Das Gericht ber Sodom und Gomorra - Rettung Lots.

\19\

$19/1$ Und die beiden Engel kamen am Abend nach Sodom, als Lot
[gerade] im Tor von Sodom sa. Und als Lot sie sah, stand er
auf, [ging] ihnen entgegen und verneigte sich mit dem Gesicht
zur Erde; $19/2$ und er sprach: Ach siehe, meine Herren! Kehrt
doch ein in das Haus eures Knechtes, und bernachtet, und wascht
eure Fe; morgen frh mgt ihr [dann] eures Weges ziehen! Aber
sie sagten: Nein, sondern wir wollen auf dem Platz bernachten.
$19/3$ Als er jedoch sehr in sie drang, kehrten sie bei ihm ein
und kamen in sein Haus. Und er machte ihnen ein Mahl, backte
ungesuertes Brot, und sie aen. $19/4$ Noch hatten sie sich
nicht niedergelegt, da umringten die Mnner der Stadt, die
Mnner von Sodom, das Haus, vom Knaben bis zum Greis, das ganze
Volk von allen Enden [der Stadt]. $19/5$ Und sie riefen nach Lot
und sagten zu ihm: Wo sind die Mnner, die diese Nacht zu dir
gekommen sind? Fhre sie zu uns heraus, da wir sie erkennen!
$19/6$ Da trat Lot zu ihnen hinaus an den Eingang und schlo die
Tr hinter sich zu; $19/7$ und er sagte: Tut doch nichts Bses,
meine Brder! $19/8$ Seht doch, ich habe zwei Tchter, die
keinen Mann erkannt haben; die will ich zu euch herausbringen.
Tut ihnen, wie es gut ist in euren Augen! Nur diesen Mnnern tut
nichts, da sie nun einmal unter den Schatten meines Daches
gekommen sind! $19/9$ Aber sie sagten: Zurck da! Und sie
sagten: Da ist einer allein gekommen, sich als Fremder [hier]
aufzuhalten, und will sich [schon] als Richter aufspielen! Nun,
wir wollen dir Schlimmeres antun als jenen. Und sie drangen hart
ein auf den Mann, auf Lot, und machten sich daran, die Tr
aufzubrechen. $19/10$ Da streckten die Mnner ihre Hand aus und
brachten Lot zu sich herein ins Haus; und die Tr verschlossen
sie. $19/11$ Die Mnner aber, die am Eingang des Hauses waren,
schlugen sie mit Blindheit, vom kleinsten bis zum grten, so
da sie sich vergeblich mhten, den Eingang zu finden.

$19/12$ Und die Mnner sagten zu Lot: Hast du hier noch
jemanden? Einen Schwiegersohn, und deine Shne und deine Tchter
oder einen, der sonst [noch] in der Stadt zu dir gehrt? Fhre
[sie] hinaus aus diesem Ort! $19/13$ Denn wir werden diesen Ort
vernichten, weil das Geschrei ber sie gro geworden ist vor dem
HERRN; und der HERR hat uns gesandt, die Stadt zu vernichten.
$19/14$ Da ging Lot hinaus und redete zu seinen Schwiegershnen,
die seine Tchter nehmen sollten, und sagte: Macht euch auf,
geht aus diesem Ort! Denn der HERR wird die Stadt vernichten.
Aber er war in den Augen seiner Schwiegershne wie einer, der
Scherz treibt. $19/15$ Und sobald die Morgenrte aufging,
drngten die Engel Lot zur Eile und sagten: Mache dich auf, nimm
deine Frau und deine beiden Tchter, die hier sind, damit du
nicht weggerafft wirst durch die Schuld der Stadt! $19/16$ Als
er aber zgerte, ergriffen die Mnner seine Hand und die Hand
seiner Frau und die Hand seiner beiden Tchter, weil der HERR
ihn verschonen wollte, und fhrten ihn hinaus und lieen ihn
auerhalb der Stadt. $19/17$ Und es geschah, als sie sie ins
Freie hinausgefhrt hatten, da sprach er: Rette dich, [es geht]
um dein Leben! Sieh nicht hinter dich, und bleib nicht stehen in
der ganzen Ebene [des Jordan]; rette dich auf das Gebirge, damit
du nicht weggerafft wirst! $19/18$ Da sagte Lot zu ihnen: Ach,
nein, Herr! $19/19$ Siehe doch, dein Knecht hat Gunst gefunden
in deinen Augen, und du hast deine Gnade, die du an mir erwiesen
hast, gro gemacht, meine Seele am Leben zu erhalten. Aber ich
kann mich nicht auf das Gebirge retten, es knnte das Unheil
mich ereilen, da ich sterbe. $19/20$ Siehe doch, diese Stadt da
ist nahe, dahin zu fliehen, sie ist ja [nur] klein; ich knnte
mich doch dahin retten - ist sie nicht klein? -, damit meine
Seele am Leben bleibt. $19/21$ Da sprach er zu ihm: Siehe, auch
darin habe ich Rcksicht auf dich genommen, da ich die Stadt
nicht umkehre, von der du geredet hast. $19/22$ Schnell, rette
dich dorthin! Denn ich kann nichts tun, bis du dorthin gekommen
bist. Daher nennt man die Stadt Zoar.

$19/23$ Die Sonne ging ber der Erde auf, als Lot nach Zoar kam.
$19/24$ Da lie der HERR auf Sodom und auf Gomorra Schwefel und
Feuer regnen von dem HERRN aus dem Himmel $19/25$ und kehrte
diese Stdte um und die ganze Ebene [des Jordan] und alle
Bewohner der Stdte und das Gewchs des Erdbodens. $19/26$ Aber
seine Frau sah sich hinter ihm um; da wurde sie zu einer
Salzsule.

$19/27$ Und Abraham machte sich frh am Morgen auf an den Ort,
wo er vor dem HERRN gestanden hatte. $19/28$ Und er blickte
hinab auf die Flche von Sodom und Gormorra und auf die ganze
Flche des Landes [in] der Ebene [des Jordan], und er sah: und
siehe, Rauch stieg vom Land auf, wie der Rauch eines
Schmelzofens.

$19/29$ Und es geschah, als Gott die Stdte der Ebene [des
Jordan] vernichtete, da dachte Gott an Abraham und geleitete Lot
mitten aus der Umkehrung, als er die Stdte umkehrte, in denen
Lot gewohnt hatte.

Lot und seine Tchter.

$19/30$ Lot aber zog von Zoar hinauf und wohnte im Gebirge, [er]
und seine beiden Tchter mit ihm; denn er frchtete sich in Zoar
zu wohnen. Und er wohnte in einer Hhle, er und seine beiden
Tchter. $19/31$ Und die Erstgeborene sprach zu der Jngeren:
Unser Vater ist alt, und es gibt keinen Mann im Land, der zu uns
eingehen knnte nach der Weise aller Welt. $19/32$ Komm, la uns
unserem Vater Wein zu trinken geben und bei ihm liegen, damit
wir von unserem Vater Nachkommenschaft am Leben erhalten!
$19/33$ Und sie gaben ihrem Vater in jener Nacht Wein zu
trinken, und die Erstgeborene ging hinein und legte sich zu
ihrem Vater; er aber merkte weder [etwas] von ihrem Niederlegen
noch von ihrem Aufstehen. $19/34$ Und es geschah am Morgen, da
sprach die Erstgeborene zu der Jngeren: Siehe, ich habe mich
gestern abend zu meinem Vater gelegt. La uns ihm auch diese
Nacht Wein zu trinken geben, dann geh hinein, liege bei ihm,
damit wir von unserem Vater Nachkommenschaft am Leben erhalten!
$19/35$ Da gaben sie auch in dieser Nacht ihrem Vater Wein zu
trinken, und die Jngere stand auf und lag bei ihm; und er
merkte weder [etwas] von ihrem Niederlegen noch von ihrem
Aufstehen. $19/36$ Und die beiden Tchter Lots wurden von ihrem
Vater schwanger. $19/37$ Und die Erstgeborene gebar einen Sohn,
und sie gab ihm den Namen Moab; der ist der Vater der Moabiter
bis auf diesen Tag. $19/38$ Und die Jngere, auch sie gebar
einen Sohn, und sie gab ihm den Namen Ben-Ammi. Der ist der
Vater der Shne Ammon bis auf diesen Tag.

Abraham und Sara bei Abimelech.

\20\

$20/1$ Und Abraham brach von dort auf ins Land des Sdens und
wohnte zwischen Kadesch und Schur. Als er sich in Gerar als
Fremder aufhielt, $20/2$ sagte Abraham von seiner Frau Sara: Sie
ist meine Schwester. Da sandte Abimelech, der Knig von Gerar,
hin und lie Sara holen. $20/3$ Und Gott kam zu Abimelech im
Traum der Nacht und sprach zu ihm: Siehe, du bist des Todes
wegen der Frau, die du genommen hast; denn sie ist eine
verheiratete Frau. $20/4$ Abimelech aber hatte sich ihr nicht
genaht; und er sprach: Herr, willst du denn eine gerechte Nation
erschlagen? $20/5$ Hat er nicht selbst zu mir gesagt: Sie ist
meine Schwester? Und sie, auch sie selbst hat gesagt: Er ist
mein Bruder. In Lauterkeit meines Herzens und in Unschuld meiner
Hnde habe ich das getan. $20/6$ Da sprach Gott im Traum zu ihm:
Auch ich wei, da du in Lauterkeit deines Herzens dies getan
hast, und so habe ich selbst dich auch davon abgehalten, gegen
mich zu sndigen; darum habe ich dir nicht gestattet, sie zu
berhren. $20/7$ Und nun, gib die Frau des Mannes zurck! Denn
er ist ein Prophet und wird fr dich bitten, da du am Leben
bleibst! Wenn du sie aber nicht zurckgibst, so wisse, da du
sterben mut, du und alles, was [zu] dir gehrt. $20/8$ Und
Abimelech stand frh am Morgen auf und rief alle seine Knechte
und redete alle diese Worte vor ihren Ohren; da frchteten sich
die Mnner sehr. $20/9$ Und Abimelech rief Abraham und sagte zu
ihm: Was hast du uns angetan! Und was habe ich an dir gesndigt,
da du ber mich und ber mein Knigreich eine [so] groe Snde
gebracht hast? Dinge, die nicht getan werden drfen, hast du mir
angetan. $20/10$ Und Abimelech sagte zu Abraham: Was hast du
[damit] beabsichtigt, da du dies getan hast? $20/11$ Und
Abraham sprach: Weil ich [mir] sagte: Gewi gibt es keine
Gottesfurcht an diesem Ort, und sie werden mich erschlagen um
meiner Frau willen. $20/12$ Und sie ist auch wirklich meine
Schwester; die Tochter meines Vaters ist sie, nur nicht die
Tochter meiner Mutter; so ist sie meine Frau geworden. $20/13$
Und es geschah, als Gott mich aus meines Vaters Haus [ziehen
und] umherirren lie, da sagte ich zu ihr: Das sei deine
Geflligkeit, die du mir erweisen mgest: An jedem Ort, wohin
wir kommen, sage von mir: Er ist mein Bruder! $20/14$ Da nahm
Abimelech Schafe und Rinder und Knechte und Mgde und gab sie
dem Abraham; und [auch] Sara, seine Frau, gab er ihm zurck.
$20/15$ Und Abimelech sagte: Siehe, mein Land [liegt] vor dir;
wohne, wo es gut ist in deinen Augen! $20/16$ Und zu Sara sagte
er: Siehe, ich habe deinem Bruder tausend Silber[-Schekel]
gegeben; siehe, das sei zu deinen Gunsten eine Augendecke fr
alle, die bei dir sind, und du bist in allem gerechtfertigt.
$20/17$ Und Abraham betete zu Gott; und Gott heilte Abimelech
und seine Frau und seine Mgde, so da sie [wieder Kinder]
gebaren. $20/18$ Denn der HERR hatte jeden Mutterleib dem Haus
Abimelech vollstndig verschlossen um Saras willen, der Frau
Abrahams.

Die Geburt Isaaks.

\21\

$21/1$ Und der HERR suchte Sara heim, wie er gesagt hatte, und
der HERR tat an Sara, wie er geredet hatte. $21/2$ Und Sara
wurde schwanger und gebar dem Abraham einen Sohn in seinem
Alter, zu der bestimmten Zeit, die Gott ihm gesagt hatte. $21/3$
Und Abraham gab seinem Sohn, der ihm geboren worden war, den
Sara ihm geboren hatte, den Namen Isaak. $21/4$ Und Abraham
beschnitt seinen Sohn Isaak, als er acht Tage alt war, wie Gott
ihm geboten hatte. $21/5$ Abraham aber war hundert Jahre alt,
als ihm sein Sohn Isaak geboren wurde. $21/6$ Und Sara sagte:
Gott hat mir ein Lachen bereitet; jeder, der es hrt, wird mir
zulachen. $21/7$ Und sie sagte: Wer htte [je] dem Abraham
verkndet: Sara stillt einen Sohn!Denn ich habe [ihm] in seinem
Alter einen Sohn geboren.

Ausweisung Hagars mit Ismael.

$21/8$ Und das Kind wuchs und wurde entwhnt; und an dem Tag,
als Isaak entwhnt wurde, bereitete Abraham ein groes Mahl.
$21/9$ Und Sara sah den Sohn der gypterin Hagar, den diese dem
Abraham geboren hatte, scherzen. $21/10$ Da sagte sie zu
Abraham: Vertreibe diese Magd und ihren Sohn, denn der Sohn
dieser Magd soll nicht mit meinem Sohn Erbe werden, mit Isaak!
$21/11$ Und dieses Wort war sehr bel in Abrahams Augen um
seines Sohnes willen. $21/12$ Aber Gott sprach zu Abraham: La
es nicht bel sein in deinen Augen wegen des Jungen und wegen
deiner Magd; in allem, was Sara zu dir sagt, hre auf ihre
Stimme! Denn nach Isaak soll dir [die] Nachkommenschaft genannt
werden. $21/13$ Doch auch den Sohn der Magd werde ich zu einer
Nation machen, weil er dein Nachkomme ist.

$21/14$ Und Abraham machte sich frh am Morgen auf, und er nahm
Brot und einen Schlauch Wasser und gab es der Hagar, legte es
auf ihre Schulter und [gab ihr] das Kind und schickte sie fort.
Da ging sie hin und irrte in der Wste von Beerscheba umher.
$21/15$ Als aber das Wasser im Schlauch zu Ende war, warf sie
das Kind unter einen der Strucher; $21/16$ und sie ging und
setzte sich gegenber hin, einen Bogenschu weit entfernt, denn
sie sagte [sich]: Ich kann das Sterben des Kindes nicht ansehen.
So setzte sie sich gegenber hin, erhob ihre Stimme und weinte.
$21/17$ Gott aber hrte die Stimme des Jungen. Da rief der Engel
Gottes der Hagar vom Himmel zu und sprach zu ihr: Was ist dir,
Hagar? Frchte dich nicht! Denn Gott hat auf die Stimme des
Jungen gehrt, dort wo er ist. $21/18$ Steh auf, nimm den
Jungen, und fasse ihn mit deiner Hand! Denn ich will ihn zu
einer groen Nation machen. $21/19$ Und Gott ffnete ihre Augen,
und sie sah einen Wasserbrunnen; da ging sie hin und fllte den
Schlauch mit Wasser und gab dem Jungen zu trinken. $21/20$ Gott
aber war mit dem Jungen, und er wurde gro und wohnte in der
Wste; und er wurde ein Bogenschtze. $21/21$ Und er wohnte in
der Wste Paran, und seine Mutter nahm ihm eine Frau aus dem
Land gypten.

Abrahams Vertrag mit Abimelech.

$21/22$ Und es geschah zu dieser Zeit, da sagten Abimelech und
Pichol, sein Heeroberster, zu Abraham: Gott ist mit dir in
allem, was du tust. $21/23$ So schwre mir nun hier bei Gott,
da du weder an mir noch an meinem Spro noch an meinen
Nachkommen betrgerisch handeln wirst! Nach der Gnade, die ich
dir erwiesen habe, sollst du an mir tun und an dem Land, in dem
du dich als Fremder aufhltst. $21/24$ Da sprach Abraham: Ich
will schwren. $21/25$ Abraham aber stellte Abimelech zur Rede
wegen eines Wasserbrunnens, den Abimelechs Knechte [mit Gewalt]
weggenommen hatten. $21/26$ Da sagte Abimelech: Ich wei nicht,
wer das getan hat; weder hast du es mir berichtet, noch habe ich
[davon] gehrt, auer heute. $21/27$ Da nahm Abraham Schafe und
Rinder und gab sie Abimelech, und die beiden schlossen einen
Bund. $21/28$ Und Abraham stellte sieben Schaflmmer der Herde
beiseite. $21/29$ Da sagte Abimelech zu Abraham: Was sollen
diese sieben Schaflmmer, die du beiseite gestellt hast? $21/30$
Und er sagte: Die sieben Schaflmmer sollst du von meiner Hand
annehmen, damit mir [das] zum Zeugnis sei, da ich diesen
Brunnen gegraben habe. $21/31$ Daher nennt man diesen Ort
Beerscheba, weil sie beide dort geschworen hatten. $21/32$ So
schlossen sie einen Bund in Beerscheba. Dann machten Abimelech
und sein Heeroberster Pichol sich auf und kehrten in das Land
der Philister zurck. $21/33$ Und Abraham pflanzte eine
Tamariske in Beerscheba und rief dort den Namen des HERRN, des
ewigen Gottes, an. $21/34$ Und Abraham hielt sich [noch] lange
Zeit als Fremder im Land der Philister auf.

Abrahams Opfergang nach Morija.

\22\

$22/1$ Und es geschah nach diesen Dingen, da prfte Gott den
Abraham. Und er sprach zu ihm: Abraham! Und er sagte: Hier bin
ich! $22/2$ Und er sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen,
den du liebhast, den Isaak, und ziehe hin in das Land Morija,
und opfere ihn dort als Brandopfer auf einem der Berge, den ich
dir nennen werde! $22/3$ Da machte sich Abraham frh am Morgen
auf, sattelte seinen Esel und nahm seine beiden Knechte mit sich
und seinen Sohn Isaak. Er spaltete Holz zum Brandopfer und
machte sich auf und ging an den Ort, den Gott ihm genannt hatte.
$22/4$ Am dritten Tag erhob Abraham seine Augen und sah den Ort
von ferne. $22/5$ Da sagte Abraham zu seinen Knechten: Bleibt
ihr mit dem Esel hier! Ich aber und der Junge wollen dorthin
gehen und anbeten und zu euch zurckkehren. $22/6$ Und Abraham
nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak,
und in seine Hand nahm er das Feuer und das Messer. Und sie
gingen beide miteinander. $22/7$ Da sprach Isaak zu seinem Vater
Abraham und sagte: Mein Vater! Und er sprach: Hier bin ich, mein
Sohn. Und er sagte: Siehe, das Feuer und das Holz! Wo aber ist
das Schaf zum Brandopfer? $22/8$ Da sagte Abraham: Gott wird
sich das Schaf zum Brandopfer ersehen, mein Sohn. Und sie gingen
beide miteinander. $22/9$ Und sie kamen an den Ort, den Gott ihm
genannt hatte. Und Abraham baute dort den Altar und schichtete
das Holz auf. Dann band er seinen Sohn Isaak und legte ihn auf
den Altar oben auf das Holz. $22/10$ Und Abraham streckte seine
Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten.
$22/11$ Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel her zu und
sprach: Abraham, Abraham! Und er sagte: Hier bin ich! $22/12$
Und er sprach: Strecke deine Hand nicht aus nach dem Jungen, und
tu ihm nichts! Denn nun habe ich erkannt, da du Gott frchtest,
da du deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast.
$22/13$ Und Abraham erhob seine Augen und sah, und siehe, da war
ein Widder hinten im Gestrpp an seinen Hrnern festgehalten. Da
ging Abraham hin, nahm den Widder und opferte ihn anstelle
seines Sohnes als Brandopfer. $22/14$ Und Abraham gab diesem Ort
den Namen `der HERR wird ersehen', von dem man heute [noch]
sagt: Auf dem Berg des HERRN wird ersehen. $22/15$ Und der Engel
des HERRN rief Abraham ein zweites Mal vom Himmel her zu $22/16$
und sprach: Ich schwre bei mir selbst, spricht der HERR,
deshalb, weil du das getan und deinen Sohn, deinen einzigen,
[mir] nicht vorenthalten hast, $22/17$ darum werde ich dich
reichlich segnen und deine Nachkommen beraus zahlreich machen
wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Ufer des
Meeres ist; und deine Nachkommenschaft wird das Tor ihrer Feinde
in Besitz nehmen. $22/18$ Und in deinem Samen werden sich segnen
alle Nationen der Erde dafr, da du meiner Stimme gehorcht
hast. $22/19$ Dann kehrte Abraham zu seinen Knechten zurck, und
sie machten sich auf und zogen miteinander nach Beerscheba; und
Abraham lie sich in Beerseba nieder.

Nachkommen Nahors.

$22/20$ Und es geschah nach diesen Dingen, da wurde dem Abraham
berichtet: Siehe, Milka, auch sie hat deinem Bruder Nahor Shne
geboren: $22/21$ Uz, seinen Erstgeborenen, und dessen Bruder Bus
und Kemuel, den Vater Arams, $22/22$ und Kesed und Haso und
Pildasch und Jidlaf und Betuel. $22/23$ Betuel aber zeugte
Rebekka. Diese acht gebar Milka dem Nahor, Abrahams Bruder.
$22/24$ Und seine Nebenfrau, namens Rehuma, auch sie gebar
[,nmlich] Tebach und Gaham und Tahasch und Maacha.

Saras Tod und Begrbnis.

\23\

$23/1$ Und die Lebenszeit Saras betrug 127 Jahre; [das waren]
die Lebensjahre Saras. $23/2$ Und Sara starb zu Kirjat-Arba, das
ist Hebron, im Land Kanaan. Und Abraham ging hin, um ber Sara
zu klagen und sie zu beweinen. $23/3$ Dann stand Abraham auf
[und ging] weg von seiner Toten und redete zu den Shnen Het:
$23/4$ Ein Fremder und Beisasse bin ich bei euch. Gebt mir ein
Erbbegrbnis bei euch, da ich meine Tote von meinem Angesicht
hinweg[bringe und] begrabe! $23/5$ Da antworteten die Shne Het
dem Abraham und sagten zu ihm: $23/6$ Hre uns an, mein Herr! Du
bist ein Frst Gottes unter uns, begrabe deine Tote in dem
auserlesensten unserer Grber! Keiner von uns wird dir sein Grab
verweigern, deine Tote zu begraben. $23/7$ Da erhob sich Abraham
und verneigte sich vor dem Volk des Landes, vor den Shnen Het.
$23/8$ Und er redete zu ihnen und sagte: Wenn es euer Wille ist,
da ich meine Tote begrabe von meinem Angesicht hinweg, so hrt
mich an, und legt Frsprache fr mich ein bei Efron, dem Sohn
Zohars, $23/9$ da er mir die Hhle Machpela gebe, die ihm
gehrt, die am Ende seines Feldes [liegt]; zum vollen Kaufpreis
gebe er sie mir zu einem Erbbegrbnis in eurer Mitte! $23/10$
Efron aber sa mitten unter den Shnen Het. Und Efron, der
Hetiter, antwortete dem Abraham vor den Ohren der Shne Het, vor
allen, die ins Tor seiner Stadt gekommen waren, und sagte:
$23/11$ Nein, mein Herr, hre mir zu! Das Feld schenke ich dir;
und die Hhle, die darauf ist, dir schenke ich sie; vor den
Augen der Kinder meines Volkes schenke ich sie dir. Begrabe
deine Tote! $23/12$ Da verneigte sich Abraham vor dem Volk des
Landes; $23/13$ und er redete zu Efron vor den Ohren des Volkes
des Landes und sagte: Ach, wenn du doch auf mich hren wolltest!
Ich gebe [dir] den Kaufpreis des Feldes. Nimm ihn von mir an,
da ich meine Tote dort begraben kann! $23/14$ Da antwortete
Efron dem Abraham und sagte zu ihm: $23/15$ Mein Herr, hre mich
an! Ein Land von vierhundert Schekel Silber, was ist das
zwischen mir und dir? So begrabe deine Tote! $23/16$ Und Abraham
hrte auf Efron; und Abraham wog dem Efron das Geld dar, von dem
er vor den Ohren der Shne Het geredet hatte, vierhundert
Schekel Silber, wie es beim Hndler gngig ist. $23/17$ So fiel
das Feld Efrons, das bei Machpela gegenber von Mamre [liegt],
das Feld und die Hhle, die darauf war, und alle Bume auf dem
Feld innerhalb seiner ganzen Grenze ringsum $23/18$ als Besitz
an Abraham vor den Augen der Shne Het, vor allen, die ins Tor
seiner Stadt gekommen waren. $23/19$ Und danach begrub Abraham
seine Frau Sara in der Hhle des Feldes von Machpela, gegenber
von Mamre, das ist Hebron, im Land Kanaan. $23/20$ So fiel das
Feld und die Hhle, die darauf war, von den Shnen Het an
Abraham als Erbbegrbnis.

Werbung um Rebekka als Frau fr Isaak.

\24\

$24/1$ Und Abraham war alt, hochbetagt, und der HERR hatte
Abraham in allem gesegnet. $24/2$ Da sagte Abraham zu seinem
Knecht, dem ltesten seines Hauses, der alles verwaltete, was er
hatte: Lege doch deine Hand unter meine Hfte! $24/3$ Ich will
dich schwren lassen bei dem HERRN, dem Gott des Himmels und dem
Gott der Erde, da du meinem Sohn nicht eine Frau von den
Tchtern der Kanaaniter nimmst, in deren Mitte ich wohne. $24/4$
Sondern du sollst in mein Land und zu meiner Verwandtschaft
gehen und [dort] eine Frau fr meinen Sohn, fr Isaak, nehmen!
$24/5$ Der Knecht aber sagte zu ihm: Vielleicht wird die Frau
mir nicht in dieses Land folgen wollen. Soll ich dann deinen
Sohn in das Land zurckbringen, aus dem du ausgezogen bist?
$24/6$ Da sagte Abraham zu ihm: Hte dich wohl, meinen Sohn
dorthin zurckzubringen! $24/7$ Der HERR, der Gott des Himmels,
der mich aus dem Haus meines Vaters und aus dem Land meiner
Verwandtschaft genommen und der zu mir geredet und der mir dies
geschworen hat: Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben,
der wird seinen Engel vor dir hersenden, da du eine Frau fr
meinen Sohn von dort holen kannst. $24/8$ Wenn aber die Frau dir
nicht folgen will, so bist du frei von diesem Schwur. Nur sollst
du meinen Sohn nicht dorthin zurckbringen! $24/9$ Und der
Knecht legte seine Hand unter die Hfte Abrahams, seines Herrn,
und schwor ihm [in Hinsicht] auf dieses Wort.

$24/10$ Dann nahm der Knecht zehn Kamele von den Kamelen seines
Herrn und zog hin und [nahm] allerlei Gut seines Herrn mit sich.
Und er machte sich auf und zog nach Aram-Naharaim, zu der Stadt
Nahors. $24/11$ Und er lie die Kamele niederknieen drauen vor
der Stadt am Wasserbrunnen um die Abendzeit, zur Zeit, da die
Schpferinnen herauskommen. $24/12$ Und er sagte: HERR, Gott
meines Herrn Abraham, la es mir doch heute begegnen, und
erweise Gnade an meinem Herrn Abraham! $24/13$ Siehe, ich stehe
an der Wasserquelle, und die Tchter der Leute der Stadt kommen
heraus, um Wasser zu schpfen. $24/14$ Mge es nun geschehen:
Das Mdchen, zu dem ich sagen werde: `Neige doch deinen Krug,
da ich trinke!' und das [dann] sagt: `Trinke! Und auch deine
Kamele will ich trnken', das [soll es sein, das] du fr deinen
Knecht Isaak bestimmt hast! Und daran werde ich erkennen, da du
an meinem Herrn Gnade erwiesen hast. $24/15$ Und es geschah - er
hatte noch nicht ausgeredet - und siehe, da kam Rebekka heraus,
die dem Betuel geboren war, dem Sohn der Milka, der Frau Nahors,
des Bruders Abrahams; [sie trug] ihren Krug auf ihrer Schulter.
$24/16$ Und das Mdchen war sehr schn von Aussehen, eine
Jungfrau, und kein Mann hatte sie erkannt. Sie stieg zur Quelle
hinab, fllte ihren Krug und stieg [wieder] herauf. $24/17$ Da
lief ihr der Knecht entgegen und sagte: La mich doch ein wenig
Wasser aus deinem Krug schlrfen! $24/18$ Und sie sagte: Trinke,
mein Herr! Und eilends lie sie ihren Krug auf ihre Hand
herunter und gab ihm zu trinken. $24/19$ Und als sie ihm genug
zu trinken gegeben hatte, sagte sie: Auch fr deine Kamele will
ich schpfen, bis sie genug getrunken haben. $24/20$ Und sie
eilte und go ihren Krug aus in die Trnkrinne, lief noch einmal
zum Brunnen, um zu schpfen, und schpfte so fr alle seine
Kamele. $24/21$ Der Mann aber sah ihr zu, schweigend, um zu
erkennen, ob der HERR seine Reise wrde gelingen lassen oder
nicht. $24/22$ Und es geschah, als die Kamele genug getrunken
hatten, da nahm der Mann einen goldenen Ring, ein halber Schekel
sein Gewicht, und zwei Spangen fr ihre Handgelenke, zehn
[Schekel] Gold ihr Gewicht; $24/23$ und er sagte: Wessen Tochter
bist du? Sage es mir doch! Gibt es im Haus deines Vaters Platz
fr uns zu bernachten? $24/24$ Da sagte sie zu ihm: Ich bin die
Tochter Betuels, des Sohnes der Milka, den sie dem Nahor geboren
hat. $24/25$ Und sie sagte [weiter] zu ihm: Sowohl Stroh als
auch Futter ist bei uns in Menge, auch Platz zum bernachten.
$24/26$ Da verneigte sich der Mann und warf sich nieder vor dem
HERRN $24/27$ und sprach: Gepriesen sei der HERR, der Gott
meines Herrn Abraham, der seine Gnade und Treue gegenber meinem
Herrn nicht hat aufhren lassen! Mich hat der HERR den Weg zum
Haus der Brder meines Herrn gefhrt.

$24/28$ Das Mdchen aber lief und berichtete diese Dinge dem
Haus ihrer Mutter. $24/29$ Nun hatte Rebekka einen Bruder, der
hie Laban. Und Laban lief zu dem Mann hinaus an die Quelle.
$24/30$ Und es geschah, als er den Ring sah und die Spangen an
den Handgelenken seiner Schwester und als er die Worte seiner
Schwester Rebekka hrte, die sagte: `So hat der Mann zu mir
geredet', da kam er zu dem Mann; und siehe, er stand [noch] bei
den Kamelen an der Quelle. $24/31$ Und er sprach: Komm herein,
du Gesegneter des HERRN! Warum stehst du drauen? Habe ich doch
schon das Haus aufgerumt, und [auch] fr die Kamele ist Platz
da. $24/32$ Da kam der Mann ins Haus; und man sattelte die
Kamele ab und gab den Kamelen Stroh und Futter, [ihm] aber
Wasser, um seine Fe zu waschen und die Fe der Mnner, die
bei ihm waren. $24/33$ Dann wurde ihm zu essen vorgesetzt. Er
aber sagte: Ich will nicht essen, bis ich meine Worte geredet
habe. Und er sagte: Rede! $24/34$ Da sagte er: Ich bin Abrahams
Knecht. $24/35$ Der HERR hat meinen Herrn sehr gesegnet, so da
er gro geworden ist. Er hat ihm Schafe und Rinder gegeben,
Silber und Gold, dazu Knechte und Mgde, Kamele und Esel.
$24/36$ Und Sara, die Frau meines Herrn, hat meinem Herrn einen
Sohn geboren, nachdem sie schon alt geworden war; dem hat er
alles, was er hat, bergeben. $24/37$ Mein Herr aber hat mich
schwren lassen und gesagt: Du sollst fr meinen Sohn nicht eine
Frau von den Tchtern der Kanaaniter nehmen, in deren Land ich
wohne; $24/38$ sondern zu dem Haus meines Vaters und zu meiner
Sippe sollst du gehen und [dort] fr meinen Sohn eine Frau
nehmen! $24/39$ Und ich sagte zu meinem Herrn: Vielleicht will
die Frau mir nicht folgen. $24/40$ Da sagte er zu mir: Der HERR,
vor dessen Angesicht ich gelebt habe, wird seinen Engel mit dir
senden und wird deine Reise gelingen lassen, da du fr meinen
Sohn eine Frau aus meiner Sippe und aus dem Haus meines Vaters
nimmst. $24/41$ Dann bist du frei von dem Schwur: Wenn du zu
meiner Sippe kommst und wenn sie sie dir nicht geben, dann bist
du entlastet von dem Schwur. $24/42$ So kam ich heute zu der
Quelle und sprach: HERR, Gott meines Herrn Abraham, wenn du doch
Gelingen geben wolltest zu meinem Weg, auf dem ich gehe! $24/43$
Siehe, ich stehe bei der Wasserquelle. Mge es nun geschehen,
da das Mdchen, das herauskommt, um zu schpfen, und zu dem ich
sage: `Gib mir doch ein wenig Wasser aus deinem Krug zu
trinken!' $24/44$ und das [dann] zu mir sagt: `Trinke du, und
auch fr deine Kamele will ich schpfen', [da dies] die Frau
sei, die der HERR fr den Sohn meines Herrn bestimmt hat!
$24/45$ Ich hatte in meinem Herzen noch nicht ausgeredet, siehe,
da kam Rebekka heraus mit ihrem Krug auf ihrer Schulter; und sie
stieg zur Quelle hinab und schpfte. Da sagte ich zu ihr: Gib
mir doch zu trinken! $24/46$ Und eilends lie sie ihren Krug von
ihrer Schulter herunter und sagte: Trinke, und auch deine Kamele
will ich trnken. Da trank ich, und sie trnkte auch die Kamele.
$24/47$ Und ich fragte sie und sprach: Wessen Tochter bist du?
Und sie sagte: Die Tochter Betuels, des Sohnes Nahors, den Milka
ihm geboren hat. Und ich legte den Ring an ihre Nase und die
Spangen an ihre Handgelenke. $24/48$ Dann verneigte ich mich und
warf mich vor dem HERRN nieder und dankte dem HERRN, dem Gott
meines Herrn Abraham, der mich den rechten Weg gefhrt hatte,
die Tochter des Bruders meines Herrn fr seinen Sohn zu nehmen.
$24/49$ Und nun, wenn ihr Gnade und Treue an meinem Herrn
erweisen wollt, so teilt es mir mit; und wenn nicht, so teilt es
mir [auch] mit! Und ich werde mich zur Rechten oder zur Linken
wenden.

$24/50$ Da antworteten Laban und Betuel und sagten: Vom HERRN
ist die Sache ausgegangen; wir knnen dir nichts sagen, weder
Bses noch Gutes. $24/51$ Siehe, Rebekka ist vor dir: Nimm sie
und geh hin, da sie die Frau des Sohnes deines Herrn werde, wie
der HERR geredet hat! $24/52$ Und es geschah, als Abrahams
Knecht ihre Worte hrte, da warf er sich zur Erde nieder vor dem
HERRN. $24/53$ Und der Knecht holte silbernes Geschmeide und
goldenes Geschmeide und Kleider hervor und gab sie der Rebekka;
und Kostbarkeiten gab er ihrem Bruder und ihrer Mutter. $24/54$
Dann aen und tranken sie, er und die Mnner, die bei ihm waren,
und bernachteten. Aber am Morgen standen sie auf, und er sagte:
Entlat mich zu meinem Herrn! $24/55$ Da sagten ihr Bruder und
ihre Mutter: La das Mdchen [noch einige] Tage oder zehn bei
uns bleiben, danach magst du gehen. $24/56$ Er aber sagte zu
ihnen: Haltet mich nicht auf, da der HERR meine Reise hat
gelingen lassen; entlat mich, da ich zu meinem Herrn ziehe!
$24/57$ Da sagten sie: Lat uns das Mdchen rufen und ihren Mund
befragen. $24/58$ Und sie riefen Rebekka und sagten zu ihr:
Willst du mit diesem Mann gehen? Sie sagte: Ich will gehen.
$24/59$ So entlieen sie ihre Schwester Rebekka mit ihrer Amme
und den Knecht Abrahams und seine Mnner. $24/60$ Und sie
segneten Rebekka und sprachen zu ihr: Du, unsere Schwester,
werde zu tausendmal Zehntausenden, und deine Nachkommen mgen
das Tor ihrer Hasser in Besitz nehmen!

$24/61$ Und Rebekka machte sich mit ihren Mdchen auf, und sie
bestiegen die Kamele und folgten dem Mann. Und der Knecht nahm
Rebekka und zog hin. $24/62$ Isaak aber war von einem Gang zum
Brunnen Lachai-Roi gekommen; er wohnte nmlich im Land des
Sdens. $24/63$ Und Isaak aber war hinausgegangen, um auf dem
Feld zu sinnen beim Anbruch des Abends. Und er erhob seine Augen
und sah, und siehe, Kamele kamen. $24/64$ Und [auch] Rebekka
erhob ihre Augen und sah Isaak. Da glitt sie vom Kamel $24/65$
und sagte zu dem Knecht: Wer ist dieser Mann, der uns da auf dem
Feld entgegenkommt? Und der Knecht sagte: Das ist mein Herr. Da
nahm sie den Schleier und verhllte sich. $24/66$ Der Knecht
aber erzhlte Isaak all die Dinge, die er ausgerichtet hatte.
$24/67$ Dann fhrte Isaak sie in das Zelt seiner Mutter Sara;
und er nahm Rebekka, und sie wurde seine Frau, und er gewann sie
lieb. Und Isaak trstete sich nach [dem Tod] seiner Mutter.

Abrahams neue Ehe, Tod und Begrbnis.

V. 1-4: 1Chr 1,32.33.

\25\

$25/1$ Und Abraham nahm wieder eine Frau, die hie Ketura.
$25/2$ Und sie gebar ihm Simran und Jokschan, Medan und Midian,
Jischbak und Schuach. $25/3$ Jokschan aber zeugte Saba und
Dedan; und die Shne Dedans waren die Aschuriter und Letuschiter
und Leummiter. $25/4$ Und die Shne Midians: Efa und Efer,
Henoch, Abida und Eldaa. Diese alle sind Shne der Ketura. -
$25/5$ Und Abraham gab dem Isaak alles, was er hatte. $25/6$ Und
den Shnen der Nebenfrauen, die Abraham hatte, gab Abraham
Geschenke; und er schickte sie, whrend er noch lebte, von
seinem Sohn Isaak weg, nach Osten in das Land des Ostens. -
$25/7$ Und dies sind die Tage der Lebensjahre Abrahams, die er
lebte: 175 Jahre. $25/8$ Und Abraham verschied und starb in
gutem Alter, alt und [der Tage] satt, und wurde versammelt zu
seinen Vlkern. $25/9$ Und seine Shne Isaak und Ismael begruben
ihn in der Hhle Machpela, auf dem Feld des Hetiters Efron, des
Sohnes Zohars, das gegenber Mamre [liegt], $25/10$ [auf] dem
Feld, das Abraham von den Shnen Het gekauft hatte; dort wurden
Abraham und seine Frau Sara begraben. $25/11$ Und es geschah
nach dem Tode Abrahams, da segnete Gott Isaak, seinen Sohn; und
Isaak wohnte bei dem Brunnen Lachai-Roi.

Nachkommen Ismaels.

V. 12-16: 1Chr 1,29-31

$25/12$ Das ist die Geschlechterfolge Ismaels, des Sohnes
Abrahams, den die gypterin Hagar, die Magd Saras, dem Abraham
geboren hat; $25/13$ und dies sind die Namen der Shne Ismaels
mit ihren Namen, nach ihrer Geschlechterfolge: Der Erstgeborene
Ismaels: Nebajot, dann Kedar und Adbeel und Mibsam $25/14$ und
Mischma und Duma und Massa, $25/15$ Hadad und Tema, Jetur,
Nafisch und Kedma. $25/16$ Das sind die Shne Ismaels, und das
sind ihre Namen in ihren Gehften und in ihren Zeltlagern; zwlf
Frsten nach ihren Vlkerschaften. $25/17$ Und dies sind die
Lebensjahre Ismaels: 137 Jahre; und er verschied und starb und
wurde versammelt zu seinen Vlkern. $25/18$ Und sie wohnten von
Hawila an bis nach Schur, das vor gypten liegt, nach Assur hin.
So setzte er sich allen seinen Brdern vors Gesicht.

Nachkommen Isaaks: Esau und Jakob.

$25/19$ Das ist die Geschlechterfolge Isaaks, des Sohnes
Abrahams: Abraham zeugte Isaak. $25/20$ Und Isaak war vierzig
Jahre alt, als er sich Rebekka zur Frau nahm, die Tochter des
Aramers Betuel aus Paddan-Aram, die Schwester des Aramers
Laban. $25/21$ Und Isaak bat den HERRN fr seine Frau, denn sie
war unfruchtbar; da lie der HERR sich von ihm erbitten, und
Rebekka, seine Frau, wurde schwanger. $25/22$ Und die Kinder
stieen sich in ihrem Leib. Da sagte sie: Wenn es so steht,
warum [trifft] mich dies? Und sie ging hin, den HERRN zu
befragen. $25/23$ Der HERR aber sprach zu ihr:

Zwei Nationen sind in deinem Leib, und zwei Volksstmme scheiden
sich aus deinem Innern; und ein Volksstamm wird strker sein als
der andere, und der ltere wird dem Jngeren dienen.

$25/24$ Und als ihre Tage erfllt waren, da sie gebren sollte,
siehe, da waren Zwillinge in ihrem Leib. $25/25$ Und der erste
kam heraus, rtlich, ganz [und gar] wie ein haariger Mantel; und
man gab ihm den Namen Esau. $25/26$ Und danach kam sein Bruder
heraus, und seine Hand hielt die Ferse Esaus. Da gab man ihm den
Namen Jakob. Und Isaak war sechzig Jahre alt, als sie geboren
wurden.

$25/27$ Und die Jungen wuchsen heran. Esau wurde ein
jagdkundiger Mann, ein Mann des [freien] Feldes; Jakob aber war
ein gesitteter Mann, der bei den Zelten blieb. $25/28$ Und Isaak
hatte Esau lieb, denn Wildbret war nach seinem Mund; Rebekka
aber hatte Jakob lieb.

Esau verkauft sein Erstgeburtsrecht.

$25/29$ Einst kochte Jakob ein Gericht. Da kam Esau vom Feld,
und er war erschpft. $25/30$ Und Esau sagte zu Jakob: La mich
doch schnell essen von dem Roten, dem Roten da, denn ich bin
erschpft! Darum gab man ihm den Namen Edom. $25/31$ Da sagte
Jakob: Verkaufe mir heute dein Erstgeburtsrecht! $25/32$ Esau
sagte: Siehe, ich gehe [ja doch] dem Sterben entgegen. Was soll
mir da das Erstgeburtsrecht? $25/33$ Jakob aber sagte: Schwre
mir heute! Da schwor er ihm und verkaufte sein Erstgeburtsrecht
an Jakob. $25/34$ Und Jakob gab Esau Brot und ein Gericht
Linsen; und er a und trank und stand auf und ging davon. So
verachtete Esau das Erstgeburtsrecht.

Isaak und Abimelech.

\26\

$26/1$ Und es entstand eine Hungersnot im Lande, nach der
vorigen Hungersnot, die in den Tagen Abrahams gewesen war. Da
ging Isaak zu Abimelech, dem Knig der Philister, nach Gerar.
$26/2$ Und der HERR erschien ihm und sprach: Zieh nicht hinab
nach gypten; bleibe in dem Land, das ich dir sage! $26/3$ Halte
dich als Fremder auf in diesem Land! Und ich werde mit dir sein
und dich segnen; denn dir und deinen Nachkommen werde ich alle
diese Lnder geben, und ich werde den Schwur aufrecht erhalten,
den ich deinem Vater Abraham geschworen habe. $26/4$ Und ich
werde deine Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne des
Himmels und deinen Nachkommen alle diese Lnder geben; und mit
deinen Nachkommen werden sich segnen alle Nationen der Erde
$26/5$ dafr, da Abraham meiner Stimme gehorcht und meine
Vorschriften gehalten hat, meine Gebote, meine Ordnungen und
meine Gesetze. $26/6$ So blieb Isaak in Gerar.

$26/7$ Als nun die Mnner des Ortes sich nach seiner Frau
erkundigten, da sagte er: Sie ist meine Schwester. Denn er
frchtete sich zu sagen: meine Frau. [Er dachte nmlich:] Die
Mnner des Ortes knnten mich sonst wegen Rebekka erschlagen;
denn sie ist schn von Aussehen. $26/8$ Und es geschah, als er
lngere Zeit dort war, da blickte Abimelech, der Knig der
Philister, durchs Fenster herab und er sah, und siehe, Isaak
koste mit Rebekka, seiner Frau. $26/9$ Da rief Abimelech den
Isaak und sagte: Siehe, sie ist ja deine Frau! Wie konntest du
sagen: Sie ist meine Schwester? Da sagte Isaak zu ihm: Weil ich
[mir] sagte: Ich knnte sonst ihretwegen sterben. $26/10$ Und
Abimelech sprach: Was hast du uns da angetan! Wie leicht htte
einer aus dem Volk bei deiner Frau liegen knnen, und du httest
Schuld ber uns gebracht. $26/11$ Und Abimelech befahl allem
Volk: Wer diesen Mann und seine Frau antastet, mu gettet
werden.

$26/12$ Und Isaak ste in diesem Land und gewann in jenem Jahr
das Hundertfache; so segnete ihn der HERR. $26/13$ Und der Mann
wurde reich und wurde immer reicher, bis er sehr reich war.
$26/14$ Und er hatte Schafherden und Rinderherden und viel
Gesinde. Da beneideten ihn die Philister. $26/15$ Und alle
Brunnen, die die Knechte seines Vaters in den Tagen seines
Vaters Abraham gegraben hatten, die verstopften die Philister
und fllten sie mit Erde. $26/16$ Und Abimelech sagte zu Isaak:
Zieh weg von uns, denn du bist uns viel zu mchtig geworden!
$26/17$ Da zog Isaak von dort [weg] und schlug sein Lager im Tal
Gerar auf und blieb dort.

$26/18$ Und Isaak grub die Wasserbrunnen wieder auf, die sie in
den Tagen seines Vaters Abraham gegraben und die die Philister
nach Abrahams Tod verstopft hatten; und er gab ihnen [dieselben]
Namen wie die Namen, die ihnen sein Vater gegeben hatte. $26/19$
Und die Knechte Isaaks gruben im Tal und fanden dort einen
Brunnen mit lebendigem Wasser. $26/20$ Da stritten sich die
Hirten von Gerar mit den Hirten Isaaks und sagten: Uns gehrt
das Wasser! Da gab er dem Brunnen den Namen Esek, weil sie mit
ihm gezankt hatten. $26/21$ Dann gruben sie einen anderen
Brunnen, aber auch um den stritten sie sich. Da gab er ihm den
Namen Sitna. $26/22$ Und er brach von dort auf und grub [noch]
einen anderen Brunnen, und um den stritten sie sich nicht. Da
gab er ihm den Namen Rechobot und sagte: Denn jetzt hat der HERR
uns weiten Raum geschafft, und wir werden fruchtbar sein im
Land. $26/23$ Dann zog er von dort hinauf nach Beerscheba.
$26/24$ Und der HERR erschien ihm in jener Nacht und sprach: Ich
bin der Gott deines Vaters Abraham. Frchte dich nicht! Denn ich
bin mit dir, und ich werde dich segnen und deine Nachkommen
vermehren um meines Knechtes Abraham willen. $26/25$ Und der
baute dort einen Altar und rief den Namen des HERRN an und
schlug dort sein Zelt auf. Und die Knechte Isaaks gruben dort
einen Brunnen.

$26/26$ Und Abimelech kam zu ihm aus Gerar mit seinem Freund
Ahusat und seinem Heerobersten Pichol. $26/27$ Da sagte Isaak zu
ihnen: Warum kommt ihr zu mir, da ihr mich doch hat und mich
von euch weggeschickt habt? $26/28$ Sie aber sagten: Wir haben
deutlich gesehen, da der HERR mit dir ist; und wir haben [uns]
gesagt: Es soll ein Schwur zwischen uns sein, zwischen uns und
dir; wir wollen einen Bund mit dir schlieen, $26/29$ da du uns
nichts Bses antust, so wie wir dich nicht angetastet haben und
wie wir dir nur Gutes erwiesen und dich haben in Frieden ziehen
lassen. Du bist nun einmal ein Gesegneter des HERRN. $26/30$ Da
machte er ihnen ein Mahl, und sie aen und tranken. $26/31$ Und
sie standen frh am Morgen auf und schworen einer dem andern.
Dann entlie Isaak sie, und sie gingen in Frieden von ihm fort.
- $26/32$ Und es geschah an jenem Tag, da kamen Isaaks Knechte
und berichteten ihm von dem Brunnen, den sie gegraben hatten,
und sagten zu ihm: Wir haben Wasser gefunden. $26/33$ Da nannte
er ihn Sibea; daher [lautet] der Name der Stadt Beerscheba bis
auf diesen Tag.

Esaus erste Heirat.

$26/34$ Und Esau war vierzig Jahre alt, da nahm er Jehudit, die
Tochter des Hetiters Beeri, zur Frau und Basemat, die Tochter
des Hetiters Elon. $26/35$ Und sie waren ein Herzeleid fr Isaak
und Rebekka.

Jakobs Betrug - Isaaks Segen.

\27\

$27/1$ Und es geschah, als Isaak alt geworden und seine Augen
trbe waren, so da er nicht mehr sehen konnte, da rief er
seinen lteren Sohn Esau und sagte zu ihm: Mein Sohn! Und er
sagte zu ihm: Hier bin ich! $27/2$ Und er sagte: Siehe doch, ich
bin alt geworden, ich kenne nicht den Tag meines Todes. $27/3$
Und nun nimm doch dein [Jagd-]Gert, deinen Kcher und deinen
Bogen, und gehe hinaus aufs Feld und erjage mir ein Wildbret;
$27/4$ und bereite mir einen Leckerbissen, wie ich ihn liebe,
und bring ihn mir her, da ich esse, damit meine Seele dich
segnet, bevor ich sterbe! $27/5$ Rebekka aber hatte gehrt, wie
Isaak zu seinem Sohn Esau redete. Und Esau ging aufs Feld, um
ein Wildbret zu erjagen, um es [heim]zubringen. $27/6$ Da sagte
Rebekka zu ihrem Sohn Jakob: Siehe, ich habe deinen Vater zu
deinem Bruder Esau so reden hren: $27/7$ Bring mir ein Wildbret
und bereite mir einen Leckerbissen, da ich esse und da ich
dich vor dem HERRN segne, bevor ich sterbe! $27/8$ Und nun, mein
Sohn, hre auf meine Stimme in dem, was ich dir auftrage! $27/9$
Geh doch zur Herde, und hole mir von dort zwei gute
Ziegenbckchen! Und ich will sie zu einem Leckerbissen fr
deinen Vater zubereiten, wie er es liebt. $27/10$ Dann sollst du
es deinem Vater bringen, da er it, damit er dich vor seinem
Tod segnet. $27/11$ Da sagte Jakob zu Rebekka, seiner Mutter:
Siehe, mein Bruder Esau ist ein behaarter Mann, und ich bin ein
glatter Mann. $27/12$ Vielleicht betastet mich mein Vater; dann
wre ich in seinen Augen wie einer, der Spott [mit ihm] treibt,
und wrde Fluch auf mich bringen und nicht Segen. $27/13$ Seine
Mutter aber sagte zu ihm: Dein Fluch [komme] auf mich, mein
Sohn! Hre nur auf meine Stimme, und geh, hole mir!

$27/14$ Und er ging und holte und brachte [sie] seiner Mutter.
Und seine Mutter bereitete einen Leckerbissen, wie sein Vater es
gern hatte. $27/15$ Dann nahm Rebekka die guten Kleider ihres
lteren Sohnes Esau, die bei ihr im Haus waren, und zog sie
ihrem jngeren Sohn Jakob an. $27/16$ Die Felle der
Ziegenbckchen aber zog sie ber seine Hnde und ber die Gltte
seines Halses, $27/17$ und sie gab den Leckerbissen und das
Brot, das sie bereitet hatte, in die Hand ihres Sohnes Jakob.

$27/18$ So ging er zu seinem Vater hinein und sagte: Mein Vater!
Und er sagte: Hier bin ich. Wer bist du, mein Sohn? $27/19$ Da
sagte Jakob zu seinem Vater: Ich bin Esau, dein Erstgeborener;
ich habe getan, wie du zu mir geredet hast. Richte dich doch
auf, setze dich, und i von meinem Wildbret, damit deine Seele
mich segnet! $27/20$ Isaak aber sagte zu seinem Sohn: Wie hast
du es denn so schnell gefunden, mein Sohn? Er sagte: Weil der
HERR, dein Gott, es mir begegnen lie. $27/21$ Da sagte Isaak zu
Jakob: Tritt doch heran, da ich dich betaste, mein Sohn, ob du
wirklich mein Sohn Esau bist oder nicht! $27/22$ Und Jakob trat
zu seinem Vater Isaak heran; und er betastete ihn und sagte: Die
Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Hnde sind Esaus Hnde.
$27/23$ Und er erkannte ihn nicht, weil seine Hnde behaart
waren wie die Hnde seines Bruders Esau. Da segnete er ihn.
$27/24$ Und er sagte: Bist du wirklich mein Sohn Esau? Er aber
sagte: Ich bin's. $27/25$ Da sagte er: Reiche es mir her! Ich
will von dem Wildbret meines Sohnes essen, damit meine Seele
dich segnet. Und er reichte es ihm hin, so da er a. Auch
brachte er ihm Wein, und er trank. $27/26$ Dann sagte sein Vater
Isaak zu ihm: Tritt doch heran und k mich, mein Sohn! Da trat
er heran und kte ihn. $27/27$ Und als er den Geruch seiner
Kleider roch, da segnete er ihn und sprach:

Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie der Geruch eines Feldes,
das der HERR gesegnet hat.

$27/28$ So gebe dir Gott vom Tau des Himmels und vom Fett der
Erde und von Korn und Most die Flle!

$27/29$ Vlker sollen dir dienen und Vlkerschaften sich vor dir
niederbeugen! Sei Herr ber deine Brder, und vor dir sollen
sich niederbeugen die Shne deiner Mutter! Die dir fluchen,
seien verflucht, und die dich segnen, seien gesegnet!

$27/30$ Und es geschah, sobald Isaak geendet hatte, Jakob zu
segnen, ja, es geschah, als Jakob gerade eben von seinem Vater
Isaak hinausgegangen war, da kam sein Bruder Esau von seiner
Jagd. $27/31$ Und auch er bereitete einen Leckerbissen, brachte
ihn zu seinem Vater und sagte zu seinem Vater: Mein Vater richte
sich auf und esse von dem Wildbret seines Sohnes, damit deine
Seele mich segne! $27/32$ Da sagte sein Vater Isaak zu ihm: Wer
bist du? Er sagte: Ich bin dein erstgeborener Sohn Esau. $27/33$
Da erschrak Isaak mit groem Schrecken ber alle Maen und
sagte: Wer war denn der, der ein Wildbret erjagt und mir
gebracht hat, da ich von allem gegessen habe, bevor du kamst,
und ich ihn gesegnet habe? Er wird auch gesegnet bleiben.
$27/34$ Als Esau die Worte seines Vaters hrte, da schrie er mit
lautem und erbittertem Geschrei ber alle Maen und sagte zu
seinem Vater: Segne mich, auch mich, mein Vater! $27/35$ Er aber
sagte: Dein Bruder ist mit Betrug gekommen und hat deinen Segen
weggenommen. $27/36$ Da sagte er: Heit er darum Jakob, weil er
mich nun [schon] zweimal betrogen hat? Mein Erstgeburtsrecht hat
er genommen, und siehe, jetzt hat er [auch] meinen Segen
genommen! Und er sagte: Hast du mir keinen Segen aufbehalten?
$27/37$ Da antwortete Isaak und sagte zu Esau: Siehe, ich habe
ihn zum Herrn ber dich gesetzt und alle seine Brder ihm zu
Knechten gegeben, und mit Korn und Most habe ich ihn versehen,
und nun, was kann ich [da noch] fr dich tun, mein Sohn? $27/38$
Da sagte Esau zu seinem Vater: Hast du [nur diesen] einen Segen,
mein Vater? Segne mich, auch mich, mein Vater! Und Esau erhob
seine Stimme und weinte. $27/39$ Da antwortete sein Vater Isaak
und sagte zu ihm:

Siehe, fern vom Fett der Erde wird dein Wohnsitz sein und fern
vom Tau des Himmels oben.

$27/40$ Von deinem Schwert wirst du leben, und deinem Bruder
wirst du dienen. Doch wird es geschehen, wenn du dich losmachst,
wirst du sein Joch von deinem Hals wegreien.

Esaus Rachegedanken.

$27/41$ Und Esau war dem Jakob Feind wegen des Segens, mit dem
sein Vater ihn gesegnet hatte; und Esau sagte in seinem Herzen:
Es nahen die Tage der Trauer um meinen Vater, dann werde ich
meinen Bruder Jakob erschlagen. $27/42$ Als nun der Rebekka die
Worte ihres lteren Sohnes Esau berichtet wurden, da sandte sie
hin, rief ihren jngeren Sohn Jakob und sagte zu ihm: Siehe,
dein Bruder Esau will an dir Rache nehmen [und] dich erschlagen.
$27/43$ Und nun, mein Sohn, hre auf meine Stimme, und mache
dich auf, flieh zu meinem Bruder Laban, nach Haran; $27/44$ und
bleib einige Tage bei ihm, bis der Grimm deines Bruders sich
wendet, $27/45$ bis der Zorn deines Bruders sich von dir
abwendet und er vergit, was du ihm angetan hast! Dann will ich
hinsenden und dich von dort holen lassen. Warum sollte ich euch
beide an einem Tag verlieren?

$27/46$ Und Rebekka sagte zu Isaak: Ich bin des Lebens
berdrssig wegen der Tchter Hets. Wenn Jakob [auch] eine Frau
wie diese nimmt, von den Tchtern Hets, von den Tchtern des
Landes, was sollte mir [dann noch] das Leben?

Jakobs Flucht nach Haran.

\28\

$28/1$ Da rief Isaak den Jakob und segnete ihn. Und er befahl
ihm und sagte zu ihm: Nimm dir nicht eine Frau von den Tchtern
Kanaans! $28/2$ Mache dich auf, geh nach Paddan-Aram zum Haus
Betuels, des Vaters deiner Mutter, und nimm dir von dort eine
Frau von den Tchtern Labans, des Bruders deiner Mutter! $28/3$
Gott, der Allmchtige, segne dich und mache dich fruchtbar und
vermehre dich, da du zu einer Schar von Vlkern werdest; $28/4$
und er gebe dir den Segen Abrahams, dir und deiner
Nachkommenschaft mit dir, damit du das Land deiner
Fremdlingschaft, das Gott dem Abraham gegeben hat, in Besitz
nehmest! $28/5$ So entlie Isaak den Jakob, und er ging nach
Paddan-Aram zu Laban, dem Sohn des Aramers Betuel, dem Bruder
Rebekkas, der Mutter Jakobs und Esaus.

Esaus andere Frau.

$28/6$ Und als Esau sah, da Isaak den Jakob gesegnet und ihn
nach Paddan-Aram entlassen hatte, sich von dort eine Frau zu
nehmen, indem er ihn segnete und ihm gebot: Nimm ja nicht eine
Frau von den Tchtern Kanaans! $28/7$ und da Jakob seinem Vater
und seiner Mutter gehorchte und nach Paddan-Aram ging, $28/8$ da
sah Esau, da die Tchter Kanaans bel waren in den Augen seines
Vaters Isaak, $28/9$ und Esau ging zu Ismael und nahm sich
Mahalat zur Frau, die Tochter Ismaels, des Sohnes Abrahams, die
Schwester Nebajots, zu seinen [anderen] Frauen hinzu.

Jakobs Traum und Gelbde.

$28/10$ Und Jakob zog aus von Beerscheba und ging nach Haran.
$28/11$ Und er gelangte an eine Sttte und bernachtete dort;
denn die Sonne war [schon] untergegangen. Und er nahm [einen]
von den Steinen der Sttte und legte ihn an sein Kopfende und
legte sich nieder an jener Sttte. $28/12$ Und er trumte: und
siehe, eine Leiter war auf die Erde gestellt, und ihre Spitze
berhrte den Himmel; und siehe, Engel Gottes stiegen darauf auf
und nieder. $28/13$ Und siehe, der HERR stand ber ihr und
sprach: Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham und der
Gott Isaaks; das Land, auf dem du liegst, dir will ich es geben
und deiner Nachkommenschaft. $28/14$ Und deine Nachkommenschaft
soll wie der Staub der Erde werden, und du wirst dich ausbreiten
nach Westen und nach Osten und nach Norden und nach Sden hin;
und in dir und in deiner Nachkommenschaft sollen gesegnet werden
alle Geschlechter der Erde. $28/15$ Und siehe, ich bin mit dir,
und ich will dich behten berall, wohin du gehst, und dich in
dieses Land zurckbringen; denn ich werde dich nicht verlassen,
bis ich getan, was ich zu dir geredet habe. $28/16$ Da erwachte
Jakob aus seinem Schlaf und sagte: Frwahr, der HERR ist an
dieser Sttte, und ich habe es nicht erkannt! $28/17$ Und er
frchtete sich und sagte: Wie furchtbar ist diese Sttte! Dies
ist nichts anderes als das Haus Gottes, und dies die Pforte des
Himmels. $28/18$ Und Jakob stand frh am Morgen auf und nahm den
Stein, den er an sein Kopfende gelegt hatte, und stellte ihn auf
als Gedenkstein und go l auf seine Spitze. $28/19$ Und er gab
dieser Sttte den Namen Bethel. Im Anfang jedoch war Lus der
Name der Stadt. $28/20$ Und Jakob legte ein Gelbde ab und
sagte: Wenn Gott mit mir ist und mich behtet auf diesem Weg,
den ich gehe, und mir Brot zu essen und Kleidung anzuziehen gibt
$28/21$ und ich in Frieden zurckkehre zum Haus meines Vaters,
dann soll der HERR mein Gott sein. $28/22$ Und dieser Stein, den
ich als Gedenkstein aufgestellt habe, soll ein Haus Gottes
werden; und alles, was du mir geben wirst, werde ich dir treu
verzehnten.

Jakobs Ankunft und Dienst bei Laban.

\29\

$29/1$ Und Jakob machte sich auf und ging in das Land der Shne
des Ostens. $29/2$ Und er sah, und siehe, [da war] ein Brunnen
auf dem Feld; und siehe, drei Schafherden lagerten dort an ihm,
denn aus diesem Brunnen trnkte man die Herden; und der Stein
auf der ffnung des Brunnens war gro. $29/3$ Und waren alle
Herden dort versammelt, dann wlzte man den Stein von der
ffnung des Brunnens und trnkte die Schafe; dann brachte man
den Stein wieder auf die ffnung des Brunnens an seine Stelle.
$29/4$ Und Jakob sagte zu ihnen: Meine Brder, woher seid ihr?
Und Sie sagten: Wir sind von Haran. $29/5$ Da sagte er zu ihnen:
Kennt ihr Laban, den Sohn Nahors? Sie sagten: Wir kennen ihn.
$29/6$ Und er sagte zu ihnen: Geht es ihm gut? sie sagten: [Es
geht ihm] gut; doch siehe, da kommt seine Tochter Rahel mit den
Schafen. $29/7$ Da sagte er: Siehe, es ist noch hoch am Tag, es
ist nicht Zeit, das Vieh zu sammeln. Trnkt die Schafe, und geht
hin, weidet [sie]! $29/8$ Sie aber sagten: Wir knnen nicht, bis
alle Herden sich versammelt haben; dann wlzt man den Stein von
der ffnung des Brunnens und wir trnken die Schafe.

$29/9$ Noch redete er mit ihnen, da kam Rahel mit den Schafen,
die ihrem Vater gehrten; denn sie war eine Hirtin. $29/10$ Und
es geschah, als Jakob die Rahel sah, die Tochter Labans, des
Bruders seiner Mutter, und die Schafe Labans, des Bruders seiner
Mutter, da trat Jakob hinzu und wlzte den Stein von der ffnung
des Brunnens und trnkte die Schafe Labans, des Bruders seiner
Mutter. $29/11$ Und Jakob kte Rahel und erhob seine Stimme und
weinte. $29/12$ Und Jakob berichtete Rahel, da er ein Neffe
ihres Vaters und da er der Sohn Rebekkas sei. Da lief sie und
berichtete es ihrem Vater. $29/13$ Und es geschah, als Laban die
Nachricht von Jakob, dem Sohn seiner Schwester, hrte, da lief
er ihm entgegen und umarmte ihn und kte ihn und fhrte ihn in
sein Haus. Und er erzhlte dem Laban alle diese Dinge. $29/14$
Und Laban sagte zu ihm: Frwahr, du bist mein Bein und mein
Fleisch. Und er blieb bei ihm einen Monat lang.

$29/15$ Und Laban sagte zu Jakob: Solltest du, weil du mein
Neffe bist, mir umsonst dienen? Sag mir, was soll dein Lohn
sein? $29/16$ Laban aber hatte zwei Tchter; der Name der
lteren war Lea und der Name der jngeren Rahel. $29/17$ Leas
Augen waren matt; Rahel aber war schn von Gestalt und schn von
Aussehen. $29/18$ Und Jakob liebte Rahel; so sagte er: Ich will
dir sieben Jahre fr deine jngere Tochter Rahel dienen. $29/19$
Da sagte Laban: Besser, ich gebe sie dir, als da ich sie einem
andern Mann gebe. Bleibe bei mir! $29/20$ So diente Jakob fr
Rahel sieben Jahre; und sie waren in seinen Augen wie einige
[wenige] Tage, weil er sie liebte.

Jakobs Heirat.

$29/21$ Und Jakob sagte zu Laban: Gib [mir nun] meine Frau! Denn
meine Tage sind erfllt, da ich zu ihr eingehe. $29/22$ Da
versammelte Laban alle Mnner des Ortes und veranstaltete ein
Mahl. $29/23$ Und es geschah am Abend, da nahm er seine Tochter
Lea und brachte sie zu ihm; und er ging zu ihr ein. $29/24$ Und
Laban gab ihr, seiner Tochter Lea, seine Magd Silpa als Magd.
$29/25$ Und es geschah am Morgen, siehe, da war es Lea. Da sagte
er zu Laban: Was hast du mir da angetan? Habe ich nicht fr
Rahel bei dir gedient? Warum hast du mich betrogen? $29/26$
Laban aber sagte: Das tut man an unserm Ort nicht, die Jngere
vor der Erstgeborenen zu geben. $29/27$ Vollende die
[Hochzeits-]Woche [mit] dieser! Dann wollen wir dir auch jene
geben, fr den Dienst, den du bei mir noch weitere sieben Jahre
dienen sollst. $29/28$ Und Jakob tat so und vollendete die
[Hochzeits-]Woche [mit] dieser. Dann gab er ihm seine Tochter
Rahel zur Frau. $29/29$ Und Laban gab seiner Tochter Rahel seine
Magd Bilha als ihre Magd. $29/30$ Da ging er auch zu Rahel ein.
Und er liebte auch Rahel, mehr als Lea. Und er diente bei ihm
noch weitere sieben Jahre.

Jakobs Kinder.

$29/31$ Und als der HERR sah, da Lea zurckgesetzt war, da
ffnete er ihren Mutterleib; Rahel aber war unfruchtbar. $29/32$
Und Lea wurde schwanger und gebar einen Sohn, und sie gab ihm
den Namen Ruben, denn sie sagte: Ja, der HERR hat mein Elend
angesehen. Denn jetzt wird mein Mann mich lieben. $29/33$ Und
sie wurde wieder schwanger und gebar einen Sohn; und sie sagte:
Ja, der HERR hat gehrt, da ich zurckgesetzt bin, so hat er
mir auch den gegeben. Und sie gab ihm den Namen Simeon. $29/34$
Und sie wurde wieder schwanger und gebar einen Sohn; da sagte
sie: Diesmal endlich wird sich mein Mann an mich anschlieen,
denn ich habe ihm drei Shne geboren. Darum gab man ihm den
Namen Levi. $29/35$ Dann wurde sie noch einmal schwanger und
gebar einen Sohn; und sie sagte: Diesmal will ich den HERRN
preisen! Darum gab sie ihm den Namen Juda. Und sie hrte auf zu
gebren.

\30\

$30/1$ Und als Rahel sah, da sie dem Jakob nicht gebar, da war
Rahel auf ihre Schwester eiferschtig und sagte zu Jakob: Gib
mir Kinder! Und wenn nicht, dann sterbe ich. $30/2$ Da
entbrannte Jakobs Zorn gegen Rahel, und er sagte: Bin ich an
Gottes Stelle, der dir Leibesfrucht vorenthalten hat? $30/3$ Sie
sagte: Siehe, [da ist] meine Magd Bilha. Geh zu ihr ein, da sie
auf meinen Knien gebre und auch ich aus ihr erbaut werde!
$30/4$ Und sie gab ihm ihre Magd Bilha zur Frau; und Jakob ging
zu ihr ein. $30/5$ Da wurde Bilha schwanger und gebar Jakob
einen Sohn. $30/6$ Rahel aber sagte: Gott hat mir Recht
verschafft und auch auf meine Stimme gehrt und mir einen Sohn
gegeben. Darum gab sie ihm den Namen Dan. $30/7$ Und Rahels Magd
Bilha wurde noch einmal schwanger und gebar dem Jakob einen
zweiten Sohn. $30/8$ Da sprach Rahel: Kmpfe Gottes habe ich mit
meiner Schwester gekmpft, habe auch gesiegt. Und sie gab ihm
den Namen Naftali.

$30/9$ Und als Lea sah, da sie aufhrte zu gebren, da nahm sie
ihre Magd Silpa und gab sie Jakob zur Frau. $30/10$ Und Silpa,
die Magd Leas, gebar dem Jakob einen Sohn. $30/11$ Da sagte Lea:
Zum Glck! Und sie gab ihm den Namen Gad. $30/12$ Und Silpa, die
Magd Leas, gebar dem Jakob einen zweiten Sohn. $30/13$ Da sprach
Lea: Zu meiner Glckseligkeit! Denn glckselig preisen mich die
Tchter. Und sie gab ihm den Namen Asser.

$30/14$ Und Ruben ging aus in den Tagen der Weizenernte und fand
Dudaim auf dem Feld; und er brachte sie seiner Mutter Lea. Da
sagte Rahel zu Lea: Gib mir doch von den Dudaim deines Sohnes!
$30/15$ Sie aber sagte zu ihr: Ist es dir zu wenig, meinen Mann
zu nehmen, da du auch die Dudaim meines Sohnes nehmen willst?
Da sagte Rahel: So mag er denn diese Nacht bei dir liegen [als
Entgelt] fr die Dudaim deines Sohnes. $30/16$ Und als Jakob am
Abend vom Feld kam, da ging Lea hinaus, ihm entgegen, und sagte:
Zu mir sollst du eingehen, denn gekauft habe ich dich, gekauft
mit den Dudaim meines Sohnes. Da lag er in dieser Nacht bei ihr.

$30/17$ Und Gott hrte auf Lea, so da sie schwanger wurde und
dem Jakob einen fnften Sohn gebar. $30/18$ Da sagte Lea: Gott
hat [mir] meinen Lohn gegeben dafr, da ich meinem Mann meine
Magd gegeben habe. Und sie gab ihm den Namen Issaschar. $30/19$
Und Lea wurde noch einmal schwanger und gebar dem Jakob einen
sechsten Sohn. $30/20$ Da sagte Lea: Mir hat Gott ein schnes
Geschenk geschenkt; diesmal wird mein Mann mich erheben, denn
ich habe ihm sechs Shne geboren. Und sie gab ihm den Namen
Sebulon. $30/21$ Und danach gebar sie eine Tochter und gab ihr
den Namen Dina.

$30/22$ Und Gott dachte an Rahel, und Gott hrte auf sie und
ffnete ihren Mutterleib. $30/23$ Und sie wurde schwanger und
gebar einen Sohn. Da sagte sie: Gott hat meine Schmach
weggenommen. $30/24$ Und sie gab ihm den Namen Joseph und sagte:
Der HERR fge mir einen anderen Sohn hinzu!

Jakobs listiger Vermgenserwerb.

$30/25$ Und es geschah, als Rahel den Joseph geboren hatte, da
sagte Jakob zu Laban: Entla mich, da ich an meinen Ort und in
mein Land ziehe! $30/26$ Gib mir meine Frauen und meine Kinder,
fr die ich dir gedient habe, damit ich [weg] ziehe! Du selbst
kennst ja meinen Dienst, mit dem ich dir gedient habe. $30/27$
Laban aber sagte zu ihm: Wenn ich doch Gunst gefunden habe in
deinen Augen - ich habe durch Wahrsagung erfahren, da der HERR
mich um deinetwillen gesegnet hat. $30/28$ Und er sagte:
Bestimme mir deinen Lohn, so will ich ihn [dir] geben! $30/29$
Da sagte er zu ihm: Du weit ja selbst, wie ich dir gedient habe
und was aus deinem Vieh bei mir geworden ist. $30/30$ Denn wenig
war, was du vor mir hattest, und es hat sich zu einer Menge
ausgebreitet, und der HERR hat dich gesegnet auf jedem meiner
Tritte. Nun aber, wann soll ich auch fr mein Haus schaffen?
$30/31$ Da sagte er: Was soll ich dir geben? Und Jakob sagte: Du
sollst mir gar nichts geben; wenn du mir diese [eine] Sache
zugestehst, dann will ich wieder deine Schafe weiden [und]
hten. $30/32$ Ich will heute durch deine ganze Herde gehen und
daraus aussondern jedes gesprenkelte und gefleckte Tier und
jedes dunkelfarbige Tier unter den Schafen und das Gefleckte und
Gesprenkelte unter den Ziegen: Das sei mein Lohn! $30/33$ Und
meine Gerechtigkeit soll an einem knftigen Tag fr mich zeugen,
wenn du herkommst wegen meines Lohnes vor dir: Alles, was nicht
gesprenkelt und gefleckt ist unter den Ziegen und dunkelfarbig
unter den Schafen, das gelte als gestohlen bei mir. $30/34$ Da
sagte Laban: Siehe, es geschehe nach deinem Wort! $30/35$ So
sonderte er an jenem Tag die gestreiften und gefleckten Bcke
aus und alle gesprenkelten und gefleckten Ziegen, alles, woran
[etwas] Weies war, und alles Dunkelfarbige unter den Schafen,
und gab sie in die Hand seiner Shne. $30/36$ Und er legte einen
Weg von drei Tagereisen zwischen sich und Jakob; und Jakob
weidete die brige Herde Labans.

$30/37$ Und Jakob nahm sich frische Stbe von Storaxbaum,
Mandelbaum und Platane und schlte an ihnen weie Streifen
heraus, indem er das Weie, das an den Stben war, blolegte.
$30/38$ Und er legte die Stbe, die er geschlt hatte, in die
Trnkrinnen, in die Wassertrnken, wohin die Tiere zum Trinken
kamen, vor die Tiere hin; und sie waren brnstig, wenn sie zum
Trinken kamen. $30/39$ So waren die Tiere vor den Stben
brnstig, und die Tiere warfen gestreifte, gesprenkelte und
gefleckte [Lmmer]. $30/40$ Und Jakob sonderte die Lmmer aus,
und er richtete das Gesicht der Tiere auf das Gestreifte und
alles Dunkelfarbige unter den Tieren Labans; und so legte er
eigene Herden an fr sich besonders und tat sie nicht zu den
Tieren Labans. $30/41$ Und es geschah, sooft die krftigen Tiere
brnstig waren, legte Jakob die Stbe vor die Augen der Tiere in
die Trnkrinnen, damit sie bei den Stben brnstig wrden;
$30/42$ wenn aber die Tiere schwchlich waren, legte er sie
nicht hin. So wurden die schwchlichen dem Laban [zuteil] und
die krftigen dem Jakob. $30/43$ Und der Mann breitete sich mehr
[und] mehr aus, und er bekam viele Tiere, Mgde und Knechte,
Kamele und Esel.

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