen] auf die Erde [fallen und] verderben lie, um
seinem Bruder keine Nachkommen zu geben. $38/10$ Und es war bse
in den Augen des HERRN, was er tat; so lie er auch ihn sterben.
$38/11$ Da sagte Juda zu seiner Schwiegertochter Tamar: Bleibe
Witwe im Haus deines Vaters, bis mein Sohn Schela gro sein
wird! Denn er sagte [sich]: Da nicht auch er sterbe wie seine
Brder! So ging Tamar hin und blieb im Haus ihres Vaters.

$38/12$ Als nun viele Tage vergangen waren, da starb die Tochter
Schuas, Judas Frau. Und als Juda getrstet war, ging er zu
seinen Schafscherern hinauf nach Timna, er und sein Freund Hira,
der Adullamiter. $38/13$ Und es wurde der Tamar berichtet:
Siehe, dein Schwiegervater geht nach Timna hinauf, um seine
Schafe zu scheren. $38/14$ Da legte sie die Kleider ihrer
Witwenschaft von sich ab, bedeckte sich mit einem Schleier und
verhllte sich. Dann setzte sie sich an den Eingang von Enajim,
das am Weg nach Timna [liegt]; denn sie hatte gesehen, da
Schela gro geworden war und sie ihm [doch] nicht zur Frau
gegeben wurde. $38/15$ Und Juda sah sie und hielt sie fr eine
Hure, denn sie hatte ihr Gesicht bedeckt. $38/16$ Und er bog zu
ihr ab an den Weg und sagte: Wohlan, la mich zu dir eingehen!
Denn er erkannte nicht, da sie seine Schwiegertochter war. Sie
aber sagte: Was gibst du mir, wenn du zu mir eingehst? $38/17$
Da sagte er: Ich will dir ein Ziegenbckchen von der Herde
senden. Sie sagte: Wenn du ein Pfand gibst, bis du es sendest!
$38/18$ Da sagte er: Was fr ein Pfand soll ich dir geben? Sie
sagte: Deinen Siegelring und deine Schnur und deinen Stab, der
in deiner Hand ist. Da gab er es ihr und ging zu ihr ein, und
sie wurde schwanger von ihm. $38/19$ Dann stand sie auf und ging
hin, sie legte ihren Schleier von sich ab und zog die Kleider
ihrer Witwenschaft [wieder] an. $38/20$ Juda aber sandte das
Ziegenbckchen durch die Hand seines Freundes, des Adullamiters,
um das Pfand aus der Hand der Frau zu holen; aber er fand sie
nicht. $38/21$ Da fragte er die Leute ihres Ortes: Wo ist jene
Geweihte, die zu Enajim am Weg war? Sie aber sagten: Hier ist
keine Geweihte gewesen. $38/22$ Da kehrte er zu Juda zurck und
sagte: Ich habe sie nicht gefunden, auch sagten die Leute des
Ortes: `Hier ist keine Geweihte gewesen.' $38/23$ Da sagte Juda:
Sie soll es bei sich behalten, damit wir nicht zum Gesptt
werden; siehe, ich habe ja dieses Bckchen gesandt, und du hast
sie nicht gefunden.

$38/24$ Und es geschah nach etwa drei Monaten, da wurde dem Juda
berichtet: Deine Schwiegertochter Tamar hat Hurerei getrieben,
und siehe, sie ist sogar schwanger von Hurerei. Da sagte Juda:
Fhrt sie hinaus, sie soll verbrannt werden! $38/25$ Als sie nun
hinausgefhrt wurde, da sandte sie zu ihrem Schwiegervater und
lie [ihm] sagen: Von einem Mann, dem dies gehrt, bin ich
schwanger. Und sie sagte: Untersuche doch, wem dieser Siegelring
und diese Schnur und dieser Stab gehrt! $38/26$ Da untersuchte
es Juda und sagte: Sie ist gerechter als ich, deswegen weil ich
sie meinem Sohn Schela nicht gegeben habe. Und er erkannte sie
knftig nicht mehr. $38/27$ Und es geschah zur Zeit, als sie
gebren sollte, siehe, da waren Zwillinge in ihrem Leib. $38/28$
Und es geschah, whrend sie gebar, da streckte [einer] die Hand
heraus, und die Hebamme nahm sie und band eine rote Schnur um
seine Hand und sagte: Der ist zuerst herausgekommen. $38/29$ Und
es geschah, als er seine Hand zurckzog, siehe, da kam sein
Bruder heraus; und sie sagte: Was fr einen Ri hast du um
deinetwillen gerissen! Und man gab ihm den Namen Perez. $38/30$
Und danach kam sein Bruder heraus, um dessen Hand die rote
Schnur war. Dem gab man den Namen Serach.

Joseph im Haus des Potifar.

\39\

$39/1$ Und Joseph war nach gypten hinabgefhrt worden. Und
Potifar, ein Kmmerer des Pharao, der Oberste der Leibwchter,
ein gypter, kaufte ihn aus der Hand der Ismaeliter, die ihn
dorthin hinabgefhrt hatten. $39/2$ Der HERR aber war mit
Joseph, und er war ein Mann, dem alles gelang; und er blieb im
Haus seines gyptischen Herrn. $39/3$ Als nun sein Herr sah, da
der HERR mit ihm war und da der HERR alles, was er tat, in
seiner Hand gelingen lie, $39/4$ da fand Joseph Gunst in seinen
Augen, und er bediente ihn [persnlich]. Und er bestellte ihn
ber sein Haus, und alles, was er besa, gab er in seine Hand.
$39/5$ Und es geschah, seitdem er ihn ber sein Haus bestellt
hatte und ber alles, was er besa, da segnete der HERR das Haus
des gypters um Josephs willen; und der Segen des HERRN war auf
allem, was er hatte, im Haus und auf dem Feld. $39/6$ Und er
berlie alles, was er hatte, der Hand Josephs und kmmerte sich
bei ihm um gar nichts, auer um das Brot, das er a. Joseph aber
war schn von Gestalt und schn von Aussehen.

$39/7$ Und es geschah nach diesen Dingen, da warf die Frau
seines Herrn ihre Augen auf Joseph und sagte: Liege bei mir!
$39/8$ Er aber weigerte sich und sagte zu der Frau seines Herrn:
Siehe, mein Herr kmmert sich um nichts bei mir im Haus; und
alles, was er besitzt, hat er in meine Hand gegeben. $39/9$ Er
[selbst] ist in diesem Haus nicht grer als ich, und er hat mir
gar nichts vorenthalten als nur dich, weil du seine Frau bist.
Wie sollte ich dieses groe Unrecht tun und gegen Gott sndigen?
$39/10$ Und es geschah, obwohl sie Tag fr Tag auf Joseph
einredete, hrte er nicht auf sie, bei ihr zu liegen, mit ihr
[zusammen] zu sein. $39/11$ Da geschah es an einem solchen Tag,
da er ins Haus kam, um sein Geschft zu besorgen, als [gerade]
kein Mensch von den Leuten des Hauses dort im Haus war, $39/12$
da ergriff sie ihn bei seinem Kleid und sagte: Liege bei mir! Er
aber lie sein Kleid in ihrer Hand, floh und lief hinaus.
$39/13$ Und es geschah, als sie sah, da er sein Kleid in ihrer
Hand gelassen hatte und hinausgeflohen war, $39/14$ da rief sie
die Leute ihres Hauses und sagte zu ihnen: Seht, er hat uns
einen hebrischen Mann hergebracht, Mutwillen mit uns zu
treiben. Er ist zu mir gekommen, um bei mir zu liegen, aber ich
habe mit lauter Stimme gerufen. $39/15$ Und es geschah, als er
hrte, da ich meine Stimme erhob und rief, da lie er sein
Kleid neben mir und floh und lief hinaus. $39/16$ Und sie lie
sein Kleid neben sich liegen, bis sein Herr nach Hause kam.
$39/17$ Da redete sie zu ihm mit denselben Worten: Der
hebrische Sklave, den du uns hergebracht hast, ist zu mir
gekommen, um Mutwillen mit mir zu treiben; $39/18$ und es
geschah, als ich meine Stimme erhob und rief, da lie er sein
Kleid neben mir und floh hinaus.

Joseph im Gefngnis - Trume der beiden Kmmerer.

$39/19$ Und es geschah, als sein Herr die Worte seiner Frau
hrte, die sie zu ihm redete, indem sie sagte: Nach diesen
Worten hat mir dein Sklave getan, da entbrannte sein Zorn.
$39/20$ Und Josephs Herr nahm ihn und legte ihn ins Gefngnis,
an den Ort, wo die Gefangenen des Knigs gefangen lagen; und er
war dort im Gefngnis. $39/21$ Der HERR aber war mit Joseph und
wandte sich ihm [in] Treue zu und gab ihm Gunst in den Augen des
Obersten des Gefngnisses. $39/22$ Und der Oberste des
Gefngnisses bergab alle Gefangenen, die im Gefngnis waren,
der Hand Josephs; und alles, was man dort tat, das veranlate
er. $39/23$ Der Oberste des Gefngnisses sah nicht nach dem
Geringsten, das unter seiner Hand war, weil der HERR mit ihm
war; und was er tat, lie der HERR gelingen.

\40\

$40/1$ Und es geschah nach diesen Dingen, da versndigten sich
der Mundschenk des Knigs von gypten und der Bcker gegen ihren
Herrn, den Knig von gypten. $40/2$ Und der Pharao wurde zornig
ber seine beiden Kmmerer, ber den Obersten der Mundschenke
und ber den Obersten der Bcker; $40/3$ und er gab sie in
Gewahrsam, in das Haus des Obersten der Leibwchter, ins
Gefngnis, an den Ort, wo Joseph gefangen lag. $40/4$ Und der
Oberste der Leibwchter gab ihnen Joseph bei, und er bediente
sie; und sie waren eine Zeitlang in Gewahrsam.

$40/5$ Und sie hatten beide einen Traum, jeder seinen Traum in
einer Nacht, jeder mit einer [besonderen] Deutung seines
Traumes, der Mundschenk und der Bcker des Knigs von gypten,
die im Gefngnis gefangen lagen. $40/6$ Als Joseph am Morgen zu
ihnen kam und sie sah, siehe, da waren sie traurig. $40/7$ Und
er fragte die Kmmerer des Pharao, die mit ihm im Haus seines
Herrn in Gewahrsam waren: Warum sind eure Gesichter heute so
traurig? $40/8$ Da sagten sie zu ihm: Wir haben einen Traum
gehabt, aber es gibt keinen, der ihn deute. Da sagte Joseph zu
ihnen: Sind die Deutungen nicht Gottes [Sache]? Erzhlt mir
doch! $40/9$ Da erzhlte der Oberste der Mundschenke dem Joseph
seinen Traum und sagte zu ihm: In meinem Traum, siehe, da war
ein Weinstock vor mir $40/10$ und an dem Weinstock drei Ranken;
und sowie er [Knospen] trieb, kam sein Bltenstand hervor [und]
seine Traubenkmme reiften zu Trauben. $40/11$ Und der Becher
des Pharao war in meiner Hand, und ich nahm die Trauben und
prete sie in den Becher des Pharao aus und gab den Becher in
die Hand des Pharao. $40/12$ Da sagte Joseph zu ihm: Das ist
seine Deutung: Die drei Ranken, sie [bedeuten] drei Tage.
$40/13$ Noch drei Tage, dann wird der Pharao dein Haupt erheben
und dich wieder in deine Stellung einsetzen, und du wirst den
Becher des Pharao in seine Hand geben nach der frheren Weise,
als du sein Mundschenk warst. $40/14$ Aber denke an mich bei
dir, wenn es dir gut geht, und erweise doch Treue an mir, und
erwhne mich beim Pharao, und bring mich aus diesem Haus heraus!
$40/15$ Denn gestohlen bin ich aus dem Land der Hebrer, und
auch hier habe ich gar nichts getan, da sie mich in den Kerker
gesetzt haben.

$40/16$ Als nun der Oberste der Bcker sah, da er gut gedeutet
hatte, sagte er zu Joseph: Auch ich [sah] in meinem Traum, und
siehe, drei Krbe mit Weibrot waren auf meinem Kopf $40/17$ und
im obersten Korb allerlei Ewaren des Pharao, Backwerk, und die
Vgel fraen sie aus dem Korb auf meinem Kopf weg. $40/18$ Da
antwortete Joseph und sagte: Das ist seine Deutung: Die drei
Krbe, sie [bedeuten] drei Tage. $40/19$ Noch drei Tage, dann
wird der Pharao dein Haupt erheben und dich an ein Holz hngen,
und die Vgel werden dein Fleisch von dir wegfressen.

$40/20$ Und es geschah am dritten Tag, dem Geburtstag des
Pharao, da machte er fr all seine Knechte ein Mahl; und er
erhob das Haupt des Obersten der Mundschenke und das Haupt des
Obersten der Bcker unter seinen Knechten. $40/21$ Und er setzte
den Obersten der Mundschenke wieder in sein Schenkamt ein, da
er den Becher in die Hand des Pharao gab. $40/22$ Den Obersten
der Bcker aber lie er hngen, so wie es ihnen Joseph gedeutet
hatte. $40/23$ Aber der Oberste der Mundschenke dachte nicht
[mehr] an Joseph und verga ihn.

Trume des Pharao - Deutung durch Joseph.

\41\

$41/1$ Es geschah aber am Ende von zwei vollen Jahren, da
trumte der Pharao: und siehe, er stand am Strom. $41/2$ Und
siehe, aus dem Strom stiegen sieben Khe herauf, schn von
Aussehen und fett an Fleisch, und sie weideten im Riedgras.
$41/3$ Und siehe, sieben anderen Khe stiegen nach ihnen aus dem
Strom herauf, hlich von Aussehen und mager an Fleisch, und sie
stellten sich neben die Khe ans Ufer des Stromes. $41/4$ Und
die Khe, die hlich von Aussehen und mager an Fleisch waren,
fraen die sieben Khe, die schn von Aussehen und fett waren.
Da erwachte der Pharao. $41/5$ Und er schlief [wieder] ein und
trumte zum zweiten Mal: und siehe, sieben hren wuchsen auf an
einem Halm, fett und schn. $41/6$ Und siehe, sieben hren,
mager und vom Ostwind versengt, sproten nach ihnen auf. $41/7$
Und die mageren hren verschlangen die sieben fetten und vollen
hren. Da erwachte der Pharao, und siehe, es war ein Traum.
$41/8$ Und es geschah am Morgen, da war sein Geist voller
Unruhe, und er sandte hin und lie alle Wahrsagepriester
gyptens und alle seine Weisen rufen; und der Pharao erzhlte
ihnen seine Trume, aber da war keiner, der sie dem Pharao
deutete.

$41/9$ Da redete der Oberste der Mundschenke den Pharao an: Ich
bringe heute meine Snde in Erinnerung. $41/10$ Der Pharao war
[einst] sehr zornig ber seine Knechte und gab mich in Gewahrsam
in das Haus des Obersten der Leibwchter, mich und den Obersten
der Bcker. $41/11$ Da hatten wir einen Traum in einer Nacht,
ich und er; wir trumten jeder mit einer [besonderen] Deutung
seines Traumes. $41/12$ Aber dort bei uns war ein junger
Hebrer, ein Sklave des Obersten der Leibwchter, und wir
erzhlten ihm [die Trume]. Da deutete er uns unsere Trume,
jeden deutete er nach seinem Traum. $41/13$ Und es geschah, wie
er uns deutete, also ist es geschehen: mich hat man wieder in
meine Stellung eingesetzt, und ihn hat man gehngt.

$41/14$ Da sandte der Pharao hin und lie Joseph rufen; da
lieen sie ihn schnell aus dem Kerker holen. Und er schor sich,
wechselte seine Kleider und kam zum Pharao. $41/15$ Und der
Pharao sprach zu Joseph: Ich habe einen Traum gehabt, aber es
gibt keinen, der ihn deute; ich habe nun von dir sagen hren, du
verstehst es, einen Traum zu deuten. $41/16$ Da antwortete
Joseph dem Pharao: Das steht nicht bei mir; Gott wird antworten,
was dem Pharao zum Heil ist. $41/17$ Da redete der Pharao zu
Joseph: In meinem Traum, siehe, da stand ich am Ufer des
Stromes. $41/18$ Und siehe, aus dem Strom stiegen sieben Khe
herauf, fett an Fleisch und schn von Gestalt, und sie weideten
im Riedgras. $41/19$ Und siehe, sieben andere Khe stiegen nach
ihnen herauf, drr und sehr hlich von Gestalt und mager an
Fleisch; ich habe im ganzen Land gypten nie so hliche gesehen
wie diese. $41/20$ Und die mageren und hlichen Khe fraen die
sieben ersten fetten Khe. $41/21$ Und als sie in ihren Bauch
gekommen waren, da merkte man nichts [davon], da sie in ihren
Bauch gekommen waren, sondern ihr Aussehen war hlich wie im
Anfang. Und ich erwachte. $41/22$ Dann sah ich in meinem
[zweiten] Traum, und siehe, sieben hren wuchsen auf an einem
Halm, voll und schn. $41/23$ Und siehe, sieben hren, drr,
mager [und] vom Ostwind versengt, sproten nach ihnen auf;
$41/24$ und die mageren hren verschlangen die sieben schnen
hren. Und ich habe es den Wahrsagepriestern gesagt; aber es
gibt keinen, der es mir erklrt.

$41/25$ Da sprach Joseph zum Pharao: Der Traum des Pharao ist
einer. Gott hat dem Pharao mitgeteilt, was er tun will. $41/26$
Die sieben schnen Khe sind sieben Jahre, und die sieben
schnen hren sind sieben Jahre; nur ein Traum ist es. $41/27$
Und die sieben mageren und hlichen Khe, die nach ihnen
heraufstiegen, [auch] sie sind sieben Jahre, so auch die sieben
leeren, vom Ostwind versengten hren: es werden sieben Jahre der
Hungersnot sein. $41/28$ Das ist das Wort, das ich zu dem Pharao
geredet habe: Gott hat den Pharao sehen lassen, was er tun will.
$41/29$ Siehe, sieben Jahre kommen, groer berflu [wird
herrschen] im ganzen Land gypten. $41/30$ Nach ihnen aber
werden sieben Jahre der Hungersnot aufkommen, und aller berflu
wird im Land gypten vergessen sein, und die Hungersnot wird das
Land erschpfen. $41/31$ Und man wird nichts mehr von dem
berflu im Land erkennen angesichts dieser Hungersnot danach,
denn sie wird sehr schwer sein. $41/32$ Und da der Traum sich
fr den Pharao zweimal wiederholte, [bedeutet], da die Sache
bei Gott fest beschlossen ist und da Gott eilt, sie zu tun.
$41/33$ Und nun sehe der Pharao nach einem verstndigen und
weisen Mann und setze ihn ber das Land gypten. $41/34$ [Dies]
tue der Pharao, da er Aufseher ber das Land bestelle und den
Fnften vom Land gypten erhebe in den sieben Jahren des
berflusses. $41/35$ Und sie sollen alle Nahrungsmittel dieser
kommenden guten Jahre einsammeln und unter der Obhut des Pharao
Getreide aufspeichern als Nahrungsmittel in den Stdten und [es
dort] aufbewahren. $41/36$ So soll die [eingesammelte] Nahrung
zum Vorrat fr das Land dienen fr die sieben Jahre der
Hungersnot, die im Land gypten sein werden, damit das Land
durch die Hungersnot nicht zugrunde geht.

Josephs hohe Stellung und Heirat - Manahmen gegen die
Hungersnot.

$41/37$ Und das Wort war gut in den Augen des Pharao und in den
Augen aller seiner Diener. $41/38$ Und der Pharao sagte zu
seinen Dienern: Werden wir einen finden wie diesen, einen Mann,
in dem der Geist Gottes ist? $41/39$ Und zu Joseph sagte der
Pharao: Nachdem dich Gott dies alles hat erkennen lassen, ist
keiner so verstndig und weise wie du. $41/40$ Du sollst ber
mein Haus sein, und deinem Mund soll mein ganzes Volk sich
fgen; nur um den Thron will ich grer sein als du. $41/41$ Und
der Pharao sagte zu Joseph: Siehe, ich habe dich ber das ganze
Land gypten gesetzt. $41/42$ Und der Pharao nahm seinen
Siegelring von seiner Hand und steckte ihn an Josephs Hand, und
er kleidete ihn in Kleider aus Byssus und legte die goldene
Kette um seinen Hals. $41/43$ Und er lie ihn auf dem zweiten
Wagen fahren, den er hatte, und man rief vor ihm her: Werft euch
nieder! So setzte er ihn ber das ganze Land gypten. $41/44$
Und der Pharao sprach zu Joseph: Ich bin der Pharao, aber ohne
dich soll kein Mensch im ganzen Land gypten seine Hand oder
seinen Fu erheben! $41/45$ Und der Pharao gab Joseph den Namen:
Zafenat-Paneach, und gab ihm Asenat, die Tochter Potiferas, des
Priesters von On, zur Frau. Dann zog Joseph aus ber das [ganze]
Land gypten. $41/46$ Und Joseph war dreiig Jahre alt, als er
vor dem Pharao, dem Knig von gypten, stand. Und Joseph ging
vom Pharao weg und zog durch das ganze Land gypten.

$41/47$ Und das Land trug in den sieben Jahren des berflusses
haufenweise. $41/48$ Und er sammelte alle Nahrungsmittel der
sieben Jahre, in denen im Land gypten berflu war, und brachte
die Nahrungsmittel in die Stdte; die Nahrungsmittel der Felder,
die im Umkreis der Stadt [lagen], brachte er in sie hinein.
$41/49$ Und Joseph speicherte Getreide auf wie Sand des Meeres,
ber die Maen viel, bis man aufhrte zu zhlen, denn es war
ohne Zahl.

$41/50$ Und dem Joseph wurden zwei Shne geboren, ehe das Jahr
der Hungersnot kam, die Asenat ihm gebar, die Tochter Potiferas,
des Priesters von On. $41/51$ Und Joseph gab dem Erstgeborenen
den Namen Manasse: Denn Gott hat mich vergessen lassen all meine
Mhe und das ganze Haus meines Vaters. $41/52$ Und dem zweiten
gab er den Namen Ephraim: Denn Gott hat mich fruchtbar gemacht
im Land meines Elends.

$41/53$ Und die sieben Jahre des berflusses, der im Land
gypten gewesen war, gingen zu Ende, $41/54$ und die sieben
Jahre der Hungersnot begannen zu kommen, so wie es Joseph gesagt
hatte. Und in allen Lndern war Hungersnot, aber im ganzen Land
gypten war Brot. $41/55$ Als nun das ganze Land gypten
hungerte und das Volk zum Pharao um Brot schrie, da sagte der
Pharao zu allen gyptern: Geht zu Joseph; tut, was er euch sagt!
$41/56$ Und die Hungersnot war auf der ganzen Erde; und Joseph
ffnete alles, worin [Getreide] war, und verkaufte den gyptern
Getreide; und die Hungersnot war stark im Land gypten. $41/57$
Und alle Welt kam nach gypten zu Joseph, um Getreide zu kaufen;
denn die Hungersnot war stark auf der ganzen Erde.

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